{"id":17,"date":"2008-06-19T09:00:20","date_gmt":"2008-06-19T07:00:20","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.zeit.de\/kinderzeit\/?p=17"},"modified":"2008-06-19T09:00:20","modified_gmt":"2008-06-19T07:00:20","slug":"der-sandelf-folge-nr-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zeit.de\/kinderzeit\/2008\/06\/19\/der-sandelf-folge-nr-2_17","title":{"rendered":"Der Sandelf (Folge Nr. 2)"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"javascript:void(openme('http:\/\/www.zeit.de\/bilder\/2008\/26\/wissen\/kinderzeit\/sandelf-1\/sandelf-1-700.jpg',720,532,'middle','popup_01'));\"><img src='https:\/\/img.zeit.de\/bilder\/2008\/26\/wissen\/kinderzeit\/sandelf-1\/sandelf-1-410x140.jpg' alt='Der Sandelf' class='aligncenter' \/><\/a><br \/>\n<span style=\"font-size: 10px;\"> Illustration: Sabine Friedrichson<\/span><br \/>\n<em><strong>Schreckliche Sch\u00f6nheit!<\/strong><\/em><br \/>\n<strong>Cyril, Anthea, Robert, Jane und das Baby \u00bbLamm\u00ab verbringen die Ferien mit ihrem Kinderm\u00e4dchen Martha auf dem Land. Beim Spielen finden sie einen Sandelf \u2013 und dieses merkw\u00fcrdige Wesen erf\u00fcllt W\u00fcnsche! Deshalb starren die Kinder einander gerade verwirrt an: Sie sind strahlend sch\u00f6n geworden\u2026<\/strong><\/p>\n<p>Der Sandelf schaufelte pl\u00f6tzlich wie wild mit H\u00e4nden und F\u00fc\u00dfen und verschwand im Sand. Die Geschwister schauten einander an, und jedes Kind fand sich pl\u00f6tzlich allein zwischen drei wildfremden Kindern von strahlender Sch\u00f6nheit. Einen Augenblick lang verharrten sie in absolutem Schweigen. Jeder von ihnen meinte, dass sich seine Geschwister fortgeschlichen und diese fremden Kinder sich ebenso leise hergeschlichen haben mussten, w\u00e4hrend es selbst zuschaute, wie der Sandelf anschwoll. \u00bbEntschuldigung\u00ab, sagte Anthea \u00fcberaus h\u00f6flich zu Jane, die jetzt riesige blaue Augen und dichtes kastanienbraunes Haar hatte, \u00bbhast du vielleicht zwei Jungen und ein M\u00e4dchen hier irgendwo in der Gegend gesehen?\u00ab \u2013 \u00bbDas Gleiche wollte ich gerade dich fragen\u00ab, antwortete Jane.<!--more--><\/p>\n<table border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\" width=\"200\" align=\"left\">\n<tbody>\n<tr>\n<td>\n<div class=\"cover\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/img.zeit.de\/\/bilder\/2008\/25\/wissen\/kinderzeit-blog\/sandelf.gif\" alt=\"Der Sandelf\" \/><\/div>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"font-size: 11px;\">Illustration: Sabine Wilharm<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<div class=\"audio_player\">\n<object classid=\"clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000\" codebase=\"http:\/\/fpdownload.macromedia.com\/pub\/shockwave\/cabs\/flash\/swflash.cab#version=8,0,0,0\" width=\"200\" height=\"50\" id=\"audio_system\" align=\"middle\"><param name=\"allowScriptAccess\" value=\"always\"\/><param name=\"movie\" value=\"http:\/\/minos.zeit.de\/vid_comp\/audio_system.swf\" \/><param name=\"quality\" value=\"high\" \/><param name=\"bgcolor\" value=\"#ffffff\" \/><param name=\"flashvars\" value=\"&amp;var_mp3_file=080619\/080619_1213857771-01&amp;var_mp3_artist=Von Edith Nesbit&amp;var_mp3_title=Der Sandelf - Folge 2&amp;var_ivw_tag=a_Kultur\/Musik\"\/><\/object><\/p>\n<\/div>\n<p>Da schrie Cyril: \u00bbDas bist ja du! Ich erkenne das Loch in deiner Sch\u00fcrze. Du bist doch Jane. Oder? Und du bist Anthea! Ich seh die Blutflecken in deinem Taschentuch! Du hast vergessen, dir ein frisches einzustecken, nachdem du dich in den Daumen geschnitten hattest. Donnerwetter! Der Wunsch ist doch in Erf\u00fcllung gegangen. Sagt mal, bin ich genauso sch\u00f6n wie ihr?