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17. März 2016 – Ausgabe 13

 

„Es keine ernsthafte parlamentarische Opposition?“
Ich finde die Positionen von Linken, Grünen, FDP und CSU schon ernsthaft -ja auch die von der CSU und auch parlamentarisch. Sie hat aufgrund von Frau Merkels Politikstil und der Unterdrückung etwa ein Drittels der SPD keine Durchschlagskraft. – Gerhard Schroeder


Entschuldigen Sie bitte die Mittelmäßigkeit meiner literarischen Sprachfähigkeit. Zunächst eine Information zu meiner Person. Ich bin 50 Jahre alt, Dipl.-Ing. und parteilos. Ich bin weltweit gereist und habe viele verschiedene Kulturen kennen gelernt.
Ihren Artikel vom 17. März 2016 habe ich mit Interesse gelesen.
Vor einigen Tagen war in der Zeit ein Bericht über einen Ihrer Kollegen, der sich unter einem Decknamen in das AfD „Netzwerk“ geschleust hat. Inhaltlich war der Bericht sehr informativ und insbesondere der Vergleich der Gründung der „Grünen“ mit der Gründung der AfD ist sehr gelungen. Ich habe die Grünen damals miterlebt und dort auch erhebliche Bedenken gehabt. Ich möchte betonen, dass ich jegliche Form von körperlichen oder psychischer Gewalt in schärfster Form ablehne! Gestatten meine Sicht des Sachverhaltes. Mit Beginn der Flüchtlingswelle hat die gesamte deutsche Presse über einen Zeitraum von 3 Monaten nur Prosa berichtet. Die heutigen Problem lagen bereits Anfang 2015 klar auf dem Tisch. Nehmen Sie ein Wasserglas und schütten Sie es randvoll. Irgendwann rufen Ihnen die Anwesenden zu: „Hey, pass auf, das Glas läuft gleich über!“ Doch Sie schütten weiter Waser ein. Das Glas läuft über! Genau dieses Eindruck vermittelt die deutsche „Flüchtlingspolitik“  den Bürgern. Da rollte eine Masse von Menschen in das Land, die zudem einen, den Deutschen, fremden Glauben UND eine fremde Kultur haben und die Bürger werden lieblich mit dem Schlagwort „Integration“ beruhigt.  Weiterhin haben Sie nicht Recht mit Ihrem Satz „Für den Rest habe wir Polizei und Verfassungsschutz“. Es sind in einer erheblichen Größenordnung Menschen in unser Land gekommen, die gar nicht registriert wurden. Das verursacht in der Tat Ängste, auch bei den Behörden. Eine Tatsache ist auch, dass ab einem gewissen Zeitraum Ende 2015 in großer Mehrheit, keine Familien mehr einreisten, sondern fast nur noch Männer. Diese Information stammt von einem Grenzschützer. Weiterhin müssen wir zwischen echten „Flüchtlingen“ und „Wirtschaftsflüchtlingen“ unterscheiden dürfen. Sehr geehrte Frau Topcu, die deutsche Presse drückt stellt jede Kritik an diesem Thema rücksichtlos an den Pranger.
Ich stimme den Interview mit Herrn Schröder in der heutigen Ausgabe im ersten Teil voll und ganz zu. Deutschland kann sich auch mit dem vermeintlichen „rechten“ Flügel auseinandersetzen. Wenn ich Ihnen sage, ich möchte keine Zwangsheiraten in Deutschland erleben, keinen Burka Träger in der Öffentlichkeit, keinen Muezzin von Minaretten plärren hören, Hassprediger ausweisen dürfen, bei einer Integration von jedem Einwanderer erwarte, das deutsche Grundgesetz vollumfänglich anzuerkennen usw. bin ich dann rechtradikal? Ein anderes Thema sind die Kosten dieser „Integration“. Gestatten Sie bitte einen Blick auf den Zeitraum vor den Flüchtlingen: Es wurden Schulen und Kindergärten  geschlossen, Schwimmbäder standen vor der Schließung, es stand kein Geld für die Sanierung der Infrastruktur zur Verfügung etc. Plötzlich lachen die Stadtkämmerer, weil Sie aus der Zwang Sanierung raus fallen: Es werden hochwertige Flüchtlingsunterkünftige geschaffen, die Kommunen buhlen um Flüchtlinge. Der Grund: Für jeden Flüchtling bekommt die Stadt 10.000 Euro vom Land/Bund.
Ich habe zwei Kinder die diese Schuldensuppe in den kommenden Jahren auslöffeln müssen. Bedenken Sie bitte auch, dass die Wirtschaft zur Zeit die höchsten Steuern der Geschichte einfährt. Falls eine Wirtschaftskrise oder eine andere Störung den Motor zum Stottern bringt, fehlt dieses Geld. Ich bitte höflich um Verständnis, dass da eine kleine Wut in mir keimt.
Leider ist dieses Thema derart komplex, dass ich Sie nicht weiter langeweilen möchte. – Matthias Kruse


Ich gehöre zur Generation 40plus, bin weiblich und fühle mich von keinem der drei Artikel zu diesem Thema angesprochen. Ehrlich gesagt, gehen mir schon seit meiner Kindheit Diskussionen darüber, wer, was oder wie man ist, auf die Nerven. Wann lernen die Menschen endlich, die Diversität aller Lebewesen zu akzeptieren und vielleicht sogar zu schätzen, dass jedwede Andersartigkeit eine Daseinsberechtigung hat, anstatt die für sie zeitgemäße Lebensform zum Nonplusultra zu erklären? – Dagmar Bennewitz


Herr Joffe irrt sich: Außer der NPD und den „Republikanern“  hatte es auch die DVU in einen Landtag geschafft: 1992 in den Schleswig-Holsteinischen Landtag. Die DVU erhielt 6,3%  der Stimmen und wurde dadurch de drittstärkste Partei.  Da können Sie sich auch vorstellen, wie fröhlich wir alle waren, als die DVU es 1996 nicht mehr schaffte.
Ich war damals Pressesprecher des Schleswig-Holsteinischen Landtages und habe die DVU-Abgeordneten im Landtag und auch außerhalb  natürlich sehr intensiv beobachtet. – Dr. Joachim Köhler


Ihrer Bewertung „Irrtum 3: Die AfD ist ein Randphänomen“ kann ich nur zustimmen. Haben denn die „im Bundestag vertretenen Parteien“ ihre Lektion immer noch nicht gelernt? Sie erkennen offenbar nicht, dass in Deutschland eine FPÖ oder ein Front National droht, sondern reagieren pikiert und fast beleidigt, als hätte man ihnen allenfalls einen „affront national“ zugemutet. Und meiner Meinung nach hatte der Wahlsonntag neben der AfD eine weitere Gewinnerin: paradoxer Weise Angela Merkel. In ihrer Partei ist sie wieder eine potenzielle Nachfolgerin (von Konkurrentin mag man gar nicht sprechen) losgeworden, und ihre parteipolitischen Gegner sind weiter geschrumpft (SPD und Linkspartei) bzw. zu potenziellen Partnern (die Kretschmann-Grünen) mutiert. – W.-R. Heilmann


Vielen Dank für Ihre Kolumne über AfD-Wähler. Sie haben m.E. auf der ganzen Linie recht. Mich erfüllt angesichts dieser Entwicklung eine große Sorge für die Zukunft: Politiker und Medien nehmen die AfD nicht als das wahr, was sie ist – Protest. Protest gegen die allgegenwärtige linke Strömung, die immer unfehlbar ist. Statt Auseinandersetzung mit den Argumenten/Parolen und den Personen, stellt man sie in die rechte Ecke. So wird unsere labile Demokratie von den „allein vertretungsberechtigten“ Politikern kaputt gemacht.
Hoffentlich bleiben Sie nicht der einsame Rufer in der Wüste. – Ulrich Arlt.


Wut ist etwas ziemlich normales. Solange Sie nicht zu gesetzeswidrigen Handlungen führt, steht Sie jedem zu. Ihr edelstes Gesicht zeigt die Wut, wenn sie zu einem Antrieb hinein in’s Konstruktive wird. Ob sie ihre Kraft in diesem Sinne auf gesellschaftlicher Ebene entfalten kann, hängt in einem demokratischen System von gestaltungsfähigen Mehrheiten für die ‚Wut-Idee‘ ab. Wenn sich solche Mehrheiten für verfassungskonforme Ideen finden, so ist es im Sinne der Demokratie, diesen Ideen zu folgen. Hier liegt Ihre Chance als ‚Wutbürgerin‘; Und eben auch die Chance der anderen ‚Wutbürger‘. – Dr. Christian Voll


In der Debatte um Hass im Netz wurde den „Wutbürgern“ nahegelegt, in ihrer plötzlich aufkommenden Wut nicht die Kommentarspalten von Facebook und Co. zu füllen. Frau Topcu sollte gleichermaßen nicht versuchen mit ihrer Wut Seite zwei dieser großen Wochenzeitung zu füllen. – Christopher Mischke


Vielen herzlichen Dank für Ihren Artikel. Selten hat mir jemand so sehr aus der Seele gesprochen. Es ist ganz sicher mal wieder Zeit für den häufig beschworenen „Aufstand der Anständigen“. Wäre doch nur die innere Emigration nicht so bequem. – Philipp Rembold 


Ich stehe voll hinter diesem Artikel! Er spricht mir aus der Seele.
Ich frage mich schon die ganze Zeit, ob dieses Land/diese Gegend Europas nicht schon schlimmere Krisen hinter sich gebracht hat, als diese Zeit der Immigration. Situationen in denen der Begriff Krise auch wirklich zutrifft. Traurig, was nun an Meinungen ans Tageslicht kommt. Es hat aber immer in den Menschen geschlummert und nun ist eine Partei da, die den Menschen Mut gibt ihre Ansichten wieder öffentlich zu äußern. Sehen wir es als Chance zu neuer Debatte. Lassen wir uns nicht niederschreien, nicht vergraulen, wenden wir uns nicht ab. Die Demokratie ist eine Pflanze, die gehegt und gepflegt werden muss. Und als Journalisten tragen Sie in dieser Zeitung dazu bei. – Bettina Rochlitz


Das ist wohl wahr. Deutschland wird nur dann halbwegs eins, wenn die Politik der falschen Toleranz ein Ende hat. Das beziehe ich nicht nur auf die Flüchtlingspolitik. Unser Land kennt generell keine Ordnung mehr. Das umtreibt viele Bürger in unserem Land. Auch die Freiheit kann nicht grenzenlos sein. Ich habe allerdings wenig Hoffnung, wenn ich die Demagogen bei den etablierten Parteien gegenüber der AfD höre. Da zeigt sich für mich, wie unbelehrbar, besonders bei den Linken, viele Politiker sich verhalten. Der heutige Zustand der EU kann es nicht deutlicher zeigen. Es muß nicht zurückgerudert werden. Die Politik muß sich nach vorn gerichtet ändern und zwar so, daß sich alle EU-Länder in der Gemeinschaft wieder wohlfühlen. – Gunter Knauer


