{"id":6092,"date":"2013-08-26T10:58:54","date_gmt":"2013-08-26T08:58:54","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.zeit.de\/joerglau\/?p=6092"},"modified":"2015-12-16T17:14:13","modified_gmt":"2015-12-16T16:14:13","slug":"warum-gegenuber-agypten-eine-klare-sprache-gefordert-ist","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zeit.de\/joerglau\/2013\/08\/26\/warum-gegenuber-agypten-eine-klare-sprache-gefordert-ist_6092","title":{"rendered":"Warum gegen\u00fcber \u00c4gypten eine klare Sprache gefordert ist"},"content":{"rendered":"<p><em>Diesen Text haben mein Kollege Michael Thumann und ich zusammen f\u00fcr die letzte Ausgabe der ZEIT verfasst, wo er am Donnerstag auf Seite 3 erschienen ist:<\/em><\/p>\n<p>Als am letzten Donnerstag die Bulldozer, die Panzer und die Sniper in Kairo zuschlugen, waren die beiden Diplomaten schon abgezogen. Voll finsterer Vorahnungen hatten die Vertreter des Westens \u00c4gypten verlassen. William Burns, der amerikanische Vizeau\u00dfenminister, und Bernardino L\u00e9on, der europ\u00e4ische Sondergesandte, hatten wochenlang hinter den Kulissen versucht, zwischen der Putsch-Regierung des Generals Abdel-Fattah al-Sissi und den Muslimbr\u00fcdern zu vermitteln, um ein drohendes Blutbad zu verhindern. Sie hatten die Islamisten f\u00fcr ihren Vermittlungsplan gewonnen \u2013 freiwillige Verkleinerung der Protestlager und Verurteilung von Gewalt gegen politische Beteiligung und Freilas-sung von Gefangenen. Auch die Regierung signa-lisierte Einverst\u00e4ndnis. Doch dann erkl\u00e4rte sie \u00fcber Nacht die Diplomatie f\u00fcr gescheitert und k\u00fcndigte an, f\u00fcr alles Kommende tr\u00fcgen die Muslimbr\u00fcder die Verantwortung.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Das Massaker von Kairo mit seiner Vorgeschichte von Politikversagen, Verrat und T\u00e4uschung ist eine dreifache Z\u00e4sur: Das Experiment der demokratischen Z\u00e4hmung des politischen Islams ist abgebrochen worden. Das politische B\u00fcndnis zwischen dem Westen und dem wichtigsten arabischen Land steht auf der Kippe. Und die Einflusssph\u00e4ren im Nahen Osten werden neu aufgeteilt.<\/p>\n<p>Die westlichen Diplomaten wurden von den \u00e4gyptischen Verb\u00fcndeten get\u00e4uscht. Ihr Scheitern war gewollt, der Misserfolg lieferte den Vorwand f\u00fcr die Gewalt der Sicherheitskr\u00e4fte. Das \u00e4gyptische Milit\u00e4r hat seine westlichen Partner hereingelegt und sie dadurch zu unfreiwilligen Komplizen eines Massakers gemacht.<\/p>\n<p>Der Schock dar\u00fcber sitzt tief in Berlin, Br\u00fcssel und Washington. Jetzt streitet man sich \u00fcber den richtigen Umgang mit dem Regime in \u00c4gypten: Braucht man nach dem Scheitern der Diplomatie nicht endlich eine klare Sprache? Oder beraubt man sich dadurch des letzten Einflusses? Mit welchem Regime hat es der Westen zu tun? Was ist zu sagen, wenn liberale und s\u00e4kulare Kr\u00e4fte der Vernichtung des politischen Gegners applaudieren, Islamisten Kirchen anz\u00fcnden, Gener\u00e4le auf das eigene Volk schie\u00dfen lassen?<\/p>\n<p>W\u00e4hrend man sich in westlichen Staatskanzleien konsterniert diese Fragen stellt, rutscht \u00c4gypten in einen Dauerkonflikt ab, Tag f\u00fcr Tag ein bisschen mehr. Sicherheitskr\u00e4fte schie\u00dfen auf Demonstranten. Dschihadisten \u00fcberfallen Milit\u00e4r- und Polizeiposten auf der Sinaihalbinsel, Kirchen gehen in Flammen auf. \u00dcber tausend Tote sind allein seit der vergangenen Woche zu beklagen.