{"id":1669,"date":"2009-07-16T12:00:13","date_gmt":"2009-07-16T10:00:13","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.zeit.de\/kinderzeit\/?p=1669"},"modified":"2009-07-16T12:00:13","modified_gmt":"2009-07-16T10:00:13","slug":"ella-auf-klassenfahrt-5","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zeit.de\/kinderzeit\/2009\/07\/16\/ella-auf-klassenfahrt-5_1669","title":{"rendered":"Ella auf Klassenfahrt (5)"},"content":{"rendered":"<p><figure style=\"width: 450px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/zeus.zeit.de\/bilder\/2009\/30\/gesellschaft\/kinderzeit\/ella-450.jpg\" alt=\"\u00a9 Sabine Wilharm\" width=\"450\" height=\"406\" \/><figcaption class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Sabine Wilharm<\/figcaption><\/figure><\/p>\n<p><span id=\"contentmain\" class=\"storycontent\"><em>Von Timo Parvela<\/em><\/span><\/p>\n<p><strong>Folge 5: Auf der Flucht<br \/>\nDer Skiunterricht endet f\u00fcr Ella und ihre Mitsch\u00fcler mit kalten F\u00fc\u00dfen und einem verzweifelten Lehrer. Doch wer vor dem Weihnachtsmann fliehen will, muss Einsatz zeigen \u2026<\/strong><!--more--><\/p>\n<p>Wir waren ganz sch\u00f6n verschwitzt, bis wir die Skier wieder den Hang hinaufgeschleppt hatten. Aber am meisten schwitzte der Lehrer. Seine Skier waren bis fast in die Mitte des Sees geschlittert, und er musste sich durch den Tiefschnee k\u00e4mpfen, um sie zur\u00fcckzuholen. Langlaufen war ein anstrengender Sport. Der Lehrer war schon ersch\u00f6pft, obwohl wir noch nicht mal richtig angefangen hatten. \u00bbRegel Nummer eins\u00ab, schnaufte er: \u00bbAuf H\u00fcgeln und an H\u00e4ngen niemals die Skier in den Schnee legen. Sie k\u00f6nnen n\u00e4mlich runterrutschen.\u00ab Danach erkl\u00e4rte der Lehrer, wie man seine Skischuhe an den Skiern festmacht. Es h\u00f6rte sich ganz einfach an: Man musste nur den Schuh auf die Bindung stellen und dr\u00fccken, bis man ein Klicken h\u00f6rte. W\u00e4hrend der Lehrer seine Schuhe an seinen Skiern festmachte, machten wir unsere Schuhe an unseren Skiern fest. \u00bbFertig\u00ab, sagte der Lehrer. Da sahen wir, dass der Lehrer seine F\u00fc\u00dfe in den Schuhen hatte, und wunderten uns. Wir hatten unsere Schuhe n\u00e4mlich ausgezogen und sie ohne F\u00fc\u00dfe an den Skiern festgemacht. Dass die F\u00fc\u00dfe in den Schuhen drin sein sollten, hatte der Lehrer nicht gesagt. \u00bbDas muss alles ein Albtraum sein\u00ab, st\u00f6hnte der Lehrer und schlug die H\u00e4nde vor die Augen. Das h\u00e4tte er nicht tun sollen, denn dazu musste er die Skist\u00f6cke loslassen und rutschte r\u00fcckw\u00e4rts den Hang hinunter. Wir waren \u00fcberrascht, aber trotzdem waren wir schneller als beim ersten Mal: Wir lie\u00dfen unsere Skier fast zur selben Zeit den Hang hinuntersausen. Timos Skier und Skischuhe gewannen. Tiinas wurden Zweite und Mikas Dritte. Der Lehrer st\u00fcrzte auf halber Strecke und wurde Letzter. Er war kaum zu sehen, so