So sehr ich sonst Ihre Artikel schätze, so muss ich diesmal Ihren Beitrag „Keine Ahnung, nie gehört“ in der heutigen ZEIT kritisieren. So wie Sie es den deutschen Bürgern vorwerfen, haben auch Sie einen ganz großen blinden Fleck, ein wichtiger Bereich der deutschen Demokratiegeschichte kommt bei Ihnen mit keinem Wort vor. Sie stehen damit nicht ganz allein, große Teile der Wissenschaft und der Öffentlichkeit haben diesen blinden Fleck ebenfalls, obwohl wir hoffen, dass er sich bald etwas füllt: Sie wiederholen, dass es vor 1933 schon Demokraten und demokratische Kämpfe in Deutschland gegeben hat. Die zeitlich nächsten vor dem Untergang, die sie erwähnen, sind die „großen Parlamentarier im Kaiserreich“, August Bebel u.a.. Doch dazwischen liegt eine Periode von ca.30 Jahren, die einfach nicht vorkommt. War das nur dunkle und stetige Vorbereitung auf die Barbarei? Wie kann man dieses Vorurteil immer noch nähren?! – 1918 gab es eine demokratische Revolution und 1919 wurde die  erste gesamtdeutsche Demokratie konstituiert, mit einer Verfassung, die heute noch (oder vielleicht muss man sagen „wieder“) als eine der besten und demokratischsten überhaupt gilt, von der übrigens nicht nur ein Geist der deutschen Demokratie, sondern sehr viele konkrete Regelungen ins Bonner Grundgesetz eingegangen sind. Ist das keine demokratische Tradition in Deutschland? Die Ebert, Scheidemann, Erzberger, Stresemann, Wels… – waren sie keine Kämpfer für Demokratie?  Keine Ahnung, nie gehört. War Wilhelm II und die Deutsche Heeresleitung zu wenig Diktatur, als dass die Demokraten als Befreier gelten könnten? Natürlich haben sie alle Fehler gemacht, als sie schließlich die Staatsgewalt inne hatten – aber hätten Blum, Hecker, Itzstein usw. alles richtig gemacht, wenn sie denn „Regierung“ geworden wären? Man kann sie so schön heroisieren, wenn sie keine andere Gelegenheit hatten als entbehrungsreichen Kampf.
Vor allen Dingen haben die Demokraten der Weimarer Republik aber natürlich noch einen anderen Makel: Ihr Staat ist schließlich in der Barbarei untergegangen. Längst hat die Forschung vieler Fachgebiete festgestellt, dass die Staatsgründung von Weimar in keiner Weise ursächlich für den Untergang war. Realisiert hat aber auch die intellektuelle Öffentlichkeit das noch nicht. Wenn von Gedenkstätten der Demokratie in Deutschland die Rede ist, gibt es die Paulskirche, das Hambacher Schloss , Rastatt, den Friedhof der Märzgefallenen…. , Weimar kommt, wie in Ihrem Artikel, überhaupt nicht vor. In der Ausstellung des Bundestages im Deutschen Dom in Berlin zur Geschichte des Parlamentarismus in Deutschland gibt es eine ganze Etage für 1848 mit Gedenkschrein für die Paulskirchenverfassung, mehrere große Tafeln zum Parlamentarismus im Kaiserreich  – und die erste demokratische Verfassung Deutschlands wir in einer sehr textreichen Ausstellung mit einem einzigen Satz erwähnt.
Ist es nicht Zeit, dass man die die Demokratietradition in Deutschland erweitert? Ist es nicht Zeit, dass nicht nur demokratische Haltung, Ideen und vergeblicher Kampf zu ihrer Einführung gewürdigt werden, sondern auch der alltägliche politische Kampf für Ihre Erhaltung? Lehrt uns nicht gerade die Geschichte der Weimarer Republik, wie entbehrungsreich und riskant dieser Kampf ist – und ist genau dies nicht gerade heute in Deutschland eine besonders wichtige Lektion?
Lieber Herr Erenz, da ich Sie so schätze, wäre ich sehr glücklich, wenn Sie auf meine Kritik antworten und vielleicht rechtfertigen könnten, warum auch Sie Weimar offenbar nicht zu Geschichte der Demokratie in Deutschland gehörig betrachten. – Michael Schultheiß


Es freut mich sehr, zu lesen, das wenigstens die Schulen das Thema nicht aus den Augen verlieren. Wir mussten anno 76 die Paulskirchenfraktionen rauf und runter deklinieren, großartig. Von dieser Deutschland-Serie – lange her, oder? – habe ich gehört, kenne die  Blum-Folge aber nicht. Immerhin! Auch auf dem Buchmarkt gibt es vieles. Zum Beispiel eine fabelhafe Blum-Biografie von Ralf Zerback, die ich Ihnen sehr empfehle.
Nur, leider: die Politik ignoriert diese Tradition komplett. Und das ist ebenso unbegreiflich wie unverzeihlich. – Benedikt Erenz 


Einen Leserbrief – und dann noch einen ganz ohne Beschwerden! – habe ich weder Ihnen, noch irgendeiner anderen Zeitung je geschrieben. Zumal ich eigentlich so langsam mal dringend mit meiner Hausarbeit für mein Geschichtsstudium anfangen müsste.
Wenn nicht schon übernächste Woche der Abgabetermin wäre, hätte ich Ihnen hier lang und breit alles geschildert, was ich an diesem Artikel alles so großartig gefunden habe. Aber so kann ich Ihnen nur kurz sagen: ein toller Beitrag!
Und wo bleiben eigentlich die Fernsehdreiteiler zu den Bauernaufständen um Thomas Münzer? Und zu der napoleonischen Zeit, im ausklingenden Heiligen Römischen Reich (wo in Clubs und Cafés überall politische Aufbruchsstimmung herrschte)? Und wo sind die Fernsehdramen zur frühen Industrialisierung, als ganze Gesellschaftsgruppen ins Elend stürzten? Das wäre doch klasse Stoff für ganze Serien… – Daniel Becker


Zuerst herzlichen Dank, dass durch Ihren Beitrag das wunderschöne Gebet von Franz von Assissi in der ZEIT gedruckt wurde.
Dieser Text hat viele Jahrhunderte überstanden und wird auch in Tausend Jahren noch aktuell sein.
Es hätte genügt, diesen Text allein auf Seite 2 zu schreiben.
Ich bin mir nicht sicher,liebe Frau Topcu, ob Sie den Text von Franz von Assissi gelesen oder verstanden haben.
Der Text ist eine Aufforderung an ALLE, auch an Sie, zu verstehen, zu verzeihen, Frieden zu bringen.
Als Wutbürgerin stehen Sie mit diesem wunderschönen Gebet auf dem Kriegsfuss. Schade. – Marianne Werner


Eine wunderbare und klare Analyse von Frau Hildebrandt.
Ich würde sogar noch einen Irrtum hinzufügen: Daß der Wähler überfordert ist und keine klaren Mehrheiten mehr schafft und dies eine Gefahr für die Demokratie sei. Was wenn man annähme, daß die verschiedenen Wahlergebnisse mit den unzureichenden Mehrheiten eben so vom Wähler gewollt sind? Haben  eine oder maximal zwei  Parteien zusammen eine komfortable Mehrheit, können sie durchsetzen, was ihren Programmen bzw. ihren Ideologien entspricht. Dies geht meist auf Kosten der auch berechtigten Anliegen der Wähler der Wahlverlierer, die ja auch einen demokratischen Willen, bzw. eine politische Willensbildung haben (den die entsprechenden Parteien nach Artikel 22 GG geholfen haben zu finden). Hat nun keine Partei eine komfortable Mehrheit mehr, müssen sich eben alle Demokraten zusammenraufen und etwas Vernünftiges auf die Beine stellen über die Partei- und Ideologiegrenzen hinweg, nach dem so treffenden Kretschmann-Ausspruch „Einer muß ja schließlich das Land regieren…“ Hier liegt meiner Meinung nach nämlich auch eine der Ursachen der Politiker- bzw. Wahlverdrossenheit.
Jede Partei gibt ihre Wahlversprechen und verspricht das Blaue vom Himmel herunter, aber nach der Wahl bleibt nichts mehr übrig. Was war denn mit der ausgeschlossenen Mehrwertsteuererhöhung durch die SPD? Kam dann doch! Was war denn mit der versprochenen, vereinfachten Steuererklärung auf dem Bierdeckel, die unter anderem Frau Merkel ihre erste Kanzlerschaft einbrachte? Kam dann doch nicht! Da fragt sich doch der geneigte Wähler: Wozu soll ich wählen, wenn meine Stimme ja doch nichts bewirkt?!? (und dies waren nur zwei willkürlich herausgegriffene Beispiele unter Tausenden). (Das nun die AfD das Blaue vom Himmel verspricht und die geneigten Wähler dieser Gruppierung das noch nicht gemerkt haben, ist dann wieder eine andere Geschichte.)Kurz: der Wähler will klare Aussagen, denen klare Umsetzungen folgen, denen eindeutige Lösungen folgen – dann weiß er, daß seine Stimme Gewicht hatte und er mit seiner Wahl etwas bewirkt hat. Als aktuelles Beispiel schaue man auf die Flüchtlingskrise, die ja eigentliche eine Politikkrise ist. Zuerst muß man benennen was ist: Deutschland hat durch die Flüchtlinge 2015 etwa eine Millionen HartzIV Empfänger zusätzlich bekommen. Nichts anderes sind die Flüchtlinge erstmal.
Das wäre so, als wenn die fünf größten Dax-Unternehmen auf einen Schlag  Pleite gegangen wären und alle Mitarbeiter entlassen hätten. Was wäre da für ein Tohuwabohu entstanden. Auffanggesellschaften hier, Treuhandgesellschaft da, Weiterbildungsmaßnahmen hier, Abwrackprämien oder ähnliches da. Kurz: man hätte viel Geld in die Hand genommen, um diese Krise zu meistern und den sozialen Schaden aufzufangen und um diese Menschen wieder in Arbeit und Brot zu bringen.
Aber kein Politiker hätte geschrien: „Wir müssen verhindern, daß noch mehr Arbeit nach Deutschland kommt!“
Übertragen auf die Flüchtlingskrise passiert aber genau das! Es wird rumgeschrien (hauptsächlich aus Bayern und aus Afd/Pegida-Land), daß keine Arbeit/Flüchtlinge mehr nach Deutschland kommen sollen.
Wonach überhaupt nicht geschrien wird, ist nach Rezepten, Lösungen und Hilfen für die Menschen, die schon hier sind.
Ich arbeite mit etwa 18-Flüchtlingen aus Syrien, Afghanistan und Pakistan und helfe ihnen Deutsch zu lernen. Davon sind etwa 2-3 in der Lage verhältnismäßig schnell eine gehobene Laufbahn oder Facharbeiter einzuschlagen. Der Rest muß erstmal lernen von links nach rechts in lateinischen Buchstaben zu schreiben, bzw. überhaupt zu schreiben oder sein Trauma überwinden, um überhaupt irgendetwas zu lernen. Das heißt, im Prinzip müßten viele dieser Flüchtlinge nochmal in eine Grundschule gehen und ganz von vorne anfangen und dann langsam lernen, wie unsere Gesellschaft funktioniert. (oder wird etwa Siemens einen Analphabeten einstellen, der dann die hochkomplexen Maschinen bedienen soll?!?).
Dafür muß Geld in die Hand genommen werden, dazu braucht die Gesellschaft mehr Lehrer, dazu müssen sich endlich alle Parteien zusammenraufen und ein Bildungssystem kreieren, das auch die Minderbemittelten und Migrationshintergründigen genauso fördert wie den Sohn aus gutem Hause.
Dies kann ja im Verein mit der Förderung der Langzeitarbeitslosen in unsere Gesellschaft geschehen. Da hat die SPD eigentlich ein gutes Thema gefunden, das letztlich ihre Legitimation als Partei der kleinen Leute und des sozialen Ausgleichs wieder herstellen könnte.
Sprich, wenn die etablierten Parteien wieder eine Politik machten und Lösungen herbeiführten, die die abgehängten und ausgeschlossenen der Gesellschaft und der Globalisierung, die Benachteiligten des Bildungssystems und der sozialen, gläsernen Decke, die Vergessenen der Wiedervereinigung und die nichtintegrierten Gastarbeiter der Wirtschaftswunderjahre einschlösse und wieder förderte – war da nicht was mit sozialer Marktwirtschaft? – , dann brauchten sie sich auch nicht vor einer Afd oder Pegida zu fürchten, denn die erledigten sich dann von selbst.
Also nicht den Rattenfängern hinterherjagen und sie überhorsten, sondern eine Politik für die Gesellschaft machen, die alle einschließt und alle fördert, dann gehen die Menschen auch wieder wählen, weil sie wissen was sie wählen und daß ihre Stimme Gewicht hat und etwas bewirkt! – Wolfgang Michel


