{"id":6136,"date":"2015-12-11T14:30:10","date_gmt":"2015-12-11T13:30:10","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.zeit.de\/joerglau\/?p=6136"},"modified":"2015-12-17T08:46:39","modified_gmt":"2015-12-17T07:46:39","slug":"warum-sich-israels-lage-im-postamerikanischen-nahen-osten-verbessert-hat","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zeit.de\/joerglau\/2015\/12\/11\/warum-sich-israels-lage-im-postamerikanischen-nahen-osten-verbessert-hat_6136","title":{"rendered":"Warum sich Israels Lage im postamerikanischen Nahen Osten verbessert hat"},"content":{"rendered":"<p class=\"western\"><em>Am Dienstag hatte ich Gelegenheit, mit Generalmajor a.D. Amos Yadlin zu sprechen. Er leitet Israels bedeutendsten <a href=\"http:\/\/www.inss.org.il\/index.aspx?id=5080\">Thinktank INSS<\/a>. Yadlin war Kampfpilot in der israelischen Luftwaffe. Er geh\u00f6rte zu dem Team, das 1981 den irakischen <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Operation_Opera\">Atomreaktor Osirak zerst\u00f6rte<\/a>. Sp\u00e4ter diente Yadlin unter anderem als Chef des Milit\u00e4rgeheimdienstes. Im letzten Wahlkampf trat\u00a0er als Schatten-Verteidigungsminister im\u00a0(unterlegenen) Lager\u00a0des Labour-Kandidaten Isaac\u00a0Herzog an.<\/em><\/p>\n<p class=\"western\">DIE ZEIT: General Yadlin, es tobt seit Jahren B\u00fcrgerkrieg in Syrien, nun zunehmend unter globaler Beteiligung, es gibt eine russische Intervention, t\u00fcrkisch-russische Spannungen, und der Islamische Staat macht sich in zwei zerfallenen Staaten ihrer Nachbarschaft breit. Erleben wir heute in Israels Region\u00a0die ersten Momente eines postamerikanischen Nahen Ostens?<!--more--><\/p>\n<p class=\"western\">AMOS YADLIN: Zu einem gewissen Grad ist das wohl so. Und dies hat drei Gr\u00fcnde. Erstens ist Amerika nahezu energieunabh\u00e4ngig geworden und wendet sich darum tendenziell ab. Zweitens geschieht dies auch wegen des Traumas zweier verlorener, sinnloser Kriege, die ihre Ziele nicht erreicht haben. Drittens bef\u00f6rdert die politische Philosophie des derzeitigen US-Pr\u00e4sidenten diese Entwicklung, der mehr an Diplomatie glaubt als an die h\u00e4rteren Werkzeuge der Politik. Diese Faktoren bewirken, dass Amerikas F\u00fchrungsrolle nicht mehr so stark wahrgenommen wird. Dennoch: in etwas mehr als einem Jahr wird sich das vielleicht wieder \u00e4ndern durch einen neuen Pr\u00e4sidenten oder eine Pr\u00e4sidentin.<\/p>\n<p class=\"western\">ZEIT: Kann man diese Entwicklung denn einfach zur\u00fcckdrehen?<\/p>\n<p class=\"western\">Yadlin: Seit dem Beginn des Arabischen Fr\u00fchlings gibt es in der Region die Wahrnehmung, dass man sich auf Amerika nicht mehr verlassen k\u00f6nne. Dies kommt in der Redewendung zum Ausdruck, Obama habe Mubarak den W\u00f6lfen zum Fra\u00df vorgeworfen. Aber ich halte das f\u00fcr eine \u00dcbertreibung. Wenn ich nach vorne schaue, sehe ich keinen dramatischen R\u00fcckzug Amerikas. Denn auch wenn Amerikas Energieversorgung einmal vollst\u00e4ndig unabh\u00e4ngig vom \u00d6l der Region werden sollte, wird der \u00d6lpreis doch weiterhin im Nahen Osten entschieden.<\/p>\n<p class=\"western\">ZEIT: Wenn Sie die letzten 15 Jahre Revue passieren lassen, dann war da eine Bush-Regierung, die allerdings einen sehr klaren F\u00fchrungsanspruch in der Region hatte, die sogar den ganzen Nahen Osten im Sinne von Freiheit und Demokratie umkrempeln wollte. Dann kam Obama, der die Kriege beenden und sich generell mehr Asien zuwenden wollte. Nach je zwei Amtszeiten Bush und Obama scheint das Chaos perfekt. Welcher Ansatz hat mehr zur Destabilisierung der Region beigetragen?