{"id":27,"date":"2008-07-03T09:42:07","date_gmt":"2008-07-03T07:42:07","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.zeit.de\/kinderzeit\/?p=27"},"modified":"2008-07-03T09:42:07","modified_gmt":"2008-07-03T07:42:07","slug":"der-sandelf-folge-4","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zeit.de\/kinderzeit\/2008\/07\/03\/der-sandelf-folge-4_27","title":{"rendered":"Der Sandelf (Folge 4)"},"content":{"rendered":"<p><em>Arm trotz Reichtum!<\/em><\/p>\n<p><a href=\"javascript:void(openme('http:\/\/www.zeit.de\/bilder\/2008\/28\/wissen\/kinderzeit\/sandelf-700.jpg',720,532,'middle','popup_01'));\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" src=\"https:\/\/img.zeit.de\/bilder\/2008\/28\/wissen\/kinderzeit\/sandelf-450.jpg\" alt=\"Der Sandelf\" \/><\/a><span style=\"font-size: 10px;\"> Illustration: Sabine Friedrichson<\/span><br \/>\n<strong><br \/>\nDer Sandelf hat Cyril, Anthea, Robert und Jane ihren Wunsch erf\u00fcllt: eine ganze Sandkuhle voller Gold! Doch leider sind es M\u00fcnzen einer alten W\u00e4hrung, f\u00fcr die man nichts mehr kaufen kann. Obwohl sie die Taschen voller Geld haben, werden die Kinder immer hungriger, durstiger und staubiger\u2026<\/strong><\/p>\n<p>Schlie\u00dflich b\u00fcckte sich Robert und hob eine der M\u00fcnzen auf, die am Rande des Haufens auf dem Karrenweg lagen, und betrachtete sie. Er schaute sich beide Seiten an. Dann sagte er mit einer leisen, ver\u00e4nderten Stimme: \u00bbDas sind keine Sovereigns.\u00ab (\u00bbSovereign\u00ab ist die Bezeichnung einer englischen Goldm\u00fcnze, mit der in England am Anfang des 20. Jahrhunderts noch bezahlt werden konnte. Der Sandelf hat den Kindern nun aber goldene Guineas beschert, die in den L\u00e4den zu diesem Zeitpunkt l\u00e4ngst nicht mehr angenommen wurden.)<!--more--><\/p>\n<div style=\"width: 210px; float:left; border: 1px solid #ACADAE; margin: 5px 5px 5px 0px; font-size: 11px;\">\n<div style=\"text-align: center; margin: 5px 5px 5px 5px;\"><strong>Der Sandelf<\/strong> &#8211; Von Edith Nesbit<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/img.zeit.de\/\/bilder\/2008\/25\/wissen\/kinderzeit-blog\/sandelf.gif\" alt=\"Der Sandelf\"\/><span style=\"font-size: 10px;\">Illustration: Sabine Wilharm<\/span><\/div>\n<div style=\"width: 210px; margin: 5px 5px 5px 20px;\">\n<table width=\"200\" align=\"left\" border=\"0\" cellpadding=\"0\" cellspacing=\"0\">\n<tr>\n<td style=\"padding-bottom: 5px;\"><a href=\"javascript:open_mp3('var_mp3_file=08073\/08073_1215069839-01&amp;var_mp3_artist=Von Edith Nesbit&amp;var_mp3_title=Der Sandelf - Folge 4&amp;ressort=a_Kultur&amp;sub_ressort=Musik');\"><strong>Gleich Anh&ouml;ren <\/strong> &raquo;<\/a><\/td>\n<td style=\"padding-bottom: 5px; width: 25px;\">\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"padding-bottom: 5px;\"><a href=\"https:\/\/blog.zeit.de\/kinderzeit\/wp-content\/uploads\/2008\/07\/28_Sandelf_dl.zip\"> <strong>Zum Herunterladen<\/strong> &raquo;<\/a><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"padding-bottom: 5px;\"><a href=\"https:\/\/blog.zeit.de\/kinderzeit\/category\/vorlesegeschichte\"><strong>Alle Folgen im \u00dcberblick<\/strong> &raquo;<\/a> <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>\u00bbEs ist aber immerhin Gold\u00ab, tr\u00f6stete Cyril. Und dann begannen alle auf