{"id":24,"date":"2008-06-26T08:12:22","date_gmt":"2008-06-26T06:12:22","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.zeit.de\/kinderzeit\/?p=24"},"modified":"2008-06-26T08:12:22","modified_gmt":"2008-06-26T06:12:22","slug":"der-sandelf-folge-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zeit.de\/kinderzeit\/2008\/06\/26\/der-sandelf-folge-3_24","title":{"rendered":"Der Sandelf (Folge 3)"},"content":{"rendered":"<p><em>Nie wieder Bl\u00f6dsinn!<\/em><br \/>\n<strong>Die vier Kinder Cyril, Anthea, Robert und Jane haben einen Sandelf gefunden, der W\u00fcnsche erf\u00fcllen kann. Das ist weniger gro\u00dfartig als erwartet: Ihr erster Wunsch, strahlende Sch\u00f6nheit, hat den Kindern nichts als \u00c4rger eingebracht. In Zukunft wollen sie vorsichtiger sein\u2026<\/strong><br \/>\n<img src='https:\/\/img.zeit.de\/bilder\/2008\/27\/wissen\/kinderzeit\/sandelf3\/sandelf3-450.jpg' alt='' class='aligncenter' \/><span style=\"font-size: 10px;\">Illustration: Sabine Friedrichson<\/span><br \/>\nAm n\u00e4chsten Morgen erwachte Anthea aus einem Traum, der ihr sehr wirklich erschienen war. Sie ging im str\u00f6menden Regen ohne Schirm durch den Zoo. Den Tieren behagte der Regen gar nicht; sie f\u00fchlten sich h\u00f6chst ungem\u00fctlich und knurrten und brummten missmutig. Als Anthea aufwachte, hielten das Knurren und der Regen an. Das Knurren entpuppte sich als der schwere, regelm\u00e4\u00dfige Atem ihrer Schwester Jane, die sich etwas erk\u00e4ltet hatte und noch fest schlief. Der Regen tropfte aus dem nassen Zipfel eines Badehandtuches auf Antheas Gesicht, und das Handtuch wurde von ihrem Bruder Robert gehalten, der das Wasser sanft aus dem Handtuch dr\u00fcckte, um sie aufzuwecken. \u00bbAch, lass das doch!\u00ab, rief sie ziemlich \u00e4rgerlich.<!--more--><\/p>\n<p>Er gehorchte sofort, denn er war durchaus kein brutaler Bruder. Allerdings war er recht erfinderisch, wenn es darum ging, Fu\u00dfangeln zu legen, Betten mit \u00dcberraschungen zu versehen, originelle Methoden zum Wecken von schlafenden Verwandten und andere kleine Tricks zu ersinnen, die das Familienleben so behaglich machen. \u00bbIch habe einen komischen Traum gehabt\u00ab, begann Anthea.<\/p>\n<table border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\" width=\"200\" align=\"left\">\n<tbody>\n<tr>\n<td>\n<div class=\"cover\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/img.zeit.de\/\/bilder\/2008\/25\/wissen\/kinderzeit-blog\/sandelf.gif\" alt=\"Der Sandelf\" \/><\/div>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"font-size: 11px;\">Illustration: Sabine Wilharm<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<div class=\"audio_player\">\n<object classid=\"clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000\" codebase=\"http:\/\/fpdownload.macromedia.com\/pub\/shockwave\/cabs\/flash\/swflash.cab#version=8,0,0,0\" width=\"200\" height=\"50\" id=\"audio_system\" align=\"middle\"><param name=\"allowScriptAccess\" value=\"always\"\/><param name=\"movie\" value=\"http:\/\/minos.zeit.de\/vid_comp\/audio_system.swf\" \/><param name=\"quality\" value=\"high\" \/><param name=\"bgcolor\" value=\"#ffffff\" \/><param name=\"flashvars\" value=\"&amp;var_mp3_file=080626\/080626_1214460385-01&amp;var_mp3_artist=Von Edith Nesbit&amp;var_mp3_title=Der Sandelf - Folge 3&amp;var_ivw_tag=a_Kultur\/Musik\"\/><\/object><\/p>\n<\/div>\n<p>\u00bbIch auch\u00ab, fiel Jane