{"id":967,"date":"2009-08-26T22:49:26","date_gmt":"2009-08-26T20:49:26","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/?p=967"},"modified":"2009-08-26T22:49:26","modified_gmt":"2009-08-26T20:49:26","slug":"unfahige-zentralbanker","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/2009\/08\/26\/unfahige-zentralbanker_967","title":{"rendered":"Unf\u00e4hige Zentralbanker"},"content":{"rendered":"<p>Bisher ist wenig dar\u00fcber diskutiert worden, welche Rolle die Notenbanken in der gegenw\u00e4rtigen Finanzkrise gespielt haben. Ihr Ziel, die Preise stabil zu halten, haben sie erreicht, sogar mehr als das, und als die Rezession einsetzte, haben sie die Zinsen gesenkt, vielleicht etwas sp\u00e4t, aber insgesamt f\u00fcr ihre Verh\u00e4ltnisse sehr mutig, bis in die N\u00e4he von Null, und sie haben die M\u00e4rkte mit Liquidit\u00e4t \u00fcberschwemmt. Wie ihr Mandat es verlangt, nutzen sie damit die Spielr\u00e4ume, die durch den R\u00fcckgang der Verbraucherpreise entstanden sind. Die geldpolitischen Rahmenbedingungen k\u00f6nnten f\u00fcr Verbraucher und Investoren g\u00fcnstiger nicht sein. Dass die Konjunktur jetzt wieder in Fahrt kommt, d\u00fcrfen sie sich auch auf ihre Fahnen schreiben. So weit, so gut. Daher werden sie auch kaum kritisiert. Gerade gestern hat der amerikanische Pr\u00e4sident angek\u00fcndigt, dass er dem Senat vorschlagen werde, die Amtszeit des Fed-Chefs Bernanke, der von seinem republikanischen Vorg\u00e4nger ernannt worden war, um vier Jahre zu verl\u00e4ngern. Barack Obama hat offenbar keine Zweifel an dessen F\u00e4higkeiten.<!--more--><\/p>\n<p>Es mag ja stimmen, dass die Notenbanken f\u00fcr die Konjunktur tun was sie k\u00f6nnen und vielleicht auch Erfolg damit haben, aber waren sie nicht auch mitverantwortlich f\u00fcr die tiefe Rezession, in der wir zur Zeit stecken? Was die USA angeht, waren Alan Greenspan und Ben Bernanke, die Chefs der Fed, sogar die Hauptverantwortlichen, zusammen mit ihren Vordenkern an den amerikanischen Universit\u00e4ten. Das sagt jedenfalls Andrew Smithers in seinem gerade erschienen Buch &#8222;<a href=\"http:\/\/eu.wiley.com\/WileyCDA\/WileyTitle\/productCd-0470750057.html\" target=\"_blank\">Wall Street Revalued &#8211; Imperfect Markets and Inept Central Bankers<\/a>&#8220; (Wiley, 2009). Smithers leitete fr\u00fcher das Asset Management-Gesch\u00e4ft von S G Warburg und hatte sich 1989 selbst\u00e4ndig gemacht. Seine Firma ber\u00e4t professionelle Anleger.  Auf der Home Page seiner Firma wird er ohne falsche Bescheidenheit als einer der global wichtigsten (&#8222;foremost&#8220;) \u00d6konomen vorgestellt. Trotzdem ist das Buch lesenswert. Alle Thesen sind empirisch gut belegt. (\u00dcbrigens hat gerade Stephen Roach von Morgan Stanley in der Financial Times mit &#8222;<a href=\"http:\/\/www.ft.com\/cms\/s\/0\/295195f4-91d9-11de-879d-00144feabdc0.html\" target=\"_blank\">The case against Bernanke<\/a>&#8220; in dieselbe Kerbe gehauen.)<\/p>\n<p>Die Zentralbanker h\u00e4tten die Dinge zu lange treiben lassen, sagt Smithers, weil sie zum Einen der Ansicht waren, dass die Efficient Market Theory (EMT) auch praktisch relevant sei, dass also die Preise von H\u00e4usern oder Aktien jederzeit ihrem wahren, fundamental gerechtfertigten Wert entsprechen, so dass es eigentlich gar keine Blasen geben k\u00f6nne, und zum Anderen, weil sie glaubten, \u00fcber die Instrumente zu verf\u00fcgen, mit denen sich Finanzkrisen beherrschen lassen. Das Erste hat sich als falsch herausgestellt, und ob es der jetzigen Geldpolitik tats\u00e4chlich gelingt, die Wirtschaft auf ihren fr\u00fcheren Wachstumspfad zur\u00fcckzuf\u00fchren, ist keineswegs sicher. Aus Angst vor einer Rezession, also steigender Arbeitslosigkeit, h\u00e4tte die Fed zugelassen, dass sich in den USA &#8211; und wegen deren gro\u00dfem Gewicht auch im Rest der Welt &#8211; gewaltige Blasen auf den M\u00e4rkten f\u00fcr Aktien, Immobilien und nicht-staatlichen Anleihen (&#8222;credit&#8220;) bildeten, deren Platzen zu gro\u00dfen Verm\u00f6gensverlusten und einer \u00dcberschuldung von Haushalten und Unternehmen f\u00fchrte, was wiederum die gef\u00e4hrlichste Wirtschaftskrise seit den drei\u00dfiger Jahren ausl\u00f6ste.