{"id":9147,"date":"2011-04-14T10:21:00","date_gmt":"2011-04-14T08:21:00","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.zeit.de\/kinderzeit\/?p=9147"},"modified":"2011-04-14T10:44:40","modified_gmt":"2011-04-14T08:44:40","slug":"japan","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zeit.de\/kinderzeit\/2011\/04\/14\/japan_9147","title":{"rendered":"Japan"},"content":{"rendered":"<p><strong>Erdbeben, Flutwelle, Atomkraftwerk: Diese W\u00f6rter tauchen in den Nachrichten gerade  oft zusammen auf, wenn es um Japan geht. Doch \u00fcber das Land in Asien gibt es noch  viel mehr zu erz\u00e4hlen. Hier erfahrt Ihr, was ein <em>kotatsu<\/em> ist und warum man seine St\u00e4bchen nicht in den Reis stecken darf<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p><em>Von Melanie Sellering mit Illustrationen von <a href=\"http:\/\/www.bellstorf.com\">Arne Bellstorf<\/a><\/em><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.zeit.de\/kinderzeit\/files\/2011\/04\/japan_essen.jpg\" alt=\"\" title=\"japan_essen\" width=\"180\" height=\"180\" class=\"alignleft size-full wp-image-9162\" srcset=\"https:\/\/blog.zeit.de\/kinderzeit\/files\/2011\/04\/japan_essen.jpg 180w, https:\/\/blog.zeit.de\/kinderzeit\/files\/2011\/04\/japan_essen-150x150.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 180px) 100vw, 180px\" \/><\/p>\n<p><strong>Wohnen<\/strong><br \/>\nAlle Japaner schlafen auf dem Boden? Nat\u00fcrlich nicht. Zu Hause tr\u00e4umen die meisten Kinder heute in einem ganz normalen Bett mit vier Pfosten. Und zum Fr\u00fchst\u00fcck setzen sie sich viel \u00f6fter auf einen Stuhl als auf ein Sitzkissen. Aber auch ein westlich eingerichtetes Haus hat oft noch einen Raum, der japanisch aussieht. Dort liegen dann zartgr\u00fcne oder gelbliche Matten aus Reisstroh. G\u00e4ste bekommen Tee serviert. Und im Winter sitzt die Familie gern um den <em>kotatsu<\/em>. Das ist ein Tisch mit eingebauter Heizung und einer Decke, die auf allen Seiten bis zum Boden reicht. Wenn man seine Beine darunterschiebt, hat man\u2019s kuschelig warm, w\u00e4hrend man seine Hausaufgaben macht. Doch wenn Kinder von der Schule heimkommen, hei\u00dft es immer zuerst: Schuhe aus! Denn ein japanisches Haus betritt man auf gar keinen Fall mit Stra\u00dfenschuhen.<!--more--><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.zeit.de\/kinderzeit\/files\/2011\/04\/japan_schule.jpg\" alt=\"\" title=\"japan_schule\" width=\"180\" height=\"240\" class=\"alignright size-full wp-image-9163\" \/><\/p>\n<p><strong>Schule<\/strong><br \/>\nSchule ist in Japan kein Zuckerschlecken. Erstens: \u00c4ltere Sch\u00fcler tragen in der Regel eine Uniform. Also Stoffhosen und Hemden f\u00fcr Jungs, Faltenr\u00f6cke und Blusen f\u00fcr die M\u00e4dchen. Und dazu bitte auch eine ordentliche Frisur und nicht zu viel Schmuck und Schminke! Zweitens: Die japanische Schrift besteht nicht aus 26 Buchstaben, sondern aus unglaublich vielen Zeichen. Wenn man fl\u00fcssig eine Zeitung lesen will, muss man etwa 2000 Zeichen beherrschen. Und bis dahin hei\u00dft es \u00fcben, \u00fcben, \u00fcben&#8230; Drittens: Wer richtig gute Noten schreiben will (oder soll), geht oft bis sp\u00e4tabends oder am Wochenende auf eine Nachhilfeschule. Wenn man dann noch die Hausaufgaben dazunimmt, sind viele Sch\u00fcler den lieben langen Tag mit Pauken besch\u00e4ftigt.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.zeit.de\/kinderzeit\/files\/2011\/04\/japan_sport.jpg\" alt=\"\" title=\"japan_sport\" width=\"180\" height=\"180\" class=\"alignright size-full wp-image-9164\" srcset=\"https:\/\/blog.zeit.de\/kinderzeit\/files\/2011\/04\/japan_sport.jpg 180w, https:\/\/blog.zeit.de\/kinderzeit\/files\/2011\/04\/japan_sport-150x150.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 180px) 100vw, 180px\" \/><\/p>\n<p><strong>Sport<\/strong><br \/>\nWollt Ihr mit einem Schwert k\u00e4mpfen oder Euren Gegner lieber \u00fcber die Schulter werfen? Ihr k\u00f6nnt ihn auch mit Fu\u00dftritten und Faustschl\u00e4gen angreifen. Solche Dinge lernt, wer Kendo, Judo oder Karate \u00fcbt. All das sind japanische Kampfk\u00fcnste. Doch dabei geht es nie einfach nur darum, sein Gegen\u00fcber umzuhauen. Viel wichtiger ist, dass man den eigenen K\u00f6rper und Geist kennen- und beherrschen lernt. Enorm beliebt ist \u00fcbrigens auch eine andere Sportart: Baseball. Die hei\u00dft in Japan <strong>yaky\u016b<\/strong>, und viele Schulen haben ihre eigenen Mannschaften. Am Wochenende sieht man in den Parks oft Jungs, die daf\u00fcr trainieren. Und dann w\u00e4re da noch Sumo. Bei diesem Ringkampf sind die Sportler bis auf einen G\u00fcrtel nackt und sehen rund und gem\u00fctlich aus. Doch das t\u00e4uscht! Sumo-K\u00e4mpfer sind meist sehr beweglich und schnell und dazu nat\u00fcrlich b\u00e4renstark.