{"id":13289,"date":"2013-01-03T14:44:46","date_gmt":"2013-01-03T13:44:46","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.zeit.de\/kinderzeit\/?p=13289"},"modified":"2013-01-03T14:44:46","modified_gmt":"2013-01-03T13:44:46","slug":"reden-statt-kampfen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zeit.de\/kinderzeit\/2013\/01\/03\/reden-statt-kampfen_13289","title":{"rendered":"Reden statt k\u00e4mpfen"},"content":{"rendered":"<p><figure id=\"attachment_13290\" aria-describedby=\"caption-attachment-13290\" style=\"width: 540px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.zeit.de\/kinderzeit\/files\/2013\/01\/Un2-540x359.jpg\" alt=\"\" width=\"540\" height=\"359\" class=\"size-large wp-image-13290\" srcset=\"https:\/\/blog.zeit.de\/kinderzeit\/files\/2013\/01\/Un2-540x359.jpg 540w, https:\/\/blog.zeit.de\/kinderzeit\/files\/2013\/01\/Un2-300x199.jpg 300w, https:\/\/blog.zeit.de\/kinderzeit\/files\/2013\/01\/Un2.jpg 594w\" sizes=\"auto, (max-width: 540px) 100vw, 540px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-13290\" class=\"wp-caption-text\">Bei der UN-Generalversammlung kommen Vertreter aus 193 L\u00e4ndern zusammen\/ \u00a9 Getty Images<\/figcaption><\/figure><\/p>\n<p><strong>Viele L\u00e4nder der Erde arbeiten zusammen. Ihr Ziel: Die Welt besser und sicherer zu machen.<br \/>\nDie KinderZEIT stellt die drei wichtigsten Weltclubs vor. Heute: Die UN. Bei den UN, den \u00bbVereinten Nationen\u00ab, k\u00f6nnen Staaten sich aussprechen, wenn sie Probleme miteinander haben. Das ist wichtig, damit es nie wieder einen Weltkrieg gibt<\/strong><\/p>\n<p><em>Von Matthias Na\u00df<\/em><\/p>\n<p>Man kann sich die vielen L\u00e4nder unserer Erde als eine gro\u00dfe Familie vorstellen. Politiker und Journalisten sprechen auch gern von einer \u00bbStaatengemeinschaft\u00ab, also einer Art Familienclan. Eine spezielle Familie ist das schon. Einmal wegen der vielen Mitglieder, im Augenblick sind es 193. Dann, weil es riesige L\u00e4nder gibt und winzige, weil die Menschen viele verschiedene Sprachen sprechen und unterschiedlich aussehen; weil die einen reich sind und die anderen arm; weil man bei den einen sagen darf, was man will, bei den anderen nicht. In manchen L\u00e4ndern wird man gleich ins Gef\u00e4ngnis gesteckt, nur weil man sich \u00fcber den Pr\u00e4sidenten oder den K\u00f6nig lustig gemacht hat. Schon eine merkw\u00fcrdige Familie.<!--more--><\/p>\n<p>Andererseits \u2013 gut, dass es sie gibt. Denn wie in vielen Familien gibt es auch in der Familie der L\u00e4nder manchmal Streit, sogar Gewalt. Am schlimmsten ist es, wenn Krieg ausbricht, wenn ein Land mit Panzern und Flugzeugen \u00fcber den Nachbarn herf\u00e4llt und Menschen t\u00f6tet. Nach dem letzten gro\u00dfen Krieg, der fast die ganze Welt erfasst hatte und deshalb \u00bbWeltkrieg\u00ab hei\u00dft, beschlossen die Politiker, die \u00bbVereinten Nationen\u00ab zu gr\u00fcnden, um den Frieden besser sch\u00fctzen zu k\u00f6nnen. Das war 1945.<\/p>\n<p>Seitdem hat es zwar viele Kriege auf der Welt gegeben, aber keinen neuen Weltkrieg. Und das ist ein gro\u00dfer Erfolg, denn die Waffen von heute sind noch viel schrecklicher als die Waffen zur Zeit unserer Gro\u00dfeltern oder Urgro\u00dfeltern.<\/p>\n<p>Die Vereinten Nationen haben ihr Hauptquartier in New York. Dort tagt auch immer, wenn es n\u00f6tig ist, der \u00bbSicherheitsrat\u00ab. Der trifft bei den Vereinten Nationen die wichtigsten Entscheidungen, n\u00e4mlich dar\u00fcber, wie der Frieden gewahrt werden kann. Und weil der Sicherheitsrat so wichtig ist, geh\u00f6ren ihm nur 15 L\u00e4nder an. W\u00e4ren alle 193 Mitglieder dabei, w\u00fcrde man nur reden, reden, reden \u2013 aber nie entscheiden.