{"id":10,"date":"2008-06-11T20:20:33","date_gmt":"2008-06-11T18:20:33","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.zeit.de\/kinderzeit\/?p=10"},"modified":"2008-06-11T20:20:33","modified_gmt":"2008-06-11T18:20:33","slug":"der-sandelf-folge-nr-1","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zeit.de\/kinderzeit\/2008\/06\/11\/der-sandelf-folge-nr-1_10","title":{"rendered":"Der Sandelf &#8211; Folge Nr. 1"},"content":{"rendered":"<p><strong><em>Was f\u00fcr ein Abenteuer!<\/em><\/strong><\/p>\n<table cellpadding=\"0\" cellspacing=\"0\" border=\"0\" width=\"200\" align=\"left\">\n<tr>\n<td>\n<div class=\"cover\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/img.zeit.de\/\/bilder\/2008\/25\/wissen\/kinderzeit-blog\/sandelf.gif\" alt=\"Der Sandelf\" \/><\/div>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"font-size: 11px;\">Illustration: Sabine Wilharm <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<div class=\"audio_player\">\n<p><object classid=\"clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000\" width=\"200\" height=\"50\" codebase=\"http:\/\/download.macromedia.com\/pub\/shockwave\/cabs\/flash\/swflash.cab#version=6,0,40,0\"><param name=\"id\" value=\"audio_system\" \/><param name=\"align\" value=\"middle\" \/><param name=\"allowScriptAccess\" value=\"always\" \/><param name=\"quality\" value=\"high\" \/><param name=\"bgcolor\" value=\"#ffffff\" \/><param name=\"flashvars\" value=\"&amp;var_mp3_file=080612\/080612_1213254038-01&amp;var_mp3_artist=Von Edith Nesbit&amp;var_mp3_title=Der Sandelf&amp;var_ivw_tag=a_Kultur\/Musik\" \/><param name=\"src\" value=\"http:\/\/minos.zeit.de\/vid_comp\/audio_system.swf\" \/><\/object><\/p>\n<\/div>\n<p><strong>Cyril, Anthea, Robert, Jane und das Baby \u00bbLamm\u00ab verbringen herrliche Ferien in einem wei\u00dfen Haus auf dem Land, ohne st\u00f6rende Eltern, nur mit ihrem Kinderm\u00e4dchen Martha. Beim Spielen in einer Sandkuhle entdecken sie das seltsamste Wesen der Welt\u2026<\/strong><\/p>\n<p>Pl\u00f6tzlich schrie Anthea: \u00bbCyril! Komm her! Komm schnell! Es ist lebendig! Schnell! Sonst l\u00e4uft es weg!\u00ab Alle rannten zu ihr zur\u00fcck. \u00bbDas ist sicher eine Ratte\u00ab, stellte Robert fest. \u00bbVater sagt, an alten Orten wimmelt es von Ratten, und diese Kuhle muss ganz sch\u00f6n alt sein, wenn hier vor Tausenden von Jahren das Meer gewesen ist.\u00ab \u2013 \u00bbVielleicht ist es eine Schlange\u00ab, sagte Jane und sch\u00fcttelte sich. \u00bbSehen wir doch mal nach\u00ab, rief Cyril und sprang in die Grube. \u00bbIch hab keine Angst vor Schlangen, ich mag sie gern. Wenn es eine Schlange ist, dann z\u00e4hme ich sie, und sie folgt mir auf Schritt und Tritt, und nachts darf sie sich um meinen Hals ringeln.\u00ab \u2013 \u00bbNein, das kommt nicht infrage\u00ab, widersprach Robert mit fester Stimme. Er schlief mit Cyril in einem Zimmer. \u00bbAber eine Ratte kannst du z\u00e4hmen.\u00ab<!--more--><\/p>\n<p>\u00bbAch, seid doch nicht so trottelhaft\u00ab, unterbrach sie Anthea. \u00bbDas ist keine Ratte, es ist viel gr\u00f6\u00dfer. Es hat F\u00fc\u00dfe, ich hab sie gesehen, und Fell hat es auch! Nein \u2013 nicht mit der Schaufel! Du tust ihm ja weh! Grab mit den H\u00e4nden.\u00ab \u2013 \u00bbDamit es mir wehtun kann? Das w\u00fcrde dir wohl so passen?\u00ab, fragte Cyril und griff nach der Schaufel. \u00bbNein, nein!