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Wo ist der Erfolg?

 

Marjah? Wer kann sich an Marjah erinnern? Ja genau, da war was. Eine Offensive der Nato im vergangenen Februar. 15.000 Nato-Soldaten sollen daran beteiligt gewesen sein und ebenso viele Soldaten der afghanischen Armee.  Zeitweise sah es so aus, als sei Marjah eine Art Stalingrad, eine Schlacht, die die Wende im Krieg bringen würde. Vormarsch, Einmarsch, Befreiung, Halten, gut verwalten. Das waren die Schritte der neuen Nato-Strategie, die in Marjah  zum ersten Mal umgesetzt werden sollten. General Stanley McChrystal hatte diese Strategie erfunden, dafür von seinem Präsidenten Barack Obama 30.000 zusätzliche Soldaten gefordert und auch bekommen. Der General hatte sich  selbst unter Erfolgsdruck gesetzt. Kein Wunder, dass er mit viel Pomp auf Marjah marschieren ließ. „We have governenment in the box, ready to roll in!“, sagte Stanley McChrystal.

Und heute? Was hören wir von Marjah? Nichts bis sehr wenig. Die Taliban sollen vertrieben worden sein. Ein afghanische Nationalflagge ist auf dem zentralen Platz von Marjah gehisst worden. McChrystal war auch zu Besuch und soll über den Bazaar Marjahs geschlendert sein. Und sonst? Funkstille.

Gut, man müsste hinfahren. Aber das – so heißt es – ist immer noch zu gefährlich.  Man könne nur als „eingebetteter Journalist“ mit den Soldaten nach Marjah fahren, was freilich etwas problematisch ist, wenn man sich eine unabhängiges Bild  verschaffen wollte. Überhaupt warum ist es unsicher, wenn es doch befreit ist?

Die Geschichte um Marjah ist gespenstisch. Sie könnte für ganz Afghanistan typisch werden. Irgendwann in einer fernen Zukunft, wenn die Nato das Land verlassen haben wird,  wird man sich fragen: Afghanistan? Da war doch was, oder? Ach ja, Wiederaufbau, Frieden, Demokratie für eine geschundenes Land. Aber kaum einer wird sich erinnern können. Afghanistan wird von der Bildfläche verschwunden sein. Der Westen wird sich anderen zuwenden.

Ein Zynischer Blick? Nein, Marjah docet. Und die jüngere afghanische Geschichte. Nachdem die Afghanen die sowjetischen Soldaten vertrieben hatten, verlor der Westen das Interesse an Afghanistan. Es versank im Dunkel des Bürgerkrieges. Im Bewusstsein des Westens tauchet es nurab un zu auf, wie eine blutiges, Schrecken erregendes Gespenst. Nur, um schnell wieder zu verschwinden.

4 Kommentare

  1.   Jörg Matschullat

    Sehr geehrter Herr Ladurner,

    Ihr Beitrag „Es rasseln die Panzerketten“ vom 15.4.2010 ist seltsamerweise nicht in der Liste der DieZeit im Netz, obwohl er in Ausgabe 16 auf Seite 14 erschien. Ich möchte mich bei Ihnen für diesen kurzen und doch so richtigen wie treffenden Beitrag bedanken. Dabei wünsche ich mir, dass unser Verteidigungsminister über Ihren Beitrag ebenso ruhig nachdenkt, wie andere Entscheidungsträger sowohl der Bundeswehr als auch unseres Parlamentes.

    Der fortdauernde Selbstbetrug zum Thema in unserem Land ist mehr als beschämend und es bedarf der steten Erinnerung an sowohl die Aufgaben als auch die Verhältnismäßigkeiten, um nicht in überlebten und wenig hilfreiche Mustern zu verharren, bzw. diese wieder aus der Versenkung zu holen – mangels Phantasie und Mut zu neuen Wegen.

    Nochmals Danke und freundliche Grüße aus Freiberg (Sachsen)

    Jörg Matschullat

  2.   Morawa, jörn

    Mich befremdet meist was ich über Konfliktregionen lese.Vieleicht hatte mein Vater recht das dort gar kein Krieg ist, den im Krieg (2.Weltkrieg) war ein Soldartim durchschnitt nach 14 Tagen im Einsatz tot. Vor nicht alzulanger Zeit hörte man noch fast täglich das aus versehen Ziwilisten staben das scheit aufgehört zu haben, waqrum ? 3 Deutsche sind gestorben, jetzt ist etwas Krieg.
    Ich krieg mich nicht ein, wenn ich von deutschen Soldaten lese(wo anders) die der Zorn packt weil sie beschossen werden, wenn sie gefragt werden was sie dort tun es nicht wissen und sagen ein Märkel hat das gewollt.
    Mich befremdensolche Leute. Vieleicht ja gut und besser als wenn wir unsere Nachbarn umbringen, der Ärger könnte sich eher bemerkbar machen aber es ist nicht richtig. Mir macht nur Mut das der Preis für diese Leute gestiegen ist und ich hoffe das wir uns die bald nicht mehr leisten können, und gut das die sich nicht leisten können hier zu explodieren. Obwohl für die ist das eher ungerecht.

  3.   Daniele

    Ich finde auch man sollte sich etwas mehr einsetzen!
    Danke für deinen Einsatz.Immerhin hat momentan kein Land mehr zu kämpfen…

    Beste Gr+ße

  4.   as

    eines hat man vergessen in der ganzen sache. In afganistan sind ungeheure teure erdschatze. Das ist der grund dass die USA afganistan nicht aufgeben wollen unter keinen umstanden und dafur nehmen sie sogar in kauf die Nato zu belugen. Die nato ist aber ein ja sager verein, vor allen die deutschen, untertanig zu den USA. Nur habe sie vergessen die USA ist nicht mehr die USA von 1945, „they give a damn of Germany now, they are not the same anymore“. Es wurde Deutschland gut stehen hier gerade zu stehen und zu sagen “ es hat keinen wert,sinnlos fur uns, die welt und fur Afganistan besonders langer eine arme dort zu unterhalten, wir verlassen das land in den nachsten 5 monaten ( und -do not say it loud- wir haben keine lust weiter wassertrager fur dumme USA hegemony bestrebungen, die nur den USA nutzen sollen zu sein „. Das ist die waahrheit alles andere ist scheinheilige politik nicht nur die deutschen hinters licht zu fuhren.
    as

 

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