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Anders Breivik, Multikulturalist

 

Interessantes Stück von Brendan O’Neill in Novo, das Motive enthält, die ich hier auch schon einmal angeschlagen hatte (und auch hier, unter dem Aspekt „Multikulti von rechts“):

Die dunkle Ironie hinter den von Anders Behring Breiviks im Gerichtssaal vorgetragenen Tiraden gegen den Multikulturalismus ist, dass seine eigene Weltauffassung ebenfalls mit dieser spalterischen Ideologie durchsetzt ist. (…) enthüllt sowohl sein Aufruf, „seine Kultur“ [2] zu respektieren als auch die paranoide Überzeugung, „seine Kultur“ sei von gefühllosen Funktionären und dem ungehobelten Pöbel bedroht, dass er selbst dieser multikulturellen Perspektive anhängt. Die Selbstwahrnehmung als Angehöriger einer bedrohten Kultur, sein widerliches Selbstmitleid, seine Paranoia darüber, dass seine Traditionen von anderen mit Füßen getreten werden: All diese hanebüchenen Ideen entspringen letztlich der Ideologie des Multikulturalismus.
(…) Diese Besessenheit mit der eigenen kulturellen Identität und der Wunsch, einen Schutzschild um sie herum zu errichten, so dass sie bloß nicht von externen Kräften bedroht wird, ist reiner, unverfälschter Multikulturalismus. Es ist das gleiche Denken, das auch die moderne multikulturelle Maschinerie und deren Protagonisten motiviert, Respekt gegenüber verschiedenen „Identitäten“ durchzusetzen.
Breivik ist eindeutig durch Identitätspolitik und nicht durch altmodische religiöse Überzeugungen motiviert. (…) Grundlegend für seine Besessenheit ist die Idee einer immanenten „Identität“ mit festen kulturellen Merkmalen, wie man sie auch von Mainstream-Multikulturalisten kennt. Auch hier findet sich eine „Identitätsideologie“, nämlich die Überzeugung, jeden Menschen in vorgefertigte und nie veränderbare kulturelle Schubladen quetschten zu können – Weiß, Moslem, Schwarz – und das jede dieser Schubladen vor Spott und Respektlosigkeit geschützt werden müsse.
Eine andere Sache, die Breivik mit den Multikulturalisten teilt, ist ein mächtiges Gefühl kultureller Paranoia: Er glaubt, „seine Kultur“ befinde sich in einem Belagerungszustand. Normalerweise kämen nur Multikulturalisten auf die Idee, dass Minderheitskulturen, wie z.B. die islamische, durch Wellen von Islamophobie und allgemeiner Ignoranz bedroht seien. Für Breivik hingegen ist es die Mehrheitskultur – die weiße christliche Identität – die diesmal durch die „islamische Kolonisierung Europas“ und auch wieder durch die Ignoranz der breiten Öffentlichkeit bedroht sei [6] (die Durchschnittsbürger werden seiner Meinung nach durch die Medien in die Irre geführt). Dies sind zwei verschiedene Versionen der gleichen kulturellen Panik, die durch die multikulturelle Perspektive befördert werden. Tatsächlich ist es bemerkenswert, wie viel Breivik mit den von ihm so verachteten Islamisten gemein hat. Wo Islamisten, auch unter dem Einfluss des Multikulturalismus, behaupten, ihre kulturelle Identität sei durch „Neue Kreuzzüge“ des Westens gegen den Islam bedroht, sieht auch Breivik seine kulturelle Identität durch Kreuzzüge aus der entgegengesetzten Himmelsrichtung bedroht – durch die von Osten kommende „Islamisierung“. So werden beide Gruppen gleichermaßen völlig paranoid gemacht, indem sie ermutigt werden, ein obsessives Verhältnis zu ihren angeblich fragilen Identitäten zu entwickeln.
Breivik ist nicht der unerbittliche Feind des Multikulturalismus, als den er sich selbst gerne darstellt, er ist vielmehr dessen Produkt. Er ist ein monströses Geschöpf des Multikulturalismus. (…)


1.859 Kommentare

  1.   Bredowo

    „In Anbetracht der Tatsache, dass das gesamte deutsche Establishment: Politik, Wissenschaft, Medien, Justiz und jetzt auch die Kirche mit dem Islam sympathisiert und kollaboriert und dazu übergegangen ist, im Sinne des Islam massiv an der sukzessiven Abschaffung des deutschen Grundgesetzes zu arbeiten, in Anbetracht ebenfalls der verfassungswidrigen Ent-Ethnisierung der deutschen Bevölkerung gegen zuvor ergangene höchstrichterliche Beschlüsse, gegen den ausdrücklichen Willen unserer Verfassung und gegen den Willen des absoluten Großteils der Bevölkerung, halte ich daher die Zeit für gekommen, die Inkraftsetzung und schonungslose Anwendung des Widerstandsrechts (und der Widerstandspflicht) aller Deutschen gemäß Artikel 20 Abs.4 des GG auszurufen!

