{"id":5178,"date":"2012-09-04T16:41:04","date_gmt":"2012-09-04T14:41:04","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/?p=5178"},"modified":"2016-09-30T09:17:40","modified_gmt":"2016-09-30T07:17:40","slug":"eurokrise-vor-dem-ende","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/2012\/09\/04\/eurokrise-vor-dem-ende_5178","title":{"rendered":"Eurokrise vor dem Ende"},"content":{"rendered":"<p>Die Krise in der W\u00e4hrungsunion muss in den n\u00e4chsten Monaten gel\u00f6st werden, weil es keine Alternative gibt: Wenn der Euro \u00fcberleben soll, muss jetzt der institutionelle Rahmen geschaffen werden, der bisher fehlte. Dazu geh\u00f6rt zum Einen die Bankenunion, die, so hoffe ich, beschlossene Sache ist. Die unheilvolle Verbindung zwischen dem Schicksal der Banken und den Schulden der Staaten sollte ein f\u00fcr alle Mal gekappt werden. Es wird auf eine Institution hinauslaufen, die die Banken im Euroraum beaufsichtigt, die in der Lage ist, sie zu schlie\u00dfen oder zu retten, je nachdem, und die eine gemeinsame Einlagensicherung organisiert. Die Bankenaufsicht soll zun\u00e4chst einmal bei der EZB angesiedelt sein. Hinzu kommen in den n\u00e4chsten Monaten zus\u00e4tzliche Ma\u00dfnahmen, mit denen die Schuldenlast f\u00fcr L\u00e4nder, die um Finanzhilfe gebeten haben, gesenkt werden kann. Neben dem European Stability Mechanism (ESM) wird die EZB auch hierbei eine Schl\u00fcsselrolle spielen. Wie die Aufgabenverteilung letztlich aussehen wird, ist noch nicht klar. Auf Dauer kann die EZB nicht f\u00fcr die L\u00f6sung s\u00e4mtlicher Strukturprobleme des Euro zust\u00e4ndig sein.<\/p>\n<p>Wie immer der Kompromiss aussehen wird, am Ende werden wir es mit einem institutionell gefestigten Euro zu tun haben. Alle Anlagestrategien, in denen ein Ausscheiden Griechenlands und anderer L\u00e4nder aus dem Euro, oder ein Ende des Euro selbst wichtige Annahmen sind, m\u00fcssen revidiert werden. Da es weniger wahrscheinlich ist, dass es, ausgehend von Euroland, zu einer Katastrophe an den M\u00e4rkten kommen wird, d\u00fcrften weltweit die Risikopr\u00e4mien sinken. Beispielsweise werden sich die Renditedifferenzen zwischen den Anleihen staatlicher und privater Schuldner innerhalb Europas wieder ann\u00e4hern, Sachinvestitionen werden wegen des geringeren Risikos attraktiver, das Wirtschaftswachstum beschleunigt sich, der Euro wertet endlich wieder auf \u2013 alles das jedenfalls der Tendenz nach.<\/p>\n<p>F\u00fcr Euroland wird eine konjunkturelle Wende wahrscheinlicher. Bisher stehen alle Zeichen auf Rezession, und selbst Deutschland hat zu schw\u00e4cheln begonnen. Die USA und Japan expandieren viel langsamer als erwartet, China w\u00e4chst mit einer Rate von &#8222;nur&#8220; 7 Prozent statt wie gewohnt mit 10 Prozent. Die Zuwachsrate der Weltwirtschaft liegt bei relativ mickrigen 2 Prozent und damit weit unter der Trendrate von 4 Prozent. Da kommt eine Stabilisierung der Lage in Europa gerade recht.<\/p>\n<p>Da es keine echten Inflationsprobleme gibt, ist eine Monetisierung von Staatsschulden allemal billiger als eine Reihe von Staatsbankrotten. Es muss doch m\u00f6glich sein, den L\u00e4ndern, die unterst\u00fctzt werden wollen, solche Reformen und fiskalischen Ma\u00dfnahmen abzuverlangen, die f\u00fcr die Zukunft des Euro wichtig sind. Ich bin da guter Hoffnung \u2013 und hoffentlich nicht naiv.<\/p>\n<p>Eine ausf\u00fchrliche Analyse der gesamtwirtschaftlichen Lage in Euroland und den USA, so wie ein kurzer Blick nach Asien, und die Aussichten f\u00fcr Aktien, Bonds, Rohstoffe und Wechselkurse finden Sie in meinem neusten Investment Outlook:<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/files\/2012\/09\/Wermuths_Investment_Outlook_September_2012.pdf\" title=\"Wermuth\u2019s Investment Outlook - September 2012\">Wermuth\u2019s Investment Outlook &#8211; September 2012<\/a>*) (pdf, 194 KB)<\/p>\n<p style=\"line-height: 75%\"><font face=\"Arial\" size=\"1\">*) Der Investment Outlook von Dieter Wermuth ist in englischer Sprache verfasst und wird im Herdentrieb in loser Folge zum Herunterladen bereitgestellt. (UR)<\/font><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Krise in der W\u00e4hrungsunion muss in den n\u00e4chsten Monaten gel\u00f6st werden, weil es keine Alternative gibt: Wenn der Euro \u00fcberleben soll, muss jetzt der institutionelle Rahmen geschaffen werden, der bisher fehlte. Dazu geh\u00f6rt zum Einen die Bankenunion, die, so hoffe ich, beschlossene Sache ist. 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