ein, die urpl\u00f6tzlich ebenfalls hellwach war. \u00bbIch hab getr\u00e4umt, wir h\u00e4tten einen Sandelf in der Sandkuhle gefunden, und der hat gesagt, er sei ein Psammy, und wir k\u00f6nnten ihm jeden Tag einen neuen Wunsch sagen, und\u2026\u00ab<\/p>\n<p>\u00bbAber genau das habe ich auch getr\u00e4umt\u00ab, rief Robert. \u00bbDas wollte ich euch gerade erz\u00e4hlen \u2013 und den ersten Wunsch durften wir gleich auf der Stelle \u00e4u\u00dfern. Und dann hab ich getr\u00e4umt, dass ihr M\u00e4dchen euch wie G\u00e4nse benommen habt. Ihr habt gew\u00fcnscht, wir sollten alle bildsch\u00f6n sein, und genau das sind wir geworden, und es war ganz gr\u00e4sslich.\u00ab<\/p>\n<p>\u00bbK\u00f6nnen denn verschiedene Menschen genau das Gleiche tr\u00e4umen?\u00ab, erkundigte sich Anthea, w\u00e4hrend sie sich im Bett aufsetzte. \u00bbAu\u00dfer vom Zoo und vom Regen habe ich n\u00e4mlich ebenfalls davon getr\u00e4umt, und in meinem Traum hat uns nicht einmal der Kleine erkannt, und die K\u00f6chin und Martha haben uns aus dem Hause gejagt, weil unsere blendende Sch\u00f6nheit wie eine vollkommene Verkleidung gewirkt hat, und\u2026\u00ab<\/p>\n<p>Auf der anderen Seite des Ganges erklang die Stimme ihres \u00e4ltesten Bruders. \u00bbLos, Robert, sonst kommst du wieder zu sp\u00e4t zum Fr\u00fchst\u00fcck \u2013 au\u00dfer du w\u00e4schst dich ebenso wenig wie am Dienstag.\u00ab \u00bbKomm doch mal r\u00fcber\u00ab, antwortete Robert. \u00bb\u00dcbrigens habe ich mich am Dienstag doch gewaschen, und zwar nach dem Fr\u00fchst\u00fcck in Vaters Ankleidezimmer.\u00ab Cyril erschien halb angezogen in der T\u00fcr.<\/p>\n<p>\u00bbH\u00f6r mal\u00ab, sagte Anthea, \u00bbwir haben alle so was Komisches getr\u00e4umt. Und zwar, dass wir einen Sandelf gefunden haben.\u00ab Unter Cyrils verachtungsvollem Blick erstarb ihre Stimme. \u00bbGetr\u00e4umt?\u00ab, sagte er. \u00bbIhr kleinen Dummk\u00f6pfe! Das haben wir wirklich erlebt. Deswegen bin ich ja so scharf darauf, dass wir fr\u00fch aus dem Haus kommen. Gleich nach dem Fr\u00fchst\u00fcck gehen wir wieder hinaus, und dann \u00e4u\u00dfern wir den n\u00e4chsten Wunsch. Nur \u2013 ehe wir weggehen, sollten wir uns genau dar\u00fcber im Klaren sein, was wir uns nun eigentlich w\u00fcnschen wollen, und keiner darf sich ohne das Einverst\u00e4ndnis der drei anderen etwas w\u00fcnschen. So was wie unwiderstehliche Sch\u00f6nheit darf es nicht noch einmal geben. Nur \u00fcber meine Leiche!\u00ab<\/p>\n<p>Die anderen drei zogen sich leicht verwirrt an. Wenn ihr Traum von dem Psammed Wirklichkeit war, dann kam ihnen dieses wirkliche Kleideranziehen fast wie ein Traum vor. Jane glaubte gleich, dass Cyril recht hatte, aber Antheas Zweifel wurden erst durch Martha vertrieben, die sich noch einmal in aller Deutlichkeit \u00fcber ihr schlechtes Benehmen von gestern beklagte. Danach war auch Anthea \u00fcberzeugt. \u00bbDenn\u00ab, sagte sie, \u00bbKinderm\u00e4dchen tr\u00e4umen meistens nur von solchen Sachen, die im Buch f\u00fcr Traumdeutung stehen, zum Beispiel von Schlangen und Muscheln und Hochzeitsglocken; die bedeuten eine Beerdigung, und Schlangen sind falsche Freundinnen, und Muscheln sind Babys.\u00ab<\/p>\n<p>\u00bbDa wir gerade von Babys reden\u00ab, unterbrach sie Cyril, \u00bbwo ist das Lamm?\u00ab \u2013 \u00bbMartha nimmt es nach Rochester mit, wo sie ihre Cousinen besucht. Mutter hat es ihr erlaubt. Sie zieht dem Kleinen gerade seine feinsten Sachen an\u00ab, antwortete Jane. \u00bbGib mir mal die Butter, bitte.