{"id":1791,"date":"2008-12-16T01:34:55","date_gmt":"2008-12-15T23:34:55","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.zeit.de\/joerglau\/?p=1791"},"modified":"2008-12-16T01:34:55","modified_gmt":"2008-12-15T23:34:55","slug":"ende-einer-dienstfahrt-zum-tod-von-horst-tappert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zeit.de\/joerglau\/2008\/12\/16\/ende-einer-dienstfahrt-zum-tod-von-horst-tappert_1791","title":{"rendered":"Ende einer Dienstfahrt &#8211; zum Tod von Horst Tappert"},"content":{"rendered":"<p><em>Ich kann es mir nicht verkneifen, zum Tod des Derrick-Darstellers hier ein St\u00fcck aus meiner ersten Zeit bei diesem Blatt wieder zu ver\u00f6ffentlichen. Es wurde geschrieben, um das Ende der legend\u00e4ren Serie v<a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/1998\/15\/derrick.txt.19980402.xml?page=all\">or 10 Jahren zu bedenken<\/a>. <\/em>Ausz\u00fcge:<\/p>\n<p>F\u00fcr unsereinen aus der Generation Golf &#8211; im steten Flackern der ersten erschwinglichen Farbfernseher herangewachsen (die so stolze Namen trugen wie Rubens, Goya und Rembrandt) &#8211; hat die Welt des Herbert Reinecker den Charakter einer unhintergehbaren Wirklichkeit: &#8222;Derrick&#8220; war immer schon da. Als &#8222;Der Kommissar&#8220; wiederholt wurde, nahmen wir verdutzt zur Kenntnis, da\u00df Assistent Harry Klein bereits ein Leben vor &#8222;Derrick&#8220; gef\u00fchrt hatte. Fritz Wepper hatte n\u00e4mlich auch schon dem Kommissar Keller als Hilfssheriff gedient, in jenen unvordenklichen Tagen des Schwarzwei\u00dffernsehens. Wer mit der deutschen Fernsehunterhaltung aufgewachsen ist, hat nolens volens eine starke Dosis Reinecker aufgesogen. Zum Lebenswerk des ewigen Quotenchampions geh\u00f6ren Meilensteine des kollektiven Ged\u00e4chtnisses wie die &#8222;Winnetou&#8220;-Serie und die Edgar-Wallace-Filme (&#8222;Der Hexer&#8220;). Jene Enth\u00fcllungsjournalisten, die Reinecker vor Jahren seine alten Propagandaschriften aus dem &#8222;Dritten Reich&#8220; (&#8222;Jugend in Waffen&#8220;, &#8222;Panzerm\u00e4nner an die Front!&#8220;) vorhielten, glaubten damit auch seine sp\u00e4teren Arbeiten f\u00fcr Kino und Fernsehen treffen zu k\u00f6nnen. Sie sind dem Irrtum erlegen, man k\u00f6nne diesem Autor irgendwelche zweifelhaften Kontinuit\u00e4ten nachweisen. Es ist aber gerade das eigenartig Cham\u00e4leonhafte seiner zweiten Karriere, das ihn so bemerkenswert macht. Sein Werk nach dem Krieg steht &#8211; vom sch\u00f6nf\u00e4rberischen Widerstandsdrama &#8222;Canaris&#8220; (1954) \u00fcber klamme Softpornos wie &#8222;Unter den D\u00e4chern von St. Pauli&#8220; (1969) bis zur Utopie des kollektiven Freizeitparks auf dem &#8222;Traumschiff&#8220; &#8211; ganz und gar im Zeichen des Abschieds vom jugendlichen Idealismus der &#8222;Pimpfenwelt&#8220; (1940), f\u00fcr die er einst getrommelt hatte. Reineckers Leben ist ein langer Abschied von der Hoffnung auf &#8222;Die gro\u00dfe Wandlung&#8220; (1938), die er als junger Mann propagiert hatte. Man kann zeigen, da\u00df sich die Erfindung Derricks in diese Absetzbewegung einf\u00fcgt.