Ganze 3 Seiten und vereinzelt nochmals auf den hinteren Seiten, widmen Sie der AfD. Alle Beiträge enden mehr oder weniger im Tenor, als wenn das ein Krebsgeschwür für unser Land sei. Das Gegenteil ist der Fall. Es wird verwischt und unterstellt, bis der Arzt kommt. Umgedreht wird ein Hut draus. Auf die Idee, daß die vielleicht deswegen gegründet worden sind, um sie zu retten , kommen Sie natürlich nicht. Die AfD ist von Wissenschaftlern mitgegründet worden, die nämlich genau das im Blick hatten. Natürlich hat sie Fehler begangen. Die Verwischung mit den Dumpfbacken der Hitlerfreunde war ein solcher Fehler. Aber das ist zu spät bemerkt worden. Auch einige verbale Auswüchse hätten sie sich lieber sparen sollen. Was diese Partei aber erzürnt, ist die Tatsache, daß besonders durch Deutschland die EU – schon zu Zeiten der Diskussion um den Euro und jetzt verstärkt durch die Flüchtlinge, ganz auseinanderbrechen wird, wenn nicht unsere Regierung  noch zur Vernunft kommt. Sie stehen auch völlig im Konzenz mit den anderen Ländern, wenn eine Islamisierung bei der Wucht der Flüchtlingswelle, die vorwiegend aus Muslime besteht, die Folge sein wird. Das wird ständig bestritten, aber die Furcht davor sollte man Ernst nehmen. Ihr Autor Herr Greiner hat darüber auch seine Bedenken in der davor liegenden Ausgabe geäussert. Die Völkerwanderung gen Westen hört ja morgen nicht auf. Die Wirtschaftsflüchtlinge sind ein weiteres Übel. Die Großzügigkeit der Regierungen in unserem Land, die Steuergelder dafür ständig zu missbrauchen, darf auch kein Dauerzustand bleiben. All das vertritt auch die AfD. Deswegen sollte man sie ernst nehmen und sich mit ihr auf Augenhöhe auseinandersetzen. Das ist Demokratie, die leider einige Ihrer Zunft nicht mehr beherrschen. Vor lauter Ideologie scheint das verloren gegangen zu sein. Die Nagelprobe wird die kommende Bundeswahl sein. Das ist die alles entscheidende Wahl. Dort wird sich zeigen, welche Substanz in der AfD steckt. – Gunter Knauer


Gratulation zu dem hervorragenden Artikel „Ich, die Wutbürgerin“.  Schade nur, dass das rechtspopulistische Klientel diesen kaum lesen wird, da deren Horizont sich auf eine radikale verquere Sichtweise beschränkt und eine Wochenzeitung wie „DIE ZEIT“ wohl nur in ganz wenigen Ausnahmefällen zu ihrer wöchentlichen Lektüre zählt. – Heinz-E. Storbeck


Eher selten sind unter literarischen Texten präzise politische Analyse der Zukunft zu finden. Ausgerechnet ein „Lehrstück ohne Lehre“, so der Untertitel, bietet jedoch eine sehr aktuelle: Max Frischs Stück „Biedermann und die Brandstifter“ von 1958. Es stellt  das Verhalten eines opportunistischen Bürgers gegenüber Gewalttätern dar und ist eine Parabel auf das Verhalten des Bürgertums gegenüber politischem Radikalismus. Ihr Artikel „Keine Angst vor der AfD“ hat mich sofort daran erinnert, weil er genau denselben aus der Angst geborenen Opportunismus eines Biedermanns Seehofer und seiner Kollegen beschreibt, die, statt die Werte des Grundgesetzes zu verteidigen, dem sogenannten „besorgten“ Bürger das Wort reden und und der AfD in vorauseilendem Gehorsam entgegenkommen. Übrigens, Frischs Biedermann hat den Brandstiftern, nachdem er sie aufgenommen und bewirtet hat, auch noch die Zündhölzer gegeben, mit denen sie ihm das Haus abgefackelt haben. Vielleicht sollte man das Drama wieder einmal lesen! – Franz Lippl


Der Artikel von Frau Toprac auf Seite 2 dieser Ausgabe hat heute mein Leben um eine wichtige Facette bereichert. Ich möchte ihr dazu von ganzem Herzen gratulieren, da der Artikel das ausdückt, was ich eigentlich schon seit geraumer Zeit denke.
Besonders der Ausdruck: Eure(z.b. Pegidas) „kleine Sorgen kotzen mich an“ fand ich zwar recht hart für ein integres Blatt, beschreibt aber meine Gefühle so gut, wie es mir bisher selbst nicht eingefallen ist. Anständige, denkende Menschen müssen sich von  von so einem Pöbel nichts, aber auch garnichts gefallen und sagen lassen. Wenn jeder, der human denkt, in seinem eigenen Umeld dafür sogt, dass seine Ansicht publik und diskutiert wird, werden wir diese Schande hinter uns lassen.
[Alex Diehl: „Aus Angst wird Hass, aus Hass wird Krieg, bis die Menschlichkeit am Boden liegt“. Wollen die Fanatiker DAS?] – Rainer Ciliox


Das Interview mit Herrn Wellershoff trifft die Problematik so zielsicher und konkret auf den Kopf, wie es bisher noch keine andere gesellschaftliche oder journalistische Stellungnahme auf dem hiesigen Markt geschafft hat. Warum tut sie das? Weil sie das Problem auf das Niveau bringt, das uns alle, deutsche Staatsbürger wie Flüchtlinge anderer Länder, verbindet – das „menschliche“. Auf dieser Ebene sind unsere Emotionen zuhause, trifft unser Stammhirn Entscheidungen, die neben der Genetik so maßgeblich nur von der Kindheit (und der dann umgebenden Gesellschaft) beeinflusst werden, und der ganze sogenannte Diskurs ist zum größten Teil nur der Versuch der späteren argumentativen Rechtfertigung dieser Entscheidungen, nicht die Entscheidungsfindung selbst. Würde jemand, der eine „flüchtlingsfeindliche“ Position bezieht, ernsthaft auch nur eine Sekunde in Betracht ziehen, dass nicht seine eigene Leistung, sondern das schiere Glück der Geburt an einem bestimmten Ort dafür gesorgt hat, dass derjenige sein Leben nicht in Hunger, Krieg oder mit anderen Katastrophen verbringen muss – welches „Argument“ hätte er denn dann tatsächlich überhaupt noch „gegen“ andere Menschen? Dass es an dieser Empathie fehlt, ist tatsächlich das Grundproblem, in dem wir uns heute gesellschaftlich befinden, und es hat mit Politik rein gar nichts zu tun – sie ist bloße Folge davon. Der Diskurs muss also nicht auf politischer, sondern auf zwischenmenschlicher Ebene geführt werden – mit ganz anderen Mitteln, als dies bisher der Fall war, da die politischen Schlagworte die innerste Seele lediglich verklausuliert in Beamten- und Politikersprech übersetzen – Freud hätte seine „Freud“. Zweifelsohne wird man im Zuge dieses Diskurses auf eine Gruppe treffen, die sich jeglicher Zuwendung zu anderen – aus den von Herrn Wellershoff genannten Gründen – verweigern wird. Aufgabe für die Zukunft wird es sein, einen Modus für einen Ausgleich mit dieser Gruppe zu finden, und gleichzeitig dafür zu sorgen, dass der Anteil derartig „geschädigter“ (soll man hier bereits von einer Pathologie sprechen?) künftig möglichst gering gehalten wird. Was wird es hierfür brauchen? Mehr Liebe, weniger Reglementierung? Weniger Neid, der ja doch nur eine Folge mangelnder Aufmerksamkeit und Zuwendung sein könnte? Weniger Leistungsdruck? Mehr Bildung, da diese es am ehesten versteht, durch das Studium anderer Menschen und Gesellschaften andere Sichtweisen und letztlich Empathie zu vermitteln? Letzterer Ansatz scheint – neben der Förderung menschlicher Kontakte – auf lange Sicht – wieder einmal – der erfolgsversprechendste zu sein. Und den westlichen Ländern – inklusive Deutschland – bleibt zu wünschen, dass ihre Gesellschaft die Herausforderung, die die Konfrontation mit Menschen anderer Prägung mit sich bringt, dazu nutzen können, sich selbst zu erneuern und einen Weg zur Bewältigung dieser so ur-menschlichen wie rational vollkommen überflüssigen Konflikte zu finden. Das Internet als neue Kommunikationsform mit immer besseren Übersetzungstechniken wird den Gesellschaften zumindest dabei helfen, sich gegenseitig bei ihrem Treiben zu beobachten. Ob sich hieraus ein tatsächliches Interesse füreinander entwickelt, das eines Tages möglicherweise in einer Übereinkunft über gemeinsame Werte münden könnte, ist die spannende Frage der Zukunft und hängt vom urmenschlichen Interesse füreinander ab, das es zu fördern gilt. In diesem Sinne gilt: Man kann das Pferd zur Tränke führen – nur zum Trinken zwingen kann man es nicht. – Aleksandar Ćirković


