{"id":7359,"date":"2014-05-08T15:17:20","date_gmt":"2014-05-08T13:17:20","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/?p=7359"},"modified":"2014-05-08T17:10:01","modified_gmt":"2014-05-08T15:10:01","slug":"draghis-klare-worte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/2014\/05\/08\/draghis-klare-worte_7359","title":{"rendered":"Draghis klare Worte"},"content":{"rendered":"<p>Das war ziemlich eindeutig: Der Zentralbankrat &#8222;f\u00fchlt sich wohl dabei, beim n\u00e4chsten Mal zu handeln&#8220;, sagte Mario Draghi bei der allmonatlichen <a href=\"http:\/\/www.ecb.europa.eu\/press\/pressconf\/2014\/html\/is140508.de.html\" target=\"_blank\">Pressekonferenz<\/a> in Br\u00fcssel. Wenn nicht etwas Au\u00dfergew\u00f6hnliches passiert, wird die Europ\u00e4ische Zentralbank (EZB) bei ihrer n\u00e4chsten Sitzung im Juni die Geldpolitik erneut lockern. Der Grund liegt auf der Hand: Die Inflationsrate in der Euro-Zone liegt deutlich unter dem Ziel der EZB und so schnell wird sie auch nicht wieder steigen. Das hat mit der schwachen Wirtschaft zu tun, aber auch mit der Aufwertung des Euro, die die Importe verbilligt. Angesichts der wegen Krimkrise und\u00a0 Turbulenzen in den Schwellenl\u00e4ndern wachsenden Risiken f\u00fcr Anleger im Rest der Welt bringen die Anleger ihr Geld wieder nach Europa, weshalb die W\u00e4hrung zulegt.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nDraghi zieht damit endlich die Konsequenzen aus der permanenten Zielverfehlung der Notenbank. So wie die EZB nie erlauben w\u00fcrde, dass die Preise zu schnell steigen, so darf sie auch nicht zulassen, dass sie zu langsam steigen.\u00a0 Wer sich Ziele gibt, muss diese auch einhalten \u2013 und gerade f\u00fcr die\u00a0 hochverschuldeten Staaten S\u00fcdeuropas ist eine zu niedrige Inflationsrate Gift, weil sie die Tragf\u00e4higkeit der Schulden gef\u00e4hrdet.\u00a0 Deshalb ist auch die jetzt besser laufende Konjunktur kein Argument gegen neue Aktionen der Zentralbank. Der Aufschwung ist noch sehr schwach und die volkswirtschaftlichen Kapazit\u00e4ten in der Euro-Zone sind noch lange nicht ausgelastet.<\/p>\n<p>Braucht Deutschland niedrigere Zinsen? Nein. Aber die EZB kann ihre Politik nicht allein an Deutschland ausrichten. Wenn hierzulande etwa die Immobilienpreise zu schnell steigen, dann muss eben die\u00a0 nationale Finanzaufsicht dagegen vorgehen und zum Beispiel die Banken zu mehr Vorsicht bei der Kreditvergabe dr\u00e4ngen. Die deutschen Sparer werden noch einige Zeit mit niedrigen Zinsen leben m\u00fcssen, aber es ist auch nicht die Aufgabe der EZB, den Sparern eine ordentliche Rendite zu garantieren.<\/p>\n<p>Und ohnehin gilt: Die Zinspolitik der Notenbank ist nur eine Determinante der f\u00fcr die Sparer wichtigen langfristigen Zinsen. Der Zins ist der Preis des Geldes. Er wird erst wieder steigen, wenn die Nachfrage nach Kapital f\u00fcr Investitionen das Angebot an Kapital der Sparer \u00fcbersteigt. Deshalb k\u00f6nnten niedrigere Zinsen heute \u2013 indem sie die Konjunktur stabilisieren \u2013 gerade die Grundlage f\u00fcr h\u00f6here Zinsen sp\u00e4ter legen.<\/p>\n<p>Die Frage ist: Was wird Draghi tun? Aus seinen j\u00fcngsten Aussagen l\u00e4sst sich der Schluss ziehen, dass die EZB auf gro\u00df angelegte Anleiheprogramme verzichten wird. Stattdessen wird sie wohl die Zinsen noch einmal senken \u2013 und m\u00f6glicherweise auch negative Einlagezinsen in Betracht ziehen. \u00d6konomisch gesehen kommt die EZB wahrscheinlich zu sp\u00e4t, politisch hat der Termin Charme: Die Europawahlen sind dann vorbei und in Deutschland kann niemand mit der Entscheidung Stimmung machen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das war ziemlich eindeutig: Der Zentralbankrat &#8222;f\u00fchlt sich wohl dabei, beim n\u00e4chsten Mal zu handeln&#8220;, sagte Mario Draghi bei der allmonatlichen Pressekonferenz in Br\u00fcssel. Wenn nicht etwas Au\u00dfergew\u00f6hnliches passiert, wird die Europ\u00e4ische Zentralbank (EZB) bei ihrer n\u00e4chsten Sitzung im Juni die Geldpolitik erneut lockern. 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