<\/p>\n<p>In der Nacht zum Dienstag wurde der Chef der Muslimbr\u00fcder verhaftet. Der Bewegung soll die Spitze genommen werden, fast alle F\u00fchrer der Bruderschaft und der Freiheits- und Gerechtigkeitspartei sitzen mittlerweile in Haft. Mohammed Badie, dem Chef der Muslimbr\u00fcder, wird Anstiftung zum Mord vorgeworfen. Der \u00dcbergangsministerpr\u00e4sident Hasim al-Beblawi hat angeregt, die ganze Bewegung zu verbieten. Aber kann man ein Viertel der \u00c4gypter, Unterst\u00fctzer und W\u00e4hler, gleich mit verbieten?<\/p>\n<p>Immerhin stellten die Muslimbr\u00fcder bis vor sechs Wochen die gr\u00f6\u00dfte Partei und den gew\u00e4hlten Pr\u00e4sidenten des Landes. Und noch nirgendwo hat es auf Dauer funktioniert, den politischen Islam allein mit Gewalt in den Griff zu kriegen. Das hat sich schon in der kemalistischen T\u00fcrkei und im Persien des Schahs gezeigt. Ohne politische Integration droht der Umsturz oder ein permanenter Krieg mit Abertausenden von Toten.<\/p>\n<p>Kein Zweifel, die Muslimbr\u00fcder haben ihre Chance vertan. Mohammed Mursi erwies sich in einem Jahr an der Macht als ein unf\u00e4higer Pr\u00e4sident, der in der Wirtschafts- und Versorgungskrise versagte, die staatlichen Apparate mit eigenen Leuten durchsetzte und sich ansonsten auf die Durchsetzung schariakonformer \u00f6ffentlicher Sittlichkeit konzentrierte. Daf\u00fcr h\u00e4tte er eine krachende Abwahl verdient gehabt, aber keinen Milit\u00e4rputsch. Die Millionen-Demonstrationen Ende Juni w\u00e4ren ein guter Anlass f\u00fcr vorgezogene Wahlen gewesen. Stattdessen nutzte sie General Al-Sissi als demokratisches Vorspiel f\u00fcr die quasi-diktatorische Macht\u00fcbernahme.<\/p>\n<p>Die westlichen Regierungen tun sich schwer, diesen Vorgang korrekt zu benennen: als Putsch. So hei\u00dft es nun einmal, wenn das Milit\u00e4r einen demokratisch gew\u00e4hlten Pr\u00e4sidenten abr\u00e4umt und ins Gef\u00e4ngnis steckt, egal, ob man den prominenten H\u00e4ftling sch\u00e4tzt oder nicht. Es ist ein Putsch nicht nur gegen die Muslimbr\u00fcder, sondern gegen die demokratische Revolution und die Freiheit der \u00c4gypter. Die Gener\u00e4le haben sich entschlossen, das Demokratie-Experiment abzubrechen \u2013 paradoxerweise unter gro\u00dfem Applaus eines erheblichen Teils der Bev\u00f6lkerung.<\/p>\n<p>In den Ministerien und Beh\u00f6rden erwachen nun die Schl\u00e4fer des alten Regimes, die Revolution und Muslimbruderherrschaft still \u00fcberstanden hatten. Sie ziehen Listen mit politisch Verd\u00e4chtigen aus den Aktenschr\u00e4nken, die jetzt Anw\u00e4rter auf eine Gef\u00e4ngniszelle sind. Zugleich wird der alte Herrscher Hosni Mubarak diese Woche auf freien Fu\u00df gesetzt, das sagen zumindest seine Anw\u00e4lte. Seine treuen Gouverneure sind in 27 Regionen bereits wieder im Amt. Die revolution\u00e4ren Verh\u00e4ltnisse werden auf den Kopf gestellt. Die Konterrevolution ist in vollem Gange.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend unter Mursi \u2013 wenn auch zu seinem Verdruss \u2013 in \u00c4gypten eine bunte und kritische Medienlandschaft herrschte, ist die Presse jetzt innerhalb k\u00fcrzester Zeit gleichgeschaltet worden. Die Muslimbr\u00fcder werden schlichtweg zu \u00bbTerroristen\u00ab ab-gestempelt. Gegen westliche Berichterstatter hat der Generalstab eine Hasskampagne losgetreten.