einmal zu sprechen. Sie griffen mit vollen H\u00e4nden in den Goldschatz hinein und lie\u00dfen die M\u00fcnzen wie Wasser durch die Finger rinnen, und das leise Klingeln und Klirren, das die Goldst\u00fccke beim Fallen verursachten, klang ihnen wie wundervolle Musik. Zuerst dachten sie \u00fcberhaupt nicht daran, wie sie das Geld ausgeben wollten, denn es machte einfach Spa\u00df, damit zu spielen. Schlie\u00dflich aber sagte Cyril: \u00bbWenn wir von dem Geld etwas haben wollen, dann hat es keinen Sinn, die ganze Zeit mit offenem Mund hier rumzustehen. Lasst uns lieber die Taschen vollstopfen und einkaufen gehen. Und denkt daran, es h\u00e4lt nur bis zum Sonnenuntergang. Ich w\u00fcnschte, wir h\u00e4tten das Psammy gefragt, warum nichts mehr versteinert. Aber vielleicht wird doch was zu Stein. \u2013 Passt mal auf: Im Dorf gibt es ein Pony-Gespann.\u00ab<\/p>\n<p>\u00bbWillst du das kaufen?\u00ab, erkundigte sich Jane. \u00bbNein, wir werden es mieten. Und dann fahren wir nach Rochester und kaufen lauter Sachen. So, und jetzt stecken wir so viel ein, wie wir tragen k\u00f6nnen. Aber es sind keine Sovereigns. Auf der einen Seite ist ein M\u00e4nnergesicht und auf der anderen Seite etwas, das wie ein Herz aussieht. Stopft euch die Taschen voll, und dann los.\u00ab Cyril hockte sich nieder und begann, sich die Taschen zu f\u00fcllen. \u00bbIhr habt \u00fcber mich gelacht, weil Vater mir neun Taschen in meine Jacke hat machen lassen\u00ab, sagte er, \u00bbaber nun seht mal her!\u00ab<\/p>\n<p>Sie hatten wirklich etwas zu sehen, denn nachdem sich Cyril seine neun Jackentaschen und au\u00dferdem den Platz zwischen seiner Brust und dem Vorderteil seines Hemdes mit Goldm\u00fcnzen vollgef\u00fcllt hatte, wollte er aufstehen. Er taumelte jedoch und musste sich wieder hinsetzen. \u00bbWirf ein bisschen Ladung wieder \u00fcber Bord\u00ab, riet ihm Robert, \u00bbsonst geht das Schiff unter, alter Knabe. Das hast du nun von deinen neun Taschen.\u00ab<\/p>\n<p>Cyril blieb nichts anderes \u00fcbrig, als Roberts Rat zu folgen. Dann brachen sie auf, um ins Dorf hinunterzugehen, das etwa zwei Kilometer entfernt lag. Die Stra\u00dfe war staubig, und die Sonne brannte immer hei\u00dfer. Das Gold in ihren Taschen wurde schwerer und schwerer. Schlie\u00dflich sagte Jane: \u00bbIch kann mir gar nicht vorstellen, wie wir so viel Geld ausgeben wollen. Wir m\u00fcssen ja alle zusammen weit \u00fcber tausend Pfund in unseren Taschen haben. Ich lasse etwas von meinem Gold hier hinter dem Baumstumpf in der Hecke liegen. Und wenn wir ins Dorf kommen, kaufen wir uns sofort ein paar Kekse. Ich wei\u00df ganz genau, dass es weit \u00fcber Mittag ist.\u00ab Sie nahm ein oder zwei Handvoll Goldm\u00fcnzen aus den Sch\u00fcrzentaschen und versteckte sie in den Astl\u00f6chern eines alten Wei\u00dfdorns. \u00bbWie rund und gelb sie aussehen\u00ab, sagte sie nachdenklich. \u00bbIch w\u00fcnschte, es w\u00e4ren Ingwerkekse und wir k\u00f6nnten sie essen. Ihr nicht?\u00ab<\/p>\n<p>\u00bbWas soll\u2019s? Es sind nun einmal keine, und deshalb k\u00f6nnen wir sie auch nicht essen\u00ab, sagte Cyril. \u00bbLos jetzt!