<\/p>\n<p class=\"western\">Yadlin: Sehen Sie, die viel beschworene \u201eWendung nach Asien\u201c ist gar nicht so einfach. Mag sein, dass der Westen sich nicht mehr so f\u00fcr den Nahen Osten interessiert. Der Nahe Osten interessiert sich aber f\u00fcr euch, wie man gerade in Paris und San Bernardino gesehen hat. Die Quelle des Terrorismus, der Fl\u00fcchtlingswellen, der Instabilit\u00e4t im internationalen System ist ungl\u00fccklicher Weise weiterhin unsere Region. Bush oder Obama: Beide Extreme sind nicht w\u00fcnschenswert. George W. Bush hat \u00fcberreagiert. Sein Krieg in Afghanistan war zwar gerechtfertigt, der Krieg im Irak aber war ein kolossaler Fehler. Doch was wir heute an amerikanischer Nicht-Politik in Syrien, in Libyen, im Jemen und im Irak erleben, ist auch sehr sch\u00e4dlich. Nichthandeln und R\u00fcckzug k\u00f6nnen ebenso zerst\u00f6rerisch wirken. Die Kunst der Strategie besteht darin zu wissen, wann man jeweils harte und weiche Machtmittel einsetzen muss.<\/p>\n<p class=\"western\">ZEIT: Und wie erkennt\u00a0man das?<\/p>\n<p class=\"western\">Yadlin: Die goldene Regel besteht darin, sich nur dann auf eine milit\u00e4rische Kampagne einzulassen, wenn die Sache gerechtfertigt ist, wenn sie im nationalen Interesse liegt, wenn sie mit verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigen Mitteln erreicht werden kann und wenn es eine Exit-Strategie gibt. Ich geh\u00f6rte zu den wenigen in Israel und dar\u00fcber hinaus, die schon 2011 dazu aufgerufen haben, Assad auch mit milit\u00e4rischen Mitteln von der Macht zu vertreiben. Wenn die USA damals mit ihren Alliierten in der Region gehandelt h\u00e4tten, w\u00e4re es m\u00f6glich gewesen, einer Viertelmillion Menschen den Tod und vielen Millionen die Flucht zu ersparen. Davon bin ich \u00fcberzeugt.<\/p>\n<p class=\"western\">ZEIT: Es gibt heute viele, die Assad f\u00fcr die weniger schlimme Alternative gegen\u00fcber dem IS halten? Gewisserma\u00dfen: Besser mit dem Teufel leben, den wir kennen. Sie glauben das nicht?<\/p>\n<p class=\"western\">Yadlin: Das ist grundfalsch. Wer hat den IS geschaffen? Das war zu einem erheblichen Teil Assad, indem er die Sunniten abgeschlachtet hat. Weil die Sunniten in Syrien wie schon zuvor im Irak alleine gelassen wurden, wandten sie sich dem IS zu. \u00dcbrigens: Wieviele Menschen sind durch den IS get\u00f6tet wurden, und wieviele durch Assad? Das Verh\u00e4ltnis liegt ungef\u00e4hr Eins zu Hundert. Ja, der IS tut es auf eine besonders schreckliche Weise und ist sehr gut darin, im Web mit seinen Grausamkeiten Propaganda zu machen. Assad hingegen macht keine Videos von seinen Massakern. Aber er ist viel schlimmer. Die L\u00f6sung in Syrien kann nur darin bestehen, dass wir beide Seiten bek\u00e4mpfen. Der Westen z\u00f6gert aus gutem Grund, Bodentruppen zu stellen, aber sie werden ben\u00f6tigt. Wir werden den IS nie los, wenn wir den Sunniten kein Angebot machen, in einer Koalition gegen den IS zu k\u00e4mpfen. Bodentruppen m\u00fcssen aus sunnitischen L\u00e4ndern kommen. Das wird aber nie geschehen, wenn wir einen Deal mit Assad machen und es keine Perspektive gibt, dass er von der Macht verschwindet.