<\/p>\n<p>An Reineckers gr\u00f6\u00dftem Erfolg hat die Kritik in zweieinhalb Jahrzehnten immer wieder ihre Instrumente erprobt. Schon die erste Sendung, am 20. Oktober 1974, wurde heftig verrissen. Aber wie zum Hohn der Kommentatoren stieg die Serie um so h\u00f6her in der Gunst des Publikums, je mehr die Fernsehkritik auf der Fadheit der Figuren, der Spannungslosigkeit der Handlung, der \u00d6de des ewig gleichen M\u00fcnchner Milieus herumritt. Der unaufhaltsame Aufstieg &#8222;Derricks&#8220; zu einem weltweiten Fernseherfolg &#8211; am Ende in nahezu hundert L\u00e4ndern &#8211; wurde von der ohnm\u00e4chtigen Presse zun\u00e4chst w\u00fctend, dann ironisch und schlie\u00dflich resigniert zur Kenntnis genommen. Umberto Eco, sonst nicht um erhellende Analysen popul\u00e4rer Mythen verlegen, erkl\u00e4rte schlie\u00dflich Derricks Beliebtheit aus seiner Durchschnittlichkeit.<\/p>\n<p>Mit solchen Tautologien k\u00f6nnen wir uns nicht zufriedengeben. Zu unserer bundesrepublikanischen Welt der siebziger und achtziger Jahre geh\u00f6rt Reineckers Figur, ob es uns pa\u00dft oder nicht, wie die Tele-Knabberbar, der autofreie Sonntag, Afri-Cola und die funktionale Differenzierung. Wir haben ihn immer bel\u00e4chelt, wir haben Witze gerissen \u00fcber sein Haarteil, die \u00f6lig gl\u00e4nzende proletarische Entenschwanzpomadenfrisur. Aber wenn er im Herbst vorl\u00e4ufig von uns geht, werden wir ihn vielleicht doch noch vermissen. Zeit f\u00fcr eine Bilanz.<\/p>\n<p>Es ist h\u00f6chst bezeichnend, wie das Ende f\u00fcr die Serie sich im letzten Herbst ank\u00fcndigte. Nicht der Autor wollte n\u00e4mlich die Sache beenden, sondern sein Hauptdarsteller, Horst Tappert. Die Serie sei ihm zu &#8222;philosophisch&#8220; geworden, bekannte er in mehreren Interviews. In der Tat hatte Reinecker seit Jahren die ohnehin meist ziemlich spannungsfreien Plots nur mehr als Vorwand benutzt, um seinen Helden Leitartikel \u00fcber die Entfremdung des Menschen, die allgemeine Verrohung der Gesellschaft und die Eitelkeit allen Strebens aufsagen zu lassen. Der Oberinspektor hatte immer noch oft in den Villen des M\u00fcnchner Vororts Gr\u00fcnwald zu ermitteln; aber die konkreten Leidenschaften der Legion von Lehrer-Triebt\u00e4tern, Drogen-Jugendlichen, Unternehmer-V\u00e4tern, der ehebrecherischen Frauen, schmierigen Witwenm\u00f6rder und Huren mit Herz durften ihn am Ende weniger und weniger interessieren. Derricks F\u00e4lle waren immer blassere Illustrationen der transzendentalen Obdachlosigkeit des modernen Menschen. In Reineckers eigenen Worten, anl\u00e4\u00dflich seines Achtzigsten ge\u00e4u\u00dfert: &#8222;Sch\u00f6ner wohnen au\u00dfen? Sch\u00f6ner wohnen innen mu\u00df man. Innen sch\u00f6n wohnen ist ein Problem dieser Zeit, die es allen zunehmend schwerer macht, sich wohl zu f\u00fchlen. Mir geht es um Aufkl\u00e4rung, um Seinsmitteilungen. Heidegger hat in einem Seminar gesagt: ,Die Atombombe ist ja l\u00e4ngst explodiert, und zwar ganz lautlos, es ist die Entwurzelung der Menschen und im Zusammenhang damit zunehmende Entfremdung.'&#8220;<!