\u00ab Aber sie waren ersch\u00f6pft und kamen nur m\u00fchsam vorw\u00e4rts. Ehe sie das Dorf erreicht hatten, war mehr als ein Baumstumpf in der Hecke zum H\u00fcter eines verborgenen Schatzes geworden. Sie kamen aber immerhin noch mit 1200 Guineas in den Taschen im Dorf an. Trotz dieses Reichtums wirkten sie jedoch ganz allt\u00e4glich, und keiner h\u00e4tte ihrem \u00e4u\u00dferen Erscheinungsbild nach mehr als eine halbe Krone in jeder ihrer Taschen vermutet. Der hei\u00dfe Sommerdunst und der blaue Holzrauch mischten sich zu einem zarten Nebel, der \u00fcber den roten D\u00e4chern des Dorfes schwebte.<\/p>\n<p>Die vier lie\u00dfen sich ersch\u00f6pft auf der ersten Bank nieder, an der sie vor\u00fcberkamen. Sie stand zuf\u00e4llig vor dem Gasthaus Zum blauen Wildschwein. Sie hatten entschieden, dass Cyril in das Blaue Wildschwein hineingehen und erkunden sollte, ob es dort Ingwerkekse gab. Denn Anthea hatte gesagt: \u00bbEs ist nicht unpassend, wenn M\u00e4nner in Gasth\u00e4user gehen, nur f\u00fcr Kinder ist es verboten. Und Cyril ist fast ein Mann, denn er ist der \u00c4lteste.\u00ab Deshalb ging er hinein, und die anderen sa\u00dfen in der Sonne und warteten.<\/p>\n<p>\u00bbO Mann, was ist das hei\u00df\u00ab, st\u00f6hnte Robert. \u00bbHunde strecken ihre Zungen raus, wenn sie schwitzen. Ob es uns wohl auch abk\u00fchlt, wenn wir unsere Zungen rausstrecken?\u00ab \u2013 \u00bbWir k\u00f6nnen es ja mal versuchen\u00ab, sagte Jane. So streckten sie alle die Zungen so weit wie m\u00f6glich hinaus, wobei sie sich fast die Gurgeln verrenkten. Es schien sie jedoch nur noch durstiger zu machen, und au\u00dferdem \u00e4rgerte es alle Leute, die vor\u00fcbergingen. So zogen sie ihre Zungen wieder ein, und gerade in dem Moment tauchte Cyril mit dem Ingwerbier auf. \u00bbIch hab es von meinem Taschengeld bezahlen m\u00fcssen, von dem ich mir eigentlich Kaninchen kaufen wollte\u00ab, verk\u00fcndete er. \u00bbSie wollten mir das Goldst\u00fcck nicht wechseln. Und als ich dann eine ganze Handvoll Gold herauszog, da lachte der Mann und sagte, das sei nur Spielgeld. Ich hab auch noch Kuchen gekauft und ein paar K\u00fcmmelbr\u00f6tchen.\u00ab<\/p>\n<p>Der Kuchen war weich und trocken zugleich, und die Br\u00f6tchen waren auch trocken und ein wenig ledern, was Br\u00f6tchen eigentlich nicht sein sollten. Aber das Ingwerbier glich alles wieder aus. \u00bbJetzt bin ich dran, mit dem Geld etwas zu kaufen\u00ab, sagte Anthea. \u00bbIch bin die N\u00e4chst\u00e4lteste. Wo ist denn dieser Ponywagen?\u00ab Er war im Wirtshaus Zum Schachbrett, und Anthea ging \u00fcber den Hof hintenrum hinein, denn sie wusste, dass kleine M\u00e4dchen die Bar eines Gasthauses nicht betreten durften. Als sie wieder zur\u00fcckkam, sah sie zufrieden aus. \u00bbEr ist in einem Augenblick fertig, hat der Mann gesagt\u00ab, berichtete sie, \u00bbund er will einen Sovereign daf\u00fcr haben, dass er uns nach Rochester und wieder zur\u00fcck f\u00e4hrt. Und er wartet dort so lange, bis wir alles besorgt haben, was wir kaufen wollen. Ich glaube, das hab ich ganz gut gemacht.\u00ab<\/p>\n<p>\u00bbEigenlob stinkt\u00ab, antwortete Cyril m\u00fcrrisch. \u00bbWie hast du es denn geschafft?\u00ab \u2013 \u00bbIch bin auf jeden Fall nicht so dumm gewesen, das Geld mit vollen H\u00e4nden aus der Tasche zu holen. So macht man sich ja verd\u00e4chtig\u00ab, erwiderte sie. \u00bbIch hab einfach einem jungen Mann eine M\u00fcnze vor die Nase gehalten und hab ihn gefragt: \u203aWissen Sie, was das ist?