\u00ab \u2013 \u00bbSie scheint ihn gern mitzunehmen\u00ab, bemerkte Robert im Tone tiefster Verwunderung.<\/p>\n<p>\u00bbM\u00e4dchen zeigen Babys immer gern in der Verwandtschaft herum\u00ab, erkl\u00e4rte Cyril. \u00bbDas hab ich schon fr\u00fcher festgestellt. Besonders wenn die Babys in Sonntagskleidchen stecken.\u00ab \u2013 \u00bbVielleicht erz\u00e4hlt sie, das Lamm sei in Wirklichkeit ein Prinz oder ein Herzog\u00ab, sagte Jane tr\u00e4umerisch, w\u00e4hrend sie sich Marmelade nahm. \u00bbMartha findet das alles sicher himmlisch.\u00ab \u2013 \u00bbSie kann es nicht himmlisch finden, unser Prinzenbaby nach Rochester mitzuschleppen\u00ab, unterbrach sie Robert.<\/p>\n<p>\u00bbStell dir mal vor: bis nach Rochester mit dem Lamm auf dem Buckel! Grauenhafte Idee\u00ab, sagte Cyril aus voller Seele. \u00bbDer Fuhrmann nimmt sie doch mit\u00ab, sagte Jane. \u00bbKommt, wir bringen sie hin, das ist erstens nett und h\u00f6flich, und zweitens wissen wir dann ganz genau, dass wir sie f\u00fcr heute los sind.\u00ab<\/p>\n<p>Sie brachen alle auf. Martha trug ihr Sonntagskleid, das in zweierlei Purpurrot erstrahlte und \u00fcber der Brust so eng war, dass sie kaum aufrecht stehen konnte. Dazu hatte sie ihren blauen Hut mit den rosa Kornblumen und dem wei\u00dfen Band aufgesetzt. Ihr gelber Spitzenkragen war mit einer gr\u00fcnen Schleife zugebunden, und das Lamm trug sein bestes cremefarbenes Seidenm\u00e4ntelchen und einen kleinen Hut. Es war ein elegantes Paar, das beim Kreuzweg in den Wagen des Fuhrmanns kletterte. Als das wei\u00dfe Verdeck und die roten R\u00e4der langsam in einer Wolke von Kalkstaub verschwanden, rief Cyril: \u00bbUnd jetzt ab zum Psammy!\u00ab<\/p>\n<p>Sie rannten los und einigten sich w\u00e4hrend des Laufens \u00fcber den Wunsch, den sie vorbringen wollten. Obwohl sie es eilig hatten, kletterten sie nicht \u00fcber die B\u00f6schung der Sandkuhle, sondern nahmen den unteren, sicheren Weg. Sie hatten um den Platz, an dem der Sandelf verschwunden war, einen Ring aus Steinen gelegt; deshalb fanden sie ihn gleich wieder.<\/p>\n<p>Die Sonne brannte, der Himmel war tiefblau und ohne eine einzige Wolke. Der Sand war bereits so hei\u00df, dass man ihn kaum ber\u00fchren mochte. \u00bbStell dir vor, es w\u00e4re doch nur ein Traum gewesen\u00ab, sagte Robert, w\u00e4hrend die Br\u00fcder ihre Schaufeln aus dem Sandhaufen hervorzogen, in dem sie sie verscharrt hatten. Dann begannen sie zu graben. \u00bbStell dir vor, du w\u00e4rst ein Mensch mit Grips\u00ab, antwortete Cyril hitzig. \u00bbDas eine ist genauso wahrscheinlich wie das andere.\u00ab \u2013 \u00bbUnd stell du dir vor, dass du deine Frechheit verlierst\u00ab, fauchte Robert.<\/p>\n<p>\u00bbUnd stellt ihr beide euch vor, dass wir M\u00e4dchen euch abl\u00f6sen\u00ab, schlug Jane lachend vor. \u00bbF\u00fcr euch scheint es schon zu hei\u00df zu sein.\u00ab \u2013 \u00bbIch stelle mir lieber vor, dass ihr eure d\u00e4mlichen Nasen nicht \u00fcberall hineinsteckt\u00ab, sagte Robert, der nun wirklich vor Wut zu kochen begann. \u00bbDas tun wir ja gar nicht\u00ab, antwortete Anthea. \u00bbSei doch nicht so eklig, Robert, wir sagen jetzt auch kein einziges Wort mehr, und du sollst f\u00fcr uns alle mit dem Psammy reden und ihm sagen, auf welchen Wunsch wir uns geeinigt haben. Du kannst das viel besser als wir!