\u00ab, rief Anthea. \u00bbBitte nicht! Ich\u2026 Es klingt albern, aber es hat etwas gesagt. Wirklich!\u00ab \u2013 \u00bbWas denn?\u00ab \u2013 \u00bbEs hat gesagt: \u203aLass mich in Ruhe.\u2039\u00ab Dazu bemerkte Cyril, dass seine Schwester offenbar den Verstand verloren habe, und er und Robert gruben mit ihren Schaufeln weiter. Anthea lie\u00df sich am Rande der Kuhle nieder und sprang von Zeit zu Zeit vor Aufregung auf.<\/p>\n<p>Auf einmal rief sie: \u00bbIch hab keine Angst, dass es mir wehtut! Lasst mich jetzt weitergraben.\u00ab Damit kniete sie sich hin und begann, den Sand wie ein Hund wegzuscharren. \u00bbOh, ich kann das Fell sp\u00fcren\u00ab, rief sie halb lachend und halb weinend, \u00bbganz deutlich!\u00ab Da ert\u00f6nte pl\u00f6tzlich eine trockene heisere Stimme aus dem Sand. Sie sprangen zur\u00fcck, und ihre Herzen begannen wie rasend zu klopfen. \u00bbLasst mich in Ruhe\u00ab, sagte die Stimme. \u00bbAber wir wollen dich sehen\u00ab, antwortete Robert tapfer. \u00bbIch w\u00fcnschte, du k\u00e4mst heraus!\u00ab, setzte Anthea hinzu. \u00bbNa gut, wenn das euer Wunsch ist\u00ab, antwortete die Stimme, und der Sand geriet in Bewegung und kreiselte und wurde weggeblasen, und etwas Braunes und Pelziges und Dickes lie\u00df sich in die Grube rollen, und dann glitt der Sand von ihm ab, und es sa\u00df da und g\u00e4hnte und rieb sich die Augen mit den Pfoten.<\/p>\n<p>Die Kinder standen im Kreis um das Loch herum und betrachteten das Wesen, das sie entdeckt hatten. Und das lohnte sich wahrhaftig! Seine Augen sa\u00dfen wie Schneckenaugen an langen Stielen, und es konnte sie wie Teleskope einziehen und ausfahren. Seine Ohren glichen Fledermausohren, und sein molliger K\u00f6rper war wie ein Spinnenbauch geformt und mit dichtem Fell bedeckt. Arme und Beine waren ebenfalls behaart, und es hatte H\u00e4nde und F\u00fc\u00dfe wie ein Affe. \u00bbWas ist das um Himmels willen?\u00ab, erkundigte sich Jane. \u00bbK\u00f6nnen wir es nicht mit nach Hause nehmen?\u00ab Das Wesen richtete seine Stielaugen auf sie, um sie genau betrachten zu k\u00f6nnen, und antwortete: \u00bbSchwatzt sie immer solchen Unsinn, oder macht nur das Zeugs auf ihrem Kopf sie so d\u00e4mlich?\u00ab<\/p>\n<p>Bei diesen Worten musterte es ver\u00e4chtlich Janes Sonnenhut. \u00bbSie wollte nichts Kr\u00e4nkendes sagen\u00ab, antwortete Anthea sanft. \u00bbDu brauchst auch keine Angst zu haben, wir wollen dir bestimmt nicht wehtun.\u00ab \u2013 \u00bbMir wehtun!\u00ab, sagte es. \u00bbMir Angst einjagen! Das ist doch wohl die H\u00f6he. Du redest ja wirklich, als ob ich \u00fcberhaupt nichts Besonderes w\u00e4re.\u00ab Sein Fell hatte sich wie das einer Katze gestr\u00e4ubt.<\/p>\n<p>\u00bbSieh mal\u00ab, fuhr Anthea freundlich fort, \u00bbwenn wir w\u00fcssten, wer du wirklich bist, dann k\u00f6nnten wir vielleicht etwas sagen, wor\u00fcber du dich nicht \u00e4rgern musst. Bis jetzt scheinst du dich \u00fcber jedes Wort ge\u00e4rgert zu haben. Also, wer bist du? Und bitte, schimpf nicht wieder! Wir wissen es n\u00e4mlich tats\u00e4chlich nicht.\u00ab \u2013 \u00bbIhr wisst es nicht?\u00ab, fragte es. \u00bbIch wusste ja, dass sich die Welt ge\u00e4ndert hat, aber \u2013 also wirklich \u2013 wollt ihr mir im Ernst einreden, dass ihr ein Psammed nicht mehr erkennt, wenn es vor euch sitzt?\u00ab<\/p>\n<p>\u00bbEin Psammy? Das kommt mir spanisch vor.