<\/p>\n<p class=\"western\">ZEIT: Wie hat Russlands Eingreifen die Lage ver\u00e4ndert? Ein Ziel Putins scheint doch zu sein, Assads Macht zu sichern?<\/p>\n<p class=\"western\">Yadlin: Assad behauptet, er k\u00e4mpfe gegen den Terrorismus, aber bisher geht er nicht wirklich gegen den IS vor, sondern vor allem gegen die anderen Aufst\u00e4ndischen \u2013 von den Moderaten der Freien Syrischen Armee bis zu den Dschihadisten der Al-Nusra-Front. So haben es auch die Russen anfangs gehalten, bis dann das Flugzeug mit russischen Touristen einem Bombenanschlag zum Opfer fiel. Sie haben bis dahin etwa 10 Prozent ihrer Angriffe gegen den IS gerichtet, nun ist es etwa die H\u00e4lfte. Die russische Intervention in meinen Augen ist eine negative Entwicklung, denn ich will, dass Assad besiegt wird. Nicht durch den IS, sondern durch andere Kr\u00e4fte.<\/p>\n<p class=\"western\">ZEIT: \u00c4ndern die Attentate auf das russische Flugzeug und in Paris etwas an der russischen Haltung?<\/p>\n<p class=\"western\">Yadlin: Vielleicht bin ich da zu optimistisch, aber ich hoffe auf die Einsicht der Russen. Zwei Monate nach dem Beginn des russischen Engagements zeigt sich, dass der Syrien-Einsatz einen hohen Preis hat. Die Russen verstehen langsam, dass man Assad irgendwann loswerden muss. Nicht sein Regime in toto. Aber sie sind meines Erachtens bereit, eine Zukunft f\u00fcr Syrien zu erw\u00e4gen, in der einige Elemente des Regimes bleiben k\u00f6nnen \u2013 schon um zu garantieren, dass die Alawiten nicht abgeschlachtet werden. Auch die westlich gef\u00fchrte Koalition wird in Syrien den Sicherheitsapparat des Regimes nicht vollst\u00e4ndig aufl\u00f6sen wollen, weil sich das im Irak schon als fataler Fehler erwiesen hat.<\/p>\n<p class=\"western\">ZEIT: Sie glauben, den Russen sei ihr Einflu\u00df in der Region am Ende wichtiger als Assad?<\/p>\n<p class=\"western\">Yadlin: Schauen sie, Russland zahlt schon jetzt einen bitteren Preis: Erstens flie\u00dft bereits russisches Blut durch diesen Konflikt. Kampfpiloten sind gestorben, ebenso Angeh\u00f6rige von Spezialkr\u00e4ften, und Flugzeuge fallen nach Bombenanschl\u00e4gen vom Himmel. Einen Krieg zu beginnen &#8211; das wissen wir in Israel &#8211; sieht manchmal vielversprechend aus, doch nach zwei Monaten stellt man meist fest, dass die Sache erheblich schwieriger ist als gedacht. Die Russen zahlen einen hohen Preis, weil ihr Ansehen bei den sunnitischen Staaten sinkt. Sie waren zuvor in einer sehr guten strategischen Situation. Sie hatten gute Beziehungen mit beinahe jedermann \u2013 mit Saudis und Iranern, mit Israelis und der Hamas, mit der T\u00fcrkei und Syrien, mit \u00c4gypten und Libyen. Jetzt aber, nachdem sie sich so entschieden mit der schiitischen Achse Teheran-Damaskus-Hisbollah gemein gemacht haben, ist der Rest des Nahen Ostens frustriert und entt\u00e4uscht von ihnen. Sie werden dadurch verlieren \u2013 M\u00e4rkte f\u00fcr Waffenexporte ebenso wie diplomatischen Einflu\u00df bei den Arabern.<\/p>\n<p class=\"western\">ZEIT: Wie ist die strategische Lage Irans nach den erfolgreichen Atomverhandlungen? Teherans Klient Assad ist in Schwierigkeiten, die vom Iran gef\u00f6rderte Hisbollah ist zur B\u00fcrgerkriegspartei in Syrien geworden. Andererseits hei\u00dft es jetzt \u00fcberall, Iran m\u00fcsse als anerkannte Regionalmacht Teil einer L\u00f6sung in Syrien sein.