
Ein einziger Moment kann alles verändern. Edward ist nur mal eben in die Stadt gefahren, um eine winzige Baseballkappe für seine kleine Schwester Sabine zu kaufen. Sabine liebt er über alles; und eine Baseballkappe hält Edward für das einzig wahre Geschenk, weil Baseball seine große Leidenschaft ist.
Die Mutter will ihn zurückhalten, er soll vor dem Abendessen nicht noch irgendwo hinhetzen. Die ganze Tragik der Geschichte liegt in diesem Augenblick: Edward stürmt trotzdem los. Und kommt nie zurück, denn er verunglückt tödlich mit dem Fahrrad. Der Junge hat immer eine besondere Rolle in seiner Familie gespielt – aber wie wichtig er für sie war, erkennen seine Geschwister erst jetzt. Edwards Eltern stehen vor einer schweren Entscheidung – sollen sie seine Organe spenden, sogar die Netzhäute seiner Augen, damit ein anderer Mensch überleben kann? Menschen verschwinden nicht mit dem Tod, sagt dieses traurige, aber am Ende tröstliche Buch.
Patricia MacLachlan
Edwards Augen
Hanser Verlag 2010; 91 Seiten,
12,90 Euro; ab 11 Jahren