{"id":5066,"date":"2011-09-08T18:44:31","date_gmt":"2011-09-08T16:44:31","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.zeit.de\/joerglau\/?p=5066"},"modified":"2011-09-09T10:47:42","modified_gmt":"2011-09-09T08:47:42","slug":"mein-unbewaltigter-11-september","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zeit.de\/joerglau\/2011\/09\/08\/mein-unbewaltigter-11-september_5066","title":{"rendered":"Mein unbew\u00e4ltigter 11. September"},"content":{"rendered":"<p><em>Einige Begegnungen in einem Jahrzehnt der Angst und des Irrsinns.<\/em><\/p>\n<p>Es kommt alles wieder hoch in diesen Tagen.<\/p>\n<p>Am 11. September war ich in der T\u00fcrkei im Urlaub. Im Supermarkt bemerkte ich, dass fremde Leute miteinander bedeutungsvoll tuschelten. Etwas war passiert, und das Entsetzen war gro\u00df. Die T\u00fcrken f\u00fchlten sich mitgemeint und angegriffen von den Attent\u00e4tern, es gab keinerlei Schadenfreude, niemand machte &#8222;den Westen&#8220; selbst verantwortlich (wie es sp\u00e4ter manche westliche Intellektuelle taten). Es gab sogar die Hoffnung, dass die Westler nun besser verstehen w\u00fcrden, mit wem man es zu tun hatte bei den radikalen Islamisten. Dass sich hier ein Konflikt anbahnen w\u00fcrde, den manche bald schon im Muster eines Zivilisationskonflikts zwischen dem Islam und dem Westen sehen w\u00fcrden &#8211; das schien in den ersten Tagen in der T\u00fcrkei undenkbar.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<p>Ein paar Wochen sp\u00e4ter war ich f\u00fcr eine Woche im Iran, in Teheran und Isfahan. Ich hatte lange verabredet, mit einem deutschen  K\u00fcnstler das Land zu bereisen, der dort <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2001\/44\/Wenn_die_ersten_Schleier_fallen\">die erste westliche Ausstellung seit der Revolution<\/a> zeigen durfte, und zwar im Teheraner Museum f\u00fcr moderne Kunst, einer Errungenschaft der Schah-Zeit. Als ich in der Nacht des Sonntags, des 7. Oktober 2001, am Teheraner Flughafen in ein Taxi stieg, begr\u00fc\u00dfte mich der Fahrer mit den Worten: <em>Sie haben gerade begonnen, Afghanistan zu bombardieren.<\/em><br \/>\nEs herrschte gefasste Ruhe in Teheran, viel mehr als im aufgeregten Berlin, wo gegen den Krieg demonstriert wurde. Die Chatami-Regierung hatte die Hoffnung, durch den Anti-Terror-Krieg aus der Isolation zu kommen. Das zerschlug sich schnell, als auch die vom Iran gesponserte Hisbollah auf die Liste der Organisationen geriet, die im G<em>lobal War on Terror<\/em> isoliert und besiegt werden sollten. Die Iraner sahen mit einer Genugtuung, die mich \u00fcberraschte, die Vernichtung der Taliban kommen. <em>&#8222;Wir h\u00e4tten es irgendwann selber tun m\u00fcssen<\/em>&#8222;, sagte ein Teheraner zu meinem Erstaunen. &#8222;<em>Wir leiden indirekt unter deren Regime, sehen Sie nur all die Fl\u00fcchtlinge aus Afghanistan hier im Land &#8211; und all die Drogen, die hier eingeschmuggelt werden und die Jugend kaputt machen.<\/em>&#8222;<br \/>\nDamals schien es nicht denkbar, dass die Sache dazu f\u00fchren w\u00fcrde, dass Iran einerseits viel m\u00e4chtiger werden w\u00fcrde durch Amerikas Kriege, andererseits aber zu einem isolierten Paria-Staat wie sp\u00e4ter unter Ahmadineschad mit seinem Israel-Hass. Eine Frau in Teheran schockte mich mit diesem Kommentar zum Krieg in Afghanistan: &#8222;<em>Ja, diese verdammten afghanischen Bauern sind amerikanische Bomben wert, aber f\u00fcr uns Iraner tut ihr nichts.