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Käßmann und ihre Kritiker

 

Tom Koenigs, Grünen-Politiker und früherer UN-Chef in Afghanistan,  widerspricht der evangelischen Bischöf Margot Käßmann in Sachen Afghanistan. Käßmann hatten den Krieg in Afghanistan verurteilt . Koenig schreibt nun auf ZEIT online: „Ernsthafter Friedenswille allein reicht leider nicht immer. Auch die Taliban werden sich nicht nur durch gute Worte oder finanziellen Sanktionen, wie sie Frau Käßmann fordert, vom Morden abhalten lassen.“

Was Königs zu erwähnen vergißt: Es ist offizielle Politik der Regierung in Kabul mit den Taliban „gute Worte“ zu wechseln, um sie in den politischen Prozess zu integrieren; es ist auch inoffizielle Politik der Nato „gute Worte“ mit den Taliban zu wechseln, um den Krieg zu beenden.

Käßmann hatte in ihre Predigt in mangelnde Kreativität in der Friedenspolitik angemahnt.

1 Kommentar


  1. Nichts sei gut in Afghanistan, predigte Margot Käßmann zu Neujahr Neujahr und löste damit einen Sturm im Wasserglas aus. Konservative Politiker empörten sich lauthals über diese Kritik – erstaunlich, denn die evangelische Kirche hat zum Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr immer wieder deutlich Stellung bezogen: Sie lehnt ihn durchweg ab. Trotzdem musste Käßmann bei Guttenberg öffenlichkeitswirksam zum Rapport antreten, um sich zu rechtfertigen.

    Ich bin zwar eher formal konfessional gebunden, doch bei mir entsteht ein fataler Eindruck, wenn sich meine Landesbischöfin wie ein Schulmädchen zum Verteidigungsminister zitieren lässt. So kriecherisch stelle ich mir die evangelische Kirche nicht vor. Damit noch nicht genug, Frau Käßmann erscheint zum Fernseh-Plausch bei Beckmann und dort relativiert sie munter weiter, fast bis zur Unkenntlichkeit: Sie wolle nicht die Soldaten kritisieren, sondern habe bloß so ihre Zweifel über den Militäreinsatz, der zivile Aufbau müsse mehr vorangetrieben werden – eben das gewöhnliche Bla-Bla, schön dekoriert mit Bibelsprüchen, Frau Käßmann psalmodierte sich geradezu ins Beliebige hinein. Was passt da besser, als dass Guttenberg sie zu einer Stippvisite nach Afghanistan eingeladen hat, netter Zug von ihm, dort will die evangelische Landesbischöfin vor den tapferen Soldaten predigen, ihnen Mut zusprechen und das Gute im Menschen betonen.

 

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