\u00ab<\/p>\n<p>\u00bbWenn du Cyril bist, dann hast du mir vorher besser gefallen\u00ab, sagte Anthea entschieden. \u00bbMit deinen goldenen Haaren bist du das Abbild eines zarten Chorknaben. Und wenn der andere Robert ist, dann sieht er jetzt wie ein italienischer Drehorgelspieler aus mit seinen rabenschwarzen Haaren.\u00ab \u00bbUnd ihr beiden M\u00e4dchen seht wie Weihnachtsengel aus, \u00e4tsch! Wie bl\u00f6de Weihnachtsengel!\u00ab, rief Robert w\u00fctend. \u00bbUnd Janes Haar ist karottenrot!\u00ab In Wirklichkeit schimmerte es in jenem goldenen Kupferton, der von Malern so geliebt wird.<\/p>\n<p>\u00bbAch, es hat keinen Sinn, dass wir aufeinander rumhacken\u00ab, sagte Anthea. \u00bbWir wollen das Lamm wecken und allesamt zum Mittagessen gehen. Auf jeden Fall werden uns die K\u00f6chin und Martha gl\u00fchend bewundern, ihr sollt mal sehen!\u00ab<\/p>\n<p>Der Kleine wachte gerade auf, als sie zu ihm kamen, und alle Kinder waren erleichtert, als sie feststellten, dass wenigstens das Lamm nicht bildh\u00fcbsch geworden, sondern genauso wie vorher geblieben war. \u00bbVermutlich ist er noch zu klein, als dass der Wunsch von selber auch f\u00fcr ihn mit gilt\u00ab, sagte Jane. \u00bbDas n\u00e4chste Mal m\u00fcssen wir das Lamm extra erw\u00e4hnen.\u00ab Anthea lief zu ihm und streckte die Arme aus. \u00bbKomm zu Anthea, mein Kleiner\u00ab, lockte sie.<\/p>\n<p>Der Kleine schaute sie missbilligend an, dann streckte er seinen rosigen, sandigen Daumen in den Mund. Anthea war seine Lieblingsschwester. \u00bbJa, so komm doch\u00ab, wiederholte sie. \u00bbGeh weg!\u00ab, sagte das Lamm. \u00bbKomm doch zu deiner Pussy\u00ab, s\u00e4uselte Jane. \u00bbWill zu Antha\u00ab, sagte das Lamm abwehrend, und seine Lippe begann zu zittern. \u00bbLos, komm, nun komm schon, alter Junge\u00ab, sagte Robert. \u00bbKomm huckepack auf Robys R\u00fccken!\u00ab \u2013 \u00bbNein, nein, b\u00f6se, b\u00f6se!\u00ab, heulte der Kleine hemmungslos. Und da wussten die Kinder, dass das Schlimmste eingetreten war: Ihr Kleiner erkannte sie nicht mehr.<\/p>\n<p>Sie schauten einander verzweifelt an, und es war in dieser ungl\u00fccklichen Situation gr\u00e4sslich, in die wundersch\u00f6nen Augen von wildfremden Kindern blicken zu m\u00fcssen statt in die vergn\u00fcgten, freundlichen, allt\u00e4glichen, zwinkernden und vertrauten Augen der Geschwister.<\/p>\n<p>\u00bbDies ist wirklich schrecklich\u00ab, stellte Cyril fest, nachdem er versucht hatte, das Lamm aufzuheben, und nachdem ihn das Lamm wie eine Katze gekratzt und dabei wie ein Stier gebr\u00fcllt hatte. \u00bbWir m\u00fcssen uns tats\u00e4chlich mit dem Lamm anfreunden! Ich kann es nicht nach Hause tragen, wenn es wie am Spie\u00df br\u00fcllt. Stellt euch vor: sich mit dem eigenen Bruder anfreunden zu m\u00fcssen! Das ist wirklich idiotisch!