{"id":6696,"date":"2013-10-30T23:05:33","date_gmt":"2013-10-30T22:05:33","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/?p=6696"},"modified":"2013-10-31T17:16:45","modified_gmt":"2013-10-31T16:16:45","slug":"target-ein-letztes-mal","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/2013\/10\/30\/target-ein-letztes-mal_6696","title":{"rendered":"Target, ein letztes Mal?"},"content":{"rendered":"<p>Marcel Fratzscher, Philipp K\u00f6nig und Claudia Lambert vom DIW haben eine sehr <a href=\"http:\/\/www.diw.de\/documents\/publikationen\/73\/diw_01.c.430363.de\/13-44.pdf\" title=\"DIW Wochenbericht Nr. 44 2013\" target=\"_blank\">interessante Analyse<\/a> zu den Target-Salden der EZB ver\u00f6ffentlicht, die dazu beitragen kann, die Debatte in Deutschland zu versachlichen.<\/p>\n<p>Wir erinnern uns: In dem Target-Streit ging es um die Frage, ob sich aus dem Zahlungsverkehrssystem der Notenbanken zus\u00e4tzlich parlamentarisch nicht kontrollierte Risiken f\u00fcr Deutschland ergeben.\u00a0Die These von Fratzscher et al: Deutschland hat von der Flexibilit\u00e4t des Target-2-Systems profitiert, weil es die R\u00fcckf\u00fchrung von im Ausland angelegtem Kapital erm\u00f6glichte, das sonst wom\u00f6glich verloren gewesen w\u00e4re.<\/p>\n<p>Sie definieren zun\u00e4chst einmal, wor\u00fcber wir eigentlich reden:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>Handelt es sich bei der schlie\u00dflich verbuchten T2-Position um eine Forderung gegen\u00fcber der EZB, so ist den Banken eines Landes mehr Zentralbankgeld aus dem Ausland zugeflossen, als sie dorthin \u00fcberwiesen haben. Im Falle einer Verbindlichkeit gegen\u00fcber der EZB haben die Banken mehr Zentralbankgeld an das Ausland \u00fcberwiesen, als sie von dort empfangen haben<\/em><\/p>\n<p>Dann kommen sie zum Punkt:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>Deutsche Banken und Anleger haben ihre Forderungen gegen\u00fcber Griechenland, Italien, Irland, Portugal, Spanien und Zypern seit dem Jahr 2007 um rund 390 Milliarden Euro reduziert.\u00a0Dass deutsche Anleger ihre Investitionen in gro\u00dfem\u00a0Umfang ohne noch gravierendere Verwerfungen an\u00a0den Finanzm\u00e4rkten aus diesen L\u00e4ndern abziehen konnten, ist vor allem begr\u00fcndet in der Bereitstellung unbeschr\u00e4nkter Liquidit\u00e4t im Rahmen des Vollzuteilungsverfahrens des Eurosystems und im reibungslos\u00a0funktionierenden Zahlungssystem Target2.<\/em><\/p>\n<p>Sebastian Dullien und ich haben <a href=\"http:\/\/www.voxeu.org\/article\/german-savers-should-applaud-growing-target-balances\" title=\"vox.eu - German savers should applaud the growing TARGET balances\" target=\"_blank\">vor einiger Zeit<\/a>\u00a0bei vox.eu \u00e4hnlich argumentiert.<\/p>\n<p>Das DIW geht auch auf das Argument ein, die Liquidit\u00e4tsbereitstellung \u00fcber Target 2 verhindere eine Anpassung der Leistungsbilanzen \u2013 ein Argument, dessen Problematik schon daran deutlich wird, dass sich inzwischen fast alle Leistungsbilanzen angepasst haben.<\/p>\n<p>Zu Recht wird von den Autoren darauf hingewiesen, dass die Anpassungspfade in einer W\u00e4hrungsunion anders verlaufen m\u00fcssen als in einem Land mit eigenst\u00e4ndiger Geldpolitik, weil keine Abwertung stattfinden kann. Deshalb braucht die Anpassung l\u00e4nger und muss unterst\u00fctzt werden.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><em>Die Konsequenzen der alternativen Vorgehensweise \u2013 keine Liquidit\u00e4tsbereitstellung mit der Folge einer schlagartig erzwungenen Anpassung \u2013 w\u00e4ren hingegen \u00a0fatal gewesen, sowohl f\u00fcr die Krisenl\u00e4nder selbst als auch f\u00fcr die Eurozone als Ganzes.<\/em><\/p>\n<p>Und nun, Hans-Werner Sinn?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Marcel Fratzscher, Philipp K\u00f6nig und Claudia Lambert vom DIW haben eine sehr interessante Analyse zu den Target-Salden der EZB ver\u00f6ffentlicht, die dazu beitragen kann, die Debatte in Deutschland zu versachlichen. 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