tief steckte er in einem Schneehaufen. Zum Gl\u00fcck schauten oben die Skispitzen heraus, sodass die Frau des Lehrers wusste, wo sie graben musste. Danach gingen wir schnell nach drinnen, um uns aufzuw\u00e4rmen. Unsere F\u00fc\u00dfe waren auf einmal eiskalt. Als sp\u00e4ter der Weihnachtsmann zur\u00fcckkam, wunderte er sich nicht schlecht, dass er uns im Haus fand, wo er unsere Skier und Skischuhe gerade noch auf dem See gesehen hatte. \u00bbHabt ihr denn schon genug?\u00ab, fragte er den Lehrer. Aber der antwortete nicht. Er legte mehr Holz in den Kamin und schwieg. Es waren flache Holzst\u00fccke. \u00bbDie guten Skier!\u00ab, seufzte der Weihnachtsmann und sch\u00fcttelte traurig den Kopf.<br \/>\nNach dem Mittagessen ging der Weihnachtsmann Mittagsschlaf halten und der Lehrer wahrscheinlich seinen Tunnel graben. Jetzt konnte ich den Jungs endlich erkl\u00e4ren, was hier eigentlich vor sich ging. \u00bbDer Lehrer hat uns absichtlich hierher gebracht. Er hat uns dem Weihnachtsmann als Wichtel verkauft. Wir bleiben klein, aber wir werden tausend Jahre alt\u00ab, erkl\u00e4rte ich. \u00bbUnd uns allen w\u00e4chst ein Bart\u00ab, f\u00fcgte Hanna hinzu. \u00bbKlasse\u00ab, sagte Timo. \u00bbFind ich okay\u00ab, sagte der Rambo. \u00bbMir w\u00e4chst bestimmt keiner\u00ab, schmollte Mika. \u00bbMit Schnurrbart und allem?\u00ab, fragte Pekka. \u00bbIhr habt nicht verstanden\u00ab, sagte Hanna. \u00bbUns M\u00e4dchen w\u00e4chst auch ein Bart.\u00ab \u2013 \u00bbKlasse\u00ab, sagte Timo. \u00bbFind ich okay\u00ab, sagte der Rambo. \u00bbEure werden bestimmt l\u00e4nger als meiner\u00ab, schmollte Mika. \u00bbUnd ihr kriegt auch welche mit Schnurrbart?\u00ab, fragte Pekka. \u00bbKapiert ihr nicht? Wir bleiben hier und d\u00fcrfen nie wieder nach Hause, au\u00dfer vielleicht an Weihnachten, um in die Fenster zu schauen\u00ab, versuchte ich den Jungs zu erkl\u00e4ren. \u00bbKlasse\u00ab, sagte Timo. \u00bbFind ich okay\u00ab, sagte der Rambo. \u00bbIch bin bestimmt zu klein, um in die Fenster zu schauen\u00ab, schmollte Mika. \u00bbOb der Weihnachtsmann uns wohl daf\u00fcr bezahlt?\u00ab, fragte Pekka. \u00bbIch geb\u2019s auf\u00ab, sagte ich. \u00bbDas war\u2019s dann wohl\u00ab, seufzte Hanna. \u00bbWarten wir also, bis sie uns die Wichtelsachen anziehen und uns fr\u00f6hliche Wichtellieder singen lassen.\u00ab \u2013 \u00bbWichtellieder?\u00ab, sagte Timo erschrocken. \u00bbSingen?\u00ab, sagte Mika weinerlich. \u00bbIch geb jedem eins auf die Nase, der mich fr\u00f6hliche Lieder singen lassen will\u00ab, sagte der Rambo. Es war klar, dass wir abhauen mussten, wenn wir M\u00e4dchen keine B\u00e4rte kriegen und die Jungs nicht fr\u00f6h\u00adliche Lieder singen wollten.<br \/>\n\u00bbMoment mal!\u00ab, sagte Timo. \u00bbIch versteh eins nicht: Warum will der Lehrer mit uns fliehen, wenn er uns erst absichtlich hierher gebracht hat?