<\/p>\n<p>Smithers vergisst zu erw\u00e4hnen, dass es auch auf den Rohstoffm\u00e4rkten dicke Blasen gegeben hatte: Bis zum Sommer 2008 hatte die Preishausse in allen L\u00e4ndern, die Nettoimporteure von Rohstoffen sind, zu einem starken Anstieg der Verbraucherpreise gef\u00fchrt. Das hatte beispielsweise die EZB noch im Juli 2008 veranlasst, die Zinsen anzuheben. Zusammen mit dem Verlust an Kaufkraft durch die importierte Inflation war dies zumindest in Euroland einer der Ausl\u00f6ser des Konjunktureinbruchs.<\/p>\n<p>Das Buch enth\u00e4lt zwei Hauptthesen: Erstens, der Grund f\u00fcr unsere heutigen Probleme war die Inkompetenz der Notenbanker. Sie waren (sind?) auf einem Auge blind. Die Fed habe viel zu lange eine \u00fcberm\u00e4\u00dfige Expansion der Liquidit\u00e4t zugelassen. Wenn zuviel Geld in Umlauf gesetzt wird, schl\u00e4gt sich das entweder in steigenden Verbraucherpreisen oder in steigenden Preisen f\u00fcr Aktien, Immobilien oder Unternehmensanleihen nieder. Fatalerweise habe sich die Fed nur darauf konzentriert, wie sich die Kosten f\u00fcr die Lebenshaltung entwickelten &#8211; wo es wenig Anlass zur Sorge und damit zum Gegensteuern gab. Die zweite These: Verm\u00f6gensblasen lassen sich nicht nur identifizieren, es l\u00e4sst sich auch berechnen, wie gro\u00df und wie nahe am Platzen sie jeweils sind. Smithers braucht sich nicht vorwerfen zu lassen, dass man im nachhinein immer kl\u00fcger ist und seine Kritik daher unfair sei; er hatte schon fr\u00fchzeitig die Dotcom-Blase identifiziert und vor ihren Gefahren gewarnt.<\/p>\n<p>Zur Bewertung der Aktienm\u00e4rkte verwendet Smithers zwei Statistiken: Die eine ist die sogenannte equity q-ratio, das Verh\u00e4ltnis des Marktwertes der Unternehmen (ohne Finanzsektor) zu ihrem Nettowert zu Wiederbeschaffungskosten, also eine Variante von Tobin&#8217;s q &#8211; je mehr der Wert von &#8222;q&#8220; nach oben von der historischen Norm abweicht, desto st\u00e4rker ist der Markt \u00fcberbewertet.<\/p>\n<p>Bei der anderen handelt es sich um die &#8222;CAPE&#8220;, die &#8222;cyclically adjusted price to earnings ratio&#8220;, die im Jahr 2000 durch Robert Shillers Buch &#8222;<a href=\"http:\/\/www.irrationalexuberance.com\/\" target=\"_blank\">Irrational Exuberance<\/a>&#8220; popul\u00e4r wurde. CAPE teilt den aktuellen Marktwert der Unternehmen, die in Indices wie dem S&#038;P 500 oder dem Dax enthalten sind, durch die durchschnittlichen Gewinne pro Aktie in den vergangenen zehn Jahren, hochgerechnet auf den heutigen Zeitpunkt mit der inzwischen eingetretenen Geldentwertung. Das so ermittelte Kurs-Gewinn-Verh\u00e4ltnis (KGV) wird mit seinem langfristigen Durchschnittswert verglichen &#8211; je mehr es von diesem nach oben abweicht, desto eher d\u00fcrfte es sich um eine Blase handeln.