{"id":10403,"date":"2011-09-06T11:35:09","date_gmt":"2011-09-06T09:35:09","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.zeit.de\/kinderzeit\/?p=10403"},"modified":"2011-09-06T11:36:19","modified_gmt":"2011-09-06T09:36:19","slug":"energie-der-zukunft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zeit.de\/kinderzeit\/2011\/09\/06\/energie-der-zukunft_10403","title":{"rendered":"Energie der Zukunft"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.zeit.de\/kinderzeit\/files\/2011\/09\/energie01-540x456.jpg\" alt=\"\" title=\"energie01\" width=\"540\" height=\"456\" class=\"aligncenter size-large wp-image-10405\" srcset=\"https:\/\/blog.zeit.de\/kinderzeit\/files\/2011\/09\/energie01-540x456.jpg 540w, https:\/\/blog.zeit.de\/kinderzeit\/files\/2011\/09\/energie01-300x253.jpg 300w, https:\/\/blog.zeit.de\/kinderzeit\/files\/2011\/09\/energie01.jpg 812w\" sizes=\"auto, (max-width: 540px) 100vw, 540px\" \/><\/p>\n<p>Es ist beschlossen: Vom Jahr 2022 an soll in Deutschland kein Strom mehr aus Atomkraftwerken kommen. Dabei werden wir k\u00fcnftig nicht weniger, sondern eher mehr Energie verbrauchen. Woher aber soll die kommen? Die Verbrennung von Kohle, Gas und \u00d6l ist schlecht f\u00fcrs Klima, au\u00dferdem gehen die Vorr\u00e4te dieser Brennstoffe langsam aus. Aber Wind, Wasser und Sonne werden vielleicht nicht ausreichen, uns alle mit Energie zu versorgen. Deshalb t\u00fcfteln Forscher an ganz neuen Ideen. Wir zeigen Euch vier Beispiele:<!--more--><\/p>\n<p><strong>Strom aus dem Eimer:<\/strong><br \/>\nMan stelle einen Eimer Wasser in die Sonne, r\u00fchre eine Handvoll Spezialpulver hinein, und nach kurzer Zeit beginnt es zu sprudeln. Was da blubbert, ist Wasserstoff, ein Gas, mit dem man zum Beispiel Brennstoffzellen betreiben und somit Strom herstellen kann. Klingt verr\u00fcckt einfach, ist aber m\u00f6glich. Mit Sonnenenergie kann man tats\u00e4chlich Wassermolek\u00fcle zerlegen: in Wasserstoff und Sauerstoff. Was bisher fehlt, ist das Spezialpulver \u2013 Forscher sagen der \u00bbKatalysator\u00ab. Ohne ihn w\u00fcrde die Sonne das Wasser nur erw\u00e4rmen. Der Katalysator sammelt das Sonnenlicht ein und \u00fcbertr\u00e4gt es direkt auf die Wasserteilchen, die sich dann aufspalten. Am Forschungsinstitut f\u00fcr Katalyse in Rostock wird nach einem geeigneten Stoff gesucht. Die Chemiker dort vermuten, dass sich Metallteilchen am besten eignen. Im Labor haben sie es sogar schon geschafft, das Wasser im Eimer zum Sprudeln zu bringen. Allerdings mussten sie noch Zucker hinzuf\u00fcgen, damit ihr Katalysator arbeitet. F\u00fcr ein Experiment ist das in Ordnung, aber eigentlich sollte man keine Lebensmittel verbrauchen, um Energie zu erzeugen.<br \/>\nUnd es gibt noch ein Problem: Will man die Wasserspaltung als Energiequelle nutzen, reicht ein Eimer nicht aus. Es m\u00fcssten gro\u00dfe Becken gebaut werden. Und die m\u00fcssten an einem Ort stehen, an dem es viel Wasser und viel Sonne gibt. Meist ist es aber so, dass es entweder viel Wasser gibt (etwa in Nordeuropa) oder viel Sonne (wie in der W\u00fcste). Selbst wenn die Rostocker Forscher also morgen das perfekte Spezialpulver finden, dauert es wohl noch Jahrzehnte, bis wir aus Wasserspaltung Strom erzeugen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.zeit.de\/kinderzeit\/files\/2011\/09\/energie02-243x300.jpg\" alt=\"\" title=\"energie02\" width=\"243\" height=\"300\" class=\"alignright size-medium wp-image-10406\" srcset=\"https:\/\/blog.zeit.de\/kinderzeit\/files\/2011\/09\/energie02-243x300.jpg 243w, https:\/\/blog.zeit.de\/kinderzeit\/files\/2011\/09\/energie02.jpg 367w\" sizes=\"auto, (max-width: 243px) 100vw, 243px\" \/><\/p>\n<p><strong>Energie ernten<\/strong><br \/>\nEnergie kann viele Formen haben, sie ist W\u00e4rme, Bewegung oder Licht \u2013 und oftmals entsteht sie an Stellen, wo sie ungenutzt bleibt. Zum Beispiel strahlt jeder von uns K\u00f6rperw\u00e4rme ab. Das sind keine enormen Energiemengen, aber sie w\u00fcrden ausreichen, um eine Armbanduhr anzutreiben. Forscher in Freiburg arbeiten an Ger\u00e4ten, die ihren Strom zum Beispiel aus einem Joggingschuh ziehen: Bei jedem Schritt verbiegt sich die Sohle, und diese Bewegungsenergie l\u00e4sst sich anzapfen. Das Prinzip nennen die Wissenschaftler \u00bbEnergy Harvesting\u00ab, was auf Deutsch \u00bbEnergie ernten\u00ab bedeutet.