&#8220;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>***<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p>Als ich aus dem Iran zur\u00fcckgekehrt war, fragte mich unser B\u00fcroleiter Gunter Hofmann, der \u00fcber sehr gute Verbindungen ins Schr\u00f6der&#8217;sche Kanzleramt verf\u00fcgte, ob ich mir vorstellen k\u00f6nnte, mal zu einer informellen Gespr\u00e4chsrunde dorthin zu gehen. Es gehe um eine Art Brainstorming \u00fcber das Thema des islamistischen Terrors, und schlie\u00dflich h\u00e4tte ich ja gerade auch Anschauung aus dem Iran und k\u00f6nnte vielleicht Interessantes \u00fcber die Debatte dort beitragen. Ich sagte zu, wenn auch mit mulmigem Gef\u00fchl, war ich doch kein Experte. Ich stellte mir vor, dass da wahrscheinlich eine Reihe anderer Kollegen anwesend sein w\u00fcrden, die ebenfalls mehr Experten f\u00fcr die deutsche \u00d6ffentlichkeit als f\u00fcr den islamistischen Terror w\u00e4ren. Was sollte schon sein? Es w\u00e4re interessant zu sehen, wie das Kanzleramt nur Wochen nach den Anschl\u00e4gen so tickte.<br \/>\nSteinmeiers B\u00fcroleiter Stephan Steinlein rief mich an, ob ich mal am Sonntagmorgen ins Kanzleramt kommen k\u00f6nnte &#8211; und \u00fcbrigens, wen k\u00f6nnte man denn noch zum Thema Islamismus einladen?<br \/>\nDie Frage lie\u00df mich stutzen, ich empfahl f\u00fcr den deutschen Kontext Werner Schiffauer wegen seiner Feldstudien \u00fcber den &#8222;Kalifatstaat&#8220; und Milli G\u00f6r\u00fcs. Aha, interessant, bis Sonntag dann.<br \/>\nSonntagmorgen im Kanzleramt wartete ich mit Professor Schiffauer darauf, dass man uns nach oben bringen w\u00fcrde. Au\u00dfer uns war niemand da. Die anderen seien wohl sicher alle schon drinnen, vermuteten wir. Steinlein kam und f\u00fchrte uns in die oberste Etage, allerdings nicht in einen der \u00fcblichen Besprechungsr\u00e4ume, sondern in einen Bereich voller Beamter der Sicherheitsdienste. Ein U-f\u00f6rmiger Tisch war gedeckt, ihm gegen\u00fcber zwei Pl\u00e4tze, auf die Schiffauer und ich verwiesen wurden. Dann traten einige Herren aus einem anderen Raum hinzu, und mir wurde nun sehr mulmig: BND-Chef August Hanning, Geheimdienstkoordinator Ernst Uhrlau, Verfassungsschutz-Chef Heinz Fromm und der Uwe-Karsten Heye, Schr\u00f6ders Sprecher, gr\u00fc\u00dften und setzten sich. Man warte noch auf Kanzleramtschef Steinmeier, dann k\u00f6nne das Hearing losgehen. Und da wurde mir klar: Es gab keine Kollegen, das hier war keine Hintergrundplauderrunde, es war ein Expertenhearing, und die Experten waren: Professor Schiffauer und ich. Zu dieser Zeit tagte regelm\u00e4\u00dfig die &#8222;Sicherheitslage&#8220; der versammelten Dienste im Kanzleramt, weil man auch in Deutschland t\u00e4glich mit Anschl\u00e4gen rechnete.<br \/>\nDas hatten die Herren gerade hinter sich gebracht, nun sollte beim Lunch Experten-Input geliefert werden. Es kamen sehr gezielte Fragen zur radikal-islamischen Szene in Deutschland. Vor allem Steinmeier war sehr gut vorbereitet, wollte zum Beispiel wissen, wie sich die t\u00fcrkischen Islamisten von den arabischen Netzwerken unterscheiden, wo sie zusammenarbeiteten, wie militant sie jeweils seien, wo die ideologischen Unterschiede l\u00e4gen etc. Hinter ihm an der Wand hing eine Karte Afghanistans mit zahlreichen Markierungen und F\u00e4hnchen drin.