{"id":57,"date":"2008-08-21T07:05:31","date_gmt":"2008-08-21T05:05:31","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.zeit.de\/kinderzeit\/?p=57"},"modified":"2008-08-21T07:05:31","modified_gmt":"2008-08-21T05:05:31","slug":"der-sandelf-folge-nr-11","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zeit.de\/kinderzeit\/2008\/08\/21\/der-sandelf-folge-nr-11_57","title":{"rendered":"Der Sandelf (Folge Nr. 11)"},"content":{"rendered":"<p><em>Indianer! In England!<\/em><\/p>\n<p><strong>Das wei\u00dfe Ferienhaus wird belagert, und Cyril, Anthea, Robert und Jane versuchen, so indianisch auszusehen wie m\u00f6glich. Indianerm\u00e4\u00dfigen Mut brauchen sie auch \u2026<\/strong><\/p>\n<p><img src='https:\/\/img.zeit.de\/bilder\/2008\/35\/wissen\/kinderzeit\/sandelf\/sandelf-artikel-450.jpg' alt='' class='aligncenter' \/><span style=\"font-size: 10px;\">Illustration: Sabine Friedrichson<\/span><br \/>\nDort, zwischen den roten Bl\u00e4ttern des wilden Weins, in der Fensterecke, dort kam ein Gesicht zum Vorschein, ein braunes Gesicht mit einer scharfen Nase und einem schmalen Mund und gro\u00dfen klaren Augen. Es war bunt bemalt, von langem schwarzem Haar umrahmt, und in diesem Haar steckten Federn. Den Kindern im Esszimmer blieb vor Entsetzen der Mund offen. Der Siruppudding auf ihren Tellern wurde kalt und fest. Sie waren wie gel\u00e4hmt. Da zog sich das federgeschm\u00fcckte Haupt pl\u00f6tzlich vorsichtig zur\u00fcck, und der Zauber war gebrochen. \u00bbDa!\u00ab, st\u00f6hnte Anthea. \u00bbIch hab\u2019s euch doch gesagt!\u00ab Der Siruppudding war nun wirklich ungenie\u00dfbar geworden. Sie wickelten ihre Portionen hastig in Zeitungspapier ein und versteckten sie in dem gro\u00dfen Eisenkorb, in dem Anmachpapier f\u00fcr den Kamin gesammelt wurde. Dann st\u00fcrzten sie nach oben, um Kriegsrat zu halten.<!--more--><\/p>\n<p>\u00bbWaffenstillstand!\u00ab, sagte Cyril mit einer ritterlichen Geste, sobald sie das Schlafzimmer der Mutter erreicht hatten. \u00bbAnthea, tut mir leid, dass ich so ein Hornochse war.\u00ab \u2013 \u00bbSchon gut\u00ab, antwortete Anthea. Vom Fenster aus konnten sie keine weiteren Spuren von Indianern entdecken. \u00bbUnd was sollen wir jetzt machen?\u00ab, fragte Robert.<\/p>\n<p>\u00bbMir ist nur eines eingefallen\u00ab, antwortete Anthea, die von allen als Heldin des Tages betrachtet wurde, \u00bbund zwar dies: Wir sollten uns so indianisch anziehen, wie es geht, und dann aus dem Fenster schauen oder sogar aus dem Haus gehen. Dann denken sie vielleicht, dass wir m\u00e4chtige H\u00e4uptlinge eines gro\u00dfen Nachbarstammes sind, und &#8230; und dann tun sie uns vielleicht nichts, weil sie Angst vor der Rache unseres Stammes haben.\u00ab \u00bbAber was geschieht mit der K\u00f6chin?\u00ab, fragte Jane.<\/p>\n<div style=\"width: 210px; float:left; border: 1px solid #ACADAE; margin: 5px 5px 5px 0px; font-size: 11px;\">\n<div style=\"text-align: center; margin: 5px 5px 5px 5px;\"><strong>Der Sandelf<\/strong> &#8211; Von Edith Nesbit<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/img.zeit.de\/\/bilder\/2008\/25\/wissen\/kinderzeit-blog\/sandelf.gif\" alt=\"Der Sandelf\"\/><span style=\"font-size: 10px;\">Illustration: Sabine Wilharm<\/span><\/div>\n<div style=\"width: 210px; margin: 5px 5px 5px 20px;\">\n<table