<\/p>\n<p>Smithers unterscheidet zwischen Preis und Wert, also zwischen Marktkursen und &#8222;fairen&#8220; Kursen, die er mit Hilfe der beiden Methoden berechnet. Die M\u00e4rkte tendieren dazu, um diese fairen Werte zu schwanken. Er gibt zu, dass Abweichungen nicht selten \u00fcber sehr lange Perioden hinweg fortbestehen k\u00f6nnen. Wenn die Hausse-Signale aber sowohl eindeutig als auch stark sind, kommt es in der Folge stets zu Kurseinbr\u00fcchen &#8211; in den USA in den Jahren 1929, 1936, 1968 und 2000 (die folgende Grafik zeigt die aktuellen Werte der KGVs von Robert Shiller). Im Jahr 2007, als es beim S&#038;P 500 einen \u00e4hnlichen Spitzenwert gab wie im Jahr 2000 (jeweils \u00fcber 1500 Punkte), waren die Aktien zwar teuer, aber nicht so extrem wie damals: In der Zwischenzeit hatte sich n\u00e4mlich der Realwert des Kapitals durch einbehaltene Gewinne kr\u00e4ftig erh\u00f6ht; zudem war das Preisniveau in diesen sieben Jahren um 20,4 Prozent gestiegen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/files\/2009\/08\/shiller_pe_ratio_1900-0908.gif\" alt=\"Shiller - Price-earnings ratio\" title=\"Shiller - Price-earnings ratio\" \/><\/p>\n<p>Uwe Richter kommt in der folgenden Graphik zu einem \u00e4hnlichen Ergebnis. Er setzt den Dax und den S&#038;P 500 ins Verh\u00e4ltnis zu dem jeweiligen nominalen Sozialprodukt. Hier liegt die Vorstellung zugrunde, dass ein Aktienindex nicht lange deutlich rascher steigen kann als der Output der Volkswirtschaft. Das Schaubild zeigt, erstens, dass die Aktienkurse in Deutschland in den Jahren 2000 und 2007 fast zwangsl\u00e4ufig einbrechen mussten, und dass, zweitens, wie bei Smithers, der amerikanische Markt 2007 nicht so \u00fcberbewertet war wie im Jahr 2000.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/files\/2009\/08\/dax_sp500_bip.gif\" alt=\"Aktienkurse und Bruttoinlandsprodukt\" title=\"Aktienkurse und Bruttoinlandsprodukt\" \/><\/p>\n<p>Was die Blasen an den Immobilienm\u00e4rkten angeht, m\u00fcssen sie sich nicht im Gleichschritt mit den Aktienkursen entwickeln. W\u00e4hrend es in Japan in den achtziger Jahren auf beiden M\u00e4rkten simultan zu Blasen gekommen war &#8211; \u00fcbrigens ebenfalls bei sehr niedriger und daher nicht besorgniserregender Inflation der Verbraucherpreise -, waren es in den USA erst die Aktien, dann die H\u00e4userpreise. Smithers macht die zweite Runde der &#8222;follies (der Torheiten) of the Federal Reserve&#8220;, also die expansive Politik nach dem Platzen der Dotcom-Blase und der leichten Rezession von 2001, f\u00fcr die Exzesse an den amerikanischen Immobilienm\u00e4rkten verantwortlich. Auch die geringe Risikoscheu der Anleger, die sich in rekordniedrigen Risikoaufschl\u00e4gen bei Unternehmensanleihen niederschlug, f\u00fchrt er auf diese &#8222;follies&#8220; zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Wie misst Smithers \u00dcbertreibungen bei Hauspreisen? Wann kommt es da zu Blasen? Anders als bei der Bewertung von Aktienm\u00e4rkten mit der equity q-ratio sind die Wiederbeschaffungskosten, also die Baukosten, kein guter Gradmesser f\u00fcr den &#8222;wahren&#8220; Wert von H\u00e4usern, weil die Kosten des Grundst\u00fccks einen so gro\u00dfen Anteil am Gesamtpreis einer Immobilie haben. Der Standardansatz in der \u00f6konomischen Literatur, den auch Smithers verfolgt, ist an der Erschwinglichkeit von Immobilien ausgerichtet. W\u00e4hrend Aktienkurse auf lange Sicht um ihren fairen Wert schwanken, sind Hauspreise langfristig an das verf\u00fcgbare Einkommen der Haushalte gekoppelt. Auf kurze Sicht werden sie nat\u00fcrlich oft auch von Erwartungen \u00fcber die k\u00fcnftigen Hauspreise getrieben, was zur Blasenbildung f\u00fchren kann. Ergebnis: Wenn H\u00e4user im Vergleich zum Einkommen der K\u00e4ufer sehr teuer sind, ist einer Korrektur umso wahrscheinlicher, je gr\u00f6\u00dfer die Diskrepanz wird.