\u2039 Und er hat gesagt: \u203aNein\u2039, und er wolle lieber seinen Vater rufen. Und dann ist der alte Mann gekommen und hat gesagt, das sei eine alte Goldm\u00fcnze. Und dann hat er gefragt, ob sie mir geh\u00f6re und ob ich damit tun d\u00fcrfe, was ich wolle, und ich hab Ja gesagt, und dann hab ich ihn wegen des Ponywagens gefragt und gesagt, dass er die Guinea behalten k\u00f6nne, wenn er uns nach Rochester f\u00fchre. Und er hei\u00dft S. Crispen. Und dann hat er gesagt: \u203aIst in Ordnung.\u2039\u00ab<\/p>\n<p>Es war ein ganz neues Erlebnis f\u00fcr die Geschwister, in einem flotten Ponywagen \u00fcber l\u00e4ndliche Stra\u00dfen gefahren zu werden. Erstens machte es Spa\u00df (was bei neuen Erlebnissen nicht immer der Fall ist), und zweitens dachte sich jedes Kind w\u00e4hrend der Fahrt die herrlichsten Pl\u00e4ne f\u00fcrs Geldausgeben aus, aber sie behielten sie f\u00fcr sich, denn sie hatten das Gef\u00fchl, dass es nicht richtig w\u00e4re, den Gasthausbesitzer an ihren verschwenderischen Gedanken teilnehmen zu lassen. Der alte Mann setzte sie hinter der Br\u00fccke ab.<\/p>\n<p>\u00bbWenn Sie einen Pferdewagen kaufen w\u00fcrden, zu wem w\u00fcrden Sie da gehen?\u00ab, erkundigte sich Cyril so leichthin, als ob er nur nach einem neuen Gespr\u00e4chsthema suchte. \u00bbZu Billy Peasemarsh im Gasthaus Zum Sarazenen\u00ab, antwortete der alte Mann wie aus der Pistole geschossen, \u00bbobwohl ich mich immer h\u00fcte, jemanden zu empfehlen, wenn es um Pferde geht. Ich w\u00fcrde mir auch von keinem raten lassen, wenn ich welche kaufen wollte. Aber wenn euer Vater eine Kutsche mit Gespann und allem Zubeh\u00f6r kaufen will, dann gibt es keinen redlicheren Mann in Rochester und auch keinen umg\u00e4nglicheren als Billy. Das k\u00f6nnt ihr mir glauben.\u00ab \u2013 \u00bbDanke sch\u00f6n\u00ab, antwortete Cyril, \u00bbalso im Gasthaus Zum Sarazenen.\u00ab<\/p>\n<p>Und nun erlebten die Geschwister, wie sich eines der Naturgesetze auf den Kopf stellte und in sein Gegenteil verwandelte. Jeder Erwachsene wird euch versichern, dass Geld schwer zu verdienen und leicht auszugeben ist. Aber das Geld vom Psammed war leicht zu bekommen gewesen und nicht nur schwer, sondern fast gar nicht auszugeben. Zuerst wollte sich Anthea einen neuen Hut kaufen, weil sie sich ungl\u00fccklicherweise am Vormittag auf ihren Hut gesetzt hatte. Sie suchte sich ein Prachtexemplar aus, das mit rosa Rosen und blauen Pfauenfedern geschm\u00fcckt war. Es stand im Fenster und war mit einem Schild ausgezeichnet, auf dem stand \u00bbPariser Modell, 3 Guineas\u00ab. \u00bbIch bin nur froh\u00ab, murmelte sie, \u00bbdass da Guineas steht, denn dann wird man ja auch Guineas haben wollen und nicht Sovereigns, die wir nicht besitzen.\u00ab<\/p>\n<p>Aber als sie drei der goldenen Guineas auf ihrer mittlerweile recht schmutzig gewordenen Hand vorzeigte, da starrte die in schwarze Seide geh\u00fcllte junge Dame im Hutladen sie misstrauisch an und rauschte davon und fl\u00fcsterte eindringlich mit einer \u00e4lteren, noch gestrenger dreinblickenden Dame, die auch in schwarzer Seide steckte, und dann gaben sie ihr das Geld zur\u00fcck und sagten, das sei keine g\u00e4ngige M\u00fcnze. \u00bbEs ist echtes Gold\u00ab, protestierte Anthea, \u00bbund es geh\u00f6rt mir wirklich.