    Gemäß den Statuten dieses Widerstandsrechts darf und muss sich das deutsche Volk gegen ALLE Kräfte erheben, die im Begriff sind, die deutsche Verfassung abzuschaffen – was politische Parteien, Kommunal-, Landesregierungen und Bundesregierung – aber auch Medien und sonstige wichtigen Multiplikatoren veröffentlichter Meinung miteinbezieht, die dies unterstützen. Das Widerstandsrecht erlaubt diesen Kampf ausdrücklich mit allen Mitteln, auch bewaffnet und unter Bedingungen eines Bürgerkriegs, wenn sonstige Maßnahmen nicht gefruchtet haben.

    Bürger Deutschlands! Polizeien Deutschlands! Soldaten und Offiziere Deutschlands! Erhebt euch! Verteidigt eure, verteidigt unser aller Freiheit! Verteidigt den Fortbestand unseres freiheitlichen Grundgesetzes gegen seine Feinde, die aus den Reihen ALLER politischen Parteien und den Redaktionen der meisten deutschen Medien kommen! Und verteidigt sie ebenso gegen die Feinde aus den Reihen jener islamischen Einwanderer, die unser Land zu einem islamischen Land machen und hier die barbarisch-vorsteinzeitliche Scharia einführen wollen.

    Vertreibt das herrschende Establishment aus seinen Ämtern und Schreibstuben und stellt die Verantwortlichen vor ein Gericht! Wie 1933 hat dieses Establishment schon wieder versagt! Organisiert Euch! Erhebt euch von euren Sofas! Geht auf die Straßen! Greift zu den Waffen, wenn es keine anderen Mittel gibt! Für uns, für unsere Kinder, für unsere Geschichte! Es lebe die Freiheit!“

    Soweit Michael Mannheimer

    Wäre es nicht die Aufgabe des Staates, seine Verfassung zu verteidigen?
    Hat nicht kürzlich Constantin Schreiber von proppenvollen Moscheen berichtet in denen eine deutsche Verfassung bestenfalls den Status ‚Klotz am Bein‘ hat?
    In westdeutschen Großstädten beträgt die Migrantenquote, zumeist muslimisch, 50+ % . Die Beispiele England und Frankreich bieten keinen hoffnungsvollen Ausblick für die Zukunft der pluralistischen Gesellschaft. Dass das Erbe der Aufklärung verramscht wird, wird über kurz oder lang auch mit der auf dem Papier noch gültigen Verfassung kollidieren.
    Die Frage ab wann ein Widerstandsrecht gilt, ist tabu und soll es bleiben?

  2.   hannes martschin

    Breivik hat sich diese Art von Medienpräsenz einfach nicht verdient!
    http://www.ots-blog.at/dos-and-donts/wer-bezahlte-breiviks-werbewert-millionen/

  3.   Dr. Fred Edison

    ! Tymoshenko ‚agrees to resume treatment‘ !

    Die süße Gasprinzessin möchte ihre Behandlung fortsetzen.
    Hoffentlich wird sie bald gesund.

    http://www.google.com/hostednews/afp/article/ALeqM5h5CAOgW6F0ptppmaY5CKjf-5veNQ?docId=CNG.588169cc45fa8f9c32473f938822fa54.771

  4.   MRX

    @ SB

    Es soll aber niemand behaupten, das ginge nicht.

  5.   Serious Black

    @ MR

    Die massive Kronenabwertung verlieh der Exportindustrie Flügel, die auch vom allgemeinen Aufschwung der wichtigsten Handelspartner profitierte.

    Das wird Griechenland kaum helfen. Eine so nachhaltige und tiefgreifende Strukturreform scheint derzeit weder durchsetzbar, noch vom Volk gewollt.

  6.   Keine Abbitte

    @ NN

    Im Gegensatz zu den stolzen Griechen. Die drohen damit, sich von der Brücke zu stürzen, wenn sie vom Rest Europas nicht deutlich mehr als Hartz4 bekommen.

    Schlechtmensch! Rechtspopulist!

    Du machst dich, wenn man überlegt, dass du den Euro nocht vor Jahresfrist für eine gute Idee gehalten hast.

  7.   Publicola

    #1844, #1845 – Sandmonkey wusste schon in der Tat, warum er auf die Frage nach einer Präsidentschaftswahlempfehlung in Ägypten mit dem Douglas-Adams-Gleichnis von den „Lizards“ reagierte:

    A lot of people ask me for advice on whom to vote for in the Presidential elections, since they can’t seem to make up their mind regarding the choices that are presented to us (Morsy, Abulfotouh, Moussa, etc..). Unfortunately, I can’t articulate my opinion on the whole matter better than the way Douglas Adam did in his saga the Hitchhiker’s guide To the Galaxy trilogy of five, regarding the Lizard parable…. – … zum Weiterlesen: http://www.sandmonkey.org/2012/05/07/the-lizard-parable/

 

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