Geht’s vielleicht noch einen Tick hämischer, spöttischer und beleidigender?
DIE ZEIT hat mich Woche für Woche darauf konditioniert zu begreifen und zu akzeptieren, dass es sich bei Sachsen um das „schrecklichste Bundesland“ mit der besonders üblen Landeshauptstadt Dresden handelt. Bei jemandem, der bereits am Boden liegt, sollte man bei aller journalistischen Freiheit wohl eher nicht in der von Ihrer Redakteurin praktizierten Form nachtreten. – Wilfried Kunz    


„Nur eine Veränderung der Politik wird die AFD überflüssig machen…“, wird Seehofer zitiert. Ginge es dem CSU-Vorsitzenden und seiner Partei wirklich um die Sache, um eine Veränderung der Flüchtlingspolitik und um ein Eindämmen der AFD, dann würden er und seine CSU mit Nachdruck dafür sorgen, dass die CSU sobald als möglich bundesweit wählbar ist.
Aber zu diesem Schritt fehlt der CSU der Mut. Denn im Gegenzug würde die CDU nach Bayern gehen. Und dann wäre das der CSU Allerallerheiligste, ihre absolute Mehrheit, dauerhaft infrage gestellt. Also kläfft, geifert, und knurrt der „CSU-Bello“ lieber durch den ihn schützenden Zaun. Derweil darf er in Berlin auch noch mitregieren.
In dieser – für die CSU bequemen und für die CDU äußerst misslichen – Situation sollte „CDU-Hasso“ sein Heil in der Offensive suchen: „Bello, hör endlich mit diesem die Sinne und den Verstand betäubenden Gekläffe auf! Sonst werde ich über den Zaun springen und mich zu dir in deine schöne Hütte legen!
Im Ernstfall würde „Bello“ den Schwanz einziehen und sich trollen – weil er seine Hütte unter allen Umständen für sich ganz alleine behalten will.
Aber die dafür nötige Courage geht auch der CDU ab. – Warum eigentlich? Mit der CSU muss sie doch so und so regieren. – Erwin Bixler


Tina Hildebrandt sieht in der Unsicherheit der Wähler über die Auswirkungen der Flüchtligskrise eine wesentliche Ursache für den Wahlausgang in drei Bundesländern.Sie verweist zu Recht auf den der Bundeskanzlerin verbliebenen engen Spielraum.Das gilt auch für die Durchsetzung ihres europäischen Credo.Nur innerhalb der durch nationalstaatliches Denken und partikulare Interessen der Mitgliedsländer der EuropäischenUnion gezogenen Grenzen ist gemeinschaftliches europäisches Handeln vorstellbar.De Gaulles Vision vom Europa der Vaterländer ist nicht nur in Frankreich fest verankert.Entweder gelingt es der Bundeskanzlerin,mit ihrer Weitsicht die europäischen Partner davon zu überzeugen,dass ihren Eigen- Interessen bei gemeinsamem Handeln mehr entsprochen wird als bei der Verfolgung einzelstaatlicher Interessen oder sie scheitert am nationalstaatlichen Denken einzelner Unionsmitglieder.Die daraus entstehenden Folgen für den Zusammenhalt Europas in seiner gegenwärtigen Verfasstheit sind nicht absehbar. – Dr. Harald Peipers


Sie machen es dem Herrn Dehm sehr leicht.
Gerade Politiker und Sympathisanten der Linkspartei machen häufig geltend, dass man Sachverhalte nicht allein „formaljuristisch“ betrachten und bewerten dürfe. Es ist allerdings höchst unwahrscheinlich, dass sie diese Sichtweise ebenso für einen überführten Nazi-Schergen wie für einen ehemaligen RAF-Terroristen und vielfachen Mörder gelten lassen würden. Es ist auch nicht sehr wahrscheinlich, dass Herr Dehm einen SS-Mann, der seine Strafe abgesessen hat, als „sanften (oder, wie andernorts, „feinsinnigen“) Menschen“ loben und ihn als Mitarbeiter einstellen würde. Es ist nicht einmal zu vermuten, dass Herr Klar mit seiner beruflichen Vorgeschichte und mit Anfang sechzig der ideale Kandidat für das Amt eines Webdesigners war. Sollte er nun von der Rente mit 63 Gebrauch machen, könnte Herr Dehm sein Rechtsverständnis ja schon bald auf der anderen Seite des politischen Spektrums erproben – auch bei Pegida wird es Menschen geben, die zu sanften Menschen „resozialisiert“ werden möchten.  – W.-R. Heilmann


Benedikt Erenz sollte vorsichtig sein mit seinen Vorwürfen an andere, solange er sie nicht belegen kann. Auch er weiß nicht alles: „Wir sind das Volk.“ ist (auch) ein Zitat aus Georg Büchners Drama „Dantons Tod“. Georg Büchner und sein Freiheitskampf in Hessen kommt übrigens in Erenz‘ Artikel nicht vor – und viele andere. Ich komme nicht auf die Idee, anzunehmen, Erenz kenne Büchner nicht. – Werner Lösch


Gerade habe ich Ihren Artikel aus der aktuellen ZEIT gelesen. Und ich möchte Ihnen mitteilen, dass Sie mir aus dem Herzen gesprochen haben.
In unserem kleinen Ort hat die AFD 25 % der Stimmen bekommen. Das war ein echter Schock für mich. Und ich war auch sehr wütend darüber wie man so undifferenziert denken kann, solch eine Partei zu wählen. Die Wahlbeteiligung lag sehr hoch. Die AFD hat also viele Nichtwähler mobilisiert. Diese Menschen haben also ihr Recht in der Demokratie ausgerechnet dazu wahrgenommen eine in meinen Augen so undemokratische Partei zu wählen, die so widersprüchliche Aussagen macht und so derartig keinen Plan für Lösungen der komplexen Probleme unsere Zeit hat und der zutraue, die Demokratie abzuschaffen, käme sie an die Macht. Zur Erinnerung möchte ich noch erwähnen, das damals die NSDAP auch viele Nichtwähler mobilisiert hat und wir wissen, was daraus geworden ist. Wissen diese Leute das nicht?
Ich sehe es so, dass wir kein Flüchtlingsproblem haben. Wir haben eine enormes Rassismus und Fremdenfeindlichkeitsproblem dieser Menschen, die mit Pegida demonstrieren und die AFD wählen und dieses gründet eigentlich auf Angst. Angst, dass Ihnen etwas weggenommen wird, Angst nicht beachtet und anerkannt zu werden, Angst in dieser Fremdheit unterzugehen.
Das ist eigentlich ein Vertrauensproblem. Ein mangelndes Vertrauen ins Leben. Ich denke, wenn man das hat, wendet sich die Lösung einem zu. Man öffnet sich dafür. Die Frage ist, wie kann man diesen Leuten beibringen mehr Vertrauen zu haben ? Da passen die Worte von Franz von Assisi, die Sie zitiert haben sehr gut. Ich habe das mit Freuden gelesen. Die Worte dieses großen Mannes, der übrigens damals schon die Verbindung mit dem Islam gesucht hat, haben das Potenzial solches Vertrauen zu geben. Aber ich weiß nicht, wie die Wählerschaft der AFD Zugang zu solchen Worten bekommt. Vermutlich lesen sie auch nicht die Zeit. Zum Abschluss möchte ich noch erwähnen, dass die Grünen, unter der Führung von Winfried Kretschmann, in unserem Ort über 30 % der Stimmen bekommen hat. Das ist jedenfalls revolutionär, da es sich hier um einen traditionell konservativen wählenden Ort handelt. Das bestärkt mich weiterhin Vertrauen in das Leben zu haben und wenn Ihre Artikel lese… – Lisa Fritz


Endlich mal ein Artikel, der meine „Sorgen“ aufnimmt!
Was fürchten wir eigentlich mehr, dass unsere Gesellschaft sich durch neue Mitbürger mit anderen Gewohnheiten verändert, oder dass sich unsere Gesellschaft durch alte Mitbürger mit neuen Gewohnheiten verändert, nämlich das öffentliche Verunglimpfen, Ausgrenzen, Attackieren von Personen?
Mit welchem Recht nehmen sich „besorgte“ Bürger heraus, ihr Unbehagen über die Grundrechte anderer Menschen zu stellen?Denn darauf läuft es doch im Endeffekt hinaus. Und wer seine Stimme der AfD gibt, trifft letztendlich genau diese Wahl: für das Tolerieren von Unrecht zugunsten der eigenen Bequemlichkeit – ein Pakt mit dem Teufel. – Dr. Jörn Lütjens


Der Beitrag von Rainer Baake reiht sich in die immer wieder kehrenden Lösungs­vor­schläge zur Bewältigung / Begrenzung der Klimaveränderungen ein. Man muss nur die fossilen Energieträger in der Erde lassen und die Menschen zum Energiesparen zwin­gen, dann klappt das vielleicht. Bedauerlicherweise hängen die Erzeuger fossiler Ener­gieträger an ihren Ressourcen wie die Junkies an der Nadel. Nimmt man ihnen diese Einnahmen weg, dann haben sie erst recht kein Geld für irgendwelche Energie­spar­maßnahmen.
Viel bessere und schnellere Effekte können wir erreichen, wenn endlich die Landwirt­schaft in den Klimaschutz eingebunden wird. Erster und wichtigster Punkt ist der Boden. Wenn es gelingt, die Gehalte an organischer Substanz weltweit um 1.6 % zu steigern, dann sinkt der CO2-Gehalt in der Atmosphäre von derzeit 400 auf 300 ppm. Fakt ist, dass im Augenblick das Gegenteil passiert. So wird auf thailändischen Feldern zweimal jährlich das Stroh abgebrannt – mit der Folge, dass sich die Bodenfruchtbarkeit dramatisch verschlechtert, wie dies auch die FAO konstatiert. Tatsache ist ferner, dass sich die Landwirtschaft mit Hilfe von Subventionen leichter lenken lässt als die Industrie oder die nicht landwirtschaftlichen Rohstofferzeuger. Das ist meine Erfahrung aus 40 Jahren Tätigkeit als Agrarjournalist! Deshalb halte ich es für sinnvoll, als erste Maßnah­me den Bodenschutz finanziell zu fördern, z.B. durch Unterstützung der Direktsaat, durch Förderung einer permanenten Bodenbedeckung mit Zwischen­früch­ten, Unter­saaten bzw. Ernterückständen, den Anbau von Mischkulturen, den Ersatz mineralischer Stickstoffdünger durch biologisch wirkende Dünger. Das ist weit billiger als die Förde­rung von Elektroautos oder die Verlegung unterirdischer Stromtrassen. – Rainer Maché