<\/p>\n<p>Angenommen nun, eine Notenbank h\u00e4tte eine Blase identifiziert, was sollte sie dagegen tun? Smithers pl\u00e4diert f\u00fcr ein &#8222;leaning against the wind&#8220;, <a href=\"https:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/2009\/07\/16\/ahnungslose-okonomen_909\">wie es die Bank f\u00fcr internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) seit langem vorgeschlagen hat<\/a>. Sie sollte also bereit sein, im Interesse der langfristigen Stabilit\u00e4t eine Rezession einzuleiten, indem sie, auch wenn die Verbraucherpreise aktuell stabil sein sollten, die Zinsen erh\u00f6ht. Besser eine milde Rezession hinnehmen als sich jahrelang mit den unkontrollierbaren Folgen platzender Blasen und eines endlosen Entschuldungsprozesses (&#8222;Deleveraging&#8220;) herumzuschlagen, in dessen Verlauf sich das Wachstum des Produktionspotentials und damit des allgemeinen Wohlstands deutlich vermindern kann, so wie wir es in Japan erlebt haben, und wie es in den USA wieder geschehen k\u00f6nnte. Vorbeugen ist besser als heilen, lautet Smithers&#8216; Devise.<\/p>\n<p>Aber das ist leichter gesagt als getan. Nicht nur, dass es von politischer Seite einen Aufschrei g\u00e4be, wenn die Notenbank bewusst eine Rezession und damit Arbeitslosigkeit herbeif\u00fchren w\u00fcrde, auch die Banken, die bislang zumindest vor allem an kurzfristigen Gewinnen interessiert sind, d\u00fcrften Sturm laufen. Warum wohl hat nie jemand auf die BIZ geh\u00f6rt? Die Notenbanken br\u00e4uchten auf alle F\u00e4lle ein neues Mandat, wenn sie wirkungsvoll auf Assetpreise reagieren sollen. Wer gibt ihnen das?<\/p>\n<p>Alternativ, oder zus\u00e4tzlich, k\u00f6nnte man den Notenbanken neben der Zinsschraube ein zweites Instrument in die Hand geben. Verm\u00f6gensblasen k\u00f6nnten sie durch eine antizyklische Variation der Eigenkapitalquoten bek\u00e4mpfen &#8211; die Zinspolitik w\u00e4re wie bisher f\u00fcr die Stabilit\u00e4t der Verbraucherpreise zust\u00e4ndig, die Eigenkapitalpolitik f\u00fcr die Assetpreise. Smithers bezieht sich dabei auf den <a href=\"http:\/\/www.voxeu.org\/reports\/Geneva11.pdf\" target=\"_blank\">Geneva Report on the World Economy Nr. 11<\/a>, der im Januar von Markus Brunnermeier, Andrew Crocket u.a ver\u00f6ffentlicht wurde.<\/p>\n<p>So sollte es nat\u00fcrlich sein: f\u00fcr jedes Ziel ein separates Politikinstrument. Ich frage mich allerdings, ob es nicht auch eine separate Institution geben sollte, schon wegen der Interessenkonflikte zwischen Geldwertstabilit\u00e4t und w\u00fcnschenswerten Assetpreis-Niveaus. Au\u00dferdem: W\u00e4hrend der erforderliche Gesetzgebungsprozess in den USA schon schwierig genug sein d\u00fcrfte, sind die politischen H\u00fcrden im Euroland noch einmal ein St\u00fcck h\u00f6her &#8211; wir brauchten einen Maastrichtvertrag 2. Die Sache ist allerdings so dringend nicht, da das Kind ja schon in den Brunnen gefallen ist und die Gefahr neuer Blasen erst einmal gering ist. Besser eine handwerklich saubere neue wirtschaftspolitische Struktur als aus der H\u00fcfte geschossen. Vorl\u00e4ufig reichen nationale L\u00f6sungen, <a href=\"http:\/\/www.bde.es\/webbde\/Secciones\/Publicaciones\/PublicacionesSeriadas\/DocumentosTrabajo\/00\/Fic\/dt0018e.pdf\" target=\"_blank\">etwa nach dem Vorbild Spaniens<\/a>.<\/p>\n<p>Ein Problem, das aus meiner Sicht nicht leicht zu l\u00f6sen ist, besteht darin, dass der Besitz von Aktien f\u00fcr die Haushalte in manchen L\u00e4ndern keine Rolle spielt, der von Immobilien und Unternehmensanleihen dagegen sehr wohl. Eine Zentralbank wie die EZB  &#8211; oder auch eine neue Institution &#8211; m\u00fcsste eine aggregierte Statistik entwickeln, in der die Signale der M\u00e4rkte f\u00fcr Aktien, Immobilien und Anleihen nach ihrer Bedeutung gewichtet Eingang finden, so etwas wie einen &#8222;<a href=\"http:\/\/www.bundesbank.de\/download\/volkswirtschaft\/mba\/1999\/199904mba_taylorzins.pdf\" target=\"_blank\">monetary conditions index<\/a>&#8220; f\u00fcr die Assetm\u00e4rkte.