--more--><\/p>\n<p>&#8222;Derrick&#8220; ist das dramaturgische Vehikel f\u00fcr solche Seinsmitteilungen. Die Serie hatte sich von Beginn an durch und durch der Kulturkritik verschrieben. &#8222;Derricks&#8220; Welt ist nicht heil, wie eine oberfl\u00e4chliche Kritik behauptet; sie ist vielmehr v\u00f6llig aus den Fugen. Die Serie ist eine feste Bastion derjenigen, die von der schleichenden Kulturrevolution der siebziger Jahre rechts liegengelassen worden waren: Die Aufl\u00f6sung der Familie, die Drogenproblematik, der Generationenkonflikt, die Infragestellung von Autorit\u00e4t, Hierarchie und Elite, der Ideologieverdacht gegen einst hochgeachtete &#8222;Sekund\u00e4rtugenden&#8220; wie Flei\u00df, P\u00fcnktlichkeit und Loyalit\u00e4t &#8211; um solche Krisenerscheinungen kreisen die bis heute fast 300 Folgen mit bemerkenswerter Besessenheit. Es k\u00f6nnte sein, da\u00df hier das typisch Deutsche am Ph\u00e4nomen &#8222;Derrick&#8220; zu finden ist &#8211; und zugleich eine Erkl\u00e4rung f\u00fcr seinen internationalen Erfolg. Es ist oft genug gesagt worden, da\u00df der Oberinspektor zum weltweiten Botschafter des &#8222;guten Deutschen&#8220; geworden ist. Aber was ist denn das Gute an diesem guten Deutschen Stephan Derrick?<\/p>\n<p>Er ist ja kein moralischer Idealist, kein Gutmensch, der sich \u00fcber die conditio humana einen blauen Dunst vormacht. Daf\u00fcr hat er zuviel gesehen. Wir wissen es nicht, aber wir k\u00f6nnen vermuten, da\u00df Stephan Derrick im Krieg war, vielleicht noch ganz am Ende, als junger Mann, an irgendeiner Front. Er hat \u00c4hnlichkeit mit jenen &#8222;hohlen M\u00e4nnern&#8220;, die aus dem Krieg ins Zivilleben zur\u00fcckkehrten und doch nie wieder heimisch wurden, die nie wieder &#8222;innen sch\u00f6n wohnen&#8220; konnten. Er spricht nicht dar\u00fcber. Vielleicht hat er einmal an etwas geglaubt. Jedenfalls sind ihm die tiefen Blicke anzumerken, die er in die &#8222;Menschen-M\u00f6rderwelt&#8220; (Reinecker) hat werfen m\u00fcssen. Er ist ein Wissender, ein Pessimist, der sich allerdings bewu\u00dft ist, da\u00df man auf dem Pessimismus keine Ordnung errichten darf, weil dann das Schlimmste wahr wird. Er wei\u00df um den &#8222;defekten Menschen&#8220; und seinen &#8222;Kern, der gebildet ist aus Angst, Unsicherheit, Depression und Schuldgef\u00fchlen&#8220; (Reinecker). Er sieht die Welt als ein &#8222;Gr\u00e4berfeld, unendlich weit und tief, auf dem man mit jedem Spatenstich aus der Erde holt, was dort begraben wurde, wie um es aus der Welt zu schaffen&#8220; (Reinecker). Derrick dient zwar dem Rechtsstaat und h\u00e4lt sich an seine Verfahrensregeln &#8211; kaum je benutzt er die Waffe, und seine Tricks sind immer nur psychologischer Art -, aber es ist offensichtlich, da\u00df unter seinem Anzug von Peek &amp; Cloppenburg das Herz eines Existentialisten schl\u00e4gt &#8211; stets der Geworfenheit des Menschen eingedenk. Er hat sich in den Dienst von Recht und Gesetz gestellt, nicht weil er von einer Vision des guten Lebens getrieben ist, sondern gerade weil er wei\u00df, da\u00df der Mensch haltlos und zu allem f\u00e4hig ist. Mag sein, da war einmal etwas in seiner Jugend, ein Gl\u00fchen, ein Engagement, ein Sicheinlassen. Wir wissen es nicht, aber wir m\u00fcssen es vermuten. Es hat sich jedenfalls als nichtig erwiesen, und der Schmerz dar\u00fcber ist ganz und gar in existentialistisches Lamento verwandelt worden. Stephan Derrick ist &#8211; das macht ihn zum international anschlu\u00dff\u00e4higen guten Deutschen &#8211; autorit\u00e4ren