\u00ab \u2013 \u00bbWeil er das Langlaufen hasst\u00ab, wusste Hanna. \u00bbStimmt\u00ab, sagte Timo, der alles wei\u00df. \u00bbWahrscheinlich hat ihn der Weihnachtsmann erpresst\u00ab, fuhr er fort. \u00bbEr hat gedroht, dass er ihm und seiner Frau und seinem Kind keine Geschenke bringt, wenn er ihm keine Wichtel liefert.\u00ab Genau! So machte alles Sinn. Unser Lehrer war so ein guter und mitf\u00fchlender Mensch, dass er bereit war, mit uns zu fliehen, obwohl er und seine Familie vielleicht nie wieder Weihnachtsgeschenke bekommen w\u00fcrden. Wir fanden den Gedanken schrecklich, dass der Weihnachtsmann zu seinem eigenen Kind derart gemein sein konnte. \u00bbWie nennt man eigentlich das Enkelkind des Weihnachtsmanns?\u00ab, fragte Hanna irgendwann. \u00bbChristkind\u00ab, wusste Timo.<\/p>\n<p>Der Weihnachtsmann sa\u00df schweigend in seinem Schaukelstuhl und starrte ins Kaminfeuer. Sein Sohn, unser Lehrer, sa\u00df neben ihm auf einem Hocker und schwieg auch. Wir sa\u00dfen um den Tisch, und die Frau des Weihnachtsmanns zeigte uns Fotos aus der Zeit, als unser Lehrer noch klein war. \u00bbAls Baby hast du ausgesehen wie ein rosa Schweinchen\u00ab, sagte die Frau des Lehrers. Der Lehrer stocherte mit dem Sch\u00fcrhaken im Feuer und sagte nichts. \u00bbDie guten Skier!\u00ab, seufzte der Weihnachtsmann. \u00bbVerbrennt der die guten Skier\u2008\u2026\u00ab Wir sahen, wie der Lehrer einen Augenblick z\u00f6gerte. \u00bbJawohl\u00ab, sagte er dann mit fester Stimme. \u00bbDie guten Skier!\u00ab, seufzte der Weihnachtsmann wieder. \u00bbIns Feuer geschmissen\u2008\u2026\u00ab \u2013 \u00bbSo gut waren sie nicht\u00ab, sagte der Lehrer. \u00bbEs waren Olympiaskier. Ich hab sie dir zu Weihnachten geschenkt\u00ab, sagte der Weihnachtsmann. \u00bbUnd ich hab sie nie gemocht\u00ab, sagte der Lehrer. Wir wunderten uns, dass der Weihnachtsmann seinem Sohn etwas geschenkt hatte, was dem nicht gefiel. Uns hatte der Weihnachtsmann immer Geschenke gebracht, die wir mochten. Au\u00dfer Mika nat\u00fcrlich, der immer nur weiche P\u00e4ckchen bekam. \u00bbAber du hast doch das Langlaufen so geliebt\u00ab, sagte der Weihnachtsmann. \u00bbIch hab langlaufen immer gehasst\u00ab, sagte der Lehrer. \u00bbDu hast mir nur nie zugeh\u00f6rt.\u00ab \u2013 \u00bbUnsinn!\u00ab, sagte der Weihnachtsmann. \u00bbJeder liebt das Langlaufen. F\u00fcr morgen kannst du meine Skier haben. W\u00e4hrend ihr lauft, fahr ich dir neue kaufen.\u00ab \u2013 \u00bbPaps, ich will nicht langlaufen\u00ab, sagte der Lehrer. Seine Stimme h\u00f6rte sich jetzt fast w\u00fctend an. \u00bbIch werde langsam alt\u00ab, sagte der Weihnachtsmann ernst. \u00bbWenn du in meine Fu\u00dfstapfen treten und hier weitermachen willst, dann musst du langlaufen, da bei\u00dft keine Maus keinen Faden ab.\u00ab Der Lehrer schaute mit flehendem Blick zu seiner Frau, und sie nickte ihm aufmunternd zu. \u00bbIch m\u00f6chte aber nicht in deine Fu\u00dfstapfen treten\u00ab, sagte der Lehrer. \u00bbIhr wolltet hierher ziehen, ich nicht. Ich bin Lehrer. Ich mag meine Arbeit, und ich denke nicht daran, jemals etwas anderes zu machen.