{"id":13373,"date":"2013-01-18T11:34:43","date_gmt":"2013-01-18T10:34:43","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.zeit.de\/kinderzeit\/?p=13373"},"modified":"2013-01-18T11:34:43","modified_gmt":"2013-01-18T10:34:43","slug":"hilfe-zu-verleihen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zeit.de\/kinderzeit\/2013\/01\/18\/hilfe-zu-verleihen_13373","title":{"rendered":"Hilfe zu verleihen"},"content":{"rendered":"<p><figure id=\"attachment_13375\" aria-describedby=\"caption-attachment-13375\" style=\"width: 540px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/blog.zeit.de\/kinderzeit\/2013\/01\/18\/hilfe-zu-verleihen_13373\/weltbank\" rel=\"attachment wp-att-13375\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.zeit.de\/kinderzeit\/files\/2013\/01\/weltbank-540x286.jpg\" alt=\"Die Weltbank ist f\u00fcr alle da. Auch Deutschland geh\u00f6rt ein Teil der Bank\/ Illustration Lisa Schweizer \" width=\"540\" height=\"286\" class=\"size-large wp-image-13375\" srcset=\"https:\/\/blog.zeit.de\/kinderzeit\/files\/2013\/01\/weltbank-540x286.jpg 540w, https:\/\/blog.zeit.de\/kinderzeit\/files\/2013\/01\/weltbank-300x159.jpg 300w, https:\/\/blog.zeit.de\/kinderzeit\/files\/2013\/01\/weltbank.jpg 673w\" sizes=\"auto, (max-width: 540px) 100vw, 540px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-13375\" class=\"wp-caption-text\">Die Weltbank ist f\u00fcr alle da. Auch Deutschland geh\u00f6rt ein Teil der Bank\/ Illustration Lisa Schweizer<\/figcaption><\/figure><\/p>\n<p><strong>Viele L\u00e4nder der Erde arbeiten zusammen. Ihr Ziel: Die Welt besser und sicherer zu machen. Die KinderZEIT stellt die drei wichtigsten Weltclubs vor. Heute: Die Weltbank. Die Bank soll arme Staaten dabei unterst\u00fctzen, so reich zu werden, dass die Menschen dort sich selbst versorgen k\u00f6nnen. Ein kleiner Teil dieser Bank geh\u00f6rt uns Deutschen<br \/>\n<\/strong><br \/>\n<em><br \/>\nVon Petra Pinzler<\/em><\/p>\n<p>Wie kann man hungrige Menschen satt machen? Diese Frage stellen sich die Menschen schon lange. Und auf die einfachste Antwort sind sie nat\u00fcrlich auch schon gekommen: Man gibt ihnen etwas zu essen. Schwieriger wird es aber danach: Wie schafft man es, dass die Menschen sich irgendwann selbst versorgen k\u00f6nnen? Oder anders gefragt: Wie macht man L\u00e4nder so reich, dass es ihren Bewohnern gut geht?<!--more--><\/p>\n<p>Eine Antwort soll die Weltbank finden. Die wurde gegen Ende des Zweiten Weltkrieges von den Vertretern von 44 L\u00e4ndern gegr\u00fcndet. Im Krieg war viel kaputt gemacht worden. Die Bank sollte dabei helfen, die zerst\u00f6rten L\u00e4nder wieder aufzubauen, und den vielen armen Menschen neue Hoffnung geben. Es klingt im ersten Moment merkw\u00fcrdig, dass ausgerechnet eine Bank etwas gegen die Armut tun soll. Dort geht man ja eigentlich hin, um Geld zu sparen, sein Gehalt abzuholen oder um sich etwas zu leihen. Aber Banken verschenken normalerweise nichts an Arme.<\/p>\n<p>Dabei ist die Idee, die hinter der Weltbank steckt, eigentlich ganz einfach: Es reicht auf Dauer eben nicht, armen Menschen Geld oder Essen zu schenken. Besser ist es, ihnen dabei zu helfen, sich selbst zu helfen. Man kann sie beispielsweise dabei unterst\u00fctzen, ein kleines Gesch\u00e4ft zu gr\u00fcnden. Oder eine Kuh und Saatgut zu kaufen. Oder eine Schule f\u00fcr ihre Kinder zu bauen, damit die etwas lernen und sp\u00e4ter dann einen Beruf bekommen. All dies kostet Geld. Aber das muss man nicht unbedingt verschenken. Man kann es auch verleihen. Wenn Menschen erst einmal etwas verdienen, k\u00f6nnen sie auch etwas zur\u00fcckzahlen.<\/p>\n<p>Genau so funktioniert die Weltbank. Sie gibt den Regierungen armer L\u00e4nder Geld, und die sollen damit ihren B\u00fcrgern helfen. Wenn es irgendwann allen besser geht, m\u00fcssen die L\u00e4nder die geliehene Summe zur\u00fcckzahlen. Die Weltbank kann dann wieder anderen L\u00e4ndern Geld leihen. Manchmal bekommt sie auch von reichen Regierungen zus\u00e4tzlich Geld geschenkt, f\u00fcr besonders schlimme N\u00f6te. Wenn es zum Beispiel irgendwo lange nicht geregnet hat und deswegen die Ernte ausf\u00e4llt, kann sie diesem Staat Schulden erlassen.