{"id":1107,"date":"2012-05-09T16:27:04","date_gmt":"2012-05-09T14:27:04","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.zeit.de\/ladurnerulrich\/?p=1107"},"modified":"2012-05-09T16:47:27","modified_gmt":"2012-05-09T14:47:27","slug":"der-iran-und-die-frage-nach-der-politischen-vernunft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zeit.de\/ladurnerulrich\/2012\/05\/09\/der-iran-und-die-frage-nach-der-politischen-vernunft\/","title":{"rendered":"Der Iran und die Frage nach der politischen Vernunft"},"content":{"rendered":"<p>Um einen Krieg vorzubereiten, muss man den Gegner d\u00e4monisieren. Genau das geschieht derzeit mit dem Iran. &#8222;Der Irre aus Teheran&#8220;, &#8222;Achse des B\u00f6sen&#8220;, &#8222;Terrorregime&#8220; \u2013 das sind nur ein paar jener Begriffe, mit denen seit geraumer Zeit aus dem Westen Richtung Iran gegiftet wird. Der Grundtenor: Das iranische Regime ist unberechenbar, ja, es ist geradezu verr\u00fcckt.<\/p>\n<p>Wahr ist das Gegenteil: Das iranische Regime verh\u00e4lt sich rational und es ist berechenbar.<\/p>\n<p>Das Ziel iranischer Au\u00dfen- und auch der Innenpolitik kann man in einem Satz umschreiben: Das Regime will an der Macht bleiben, und es will seinen Einfluss in der Region m\u00f6glichst ausweiten. Das kann man aus guten Gr\u00fcnden problematisch finden, man kann auch versuchen, diese iranische Politik zu konterkarieren \u2013 doch man kann nicht sagen,\u00a0 das sei irrationale Politik. Sie ist auch nicht illegitim. Denn der Iran verh\u00e4lt sich wie jeder andere Staat auch. Er versucht Einfluss zu gewinnen in der eigenen Nachbarschaft und immer dort, wo es ihm sonst noch m\u00f6glich erscheint. Er versucht Anerkennung auf der internationalen B\u00fchne zu bekommen.<\/p>\n<p>Das Problem dabei sind die Mittel, die Teheran w\u00e4hlt. Zu diesen Mitteln geh\u00f6rte auch eine Atombombe \u2013 sofern sich die iranische Regierung dazu entschieden hat, eine zu bauen, was wir bis heute nicht wirklich wissen.<\/p>\n<p>Aber selbst eine iranische Bombe hat die Funktion, dem Ziel iranischer Politik zu dienen: Machterhalt und Einflussgewinn. Eine Atombombe dient dem Zweck, sich unangreifbar zu machen, nicht andere anzugreifen. Ihr Wert \u2013 sofern man von Wert sprechen kann \u2013 liegt in der Abschreckung, nicht im Erstschlag.<\/p>\n<p>Allen Atomwaffenstaaten wird unterstellt, dass sie die ultimative Waffe nur besitzen, um abzuschrecken, nicht um einen Krieg anzufangen. Ob USA, Frankreich, Indien, Pakistan oder Israel \u2013 sie alle haben diese Waffe, um sich zu verteidigen. Das ist wohl auch die richtige Annahme.<\/p>\n<p>Nur f\u00fcr einen atomwaffenbest\u00fcckten Iran sollte diese Annahme nicht gelten? Warum? Wie ist das m\u00f6glich? Warum sollte ausgerechnet der Iran aus der Logik der atomaren Abschreckung ausbrechen? Die Antwort: Weil es ein verr\u00fccktes Regime ist.<\/p>\n<p>So schlie\u00dft sich der Kreis. So bereitet man einen Krieg vor.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Um einen Krieg vorzubereiten, muss man den Gegner d\u00e4monisieren. Genau das geschieht derzeit mit dem Iran. &#8222;Der Irre aus Teheran&#8220;, &#8222;Achse des B\u00f6sen&#8220;, &#8222;Terrorregime&#8220; \u2013 das sind nur ein paar jener Begriffe, mit denen seit geraumer Zeit aus dem Westen Richtung Iran gegiftet wird. 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