{"id":6584,"date":"2013-09-27T21:21:35","date_gmt":"2013-09-27T19:21:35","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/?p=6584"},"modified":"2013-10-02T14:46:48","modified_gmt":"2013-10-02T12:46:48","slug":"warum-klaus-regling-recht-hat","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/2013\/09\/27\/warum-klaus-regling-recht-hat_6584","title":{"rendered":"Warum Klaus Regling recht hat"},"content":{"rendered":"<p>Es gibt eine kontroverse Debatte \u00fcber den Einwand von Klaus Regling, die hohe Staatsverschuldung in Griechenland sei als Ma\u00df f\u00fcr die Schuldentragf\u00e4higkeit nicht sehr geeignet. Die <a href=\"http:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article120465048\/Rettungsschirm-Chef-rechnet-Athens-Schulden-klein.html\" target=\"_blank\"><em>Welt<\/em><\/a> wirft ihm vor, die Schulden kleinzurechnen.<\/p>\n<p>Dabei ist es doch wirklich <a href=\"https:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/2013\/08\/28\/braucht-griechenland-einen-schuldenschnitt_6442\">ganz einfach<\/a>. Relevant f\u00fcr die Schuldentragf\u00e4higkeit sind \u2013 vom Wirtschaftswachstum abgesehen, dass hier als exogen betrachtet werden kann \u2013 die nominalen Verbindlichkeiten und die Verzinsung dieser Verbindlichkeiten.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nWeil die Zinsen auf den Anteil der Europ\u00e4er an den Hilfskrediten gesenkt und gestundet wurden, m\u00fcssen die Griechen \u2013 gemessen an den hohen Schulden \u2013 \u00a0vergleichsweise wenig Geld f\u00fcr den Schuldendienst aufwenden. Und wenn von dieser Methode weiter Gebrauch gemacht wird, dann sinken die Betr\u00e4ge noch weiter.<\/p>\n<p>Und nat\u00fcrlich wirkt sich das positiv auf die Tragf\u00e4higkeit aus, vor allem wenn die Laufzeiten lang sind. Genau so wie es sich auf die Werthaltigkeit der Forderung auswirkt. \u00a0Wenn ich morgen 1000 Euro erhalten, dann ist diese Forderung mehr wert, als wenn ich in 100 Jahren 1000 Euro erhalte.<\/p>\n<p>Man kann sich einen Extremfall vorstellen, in dem die griechischen Schulden die Form einer Anleihe mit unendlicher Laufzeit und einem Nullcoupon gleichkommen. Der Nominalbetrag dieser Anleihe w\u00e4re dann ziemlich egal.<\/p>\n<p>Damit ist auch klar: Zinssenkungen und Laufzeitverl\u00e4ngerungen m\u00f6gen juristisch die Fiktion aufrechterhalten, die Forderung sei noch so werthaltig wie vorher (was sie politisch interessant macht), \u00f6konomisch gesehen handelt es sich um einen Schuldenschnitt, sie reduzieren den Barwert der Forderungen (in unserem Extremfall n\u00e4hert sich er Barwert der Null an).<\/p>\n<p>Auch das Argument, der Schuldenberg mache die Anleger nerv\u00f6s ist nicht ganz korrekt. Die Anleger interessiert, ob Griechenland in der Lage ist, seine Verbindlichkeiten zu bedienen. Wenn die Verbindlichkeiten an den \u00f6ffentlichen Sektor so strukturiert werden, dass sie den Haushalt kaum belasten, sollten das die Privatinvestoren nicht st\u00f6ren, weil Griechenland genug Ressourcen hat, um ihre Forderungen zu bedienen.<\/p>\n<p>Deshalb gilt: Wie der Schuldenschnitt organisiert wird \u2013 ob direkt durch eine Reduktion des Nominalwerts oder indirekt durch g\u00fcnstige Konditionen \u2013 ist am Ende nicht so wichtig. Und deshalb hat Regling recht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es gibt eine kontroverse Debatte \u00fcber den Einwand von Klaus Regling, die hohe Staatsverschuldung in Griechenland sei als Ma\u00df f\u00fcr die Schuldentragf\u00e4higkeit nicht sehr geeignet. Die Welt wirft ihm vor, die Schulden kleinzurechnen. Dabei ist es doch wirklich ganz einfach. 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