Selten hat mir ein Artikel in der ZEIT so aus meinem deutschen Herzen gesprochen wie Frau Topcus „Wutbürgerin“! Denn bei Licht betrachtet ist Deutschland schon immer ein Ein- und Durchwanderungsland gewesen – von den Einwanderern aus dem fruchtbaren Halbmond, die uns in der Steinzeit den Ackerbau und das Hausrind gebracht haben, über die römischen Legionäre aus aller Herren Länder, die Hunnen, Awaren, Ungarn, Slawen, Osmanen ‒ sie alle haben Eingang in unsere Gene und unsere Kultur gefunden und diese befruchtet und gehören zu ihrem feinen Wurzelwerk. Frau Topcus Kommentar fasst in einzigartig klare Worte, was nach meinem Verständnis der umstrittene Begriff „Leitkultur“ nur bedeuten kann: die wunderbare offene Gesellschaft ohne Meinungsdiktatur, der kulturelle Reichtum in Musik, Literatur, Philosophie, bildender und darstellender Kunst, die Sprache, ja, auch die Religion, eine Verfassung, die Ethik über Machterhalt und Materialismus stellt… und wer ist es, der diese Kultur demontiert? Nicht etwa Zuwanderer, sondern opportunistische Politiker, die uns die heilige „schwarze Null“ verkaufen wollen und die zum Erwerb kultureller und zivilisatorischer Kompetenz nötige Schulzeit aus rein finanzpolitischen Erwägungen verkürzen, die Theater und Orchester dahinmetzeln und Museen und Bibliotheken schließen; es sind die Deutschen selbst, die ihre eigene Sprache verachten und alles, was älter als 25 Jahre ist, als „uncool“ abtun; die Geiz geil finden und sich im Grunde genommen mit nichts von dem identifzieren, was Deutschland liebenswert macht (außer vielleicht Autos, Bratwurst und Bier). Es ist Spießertum pur, das in der AfD seine politische Stimme gefunden hat – ermutigt durch eine politische Kaste, die ihr Fähnlein nach dem Wind hängt, anstatt die Bevölkerung aktiv aufzuklären über die komplexen Zusammenhänge, die unsere Gegenwart prägen und den Bürger nicht selten überfordern. Der permanente Wahlkampf der Populisten ist es, der die Kultur zersetzt! – Andreas Kühner


Auch Jürgen Flimm strickt eifrig – und von Ihnen kaum hinterfragt – an der Legende des Unschuldslamms Beckenbauer. Es ist doch verblüffend – an nichts kann Herr Beckenbauer sich erinnern,  er ist völlig ahnungslos, welcher Zweck mit all den von ihm „blind“ getätigten Unterschriften verfolgt wurde, nur eins weiß er ganz sicher: Dass alle Vorgänge, die jetzt in Rede stehen, nichts mit Bestechung, Vorteilsnahme etc. zu tun hatten. Dabei kann es durchaus sein, dass er wirklich nicht wusste und auch nicht wissen wollte, wozu einzelne finanzielle Transaktionen, an denen er beteiligt war, nach Meinung von Schwan, Radmann und den Herren vom OK erforderlich waren. Aber selbst einem in solchen Details unbedarften Beckenbauer muss völlig klar gewesen sein, wozu dieser enorme Aufwand letzten Endes diente. Ein wenig Mitleid mit Beckenbauer ist aber auch angebracht: „Robert hat mir alles abgenommen – vom Auswechseln der Glühbirne bis hin zu wichtigen Verträgen.“ Man stelle sich das einmal vor – wie oft und wie lange muss der arme Franz im Dunkeln gesessen haben, wenn sein Alter Ego Robert Schwan mal verreist oder sonstwie verhindert war und just in dieser Zeit im Hause Beckenbauer eine Glühbirne kaputtging! Vielleicht hat er auch deswegen so viele Dokumente „blind“ unterzeichnet. – W.-R. Heilmann


Mein Name ist Holm Stolzenberg ich bin 24 Jahre, Student und Zeit Abbonent, wohne in Berlin und komme aus Sachsen Anhalt.
In den letzten Tagen und Wochen war in ganz unterschiedlichen Zeitungen einiges über mein Bundesland und die Menschen zu lesen. Meistens war es Fehlerhaft.
Doch als ich Gestern den Aritkel von Valerie Schönian „Ach, aus Sachsen-Anhalt“ gelesen habe hatte ich Tränen in den Augen, weil er so unglaublich gut meine Gefühlslage widerspiegelt.
Der Arikel ist nicht mal lang und doch drückt er glaub ich alles aus was sehr viele Menschen fühlen, mit denen ich mich in meiner alten Heimat unterhalte.
Spätestens mit diesem Aritkel weiß ich, warum ich ihre Zeitschrift abboniert habe.
Bitte richten sie das auch an Frau Schönian aus und an die Redaktion, da es sehr sehr gut ist Menschen in ihren Reihen zu wissen, die sich mit den Gegebenheiten in den einzelnen Gebieten wirklich auskennen und sie nicht nur für Artikel bereisen. – Holm Stolzenberg


Frau Topcu ist „wütend“, und so geht in ihrem Artikel denn auch fast alles durcheinander. AfD und Pegida haben Schnittmengen, sind aber nicht identisch. Die Wähler der AfD, die sie beschimpft, sind zu einem großen Teil keine „Anhänger“, wie Wahlanalysen zeigen. Die Beschreibung dieser Partei ist nicht nüchtern, sondern von Haß verzerrt; da gab es in vielen ZEIT-Artikeln deutlich bessere Qualität. In Deutschland leben auch nicht nur ein „paar“ Ausländer usw. Grenzschutz stellt für Frau Topcu keine staatliche Verpflichtung dar. Ist sie aber. Hoffentlich kommt es dabei nicht zu gewaltsamen Auseinandersetzungen. Aber selbst der grüne Oberbürgermeister von Tübingen sagt, Grenzschützer müßten notfalls Gewalt anwenden, und deshalb seien sie bewaffnet.
Die Mehrheit der Bevölkerung hat andere Meinungen als Frau Topcu. Demokratie heißt bestimmt nicht, daß nur die Meinungen der Journalistin gelten sollen, mag sie noch so sehr von ihren Wahrheiten überzeugt sein. Nicht gegen Franz von Assisi. Bessere Denkanstöße zu den Problemen der Gegenwart finde ich aber doch eher in den nachdenklichen Leitartikeln des Chefredakteurs oder im Beitrag von Ulrich Greiner in der letzten ZEIT. Ich kann mir vorstellen, daß Frau Topcu auch auf diese vernünftigen Menschen oft „wütend“ ist. – Karl-Heinz Eckert


Mit Interesse und Freude habe ich Ihren Artikel „Keine Ahnung, nie gehört“ gelesen.
Sie sprechen mir damit aus dem Herzen. Ich bin weiblich, 66 Jahre alt, Witwe ohne Kinder. Seit 01.03.2015 bin in in Rente nach 49 Jahren Arbeit.
In meiner Schulzeit habe ich nichts über diese Vorgänge erfahren. Aufgrund der Ignoranz meines Vaters konnte ich kein Abitur machen und damit keinen Beruf ergreifen, der mir wirklich gefallen hätte. Gut, ich hätte das Abitur nachmachen können. Aber da kam die Liebe dazwischen und meine wilde Zeit. Und danach hatte ich keine Lust mehr. Ich habe mich privat über alles informiert, was mich interessiert hat. Es gibt ja genügend Material, auch schon
vor dem Internet. Ich habe Stunden in Bibliotheken verbracht und gelesen. Heute weiß ich mehr über manches Thema als mancher Abiturent.
So konnte ich nie verstehen, wie dieses Land die Kämpfer für die Demokratie vergessen hat und dafür den Leuten
die Mär von dem Geschenk der Demokratie durch die USA nach dem zweiten Weltkrieg erzählt hat.
Ihr Artikel wird das leider nicht ändern. Aber ich bin froh, dass Sie dieses Thema einmal thematisiert haben. Ich könnte noch Vieles zu diesem Thema schreiben, aber ich belasse es dabei, Ihnen meine Anerkennung auszusprechen. – Undine Mix-Falter


Danke für Ihren interessanten und emphatischen Artikel „Start-Up für den Kontinent“. Es wird Zeit, dass sich die sog. Geberländer überlegen, dem Kontinent Afrika anders zu begegnen als bisher.
Die Entwicklungshilfe war meist keine und war meist nicht nachhaltig.
Man muss den Menschen helfen, erstmal Grundlagen zu schaffen, also Infrastruktur, ganz wichtig Bildung und Gesundheitsvorsorge. Die Initiative sollte jedoch von Afrikanern ausgehen und diese müssten das Recht bekommen, auf Anfrage Hilfe zu bekommen, aber auch nur dann. Die Afrikaner müssen selbst tätig werden,
nicht alles, was schlecht ist, ist den Kolonialmächten zuzuschreiben. Das haben Sie auch berichtet.
Es gibt schon einige Projekte, die gut laufen, aber es sind viel zu wenige. Das Beispiel mit dem einfachen Traktor ist so ein Project. Mr. Banadda sollte man unterstützen, wenn er Hilfe anfordert.
Ich könnte noch viel schreiben zu dem Thema, aber ich beschränke mich darauf, Ihnen für Ihre Recherchen zu danken. – Undine Mix-Falter


Einmal mehr treiben mir Ihre Formulierungen im Österreich-Teil die Zornesröte ins Gesicht und einmal mehr wünsche ich mir, dass man sich im Österreich-Teil einer hierzulande üblichen Sprache bedient. In einer Headline heißt es „klare Kante“. Was soll bitte „klare Kante“ heißen? Ich weiß, in Deutschland ist seit geraumer Zeit alles „Kante zeigen“. Passt zum Zackigen. Das Hacken zusammenschlagen sehe ich bildlich vor mir. Wir hier sind nicht kantig. Bittedanke. – Gerald Grossbauer


Ich nenne Sie weder“Gutmensch, Verharmloserin“, neige nicht zu soch plakativen Etiketten. Auch würde ich nicht mit Pegida marschieren oder AfD wählen. Ich möchte Sie aber bitten, zur Kenntnis zu nehmen, daß nicht nur tumbe Rechte oder satte Egoisten Bedenken haben, daß die aktuelle Flüchtlingspolitik sehr wohl Gefahren birgt, die sich mittel- bis langfristig zu aller Schaden auswirken können. Ich möchte hierzu als Beispiel den Berliner Philosophen Volker Gerhardt zitieren :“ Wer das aus dem lateinischen übertragene ´´Über das Können hinaus wird niemand verpflichtet´´ ignoriert,dem kann es schnell geschehen daß keiner mehr etwas zu tun vermag, daß niemandem mehr geholfen werden kann und alle Beteiligten Schaden nehmen. Ein solcher Schaden droht, wenn der Flüchtlingsstrom weder begrenzt noch rechtsstaatlich kontrolliert wird. Gefahr droht auch, wenn die Ankommenden ohne Lebens- und Zukunstchancen bleiben“. Nun kann sicher vielen geholfen werden, es wird ein hoffentlich nicht unbeträchtlicher Teil der Menschen Arbeit finden, aber ist es nicht sehr realistisch, selbst bei optimistischer Sicht der Dinge, daß viele, die angesichts der Anforderungen der Arbeitswelt (einmal vorausgesetzt, die sprachlichen Hürden wären schon geschafft), keine Beschäftigung haben werden und somit einem Leben in Frust u n d ungewohnten  klimatischen, kulutrellen Verhältnissen u.a. ausgesetzt sind? Mir scheint, daß vor allem sehr viele der jungen männlichen Flüchtlinge sich hier anderes ausgemalt haben.
Die Debatte sollte also wohl auch konkreter werden und Bedingungen müssen genannt werden, Argumente, die glaubwürdig Chancen und Risiken darlegen. Dies ist natürlich nur ein Gesichtspunkt der sehr komplexen Situation. Ich bin 68 und verstehe und sympathisiere damit, daß Sie als junger Mensch idealistischer denken, das ist auch gut so. Ich bitte Sie aber, nicht alle „Bedenkenträger“ in einen ideologischen Top zu werfen. – Margret Berendt


