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Sowjetische Erinnerung

 

„There is no piece of land in Afghanistan that has not been occupied by one of our soldiers at some time ora another. Nevertheless much of the territories stays in the hands of the terrorists. We control the provincial centers, but we cannot mantain the political control over the territory we size.

Our soldiers are not to blame. The fought incredibily bravely in adverse conditions. But to occcupy towns and villages temporarily has little value in such a vast land where the insurgents can just disappear into the hills. We need more soldiers. Without them, without a lot more men, this war will continue for a very, very long time“

Das klingt als wären es Worte des amerikanischen Generals, Stanley McChrystal, der Kommandant der Nato in Afghanistan, der von seinem Präsidenten 40.000 Soldaten mehr fordert. Doch sind dies die Worte des Generals Sergej Akhromejew,  Kommandant der sowjetischen Truppen in Afghanistan. Akhromejew sagt dies alles zum Politbüro der Sowjetunion – am 13. November 1986.

3 Kommentare

  1.   Michael Zimmer

    Aus der Geschichte lernen scheint für die politische Klasse kein Postulat zu sein. Wer Scholl-Latours „Tod im Reisfeld“ gelesen hat, der weiß, dass selbst 500 000 Soldaten gegen Partisanen nicht gewinnen können. Die sowjetischen Führer im Politbüro hätten es wissen können. Die westlichen Führer ebenso, spätestens nachdem die UdSSR geschlagen aus Afghanistan abziehen musste. Deren Ziele unterschieden sich übrigens nicht so sehr von denen der NATO. Der Westen hatte sogar noch seinen Beitrag geleistet zu ihrer Niederlage, genauso wie die UdSSR und China zur Niederlage der USA in Vietnam beitrugen. Kaum zu glauben, mit welcher Verblendung und Hybris seitens der NATO inzwischen eine ganze Region im Namen der Sicherheit destabilisiert wird.
    Für einen aufgeklärten Menschen ist es immer wieder verwunderlich, wie so genannte politische Experten mit dümmsten Begründungen ihre Soldaten in einen Krieg schicken, obwohl alle Erfahrung zeigt, dass die asymmetrischen Kriege nicht gewonnen werden können. Jeder halbwegs gebildete Militärhistoriker wird dies bestätigen, wenn er nicht ideologisch verblendet ist oder egoistischen Interessen folgt. Ich bin fest davon überzeugt, dass fünfzig Prozent der Mitglieder des Deutschen Bundestages 2001 nicht wussten, wo Afghanistan liegt und neunzig Prozent der Bundestagsmitglieder sicherlich noch nie einen einschlägigen Lexikonartikel über dieses uns so ferne Land gelesen hatten. Wenn meine Vermutung nicht zuträfe, dann müsste man am Verstand der Volkvertreter (ver)zweifeln. Aber möglicherweise sind diese politischen Eliten gar nicht so vernünftig, wie es die politische Theorie verlangt, damit Demokratie funktioniert. Vielleicht sind sie nur vernunftbegabt und Begabungen kann man nützen oder nicht. Da fällt mir noch ein Klassiker der modernen Geschichtsschreibung ein „Die Torheit der Regierenden“ von Barabara Tuchman. Ich fürchte, man hat in Berlin auch diese Warnung in Buchform nicht gelesen!

 

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