\u00ab \u2013 \u00bbSo, so. Sieht ganz so aus, als w\u00e4re morgen ausgezeichnetes Langlaufwetter\u00ab, sagte der Weihnachtsmann, als h\u00e4tte er dem Lehrer gar nicht zugeh\u00f6rt. Dann stand er \u00e4chzend auf, streckte sich und ging schlafen. Der Lehrer blieb sitzen und stocherte im Feuer. Er sah auf einmal geschrumpft aus. Wenn man ihn anschaute, sah er seinem Vater erstaunlich \u00e4hnlich\u2008\u2026Und da kapierten wir endlich: So wie wir Wichtel werden sollten, so sollte der Lehrer Weihnachtsmann werden. Der Lehrer hatte uns doch nicht nach Lappland gebracht, um uns dem Weihnachtsmann zu verkaufen. Der Weihnachtsmann selbst hatte uns irgendwie hierher gelockt wie eine Spinne in ihr Netz. Es ging um einen Generationswechsel, wie Timo sagte, der solche W\u00f6rter kennt. Der alte Weihnachtsmann, seine Frau und die alten Wichtel wollten sich zur Ruhe setzen, und der neue Weihnachtsmann mit seiner neuen Frau und neuen Wichteln sollten ihre Arbeit \u00fcbernehmen. Der Lehrer wollte das nur nicht, und wir auch nicht. Und das hie\u00df: Wir mussten dem Lehrer helfen. Und uns selbst nat\u00fcrlich auch.<br \/>\nWir M\u00e4dchen lagen in unseren Betten und hatten Mitleid mit dem Lehrer. Er hatte gesagt, dass er Lehrer bleiben wollte. Aber was, wenn er sich tief drinnen trotzdem langsam, aber sicher in den neuen Weihnachtsmann verwandelte? Nat\u00fcrlich hatten die beiden Berufe etwas gemeinsam: Man musste Kinder m\u00f6gen. Aber das war es dann auch schon. Sonst arbeitete der eine bei Tag und der andere am Abend und bei Nacht. Der eine blieb meistens am selben Fleck, und der andere war in der ganzen Welt unterwegs. Da war es schwer, wenn man sich f\u00fcr eins von beiden entscheiden musste. Unser Lehrer tat uns richtig leid.<br \/>\nAm Morgen klopfte jemand schon vor Sonnenaufgang an die T\u00fcr unserer H\u00fctte. Es war der Lehrer. Er wollte, dass wir uns anzogen und schnell nach drau\u00dfen kamen. Kurz darauf standen wir im Schnee und blinzelten mit schl\u00e4frigen Augen in die Runde. Der Lehrer hatte unsere Skier vom See geholt und sagte, wir sollten sie schnell unterschnallen. Wir wunderten uns nat\u00fcrlich. Am Abend hatte er noch selbst gesagt, dass er langlaufen hasste. Wir schauten uns an und zuckten die Achseln, w\u00e4hrend er im Schuppen verschwand. Als er wieder herauskam, hatten wir unsere Skier angeschnallt, und diesmal war alles gut gegangen. Unsere F\u00fc\u00dfe waren in den Schuhen, wie es sich geh\u00f6rte. Der Lehrer schob ein Moped. \u00bbLiebling, was ist das?\u00ab, fragte seine Frau und schaute das rostige Ding mit sorgenvoller Miene an. \u00bbMein altes Moped. Ich hab\u2019s vom Geld von meinem ersten Ferienjob bezahlt\u00ab, erz\u00e4hlte der Lehrer stolz. Wir versuchten zu raten, was der Sohn des Weihnachtsmanns wohl f\u00fcr einen Ferienjob gehabt haben k\u00f6nnte. Wir hatten noch keine Antwort gefunden, als der Lehrer auch noch ein dickes Seil aus dem Schuppen brachte. \u00bbLiebling, was hast du vor?