<\/p>\n<p>Eine Welle des Nationalismus und des Antiwestlertums geht durch \u00c4gypten. Die liberale -Organisation Tamarrod, Kern der Anti-Mursi&#8211;Bewegung, hat dazu aufgerufen, die Beziehungen zu Amerika zu \u00fcberpr\u00fcfen und einzufrieren. In Kairo \u00fcberschlagen sich s\u00e4kulare Publizisten und Politiker mit \u00e4tzender Kritik an Amerika und Europa. Der Westen wird als naiv gescholten oder als anti-\u00e4gyptisch, als Freund der Terroristen und Feinde \u00c4gyptens, womit die Muslimbr\u00fcder gemeint sind.<\/p>\n<p>Das Milit\u00e4rregime l\u00e4sst Kritik abprallen mit Verweis auf die vielen \u00c4gypter, die hinter ihm stehen. General Sissi ist zum Nationalhelden geworden. Verl\u00e4ssliche Umfragen gibt es derzeit nicht: Doch auch wenn eine Mehrheit der \u00c4gypter Sissi sch\u00e4tzt, wird noch keine Demokratie daraus. Denn die braucht Wahlen, friedlichen Machtwechsel und den politischen und physischen Schutz der Verlierer eines Machtkampfes. Das Gegenteil ist derzeit in \u00c4gypten zu beobachten.<\/p>\n<p>Der Trumpf der Gener\u00e4le ist das Versprechen von Stabilit\u00e4t nach innen und au\u00dfen. Damit ziehen sie die revolutionsm\u00fcden \u00c4gypter, die Freunde in Saudi-Arabien und auch die israelischen Nachbarn auf ihre Seite. Auch im Westen sind viele f\u00fcr diese Verhei\u00dfung empf\u00e4nglich.<\/p>\n<p>Doch \u00c4gypten wird instabiler, und dies in einem Ma\u00dfe, dass die \u00c4ra Mubaraks und das Jahr mit Mursi bald wie eine friedliche Idylle erscheinen k\u00f6nnten. Die Ausgrenzung und das m\u00f6gliche Verbot der Muslimbr\u00fcder kann Teile der Islamisten in den gewaltsamen Widerstand treiben.<\/p>\n<p>Die Muslimbr\u00fcder hatten in den siebziger Jahren der Gewalt abgeschworen, militante Anh\u00e4nger spalteten sich ab. Die Mainstream-Islamisten nahmen seit den achtziger Jahren an Wahlen teil. Die Organisation unterhielt keine geheimen Waffenlager, wie regimetreue Journalisten behaupten. Aber das hei\u00dft nicht, dass die Muslimbruderschaft auf ewig bei ihrer gewaltfreien Linie bleibt. Aus Libyen und \u00fcber den Sinai k\u00f6nnen Waffen nach \u00c4gypten geschmuggelt werden. Die Zukunft der Bewegung ist offen. Sie kann sich weiter spalten, in Moderate und Gewaltbereite. Sie kann auch insgesamt eine taktische Allianz mit radikaleren Gruppen eingehen.<\/p>\n<p>L\u00e4ngst haben sich Dschihadisten und Bombenwerfer zu selbst erkl\u00e4rten Verb\u00fcndeten der verfolgten Muslimbr\u00fcder gemacht. Dass im Sinai 25 Beamte aus dem Hinterhalt erschossen wurden, zeigt, wie unbeherrschbar die Lage ist. Trotz erh\u00f6hter Milit\u00e4rpr\u00e4senz und israelischer Drohnenangriffe wird die Sinaihalbinsel zur unkontrollierbaren Durchgangsstation f\u00fcr Dschihadisten. Die Attacken haben seit dem Putsch vom 3. Juli stark zugenommen. Bei den Demonstrationen in Kairo starben auch Polizisten durch Waffen von islamischen Radikalen. Das schlimmste Schicksal jedoch widerf\u00e4hrt den Christen.