L\u00f6sungen durchaus abhold. Sein Vorg\u00e4nger, Kommissar Keller mit dem speckigen Honeckerh\u00fctchen, war noch ein patriarchaler Kleinb\u00fcrger, der immerhin seinen Bezirk der Welt souver\u00e4n aufzur\u00e4umen vermochte. Derrick hingegen mu\u00df es bei den tiefen Blicken belassen, die keiner so kann wie er. Es wird keine gute Ordnung geben. Alle \u00dcbel der Welt bleiben in der Welt. Derrick hat der Hoffnung auf eine erf\u00fcllte Zeit entsagen m\u00fcssen, und er darf sich h\u00f6chstens gelegentlich mit einem ohnm\u00e4chtigen Sarkasmus f\u00fcr den Verzicht entsch\u00e4digen. Er ist durchaus f\u00fcr Sitte, Moral und Anstand, aber nicht weil er daran glaubt. Er lebt nach dem von Robert Musil formulierten Motto: &#8222;Ideale und Moral sind das beste Mittel, das gro\u00dfe Loch zu f\u00fcllen, das man Seele nennt.&#8220; Weil er selber im tiefsten Innern ein solcher Lochmensch ist, kann er die Verbrecher verstehen. Seine F\u00e4lle l\u00f6st er durch Einf\u00fchlung. Dadurch bleibt ihm am Schlu\u00df auch noch die Genugtuung verwehrt, allen Fahndungserfolgen zum Trotz. In seiner Physiognomie kommt beides zum Tragen, das mimetische Verh\u00e4ltnis zur anderen Seite &#8211; und das Bed\u00fcrfnis nach einer scharfen Abgrenzung: Die traurigen Augen mit ihren schweren Tr\u00e4nens\u00e4cken, die immer \u00fcberzulaufen drohen, werden von der \u00f6lig schimmernden und doch helm\u00e4hnlich hart sitzenden Frisur konterkariert.<\/p>\n<p>Aber halt: Derrick existiert nicht f\u00fcr sich allein. Er wird erst vollst\u00e4ndig, wenn man Harry Klein, den r\u00e4tselhaften Assistenten, seinen Schatten, seine Abspaltung, mit in Betracht zieht. Derricks l\u00e4ngst zum Kult gewordener Satz &#8222;Harry, hol schon mal den Wagen&#8220; verweist auf die kriminaltechnische Nichtigkeit seines Knechts. Es macht nichts, da\u00df der Satz in keinem &#8222;Derrick&#8220;-Drehbuch w\u00f6rtlich vorkommt, er sagt doch die Wahrheit \u00fcber Harry Klein. Man hat Fritz Wepper ein paar F\u00e4lle l\u00f6sen lassen, wenn Horst Tappert krank oder auf Theatertournee war &#8211; aber nur, um ihn nach der R\u00fcckkehr des Chefs wieder zum Stichwortgeber zur\u00fcckzustufen. Alle m\u00f6glichen gewagten Hypothesen sind schon an diesem Paar ausprobiert worden. Man hat an ihnen die Hegelsche Dialektik von Herr und Knecht explizieren wollen und sie an literarischen Vorbildern von Don Quijote und Sancho Pansa \u00fcber Diderots &#8222;Jakob und sein Herr&#8220; bis zu Becketts Clowns gemessen. Man hat sie als kryptoschwules Paar zu deuten versucht. Vergebens, wie Fritz Wepper nicht ohne Witz deutlich gemacht hat: &#8222;Wir k\u00f6nnten auch die Heroen der Lesbenszene sein, weil wir geschlechtslos sind.&#8220; Die Replik trifft ins Schwarze: Das bemerkenswerte an diesem untrennbaren Paar ist, da\u00df es weder dialektische Spannung noch auch den geringsten Hauch m\u00e4nnerb\u00fcndischer Erotik kennt.