{"id":1361,"date":"2008-10-14T18:42:39","date_gmt":"2008-10-14T16:42:39","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.zeit.de\/joerglau\/?p=1361"},"modified":"2008-10-14T18:42:39","modified_gmt":"2008-10-14T16:42:39","slug":"die-politischen-kosten-der-krise","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zeit.de\/joerglau\/2008\/10\/14\/die-politischen-kosten-der-krise_1361","title":{"rendered":"Die politischen Kosten der Krise"},"content":{"rendered":"<p>W\u00e4hrend die Aktienm\u00e4rkte sich ein wenig von den schlechtesten Wochen seit Jahrzehnten erholen, beginnen die intellektuellen Aufr\u00e4umarbeiten.<br \/>\nDie politischen <a href=\"http:\/\/www.boston.com\/bostonglobe\/editorial_opinion\/editorials\/articles\/2008\/09\/26\/americas_loss_of_value\/\">Kosten der Finanzkrise<\/a> werden erst allm\u00e4hlich sichtbar.<br \/>\nVor wenigen Jahren noch hat man Investoren aus dem Nahen Osten aus Sicherheitsgr\u00fcnden von strategisch wichtigen Punkten verscheucht (siehe <a href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Dubai_Ports_World_controversy\">Dubai-Ports-Deal<\/a>).<br \/>\nHeute schaut man mit bangem Blick auf Fonds aus Nah- und Fernost und f\u00fcrchtet, dass sie sich weiter zur\u00fcckziehen k\u00f6nnten. Der Historiker <a href=\"http:\/\/www.time.com\/time\/business\/article\/0,8599,1846450-2,00.html\">Niall Ferguson<\/a> hat k\u00fcrzlich erl\u00e4utert, dass die Staatsfonds aus Asien und dem Nahen Osten eine Hoffnung f\u00fcr die Amerikaner sind. Man kann also schon ahnen, wie sich die Perspektive auf die nationale Sicherheit durch die Rezession ver\u00e4ndern wird.<br \/>\nDiejenigen, die den Boom finanziert haben, vor allem also die Chinesen, werden eines Tages ihre Schecks einl\u00f6sen. Werden wir eine starke westliche Position im Bezug auf Menschenrechte und Demokratie in China, Tibet etc. sehen? Ich glaube nicht.<br \/>\nDas Gleiche gilt f\u00fcr den Umgang mit Ru\u00dfland. Einem Land, bei dem Island um Knete anklingeln muss, damit ein Staatsbankrott vermieden werden kann, wird niemand sehr selbstbewu\u00dft entgegentreten. Die Nato-Erweiterung um Georgien und die Ukraine ist tot, egal was die offiziellen Verlautbarungen sagen.<br \/>\nAmerika und die Europ\u00e4er werden sich die laufenden Kriege noch weniger leisten k\u00f6nnen. Der Druck auf den R\u00fcckzug wird st\u00e4rker werden, jedes zus\u00e4tzliche Engagement wird schwerer zu begr\u00fcnden sein.<br \/>\nDer Westen &#8211; mit den USA vorneweg &#8211; wird sich zunehmend Hinweise auf seine Doppelmoral anh\u00f6ren m\u00fcssen: Als Lateinamerika und Asien in der Krise waren, hat man dien betroffenen L\u00e4ndern die bittere Medizin der Privatisierung von Staatsbetrieben, \u00d6ffnung der M\u00e4rkte und fiskalische Disziplin verschrieben. Nun, da der Westen betroffen ist, sind Verstaatlichung, Regulierung und astronomische Verschuldung pl\u00f6tzlich ok?<br \/>\nDas wird man uns noch ewig vorhalten. Die Zeit, da der Westen mit den von ihm gef\u00fchrten Institutionen bestimmen konnte, wie Krisen gesteuert werden, ist vorbei.<br \/>\nGlaubw\u00fcrdigkeit ist politischer Kredit. Auch der ist dahin.<br \/>\np.s. Hier ein <a href=\"http:\/\/www.huffingtonpost.com\/2008\/10\/13\/global-economic-crisis-li_n_134393.html\">interessantes St\u00fcck zum Weiterlesen<\/a>.<br \/>\n(Ich werde morgen hier in Harvard einen Vortrag zum Thema halten m\u00fcssen. Wenn ich damit nicht untergehe, stelle ich ihn sp\u00e4ter hier ein.)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>W\u00e4hrend die Aktienm\u00e4rkte sich ein wenig von den schlechtesten Wochen seit Jahrzehnten erholen, beginnen die intellektuellen Aufr\u00e4umarbeiten. Die politischen Kosten der Finanzkrise werden erst allm\u00e4hlich sichtbar. Vor wenigen Jahren noch hat man Investoren aus dem Nahen Osten aus Sicherheitsgr\u00fcnden von strategisch wichtigen Punkten verscheucht (siehe Dubai-Ports-Deal). 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