{"id":2661,"date":"2009-06-24T14:58:25","date_gmt":"2009-06-24T12:58:25","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.zeit.de\/joerglau\/?p=2661"},"modified":"2009-06-24T14:58:25","modified_gmt":"2009-06-24T12:58:25","slug":"drei-muftis-in-zwei-tagen-wolfgang-schauble-internationalisiert-den-dialog-mit-den-muslimen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zeit.de\/joerglau\/2009\/06\/24\/drei-muftis-in-zwei-tagen-wolfgang-schauble-internationalisiert-den-dialog-mit-den-muslimen_2661","title":{"rendered":"Drei Muftis in zwei Tagen: Wolfgang Sch\u00e4uble internationalisiert den Dialog mit den Muslimen"},"content":{"rendered":"<p><em>(Aus der ZEIT Nr. 27 vom Donnerstag, 25. Juni 2009<\/em>)<\/p>\n<p><em>Kairo, im Juni<\/em><br \/>\nDas Smartphone des Gro\u00dfmuftis vibriert, er nimmt den Anruf an und beginnt hinter vorgehaltener Hand vernehmbar zu plaudern. Der deutsche Innenminister \u2013 Ehrengast bei diesem Dinner mit islamischen W\u00fcrdentr\u00e4gern \u2013 schaut kurz irritiert auf den Nil und f\u00e4hrt dann fort, andere Teilnehmer mit Fragen zu l\u00f6chern: Wie stark sind die Muslimbr\u00fcder wirklich? Sch\u00fctzt der Staat die christliche Minderheit? Wie kooperiert die Regierung mit den theologischen Fakult\u00e4ten?<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.zeit.de\/joerglau\/files\/2009\/06\/nil.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-2662\" title=\"nil\" src=\"https:\/\/blog.zeit.de\/joerglau\/files\/2009\/06\/nil.jpg\" alt=\"\" width=\"449\" height=\"301\" srcset=\"https:\/\/blog.zeit.de\/joerglau\/files\/2009\/06\/nil.jpg 3872w, https:\/\/blog.zeit.de\/joerglau\/files\/2009\/06\/nil-300x200.jpg 300w, https:\/\/blog.zeit.de\/joerglau\/files\/2009\/06\/nil-1024x685.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 449px) 100vw, 449px\" \/><\/a><\/p>\n<p><em>Der Nil in Kairo, s\u00fcdw\u00e4rts \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Foto: J\u00f6rg Lau<\/em><br \/>\n\u00c4gyptens Mufti Ali Gomaa hat unterdessen sein Gespr\u00e4ch beendet und tippt nun eine SMS. Neben ihm sitzt Gro\u00dfscheich Tantawi von der Al-Azhar-Universit\u00e4t, h\u00f6chste Autorit\u00e4t des sunnitischen Islams. Doch auch er spricht ins Handy, und so verbringt der deutsche Innenminister den Rest des Dinners neben zwei plaudernden Turbantr\u00e4gern, die offenbar durchaus Interesse am Dialog haben \u2013 nur nicht mit ihm.<br \/>\nWolfgang Sch\u00e4uble ist 3000 Kilometer weit geflogen, um das Gespr\u00e4ch mit den Muslimen zu internationalisieren. Er sucht in den Herkunftsl\u00e4ndern dieser f\u00fcr Deutschland noch immer neuen Religion nach Partnern f\u00fcr das Projekt, das ihm zur politischen Lebensaufgabe geworden ist: die Einb\u00fcrgerung des Islams in Deutschland. Sch\u00e4uble wirbt in Alexandria, Kairo und Damaskus auch f\u00fcr seine Islamkonferenz.