<br \/>\nZu ernten gibt es vieles: etwa die Lichtenergie von normalen Gl\u00fchbirnen, die l\u00e4sst sich mit speziellen Solarzellen einfangen. Sogar vom Radio oder dem WLAN-Router kann man etwas ernten: Beide funken elektromagnetische Wellen, ebenfalls eine Form von Energie. Damit k\u00f6nnte man kleine Ger\u00e4te wie Fernbedienungen versorgen und auf diese Weise unz\u00e4hlige Batterien einsparen. Davon werden in Deutschland \u00fcber eine Milliarde im Jahr verbraucht.<br \/>\nEigentlich k\u00f6nnten wir mit dem Energieernten sofort loslegen, viele Techniken gibt es schon. Aber die Hersteller von Uhren, Fernbedienungen und Co. haben ihre Ger\u00e4te bisher f\u00fcr Batteriebetrieb gebaut. Auf Energy Harvesting umzustellen kostet sie viel Geld.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.zeit.de\/kinderzeit\/files\/2011\/09\/energie03-300x245.jpg\" alt=\"\" title=\"energie03\" width=\"300\" height=\"245\" class=\"alignleft size-medium wp-image-10407\" srcset=\"https:\/\/blog.zeit.de\/kinderzeit\/files\/2011\/09\/energie03-300x245.jpg 300w, https:\/\/blog.zeit.de\/kinderzeit\/files\/2011\/09\/energie03.jpg 365w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p><strong>Das Prinzip Sonne<\/strong><br \/>\nDer hei\u00dfeste Ort in Deutschland liegt in Garching bei M\u00fcnchen. Hier haben Forscher eine Testanlage gebaut, mit der sie Temperaturen von mehreren Millionen Grad erzeugen k\u00f6nnen, so hei\u00df ist es sonst nur auf der Sonne. Die extreme Hitze ist n\u00f6tig, weil die Wissenschaftler Energie nach dem Sonnenprinzip herstellen wollen. Das Prinzip hei\u00dft Kernfusion: Zwei Teilchen verschmelzen zu einem neuen. Auf der Sonne geschieht das mit den Atomkernen von Wasserstoff. Dabei wird Energie frei.<br \/>\nUnfassbar viel Energie. Mit einem Gramm Wasserstoff kann man so viel Energie erzeugen wie mit 11 000 Kilogramm Kohle.<br \/>\nBisher schaffen es die Garchinger Forscher, das Wasserstoff- Gas nur wenige Sekunden lang auf die erforderliche Temperatur zu erhitzen. Und daf\u00fcr ben\u00f6tigen sie momentan noch wahnsinnig viel Strom. Au\u00dferdem d\u00fcrfen die Wasserstoff-Teilchen die W\u00e4nde des Kraftwerks nicht ber\u00fchren, weil sie sonst sofort abk\u00fchlen w\u00fcrden. Deshalb gibt es eine Art K\u00e4fig aus Magneten. Aber auch die Magnete werden mit Strom betrieben. Um mehr Energie zu gewinnen, als man vorher verbraucht, m\u00fcsste man sehr, sehr viele Teilchen miteinander verschmelzen, und das Kraftwerk m\u00fcsste entsprechend gro\u00df sein.<br \/>\nDie Technik daf\u00fcr ist so kompliziert und teuer, dass sich viele L\u00e4nder an der Entwicklung beteiligen m\u00fcssen. Die Einigung, wer was macht und bezahlt, ist noch komplizierter als die Technik. Deshalb wird es sicher noch \u00fcber 50 Jahre dauern, bis wir tats\u00e4chlich Strom mit dem Sonnenprinzip herstellen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.zeit.de\/kinderzeit\/files\/2011\/09\/energie04-300x128.jpg\" alt=\"\" title=\"energie04\" width=\"300\" height=\"128\" class=\"alignright size-medium wp-image-10408\" srcset=\"https:\/\/blog.zeit.de\/kinderzeit\/files\/2011\/09\/energie04-300x128.jpg 300w, https:\/\/blog.zeit.de\/kinderzeit\/files\/2011\/09\/energie04-540x232.jpg 540w, https:\/\/blog.zeit.de\/kinderzeit\/files\/2011\/09\/energie04.jpg 789w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p><strong>Winzige Kraftprotze<\/strong><br \/>\nSie sind mikroskopisch klein, stecken aber voller Energie: Aus einzelligen Algen l\u00e4sst sich Treibstoff f\u00fcr Autos und Flugzeuge herstellen. Der Vorteil: Algen ben\u00f6tigen nur Licht, Wasser und Kohlendioxid, um zu wachsen \u2013 und sie wachsen sehr schnell. Forscher z\u00fcchten sie in gro\u00dfen Tanks. Wenn sie genug zusammenhaben, spalten sie die einzelnen Algenzellen auf und erhalten dabei ein \u00d6l. Und das kann man dann zu Sprit verarbeiten.<br \/>\nIm vergangenen Jahr ist damit schon ein Kleinflugzeug testweise gestartet. Im Moment ist das Algen\u00f6l noch sehr teuer. Die Herstellung k\u00f6nnte sich aber lohnen, wenn man auch die Algenreste verwertete. Die k\u00f6nnte man zum Beispiel in eine Biogasanlage stecken und damit zus\u00e4tzlich Strom erzeugen.<\/p>\n<p>Der Text von Magdalena Hamm mit Illustrationen von Jan Kruse stammt aus <a href=\"https:\/\/blog.zeit.de\/kinderzeit\/2011\/09\/06\/neu-fur-euch-zeit-leo-ist-da_10398\">ZEIT Leo<\/a>, dem neuen Magazin f\u00fcr Kinder. Ab heute im Zeitschriftenhandel und am Kiosk!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist beschlossen: Vom Jahr 2022 an soll in Deutschland kein Strom mehr aus Atomkraftwerken kommen. 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