\u00ab Aber genau das war es, was sie tun mussten. Es dauerte \u00fcber eine Stunde, und die Aufgabe wurde nicht gerade erleichtert dadurch, dass der Kleine inzwischen hungrig wie ein L\u00f6we geworden war und vor Durst fast umkam.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich gestattete er diesen Fremden, ihn abwechselnd zu tragen, aber weil er sich strikt weigerte, sich an seinen neuen Bekannten festzuhalten, war er doppelt so schwer, und alle gerieten ins Schnaufen.<\/p>\n<p>\u00bbGott sei Dank, wir sind zu Hause!\u00ab, seufzte Jane und taumelte durch die Gartenpforte, wo schon Martha, die Kinderfrau, mit der Hand vor den Augen stand und \u00e4ngstlich Ausschau hielt. \u00bbHier! Nimm doch bitte den Kleinen!\u00ab Martha riss ihr das Kind aus den Armen. \u00bbJetzt ist wenigstens das Lamm in Sicherheit\u00ab, sagte sie. \u00bbWo sind die anderen? Und wer seid denn ihr alle, um Himmels willen?\u00ab \u2013 \u00bbWir sind nat\u00fcrlich wir!\u00ab, rief Robert.<\/p>\n<p>\u00bbUnd wer ist wir, wenn ich bitten darf?\u00ab, erkundigte sich Martha vorwurfsvoll. \u00bbWir sind es wirklich, wir sind nur bildsch\u00f6n\u00ab, fiel Cyril ein. \u00bbIch bin Cyril, und das sind die anderen. Wir kommen um vor Hunger. Lass uns rein und stell dich nicht so an.\u00ab<\/p>\n<p>Martha stie\u00df nur w\u00fctend die Luft aus und versuchte, Cyril die T\u00fcr vor der Nase zuzuschlagen. \u00bbIch wei\u00df, dass wir anders aussehen, aber ich bin wirklich Anthea, und wir sind alle schrecklich m\u00fcde. Es ist ja auch schon weit \u00fcber Mittag.\u00ab \u2013 \u00bbDann geht nach Hause und esst zu Mittag, wo immer ihr wohnt. Und wenn unsere Kinder euch angestiftet haben, mich mit diesem Theater zum Narren zu halten, dann k\u00f6nnt ihr ihnen von mir einen sch\u00f6nen Gru\u00df bestellen. Sie wissen schon, was ihnen bl\u00fcht, wenn ich sie erwische!\u00ab Damit knallte sie die T\u00fcr zu.<\/p>\n<p>Cyril l\u00e4utete wie verr\u00fcckt, aber niemand \u00f6ffnete. Nach einer Weile streckte die K\u00f6chin den Kopf zum Schlafzimmerfenster heraus und schrie: \u00bbWenn ihr euch nicht davonschert, und zwar ein bisschen pl\u00f6tzlich, dann hol ich die Polizei!\u00ab Damit knallte sie das Fenster zu.<\/p>\n<p>\u00bbEs hat keinen Zweck\u00ab, sagte Anthea. \u00bbLasst uns blo\u00df von hier weglaufen, bevor sie uns ins Gef\u00e4ngnis stecken!\u00ab Die Jungen sagten, das sei Unsinn und man k\u00f6nne nicht ins Gef\u00e4ngnis kommen, nur weil man bildsch\u00f6n sei, aber sie folgten ihren Schwestern doch hinaus auf den Weg.<\/p>\n<p>\u00bbNach Sonnenuntergang werden wir wahrscheinlich wieder so aussehen wie vorher\u00ab, vermutete Jane. \u00bbWer wei\u00df\u00ab, murmelte Cyril bedr\u00fcckt. \u00bbVielleicht klappt das nicht mehr so wie fr\u00fcher \u2013 seit der Zeit der Saurier hat sich ja vieles ge\u00e4ndert.\u00ab \u2013 \u00bbOh!\u00ab, rief Anthea pl\u00f6tzlich. \u00bbVielleicht werden wir bei Sonnenuntergang versteinert! So wie die Riesenfaultiere, damit von uns kein Rest f\u00fcr morgen bleibt!\u00ab Sie brach in Tr\u00e4nen aus, und Jane stimmte in ihr Schluchzen ein. Selbst die Jungen wurden blass.