<\/p>\n<p>Extremisten z\u00fcnden t\u00e4glich Kirchen an, \u00fcber sechzig in der vergangenen Woche. In der Nil-Stadt Minja hetzte ein islamistischer Mob Christen zu Tode. Islamisten werfen den Christen vor, das Milit\u00e4r zum Putsch angestachelt zu haben. Die meisten Christen wiederum sehen im Milit\u00e4r die letzte Zuflucht und setzen auf den starken Mann Sissi. Der koptische Papst Tawadros II. sa\u00df in der Nacht des Putsches vom 3. Juli neben Sissi. Die Armee aber kann die t\u00e4glichen Angriffe nicht verhindern, sondern h\u00f6chstens -r\u00e4chen. Daraus entsteht der Teufelskreis der Gewalt in \u00c4gypten. Die einfachen Gl\u00e4ubigen bezahlen den Preis der politischen Irrfahrt.<\/p>\n<p>\u00c4gypten war vor dem Putsch schon instabil \u2013 wirtschaftlich und politisch. Aber zu einem Land am Abgrund eines B\u00fcrgerkrieges ist es erst seit dem Putsch geworden.<\/p>\n<p>Das stellt \u00c4gyptens westliche Partner vor ein Dilemma: Es ist unm\u00f6glich, den neuen Herrschern einfach weiter Entwicklungs- und Milit\u00e4rhilfe zu zahlen, als h\u00e4tten sie kein Blut an den H\u00e4nden. Zugleich geht die Angst um, dass Sanktionen und Druck gegen \u00c4gypten nur noch mehr Chaos und den Verlust jeglichen Einflusses bringen w\u00fcrden.<\/p>\n<p>So begn\u00fcgt der Westen sich mit halbherzigen Gesten: Deutschland setzt die Entwicklungshilfe aus und stoppt Waffenlieferungen an \u00c4gypten, spricht aber immer noch von \u00bbInklusion\u00ab und \u00bbKompromiss\u00ab. Die Amerikaner sagen zwar ein Man\u00f6ver ab, verz\u00f6gern die Lieferung von Kampfflugzeugen und stellen Teile ihrer Wirtschaftshilfe ein, lassen aber die viel bedeutendere Unterst\u00fctzung des Milit\u00e4rs \u2013 1,5 Milliarden Dollar j\u00e4hrlich \u2013 bisher unangetastet.<\/p>\n<p>Obama verurteilt die Gewalt, aber er meidet das Wort <i>coup,<\/i> weil laut amerikanischem Gesetz nach einem Putsch die Milit\u00e4rhilfe eingefroren werden muss. Auch die deutsche Regierung h\u00e4lt sich auff\u00e4llig zur\u00fcck. Man will die Amerikaner nicht in Zugzwang bringen, mit den neuen Herrschern am Nil zu brechen.<\/p>\n<p>Dahinter steht die Furcht, dass ein offener Bruch mit Kairo westlichen Interessen schaden k\u00f6nnte. Sie wiegt f\u00fcr Amerikaner und Europ\u00e4er auch nach dem Blutbad von Kairo noch schwerer als die Abscheu vor der Brutalit\u00e4t des Regimes. Das zeigt sich daran, dass an der Milit\u00e4rhilfe festgehalten wird, dem Kern der \u00e4gyptisch-ameri-kanischen Kooperation. Sie d\u00fcrfe nicht gestrichen werden, weil sie Einfluss bringe, hei\u00dft es. \u00dcberzeugend ist das nicht mehr: Der Putsch, der nicht so hei\u00dfen darf, hat eben diese Illusion zunichtegemacht.<\/p>\n<p>Was tun? Das Modell des Klientelstaates \u00c4gypten wird von den Ereignissen \u00fcberholt. Es gab drei Gr\u00fcnde, um die vielen Milliarden, die man an Kairo zahlte, f\u00fcr gut angelegtes Geld zu halten: Das \u00c4gypten der Milit\u00e4rs versprach Stabilit\u00e4t im bev\u00f6lkerungsreichsten Land der Region. Das Regime bekannte sich zum Kalten Frieden mit dem Nachbarn Israel. Und es bek\u00e4mpfte den islamistischen Radikalismus.