\u00ab, fragte seine Frau mit noch sorgenvollerer Miene. \u00bbAbhauen. Wir fliehen\u00ab, sagte der Lehrer und befestigte ein Ende des Seils am Gep\u00e4cktr\u00e4ger des Mopeds. Wir atmeten erleichtert auf. Der Lehrer war eindeutig noch unser Lehrer und kein angehender Weihnachtsmann. \u00bbIst das nicht gef\u00e4hrlich?\u00ab, fragte seine Frau, w\u00e4hrend der Lehrer das Seil hinter dem Moped im Schnee auslegte. \u00bbNicht so gef\u00e4hrlich wie hierbleiben\u00ab, sagte der Lehrer. Dann wandte er sich an uns und sagte: \u00bbAlso dann, haltet euch gut an dem Seil fest!\u00ab Durch den Wald \u00fcber dem See drangen schon die ersten Sonnenstrahlen, als wir uns in einer langen Schlange hinter dem Moped aufstellten und einer nach dem andern das Seil ergriffen. Die Frau des Lehrers sa\u00df auf dem Gep\u00e4cktr\u00e4ger hinter dem Lehrer.<\/p>\n<p>Zuerst passierte gar nichts. Nur das Seil straffte sich, und das Moped fuhr auf der Stelle und bespritzte uns von oben bis unten mit Schnee. Aber dann, gerade als der Weihnachtsmann vor die T\u00fcr trat, gab es einen Ruck im Seil, und es ging los. Als wir am Weihnachtsmann vorbeisausten, winkte ihm der Lehrer siegessicher zu, aber das h\u00e4tte er lieber nicht tun sollen. Pekka verstand das n\u00e4mlich so, dass er auch winken sollte. Er winkte mit beiden H\u00e4nden, und dazu musste er nat\u00fcrlich das Seil loslassen. Und als er das Seil loslie\u00df, blieb er nat\u00fcrlich stehen. Und alle, die hinter ihm kamen, fuhren auf ihn drauf. Am Ende lagen sie alle miteinander auf einem gro\u00dfen Haufen im Schnee. Nur der Rambo, Timo, ich, Hanna, Tiina und Mika hingen noch am Seil, als der Lehrer auf die Stra\u00dfe einbog. Als wir zur\u00fcckschauten, sahen wir, wie der Weihnachtsmann sich am Kopf kratzte, w\u00e4hrend seine Frau den andern aus dem Schnee half.<\/p>\n<p>Auf der Stra\u00dfe fuhr das Moped richtig schnell. Es hatte jetzt nat\u00fcrlich auch weniger zu ziehen. Auf beiden Seiten gab es hohe Schneew\u00e4lle. Wenn was schiefging, w\u00fcrden wir wenigstens weich landen. Dann ging es auf einmal steil bergab, und wir merkten, dass wir schneller wurden als das Moped. Der Lehrer gab Gas wie wild, aber das nutzte nichts. Wir holten ihn langsam, aber sicher ein. Wir waren schon so schnell, dass uns die Augen tr\u00e4nten und keiner mehr was sehen konnte. Daran lag es wahrscheinlich auch, dass Mika, der als Letzter am Seil hing, den Buckel nicht sah und dr\u00fcberfuhr. Wir anderen sahen nur seinen Schneeanzug durch die Luft segeln, als er im hohen Bogen \u00fcber den Schneewall neben der Stra\u00dfe flog. \u00bbIch hab\u2019s gewusst!\u00ab, h\u00f6rten wir Mika schreien, bevor er irgendwo hinter dem Wall im Tiefschnee landete. \u00bbFliegen um die Zeit noch Kraniche?\u00ab, rief die Frau des Lehrers. \u00bbIch meine, ich h\u00e4tte einen fliegen sehen.