Lesezeichen
‹ Alle Einträge

2 Kommentare

  1.   Claudio Casula

    Natürlich zahlen sie einen hohen Preis. Aber was ist die Alternative?

    Am D-Day allein fielen 1465 amerikanische Soldaten. Hätte man die Invasion in der Normandie bzw. den Kampf gegen Hitler im allgemeinen deshalb abblasen sollen?

  2.   Michael Zimmer

    Sehr geehrter Herr Casula,

    ich bin nicht der Auffassung, dass Sie über Zahlenvergleiche geopolitische und geostrategische Maßnahmen begründen können. Ich sehe in Afghanistan keine nationalsozialitischen Zustände oder eine NS-Politik, die der NATO den Krieg erklärt hat. Wenn Sie historische Bezüge zur afghanischen Kriegswirklichkeit herstellen wollen, dann müssen Sie die Partisanenaktivitäten während des Zweiten Weltkriegs gegen die deutschen Besatzer in den verschiedensten europäischen Ländern heranziehen. Sie werden erkennen, dass der deutsche Blutzoll sehr hoch war und ein Sieg über die Partisanenarmeen nie in greifbarer Nähe lag. Mein Schwiegervater war als junger deutscher Soldat im Anti-Partinsanen-Einsatz in der damaligen Tschechoslowakei. Seine Erzählungen von damals decken sich mit den Berichten der britischen SAS-Truppen in Afghanistan. Man kämpft Tage lang gegen einen Feind, der irgendwann weg ist und man trifft wieder auf ihn kurze Zeit später an nahezu der gleichen Stelle. Die deutschen Truppen haben sich dann an der Zivilbevölkerung für ihre Verluste an Mensch und Material gerächt durch Verhaftungen, Deportation und Massenerschießungen. Es hat nichts gefruchtet. Kein Sieg nirgendwo. Es war das, was die US-Truppen in Vietnam bodycounting nannten. In Afghanistan wird ebenso verfahren.
    Die Invasion in der Normandie war eingebttet in ein militär- und geostrategisches Ziel in einem symmetrischen Krieg. In Afghanistan gibt es k e i n militärstrategisches Ziel und keine Planung. Man lebt militärisch von der Hand in den Mund. Das Ziel amerikanischer Politik war es nie, die Taliban zu bekämpfen. Das Ziel war und ist es, Osama bin Laden zu ergreifen. Wäre dieser dingfest gemacht, die USA würden morgen Afghanistan verlassen! Und wir, die Deutschen würden dann ganz allein weiter Brunnen und Schulen bauen, damit der Tod der deutschen Soldaten einen Sinn gehabt hätte! Übrigens haben die deutschen Soldaten diese Pseudo-Wahlen abgesichert. Wozu eigentlich? Das hätten die Afghanen in dieser Form alleine auch hingekriegt. Die NATO muss diesen Hexenkessel verlassen und dann Politik machen auf eine intelligentere Weise – mit Köpfchen und nicht mit Bomben und Bodycounting!

    Beste Grüße
    Michael Zimmer

 

Kommentare sind geschlossen.