<br \/>\nIch war dann doch recht froh, Professor Schiffauer an meiner Seite zu haben! Dennoch bin ich tausend Tode gestorben. Meine Eindr\u00fccke aus dem Iran konterte Hanning mit S\u00e4tzen, die so begannen: <em>&#8222;Unser Mann in Isfahan berichtet aber, dass beim Freitagsgebet&#8230;&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Fromm sa\u00df die ganze Zeit mit m\u00fcrrischem Blick dabei, rauchte eine nach der anderen und sagte nichts. Der hat dich durchschaut, dachte ich, der wei\u00df, was das hier f\u00fcr ein Hochseilakt ist, der langweilt sich. Dann meldete er sich zu Wort: &#8222;<em>Ich will jetzt mal bitte eines von den Herren wissen &#8211; sollen wir Milli G\u00f6r\u00fcs weiter unter Druck setzen und verbieten oder nicht?&#8220; <\/em>Ich lie\u00df Schiffauer den Vortritt. Er war f\u00fcr eine eher kooperative Linie, weil er die Gruppe nicht f\u00fcr gef\u00e4hrlich hielt. Ich pl\u00e4dierte f\u00fcr ein hartes Engagement, die Gruppe m\u00fcsse sich nun entscheiden und klar von den politischen Zielen des Islamismus lossagen. Es wurde eine recht muntere Debatte, und ich habe nachher nie Klagen geh\u00f6rt. Aber als ich das Kanzleramt verlie\u00df, hatte ich ein taubes Gef\u00fchl, so wie ein Fu\u00dfg\u00e4nger, der beim \u00dcberschreiten der Stra\u00dfe knapp einem Lastwagen entgangen ist, der ihn nur um Zentimeter verfehlt hat.<br \/>\nKann es sein, dass die im Kanzleramt so absolut keine Ahnung hatten, wen sie fragen sollten bei dem Thema? Dass die von selber nicht einmal auf den Professor Schiffauer gekommen w\u00e4ren?<br \/>\nEs war wohl damals so. Die Politik war ganz und gar geschockt und \u00fcberrascht von dem Thema, und ich war mitten hinein geraten in einen der Orientierungsversuche. Immerhin, Schaden habe ich offenbar nicht angerichtet.<br \/>\nDas war mein kurzes Leben als Kanzlerberater.<br \/>\nSp\u00e4ter hat das Kanzleramt einen <a href=\"http:\/\/www.koerber-stiftung.de\/edition-koerber-stiftung\/autoren\/details\/autor\/guido-steinberg.html\">eigenen Experten eingestellt<\/a>, einen erstklassigen Kenner Saudi-Arabiens und des Al-Qaida-Terrorismus. Ich bin bis heute dankbar f\u00fcr den Einblick dieses Sonntagmorgens, und ich w\u00fcrde ihn allen Verschw\u00f6rungstheoretikern gerne g\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<p>Ende 2003 besuchte ich einige amerikanische Intellektuelle, um \u00fcber die US-Debatte zum bevorstehenden Irakkrieg zu berichten. Mark Lilla, ein konservativer Kriegsskeptiker, den ich aus seinen Berliner Tagen kannte, machte mich auf seinen Freund Paul Berman aufmerksam, einen der f\u00fchrenden &#8222;linken Falken&#8220;. Paul verteidigte Bush gegen seine linken Freunde (<em>&#8222;Bush is not the enemy&#8220;<\/em>) und er hatte gerade ein Buch geschrieben, in dem er erkl\u00e4rte, warum die Linke den Kampf gegen den Terrorismus der al-Qaida unterst\u00fctzen musste &#8211; und warum sich hinter diesem Konflikt noch ein viel gr\u00f6\u00dferer verbarg.