<\/p>\n<p class=\"western\">Yadlin: Ohne Zweifel hat der Atomdeal erst einmal Irans Lage gest\u00e4rkt. Unmittelbar danach fuhr der General der Elliteeinheit Al-Quds-Brigaden, Qassem Soleimani, nach Russland und \u00fcberzeugte Putin davon, dass man zugunsten Assads intervenieren m\u00fcsse. Iran tritt nach innen wie au\u00dfen aggressiver als zuvor auf. Das Regime f\u00fchrt Raketenexperimente durch, die dem Geist des Abkommens widerspreechen. Teheran erwartet eine Menege Geld aus eingefrorenen Konten, wenn das Abkommen in Kraft tritt. Dennoch: Es gibt keine Erfolge beim zentralen Anliegen \u2013 der Absicherung von Assads Herrschaft, auch wenn die Russen erst einmal die Fortschritte der Opposition bremsen konnten. Der Verlauf des Krieges hat keine neue Richtung bekommen. Assad ist immer noch in Gefahr. Anders als die Russen werden die Iraner bis zum Schluss Kompromisse in Sachen Assad vermeiden. Er ist ihr Mann, und sie brauchen Syrien, um ihren Einfluss auf Hisbollah und den Libanon zu wahren. Ohne Syrien fehlt ihnen der Zugang zum Mittelmeer.<\/p>\n<p class=\"western\">ZEIT: Wie beeinflusst die un\u00fcbersichtliche Lage in Syrien Israels strategische Situation? Sie sprechen mit den Russen \u00fcber den syrischen Luftraum, sie haben pl\u00f6tzlich mit Teilen der sunnitischen Welt gemeinsame Interessen.<\/p>\n<p class=\"western\">Yadlin: Wissen Sie, aus Jerusalem wird da manchmal ein angsterregendes Bild gezeichnet. Meine Analyse ist ganz anders. Israels Position hat sich in den letzten f\u00fcnf Jahren verbessert. Das syrische Milit\u00e4r war zuvor in sehr guter Verfassung &#8211; mit den besten Luftabwehrkapazit\u00e4ten aus Russland, mit vielen ballistischen Raketen, die das Herzland Israels erreichen konnten, mit Chemiewaffen. Diese F\u00e4higkeiten sind erheblich reduziert worden. Neunzig Prozent der Raketen, die sich einmal gegen uns richteten, hat Assad gegen seine eigene Bev\u00f6lkerung verbraucht. Die Chemiewaffen sind gr\u00f6\u00dftenteils vernichtet. Syriens Drohpotenzial gegen Israel ist dramatisch geschrumpft. Die Hisbollah ist als Kriegspartei in Syrien besch\u00e4ftigt und verzeichnet herbe Verluste. Zwar hat die Gruppe im Libanon erheblich aufger\u00fcstet und richtet Raketen aus dem S\u00fcden auf uns. Aber als B\u00fcrgerkriegspartei in Syrien hat sie allen H\u00e4nde voll zu tun und darum kaum Appetit auf einen weiteren Konflikt gegen einen sehr viel st\u00e4rkeren Feind.<\/p>\n<p class=\"western\">ZEIT: Und die sunnitischen Nachbarn?<\/p>\n<p class=\"western\">Yadlin: Wenn der Verteidigungsminister eines der pragmatischen arabischen Regime morgens aufwacht und \u00fcber die Bedrohungslage nachdenkt, dann sieht er Irans Hegemoniestreben und seine nuklearen Ambitionen, und er sieht den IS, der am Ende auch sein Regime zerst\u00f6ren will. Wir sehen mit anderen Worten die gleichen Bedrohungen, das gibt eine Menge Raum f\u00fcr Kooperation. Ist damit die Bedrohung Israels pass\u00e9? \u00dcberhaupt nicht. Das gr\u00f6\u00dfte Problem ist immer noch das iranische Atomprogramm. Der Deal ist sehr problematisch f\u00fcr uns, jedenfalls auf lange Sicht. Aber in der unmittelbaren Zukunft werden sich die Iraner zur\u00fcckhalten. In sp\u00e4testens 10 bis 15 Jahren wird sich die Frage wieder mit aller Wucht stellen. Jetzt kommt es darauf an, wer bis dahin seine Zeit besser nutzt. Hinzu kommt: Wir haben den