width=\"200\" align=\"left\" border=\"0\" cellpadding=\"0\" cellspacing=\"0\">\n<tr>\n<td style=\"padding-bottom: 5px;\"><a href=\"javascript:open_mp3('var_mp3_file=080821\/080821_1219302101-01&amp;var_mp3_artist=Von Edith Nesbit&amp;var_mp3_title=Der Sandelf - Folge 11&amp;ressort=a_Wissen&amp;sub_ressort=Bildung');\"><strong>Gleich Anh&ouml;ren <\/strong> &raquo;<\/a><\/td>\n<td style=\"padding-bottom: 5px; width: 25px;\">\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"padding-bottom: 5px;\"><a href=\"https:\/\/blog.zeit.de\/kinderzeit\/wp-content\/uploads\/2008\/07\/35_Sandelf_dl.zip\"> <strong>Zum Herunterladen<\/strong> &raquo;<\/a><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"padding-bottom: 5px;\"><a href=\"https:\/\/blog.zeit.de\/kinderzeit\/category\/vorlesegeschichte\"><strong>Alle Folgen im \u00dcberblick<\/strong> &raquo;<\/a> <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>\u00bbHast du das wieder vergessen? Sie k\u00f6nnen doch nichts merken\u00ab, sagte Robert. \u00bbIch glaube, Anthea hat recht\u00ab, meinte Cyril, \u00bbaber wir werden schrecklich viele Federn brauchen.\u00ab \u2013 \u00bbIch laufe schnell in den H\u00fchnerstall hinunter\u00ab, schlug Robert vor. \u00bbEiner von den Truth\u00e4hnen ist auch im Stall. Ich k\u00f6nnte ihm die Federn abschneiden. Hol mir doch mal meine Ausschneideschere.\u00ab<\/p>\n<p>Nach gr\u00fcndlicher Erkundung waren sie davon \u00fcberzeugt, dass sich keine Indianer im H\u00fchnerhof herumtrieben. Robert brach auf. F\u00fcnf Minuten sp\u00e4ter war er wieder da, blass, aber mit vielen Federn. \u00bbPasst mal auf\u00ab, sagte er, \u00bbdie Lage ist verdammt ernst. Ich habe die Federn abgeschnitten, und als ich mich umdrehte, um wieder rauszugehen, da linste mich ein Indianer aus dem alten H\u00fchnerkorb heraus an. Ich hab nur schnell die Federn genommen, dann gab ich ein Indianergeheul von mir und war weg, ehe er unter dem Korb hervorkriechen konnte. Anthea, hol die bunten Wolldecken aus unseren Betten, ja?\u00ab<\/p>\n<p>Mit Wolldecken, Federn und bunten Halst\u00fcchern kann man sich ziemlich leicht als Indianer verkleiden. Leider hatte keines der Geschwister lange schwarze Haare, aber es war noch eine Menge schwarzes Papier \u00fcbrig, das sie gekauft hatten, um die Schulb\u00fccher darin einzuschlagen. Sie schnitten es zu lauter d\u00fcnnen Streifen und banden es sich mit goldgelben B\u00e4ndern von den Sonntagskleidern der M\u00e4dchen um den Kopf.<\/p>\n<p>\u00bbAber unsere Gesichter haben nicht die richtige Farbe\u00ab, wandte Anthea ein. \u00bbWir sind alle viel zu blass, und Cyril sieht geradezu wachsbleich aus.\u00ab \u2013 \u00bbTu ich \u00fcberhaupt nicht\u00ab, sagte Cyril. \u00bbDie echten Indianer drau\u00dfen sehen br\u00e4unlich aus\u00ab, warf Robert hastig ein, \u00bbaber ich finde, wir sollten richtig rot aussehen: Wenn man eine Rothaut ist, dann muss man auch rote Haut haben.\u00ab Die Farbe, mit der die K\u00f6chin die Backsteine in der K\u00fcche wieder sch\u00f6n rot machte, war das Roteste, was es im ganzen Haus gab. Die Geschwister verr\u00fchrten das Farbpulver in einer Untertasse mit etwas Milch. Dann bemalten sie sich sorgf\u00e4ltig die Gesichter und die H\u00e4nde, bis sie so rot waren, wie es sich f\u00fcr eine Rothaut geh\u00f6rt. Es wurde ihnen gleich bewiesen, wie f\u00fcrchterlich sie aussahen, denn im Flur kam ihnen die K\u00f6chin entgegen und stie\u00df bei ihrem Anblick einen schrillen Schrei aus. Dieser Test befriedigte die Kinder ungemein. Sie fl\u00fcsterten ihr hastig zu, sie solle sich nicht anstellen, es sei doch nur ein Spiel, und dann st\u00fcrzten die vier wolldeckenumwickelten, gefiederten Roth\u00e4ute los.