\u00ab Wir waren nur noch f\u00fcnf am Seil, und das Moped wurde immer schneller. Wir aber auch. Und hinter der n\u00e4chsten Kurve stand ein Rentier. Es war erst genauso \u00fcberrascht wie wir, als es uns kommen sah. Dann senkte es den Kopf. \u00bbPass auf, es greift an!\u00ab, schrie die Frau des Lehrers. \u00bbIch bin gut im Ausweichen!\u00ab, schrie der Lehrer zur\u00fcck. Und das war er wirklich. Er kurvte sauber um das Rentier herum. Nur Hanna und Tiina schafften es leider nicht. Sie blieben am Geweih des Rentiers h\u00e4ngen. Das sah ziemlich komisch aus, fanden wir andern, aber wir hatten leider keine Zeit, dar\u00fcber zu lachen. Nur der Rambo, Timo und ich hingen jetzt noch an dem Seil, und auf einmal tat die Frau des Lehrers etwas, womit wir nicht gerechnet hatten: Sie l\u00f6ste das Seil vom Gep\u00e4cktr\u00e4ger. F\u00fcr eine Weile fuhren wir noch hinter dem Moped her. Aber dann machte die Stra\u00dfe eine Kurve, und wir fuhren geradeaus weiter, \u00fcber den Schneewall und dann immer bergauf. Wir waren so schnell, dass wir es bis auf die Spitze des Fj\u00e4lls schafften. Kurz vor dem Gipfel kam uns ein Skifahrer entgegen, der verwirrt aussah, als wir an ihm vor\u00fcbersausten. \u00bbDas ist die falsche Richtung!\u00ab, rief er. Wir blieben lieber oben stehen. Von dort aus konnten wir den Lehrer, seine Frau und das Moped gut sehen. Erst dachten wir, die Frau des Lehrers h\u00e4tte uns abgeh\u00e4ngt, damit sie schneller abhauen konnten. Aber dann sahen wir, dass wir ihr unrecht getan hatten. Sie packte n\u00e4mlich die Eierw\u00e4rmerm\u00fctze des Lehrers und zog sie ihm \u00fcber die Augen. Ein kurzes St\u00fcck fuhr er sogar noch geradeaus, aber dann lenkte er immer weiter nach links, bis die Fahrt im Schneewall neben der Stra\u00dfe endete. In den bohrte sich das Moped so tief, dass hinten nur ein Loch im Schnee \u00fcbrig blieb. Von unserem Lehrer und seiner Frau schauten oben aus dem Schneewall noch die K\u00f6pfe heraus. So fanden der Weihnachtsmann und seine Frau die beiden, als sie mit dem Motorschlitten gefahren kamen. Sie waren uns n\u00e4mlich gefolgt. Es dauerte eine Weile, bis der Lehrer und seine Frau aus dem Schnee ausgegraben waren, und der Weihnachtsmann und seine Frau mussten schrecklich lachen.<\/p>\n<p><strong>N\u00e4chste Woche\u2008erfahrt Ihr, was Ella und die anderen Kinder im Wichtelunterricht lernen<\/strong><\/p>\n<p><em>\u00bbElla auf Klassenfahrt\u00ab ist der dritte \u00bbElla\u00ab-Roman von Timo Parvela. Aus dem Finnischen \u00fcbersetzt haben ihn Anu und Nina Stohner, illustriert wurde er von Sabine Wilharm. Das Buch erscheint am 27. Juli im Carl Hanser Verlag<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Timo Parvela Folge 5: Auf der Flucht Der Skiunterricht endet f\u00fcr Ella und ihre Mitsch\u00fcler mit kalten F\u00fc\u00dfen und einem verzweifelten Lehrer. 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