Nordkoreanische Bauarbeiter in Kuweit verdienten weniger als 120 Dollar im Monat. 90 Prozent der Einkünfte gehen direkt an Kim Jong Un. Fast das gesamte Einkommen von Näherinnen in Tschechien ging auf ein Konto der nordkoreanischen Regierung, nach Abzug der Übernachtung blieb den Frauen nur 20 bis 30 Dollar im Monat. Dies sind sinngemäße Zitate aus Ihre Aufsatz. Kann man in Tschechien für 20 Dollar ausreichend Lebensmittel kaufen und gelegentlich auch noch ein Kleidungsstück kaufen?
Ich habe keinerlei andere Informationen zu dem von Ihnen dargestellten Problemen. Dennoch glaube ich, dass die Darstellung hinsichtlich des Einkommens der im Ausland arbeitenden Nordkoreaner schief ist. Vermutlich behält der ausländische Arbeitgeber der Nordkoreaner von dem Nettolohn (= Bruttolohn abzüglich Steuern und Sozialversicherungen) einen Pauschalbetrag für Sachbezüge (für die von ihm gestellte Unterkunft und Verpflegung) ein, zahlt den Arbeitnehmern einen bestimmten Betrag in bar aus und überweist den Restbetrag auf ein dafür bestimmtes Konto. Nur so sind die oben wiedergegebenen Aussagen plausibel. Eine Rechtfertigung für die von Ihnen zu Recht angeprangerten Vorgänge ist dies nicht.
Die Begriffe Einkommen und Einkünfte sind u.a. im Steuerrecht definiert. Ein Arbeitnehmer hat aus seinen Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit die Arbeitnehmeranteile zur Sozialversicherung, die Eigenanteile im Gesundheitswesen, die Lohnsteuer, den Solidaritätszuschlag, eventuell die Kirchensteuer, die gesamte Lebenshaltung etc. zu bezahlen. – Adolf Ronnenberg


Ich muss Ihnen widersprechen. Die beiden Wahlsieger am 13. März, Winfried Kretschmann und Malu Dreyer, haben zwar nicht die Partei gemeinsam, aber beide immer eine klare und positive Haltung zu Frau Merkels Flüchtlingspolitik eingenommen, im Gegensatz zu den Kandidaten der CDU. Von Winfried Kretschmann glaube ich, dass er so handelt, wie ihm sein Gewissen das vorschreibt und dass er gleichzeitig einen Blick dafür hat, was möglich ist und was nicht. Deswegen habe ich diesmal zum ersten Mal in meinem Leben grün gewählt, aber nicht um Frau Merkel zu schwächen in der Flüchtlingspolitik, sondern um sie  darin zu bestärken. Ich bin damit nicht allein. – Erika Albert


Die 21-jährige Julia Werner habe sogar am Sonntag im Kuhstall eines biologisch-dynamischen Betriebes arbeiten müssen, so schreiben Sie. Die Tiere sind nun einmal täglich, auch am Wochenende, auch am Sonntag zu füttern, die Kühe auch zu melken. Selbst wenn der Betrieb einen Melkroboter (pfui Teufel, Industrialisierung! Für einen Roboter sind jeweils ca. 50-60 Kühe nötig, also Massentierhaltung!) hat, so ist die Funktion zu überwachen, auch ist nach brünstigen Tieren, nach Abkalbungen, nach kranken Tieren zu sehen, womöglich wird gerade am Sonntag die Milch abgeholt – oder wird die Milch gar selbst zu Käse etc. verarbeitet (vorbildlich: Selbstvermarktung, Hofladen, solidarische Landwirtschaft!). Auch ein Auszubildender muss am Wochenende arbeiten, häufig an jedem 2.Wochenende. Dennoch ist es rechtlich nicht in Ordnung, wenn der Auszubildende jede Woche mehr als 40 Stunden oder im Schnitt gar 70 Stunden arbeiten muss. Etliche Betriebsleiter bieten ihren jungen Mitarbeitern für Überstunden eine zusätzliche, angemessene Vergütung an. Dies steigert in gewissem Rahmen die Bereitschaft der jungen Leute, etwas mehr zu arbeiten.
Wenn – manche – Biobetriebe wirtschaftlich nicht in der Lage sind, Überstunden zu vergüten, so macht dies einmal mehr deutlich, dass die Umstellung von der „konventionellen“ auf die „biologische“ Landwirtschaft keine ökonomischen Probleme löst, die wirtschaftlichen Zwänge sich nur etwas verschieben, aber weiterhin bestehen – auch wenn in den Medien (auch der ZEIT) in den letzten 46 Jahren das oft anders dargestellt wurde. Danke, dass Sie eine davon abweichende Darstellung gebracht haben! – Adolf Ronnenberg


Benedikt Erenz macht mit seinen Bemerkungen zum mangelnden Demokratiebewusstsein der Deutschen in ihrer Geschichte auf ein grundsätzliches Problem unseres Selbstverständnisses aufmerksam.
Er stellt die berechtigte Frage : Warum nur wollen so viele Deutsche nichts von der Geschichte ihrer Demokratie wissen? Man merkt seinen nach einer Antwort suchenden Worten den Schmerz an, der ihn dabei bewegt.
Insoweit ist dieser Text sehr beachtenswert und sollte im Bundestag und in den Parteizentren verteilt werden. Vielleicht ist bei dem britisch amerikanischen Historiker Gordon.A. Craig eine Antwort zu finden. Er hat sich intensiv mit der deutschen Geschichte befasst und weist auf die traumatischen Erfahrungen in Verbindung mit dem Dreissigjährigen Krieg hin und erklärt z.B. die auffallende und oft kritisch bedachte deutsche „Ordnungsliebe“ und die damit verbundene „Obrigkeitshörigkeit“ mit den gemachten historisch horriblen Erfahrungen. Diese Ausrichtung auf Ordnung um jeden Preis zur Vermeidung von „Chaos“ und Willkür mag dazu geführt haben, dass der Demokratiegedanke ins Hintertreffen gelangte, ja sogar bis in die zwanziger Jahre des vorigen Jahrhunderts von den Nationalsozialisten abgelehnt wurde. Man sollte auch nicht vergessen, dass nach anfänglicher Begeisterung für die Ziele der Revolution von 1789, die chaotischen und blutigen Ereignisse in den Jahren danach zur Zurückhaltung auch bei Goethe und anderen Intellektuellen führte. Auf jeden Fall sind die Anregungen von Erenz zur Pflege des vorhandenen Gedankenguts und zu möglichen Gedächtnisstätten politisch relevant. Sorgen Sie bitte dafür, dass solches in Umlauf kommt. – Klaus Tiedje


Ja, die Geschichte der deutschen Demokratie beginnt nicht erst 1945 als Geschenk der siegreichen Amerikaner an die Deutschen, wie Benedikt Erenz richtig darstellt. Der 18. März wäre in der Tat ein geeignetes Datum, um der heutigen Generation klarzumachen, dass es auch bei uns ein langer Kampf war, bis ein frei gewähltes Parlament den Willen des deutschen Volkes repräsentieren konnte. In diesem Zusammenhang empfehle ich den –kostenfreien- Besuch des Deutschen Doms auf dem Berliner Gendarmenmarkt. Die -sehr anschauliche- Dauerausstellung „Wege- Irrwege- Umwege“ zeigt auf fünf Etagen die historische Entwicklung des parlamentarischen Systems in Deutschland. – Joachim Heisig


Ihr Artikel „Keine Ahnung, nie gehört“ hat mich zunächst sehr gefreut. Die mangelnde Pflege, Ignorierung, ja Missachtung demokratischer Traditionen in der Bundesrepublik ist in der Tat ein beklagenswerter Zustand – aber ist das überraschend? Entspricht denn ein revlutionäres Auftreten, auch wenn es gewaltfrei daher kommt, entspricht der Wille, Neues zu gestalten der bei uns herrschenden Mentalität? Können  wir uns wirklich mit den 48er Demokraten schmücken? In den tonangebenden Verfassungsgeschichten werden die so genannten Liberalen, die eine konstititionelle Monarchie erstrebten, als Anwälte eines parlamentarischen Regierungssystems stilisiert, während den Demokraten vorgeworfen wird, sie hätten einen Konvent einrichten wollen, wobei man an Jakobinismus, an „totalitäre Demokratie“ zu denken hat. Wer sich mit den Herrschenden vereinbart, statt sie zu stürzen, der überzeugt. Ossietzky hat der Republik vorgeworfen, einen „Bindestrich“ zur alten Militärmonarchie gezogen zu haben, statt mit entschiedenem Bekenntnis zur Republik einen Neuanfang zu wagen. Er wurde in der Republik zum Außenseiter. Mangelnder Sinn für Kompromisse wird ihm heute vorgeworfen. Dem hellsichtigen Warner vor dem Abgleiten der Republik in die Diktatur wird sogar eine Mitverantwortung am Untergang der Republik zugesprochen. Es ist wie bei den 48ern: Ein Demokrat passt nicht zur herrschenden politischen Mentalität und zum herrschenden Verständnis von Demokratie. Auch Ihre Zeitung, die in Hamburg erscheint, zeigt kein Interesse an dem Sohn dieser Stadt. Zum Schluss noch: In Ihrem Artikel habe ich den Hinweis vermisst, dass in der Geschichtsschreibung der DDR im Unterschied zu der in der Bundesrepublik die „bürgerlichen Demokraten“ mit Anerkennung behandelt wurden. Hier stellt sich doch eine Frage, die uns zu beschäftigen hat, die uns umtreiben sollte: Wieso werden in einer Diktatur demokratische Traditionen anerkannt, während sie in unserer Demokratie ignoriert oder verfälscht werden? – Werner Boldt