<\/p>\n<p>Entlang der Hecke, die den wildwachsenden Garten von den Beeten trennte, war eine Reihe von dunklen H\u00e4uptern zu sehen, alle in prachtvollem Federschmuck. \u00bbEs ist unsere einzige Chance\u00ab, fl\u00fcsterte Anthea, \u00bbund es ist auf jeden Fall besser, als ihre blutr\u00fcnstige Attacke abzuwarten. Wir m\u00fcssen wie wild angeben. Also los. Jippii!\u00ab Mit einem vierfachen Kriegsgeheul st\u00fcrmten sie durch die Pforte und stellten sich in kriegerischer Haltung vor der Reihe der Indianer auf. Diese waren fast alle gleich gro\u00df, genauso gro\u00df wie Cyril.<\/p>\n<p>\u00bbIch hoffe nur, dass sie unsere Sprache sprechen\u00ab, murmelte Cyril. Anthea war davon \u00fcberzeugt. Sie hatte ein wei\u00dfes Handtuch an einen Spazierstock gebunden. Das sollte eine Unterh\u00e4ndlerfahne darstellen, und sie schwenkte sie in der Hoffnung, dass die Indianer dies begriffen. Offensichtlich war das der Fall, denn ein Indianer, der brauner als die anderen war, trat einen Schritt vor.<\/p>\n<p>Ihr wollt eine Versammlung?\u00ab, fragte er in flie\u00dfendem Englisch. \u00bbIch bin Goldener Adler, ich geh\u00f6re zum m\u00e4chtigen Stamm der Felsbewohner.\u00ab \u2013 \u00bbUnd ich\u00ab, antwortete Anthea geistesgegenw\u00e4rtig, \u00bbich bin der Schwarze Panther, der H\u00e4uptling des &#8230; des &#8230; des Mazawattee-Stammes. Meine Br\u00fcder, die Mazawattees, liegen hinter dem Kamm des jenseitigen H\u00fcgels auf der Lauer.\u00ab \u2013 \u00bbUnd was sind dies hier f\u00fcr m\u00e4chtige Krieger?\u00ab, fragte Goldener Adler, wobei er sich den anderen zuwandte. Cyril sagte, dass er der H\u00e4uptling Rotfu\u00df sei, vom Kichernden Kongostamm, und als er sah, dass Jane an ihrem Daumen herumsaugte, weil ihr offensichtlich kein Name f\u00fcr sich selbst einfiel, setzte er hinzu: \u00bbDies ist der gro\u00dfe Krieger Wilde Katze, Pussy Ferox, wie wir sie in diesem Lande nennen, der H\u00e4uptling des gewaltigen Shikisee-Stammes.\u00ab<\/p>\n<p>\u00bbWer aber bist du, erhabene Rothaut?\u00ab, fragte der Goldene Adler pl\u00f6tzlich Robert, der so verdutzt war, dass er nur antworten konnte, er sei Bob, der Hauptmann der Berittenen Kap-Polizei. \u00bbUnd jetzt\u00ab, fuhr der Schwarze Panther fort, \u00bbjetzt brauchen wir nur zu pfeifen, dann werden unsere Krieger auftauchen, die eurer kleinen Streitmacht zahlenm\u00e4\u00dfig bei Weitem \u00fcberlegen sind. Widerstand ist also zwecklos. Kehrt deshalb heim in euer Land, o Br\u00fcder, raucht die Friedenspfeife in euren Wampums mit euren Squaws und euren Medizinm\u00e4nnern, kleidet euch in eure sch\u00f6nsten Wigwams und verzehrt dazu die saftigen Mokassins.\u00ab<\/p>\n<p>\u00bbDu hast alles verwechselt\u00ab, murmelte Cyril w\u00fctend. Aber der Goldene Adler schaute Anthea nur abwartend an. \u00bbDeine Sitten sind anders als die unsren, Schwarzer Panther\u00ab, antwortete er, \u00bbbring deinen Stamm herbei, damit wir mit ihnen eine festliche Versammlung halten k\u00f6nnen\u00ab<\/p>\n<p>\u00bbWir werden sie schon herbeiholen\u00ab, drohte Anthea, \u00bbmit ihren Pfeilen und Bogen und Tomahawks und Skalpiermessern und mit allem, was ihr euch nur vorstellen k\u00f6nnt, wenn ihr jetzt nicht auf der Stelle von hier verschwindet.