<br \/>\nVor allem aber will er verstehen: Der Aufruhr in Iran treibt ihn um, bei dem Hardliner wie Reformer die Sprache des politischen Islams benutzen. Werden diejenigen sich durchsetzen, die Islam und Demokratie f\u00fcr kompatibel halten? Oder wird der milit\u00e4risch-theologische Komplex der Islamischen Republik Iran die Reformer niederwalzen? Und wie geht es mit dem moderaten Islamismus der t\u00fcrkischen AKP weiter? Wird sich daraus ein glaubensbasierter, aber pragmatischer Konservatismus entwickeln wie in der euro\u00adp\u00e4ischen Christdemokratie?<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.zeit.de\/joerglau\/files\/2009\/06\/pyramiden.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-2663\" title=\"pyramiden\" src=\"https:\/\/blog.zeit.de\/joerglau\/files\/2009\/06\/pyramiden.jpg\" alt=\"\" width=\"449\" height=\"301\" srcset=\"https:\/\/blog.zeit.de\/joerglau\/files\/2009\/06\/pyramiden.jpg 3872w, https:\/\/blog.zeit.de\/joerglau\/files\/2009\/06\/pyramiden-300x200.jpg 300w, https:\/\/blog.zeit.de\/joerglau\/files\/2009\/06\/pyramiden-1024x685.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 449px) 100vw, 449px\" \/><\/a><\/p>\n<p><em>Landschaft mit Ministerkolonne <\/em> <em>Foto: J\u00f6rg Lau<\/em><br \/>\nDass Entwicklungen in weit entfernten L\u00e4ndern R\u00fcckwirkungen auf die deutsche Dis\u00adkus\u00adsion um den Islam haben werden, ist Wolfgang Sch\u00e4uble nur allzu bewusst. In Kairo und Damaskus fragt er: Was tut ihr gegen die Radikalisierung der Jugend? Wie entwickelt ihr die Theologie weiter? Wie stellt ihr euch die Rolle des Islams in einer globalisierten Welt vor?<br \/>\nEs kommt an diesem Wochenende ern\u00fcchternd wenig zur\u00fcck. Drei Muftis in zwei Tagen, neben den beiden \u00c4gyptern noch ein Syrer, hinterlassen beim deutschen Innenminister das Gef\u00fchl: Bei diesem Kampf sind wir allein. Auf die arabischen Gelehrten kann er nicht bauen. Verkehrte Welt: Wer dem deutschen Innenminister zuh\u00f6rt, wie er die W\u00fcrdentr\u00e4ger mit seinen besorgten Nachfragen wachzur\u00fctteln versucht, erwischt sich bei der Frage: Wer ist hier eigentlich der Obermufti? Wer macht sich mehr Gedanken um die Zukunft des Islams?<br \/>\nGleich nach dem Dinner mit Nil-Blick rast Sch\u00e4ubles Kolonne zur Universit\u00e4t Kairo, wo der Minister eine Rede \u00fcber das \u00bbMiteinander der Religionen\u00ab h\u00e4lt \u2013 unmittelbar gegen\u00fcber dem Saal, in dem 18 Tage zuvor der amerikanische Pr\u00e4sident eine Rede an die \u00bbmuslimische Welt\u00ab gerichtet hat. Sch\u00e4uble bem\u00fcht sich zwar, schon aus Gr\u00fcnden der Fallh\u00f6he, nicht im gleichen Genre anzutreten. Er spricht \u00fcber seine Erfahrungen mit der Islamkonferenz und \u00fcber seine Vision f\u00fcr ein gleichberechtigtes und friedliches Zusammenleben der Religionen in Deutschland. Doch f\u00fcr viele unter den etwa 300 Zuh\u00f6rern ist er in diesem Moment auch ein weiterer Repr\u00e4sentant des Westens, der sich um Entspannung und Abr\u00fcstung im Krieg der Kulturen bem\u00fcht. Dass so eine \u00bbbedeutende Pers\u00f6nlichkeit\u00ab, wie die Moderatorin mehrmals betont, hierher gekommen ist, um sich der Debatte zu stellen, wird mit Genugtuung aufgenommen. Wie die Welt sich doch ver\u00e4ndert hat: Ein Innenminister macht Au\u00dfenpolitik. Die lange geforderte \u00bbWeltinnenpolitik\u00ab beginnt mit kleinen Schritten.