<\/p>\n<p>Was die Sache in der W\u00e4hrungsunion zus\u00e4tzlich erschwert, sind die dramatisch auseinanderlaufenden Immobilienpreise. Wie die folgende Graphik zeigt, gab es in Spanien und Frankreich eine Hausse, in Deutschland dagegen eine leichte Deflation. Bisher bewegen sich die Aktienm\u00e4rkte sehr synchron, die Wohnungsm\u00e4rkte jedoch nicht im geringsten.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/files\/2009\/08\/house_prices_de_f_es_1999-2008.gif\" alt=\"Hauspreise in Euroland - DE, F, ES\" title=\"Hauspreise in Euroland - DE, F, ES\" \/><\/p>\n<p>Per Saldo gab es vermutlich im Euroland keine Immobilienblase, gegen die etwas h\u00e4tte getan werden m\u00fcssen. Ich vermute, dass es dieses Problem in einigen Jahren allerdings nicht mehr geben wird. Was in den fr\u00fcheren Weichw\u00e4hrungsl\u00e4ndern des Club Med zu beobachten war, d\u00fcrfte vor allem eine strukturelle Anpassung an den deutlichen R\u00fcckgang der realen Hypothekenzinsen seit der Einf\u00fchrung des Euro gewesen sein. Von nun an wird es auch bei den Hauspreisen einen mehr oder minder ausgepr\u00e4gten Gleichschritt geben.<\/p>\n<p>Aber ich bin abgeschweift. \u00dcber diese Aspekte l\u00e4sst sich Smithers, der ein gesundes amerikazentristisches (gibt es das Wort?) Weltbild hat, nat\u00fcrlich nicht aus. Was bleibt nach der Lekt\u00fcre seines Buches als Erkenntnis? Es gibt immer wieder Assetpreis-Blasen, sie lassen sich identifizieren, und man kann verhindern, dass sie so gro\u00df werden. Und: Wir brauchen mindestens ein neues Politikinstrument. Die Diskussion hat gerade erst begonnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bisher ist wenig dar\u00fcber diskutiert worden, welche Rolle die Notenbanken in der gegenw\u00e4rtigen Finanzkrise gespielt haben. Ihr Ziel, die Preise stabil zu halten, haben sie erreicht, sogar mehr als das, und als die Rezession einsetzte, haben sie die Zinsen gesenkt, vielleicht etwas sp\u00e4t, aber insgesamt f\u00fcr ihre Verh\u00e4ltnisse sehr mutig, bis in die N\u00e4he von [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":61,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[],"class_list":["post-967","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-die-globale-makro-debatte"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v21.0 - https:\/\/yoast.com\/wordpress\/plugins\/seo\/ -->\n<title>Unf\u00e4hige Zentralbanker - Herdentrieb<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/2009\/08\/26\/unfahige-zentralbanker_967\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Unf\u00e4hige Zentralbanker - Herdentrieb\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Bisher ist wenig dar\u00fcber diskutiert worden, welche Rolle die Notenbanken in der gegenw\u00e4rtigen Finanzkrise gespielt haben. Ihr Ziel, die Preise stabil zu halten, haben sie erreicht, sogar mehr als das, und als die Rezession einsetzte, haben sie die Zinsen gesenkt, vielleicht etwas sp\u00e4t, aber insgesamt f\u00fcr ihre Verh\u00e4ltnisse sehr mutig, bis in die N\u00e4he von [&hellip;]\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/2009\/08\/26\/unfahige-zentralbanker_967\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"Herdentrieb\" \/>\n<meta property=\"article:published_time\" content=\"2009-08-26T20:49:26+00:00\" \/>\n<meta property=\"og:image\" content=\"https:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/files\/2009\/08\/shiller_pe_ratio_1900-0908.gif\" \/>\n<meta name=\"author\" content=\"Dieter Wermuth\" \/>\n<meta name=\"twitter:card\" content=\"summary_large_image\" \/>\n<meta name=\"twitter:creator\" content=\"@zeitonline\" \/>\n<meta name=\"twitter:site\" content=\"@zeitonline\" \/>\n<meta name=\"twitter:label1\" content=\"Geschrieben