\u00ab Sie hatte zwar tapfer und energisch gesprochen, die Herzen der Geschwister schlugen aber trotzdem wie wild, und sie atmeten keuchend und aufgeregt. Denn die kleinen echten Roth\u00e4ute schlossen einen Kreis um sie und r\u00fcckten ihnen mit grimmigem Murmeln immer n\u00e4her, sodass sie sich pl\u00f6tzlich von lauter dunklen, drohenden Gesichtern umringt sahen.<\/p>\n<p>\u00bbEs hat keinen Zweck\u00ab, fl\u00fcsterte Robert, \u00bbich hab\u2018s von Anfang an gewusst. Wir m\u00fcssen uns zum Psammed retten. Es kann uns vielleicht helfen. Und wenn nicht \u2013 na ja, bei Sonnenuntergang werden wir wahrscheinlich wieder lebendig werden. Ich m\u00f6chte nur wissen, ob das Skalpieren wirklich so wehtut, wie sie immer sagen.\u00ab \u2013 \u00bbIch schwenke jetzt wieder die Fahne\u00ab, k\u00fcndigte Anthea an. \u00bbWenn sie zur\u00fcckweichen, rennt los!\u00ab<\/p>\n<p>Sie schwenkte das Handtuch, und der H\u00e4uptling befahl seinen Kriegern, zur\u00fcckzutreten. Da machten die vier Geschwister einen Ausfall an der Stelle, wo die Reihe der Indianer am d\u00fcnnsten war. Sie rissen im ersten Ansturm ein halbes Dutzend Indianer um und sprangen \u00fcber ihre mit Decken umh\u00fcllten K\u00f6rper. Dann liefen sie in die Sandkuhle. Diesmal hatten sie keine Zeit, den sicheren Karrenweg zu nehmen, sie sprangen einfach \u00fcber den steilen Rand und h\u00fcpften und rutschten und stolperten und st\u00fcrzten durch die gelben und blassblauen Blumen und das verwelkte Gras, an den Nestausg\u00e4ngen der Schwalben vorbei, und lie\u00dfen sich das letzte St\u00fcck einfach rollen.<\/p>\n<p>Der Goldene Adler und seine Stammesgenossen holten sie gerade an der Stelle ein, wo sie am Morgen das Psammed gesehen hatten. \u00bbIhr habt uns angelogen, Schwarzer Panther von den Mazawattees, und auch du, Gro\u00dfer H\u00e4uptling Rotfu\u00df, auch ihr, Pussy Ferox und Bob von der Berittenen Kap-Polizei. Nicht mit Worten habt ihr uns belogen, sondern durch euer Schweigen. Ihr habt uns unter dem Schutz der Friedensfahne der Bleichgesichter belogen. Es ist niemand von eurem Stamm in der N\u00e4he. Sie sind fort, weit fort und jagen den Hirsch und das Reh. Zu was wollen wir sie verurteilen?\u00ab, schloss er.<\/p>\n<p>\u00bbLasst uns ein Feuer entfachen!\u00ab, riefen die Indianer, und schon meldete sich ein Dutzend von ihnen freiwillig, um Holz zu suchen. \u00bbHei\u00dft das, dass ihr uns zuerst skalpieren und danach braten wollt?\u00ab, erkundigte sich Anthea entsetzt. \u00bbNat\u00fcrlich!\u00ab, Die Rothaut warf ihr einen ver\u00e4chtlichen Blick zu. \u00bbSo wird es immer gemacht.\u00ab Die Indianer schlossen einen Kreis um die Kinder und setzten sich in den Sand. Diejenigen von ihnen, die zum Holzsuchen ausgeschw\u00e4rmt waren, kamen allm\u00e4hlich wieder zur\u00fcck, aber mit leeren H\u00e4nden. Sie hatten kein Holz gefunden, womit sie einen Feuersto\u00df h\u00e4tten errichten k\u00f6nnen. Das ist in jener baumlosen Gegend von Kent kein Wunder. Die Kinder stie\u00dfen einen Seufzer der Erleichterung aus, der sich jedoch nur zu bald in ein Schreckensst\u00f6hnen umwandelte. Denn jetzt blitzten blanke Messer um sie herum auf, und im n\u00e4chsten Augenblick wurde jedes Kind von einem Indianer gepackt. Die Gefangenen kniffen die Augen zu und warteten auf den scharfen Schmerz des Messerschnitts. Er blieb jedoch aus.