<br \/>\nUnd pl\u00f6tzlich, in dem stuckge\u00adschm\u00fcckten Foyer der Kairoer Universit\u00e4t, bekommt Sch\u00e4uble doch noch die Debatte, die ihm die telefonierenden Muftis schuldig blieben: Ein \u00e4gyptischer S\u00e4kularer h\u00e4lt es f\u00fcr einen Fehler, dass der Staat \u00fcberhaupt mit der Religion kooperiere. Eine Feministin sorgt sich um die Rechte der Frauen, wenn die konservativen Gl\u00e4ubigen mitbestimmen d\u00fcrfen. Und eine Teilnehmerin mit Kopftuch fragt misstrauisch: Wollen Sie einen deutschen Islam schaffen, Herr Minister?<br \/>\n<a href=\"https:\/\/blog.zeit.de\/joerglau\/files\/2009\/06\/schauble-syrien.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-2664\" title=\"schauble-syrien\" src=\"https:\/\/blog.zeit.de\/joerglau\/files\/2009\/06\/schauble-syrien.jpg\" alt=\"\" width=\"449\" height=\"301\" srcset=\"https:\/\/blog.zeit.de\/joerglau\/files\/2009\/06\/schauble-syrien.jpg 3872w, https:\/\/blog.zeit.de\/joerglau\/files\/2009\/06\/schauble-syrien-300x200.jpg 300w, https:\/\/blog.zeit.de\/joerglau\/files\/2009\/06\/schauble-syrien-1024x685.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 449px) 100vw, 449px\" \/><\/a><\/p>\n<p><em>Der Innenminister trifft den Stellvertreter seines syrischen Kollegen\u00a0\u00a0 Foto: J\u00f6rg Lau<\/em><\/p>\n<p>Nein, repliziert Sch\u00e4uble. Er wolle \u00fcberhaupt keinen \u00bbIslam schaffen\u00ab. Er sei blo\u00df f\u00fcr die Rahmenbedingungen zust\u00e4ndig, unter denen die Muslime sich dann selbst entfalten m\u00fcssten.<br \/>\nDas ist die politisch und juristisch korrekte Antwort. Aber sie ist nicht ganz aufrichtig. Denn nat\u00fcrlich geht es dem Minister um ebendies: die F\u00f6rderung eines deutschen, eines europ\u00e4ischen, eines modernevertr\u00e4glichen, westlichen Islams. Das ist eine Lehre der Nahostreise des Innenministers, die er so nat\u00fcrlich niemals aussprechen wird: In der islamischen Welt gibt es herzlich wenige brauchbare Partner f\u00fcr diese Entwicklung. Wenn man von zwei modernen theologischen Fakult\u00e4ten der T\u00fcrkei in Ankara und Istanbul absieht, muss man der Tatsache ins Auge sehen, dass die Reform des Islams ein langwieriger europ\u00e4ischer Kraftakt sein wird. Diese Reise macht das schmerzlich klar. In der Kairoer Uni sagt Sch\u00e4uble, es sei jetzt \u00bbZeit zu handeln\u00ab, sonst w\u00fcrden \u00bbdie anderen\u00ab weiter die Religion missbrauchen, \u00bbum die Welt zu zerst\u00f6ren\u00ab. Gro\u00dfer Beifall.<br \/>\nSch\u00e4ubles doppelte Mission, wie er sie in Kairo entfaltet, ist folgende: Wir Europ\u00e4er, sagt er, m\u00fcssen uns daran gew\u00f6hnen, dass die Religion, die wir als politischen Faktor schon abgehakt hatten, wieder sichtbarer geworden ist \u2013 und dies vor allem durch die muslimische Pr\u00e4senz auf unserem Kontinent. Und die Muslime m\u00fcssen, wenn sie die Gleichstellung mit anderen Religionsgemeinschaften erreichen wollen, ohne Vorbehalt ihren Frieden mit Rechtsstaat, Demokratie und Menschenrechten machen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.zeit.de\/joerglau\/files\/2009\/06\/omayadenmoschee.