Unter der Überschrift „Keine Ahnung, nie gehört“  haben Sie einen lesenswerten Artikel geschrieben. Nur eine kleine  Anmerkung, Sie schreiben: der Bundeskanzler Helmut Schmidt fasste dieses Narrativ in das etwas beklemmende autobiografische Bekenntnis, er habe von Demokratie das erste Mal im Kriegsgefangenenlager 1945 gehört. Nun, ich habe auch im Kriegsgefangenenlager in der Sowjetunion (!945 -1948) das erste Mal etwas von Demokratie gehört. Es waren keine Verlautbarungen der sowjetischen Lagerführung, sondern Gespräche mit älteren Kriegsgefangenen, die erzählt haben, was in der deutschen Demokratie zwischen 1918 bis 1933 los war. Auch die Schilderung eines Rechtsanwaltes, der berichtet hat, wie man eine Jüdische Familie um ihren Besitz brachte ist mir noch in Umrissen im Gedächtnis geblieben.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass es Helmut Schmidt anders gegangen ist. Von dem politischen Leben der Umgebung erfährt man in der Regel wenig – man hat einfach andere Sorgen. Als Mitglied des Stadtrates in Gummersbach habe ich erlebt, wie schwer es ist wenigstens einige Erinnerungen an die 20-iger lebendig werden zu lassen. In Gummersbach gab es etwa seit 1913 eine Badeanstalt. Als 1913 der deutsche Kaiser Gummersbach besucht hat, wurde diese Badeanstalt zu seinen Ehren zum „Hohenzollernbad“ . Nachdem ich im Archiv der Stadt feststellen konnte, dass der Rat in den 20-iger Jahren die Badeanstalt „Volksbad“ genannt hat, wurde beschlossen, einen anderen Namen zu finden. Diese Initiative hat sich nicht durchgesetzt, so ist trotz einem einstimmigen Rastbeschluss der Name „Hohenzollernbad“ geblieben. In der Fassade ist nach wie vor zu lesen „Städtische Badeanstalt“ Von den Straßennamen will ich gar nicht erst berichten. Wie schwer es auch war, an den jüdischen Kinderarzt zu erinnern, der mit Frau und Sohn mit Hilfe Gummersbacher Familien nach Australien auswandern konnte, will ich jetzt in allen Einzelheiten nicht berichten, das wäre dann ein zu langer Leserbrief geworden. – Heinrich Mecke


Wie sehr sich die Fälle doch gleichen. Einerseits kritisieren Sie die harschen Arbeitsbedingungen nordkoreanischer ‚Zwangsarbeiter‘ auf Tomatenplantagen in Polen, währenddessen auf unseren Territorien Werksvertragsarbeiter aus Rumänien, Bulgarien und Tschechien unter unsäglichen frühkapitalistischen Bedingungen arbeiten und in menschenverachtenden Bruchbuden hausen müssen; all das allerdings nicht für einen Führer, sondern für eine ausbeuterische deutsche Fleischindustrie. All das überdies auch noch gesetzeskonform. Was mich betroffen macht, ist der Umstand, dass diese prekären Beschäftigungsverhältnisse seltsamerweise den Zuspruch einer sich christlich gerierenden Partei erfreut, die keinen Anlaß sieht, an diesen widerwärten Verhältnissen etwas zu ändern.
Für Ihre Redaktion wäre das gewisslich ein weiterer Bericht wert. Ist die Frage: Was ist übler? Ein nordkoreanischer Staatsmann, der mittels seiner ins Ausland entsandten Landsleute an Devisen kommen möchte, oder eine deutsche Fleischindustrie, die aus Profitgründen ihre rechtlosen Mitarbeiter zu einem jämmerlichen Präkariat verdammt – abgesegnet von einer Regierung, die sich längst von einer sozialen Regulierung im Arbeitsbereich verabschiedet hat. – Rudi Eifert


Benedikt Erenz mal wieder meinen Dank!
Heinrich Manns Untertan feierte schon oft Urständ, so gleich nach der „Wende“ vulgo Wiedervereinigung. Straßenumbennenung nach 1989: „Straße der Märzgefallenen“! Ein Mann, gut situiert und wohl von Habitus westdeutscher Provenienz: „Es wird Zeit, dass dieser sozialistische Humbug verschwindet“. Bleibt nur noch Heine: Als hätten sie verschluckt den Stock, womit man sie einst geprügelt. – Martin Hardt


Dieser Artikel strotzt vor Pauschalisierungen : die Frauen 50 +, die jungen Männer, die jungen Frauen….. Mit persönlichen Angriffen auf Kolleginnen wird auch nicht gespart. Einfach nur dumm und peinlich! Es ist mir unverständlich, dass ein solcher Artikel in Ihrer Zeitung erscheinen kann. Völlig unter Ihrem Niveau! – Lieselotte Müller


Da hat sich die Zeit schon vor dem 1. April einen schönen Scherz erlaubt: Sie hat zwei hochgradig verwirrten Herren eine ganze Seite geschenkt, damit sie ihre unausgegorenen Ideen verbreiten können. Einen Vorteil aber hätten deren Vorschläge: Sie selbst würden, wenn die Jugend an die Macht käme, wenigstens bald entsorgt werden! – Max Stadler


Was soll bei der Berichterstattung über zweifelhafte Vorkommnisse dieses leider auch bei der „Zeit“ übliche pseudojuristische Gerede von der „Unschuldsvermutung“ ? Diese gilt bekanntlich nur -und dort unabdingbar- vor einem ordentlichen Gericht in einem ordentlichen Prozess. Ob jemand eine justitiable Tat beganngen haben könnte, darf jedoch durchaus vermutet  und als Vermutung geäußert werden. Wäre dem nicht so, würde sich ja gerade die Presse selbst einen Maulkorb verpassen.- Selbstverständlich legitimiert das nicht dazu, Schuldbehauptungen in die Welt zu setzen, was durchaus unangenehme rechtliche Konsequenzen haben kann. Allerdings gehe ich davon aus, dass es für Journalisten kein Problem darstellen darf, sachlich und sprachlich zwischen Vermutung und Behauptung zu differenzieren.- Eine so geäußerte Schuldvermutung ist ihrerseit auch keine -so das Dumm-Wort- „Vorverurteilung“, weil es so etwas aus zwei einleuchtenden Gründen nicht geben kann: Gerichte fällen Urteile, die Presse (und andere Menschen) haben bzw. verbreiten Vorurteile.-Vielleicht sollten Sie die hier angedeuteten semantischen Gegebenheiten mal einer eigenen Reflektion unterziehen! – Jürgen Wißner


Ich habe gerade Ihren Artikel ‚Ich, die Wutbürgerin‘ gelesen. Schöner Artikel. Kann ich gut mitgehen, denke und fühle ähnlich. Ich kann aber auch Bernd Ulrich verstehen. Und finde, dass die Kombination Ihrer Ansichten wichtig ist, weil sie die Sache erst ‚richtig‘ macht.
Die AFD ist für mich völlig indiskutabel, will ich nicht, klarer Fall. Aber auch das sind Menschen. Wir müssen sie aushalten, wir haben da keine Wahl, und um das innerlich zu leisten, ist der Gedanke von der anderen Seite her (Bernd Ulrich) auch nicht verkehrt, denn es nützt ja auch nichts, wenn wir uns da emotional hineinsteigern, wie ich es eigentlich tendentiell mache und den Untergang des Abendlandes befürchte wegen der AFD. Davor habe ich Angst. Angst ist kein guter Berater. Ich hatte allerdings auch nicht den Eindruck, dass B. Ulrich die AFD bzw. die Gefahr, die von ihr ausgeht, kleinredet, sondern nur Mut macht, sich nicht von Angst erdrücken zu lassen. So verstehe ich ihn, eigentlich erlebe ich ihn als tendentiell verzweifelten Menschen ob der Geschehnisse der Welt, der aber eine Sicht auf die Welt braucht, die ihn weiterleben lässt.
Anders: Meinem Eindruck nach sind Sie nicht weit auseinander, im Gegenteil.
Noch anders: Es wäre schön, könnte man sagen: Hej, ihr Rechtsleute und -radikale, ihr bekommt Sachsen, das wird ausgegliedert aus Deutschland, genauso Bayern, die könnte man an Österreich anschließen… so als Entschädigung für den umgekehrten Anschluss bei den Nazis.  Dann können wir hier unsere gute offene Gesellschaft weiterleben.
Noch noch anders: Wie das Känguru sagt auf das ‚Nazis raus‘: Wer will die denn haben?
Also, wir müssen uns mit denen streiten. Und mit den Menschen, die die AFD wählen. Streiten mit dem Ziel der Verständigung. Letztlich: Der Versöhnung. Nicht um klein beizugeben, uns anzupassen an diese furchtbaren Ideen. Wir müssen unsere Ideale hochhalten. Und sie leben. Allerdings, und da wird es schwierig, sind ja auch AFD Wähler unsere ‚Nächsten‘. Es bleibt uns nicht erspart. Aber Sie sind nicht allein, viele Menschen denken wie Sie.
Lustig das kleine Streitgesprächvideo in der Onlineredaktion, das Ihren Artikel unterbricht. Kopfgespräche. Der erfahrene ältere Redakteur mit leicht angegrautem Haar erzählt der jungen aufmüpfigen Redakteurin wo es langgeht. Alles richtig, bei beiden, aber bleibt im Kopf. Wir müssen unsere Herzen einschalten. Ohne Herzenswärme bleibt alles Denken kalt und damit falsch.
Danke für Ihren emotionalen Artikel! Ich freue mich sehr darüber und grüße Sie herzlich. (Ich mag übrigens sowieso Ihre Artikel und Berichterstattung…). – Peter Goden


Als langjähriger Abonnent Ihrer Zeitung muss ich gestehen, dass ich ihre Art der Problem-Annäherung im Besonderen in bei dem Thema Migration/Ausdruck neuer politischer Gesinnung im Land allmählich überdrüssig bin. Sie bringen es fertig, in der gleichen Ausgabe zurecht die hochgradig merkwürdigen Interpretation vieler Journalisten zu den letzten Wahlergebnissen zu kritisieren. Gleichzeitig bieten Sie in diesem Artikel genau jenes merkwürdige Schauspiel was zurecht so häufig kritisiert wird. Schauen sie mal etwas mehr über die hamburger Stadtgrenze hinaus und dann nicht im wesentlichen nach Berlin. Nehmen sie Realität zur Kennnis, auch wenn es so garnicht in ihre Vorstellung passen mag. Die vielen enttäuscht sich abwendenden Menschen sind nicht merkwürdiger, als Hr. Dehm aus ihrem Beitrag Recht&Unrecht. Ich bin enttäuscht von Ihnen. Denken Sie mal über das Rätsel nach. So wirken sie auf mich. – Bernd Schmirler