<\/p>\n<p>Im R\u00fcckblick hat es etwas Unheimliches, wenn man sich klarmacht, da\u00df man Fritz Wepper \u00fcber ein Vierteljahrhundert in dieser subalternen Rolle hat versumpfen sehen. Er war ja mal, was l\u00e4ngst vergessen ist, ein international chancenreicher Jungstar. Nach seinem Auftritt als flotter Gigolo in &#8222;Cabaret&#8220; kam der Anruf aus Hollywood. Doch Wepper war bei Reineckers &#8222;Kommissar&#8220; unter Vertrag und mu\u00dfte passen. Seither ist er zur fleischgewordenen Allegorie der verpa\u00dften Chance geworden. Ausgerechnet im Jahr 1968 hatte er als Harry Klein angeheuert, und bis heute ist er diesen Part nicht losgeworden. Er ist jetzt 56 Jahre alt und immer noch Jugenddarsteller. Das Ende von &#8222;Derrick&#8220; zum Greifen nah, aber eine eigene Hauptrolle ferner denn je: Wepper als Harry Klein ist das wandelnde Sinnbild der deutschen Enkelgeneration und ihrer Schwierigkeiten mit der Machtfrage.<\/p>\n<p>In den bunten Bl\u00e4ttern l\u00e4\u00dft Harry Klein manchmal kleine Sticheleien gegen seinen Dienstherrn los, die freilich seine Subalternit\u00e4t nur noch offensichtlicher machen: Er habe ein paar wei\u00dfe Haare, gesteht er, werde sie aber nie f\u00e4rben lassen, geschweige denn ein Toupet aufsetzen. Das ist zwar ganz sch\u00f6n frech &#8211; allein, was hilft&#8217;s: Sein Problem bleibt die Unf\u00e4higkeit, erwachsen zu werden &#8211; die Unf\u00e4higkeit zum Vatermord. Fritz Wepper betreibt, wie man h\u00f6rt, seit zehn Jahren buddhistische Meditation. Damals, sagt er, habe er einen &#8222;gro\u00dfartigen Zen-Meister&#8220; getroffen: &#8222;Ich hatte pl\u00f6tzlich eine Identit\u00e4t mit meiner Person. Wenn ich meditiere, ziehen die Gedanken wie Wolken vor\u00fcber.&#8220; Aber auf die Dauer sind esoterische Identit\u00e4tserlebnisse und Selbsterfahrungstrips eben doch kein Trost f\u00fcr das verwehrte eigene Leben. In selbstironischen Momenten erz\u00e4hlt Wepper gerne, da\u00df sich in Japan der Glaube breitgemacht habe, &#8222;in Deutschland habe jeder einen Harry&#8220;. Das ist \u00fcberhaupt nicht so absurd, wie es im ersten Moment klingt. Die Japaner haben v\u00f6llig recht. Derrick ist der gute Deutsche. Aber jeder Deutsche hat einen Harry in sich. Und umgekehrt: Harry Kleins stets aufs neue vertagte Bef\u00f6rderung ist eine eindrucksvolle Chiffre des allseits beklagten Reformstaus hierzulande. Man m\u00f6chte sogar sagen: Deutschland &#8211; mit seiner Unf\u00e4higkeit zum Machtwechsel und seinem institutionalisierten Phlegma &#8211; ist Harry Klein. Unterdessen steht fest, wie aus dem ZDF zu erfahren ist, da\u00df Oberinspektor Stephan Derrick in der letzten Folge zur Europol-Zentrale versetzt werden wird. Das wird seinem prominentesten Fan gefallen, dem amtierenden Bundeskanzler. Die letzte Sendung l\u00e4uft \u00fcbrigens am 18. September, das ist neun Tage vor der Bundestagswahl.<\/p>\n<p>Was wird am Ende der \u00c4ra Derrick aus Harry Klein? Er solle &#8222;m\u00f6glicherweise&#8220;, verlautet vorsichtig aus der Krimiredaktion, eine eigene Samstagsreihe bekommen, in der er &#8222;das B\u00fcro Derrick weiterf\u00fchren&#8220; k\u00f6nne. Na also! Bleibt nur noch die Frage: Wer holt denn dann den Wagen?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich kann es mir nicht verkneifen, zum Tod des Derrick-Darstellers hier ein St\u00fcck aus meiner ersten Zeit bei diesem Blatt wieder zu ver\u00f6ffentlichen. Es wurde geschrieben, um das Ende der legend\u00e4ren Serie vor 10 Jahren zu bedenken. 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