<\/p>\n<p>Alle drei Gr\u00fcnde gelten nicht mehr. In Wahrheit ist \u00c4gypten nicht stabil, sondern ein Unruheherd in der Region, weil die Milit\u00e4rs das Land seit Jahren auspl\u00fcndern, statt es zu entwickeln. Die Kleptokratie hat das reiche Land zum \u00f6konomischen Pflegefall gemacht, \u00fcberschuldet und abh\u00e4ngig von internationalen Krediten. Der Frieden mit Israel beruht l\u00e4ngst nicht mehr auf j\u00e4hrlichen Schecks aus Washington. \u00c4gypten hat weder das Interesse noch die M\u00f6glichkeit, den j\u00fcdischen Staat milit\u00e4risch herauszufordern. Das wissen die Gener\u00e4le. Schlie\u00dflich: Den gewaltt\u00e4tigen Islamismus haben die Milit\u00e4rs und Geheimdienstler durch Unterdr\u00fcckung und Brutalit\u00e4t mitgeformt. Al-Kaida-Chef Aiman al-Sawahiri, ein \u00c4gypter, hat sein Weltbild in Mubaraks Folterknast geh\u00e4rtet.<\/p>\n<p>Sollte Amerika sein Geld zur\u00fcckhalten, bieten sich den \u00c4gyptern schon neue Paten an: Saudi-Arabien hat signalisiert, Ausf\u00e4lle westlicher Hilfszahlungen sofort auszugleichen. Zusammen mit den Vereinigten Arabischen Emiraten hat das K\u00f6nigshaus ein Hilfspaket in H\u00f6he von zw\u00f6lf Milliarden Euro gepackt \u2013 zur Unterst\u00fctzung der Milit\u00e4rjunta. Auch Russland, stets an der Seite der Autokratie, signalisiert Bereitschaft, jene L\u00fccken zu schlie\u00dfen, die westliche Sanktionen hinterlassen w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Die Warnung, \u00c4gypten drifte ins antiwestliche Lager ab, wenn der Westen nicht mehr zahle, ist dennoch ein durchschaubarer Erpressungsversuch. Das Regime wird zwar gerne saudische und russische Schecks annehmen, doch langfristig hat das Land keine Chance ohne echte Entwicklung in Freiheit. Rohstoffdespotien sind f\u00fcr \u00c4gypten kein Modell. Das Gas reicht nicht daf\u00fcr. In \u00c4gypten kann Stabilit\u00e4t langfristig nicht durch Panzer garantiert werden. Das ist die Wahrheit des Aufstands von 2011, die nun niedergewalzt wird.<\/p>\n<p>Die z\u00f6gerliche Politik des Westens ist damit gescheitert. Indem sie hier ein bisschen Mursi und da ein bisschen das Milit\u00e4r unterst\u00fctzt hat, bewirkte sie das Gegenteil dessen, was sie wollte: Sie hat die Eskalation bef\u00f6rdert, statt sie zu verhindern. Als US-Au\u00dfenminister John Kerry Anfang August erkl\u00e4rte, die Gener\u00e4le seien dabei, \u00bbdie Demokratie wiederherzustellen\u00ab, zogen diese den Schluss, dass Amerika sich ihnen nicht entgegenstellen w\u00fcrde. Es gab plausible Gr\u00fcnde f\u00fcr die Zur\u00fcckhaltung \u2013 solange die Hoffnung einer Vermittlung bestand. Nachdem sie entt\u00e4uscht wurde, w\u00e4re jetzt Klarheit gefordert. Ein Putsch ist ein Putsch, ein Despot ein Despot, und ein Massaker ist ein Massaker.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Diesen Text haben mein Kollege Michael Thumann und ich zusammen f\u00fcr die letzte Ausgabe der ZEIT verfasst, wo er am Donnerstag auf Seite 3 erschienen ist: Als am letzten Donnerstag die Bulldozer, die Panzer und die Sniper in Kairo zuschlugen, waren die beiden Diplomaten schon abgezogen. Voll finsterer Vorahnungen hatten die Vertreter des Westens \u00c4gypten [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":54,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"jetpack_post_was_ever_published":false,"footnotes":""},"categories":[9460],"tags":[28882,1678,9463,25328,15713,28858,28859],"class_list":["post-6092","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-agypten","tag-agypten","tag-massaker","tag-mubarak","tag-mursi","tag-muslimbruder","tag-putsch","tag-sissi"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v21.0 - https:\/\/yoast.com\/wordpress\/plugins\/seo\/ -->\n<title>Warum gegen\u00fcber \u00c4gypten eine klare Sprache gefordert ist - J\u00f6rg Lau<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/blog.zeit.de\/joerglau\/2013\/08\/26\/warum-gegenuber-agypten-eine-klare-sprache-gefordert-ist_6092\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Warum gegen\u00fcber \u00c4gypten eine klare Sprache gefordert ist - J\u00f6rg Lau\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Diesen Text haben mein Kollege Michael Thumann und ich zusammen f\u00fcr die letzte Ausgabe der ZEIT verfasst, wo er am Donnerstag auf Seite 3 erschienen ist: Als am letzten Donnerstag die Bulldozer, die Panzer und die Sniper in Kairo zuschlugen, waren die beiden Diplomaten schon abgezogen. Voll finsterer Vorahnungen hatten die Vertreter des Westens \u00c4gypten [&hellip;]\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/blog.zeit.de\/joerglau\/2013\/08\/26\/warum-gegenuber-agypten-eine-klare-sprache-gefordert-ist_6092\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"J\u00f6rg Lau\" \/>\n<meta property=\"article:published_time\" content=\"2013-08-26T08:58:54+00:00\" \/>\n<meta property=\"article:modified_time\" content=\"2015-12-16T16:14:13+00:00\" \/>\n<meta name=\"author\" content=\"J\u00f6rg Lau\" \/>\n<meta name=\"twitter:card\" content=\"summary_large_image\" \/>\n<meta name=\"twitter:label1\" content=\"Geschrieben von\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data1\" content=\"J\u00f6rg Lau\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:label2\" content=\"Gesch\u00e4tzte Lesezeit\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data2\" content=\"10\u00a0Minuten\" \/>\n<script type=\"application\/ld+json\" class=\"yoast-schema-graph\">{\"@context\":\"https:\/\/schema.org\",\"@graph\":[{\"@type\":\"WebPage\",\"@id\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/joerglau\/2013\/08\/26\/warum-gegenuber-agypten-eine-klare-sprache-gefordert-ist_6092\",\"url\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/joerglau\/2013\/08\/26\/warum-gegenuber-agypten-eine-klare-sprache-gefordert-ist_6092\",\"name\":\"Warum gegen\u00fcber \u00c4gypten eine klare Sprache gefordert ist - J\u00f6rg Lau\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/joerglau\/#website\"},\"datePublished\":\"2013-08-26T08:58:54+00:00\",\"dateModified\":\"2015-12-16T16:14:13+00:00\",\"author\":{\"@id\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/joerglau\/#\/schema\/person\/55f0be9bfac24815791fbc852b042f57\"},\"breadcrumb\":{\"@id\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/joerglau\/2013\/08\/26\/warum-gegenuber-agypten-eine-klare-sprache-gefordert-ist_6092#breadcrumb\"},\"inLanguage\":\"de\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"ReadAction\",\"target\":[\"https:\/\/blog.zeit.de\/joerglau\/2013\/08\/26\/warum-gegenuber-agypten-eine-klare-sprache-gefordert-ist_6092\"]}]},{\"@type\":\"BreadcrumbList\",\"@id\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/joerglau\/2013\/08\/26\/warum-gegenuber-agypten-eine-klare-sprache-gefordert-ist_6092#breadcrumb\",\"itemListElement\":[{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":1,\"name\":\"Startseite\",\"item\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/joerglau\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":2,\"name\":\"Warum