<\/p>\n<p>Der Nachmittag war schrecklich. Es gab kein Haus in der N\u00e4he, wo sich die Kinder ein St\u00fcck Brot oder zumindest ein Glas Wasser h\u00e4tten erbitten k\u00f6nnen. Sie trauten sich nicht, in den n\u00e4chsten Ort zu gehen, denn sie hatten Martha mit einem Korb dorthin aufbrechen sehen, und in dem Ort gab es einen Polizisten. Zugegeben, sie waren atemberaubend sch\u00f6n, aber das stillt nicht den Hunger und l\u00f6scht nicht den Durst.<\/p>\n<p>Sie machten noch dreimal den Versuch, Martha dazu zu bewegen, sie ins wei\u00dfe Haus einzulassen und sich ihre Geschichte anzuh\u00f6ren. Schlie\u00dflich ging Robert allein vor. Er hoffte, dass er in eines der Fenster auf der R\u00fcckseite des Hauses einsteigen und auf diese Weise den anderen die Haust\u00fcr \u00f6ffnen k\u00f6nnte. Aber die Fenster lagen alle zu hoch, und Martha goss ihm aus einem der Fenster einen Krug kaltes Wasser \u00fcber den Kopf und schrie: \u00bbHau ab, du kleiner, widerlicher Lackaffe!\u00ab<\/p>\n<p>Am Ende setzten die Geschwister sich nebeneinander vor die Hecke und warteten auf den Sonnenuntergang. Dabei dachten sie unaufh\u00f6rlich dar\u00fcber nach, ob sie, wenn die Sonne unterging, versteinern oder nur in ihr altes Ich zur\u00fcckverwandelt werden w\u00fcrden. Jedes von ihnen f\u00fchlte sich zwischen den fremden Kindern einsam und verlassen und vermied es, die anderen anzuschauen, denn obgleich ihre Stimmen dieselben geblieben waren, waren ihre Gesichter so strahlend sch\u00f6n, dass es fast wehtat, sie zu betrachten.<\/p>\n<p>\u00bbIch glaube nicht, dass wir wirklich zu Stein werden\u00ab, bemerkte Robert endlich und brach damit das lange, tr\u00fcbselige Schweigen. \u00bbDer Sandelf hat gesagt, dass er uns morgen wieder einen Wunsch erf\u00fcllen will, und das k\u00f6nnte er doch nicht tun, wenn wir aus Stein sind. Oder?\u00ab Die anderen antworteten: \u00bbNein.\u00ab Aber sie f\u00fchlten sich trotzdem nicht getr\u00f6stet.<\/p>\n<p>Darauf folgte ein noch l\u00e4ngeres und noch tr\u00fcbseligeres Schweigen. Es wurde von Cyril unterbrochen, der pl\u00f6tzlich sagte: \u00bbIch will euch M\u00e4dchen ja nicht erschrecken, aber ich habe das Gef\u00fchl, dass es bei mir schon beginnt. Mein Fu\u00df ist ganz tot. Ich werde zu Stein, ich sp\u00fcre es ganz genau, bei euch wird\u2019s auch gleich anfangen.\u00ab \u2013 \u00bbReg dich nicht auf\u00ab, antwortete Robert freundlich. \u00bbVielleicht bist du der Einzige, der versteinert wird. Wir anderen bleiben v\u00f6llig normal, und dann verehren und pflegen wir dein Standbild und schm\u00fccken es mit Girlanden.\u00ab<\/p>\n<p>Als sich aber herausstellte, dass nur Cyrils Fu\u00df eingeschlafen war, weil er so lange darauf gesessen hatte, und als mit Stechen und Prickeln die Durchblutung wieder einsetzte, riss den anderen die Geduld. \u00bbUns solche Angst f\u00fcr nichts und wieder nichts einzujagen!\u00ab, fauchte Anthea.<\/p>\n<p>Das dritte und allertr\u00fcbseligste Schweigen wurde von Jane beendet. Sie sagte: \u00bbWenn wir das alles heil und gut hinter uns bringen, dann sollten wir das Psammed bitten, es immer so einzurichten, dass Martha und die K\u00f6chin nichts merken, ganz egal, was wir f\u00fcr W\u00fcnsche \u00e4u\u00dfern.\u00ab Die anderen grunzten nur. Sie f\u00fchlten sich zu elend, um einen Entschluss zu fassen oder \u00fcber die Zukunft nachzudenken.