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.zeit.de\/kinderzeit\/files\/2011\/04\/japan_comic.jpg\" alt=\"\" title=\"japan_comic\" width=\"180\" height=\"240\" class=\"alignleft size-full wp-image-9165\" \/><\/p>\n<p><strong>Lieblinge<\/strong><br \/>\nMicky Maus und Benjamin Bl\u00fcmchen? Nein, Doraemon und Totoro! Diese beiden Zeichentrickfiguren kennt in Japan eigentlich jedes Kind. Der blaue Katzenroboter Doraemon hat eine vierdimensionale Bauchtasche. Daraus zaubert er Ger\u00e4te aus der Zukunft, die seinem Freund, dem Jungen Nobita, helfen sollen. Doch das funktioniert nicht immer&#8230; Totoros (siehe oben) sind runde, freundliche Waldwesen, die B\u00e4ume wachsen lassen k\u00f6nnen und nur f\u00fcr Kinder sichtbar sind. Ein ber\u00fchmter Trickfilmmacher namens Hayao Miyazaki hat die Totoros erfunden. Von ihm stammt auch der Film <em>Chihiros Reise ins Zauberland<\/em>. In vielen seiner Geschichten geht es darum, dass wir Menschen mit der Natur im Einklang leben m\u00fcssen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.zeit.de\/kinderzeit\/files\/2011\/04\/japan_essen2.jpg\" alt=\"\" title=\"japan_essen2\" width=\"180\" height=\"180\" class=\"alignright size-full wp-image-9167\" srcset=\"https:\/\/blog.zeit.de\/kinderzeit\/files\/2011\/04\/japan_essen2.jpg 180w, https:\/\/blog.zeit.de\/kinderzeit\/files\/2011\/04\/japan_essen2-150x150.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 180px) 100vw, 180px\" \/><\/p>\n<p><em>Essen<\/em><br \/>\nEs muss nicht immer Sushi sein. Japaner essen auch furchtbar gern hei\u00dfe Nudelsuppen. Dabei kann man ungehemmt schl\u00fcrfen. Dann wei\u00df jeder: Es schmeckt! Wer nicht so auf Suppen steht, findet bestimmt die superknusprigen japanischen Schnitzel lecker. Oder frittiertes Gem\u00fcse. Oder Curry. Dabei darf nie der duftende, klebrige wei\u00dfe Reis fehlen. Und nat\u00fcrlich gibt\u2019s in Japan auch Pizza, Spaghetti, K\u00e4se, Joghurt und Cornflakes. Das alles muss man auch nicht mit St\u00e4bchen essen, sondern wie bei uns mit Messer, Gabel und L\u00f6ffel. Bevor man loslegt, sagt man <em>itadakimasu<\/em>. Das hei\u00dft so viel wie \u00bbich empfange dieses Essen\u00ab. Hinterher dankt man h\u00f6flich mit <em>gochis\u014dsama deshita<\/em>. Halb so wild, wenn Ihr das nicht behalten k\u00f6nnt. Merkt Euch lieber, dass Ihr Eure St\u00e4bchen nie senkrecht in den Reis steckt. So was tut man in Japan mit R\u00e4ucherst\u00e4bchen auf einer Beerdigung. Und wer m\u00f6chte schon gern beim Essen daran erinnert werden?<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.zeit.de\/kinderzeit\/files\/2011\/04\/japan_fest.jpg\" alt=\"\" title=\"japan_fest\" width=\"180\" height=\"240\" class=\"alignleft size-full wp-image-9168\" \/><\/p>\n<p><strong>Feste<\/strong><br \/>\nIm Wohnzimmer steht an Heiligabend kein Weihnachtsbaum. Und an Silvester sausen keine Feuerwerksraketen in den Himmel. Das hei\u00dft aber nicht, dass in Japan nicht gefeiert wird. Es gibt allein drei gro\u00dfe Festtage f\u00fcr Kinder. Am Puppenfest im M\u00e4rz stellen viele Familien besondere kleine Figuren auf, die M\u00e4dchen Gl\u00fcck bringen sollen. Am Kindertag im Mai flattern \u00fcberall Karpfen aus Papier oder Stoff im Wind. Die stehen f\u00fcr Kraft und Erfolg im Leben. Und im November ist <em>Shichi-go-sa<\/em>n. \u00dcbersetzt hei\u00dft das Sieben-f\u00fcnf-drei. An diesem Tag besuchen drei und sieben Jahre alte M\u00e4dchen und drei und f\u00fcnf Jahre alte Jungen mit ihren Familien einen Schrein. Oft tragen die Kinder dann traditionelle Gew\u00e4nder, zum Beispiel knallbunte, bestickte Kimonos. Die kann man sich f\u00fcr den gro\u00dfen Tag ausleihen. Denn zu Hause haben die meisten Kinder in ihren Schr\u00e4nken doch eher Jeans, T-Shirts und Pullover wie bei uns.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erdbeben, Flutwelle, Atomkraftwerk: Diese W\u00f6rter tauchen in den Nachrichten gerade oft zusammen auf, wenn es um Japan geht. Doch \u00fcber das Land in Asien gibt es noch viel mehr zu erz\u00e4hlen. 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