{"id":76,"date":"2008-09-25T09:33:27","date_gmt":"2008-09-25T07:33:27","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.zeit.de\/kinderzeit\/?p=76"},"modified":"2008-09-25T09:33:27","modified_gmt":"2008-09-25T07:33:27","slug":"die-katze-die-fur-sich-blieb","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zeit.de\/kinderzeit\/2008\/09\/25\/die-katze-die-fur-sich-blieb_76","title":{"rendered":"Die Katze, die f\u00fcr sich blieb"},"content":{"rendered":"<p><strong>Warum M\u00e4nner und Hunde das liebste Haustier von Frauen und Kindern nicht leiden k\u00f6nnen <\/strong><\/p>\n<p><em>Von Rudyard Kipling<\/em><\/p>\n<p><\/p>\n<table border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\" width=\"220\" align=\"left\" >\n<tbody>\n<tr>\n<td>\n<div><img src='http:\/\/zeus.zeit.de\/bilder\/2008\/40\/wissen\/kinderzeit\/katze\/katze-artikel.jpg' alt='Vorlesegeschichte' class='alignleft' \/><\/div>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"font-size: 10px;\">Illustration: <a href=\"http:\/\/www.erhard-dietl.de\" target=\"_blank\">Erhard Dietl<\/a><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Der Hund war wild, und das Pferd war wild, und die Kuh war wild, und das Schaf war wild, und sie wanderten auf ihre wilde Weise durch die weiten wilden W\u00e4lder. Aber das wildeste von allen wilden Tieren war die Katze. Sie blieb f\u00fcr sich, und ein Ort war f\u00fcr sie so gut wie der andere. Nat\u00fcrlich war auch der Mensch wild. Der Mann war schrecklich wild. Er fing noch nicht mal an, zahm zu werden, bis er der Frau begegnete und sie ihm sagte, dass sie auf seine wilde Weise nicht leben mochte. Sie suchte zum Schlafen eine trockene H\u00f6hle; sie streute Sand auf den Boden; sie z\u00fcndete ein Holzfeuer an; sie h\u00e4ngte ein Wildpferdfell vor die H\u00f6hlen\u00f6ffnung; und sie sagte: \u00bbPutz dir die F\u00fc\u00dfe ab, eh du hereinkommst.\u00ab An diesem Abend, allerliebster Liebling, a\u00dfen sie Wildschaf, das sie auf den hei\u00dfen Steinen brieten. Danach schlief der Mann vor dem Feuer ein. Die Frau aber blieb noch auf und k\u00e4mmte sich ihr Haar. Sie nahm den Schulterknochen des Hammels und betrachtete die wunderbaren Zeichen darauf, sie legte Holz aufs Feuer, und sie zauberte. <!--more--><\/p>\n<p>Drau\u00dfen in den weiten wilden W\u00e4ldern versammelten sich alle wilden Tiere. Das Wildpferd stampfte mit dem Fu\u00df auf und sagte: \u00bbO meine Freunde, warum haben der Mann und die Frau das gro\u00dfe Licht in der H\u00f6hle gemacht?\u00ab Der Wildhund hob wild die Nase und roch den Geruch von gebratenem Hammel und sagte: \u00bbIch will hingehen und nachschauen. Katze, komm mit.\u00ab \u2013 \u00bbNein!\u00ab, sagte die Katze. \u00bbIch bin die Katze, die f\u00fcr sich bleibt. Ich komme nicht mit.\u00ab Doch als der Wildhund ein St\u00fcck weit gelaufen war, sagte sich die Katze: Warum soll ich nicht gehen und sehen und wieder gehen, wie es mir beliebt? Ganz leise schlich sie dem Wildhund nach. Am H\u00f6hleneingang hob der Wildhund mit der Schnauze das Pferdefell hoch und roch den herrlichen Geruch von Hammelbraten, und die Frau h\u00f6rte ihn und sagte: \u00bbDa kommt der Erste. Wildes Wesen, was willst du?\u00ab<\/p>\n<p><!