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-2665\" title=\"omayadenmoschee\" src=\"https:\/\/blog.zeit.de\/joerglau\/files\/2009\/06\/omayadenmoschee.jpg\" alt=\"\" width=\"449\" height=\"301\" srcset=\"https:\/\/blog.zeit.de\/joerglau\/files\/2009\/06\/omayadenmoschee.jpg 3484w, https:\/\/blog.zeit.de\/joerglau\/files\/2009\/06\/omayadenmoschee-300x200.jpg 300w, https:\/\/blog.zeit.de\/joerglau\/files\/2009\/06\/omayadenmoschee-1024x685.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 449px) 100vw, 449px\" \/><\/a><\/p>\n<p><em>Omajadenmoschee in Damaskus\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Foto: J\u00f6rg Lau<\/em><br \/>\nSch\u00e4uble sagt den Satz immer wieder, mit dem er seinerzeit die Islamkonferenz er\u00f6ffnet hatte: \u00bbDer Islam ist ein Teil Deutschlands.\u00ab Wenn man sich in einigen Jahren zu vergegenw\u00e4rtigen versucht, was die Gro\u00dfe Koalition eigentlich zustande gebracht hat, werden diese sechs schlichten Worte dazugeh\u00f6ren: Sie haben eine Zeitenwende im deutschen Selbstverst\u00e4ndnis eingel\u00e4utet. Der Minister wei\u00df das, und er ist unverholen stolz darauf. Er genie\u00dft die Verwirrung seiner Beobachter, dass der Autor dieser Worte derselbe Sch\u00e4uble sein soll, der einst gegen die doppelte Staatsangeh\u00f6rigkeit polemisiert und die populistische Kampagne Roland Kochs gegen den \u00bbDoppelpass\u00ab unterst\u00fctzt hatte.<br \/>\nAber ist es wirklich derselbe? Ist das einfach nur konsequent, wie er selbst zu glauben scheint: Wer die Integration will \u2013 so die innere Logik, die den Sch\u00e4uble des Jahres 2000 mit dem von heute verbindet \u2013, darf sich eben nicht scheuen, Einwanderern die Loyalit\u00e4tsfrage vorzulegen und eine Entscheidung f\u00fcr dieses Land abzuverlangen. Und darum sei er eben auch heute noch gegen die doppelte Staatsangeh\u00f6rigkeit.<br \/>\nMag sein. Aber als Unterst\u00fctzer einer h\u00e4sslichen Kampagne wie seinerzeit kann man sich ihn eben einfach nicht mehr vorstellen. Und das spricht daf\u00fcr, dass irgendetwas Grundlegendes passiert sein muss, ein auch f\u00fcr ihn selbst \u00fcberraschender, unabgeschlossener Lernprozess.<br \/>\nAls er 2005 zum zweiten Mal Innenminister wurde, waren gerade die Bomben in Londoner U-Bahnen explodiert. Die Pariser Banlieue brannte, und kurz darauf starben Menschen wegen der d\u00e4nischen Mohammed-Karikaturen. W\u00e4hrend die Rechte vielerorts in Europa mit antiislamischer Rhetorik re\u00fcssierte, startete Sch\u00e4uble mit der Islamkonferenz ein gesellschaftliches Experiment: Entspannungspolitik im Inneren, gegen den populistischen Strom der Zeit.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/blog.zeit.de\/joerglau\/files\/2009\/06\/syrien-airport.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-2666\" title=\"syrien-airport\" src=\"https:\/\/blog.zeit.de\/joerglau\/files\/2009\/06\/syrien-airport.jpg\" alt=\"\" width=\"449\" height=\"301\" srcset=\"https:\/\/blog.zeit.de\/joerglau\/files\/2009\/06\/syrien-airport.jpg 3484w, https:\/\/blog.zeit.de\/joerglau\/files\/2009\/06\/syrien-airport-300x200.jpg 300w, https:\/\/blog.zeit.de\/joerglau\/files\/2009\/06\/syrien-airport-1024x685.