\u00ab \u2013 \u00bbDas glaube ich schon\u00ab, antwortete die Dame. \u00bbAber es ist nicht das Geld, das heute im Umlauf ist. Und deshalb interessiert es uns nicht.\u00ab<\/p>\n<p>\u00bbWahrscheinlich denken sie, wir h\u00e4tten es gestohlen\u00ab, klagte Anthea, als sie wieder zu ihren Geschwistern stie\u00df. \u00bbMeine H\u00e4nde sind auch so schmutzig, das macht die Leute nat\u00fcrlich misstrauisch.\u00ab Sie versuchten es noch in mehreren anderen Gesch\u00e4ften, in einem Spielzeugladen und einer Drogerie; sie versuchten, seidene Taschent\u00fccher und B\u00fccher zu kaufen, Briefpapierkassetten und Fotografien von Sehensw\u00fcrdigkeiten in der Umgebung. Aber niemand in Rochester wollte an diesem Tage Guineas wechseln, und w\u00e4hrend sie von Gesch\u00e4ft zu Gesch\u00e4ft schlichen, wurden ihre H\u00e4nde immer schmutziger und ihre Haare immer strubbeliger. Zum Schluss rutschte Jane aus und fiel gerade da auf die Stra\u00dfe, wo kurz vorher ein Wasserwagen vor\u00fcbergefahren war. Sie hatten gro\u00dfen Hunger, aber sie fanden niemanden, der ihnen f\u00fcr ihre Goldst\u00fccke etwas zu essen verkaufen wollte. Nachdem sie es in zwei B\u00e4ckereien vergeblich versucht hatten, waren sie vom Geruch der frischen Kuchen so hungrig geworden, dass sie fl\u00fcsternd einen Kriegsplan ausheckten und ihn mit Todesverachtung ausf\u00fchrten. Sie st\u00fcrmten zum dritten B\u00e4cker hinein, der Beale hie\u00df, und ehe die Leute hinter der Theke wussten, was geschah, hatte jedes Kind drei frische Rosinenbr\u00f6tchen geschnappt, sie mit seinen Schmutzfingern fest zusammengepresst und kr\u00e4ftig in alle drei auf einmal hineingebissen. Mit insgesamt zw\u00f6lf Rosinenbr\u00f6tchen in den H\u00e4nden und vollem Mund stellten sie sich sodann dem Feind. Der verbl\u00fcffte B\u00e4cker schoss hinter dem Ladentisch hervor.<\/p>\n<p>\u00bbHier\u00ab, sagte Cyril so vornehm und gelassen wie m\u00f6glich und streckte ihm eine Guinea entgegen, die er schon vor dem Betreten des Ladens in die Hand genommen hatte. \u00bbRechnen Sie\u2019s davon ab.\u00ab Mr. Beale nahm die M\u00fcnze, biss hinein und steckte sie in die Tasche. \u00bbHinaus mit euch\u00ab, sagte er streng. \u00bbUnd das Wechselgeld?\u00ab, fragte Anthea, die immer ans Sparen dachte. \u00bbWechselgeld!\u00ab, rief der Mann. \u00bbIch werd euch was wechseln! Raus mit euch! Seid froh, dass ich nicht die Polizei rufe, um herauszukriegen, woher ihr\u2019s habt!\u00ab<\/p>\n<p>Die Million\u00e4re a\u00dfen ihre Br\u00f6tchen im Park auf. Doch obwohl das Geb\u00e4ck rosinenreich und weich und k\u00f6stlich war und die Gem\u00fcter der vier Kinder wieder aufrichtete, schlug doch selbst das Herz der Tapfersten bei dem Gedanken schneller, was wohl Mr. Billy Peasemarsh im Gasthaus Zum Sarazenen sagen w\u00fcrde, wenn sie bei ihm Pferd und Wagen kaufen wollten. Die Jungen h\u00e4tten den Plan am liebsten fallen lassen, aber Jane war immer optimistisch, und Anthea neigte zur Dickk\u00f6pfigkeit, und so behielten die M\u00e4dchen am Ende die Oberhand. Die ganze Gesellschaft, die unterdessen unbeschreiblich schmutzig war, brach also zum Sarazenen auf. Die Hinterhofmethode des Angriffs, die sich beim Wirtshaus Zum Schachbrett so gut bew\u00e4hrt hatte, wurde hier abermals angewandt.