-- ************** Vorlesebox f\u00fcr Artikel ::: Aktuelle Version *********************  --><\/p>\n<div style=\"width: 230px; float:left; border: 1px solid #ACADAE; margin: 5px 5px 5px 0px; font-size: 11px;\">\n<div style=\"text-align: center; margin: 5px 5px 5px 5px;\"><strong>Die Katze, die f\u00fcr sich blieb <\/strong> &#8211; Von Rudyard Kipling<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/img.zeit.de\/bilder\/2008\/38\/wissen\/kinderzeit\/kinderzeit-audio.jpg\" alt=\"Kinderzeit Audio\"\/><span style=\"font-size: 10px;\">Illustration: Erhard Dietl<\/span><\/div>\n<div style=\"width: 230px; margin: 5px 5px 5px 20px;\">\n<table width=\"200\" align=\"left\" border=\"0\" cellpadding=\"0\" cellspacing=\"0\">\n<tr>\n<td style=\"padding-bottom: 5px;\"><a href=\"javascript:open_mp3('var_mp3_file=080925\/080925_1222327201-01&amp;var_mp3_artist=Von Rudyard Kipling&amp;var_mp3_title=Die Katze, die f\u00fcr sich blieb&amp;ressort=a_Wissen&amp;sub_ressort=Bildung');\"><strong>Gleich Anh&ouml;ren <\/strong> &raquo;<\/a><\/td>\n<td style=\"padding-bottom: 5px; width: 25px;\">\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"padding-bottom: 5px;\"><a href=\"https:\/\/blog.zeit.de\/kinderzeit\/wp-content\/uploads\/2008\/07\/40_Vorlesegeschichte_dl.zip\"> <strong>Zum Herunterladen<\/strong> &raquo;<\/a><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"padding-bottom: 5px;\"><a href=\"https:\/\/blog.zeit.de\/kinderzeit\/category\/vorlesegeschichte\"><strong>Alle Folgen im \u00dcberblick<\/strong> &raquo;<\/a> <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<\/div>\n<p><!-- End Vorlesebox --> Der Wildhund sagte: \u00bbO meine Feindin und Frau meines Feindes, was riecht so gut?\u00ab Die Frau warf dem Wildhund einen gebratenen Hammelknochen hin und sagte: \u00bbProbier\u2019s.\u00ab Der Wildhund nagte den Knochen ab, und das schmeckte k\u00f6stlicher als alles, was er je gegessen hatte. Die Frau sagte: \u00bbHilf meinem Mann am Tag beim Jagen, und bewache nachts seine H\u00f6hle, dann gebe ich dir so viele gebratene Knochen, wie du brauchst.\u00ab<\/p>\n<p>Ah!, sagte sich die Katze, die zugeh\u00f6rt hatte. Das ist eine kluge Frau, aber sie ist nicht so klug wie ich. Der Wildhund kroch in die H\u00f6hle, legte den Kopf in den Scho\u00df der Frau und sagte: \u00bbO meine Freundin und Frau meines Freundes, ich will deinem Mann am Tag beim Jagen helfen und in der Nacht deine H\u00f6hle bewachen.\u00ab Ah!, sagte sich die Katze, die zugeh\u00f6rt hatte. Das ist ein sehr dummer Hund.<\/p>\n<p>Als der Mann erwachte, sagte er: \u00bbWas tut der Wildhund hier?\u00ab Und die Frau antwortete: \u00bbEr hei\u00dft nicht mehr Wildhund, sondern erster Freund. Nimm ihn mit auf die Jagd.\u00ab Am n\u00e4chsten Abend schnitt die Frau gro\u00dfe B\u00fcschel frischen Grases auf den Wiesen und trocknete es vor dem Feuer, so dass es roch wie frisches Heu. Sie setzte sich an den Eingang der H\u00f6hle und flocht ein Halfter aus Pferdefell, und sie betrachtete den Schulterknochen des Hammels und zauberte.<\/p>\n<p>Drau\u00dfen in den wilden W\u00e4ldern fragten sich alle Tiere, was wohl aus dem Wildhund geworden sei, und schlie\u00dflich stampfte das Wildpferd mit dem Fu\u00df auf und sagte: \u00bbIch will hingehen und nachschauen. Katze, komm mit.\u00ab \u2013 \u00bbNein!\u00ab, sagte die Katze. Dennoch folgte sie dem Wildpferd leise und versteckte sich. Als die Frau vernahm, wie das Wildpferd n\u00e4herkam, lachte sie und sagte: \u00bbHier kommt der Zweite. Du bist wegen dieses guten Grases gekommen.