\u00ab<\/p>\n<p>\u00bbStellt euch vor, wir redeten alle nur halb so viel Unsinn\u00ab, murmelte Robert schon etwas bes\u00e4nftigt. \u00bbPasst auf! Grabt jetzt mit den H\u00e4nden!\u00ab Das taten sie, und nach kurzer Zeit hatten sie den spinnenf\u00f6rmigen braunen pelzigen K\u00f6rper, die langen Arme und Beine, die Fledermausohren und die Schneckenaugen des Psammeds freigelegt. Jeder stie\u00df einen tiefen, erleichterten Seufzer aus, denn jetzt konnte es wirklich kein Traum mehr gewesen sein.<\/p>\n<p>Das Psammed richtete sich auf und sch\u00fcttelte den Sand aus dem Fell. \u00bbWie geht es deiner linken Schnurrbartspitze heute fr\u00fch?\u00ab, erkundigte sich Anthea h\u00f6flich. \u00bbDar\u00fcber wollen wir lieber nicht reden\u00ab, antwortete es. \u00bbSie hat mir eine ziemlich schlaflose Nacht bereitet. Aber danke f\u00fcr die freundliche Nachfrage.\u00ab\u2013 \u00bbF\u00fchlst du dich heute in der richtigen Verfassung, um W\u00fcnsche zu erf\u00fcllen?\u00ab, fragte Robert. \u00bbWir haben n\u00e4mlich neben dem Tageswunsch noch einen Extrawunsch. Aber der Extrawunsch ist ziemlich klein\u00ab, setzte er beruhigend hinzu.<\/p>\n<p>\u00bbHmpf!\u00ab, machte der Sandelf. \u00bbHmpf! Wisst ihr, bis ich euch direkt \u00fcber meinem Kopf hab streiten h\u00f6ren \u2013 und obendrein noch so laut \u2013, da hab ich wirklich gedacht, ich h\u00e4tte euch alle nur getr\u00e4umt. Ich tr\u00e4ume n\u00e4mlich manchmal die sonderbarsten Sachen.\u00ab \u2013 \u00bbWirklich?\u00ab, fragte Jane. Und dann setzte sie h\u00f6flich hinzu: \u00bbIch w\u00fcnschte, du k\u00f6nntest uns von den Tr\u00e4umen erz\u00e4hlen. Sie m\u00fcssen schrecklich aufregend sein.\u00ab<\/p>\n<p>\u00bbIst das der Wunsch des Tages?\u00ab, fragte der Sandelf und g\u00e4hnte. Cyril murmelte irgendetwas von \u00bbtypisch M\u00e4dchen\u00ab, und die anderen schwiegen verlegen. Wenn sie jetzt Ja sagten, dann konnten sie den anderen Wunsch, auf den sie sich geeinigt hatten, f\u00fcr heute abschreiben. Wenn sie aber Nein sagten, so w\u00e4re das ziemlich unh\u00f6flich. Deshalb seufzten sie erleichtert, als der Sandelf jetzt fortfuhr: \u00bbWenn ich euch von meinen Tr\u00e4umen erz\u00e4hle, dann hab ich nicht mehr genug Kraft, um euch einen zweiten Wunsch zu erf\u00fcllen; nicht einmal, wenn ihr euch solche Kleinigkeiten wie gutes Benehmen, Selbstdisziplin, Vernunft und Haltung w\u00fcnscht.\u00ab<\/p>\n<p>\u00bbOh, dieser Dinge wegen wollen wir dich gar nicht bem\u00fchen, damit kommen wir schon selbst zu Rande\u00ab, beeilte sich Cyril zu sagen, w\u00e4hrend sich die anderen schuldbewusste Blicke zuwarfen und insgeheim w\u00fcnschten, dass der Elf nicht immerfort \u00fcber gute Manieren und Haltung reden, sondern ihnen einmal kr\u00e4ftig seine Meinung sagen und dann wieder Ruhe geben w\u00fcrde.<\/p>\n<p>\u00bbNa gut\u00ab, sagte das Psammed und lie\u00df ein langes Schneckenauge so pl\u00f6tzlich herausfahren, dass es fast gegen die Pupille von Robert stie\u00df, \u00bbdann nennt mal den kleinen Wunsch zuerst.\u00ab \u2013 \u00bbWir wollen, dass Martha und die K\u00f6chin nichts von dem merken, was du uns verleihst.\u00ab \u2013 \u00bbWas du uns freundlicherweise verleihst\u00ab, fl\u00fcsterte Anthea. \u00bbWas du uns freundlicherweise verleihst, wollte ich sagen\u00ab, verbesserte sich Robert.