von\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data1\" content=\"Dieter Wermuth\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:label2\" content=\"Gesch\u00e4tzte Lesezeit\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data2\" content=\"10\u00a0Minuten\" \/>\n<script type=\"application\/ld+json\" class=\"yoast-schema-graph\">{\"@context\":\"https:\/\/schema.org\",\"@graph\":[{\"@type\":\"WebPage\",\"@id\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/2009\/08\/26\/unfahige-zentralbanker_967\",\"url\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/2009\/08\/26\/unfahige-zentralbanker_967\",\"name\":\"Unf\u00e4hige Zentralbanker - Herdentrieb\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/#website\"},\"datePublished\":\"2009-08-26T20:49:26+00:00\",\"dateModified\":\"2009-08-26T20:49:26+00:00\",\"author\":{\"@id\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/#\/schema\/person\/cded255e8a7893fa16565de10e59b891\"},\"breadcrumb\":{\"@id\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/2009\/08\/26\/unfahige-zentralbanker_967#breadcrumb\"},\"inLanguage\":\"de\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"ReadAction\",\"target\":[\"https:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/2009\/08\/26\/unfahige-zentralbanker_967\"]}]},{\"@type\":\"BreadcrumbList\",\"@id\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/2009\/08\/26\/unfahige-zentralbanker_967#breadcrumb\",\"itemListElement\":[{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":1,\"name\":\"Startseite\",\"item\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":2,\"name\":\"Unf\u00e4hige Zentralbanker\"}]},{\"@type\":\"WebSite\",\"@id\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/#website\",\"url\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/\",\"name\":\"Herdentrieb\",\"description\":\"So funktioniert Kapitalismus. Ein Blog\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"SearchAction\",\"target\":{\"@type\":\"EntryPoint\",\"urlTemplate\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/?s={search_term_string}\"},\"query-input\":\"required name=search_term_string\"}],\"inLanguage\":\"de\"},{\"@type\":\"Person\",\"@id\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/#\/schema\/person\/cded255e8a7893fa16565de10e59b891\",\"name\":\"Dieter Wermuth\",\"image\":{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"de\",\"@id\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/#\/schema\/person\/image\/\",\"url\":\"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/17b936dcdfff00d08ede21a6c8044f16e55bc8832ed4a15d30fdb3dcfd0adec3?s=96&d=mm&r=g\",\"contentUrl\":\"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/17b936dcdfff00d08ede21a6c8044f16e55bc8832ed4a15d30fdb3dcfd0adec3?s=96&d=mm&r=g\",\"caption\":\"Dieter Wermuth\"},\"url\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/author\/dieter-wermuth\"}]}<\/script>\n<!-- \/ Yoast SEO plugin. -->","yoast_head_json":{"title":"Unf\u00e4hige Zentralbanker - Herdentrieb","robots":{"index":"index","follow":"follow","max-snippet":"max-snippet:-1","max-image-preview":"max-image-preview:large","max-video-preview":"max-video-preview:-1"},"canonical":"https:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/2009\/08\/26\/unfahige-zentralbanker_967","og_locale":"de_DE","og_type":"article","og_title":"Unf\u00e4hige Zentralbanker - Herdentrieb","og_description":"Bisher ist wenig dar\u00fcber diskutiert worden, welche Rolle die Notenbanken in der gegenw\u00e4rtigen Finanzkrise gespielt haben. Ihr Ziel, die Preise stabil zu halten, haben sie erreicht, sogar mehr als das, und als die Rezession einsetzte, haben sie die Zinsen gesenkt, vielleicht etwas