\u00ab<\/p>\n<p>Ah!, sagte sich die Katze, die zugeh\u00f6rt hatte. Das ist eine kluge Frau, aber sie ist nicht so klug wie ich. Das Wildpferd beugte den Kopf, die Frau streifte ihm das geflochtene Halfter \u00fcber, und das Wildpferd sagte: \u00bbO meine Herrin und Frau meines Herrn, ich will euer Diener sein um dieses wunderbaren Grases willen.\u00ab<\/p>\n<p>Ah!, sagte sich die Katze, die zugeh\u00f6rt hatte. Das ist ein sehr dummes Pferd. Als der Mann und der Hund von der Jagd zur\u00fcckkamen, fragte der Mann: \u00bbWas tut das Wildpferd hier?\u00ab Und die Frau sagte: \u00bbEs hei\u00dft nicht mehr Wildpferd, sondern erster Diener. Reite auf seinem R\u00fccken, wenn du auf die Jagd gehst.\u00ab Am n\u00e4chsten Tag kam die Wildkuh zur H\u00f6hle; die Katze folgte ihr und versteckte sich wie zuvor; und alles geschah genau wie zuvor. Als der Mann mit dem Pferd und dem Hund von der Jagd nach Hause kam und die gleichen Fragen stellte wie zuvor, sagte die Frau: \u00bbSie hei\u00dft nicht mehr Wildkuh, sondern Spenderin guter Nahrung. Sie wird uns immer und ewig die warme wei\u00dfe Milch geben.\u00ab<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Tag wartete die Katze darauf, dass ein anderes wildes Wesen zur H\u00f6hle gehen w\u00fcrde, aber niemand r\u00fchrte sich, und so lief die Katze selbst hin. Sie sah, wie die Frau die Kuh molk, und sie roch die warme wei\u00dfe Milch. Die Frau lachte sie an und sagte: \u00bbGeh zur\u00fcck in die W\u00e4lder, wir brauchen weder weitere Freunde noch Diener in unserer H\u00f6hle.\u00ab Die Katze sagte: \u00bbIch bin keine Freundin, und ich bin keine Dienerin. Ich bin die Katze, die f\u00fcr sich bleibt, und ich m\u00f6chte in deine H\u00f6hle.\u00ab \u2013 \u00bbDu bist die Katze, die f\u00fcr sich bleibt. Du bist weder Freundin noch Dienerin. Du hast es selbst gesagt\u00ab, erwiderte die Frau. Die Katze tat, als sch\u00e4mte sie sich, und sagte: \u00bbDarf ich nie in die H\u00f6hle kommen? Darf ich nie von der Milch trinken? Du bist klug und sch\u00f6n. Du solltest nicht grausam sein.\u00ab<\/p>\n<p>Die Frau sagte: \u00bbIch wusste, dass ich klug bin, aber dass ich sch\u00f6n bin, wusste ich nicht. Also will ich einen Handel mit dir schlie\u00dfen. Wenn ich jemals ein Wort zu deinem Lob sage, darfst du in die H\u00f6hle kommen.\u00ab \u2013 \u00bbUnd wenn du zwei Worte zu meinem Lob sagst?\u00ab, fragte die Katze. \u00bbDas wird nicht geschehen\u00ab, sagte die Frau, \u00bbaber wenn ich zwei Worte sage, darfst du beim Feuer in der H\u00f6hle sitzen.\u00ab \u2013 \u00bbUnd wenn du drei Worte sagst?\u00ab, fragte die Katze. \u00bbDann darfst du immer und ewig dreimal t\u00e4glich von der warmen wei\u00dfen Milch trinken\u00ab, sagte die Frau.<\/p>\n<p>Als an diesem Abend der Mann und der Hund nach Hause kamen, erz\u00e4hlte ihnen die Frau nichts von dem Handel. Die Katze ging weit, weit weg und versteckte sich so lange, bis die Frau sie vergessen hatte. Nur die kleine Fledermaus, die mit dem Kopf nach unten in der H\u00f6hle hing, wusste, wo sich die Katze verbarg; und jeden Abend flog sie zur Katze und erz\u00e4hlte ihr, was es Neues gab. Eines Abends sagte die Fledermaus: \u00bbIn der H\u00f6hle ist ein Baby. Es ist neu und rosig, und die Frau hat es sehr gern.\u00ab \u2013 \u00bbAh\u00ab, sagte die Katze. \u00bbWas hat das Baby gern?\u00ab \u2013 \u00bbEs hat alles gern, was weich ist und kitzelt\u00ab, sagte die Fledermaus. \u00bbEs hat warme Dinge gern, die es beim Einschlafen in den Armen h\u00e4lt.