\u00ab \u2013 \u00bbEs ist nicht spanisch, sondern griechisch\u00ab, antwortete das Wesen scharf. \u00bbEs hei\u00dft Psammed, und das ist: ein Sandelf. K\u00f6nnt ihr also wirklich einen Sandelf nicht erkennen, wenn ihr ihn vor der Nase habt?\u00ab Er schaute dabei so bek\u00fcmmert und beleidigt drein, dass Jane hastig erwiderte: \u00bbJa, nat\u00fcrlich, jetzt sehe ich es ganz deutlich. Man braucht dich ja nur anzuschauen.\u00ab \u2013 \u00bbDu hast mich schon eine ganze Weile genau anschauen k\u00f6nnen\u00ab, stellte das Psammed \u00e4rgerlich fest und begann, sich wieder in den Sand einzubuddeln. \u00bbOh \u2013 geh noch nicht fort! Erz\u00e4hl uns noch mehr!\u00ab, rief Robert. \u00bbIch habe nicht gewusst, dass du ein Sandelf bist, aber ich hab gleich beim ersten Blick gemerkt, dass du das wunderbarste Wesen bist, das ich je gesehen habe.\u00ab Daraufhin wurde der Sandelf wieder etwas zug\u00e4nglicher. \u00bbDas Reden macht mir gar nichts aus\u00ab, antwortete er, \u00bbihr m\u00fcsst euch nur benehmen. Also, sagt etwas.\u00ab<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich fiel keinem etwas Vern\u00fcnftiges ein, aber schlie\u00dflich brachte Robert doch eine Frage zustande: \u00bbWie lange lebst du schon hier?\u00ab \u2013 \u00bbAch, ewig \u2013 ein paar Tausend Jahre\u00ab, antwortete das Psammed. \u00bbErz\u00e4hl uns doch davon, bitte.\u00ab \u2013 \u00bbDas steht alles in B\u00fcchern.\u00ab \u2013 \u00bbDa steht aber nichts von dir!\u00ab, sagte Jane schnell. \u00bbErz\u00e4hl uns doch bitte alles \u00fcber dich! Wir wissen \u00fcberhaupt nichts von dir, und du bist so nett.\u00ab Der Sandelf strich seinen langen Rattenschnurrbart glatt und l\u00e4chelte. \u00bbJa, bitte, erz\u00e4hl!\u00ab, riefen die Kinder im Chor.<\/p>\n<p>Das Psammed zog seine Augen ein und sagte: \u00bbWie stark die Sonne brennt \u2013 ganz wie in alten Zeiten. Wo bekommt ihr jetzt eure Megatherien her?\u00ab \u2013 \u00bbUnsere was?\u00ab, fragten die Kinder alle auf einmal. \u00bbUnd gibt es jetzt genug Pterodactylen?\u00ab, fuhr das Psammed fort. Die Kinder wussten nicht, was sie antworten sollten. \u00bbWas esst ihr denn jetzt zum Fr\u00fchst\u00fcck?\u00ab, fragte der Sandelf ungeduldig. \u00bbUnd wer bringt es euch?\u00ab \u2013 \u00bbWir essen Spiegelei mit Schinken und Butterbrot mit Milch und Porridge und all so etwas. Das bringt uns Mutter. Was ist denn ein Mega-Dingsda und ein Ptero-Soundso? Und wer isst sie zum Fr\u00fchst\u00fcck?\u00ab<\/p>\n<p>\u00bbNa, zu meiner Zeit hat jedermann Pterodactylen zum Fr\u00fchst\u00fcck gegessen. Sie sind ein Zwischending zwischen Krokodilen und V\u00f6geln gewesen, Saurier oder Flugechsen kann man auch dazu sagen. Gegrillt haben sie besonders gut geschmeckt. Es war n\u00e4mlich so: Damals hat es ganze Scharen von Sandelfen gegeben, und morgens ging man los und fing sich einen. Und wenn man einen erwischt hatte, dann musste er einem einen Wunsch erf\u00fcllen. Die Leute schickten damals ihre kleinen Jungen vor dem Fr\u00fchst\u00fcck zum Strand, um sich den Tageswunsch zu besorgen. Und dem \u00e4ltesten Sohn der Familie wurde meistens aufgetragen, sich ein Megatherium zu w\u00fcnschen, nat\u00fcrlich ausgenommen und bratfertig. Das war ein Riesenfaultier, fast so gro\u00df wie ein Elefant; es hatte ganz sch\u00f6n viel Fleisch auf den Knochen.