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich brachten Hunger und Angst und \u00c4rger und Ersch\u00f6pfung \u2013 vier h\u00f6chst unangenehme Dinge \u2013 doch etwas Gutes, n\u00e4mlich den Schlaf. Die Kinder lagen nebeneinander und schliefen, und ihre wundersch\u00f6nen Augen waren geschlossen, w\u00e4hrend ihre wundersch\u00f6nen M\u00fcnder offen standen.<\/p>\n<p>Anthea wachte zuerst wieder auf. Die Sonne war gesunken, und die D\u00e4mmerung breitete sich aus. Anthea kniff sich kr\u00e4ftig in den Arm, und als sie das Kneifen deutlich sp\u00fcren konnte, schloss sie daraus, dass sie nicht versteinert war, und kniff die Geschwister. Sie f\u00fchlten sich ebenfalls weich an.<\/p>\n<p>\u00bbAufgewacht!\u00ab, rief Anthea und brach fast in Freudentr\u00e4nen aus. \u00bbEs ist alles wieder gut, wir sind nicht zu Stein geworden. Ach, Cyril, was siehst du h\u00fcbsch h\u00e4sslich aus mit deinen alten Sommersprossen und deinen braunen Strubbelhaaren und deinen kleinen Augen. Und ihr anderen auch!\u00ab, setzte sie hinzu, damit Jane und Robert sich nicht zur\u00fcckgesetzt f\u00fchlten.<\/p>\n<p>Als die Geschwister nach Hause kamen, mussten sie zu allererst ein Donnerwetter von Martha \u00fcber sich ergehen lassen, die ihnen von den fremden Kindern erz\u00e4hlte. \u00bbUnd wo seid ihr die ganze Zeit gewesen, ihr ungezogenen kleinen Rangen?\u00ab \u2013 \u00bbDrau\u00dfen auf dem Weg.\u00ab \u2013 \u00bbUnd warum seid ihr nicht schon l\u00e4ngst nach Hause gekommen?\u00ab \u2013 \u00bbWir konnten nicht \u2013 wegen\u2026\u00ab, erkl\u00e4rte Anthea. \u00bbWeswegen?\u00ab \u2013 \u00bbWegen dieser bildsch\u00f6nen Kinder. Sie haben uns bis zum Sonnenuntergang festgehalten. Wir konnten nicht nach Hause, ehe sie weg waren. Du kannst dir nicht vorstellen, wie gr\u00e4sslich wir sie fanden! Aber, bitte, gib uns jetzt schnell was zu essen \u2013 wir haben solchen Hunger.\u00ab<\/p>\n<p>\u00bbHunger! Das kann ich mir vorstellen\u00ab, sagte Martha \u00e4rgerlich, \u00bbwenn man sich den ganzen Tag drau\u00dfen herumtreibt. Ich hoffe nur, dass ihr euch das eine Lehre sein lasst und nicht wieder mit fremden Kindern durchbrennt. Und merkt euch: Wenn ihr sie wiederseht, dann redet erst gar nicht mit ihnen. Kein einziges Wort. Kommt sofort zu mir und sagt mir Bescheid. Ich werd ihnen ihre Sch\u00f6nheit schon austreiben!\u00ab \u2013 \u00bbWenn wir sie wirklich noch einmal wiedersehen, dann werden wir es dir sagen\u00ab, versprach Anthea.<\/p>\n<p>Robert verschlang mit den Augen schon das kalte Rindfleisch, das die K\u00f6chin gerade auf einem Tablett hereinbrachte, und setzte mit bedeutungsvollem Nachdruck hinzu: \u00bbAber wir werden uns h\u00fcten, ihnen noch einmal zu begegnen.\u00ab<\/p>\n<p><em>Der Sandelf aus der Feder der britischen Autorin Edith Nesbit (1858\u20131924) erscheint im Herbst 2008 in der neuen ZEIT Kinder-Edition. Wir drucken Ausz\u00fcge vorab <\/em><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.zeit.de\/kinderzeit\/2008\/06\/11\/der-sandelf-folge-nr-1_10\">Zur Folge 1<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Illustration: Sabine Friedrichson Schreckliche Sch\u00f6nheit! Cyril, Anthea, Robert, Jane und das Baby \u00bbLamm\u00ab verbringen die Ferien mit ihrem Kinderm\u00e4dchen Martha auf dem Land. 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