{"id":4389,"date":"2010-01-28T12:00:45","date_gmt":"2010-01-28T11:00:45","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.zeit.de\/kinderzeit\/?p=4389"},"modified":"2010-01-27T18:14:54","modified_gmt":"2010-01-27T17:14:54","slug":"helfer-in-blau","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zeit.de\/kinderzeit\/2010\/01\/28\/helfer-in-blau_4389","title":{"rendered":"Helfer in Blau"},"content":{"rendered":"<p><em> <\/em><\/p>\n<p><figure style=\"width: 540px\" class=\"wp-caption alignnone\"><em><em><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/zeus.zeit.de\/bilder\/KinderZEIT\/2010\/5\/blauhelm.jpg\/blauhelm.jpg-540x304.jpg\" alt=\"\u00a9 LUIS ACOSTA\/AFP\/Getty Images\" width=\"540\" height=\"304\" \/><\/em><\/em><figcaption class=\"wp-caption-text\">\u00a9 LUIS ACOSTA\/AFP\/Getty Images<\/figcaption><\/figure><\/p>\n<p><em> <\/em><\/p>\n<p><strong>In Haiti sind nach dem schlimmen Erdbeben viele Menschen mit auff\u00e4lligen Helmen unterwegs. Es sind Soldaten, die von den Vereinten Nationen geschickt werden<\/strong><\/p>\n<p><em>Von Hauke Friederichs<\/em><\/p>\n<p>Erst bebte die Erde, dann st\u00fcrzten Wohnh\u00e4user, Schulen, Gef\u00e4ngnisse, Hotels, Kirchen und sogar der Pr\u00e4sidentenpalast ein, als ein schweres Erdbeben vor zwei Wochen Haiti traf. Bis zu 200\u2008000 Menschen sollen dabei gestorben sein (so viele, wie in Rostock leben). Noch viel mehr Menschen wurden verletzt. Nun herrscht gro\u00dfe Not. Viele Familien wissen nicht, was mit ihren Verwandten passiert ist. Eltern suchen nach ihren Kindern, und viele haben Angst.<!--more--><\/p>\n<p><figure id=\"attachment_4420\" aria-describedby=\"caption-attachment-4420\" style=\"width: 210px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-4420\" title=\"karte-haiti\" src=\"https:\/\/blog.zeit.de\/kinderzeit\/files\/2010\/01\/karte-haiti.jpg\" alt=\"Karte: Sonja Heilmann\" width=\"210\" height=\"233\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-4420\" class=\"wp-caption-text\">Karte: Sonja Heilmann<\/figcaption><\/figure><\/p>\n<p>Haiti geh\u00f6rte schon vor der Katastrophe zu den elendsten L\u00e4ndern der Welt. Viele ohnehin arme Menschen dort haben durch das Erdbeben nun alles verloren. Ihre Wellblechh\u00fctten liegen in Tr\u00fcmmern, was darin war, ist zerst\u00f6rt. Sie haben nichts zu essen und kaum sauberes Wasser zu trinken.<br \/>\nWeil sich die Opfer der Katastrophe nicht selbst helfen k\u00f6nnen, schicken viele andere L\u00e4nder Hilfe. Auch aus Deutschland reisen zum Beispiel \u00c4rzte und Techniker dorthin. Die Helfer bauen Notkrankenh\u00e4user, Lager mit Zelten und Anlagen, mit denen man Wasser filtern kann. Andere Hilfsgruppen verteilen Medikamente, Decken und Lebensmittel. Auch um Kinder, die ihre Eltern verloren haben, k\u00fcmmern sich Pfleger.<br \/>\nDoch die Arbeit der Rettungskr\u00e4fte ist nicht einfach. Zun\u00e4chst einmal ist viel aufzur\u00e4umen. Verletzte und Tote liegen auf den Stra\u00dfen. Viele Menschen haben so gro\u00dfen Hunger, dass sie unbewachte Lebensmittellager einfach ausrauben w\u00fcrden. Das Erdbeben hat auch viele Beh\u00f6rden und Polizeiwachen zerst\u00f6rt. So kann die Regierung von Haiti nicht allein f\u00fcr Ordnung sorgen.<br \/>\nDamit den Helfern und den Hilfesuchenden nichts passiert, werden sie von internationalen Soldaten besch\u00fctzt. Diese tragen blaue Stahlhelme, damit sie schon von Weitem gut zu erkennen sind. Das hat ihnen den Spitznamen \u00bbBlauhelme\u00ab eingebracht. An der Seite der Helme prangen zwei gro\u00dfe wei\u00dfe Buchstaben: UN. Die stehen f\u00fcr United Nations, auf Deutsch die Vereinten Nationen. Die Blauhelme sind im Auftrag der Vereinten Nationen (UN) unterwegs.