\u00ab<\/p>\n<p>Die Frau war am n\u00e4chsten Morgen mit Kochen besch\u00e4ftigt, und das Baby weinte und st\u00f6rte sie. Deshalb trug sie es vor die H\u00f6hle und gab ihm Steine zum Spielen. Aber das Baby weinte immer noch. Da streckte die Katze ihre weiche Pfote aus und streichelte dem Baby die Backe und kitzelte es mit dem Schwanz an seinem runden Kinn. Das Baby lachte, und die Frau h\u00f6rte es und l\u00e4chelte. Da sagte die Fledermaus: \u00bbEin wildes Wesen aus den wilden W\u00e4ldern spielt mit deinem Baby.\u00ab \u2013 \u00bbDem Himmel sei Dank f\u00fcr das wilde Wesen, wer es auch sein mag\u00ab, sagte die Frau, \u00bbdenn ich hatte heute Morgen viel zu tun, und es hat mir einen Dienst erwiesen.\u00ab In dieser Sekunde, allerliebster Liebling, sa\u00df die Katze ganz behaglich in der H\u00f6hle.<\/p>\n<p>\u00bbO meine Feindin und Frau meines Feindes und Mutter meines Feindes\u00ab, sagte die Katze, \u00bbich bin\u2019s: Denn du hast ein Wort zu meinem Lob gesagt, und jetzt kann ich in der H\u00f6hle sitzen. Aber ich bin immer noch die Katze, die f\u00fcr sich bleibt.\u00ab Die Frau wurde sehr w\u00fctend. Sie setzte sich an ihr Spinnrad und fing an zu spinnen. Doch das Baby weinte, weil die Katze weggegangen war, und die Frau konnte es nicht beruhigen; es strampelte und fuchtelte und wurde dunkel im Gesicht.<\/p>\n<p>\u00bbO meine Feindin und Frau meines Feindes und Mutter meines Feindes\u00ab, sagte die Katze, \u00bbnimm ein St\u00fcck von dem Faden, den du spinnst, und binde ihn an deine Spinnwirtel, und zieh sie \u00fcber den Boden, dann zeige ich dir einen Zauber, der dein Baby so laut lachen l\u00e4sst, wie es jetzt weint.\u00ab \u2013 \u00bbIch will es tun\u00ab, sagte die Frau, \u00bbweil ich mit meiner Weisheit am Ende bin.\u00ab Sie band den Faden an die kleine Spinnwirtel und zog sie \u00fcber den Boden, und die Katze sprang danach bis das Baby so laut lachte, wie es geweint hatte. \u00bbJetzt\u00ab, sagte die Katze, \u00bbsinge ich dem Baby ein Lied, das es schlafen l\u00e4sst.\u00ab Und sie fing an zu schnurren, bis das Baby eingeschlafen war. Die Frau betrachtete die beiden l\u00e4chelnd und sagte: \u00bbDas hast du fabelhaft gemacht. Wirklich, du bist klug, Katze.\u00ab<\/p>\n<p>In dieser Sekunde sa\u00df die Katze ganz behaglich dicht am Feuer. \u00bbO meine Feindin und Frau meines Feindes und Mutter meines Feindes\u00ab, sagte die Katze, \u00bbich bin\u2019s: Denn du hast ein zweites Wort zu meinem Lob gesagt, und jetzt kann ich f\u00fcr immer beim warmen Feuer in der H\u00f6hle sitzen. Aber ich bin immer noch die Katze, die f\u00fcr sich bleibt.\u00ab<\/p>\n<p>Da wurde die Frau sehr, sehr w\u00fctend; sie holte den Blattknochen von der Hammelschulter hervor und fing an zu zaubern, damit sie kein drittes Wort zum Lob der Katze sagte. Es war ein stiller Zauber; und es wurde so still in der H\u00f6hle, dass eine winzige Maus aus einer Ecke kroch und \u00fcber den Boden lief. \u00bbO meine Feindin und Frau meines Feindes und Mutter meines Feindes\u00ab, sagte die Katze, \u00bbgeh\u00f6rt diese Maus zu deinem Zauber?\u00ab \u2013 \u00bbHuch! Igitt! Nat\u00fcrlich nicht\u00ab, rief die Frau. \u00bbAh\u00ab, sagte die Katze, die alles genau beobachtete. \u00bbDann wird mir die Maus nicht schaden, wenn ich sie fresse?\u00ab \u2013 \u00bbNein\u00ab, sagte die Frau, \u00bbfriss sie rasch, und ich werde dir immer dankbar sein.