<\/p>\n<p>Die Weltbank ber\u00e4t die Regierungen auch dabei, die richtigen Dinge f\u00fcr ihr Land zu tun. In einer Gegend ist es am wichtigsten, Schulen oder Krankenh\u00e4user zu bauen. Anderswo braucht man zuerst eine Stra\u00dfe, damit f\u00fcr die Bauern der Weg zum Markt nicht mehr so beschwerlich ist und sie ihre Fr\u00fcchte frischer anbieten k\u00f6nnen. Wieder anderswo m\u00fcssen Brunnen oder Elektrizit\u00e4tswerke gebaut werden. Das Ziel ist aber immer dasselbe: Am Ende sollen in einem Land kluge und gesunde Menschen leben und auch Arbeit finden. Deswegen will die Weltbank heute immer mehr zu einer \u00bbWissensbank\u00ab werden. Sie sammelt gute Tipps, damit sie sagen kann: Das hat funktioniert und das nicht.<\/p>\n<p>Aber was macht ein Land reich? Dar\u00fcber muss die Weltbank immer wieder neu nachdenken. Eine Weile glaubte sie, dass ein Land viele Firmen brauche, in denen die Menschen Arbeit finden, und dass der Staat den Menschen m\u00f6glichst wenig helfen soll. Heute klingt das sehr seltsam. Man wei\u00df inzwischen, dass es auch wichtig ist, den Reichtum gerecht zu verteilen, Schulen zu bauen und die Umwelt zu sch\u00fctzen. Denn einem Land, in dem der Wald verschwindet und die Fl\u00fcsse vergiftet werden, geht es nicht gut, auch wenn es viele Fabriken hat.<\/p>\n<p>Ihren Sitz hat die Weltbank in Washington, der Hauptstadt der USA. Einmal im Jahr treffen sich Minister aus vielen L\u00e4ndern dort zur Weltbanktagung. Aus Deutschland ist der Entwicklungsminister dabei. Er bespricht mit seinen Kollegen, ob das Geld noch f\u00fcr die richtigen Dinge verliehen wird. Die Minister d\u00fcrfen das, weil die Weltbank ihren Regierungen geh\u00f6rt. Die haben ihr am Anfang das n\u00f6tige Geld gegeben. Einen Teil der Bank besitzt also die Bundesregierung, oder genauer: Wir, die Deutschen, besitzen ihn.<\/p>\n<p>\u00dcbrigens haben immer wieder Leute gegen die Weltbank demonstriert. Sie fanden es ungerecht, dass die Regierungen der reichen L\u00e4nder entscheiden, was f\u00fcr die Armen gut ist. Inzwischen hat die Bank dazugelernt und sich ver\u00e4ndert. Viele ihrer Angestellten arbeiten nicht mehr wie fr\u00fcher in Washington, sondern in armen L\u00e4ndern.<\/p>\n<p>Seit diesem Sommer hat die Bank einen neuen Chef. Jim Yong Kim ist Amerikaner, aber er wurde in S\u00fcdkorea geboren. Das ist ein Land in Asien, das lange arm war und heute zu den wichtigen Industriel\u00e4ndern geh\u00f6rt. Deswegen ist es f\u00fcr viele der Beweis, dass kein Staat arm bleiben muss. Kim ist Arzt. Er will, dass die Weltbank in Zukunft mehr Geld f\u00fcr Gesundheit ausgibt, denn er wei\u00df, dass nur gesunde Menschen gut arbeiten k\u00f6nnen. Kim will auch, dass wir alle mehr gegen die Luftverschmutzung und den Klimawandel tun. Denn auch darunter leiden die Armen zuerst: Sie wohnen oft in Gegenden, in denen der Klimawandel schon heute f\u00fcr Hochwasser und D\u00fcrren sorgt. Also hat die Weltbank den Regierungschefs der reichen L\u00e4nder gesagt, dass sie doch bitte weniger Abgase in die Luft blasen sollen.<\/p>\n<p>Eine Bank kann also ziemlich viele gute Dinge tun. Wenn wir das wollen.<\/p>\n<p><strong><br \/>\nDie Weltbank<\/strong><br \/>\n<strong>Was macht sie?<\/strong> Die Weltbank verleiht Geld an arme L\u00e4nder, damit die ihren B\u00fcrgern helfen. Zum Beispiel k\u00f6nnen Schulen gebaut werden, damit Kinder eine Ausbildung bekommen und sp\u00e4ter selbst Geld verdienen k\u00f6nnen.<br \/>\n<strong>Wer ist dabei?<\/strong> Die Weltbank hat 188 Mitgliedsl\u00e4nder. Ihnen allen geh\u00f6rt ein Teil der Bank. Je gr\u00f6\u00dfer dieser Teil ist, desto mehr hat das Land zu sagen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Viele L\u00e4nder der Erde arbeiten zusammen. Ihr Ziel: Die Welt besser und sicherer zu machen. Die KinderZEIT stellt die drei wichtigsten Weltclubs vor. Heute: Die Weltbank. Die Bank soll arme Staaten dabei unterst\u00fctzen, so reich zu werden, dass die Menschen dort sich selbst versorgen k\u00f6nnen. 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