<\/p>\n<p>Einen Moment sp\u00e4ter wurden sie freigelassen und sanken ersch\u00f6pft zu Boden. Ihr Kopf tat \u00fcberhaupt nicht weh, er f\u00fchlte sich nur \u00fcberraschend k\u00fchl an. Wilde Kriegsschreie gellten in ihren Ohren, und als sie die Augen aufzuschlagen wagten, da sahen sie vier ihrer Feinde mit wilden Spr\u00fcngen und Schreien um sie herumtanzen, und jeder der vier schwenkte einen Schopf langes schwarzes Haar in der erhobenen Faust. Sie fuhren mit den H\u00e4nden zum Kopf \u2013 ihre eigenen Haarsch\u00f6pfe waren an Ort und Stelle! Die Indianer hatten die Kinder tats\u00e4chlich skalpiert, aber sie hatten sie nur ihrer schwarzen Papierlocken beraubt. Die Geschwister fielen einander in die Arme und schluchzten und lachten. \u00bbIhre Skalpe sind in unserer Hand\u00ab, sang der H\u00e4uptling, \u00bbund sie sa\u00dfen ihnen nur lose auf den Ungl\u00fcckssch\u00e4deln! Sie glitten glatt in die H\u00e4nde der Sieger \u2013 ohne Kampf, ohne Widerstand, eine leichte Beute f\u00fcr die siegreichen Felsbewohner! Ah, was ist ein Skalp denn wert, der sich so leicht gewinnen l\u00e4sst!\u00ab<\/p>\n<p>Gleich holen sie sich unsere echten Haare, das wirst du schon sehen\u00ab, sagte Robert, indem er etwas von der roten Farbe auf Gesicht und H\u00e4nden abzuwischen versuchte. \u00bbUm unsere gerechte und gl\u00fchende Rache sind wir betrogen worden\u00ab, ging der Kriegsgesang weiter. \u00bbOh, das fremde, widernat\u00fcrliche Land, wo es kein Holz zu finden gibt, das man braucht, um seine Feinde zu r\u00f6sten! Oh, ihr endlosen W\u00e4lder unserer Heimat, wo sich ein Baum an den anderen reiht, Holz genug, um alle Feinde zu verbrennen! Ach, w\u00e4ren wir doch wieder in den W\u00e4ldern unserer Heimat!\u00ab<\/p>\n<p>Mit einem Mal blendete die Kinder nur noch hell wie ein Blitz der gelbe Sand. Bei den letzten Worten ihres H\u00e4uptlings waren alle Indianer verschwunden. Das Psammed musste die ganze Zeit in der N\u00e4he gewesen sein, und es hatte dem Indianerh\u00e4uptling seinen Wunsch erf\u00fcllt.<\/p>\n<p>Martha brachte einen Krug mit einem Muster aus St\u00f6rchen und Schilfgr\u00e4sern heim. \u00bbO Martha, du bist ein Schatz!\u00ab, seufzte Anthea und schlang die Arme um sie. \u00bbJa\u00ab, kicherte Martha, \u00bbgenie\u00dft das mal, solange ihr mich noch habt. Sobald eure Mutter da ist, werde ich ihr sagen, dass ich gehen will.\u00ab \u2013 \u00bbAber Martha, sind wir denn so schlimm zu dir gewesen?\u00ab, fragte Anthea entsetzt. \u00bbAch, das ist es doch nicht, Anthea.\u00ab Martha kicherte immer heftiger. \u00bbIch werd mich verheiraten. Es ist Bill, der Wildh\u00fcter. Seit ihr neulich mit ihm vom Pfarrer nach Hause kamt, hat er mir einen Heiratsantrag nach dem anderen gemacht, und heute hab ich ihm mein Jawort gegeben.\u00ab<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Indianer! In England! Das wei\u00dfe Ferienhaus wird belagert, und Cyril, Anthea, Robert und Jane versuchen, so indianisch auszusehen wie m\u00f6glich. 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