<\/p>\n<p>Einige L\u00e4nder sind \u00bbst\u00e4ndige\u00ab Mitglieder im Sicherheitsrat. Das sind die USA, Russland, China, Frankreich und England. Warum diese f\u00fcnf? Weil sie am Ende des Weltkriegs zu den Siegerstaaten geh\u00f6rten. Heute m\u00fcssten eigentlich auch andere L\u00e4nder dabei sein, weil sie so viele Einwohner oder eine starke Wirtschaft haben, Indien zum Beispiel, oder Brasilien. Auch Deutschland. Aber weil jeder Staat gern \u00bbst\u00e4ndiges Mitglied\u00ab im Sicherheitsrat w\u00e4re, gibt es \u00fcber dessen Zusammensetzung seit Jahren endlosen Streit \u2013 und alles bleibt beim Alten. Deutschland war gerade Mitglied im Sicherheitsrat, aber nur f\u00fcr zwei Jahre. Jetzt ist wieder ein anderes Land an der Reihe. Alles ziemlich kompliziert, aber bisher hat es einigerma\u00dfen funktioniert.<\/p>\n<p>Die meisten sagen \u00fcbrigens nicht \u00bbVereinte Nationen\u00ab, sondern einfach nur \u00bbUN\u00ab. Das ist die englische Kurzfassung. Alle 193 Mitglieder der UN bilden die \u00bbGeneralversammlung\u00ab. Dort werden vor allem endlose Reden gehalten. Einmal im Jahr, im September, kommen die Regierungschefs pers\u00f6nlich nach New York. Das ist oft langweilig, aber nicht immer.<\/p>\n<p>Der sowjetische Regierungschef Nikita Chruschtschow bekam einmal einen Wutanfall und h\u00e4mmerte mit seinem Schuh auf dem Rednerpult herum. Der Pal\u00e4stinenserf\u00fchrer Jassir Arafat marschierte mit einer Pistole am G\u00fcrtel in den Saal. Das ist verboten, aber keiner hat sich getraut, ihm die Pistole abzunehmen. Und der iranische Pr\u00e4sident Ahmadinedschad hat erz\u00e4hlt, bei seiner Rede vor den UN habe ihn ein heiliger Schein umgeben. Auch unter den m\u00e4chtigsten Politikern gibt es schr\u00e4ge V\u00f6gel!<\/p>\n<p>Viele meinen, die UN h\u00e4tten nicht viel bewirkt. Kriege gebe es immer noch auf der Welt. Noch immer h\u00e4tten viele Menschen zu wenig zu essen, lebten nicht in anst\u00e4ndigen Wohnungen, die Kinder k\u00f6nnten nicht \u00fcberall zur Schule gehen, f\u00fcr die Kranken gebe es nicht genug \u00c4rzte und nicht genug Medikamente. Das stimmt alles. Und trotzdem ist es gut, wenn alle, die Reichen und die Armen, die M\u00e4chtigen und die Schwachen, an einem Ort zusammensitzen und gemeinsam \u00fcberlegen, wie wir unsere Welt besser machen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Denn es gibt genug Probleme, die kein Land allein l\u00f6sen kann. Die Klimaerw\u00e4rmung etwa, oder Krankheiten, die an keiner Grenze haltmachen. Oder die Ausbreitung von besonders gef\u00e4hrlichen Waffen wie der Atombombe. Der fr\u00fchere UN-Generalsekret\u00e4r Dag Hammarskj\u00f6ld hat einmal gesagt, die Vereinten Nationen seien nicht gegr\u00fcndet worden, \u00bbum die Menschen in den Himmel zu bringen, sondern um sie vor der H\u00f6lle zu bewahren\u00ab.<\/p>\n<p>\u00bbVereint\u00ab sind die Nationen bis heute nicht. Aber immer mehr Menschen begreifen, wie notwendig es ist, an diesem Ziel festzuhalten. Vielleicht weil schon so viele Astronauten im All unterwegs waren. Uns mag die Erde ja gro\u00df vorkommen, vom Weltraum aus betrachtet ist sie ein klitzekleiner Kr\u00fcmel. Eigentlich merkw\u00fcrdig, dass die Bewohner dieses Kr\u00fcmels nicht miteinander in Frieden leben.<\/p>\n<p>Die, denen eine friedliche Welt zu langweilig ist, k\u00f6nnen ja am Rednerpult der UN schimpfen. Hauptsache, die Mehrheit hindert sie daran, wieder einen gro\u00dfen Krieg anzufangen.<\/p>\n<p><strong>Warum gibt es die UN?<\/strong><br \/>\nDie Aufgabe der UN ist es, den Frieden auf der Welt zu sichern.<br \/>\nWer geh\u00f6rt dazu?<br \/>\n193 Staaten sind Mitglied der UN. 15 von ihnen geh\u00f6ren zum Sicherheitsrat. Hier werden die wichtigsten Entscheidungen getroffen.<\/p>\n<p><em>N\u00e4chste Woche in unserer dreiteiligen Serie \u00fcber die Weltclubs: Die Nato.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Viele L\u00e4nder der Erde arbeiten zusammen. Ihr Ziel: Die Welt besser und sicherer zu machen. 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