sp\u00e4t, aber insgesamt f\u00fcr ihre Verh\u00e4ltnisse sehr mutig, bis in die N\u00e4he von [&hellip;]","og_url":"https:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/2009\/08\/26\/unfahige-zentralbanker_967","og_site_name":"Herdentrieb","article_published_time":"2009-08-26T20:49:26+00:00","og_image":[{"url":"https:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/files\/2009\/08\/shiller_pe_ratio_1900-0908.gif"}],"author":"Dieter Wermuth","twitter_card":"summary_large_image","twitter_creator":"@zeitonline","twitter_site":"@zeitonline","twitter_misc":{"Geschrieben von":"Dieter Wermuth","Gesch\u00e4tzte Lesezeit":"10\u00a0Minuten"},"schema":{"@context":"https:\/\/schema.org","@graph":[{"@type":"WebPage","@id":"https:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/2009\/08\/26\/unfahige-zentralbanker_967","url":"https:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/2009\/08\/26\/unfahige-zentralbanker_967","name":"Unf\u00e4hige Zentralbanker - Herdentrieb","isPartOf":{"@id":"https:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/#website"},"datePublished":"2009-08-26T20:49:26+00:00","dateModified":"2009-08-26T20:49:26+00:00","author":{"@id":"https:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/#\/schema\/person\/cded255e8a7893fa16565de10e59b891"},"breadcrumb":{"@id":"https:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/2009\/08\/26\/unfahige-zentralbanker_967#breadcrumb"},"inLanguage":"de","potentialAction":[{"@type":"ReadAction","target":["https:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/2009\/08\/26\/unfahige-zentralbanker_967"]}]},{"@type":"BreadcrumbList","@id":"https:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/2009\/08\/26\/unfahige-zentralbanker_967#breadcrumb","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Startseite","item":"https:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb"},{"@type":"ListItem","position":2,"name":"Unf\u00e4hige Zentralbanker"}]},{"@type":"WebSite","@id":"https:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/#website","url":"https:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/","name":"Herdentrieb","description":"So funktioniert Kapitalismus. Ein Blog","potentialAction":[{"@type":"SearchAction","target":{"@type":"EntryPoint","urlTemplate":"https:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/?s={search_term_string}"},"query-input":"required name=search_term_string"}],"inLanguage":"de"},{"@type":"Person","@id":"https:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/#\/schema\/person\/cded255e8a7893fa16565de10e59b891","name":"Dieter Wermuth","image":{"@type":"ImageObject","inLanguage":"de","@id":"https:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/#\/schema\/person\/image\/","url":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/17b936dcdfff00d08ede21a6c8044f16e55bc8832ed4a15d30fdb3dcfd0adec3?s=96&d=mm&r=g","contentUrl":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/17b936dcdfff00d08ede21a6c8044f16e55bc8832ed4a15d30fdb3dcfd0adec3?s=96&d=mm&r=g","caption":"Dieter Wermuth"},"url":"https:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/author\/dieter-wermuth"}]}},"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/967","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/wp-json\/wp\/v2\/users\/61"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=967"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/967\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=967"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=967"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.zeit.de\/herdentrieb\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=967"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}