<br \/>\nEr leitete den neuen Totalitarismus der islamistischen Gefahr aus eindringlichen Analysen der Schriften von Sayid Qutb her, dem intellektuellen Vater der Muslimbruderschaft &#8211; und aus der Geschichte der Baath-Partei mit ihrem national-sozialistischen Programm zur Befreiung der Araber. Die Fusion dieser beiden Str\u00f6mungen war in Pauls Sicht in Saddam Husseins Irak gegeben &#8211; Baathismus und Islamismus vereint im Kampf gegen den Westen. Gab es nicht Beweise f\u00fcr die Zusammenarbeit von Saddam und al-Qaida? Und selbst wenn nicht, stellten beide doch eine t\u00f6dliche, islamofaschistische Gefahr dar, so schlimm wie im Kalten Krieg der Sowjetkommunismus.<br \/>\nPaul konnte den Beweis f\u00fcr diese Gefahr aus seinem Fenster in Brooklyn sehen, in Gestalt der L\u00fccke, wo einst die T\u00fcrme gewesen waren. Er war am 11. 9. zum Augenzeugen der Zerst\u00f6rung des World Trade Center geworden. Wir trafen uns in einer Sushi-Bar in Manhattan und haben uns sofort gut verstanden. Paul erz\u00e4hlte von seinen kommunistischen Vorfahren, j\u00fcdische Einwanderer aus Russland, von seinem eigenen fr\u00fcheren Trotzkismus, von seiner allm\u00e4hlichen Gegnerschaft zur <em>loony left<\/em>, zur verzweifelten Michael-Moore-Linken. Ein linker, liberaler, anti-totalit\u00e4rer Bush-Ver\u00e4chter und Kriegsbef\u00fcrworter: Ich war begeistert. Auf dem R\u00fcckflug aus New York las ich sein druckfrisches Buch, das auch mich f\u00fcr den Irak-Krieg einnahm.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<p>Ich begann, mich f\u00fcr die irakische Diaspora zu interessieren. Ich las Kanan Makiyas Buch \u00fcber Saddams Irak, <em>Republic of Fear<\/em>. Es schien Paul Bermans Sich zu best\u00e4tigen. Ich nahm zu Makiya Kontakt auf, der damals an der Brandeis University lehrte. Wir machten ein <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2002\/44\/Friede_den_Huetten_Krieg_den_Palaesten\">Interview \u00fcber den geplanten Krieg<\/a>, in dem ich kritische Fragen stellte, w\u00e4hrend er die Gr\u00fcnde f\u00fcr eine Intervention stark machte.<br \/>\nEr erwischte mich kalt mit dem Punkt, dass auch die Deutschen durch eine Invasion mit anschlie\u00dfendem <em>nationbuilding<\/em> in die Welt der zivilisierten V\u00f6lker zur\u00fcckgeholt worden waren. Ich f\u00fchlte mich mit meinen Bedenken gegen\u00fcber der Modernetauglichkeit der Iraker ein wenig rassistisch. Heute erscheint mir dieses Argument ein ziemlich billiger Trick.<br \/>\nKanan Makiya ging sp\u00e4ter nach Bagdad zur\u00fcck, nachdem die schlimmsten Zust\u00e4nde nach der Invasion dort vorbei waren. Doch nach den Pl\u00fcnderungen kamen die ethnischen S\u00e4uberungen und der religi\u00f6se B\u00fcrgerkrieg. Es wurde die Entt\u00e4uschung seines Lebens f\u00fcr den s\u00e4kularen Schiiten aus der irakischen Elite. Dass diese Gesellschaft so kaputt war, hatte er aus seinem Exil nicht sehen wollen &#8211; oder k\u00f6nnen.<br \/>\nEr war in einer Gruppe t\u00e4tig gewesen, die f\u00fcr das State Department an Nachkriegspl\u00e4nen gearbeitet hatte. Er schickte mir Materialien aus diesen Sessions, damit ich einen Artikel dar\u00fcber schreiben k\u00f6nnte. Ich habe das nicht getan, weil anderen Redakteuren mulmig dabei zumute war, dass man hier m\u00f6glicher Weise einer Propagandainitiative der Bushies aufsitzen w\u00fcrde.