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 449px) 100vw, 449px\" \/><\/a><\/p>\n<p><em>Freundlich gr\u00fc\u00dfen Vater und Sohn Assad. Flughafen Damaskus\u00a0\u00a0\u00a0 Foto: J\u00f6rg Lau<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p>Wolfgang Sch\u00e4uble ist stolz darauf, dass Rechtspopulisten in Deutschland kaum Chancen haben, mit Hetze gegen Moscheebauten und Kopft\u00fccher Stimmen zu gewinnen. Dass \u00bbPro K\u00f6ln\u00ab es nicht vermochte, die Domst\u00e4dter gegen die geplante Gro\u00dfmoschee zu agitieren, schreibt er nicht zu Unrecht auch seiner Politik gut. In seiner eigenen Partei seien die Abwehrreflexe r\u00fcckl\u00e4ufig: Klar k\u00f6nne man auch dort Menschen finden, erkl\u00e4rt er, die erst mal eine Abwehrhaltung einnehmen \u2013 \u00bbMuslime, uuh!\u00ab \u2013, aber in Wahrheit seien die Leute in seinen Parteiversammlungen stolz, dass die Union bei dem Thema heute f\u00fchre. Luftherrschaft \u00fcber den Stammtischen bedeute, f\u00fcr klare Luft zu sorgen, \u00bbnicht sich dem Mief anzupassen\u00ab. Die Leute wollen vielleicht ja gar nicht, sinniert der Minister, \u00bbdass wir ihnen nach dem Mund reden\u00ab. Sie wollen F\u00fchrung, sagt er verschmitzt. Wer mag, darf diesen Satz wohl auch auf andere Politik\u00adbereiche beziehen.<br \/>\nAuf dem R\u00fcckflug von Damaskus, nach einem weiteren entt\u00e4uschenden Gespr\u00e4ch mit dem dortigen Gro\u00dfmufti, macht Wolfgang Sch\u00e4uble schon Pl\u00e4ne f\u00fcr die n\u00e4chsten vier Jahre. Weil wir auf die Scheichs und Muftis nicht z\u00e4hlen k\u00f6nnen, brauchen wir schnell eine richtige islamische theologische Fakult\u00e4t in Deutschland. Er werde Druck machen, dass sich ein Bundesland der Sache annehme, sagt er. Der Innenau\u00dfenminister nun auch noch als Bildungsminister?<br \/>\nDeutschland hat noch kein Inte\u00adgrationsministerium, aber einen Integrationsminister in einem ganz w\u00f6rtlichen Sinn: Er h\u00e4lt die widerstreitenden Pole in der Konferenz zusammen, die islamkritischen Feministinnen und die konservativen Herren von den Verb\u00e4nden, die ihn gleicherma\u00dfen respektieren. Und er kann auch die skeptischen Teile der deutschen Mehrheit integrieren, vielleicht gerade weil er selber fr\u00fcher harte T\u00f6ne angeschlagen hat. Und weil er auch das Inbild des harten Sicherheitsministers abgibt. In der Islamkonferenz, so hat es Navid Kermani als Teilnehmer formuliert, m\u00fcssten \u00bbdie Beteiligten gewisserma\u00dfen stellvertretend f\u00fcr ihre Gesellschaft lernen, wie kompliziert es sich mit den Identit\u00e4ten verh\u00e4lt\u00ab. Das gilt ganz offensichtlich auch f\u00fcr ihren Erfinder.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(Aus der ZEIT Nr. 27 vom Donnerstag, 25. Juni 2009) Kairo, im Juni Das Smartphone des Gro\u00dfmuftis vibriert, er nimmt den Anruf an und beginnt hinter vorgehaltener Hand vernehmbar zu plaudern. 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