\u00ab<\/p>\n<p>\u00bbDann m\u00fcssen aber doch Berge von kaltem Fleisch \u00fcbrig geblieben sein\u00ab, sagte Anthea. \u00bbO nein\u00ab, antwortete das Psammed, \u00bbdas kam nie vor. Nein, nein, bei Sonnenuntergang hat sich der Rest des Fleisches nat\u00fcrlich in Stein verwandelt. Ich habe mir sagen lassen, dass man die versteinerten Knochen von Riesenfaultieren und all den anderen Sauriern selbst heute noch \u00fcberall in der Gegend verstreut finden kann. Dort, wo ich gelebt habe, ist fast \u00fcberall Sand gewesen, und die Kohle ist auf den B\u00e4umen gewachsen, und die Bl\u00fcten des Immergr\u00fcns waren so gro\u00df wie Teetabletts. Ihr k\u00f6nnt sie heute noch finden, sie sind auch versteinert. Wir Sandelfen wohnten am Meeresufer, und die Kinder kamen h\u00e4ufig mit ihren kleinen Schaufeln aus Feuerstein und bauten uns Burgen, in denen wir leben konnten.\u00ab<\/p>\n<p>\u00bbAber warum lebt ihr denn heute nicht mehr in solchen Burgen?\u00ab, erkundigte sich Robert. \u00bbDas ist eine sehr traurige Geschichte\u00ab, antwortete das Psammed niedergeschlagen. \u00bbSie bestanden darauf, einen Graben um ihre Burgen zu ziehen, und dadurch kam das eklige nasse Meerwasser herein, und dann hat sich der Sandelf meistens erk\u00e4ltet und ist gestorben. So sind wir immer weniger geworden, und wenn sp\u00e4ter noch jemand ein Psammed aufst\u00f6berte, hat er sich immer ein Megatherium gew\u00fcnscht und gleich die doppelten Portionen gegessen, denn es dauerte oft Wochen, bis er den n\u00e4chsten Wunsch anbringen konnte.\u00ab<\/p>\n<p>\u00bbUnd bist du auch nass geworden?\u00ab, fragte Robert. Der Sandelf sch\u00fcttelte sich. \u00bbNur einmal\u00ab, antwortete er, \u00bban der Spitze des zw\u00f6lften Haares meines oberen linken Schnurrbartes \u2013 bei feuchtem Wetter kann ich es immer noch sp\u00fcren. Es ist nur einmal geschehen, aber mir hat es gereicht. Und jetzt sage ich nichts mehr.\u00ab<\/p>\n<p>\u00bbNur noch eine Frage bitte\u00ab, bettelten die Geschwister, \u00bbkannst du immer noch W\u00fcnsche erf\u00fcllen?\u00ab \u2013 \u00bbNat\u00fcrlich\u00ab, sagte das Psammed. \u00bbHab ich dir nicht vor ein paar Minuten einen erf\u00fcllt? Du hast gesagt: \u203aIch w\u00fcnschte, du k\u00e4mst heraus!\u2039 Und das ist geschehen.\u00ab \u2013 \u00bbAch bitte, d\u00fcrfen wir uns noch etwas w\u00fcnschen?\u00ab \u2013 \u00bbJa, aber macht schnell. Ihr langweilt mich allm\u00e4hlich.\u00ab<\/p>\n<p>Ihr habt euch sicher oft ausgemalt, was ihr sagen w\u00fcrdet, wenn ihr drei W\u00fcnsche frei h\u00e4ttet, und f\u00fcr die Leute in den M\u00e4rchen, die mit ihren W\u00fcnschen nichts anzufangen wussten, nur Verachtung \u00fcbrig gehabt. Ihr glaubt bestimmt, dass ihr, ohne zu z\u00f6gern, drei sinnvolle W\u00fcnsche w\u00fcsstet, wenn ihr in die gleiche Situation k\u00e4mt. Auch diese Geschwister hatten oft \u00fcber das Problem gesprochen, aber jetzt konnten sie sich nicht entscheiden.