<br \/>\nIn den UN sind fast alle L\u00e4nder der Welt vertreten. Kleine Staaten wie die Schweiz beraten dort \u00fcber Probleme mit gro\u00dfen L\u00e4ndern wie Russland, arme L\u00e4nder wie Haiti reden mit reichen L\u00e4ndern wie Deutschland. Wohin Soldaten geschickt werden, entscheiden nicht alle L\u00e4nder zusammen, sondern eine kleinere Gruppe tut das. Sie hei\u00dft \u00bbWeltsicherheitsrat\u00ab. Dazu geh\u00f6ren die Vereinigten Staaten von Amerika (USA), Gro\u00dfbritannien, Frankreich, China und Russland als feste Mitglieder, andere L\u00e4nder kommen dazu und wechseln sich ab. Gemeinsam entscheiden sie \u00fcber Sicherheitsfragen, die alle betreffen.<br \/>\nDie Blauhelmsoldaten, die der Weltsicherheitsrat schickt, sind die Friedensh\u00fcter der Vereinten Nationen. Normale Armeen dienen haupts\u00e4chlich dazu, das Heimatland zu verteidigen. Fr\u00fcher sagte man, dass die Soldaten f\u00fcr den Krieg zust\u00e4ndig w\u00e4ren. Heute werden Soldaten von ihren Regierungen aber auch geschickt, um f\u00fcr Frieden zu sorgen. Den blauen Helm d\u00fcrfen nur diejenigen tragen, die einen Auftrag der UN haben. Die einzelnen Mitgliedsl\u00e4nder schicken die M\u00e4nner und Frauen f\u00fcr die Blauhelmeins\u00e4tze, weil die Vereinten Nationen selbst keine eigene Armee besitzen.<br \/>\nDer Weltsicherheitsrat weist den Blauhelmen klare Aufgaben zu, sagt ihnen, was sie tun d\u00fcrfen und was ihre Aufgabe ist: zum Beispiel Waffen einsammeln, die Grenzen sichern oder Wahlen \u00fcberwachen (weil in manchen L\u00e4ndern Terroristen die Wahlen behindern oder Leute, die an der Macht bleiben wollen, Wahlen f\u00e4lschen). Deutschland beteiligt sich auch an solchen UN-Missionen \u2013 Experten meinen allerdings, dass das zu selten geschieht. Immerhin: Bundeswehrsoldaten helfen zum Beispiel im Sudan und passen auf, dass es dort friedlich bleibt. Wenn die Blauhelme entsandt werden, haben sie oft auch Gewehre und Panzer dabei. Doch schie\u00dfen m\u00fcssen sie eher selten. Meist reicht es aus, wenn sie einfach da sind und aufpassen.<br \/>\nNach Haiti kamen solche UN-Soldaten zusammen mit anderen Helfern schon lange vor dem Erdbeben. Vor sechs Jahren hatte der Weltsicherheitsrat beschlossen, dass dort Hilfe n\u00f6tig sei, weil damals verschiedene Gruppen um die Macht k\u00e4mpften und es viel Gewalt gab. Deshalb reisten rund 7000 Blauhelmsoldaten, 2000 Polizisten und 3000 andere Helfer nach Haiti. Es gelang ihnen, die Stra\u00dfen sicherer vor Banditen zu machen; sie unterst\u00fctzten die Haitianer auch beim Aufbau einer eigenen Polizei. Politiker bef\u00fcrchten aber, dass es nun nach dem Erdbeben wieder schlimmer wird. Deshalb will der Weltsicherheitsrat weitere Blauhelmsoldaten nach Haiti schicken. Sie sollen, zusammen mit den zivilen Helfern, f\u00fcr Frieden, Sicherheit und Demokratie sorgen.<br \/>\nZun\u00e4chst brauchten die Helfer mit den blauen Helmen aber selbst Hilfe: Denn auch das Hauptquartier der UN in Haitis Hauptstadt Port-au-Prince st\u00fcrzte ein. Inzwischen haben die Friedensh\u00fcter ein neues Hauptquartier. Jetzt sch\u00fctzen sie zum Beispiel die Laster, die Lebensmittel in abgelegene Orte bringen. Dass Hilfe kommt, sehen die Menschen schon von Weitem: Die Soldaten im Auftrag der UN haben n\u00e4mlich nicht nur blaue Helme als Erkennungszeichen, ihre Fahrzeuge sind in leuchtendem Wei\u00df gestrichen, der Farbe des Friedens.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In Haiti sind nach dem schlimmen Erdbeben viele Menschen mit auff\u00e4lligen Helmen unterwegs. 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