<\/p>\n<p><em>Der Sandelf aus der Feder der britischen Autorin Edith Nesbit (1858 bis 1924) erscheint im Herbst 2008 in der neuen ZEIT Kinder-Edition. Wir drucken Ausz\u00fcge vorab. <\/em><\/p>\n<p>Hast du die letzte Folge verpasst? <a href=\"https:\/\/blog.zeit.de\/kinderzeit\/category\/vorlesegeschichte\">Du findest sie hier!<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Arm trotz Reichtum! Illustration: Sabine Friedrichson Der Sandelf hat Cyril, Anthea, Robert und Jane ihren Wunsch erf\u00fcllt: eine ganze Sandkuhle voller Gold! Doch leider sind es M\u00fcnzen einer alten W\u00e4hrung, f\u00fcr die man nichts mehr kaufen kann. Obwohl sie die Taschen voller Geld haben, werden die Kinder immer hungriger, durstiger und staubiger\u2026 Schlie\u00dflich b\u00fcckte sich [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":182,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[986],"tags":[],"class_list":["post-27","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-vorlesegeschichten"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v21.0 - https:\/\/yoast.com\/wordpress\/plugins\/seo\/ -->\n<title>Der Sandelf (Folge 4) - KinderZEIT-Blog<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/blog.zeit.de\/kinderzeit\/2008\/07\/03\/der-sandelf-folge-4_27\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Der Sandelf (Folge 4) - KinderZEIT-Blog\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Arm trotz Reichtum! Illustration: Sabine Friedrichson Der Sandelf hat Cyril, Anthea, Robert und Jane ihren Wunsch erf\u00fcllt: eine ganze Sandkuhle voller Gold! Doch leider sind es M\u00fcnzen einer alten W\u00e4hrung, f\u00fcr die man nichts mehr kaufen kann. Obwohl sie die Taschen voller Geld haben, werden die Kinder immer hungriger, durstiger und staubiger\u2026 Schlie\u00dflich b\u00fcckte sich [&hellip;]\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/blog.zeit.de\/kinderzeit\/2008\/07\/03\/der-sandelf-folge-4_27\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"KinderZEIT-Blog\" \/>\n<meta property=\"article:published_time\" content=\"2008-07-03T07:42:07+00:00\" \/>\n<meta property=\"og:image\" content=\"https:\/\/img.zeit.de\/bilder\/2008\/28\/wissen\/kinderzeit\/sandelf-450.jpg\" \/>\n<meta name=\"author\" content=\"Redaktion KinderZEIT\" \/>\n<meta name=\"twitter:card\" content=\"summary_large_image\" \/>\n<meta name=\"twitter:label1\" content=\"Verfasst von\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data1\" content=\"Redaktion KinderZEIT\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:label2\" content=\"Gesch\u00e4tzte Lesezeit\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data2\" content=\"11\u00a0Minuten\" \/>\n<script type=\"application\/ld+json\" class=\"yoast-schema-graph\">{\"@context\":\"https:\/\/schema.org\",\"@graph\":[{\"@type\":\"WebPage\",\"@id\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/kinderzeit\/2008\/07\/03\/der-sandelf-folge-4_27\",\"url\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/kinderzeit\/2008\/07\/03\/der-sandelf-folge-4_27\",\"name\":\"Der Sandelf (Folge 