<br \/>\nHeute bin ich froh dar\u00fcber, denn bald erz\u00e4hlte mir Kanan Makiya, dass die ganze Arbeit dieser Gruppe f\u00fcr die Katz war, weil das Pentagon nichts von <em>nationbuilding<\/em> h\u00f6ren wollte. Es passte einfach nicht zu Rumsfelds Idee von einem &#8222;schlanken Krieg&#8220; aus der Luft.<br \/>\nKanan ist eine tragische Figur, wie so viele Exilanten, die davon tr\u00e4umen, ihr Land zur\u00fcck zu bekommen und dann feststellen m\u00fcssen, dass es dieses Land gar nicht mehr gibt. Man nimmt den b\u00f6sen F\u00fchrer weg, und zum Vorschein kommt eine zerst\u00f6rte Gesellschaft. Das werden wir auch hier und da in den arabischen Revolutionen sicher wieder erleben, wenn auch \u2013 hoffentlich \u2013 nicht so extrem wie im Irak.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<p>Ende 2004 wurde ich von Jeffrey Gedmin, dem Direktor des Aspen-Institus in Berlin, zu einer Tagung \u00fcber Iran auf einen Landsitz nahe Avignon eingeladen. Ich kam mit Jeffrey gut klar, weil ich damals die Positionen der &#8222;linken Falken&#8220; teilte, die den Krieg im Irak unterst\u00fctzten. Der wohl vernetzte Neocon Gedmin sah meinesgleichen wahrscheinlich als n\u00fctzliche Idioten der Bush-Politik. Und er hatte nicht ganz unrecht damit. Gedmin hatte einige seiner Washingtoner Freunde nach Frankreich eingeflogen, zum Beispiel den EX-CIA- Mann Reuel Gerecht, einen Iran-Experten, der zuverl\u00e4ssig f\u00fcr einen harten Kurs gegen\u00fcber Teheran stand. Und harter Kurs, das hie\u00df nun Krieg.<br \/>\nStargast des Tages war John Bolton, der damals Staatssekret\u00e4r f\u00fcr R\u00fcstungskontrolle war. Er wurde eigens  mit dem Hubschrauber eingeflogen. Schnell wurde mit deutlich, dass hier gar nicht mehr \u00fcber die eventuelle Notwendigkeit eines Krieges gegen den Iran debattiert werden sollte. Es ging eigentlich nur noch darum, die Europ\u00e4er an den ohnehin geplanten Krieg heranzuf\u00fchren. Ich war einigerma\u00dfen geschockt zu bemerken, dass unsere Freunde schon fest entschlossen waren, nach dem Irak nun das n\u00e4chste Glied der Achse des B\u00f6sen zu bombardieren. Nackter Irrsinn. Eine Hybris, die man durch keine Einw\u00e4nde mehr erreichen konnte. Zweifel wurden weggewischt. Einw\u00e4nde, die Machbarkeit betreffend \u2013 mit zwei bereits laufenden Kriegen in Afghanistan und Irak, und jeweils unmenschlichen Aufgaben, was das <em>nationbuilding<\/em> betraf \u2013 wurden schn\u00f6de abgewiesen durch Kommentare wie: <em>&#8222;We have lots of planes to bomb them to hell.<\/em>&#8220; (Reuel Gerecht) Auf die erschrockene Frage meiner Frau, die f\u00fcr die <em>Welt<\/em> an dem Treffen teilnahm, wie man denn zugleich einen neuen Krieg nebst Stabilisierung in Afghanistan und Wiederaufbau im Irak bew\u00e4ltigen wolle, sagte Bolton: <em>&#8222;We don&#8217;t do nationbuilding. It was a mistake to start it in the first place.<\/em>&#8222;<br \/>\nWas h\u00e4tte man denn sonst im Irak machen sollen? Bolton: &#8222;<em>You go in. You hit them hard. You leave. And then it&#8217;s: Good bye and Good luck with your country!