\u00ab Die Katze machte einen Satz und fing die kleine Maus, und die Frau sagte: \u00bbTausend Dank. Selbst der erste Freund ist nicht flink genug, M\u00e4use so wie du zu fangen.\u00ab<\/p>\n<p>In dieser Sekunde schleckte die Katze beim Feuer die Milch auf. \u00bbIch bin\u2019s\u00ab, sagte die Katze: \u00bbDenn du hast drei Worte zu meinem Lob gesagt, und jetzt kann ich immer und ewig die warme wei\u00dfe Milch trinken. Aber ich bin immer noch die Katze, die f\u00fcr sich bleibt.\u00ab Da lachte die Frau und setzte der Katze noch mehr Milch vor und sagte: \u00bbO Katze, du bist so klug wie ein Mensch, aber denk daran, dass dein Handel nicht mit dem Mann oder mit dem Hund geschlossen wurde.\u00ab<\/p>\n<p>Als am Abend der Mann und der Hund in die H\u00f6hle kamen, erz\u00e4hlte die Frau ihnen die ganze Geschichte, w\u00e4hrend die Katze am Feuer sa\u00df und grinste. Da sagte der Mann: \u00bbJa, aber mit mir hat sie keinen Handel geschlossen.\u00ab Dann zog er seine Lederstiefel aus und nahm seine Steinaxt und holte ein St\u00fcck Holz und ein Beil und legte alles in eine Reihe und sagte: \u00bbJetzt schlie\u00dfen wir unseren Handel. Falls du nicht immer und ewig M\u00e4use f\u00e4ngst, werfe ich diese f\u00fcnf Dinge nach dir, sobald ich dich sehe, und alle richtigen M\u00e4nner nach mir werden das Gleiche tun.\u00ab Die Katze z\u00e4hlte die f\u00fcnf Gegenst\u00e4nde (die sahen sehr hart aus) und sagte: \u00bbIch werde immer und ewig M\u00e4use fangen, wenn ich in der H\u00f6hle bin; aber ich bin immer noch die Katze, die f\u00fcr sich bleibt.\u00ab \u2013 \u00bbNicht, wenn ich in der N\u00e4he bin\u00ab, sagte der Mann. \u00bbH\u00e4ttest du das Letzte nicht gesagt, dann h\u00e4tte ich alle diese Dinge f\u00fcr immer und ewig weggetan; so aber werde ich sie nach dir werfen, sobald ich dich sehe.\u00ab<\/p>\n<p>Da sagte der Hund: \u00bbMoment mal. Mit mir hat sie keinen Handel geschlossen.\u00ab Und er zeigte seine Z\u00e4hne und sagte: \u00bbWenn du nicht immer nett zu dem Baby bist, werde ich dich jagen, und wenn ich dich gefangen habe, werde ich dich bei\u00dfen. Und alle richtigen Hunde nach mir werden das Gleiche tun.\u00ab Die Katze z\u00e4hlte die Z\u00e4hne des Hundes (sie sahen scharf aus) und sagte: \u00bbIch werde immer und ewig nett zu dem Baby sein, solange es mich nicht zu sehr am Schwanz zieht. Aber ich bin immer noch die Katze, die f\u00fcr sich bleibt.\u00ab \u00bbNicht, wenn ich in der N\u00e4he bin\u00ab, sagte der Hund. \u00bbH\u00e4ttest du das Letzte nicht gesagt, dann h\u00e4tte ich meinen Mund gehalten; so aber werde ich dich den Baum hinaufjagen, sobald ich dich sehe.\u00ab<\/p>\n<p>Da warf der Mann seine Stiefel und seine Steinaxt nach der Katze, und die Katze lief aus der H\u00f6hle, und der Hund jagte sie einen Baum hinauf; und von jenem Tag an bis zum heutigen, mein allerliebster Liebling, werfen immer drei von f\u00fcnf M\u00e4nnern Dinge nach einer Katze, und alle Hunde jagen sie einen Baum hinauf.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Warum M\u00e4nner und Hunde das liebste Haustier von Frauen und Kindern nicht leiden k\u00f6nnen Von Rudyard Kipling Illustration: Erhard Dietl Der Hund war wild, und das Pferd war wild, und die Kuh war wild, und das Schaf war wild, und sie wanderten auf ihre wilde Weise durch die weiten wilden W\u00e4lder. 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