israelisch-pal\u00e4stinensischen Konflikt nicht gel\u00f6st, das bleibt eine Quelle von Spannungen. Die Vorhersagen einer dritten Intifada sind dennoch falsch. Es gibt keinen Aufstand in der Westbank, und auch gegen\u00fcber Gaza ist unsere Abschreckung intakt. So schlimm die dauernden Messerattacken sind: Weder die F\u00fchrung noch die pal\u00e4stinensische Stra\u00dfe wollen eine Intifada. Auch international stehen wir nicht schlecht da: Wir haben gute Beziehungen zur Russland und Amerika, und die Europ\u00e4er machen derzeit leider die Erfahrung, was es bedeutet, mit Terror im Alltag zu leben.<\/p>\n<p class=\"western\">ZEIT: Wird der IS eine Gefahr f\u00fcr Israel, wenn es nicht gelingt, ihn einzud\u00e4mmen?<\/p>\n<p class=\"western\">Yadlin: Die bedeutendste Bedrohung f\u00fcr Israel liegt in der Islamischen Republik, nicht im Islamischen Staat. Nehmen Sie einen einfachen Indikator: Wie viele Tonnen Sprengstoff kann der Gegner durch Raketen, Bomben und andere Mittel gegen Tel Aviv einsetzen? Iran: hunderte Tonnen. Hisbollah ebenfalls Hunderte, wenn nicht Tausende. Hamas kann vielleicht eine Tonne aufbringen. Mit allem Respekt vor dem Islamischen Staat: Sie haben gegen uns nichts dergleichen in der Hand. K\u00f6nnen sie morgen einen Kibbutz auf den Golanh\u00f6hen angreifen oder einen Bus nach Eilat? Nat\u00fcrlich! Aber mit solchem Terror leben wir seit 67 Jahren. Die Tatsache, dass der IS nicht von einer Gro\u00dfmacht unterst\u00fctzt wird und darum keine gro\u00dfen Waffen erwerben kann, wird daf\u00fcr sorgen, dass er die Art von Bedrohung bleibt, die wir schon kennen \u2013 vom Typ Hisbollah, Hamas, Al-Kaida. Es w\u00fcrde sich nur dann etwas qualitativ \u00e4ndern, wenn es dem IS gelingen w\u00fcrde, einen Nachbarstaat zu \u00fcbernehmen \u2013 wie etwa Jordanien, Libanon, \u00c4gypten. Aber das sehe ich nicht.<\/p>\n<p class=\"western\">ZEIT: Es gibt die Hoffnung, dass Iran nach dem Atomdeal eine konstruktivere Kraft in der Region werden k\u00f6nnte. Das w\u00fcrde bedeuten, dass das Regime seine Obsession mit Israel aufgeben m\u00fcsste.<\/p>\n<p class=\"western\">Yadlin: Seien wir bescheiden mit Vorhersagen. Unsere Geheimdienste haben weder den Fall Mubaraks noch Putins Besetzung der Krim oder seinen Eintritt in den syrischen Krieg vorhergesehen. Es gibt meines Erachtens drei m\u00f6gliche Szenarien. Das erste haben sie erw\u00e4hnt. Hoffen wir, dass die junge Gnereation im Iran sich mehr um die Verbesserung ihrer Lebensstandards k\u00fcmmern und sich der Welt \u00f6ffnen wird. Aber es gibt auch die zweite M\u00f6glichkeit, dass Iran sich zu einer aggressiven Politik ermuntert f\u00fchlt und nach einigen Jahren, wenn das Geld aus den aufgehobenen Sanktionen eingetroffen ist, aus dem Vertrag ausbricht und wie Nordkorea die Bombe baut. Die dritte M\u00f6glichkeit: Mit strategischer Geduld wartet Iran jene 15 Jahre ab, die das Abkommen vorgibt, um dann ganz legal ein gro\u00dfes Atomprogramm weiterzuverfolgen. Ich rate: Wir m\u00fcssen f\u00fcr das erste Szenario beten und uns auf die anderen beiden vorbereiten.<\/p>\n<p class=\"western\" align=\"right\">Die Fragen stellte J\u00f6rg Lau<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Dienstag hatte ich Gelegenheit, mit Generalmajor a.D. Amos Yadlin zu sprechen. Er leitet Israels bedeutendsten Thinktank INSS. 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