&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Wir verlie\u00dfen Avignon mit dem Gef\u00fchl einer drohenden Katastrophe. Und so ist es dann ja auch gekommen. Im Jahr darauf ging der Aufstand im Irak los. Iran hatte sich damit als Ziel vorerst erledigt. Alle Energie wurde nun f\u00fcr den <em>Surge<\/em> gebraucht. Tausende amerikanischer Soldaten haben mit dem Leben daf\u00fcr bezahlt, und sicher auch Zehntausende Iraker.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<p>Im August 2006 traf ich Hazem Saghieh in London zum Interview. Er verantwortete damals die Meinungsseiten bei der liberalen panarabischen Tageszeitung <em>Al Hayat<\/em> und galt als einer der f\u00fchrenden arabischen Liberalen. Hazem war ein urspr\u00fcnglich libanesischer Linker, der mit Entsetzen seit den Siebzigern den Aufstieg des Fundamentalismus in der arabischen Welt beobachtet hatte &#8211; und zugleich einer der sch\u00e4rfsten Kritiker von Autokraten wie Saddam Hussein oder Assad, die sich die Wut der arabischen Stra\u00dfe zunutze gemacht hatten.<\/p>\n<p>Ich traf ihn kurz nachdem in London Pl\u00e4ne f\u00fcr gro\u00dfe Attentate aufgedeckt worden waren, und <a href=\"https:\/\/blog.zeit.de\/joerglau\/2006\/08\/16\/hazem-saghieh-uber-das-unbehagen-der-araber-in-der-moderne_14\">wir sprachen \u00fcber die ohnm\u00e4chtige Wut der arabischen Jugend.<\/a><br \/>\nHazem erz\u00e4hlte mir, dass er vor dem Irakkrieg zu einem Expertenhearing in einem regierungsnahen Thinktank eingeladen worden war. Man wollte dort \u00fcber den Irakkrieg reden und sondieren, wie er wohl in der arabischen Welt aufgenommen werden w\u00fcrde.<br \/>\nHazem warnte vor dem Krieg, obwohl seine Ablehnung von Saddams Terrorherrschaft au\u00dfer Frage stand. Die Amerikaner, sagte er mir, erkl\u00e4rten sich damals die Lage in den arabischen L\u00e4ndern analog zu der in Osteuropa im Kalten Krieg. Sie dachten, sie mussten nur die b\u00f6se Herrschaft der Diktatoren loswerden, damit die gute, unterdr\u00fcckte  Gesellschaft sich endlich frei und demokratisch entfalten k\u00f6nnte. <em><\/em><\/p>\n<p><em>&#8222;Aber so l\u00e4uft es in unseren Gesellschaften in Nahen Osten nicht. Es gibt keine Zivilgesellschaft im Irak, die an die Stelle des b\u00f6sen Herrschers treten kann. Osteuropa war lange w\u00e4hrend des Kalten Krieges in einer Art ungl\u00fccklicher Liebe dem Westen und seinen Idealen verbunden. Bei uns ist das nicht so. Wir werden von der Tyrannei in den B\u00fcrgerkrieg \u00fcbergehen.&#8220;<\/em><br \/>\n<em>&#8222;Die haben mir zugeh\u00f6rt da in Washington<\/em>&#8222;, sagte Hazem, &#8222;<em>h\u00f6flich, aber ein wenig peinlich ber\u00fchrt. Ich wurde nie wieder eingeladen.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Heute frage ich mich manchmal, was Hazem wohl \u00fcber Tunesien, \u00c4gypten und Libyen denkt, wo es nicht so finster zu kommen scheint, wie er zu Recht f\u00fcr den Irak bef\u00fcrchtet hatte.<br \/>\nAber dort sind es ja auch Kr\u00e4fte von innen, die die Tyrannen st\u00fcrzen, wenn auch in Libyen mit \u00e4u\u00dferer Hilfe.<br \/>\nWas wohl Hazem zu alledem denkt? Er ist vor Jahren aus London zur\u00fcck nach Beirut gegangen. Ich muss ihn mal wieder anrufen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einige Begegnungen in einem Jahrzehnt der Angst und des Irrsinns. Es kommt alles wieder hoch in diesen Tagen. Am 11. September war ich in der T\u00fcrkei im Urlaub. 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