<\/p>\n<p>Der Elf blies sich ein wenig auf, lie\u00df dann den Atem wieder aus sich herauszischen und sagte: \u00bbDas ist erledigt. Es war auch ganz leicht, denn die meisten Leute merken sowieso nicht viel. Und wie steht es mit dem n\u00e4chsten Wunsch?\u00ab \u2013 \u00bbWir m\u00f6chten\u00ab, antwortete Robert langsam und bed\u00e4chtig, \u00bbunvorstellbar reich werden.\u00ab \u2013 \u00bbHabs\u00fcchtig, nicht wahr?\u00ab, fragte Jane unsicher.<\/p>\n<p>\u00bbGenau das\u00ab, entgegnete der Elf unerwartet. \u00bbDoch es wird euch nicht viel n\u00fctzen, das ist der einzige Trost\u00ab, murmelte er in seinen Bart. \u00bbAber h\u00f6r mal, unvorstellbar reich, das geht nicht, verstehst du? Wie viel Geld genau soll es sein? Und wollt ihr es in Gold oder in Noten haben?\u00ab \u2013 \u00bbIn Gold, bitte sch\u00f6n \u2013 und am liebsten ein paar Millionen.\u00ab \u2013 \u00bbW\u00fcrde diese Sandkuhle voll gen\u00fcgen?\u00ab, fragte der Elf leichthin und so, als ob das gar nichts w\u00e4re. \u00bbO ja!\u00ab<\/p>\n<p>\u00bbDann macht euch davon, ehe ich anfange, sonst werdet ihr bei lebendigem Leibe begraben.\u00ab Er reckte seine Pfoten hoch empor und wedelte derart furchteinfl\u00f6\u00dfend mit ihnen herum, dass die Kinder, so rasch sie konnten, den Karrenweg entlangrannten, der aus der Kuhle herausf\u00fchrte. Nur Anthea besa\u00df genug Geistesgegenwart, um im Davonrennen noch atemlos zur\u00fcckzurufen: \u00bbAuf Wiedersehen, hoffentlich geht es deiner Schnurrbartspitze morgen besser!\u00ab<\/p>\n<p>Auf der Stra\u00dfe drehten sie sich um und schauten zur\u00fcck. Sie mussten ihre Augen sofort wieder schlie\u00dfen und \u00f6ffneten sie nur langsam und millimeterweise wieder, denn der Anblick war so blendend, dass ihre Augen sich dagegen str\u00e4ubten. Es war, als ob man mittags im Hochsommer direkt in die Sonne starrte. Denn die ganze Sandkuhle war bis zum \u00e4u\u00dfersten Rand mit neuen gl\u00e4nzenden Goldst\u00fccken angef\u00fcllt. Schon da, wo der Karrenweg in die Sandkuhle einm\u00fcndete, lag das Gold in Haufen; in der Kuhle selbst aber w\u00f6lbte sich ein schimmernder H\u00fcgel zu den Steilw\u00e4nden empor. Und der ganze blitzende, strahlende und funkelnde Berg bestand aus gem\u00fcnztem Gold. Die Kinder standen mit offenem Mund da und brachten kein Wort hervor.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich b\u00fcckte sich Robert und hob eine der M\u00fcnzen auf, die am Rande des Haufens auf dem Karrenweg lagen, und betrachtete sie. Er schaute sich beide Seiten an. Dann sagte er mit einer leisen, ver\u00e4nderten Stimme: \u00bbDas sind keine Sovereigns*\u00ab.<\/p>\n<p>*Sovereign ist die Bezeichnung einer englischen Goldm\u00fcnze, mit der in England Anfang des 20. Jahrhunderts noch bezahlt werden konnte. Der Sandelf hat den Kindern nun aber goldene Guineas beschert, die in den L\u00e4den zu diesem Zeitpunkt l\u00e4ngst nicht mehr angenommen wurden.<br \/>\n<em><br \/>\nEine Folge verpasst? <a href=\"https:\/\/blog.zeit.de\/kinderzeit\/2008\/06\/19\/der-sandelf-folge-nr-2_17\">Hier geht es zur letzten.<\/a><\/p>\n<p>Der Sandelf aus der Feder der britischen Autorin Edith Nesbit (1858 bis 1924) erscheint im Herbst 2008 in der neuen ZEIT Kinder-Edition. Wir drucken Ausz\u00fcge vorab. <\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nie wieder Bl\u00f6dsinn! Die vier Kinder Cyril, Anthea, Robert und Jane haben einen Sandelf gefunden, der W\u00fcnsche erf\u00fcllen kann. 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