<\/p>\n<p>\u00bbSchnell\u00ab, sagte der Sandelf \u00e4rgerlich. Keinem der Kinder fiel etwas ein. Nur Anthea konnte sich an einen geheimen Wunsch erinnern, den sie und Jane hegten, den sie den Br\u00fcdern nie gestanden hatten. Sie wusste, dass sich die Jungen nicht f\u00fcr diesen Wunsch interessieren w\u00fcrden, aber er war immer noch besser als nichts. \u00bbIch w\u00fcnsche, dass wir alle bildsch\u00f6n sind\u00ab, sagte sie schnell. Die Kinder schauten einander an, aber jedes konnte sehen, dass die anderen keinen Deut sch\u00f6ner als gew\u00f6hnlich aussahen. Das Psammed fuhr seine Stielaugen aus, schien die Luft anzuhalten und begann anzuschwellen, bis es doppelt so dick und pelzig wie vorher war. Pl\u00f6tzlich stie\u00df es den Atem in einem langen Seufzer aus. \u00bbIch f\u00fcrchte, ich schaffe es nicht\u00ab, sagte es entschuldigend. \u00bbIch muss aus der \u00dcbung sein.\u00ab Die Kinder waren tief entt\u00e4uscht. \u00bbAch, versuch es doch noch einmal!\u00ab, baten sie.<\/p>\n<p>\u00bbGut\u00ab, antwortete das Psammed. \u00bbIch hab n\u00e4mlich eben etwas Kraft zur\u00fcckbehalten, damit ich jedem von euch seinen eigenen Wunsch erf\u00fcllen kann. Wenn ihr damit zufrieden seid, dass ihr euch einen Wunsch pro Tag untereinander teilt, dann kann ich mich wahrscheinlich weit genug aufblasen. Seid ihr einverstanden?\u00ab \u2013 \u00bbJa, o ja!\u00ab, riefen Jane und Anthea. Die Jungen nickten. Sie glaubten nicht, dass der Sandelf W\u00fcnsche erf\u00fcllen konnte. M\u00e4dchen sind meistens leichtgl\u00e4ubiger als Jungen. Das Psammed streckte seine Augen noch weiter heraus und schwoll und schwoll und schwoll. \u00bbHoffentlich tut es ihm nicht weh\u00ab, fl\u00fcsterte Anthea. \u00bbUnd er platzt nicht aus der Haut\u00ab, setzte Robert aufgeregt hinzu.<\/p>\n<p>Nachdem der Sandelf so gro\u00df geworden war, dass er fast das ganze Sandloch ausf\u00fcllte, waren alle sehr erleichtert, als er pl\u00f6tzlich den Atem wieder fahren lie\u00df und seine gew\u00f6hnliche Gr\u00f6\u00dfe annahm. \u00bbDas w\u00e4re geschafft\u00ab, sagte er und keuchte heftig. \u00bbMorgen wird es leichter gehen.\u00ab \u2013 \u00bbHat es sehr wehgetan?\u00ab, erkundigte sich Anthea. \u00bbIch hab\u2019s nur an meinem armen Schnurrbarthaar gemerkt. Danke sch\u00f6n\u00ab, sagte er. \u00bbAber du bist ein liebes und verst\u00e4ndnisvolles Kind. Auf Wiedersehen.\u00ab<\/p>\n<p>Er schaufelte pl\u00f6tzlich wie wild mit H\u00e4nden und F\u00fc\u00dfen und verschwand im Sand. Die Geschwister schauten einander an, und jedes Kind fand sich pl\u00f6tzlich allein zwischen drei wildfremden Kindern von strahlender Sch\u00f6nheit. Einen Augenblick lang verharrten sie in absolutem Schweigen. Jedes von ihnen meinte, dass sich seine Geschwister fortgeschlichen und diese fremden Kinder sich ebenso leise herangeschlichen haben mussten, w\u00e4hrend es selbst zuschaute, wie der Sandelf anschwoll\u2026<\/p>\n<p><strong>Der Sandelf<\/strong> aus der Feder der britischen Autorin Edith Nesbit (1858\u20131924) erscheint im Herbst 2008 in der neuen ZEIT Kinder-Edition. Wir ver\u00f6ffentlichen Ausz\u00fcge vorab \u2013 vorgelesen und zum Selberlesen!<\/p>\n<p>Hier geht es zum <a href=\"http:\/\/www.zeit-kinderedition.de\/gewinnspiel.htm\">Gewinnspiel<\/a> zur Geschichte<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was f\u00fcr ein Abenteuer! Illustration: Sabine Wilharm Cyril, Anthea, Robert, Jane und das Baby \u00bbLamm\u00ab verbringen herrliche Ferien in einem wei\u00dfen Haus auf dem Land, ohne st\u00f6rende Eltern, nur mit ihrem Kinderm\u00e4dchen Martha. Beim Spielen in einer Sandkuhle entdecken sie das seltsamste Wesen der Welt\u2026 Pl\u00f6tzlich schrie Anthea: \u00bbCyril! Komm her! Komm schnell! 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