4) - KinderZEIT-Blog\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/kinderzeit\/#website\"},\"datePublished\":\"2008-07-03T07:42:07+00:00\",\"dateModified\":\"2008-07-03T07:42:07+00:00\",\"author\":{\"@id\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/kinderzeit\/#\/schema\/person\/6e0d5a68bc7cd962fb05619f0ec7869c\"},\"breadcrumb\":{\"@id\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/kinderzeit\/2008\/07\/03\/der-sandelf-folge-4_27#breadcrumb\"},\"inLanguage\":\"de\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"ReadAction\",\"target\":[\"https:\/\/blog.zeit.de\/kinderzeit\/2008\/07\/03\/der-sandelf-folge-4_27\"]}]},{\"@type\":\"BreadcrumbList\",\"@id\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/kinderzeit\/2008\/07\/03\/der-sandelf-folge-4_27#breadcrumb\",\"itemListElement\":[{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":1,\"name\":\"Startseite\",\"item\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/kinderzeit\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":2,\"name\":\"Der Sandelf (Folge 4)\"}]},{\"@type\":\"WebSite\",\"@id\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/kinderzeit\/#website\",\"url\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/kinderzeit\/\",\"name\":\"KinderZEIT-Blog\",\"description\":\"Politik, Kultur und R\u00e4tsel f\u00fcr junge Leser\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"SearchAction\",\"target\":{\"@type\":\"EntryPoint\",\"urlTemplate\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/kinderzeit\/?s={search_term_string}\"},\"query-input\":\"required name=search_term_string\"}],\"inLanguage\":\"de\"},{\"@type\":\"Person\",\"@id\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/kinderzeit\/#\/schema\/person\/6e0d5a68bc7cd962fb05619f0ec7869c\",\"name\":\"Redaktion KinderZEIT\",\"image\":{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"de\",\"@id\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/kinderzeit\/#\/schema\/person\/image\/\",\"url\":\"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/01961d03edfd521f933356966a7e7db36c1281b66ec7fb6d1013979dca8baef8?s=96&d=mm&r=g\",\"contentUrl\":\"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/01961d03edfd521f933356966a7e7db36c1281b66ec7fb6d1013979dca8baef8?s=96&d=mm&r=g\",\"caption\":\"Redaktion KinderZEIT\"},\"url\":\"https:\/\/blog.zeit.de\/kinderzeit\/author\/katrin-hoernlein\"}]}<\/script>\n<!-- \/ Yoast SEO plugin. -->","yoast_head_json":{"title":"Der Sandelf (Folge 4) - KinderZEIT-Blog","robots":{"index":"index","follow":"follow","max-snippet":"max-snippet:-1","max-image-preview":"max-image-preview:large","max-video-preview":"max-video-preview:-1"},"canonical":"https:\/\/blog.zeit.de\/kinderzeit\/2008\/07\/03\/der-sandelf-folge-4_27","og_locale":"de_DE","og_type":"article","og_title":"Der Sandelf (Folge 4) - KinderZEIT-Blog","og_description":"Arm trotz Reichtum! Illustration: Sabine Friedrichson Der Sandelf hat Cyril, Anthea, Robert und Jane ihren Wunsch erf\u00fcllt: eine ganze Sandkuhle voller Gold! Doch leider sind es M\u00fcnzen einer alten W\u00e4hrung, f\u00fcr die man nichts mehr kaufen kann. Obwohl sie die Taschen voller Geld haben, werden die Kinder immer hungriger, durstiger und staubiger\u2026 Schlie\u00dflich b\u00fcckte sich [&hellip;]","og_url":"https:\/\/blog.zeit.de\/kinderzeit\/2008\/07\/03\/der-sandelf-folge-4_27","og_site_name":"KinderZEIT-Blog","article_published_time":"2008-07-03T07:42:07+00:00","og_image":[{"url":"https:\/\/img.zeit.de\/bilder\/2008\/28\/wissen\/kinderzeit\/sandelf-450.jpg"}],"author":"Redaktion KinderZEIT","twitter_card":"summary_large_image","twitter_misc":{"Verfasst