gegen\u00fcber \u00c4gypten eine klare Sprache gefordert ist\"}]},{\"@type\":\"WebSite\",\"@id\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/joerglau\/#website\",\"url\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/joerglau\/\",\"name\":\"J\u00f6rg Lau\",\"description\":\"Ein Blog \u00fcber Religion und Politik\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"SearchAction\",\"target\":{\"@type\":\"EntryPoint\",\"urlTemplate\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/joerglau\/?s={search_term_string}\"},\"query-input\":\"required name=search_term_string\"}],\"inLanguage\":\"de\"},{\"@type\":\"Person\",\"@id\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/joerglau\/#\/schema\/person\/55f0be9bfac24815791fbc852b042f57\",\"name\":\"J\u00f6rg Lau\",\"image\":{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"de\",\"@id\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/joerglau\/#\/schema\/person\/image\/\",\"url\":\"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/a5fe39bf4f5335b8bac36eefa0b41467221b1598bfea5f05159a0199e391eed0?s=96&d=mm&r=g\",\"contentUrl\":\"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/a5fe39bf4f5335b8bac36eefa0b41467221b1598bfea5f05159a0199e391eed0?s=96&d=mm&r=g\",\"caption\":\"J\u00f6rg Lau\"},\"url\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/joerglau\/author\/joerg-lau\"}]}<\/script>\n<!-- \/ Yoast SEO plugin. -->","yoast_head_json":{"title":"Warum gegen\u00fcber \u00c4gypten eine klare Sprache gefordert ist - J\u00f6rg Lau","robots":{"index":"index","follow":"follow","max-snippet":"max-snippet:-1","max-image-preview":"max-image-preview:large","max-video-preview":"max-video-preview:-1"},"canonical":"https:\/\/blog.zeit.de\/joerglau\/2013\/08\/26\/warum-gegenuber-agypten-eine-klare-sprache-gefordert-ist_6092","og_locale":"de_DE","og_type":"article","og_title":"Warum gegen\u00fcber \u00c4gypten eine klare Sprache gefordert ist - J\u00f6rg Lau","og_description":"Diesen Text haben mein Kollege Michael Thumann und ich zusammen f\u00fcr die letzte Ausgabe der ZEIT verfasst, wo er am Donnerstag auf Seite 3 erschienen ist: Als am letzten Donnerstag die Bulldozer, die Panzer und die Sniper in Kairo zuschlugen, waren die beiden Diplomaten schon abgezogen. Voll finsterer Vorahnungen hatten die Vertreter des Westens \u00c4gypten [&hellip;]","og_url":"https:\/\/blog.zeit.de\/joerglau\/2013\/08\/26\/warum-gegenuber-agypten-eine-klare-sprache-gefordert-ist_6092","og_site_name":"J\u00f6rg Lau","article_published_time":"2013-08-26T08:58:54+00:00","article_modified_time":"2015-12-16T16:14:13+00:00","author":"J\u00f6rg Lau","twitter_card":"summary_large_image","twitter_misc":{"Geschrieben von":"J\u00f6rg Lau","Gesch\u00e4tzte Lesezeit":"10\u00a0Minuten"},"schema":{"@context":"https:\/\/schema.org","@graph":[{"@type":"WebPage","@id":"https:\/\/blog.zeit.de\/joerglau\/2013\/08\/26\/warum-gegenuber-agypten-eine-klare-sprache-gefordert-ist_6092","url":"https:\/\/blog.zeit.de\/joerglau\/2013\/08\/26\/warum-gegenuber-agypten-eine-klare-sprache-gefordert-ist_6092","name":"Warum gegen\u00fcber \u00c4gypten eine klare Sprache gefordert ist - J\u00f6rg