{"id":7713,"date":"2014-08-29T14:32:12","date_gmt":"2014-08-29T12:32:12","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/?p=7713"},"modified":"2014-08-29T15:34:57","modified_gmt":"2014-08-29T13:34:57","slug":"gabriels-optionen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/2014\/08\/29\/gabriels-optionen_7713","title":{"rendered":"Gabriels Optionen"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/2014\/08\/28\/der-wirtschaftsminister-plant-milliardengeschenk-fuer-versicherungen-und-banken_7698\">Fabian Lindner<\/a> hat gestern auf die Problematik der Pl\u00e4ne des Wirtschaftsministers zur Ankurbelung der Investitionen hingewiesen. Ich will mich noch einmal mit diesem Thema befassen. Zun\u00e4chst einmal ist Gabriels Diagnose ja richtig: Es gibt jede Menge anlagewilliges Kapital und trotzdem kaum Investitionen. Das ist allerdings kein <em>bug<\/em>, sondern ein <em>feature\u00a0<\/em>der gegenw\u00e4rtigen wirtschaftlichen Lage. Wir stecken in der Krise, weil nicht genug investiert wird \u2013 privat wie \u00f6ffentlich.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nDie Frage ist jetzt: Wie kommen wir da raus, wenn wir nicht einfach warten wollen, bis die Investitionen irgendwann von selbst vielleicht wieder anspringen.<\/p>\n<p>1. Der Staat kann die Steuern erh\u00f6hen, um damit die \u00f6ffentlichen Investitionen zu finanzieren. Damit lie\u00dfe sich das Problem der \u00f6ffentlichen Investitionen l\u00f6sen. Aber weil das budgetneutral w\u00e4re und unter Umst\u00e4nden nicht mehr gesamtwirtschaftliche Nachfrage geschaffen wird, m\u00f6glicherweise nicht das Problem der privaten Investitionen. Deshalb taugt diese Variante nur bedingt.<\/p>\n<p>2. Der Staat kann versuchen, Investitionen anzureizen. Das ist die Variante von Gabriel. Denkbar w\u00e4re zum Beispiel, dass \u00f6ffentliche Investitionen \u00fcber einen Fonds finanziert werden, der Anleihen ausgibt, die ganz oder zum Teil staatlich garantiert werden. Das wird aber immer mit einer Subvention des Finanzsektors einhergehen. Entweder die Anleihen werden voll garantiert, so dass sie aus Anlegersicht sich praktisch wie Staatsanleihen verhalten. Dann \u00fcbernimmt der Staat aber das Risiko (und auch haushaltsrechtlich w\u00e4re das wohl problematisch). Oder das Risiko verbleibt bei der Finanzindustrie, dann aber m\u00fcssten h\u00f6here Renditen geboten werden, denn offensichtlich ist ja in der Privatwirtschaft derzeit niemand bereit, von selbst ins Risiko zu gehen.<\/p>\n<p>3.\u00a0Der Staat k\u00f6nnte das \u00fcbersch\u00fcssige Geld einer produktiven Verwendung zuf\u00fchren, indem er es sich ausleiht und es selbst f\u00fcr Investitionen ausgibt. Das w\u00e4re finanztechnische die g\u00fcnstigste Variante, da Deutschland derzeit praktische keine Zinsen bezahlen muss, um sich zu verschulden. Es w\u00e4re sogar m\u00f6glich, ohne irgendwelche Regeln zu brechen, weil Deutschland laut Schuldenbremse und der Stabilit\u00e4tspakt noch Spielraum hat \u2013 in diese Richtung zielten ja auch die Bemerkungen von Mario Draghi zum<em> fiscal stance\u00a0<\/em>in seiner <a title=\"Unemployment in the euro area, speech by Mario Draghi\"  href=\"http:\/\/www.ecb.europa.eu\/press\/key\/date\/2014\/html\/sp140822.en.html\" target=\"_blank\">Rede in Jackson Hole<\/a>.<\/p>\n<p>Was folgt daraus? Dass Gabriel sich nicht an die Schuldenbremse und den Stabilit\u00e4tspakt herantraut, kann ich politisch nachvollziehen. Dass er aber nicht einmal den Spielraum ausnutzen will, den sie hergibt, halte sich f\u00fcr grundfalsch \u2013 und die SPD kann das eigentlich nicht hinnehmen.<\/p>\n<p>Abgesehen davon ist die Variante der Mobilisierung des privaten Kapitals meiner Ansicht nach \u2013 trotz der berechtigten Einw\u00e4nde von Fabian \u2013 als <em>second best<\/em> L\u00f6sung immer noch besser als gar nichts. Lieber eine neue Schule und dabei die Allianz (und damit \u00fcbrigens auch deren Kunden) ein wenig p\u00e4ppeln\u00a0als gar keine neue Schule. In einer idealen Welt br\u00e4uchten wir das alles nicht, weil wir unsinniges Zeug wie die Schuldenbremse nicht h\u00e4tten. Aber die Welt ist nicht ideal.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fabian Lindner hat gestern auf die Problematik der Pl\u00e4ne des Wirtschaftsministers zur Ankurbelung der Investitionen hingewiesen. Ich will mich noch einmal mit diesem Thema befassen. 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