von":"Redaktion KinderZEIT","Gesch\u00e4tzte Lesezeit":"11\u00a0Minuten"},"schema":{"@context":"https:\/\/schema.org","@graph":[{"@type":"WebPage","@id":"https:\/\/blog.zeit.de\/kinderzeit\/2008\/07\/03\/der-sandelf-folge-4_27","url":"https:\/\/blog.zeit.de\/kinderzeit\/2008\/07\/03\/der-sandelf-folge-4_27","name":"Der Sandelf (Folge 4) - KinderZEIT-Blog","isPartOf":{"@id":"https:\/\/blog.zeit.de\/kinderzeit\/#website"},"datePublished":"2008-07-03T07:42:07+00:00","dateModified":"2008-07-03T07:42:07+00:00","author":{"@id":"https:\/\/blog.zeit.de\/kinderzeit\/#\/schema\/person\/6e0d5a68bc7cd962fb05619f0ec7869c"},"breadcrumb":{"@id":"https:\/\/blog.zeit.de\/kinderzeit\/2008\/07\/03\/der-sandelf-folge-4_27#breadcrumb"},"inLanguage":"de","potentialAction":[{"@type":"ReadAction","target":["https:\/\/blog.zeit.de\/kinderzeit\/2008\/07\/03\/der-sandelf-folge-4_27"]}]},{"@type":"BreadcrumbList","@id":"https:\/\/blog.zeit.de\/kinderzeit\/2008\/07\/03\/der-sandelf-folge-4_27#breadcrumb","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Startseite","item":"https:\/\/blog.zeit.de\/kinderzeit"},{"@type":"ListItem","position":2,"name":"Der Sandelf (Folge 4)"}]},{"@type":"WebSite","@id":"https:\/\/blog.zeit.de\/kinderzeit\/#website","url":"https:\/\/blog.zeit.de\/kinderzeit\/","name":"KinderZEIT-Blog","description":"Politik, Kultur und R\u00e4tsel f\u00fcr junge Leser","potentialAction":[{"@type":"SearchAction","target":{"@type":"EntryPoint","urlTemplate":"https:\/\/blog.zeit.de\/kinderzeit\/?s={search_term_string}"},"query-input":"required name=search_term_string"}],"inLanguage":"de"},{"@type":"Person","@id":"https:\/\/blog.zeit.de\/kinderzeit\/#\/schema\/person\/6e0d5a68bc7cd962fb05619f0ec7869c","name":"Redaktion KinderZEIT","image":{"@type":"ImageObject","inLanguage":"de","@id":"https:\/\/blog.zeit.de\/kinderzeit\/#\/schema\/person\/image\/","url":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/01961d03edfd521f933356966a7e7db36c1281b66ec7fb6d1013979dca8baef8?s=96&d=mm&r=g","contentUrl":"https:\/\/secure.gravatar.com\/avatar\/01961d03edfd521f933356966a7e7db36c1281b66ec7fb6d1013979dca8baef8?s=96&d=mm&r=g","caption":"Redaktion KinderZEIT"},"url":"https:\/\/blog.zeit.de\/kinderzeit\/author\/katrin-hoernlein"}]}},"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.zeit.de\/kinderzeit\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/27","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.zeit.de\/kinderzeit\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.zeit.de\/kinderzeit\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.zeit.de\/kinderzeit\/wp-json\/wp\/v2\/users\/182"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.zeit.de\/kinderzeit\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=27"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blog.zeit.de\/kinderzeit\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/27\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.zeit.de\/kinderzeit\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=27"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.zeit.de\/kinderzeit\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=27"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.zeit.de\/kinderzeit\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=27"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}