Lau","isPartOf":{"@id":"https:\/\/blog.zeit.de\/joerglau\/#website"},"datePublished":"2013-08-26T08:58:54+00:00","dateModified":"2015-12-16T16:14:13+00:00","author":{"@id":"https:\/\/blog.zeit.de\/joerglau\/#\/schema\/person\/55f0be9bfac24815791fbc852b042f57"},"breadcrumb":{"@id":"https:\/\/blog.zeit.de\/joerglau\/2013\/08\/26\/warum-gegenuber-agypten-eine-klare-sprache-gefordert-ist_6092#breadcrumb"},"inLanguage":"de","potentialAction":[{"@type":"ReadAction","target":["https:\/\/blog.zeit.de\/joerglau\/2013\/08\/26\/warum-gegenuber-agypten-eine-klare-sprache-gefordert-ist_6092"]}]},{"@type":"BreadcrumbList","@id":"https:\/\/blog.zeit.de\/joerglau\/2013\/08\/26\/warum-gegenuber-agypten-eine-klare-sprache-gefordert-ist_6092#breadcrumb","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Startseite","item":"https:\/\/blog.zeit.de\/joerglau"},{"@type":"ListItem","position":2,"name":"Warum gegen\u00fcber \u00c4gypten eine klare Sprache gefordert ist"}]},{"@type":"WebSite","@id":"https:\/\/blog.zeit.de\/joerglau\/#website","url":"https:\/\/blog.zeit.de\/joerglau\/","name":"J\u00f6rg Lau","description":"Ein Blog \u00fcber Religion und Politik","potentialAction":[{"@type":"SearchAction","target":{"@type":"EntryPoint","urlTemplate":"https:\/\/blog.zeit.de\/joerglau\/?s={search_term_string}"},"query-input":"required name=search_term_string"}],"inLanguage":"de"},{"@type":"Person","@id":"https:\/\/blog.zeit.de\/joerglau\/#\/schema\/person\/55f0be9bfac24815791fbc852b042f57","name":"J\u00f6rg Lau","image":{"@type":"ImageObject","inLanguage":"de","@id":"https:\/\/blog.zeit.de\/joerglau\/#\/schema\/person\/image\/","url":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/a5fe39bf4f5335b8bac36eefa0b41467221b1598bfea5f05159a0199e391eed0?s=96&d=mm&r=g","contentUrl":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/a5fe39bf4f5335b8bac36eefa0b41467221b1598bfea5f05159a0199e391eed0?s=96&d=mm&r=g","caption":"J\u00f6rg Lau"},"url":"https:\/\/blog.zeit.de\/joerglau\/author\/joerg-lau"}]}},"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/pG02W-1Ag","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.zeit.de\/joerglau\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6092","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.zeit.de\/joerglau\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.zeit.de\/joerglau\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.zeit.de\/joerglau\/wp-json\/wp\/v2\/users\/54"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.zeit.de\/joerglau\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6092"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/blog.zeit.de\/joerglau\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6092\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6163,"href":"https:\/\/blog.zeit.de\/joerglau\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6092\/revisions\/6163"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.zeit.de\/joerglau\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6092"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.zeit.de\/joerglau\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6092"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.zeit.de\/joerglau\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6092"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}