Schröder  über die Fehler von Angela Merkel und Putin im Kampfflugzeug! Beide Artikel mit Foto. Habe ich als Leser die Wahl?  Wohl nur bedingt.  D.h. wenn ich alternativ in Grimms Märchen lese,  so habe ich zumindest -soweit die Ausgabe unbebildert-  eine freie Vorstellung von den Bösen und den Guten bzw. den Halunken und den Anständigen. In der Zeitung muß ich mir die Bösen, die Halunken nicht vorstellen, denn sie werden per Bild  zum Text mitgeliefert,  so auch in Ihren Beiträgen -s.o. ! Unerträglich bleibt,  wie der Ex-Kanzler zu den Untaten seines “  lupenreinen Demokraten-Freundes“ ( den zahlreichen Morden, zuletzt an B. Nemzow,  den Willkürurteilen zu Pussy-R.  etc.)  schweigt  und sich anstatt dessen eine Beurteilung anmasst,  obwohl er  jedwede Berechtigung für irgendeine Beurteilung mit seinem ölig-widerlichen Verhalten  -besonders  auch in den Jahren nach seiner Kanzlerschaft –  verspielt hat!!!
Der Niedergang der SPD,  der dieser Schröder noch immer angehört, könnte auch damit zu tun haben. Mehr als angewidert grüßt ein langjähriger SPD-Wähler und Zeit-Leser. – P.W. Anders


Genau wie Sie habe ich mich damals auch gefühlt: Jung, erfolgreich, gefördert. Frauenrechte? Kein Thema! Geht doch alles! Mit den Kindern werden Sie erleben, warum wir den Feminismus doch noch nicht hinter uns lassen können. Wenn Sie es sind, die mal wieder alle Termine neu koordinieren muss, weil das Kind aus der Kita wegen Krankheit abgeholt werden muss, wenn Sie sich abhetzen, um noch einen Termin beim Kinderarzt zu bekommen und die Schuhe der Kleinen auch schon wieder zu klein sind – dann würde ich mich freuen, wenn Sie noch einmal über das Thema schreiben würden! Und Männer, die mit diesen starken Frauen umgehen können, sind in der Tat rare Exemplare – ich hoffe, Sie werden fündig. Ich bin froh, dass ich meinen Mann vor meiner Berufung fand – mit Titel ist es erheblich schwieriger, wie mir einige Kolleginnen versichern. – Christine Kappei


Am Ende des ersten Bandes seines Buches „Die offene Gesellschaft und ihre Feinde“, welches Karl R. Popper 1944 im neuseeländischen Exil vollendete, steht folgender Text: „Wir können wieder zu Bestien werden, Aber wenn wir Menschen bleiben wollen, dann gibt es nur einen Weg, den Weg in die offene Gesellschaft. Wir müssen ins Unbekannte, ins Ungewisse, ins Unsichere weiterschreiten und die Vernunft, die uns gegeben ist, verwenden, um, so gut wir es eben können, für beides planen: nicht nur für Sicherheit, sondern zugleich für Freiheit.“ In diesem Sinne ist der „Wutausbruch“ von Frau Topcu ein großartiges und mutiges Plädoyer für die offene Gesellschaft und gegen ihre Feinde. Weiter so… – Jürgen Rohlfshagen


Wenn man von den elitär tümelnden Invektiven, für die DIE ZEIT Precht, Welzer und anderen Vordenkern reichlich Platz einräumt, einmal absieht, kann man ihren Ausführungen durchaus frische Erkenntnisse entnehmen: Während die alt gewordenen Philosophen, weil notorische Bedenkenträger und Schwarzmaler, für die gesellschaftliche Weiterentwicklung eher ein Hindernis darstellen, empfehlen die Autoren zur Lösung des Integrationsproblems durch Bildung, auf erfahrene Bildungsexperten zurückzugreifen. Da freut man sich aber als ehemaliger Lehrer und Schulleiter! Noch vor wenigen Wochen meinte Herr Precht in dieser Zeitung, man solle die Flüchtlinge „in die Integration stecken“ – vermutlich wie in eine Waschmaschine? Während hier also ein Zugewinn an Erkenntnis zu verzeichnen ist, wundert man sich, dass sie immer noch glauben, die Schulform sei der Schlüssel zu besserer Bildung. Es kommt, wie sie auch ausführen, auf Individualisierung an, und die ist schulformunabhängig. Aber sie ist personalintensiv und kostet daher sehr viel Geld. Dazu hätten sich Precht und Welzer gern mit jugendlicher Beherztheit konkreter äußern können und erklären, wer wann wieviel bezahlen soll. In diesem Zusammenhang sei auch auf folgendes hingewiesen: Die Autoren halten den Kapitalismus für verbesserungs- und überlebensfähig; hoffentlich haben sie Recht! Man sollte aber den Verlierern dieser Wirtschaftsordnung nicht zumuten, die Reparatur zweimal zu bezahlen: erst als Teil des Prekariats in Deutschland ohne, dann – noch prekärer – mit Flüchtlingen. Sich auf Lösungen durch unbekümmerte Jugendliche, von denen sich 54 Prozent gar nicht für Politik interessieren, zu verlassen wäre fahrlässig. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie wenig wissen, viel fühlen und alles glauben (in Anlehnung an Brecht), ist groß. Wir brauchen kluge Politiker, die nicht im Affekt handeln, sondern nach einem schlüssigen Gesamtkonzept. Und das sollte nicht darauf angewiesen,  von Vordenkern nachgereicht zu werden. – Johannes Kettlack


Als ehemaliger Hauptschüler denke ich ähnlich wie Her Wöhrle. Da ich aber beruflich wie privat viel mit Akademikern zu tun habe, fühle ich mich berechtigt zu hinterfragen, ob Herr Novotny den Anspruch einer geistigen Überlegenheit auf Dauer aufrecht  erhalten kann oder der Wunsch einer Überlegenheit aus einem vielleicht unterschwelligen Unsicherheitsgefühl entspringt? Auf Dauer Staatsgefährdend ist aus meiner Sicht die derzeit stetige Abwertung handwerklicher und ähnlicher Berufe zugunsten akademischer Berufe. Das muss hinterfragt werden. Ich plädiere aus guten Gründen zur Aufwertung dieser Berufe da die Aufsteiger aus der praktischen Arbeit zur theoretischen wechseln ohne sich die Erfahrungen der zurückgebliebenen aneignen zu können. Überdies frage ich mich, warum Menschen die, aus welchen Gründen auch immer, nicht aufsteigen können oder wollen, sozusagen über Nacht dümmer sind als die Aufsteiger? Fachmenschentum hat mit geistiger Überlegenheit wenig zu tun. Zudem wird den Nicht-Akademikern kein Platz zur  eigenen Darstellung eingeräumt. Man muss nicht nur etwas können, sondern auch darüber reden und schreiben dürfen. Von Polizisten beispielsweise, die Sylvester in Köln dabei waren, habe ich noch nichts gelesen, wohl aber von den Einsatzfernen Einsatzleitern. Das dient wohl eher der Hervorhebung der eigenen Wichtigkeit. Ich denke, Protestwählen  hat auch viel mit solchen Dingen zu tun. Noch ein Wort zu Herrn Novotny. Als ich in der Hauptschule war, wusste ich, dass es eine Realschule gab. Dort waren diejenigen, die die „besseren“ Berufe erlernen durften in den Siebzigern. Ich kann mich nicht erinnern, da schon von einer Sache namens Abitur gehört zu haben oder zu wissen, was das sein sollte. Dafür durfte ich aber schon mit 14 entscheiden, welchen Beruf ich mit 15 ergreife. Als Sohn eines ungelernten Arbeiters war das damals sicherlich die Regel. Heute haben um die 50% Abitur. Warum? Sicherlich nicht, weil durch die Beeinflussung durch öffentlich-rechtliche Medien die Intelligenz der Kinder positiv beeinflusst wurde, sondern weil sich ein Raum der Möglichkeiten eröffnete, die ich und meine Frau nicht kannten. Gleichwohl habe ich meine Tochter animiert, einen anderen Weg zu gehen. Aus unserer Familie wird wohl auch kein Handwerker mehr hervorgehen. Trotzdem: Persönlichkeit hat aber auch rein gar nichts mit formeller Bildung und Ausbildung zu tun! – Michael Schmitz


Ihr Artikel ist ein längst überfälliges Zeichen der Entrüstung! Einfach nur zuzusehen, wie die Rechten die Demokratie aushöhlen mit völkischen und gewaltverherrlichenden Forderungen, kann nicht Sinn und Zweck demokratischer Journalisten, und erst recht nicht demokratischer Bürger sein. Es tut deshalb mehr als gut, Ihre Gegenstimme, Ihre Wut über jene Journalisten zu lesen, die das Erstarken rechter Parteien verharmlosen und nur abwarten, bis diese sich selbst zerlegen. Ihr Aufruf zu mehr Engagement gegen die Dinosaurier auf dem politischen Parkett ist deshalb vollstens zu unterstützen!
Und an die Redaktion: Gerne mehr davon! Fatalistische Artikel mit der Aussage „Das wird noch richtig schlimm werden“ kann niemand gebrauchen! Es gilt Ursachen aufzudecken und Demagogen zu widerlegen. Mit diesem Artikel ist ein Schritt in die richtige Richtung getan. – Konrad Schultz


Danke für Ihr erhellendes Gespräch mit Herrn Sewing. Mit dem folgenden Kommentar möchte ich zu einer Äußerung Ihres Gesprächspartners Stellung nehmen:
„Wir geben derzeit 80 Cent aus, um einen Euro zu verdienen – es wäre schön, wenn das nur 65 oder gar 60 Cent wären.“ Geht’s noch, Herr Sewing? Mit 80 Cent einen Gewinn von 20 Cent reinzuholen bedeutet schon eine Rendite von 25%. Die weitaus meisten Unternehmer würden noch nicht einmal im Traum wagen, an so etwas auch nur zu denken. Herrn Sewing ist das aber nicht genug. Für ihn sollten es schon lieber 54% oder noch besser 67% sein. Maßlose Gier scheint ein kennzeichnendes Merkmal für höhere Aufgaben in der Bankenwelt zu sein. – Franz Ulrich Häusler


Wenn die ZEIT doch bloß dafür sorgen könnte, dass dieser Artikel der Wutbürgerin Özlem Topcu an alle Litfaßsäulen, an alle Plakatwände geklebt, in allen Zeitungen zwischen Flensburg und Kiefersfelden gedruckt und im Netz auf allen Face- und sonstigen books zu lesen wäre!!! – Rainer Giesen


Zu Özlem Topcu „Ich,die Wutbürgerin“: DANKE!!!Aus tiefstem Herzen,Danke für jedes einzelne Wort!Insbesondere für „Wir wollen euch nicht! Eure ‚Sorgen‘ kotzen uns an!“ – Anke Grünbec


Danke für Ihren interessanten Bericht. Mit zweifelhaftem Vergnügen habe ich insbesondere Ihre Ausführungen zu Punkt 5 „Falsche Kommunikation“ gelesen. Denen möchte ich den folgenden Kommentar hinzufügen:
Einen handfesten Betrug als „Stickstoffproblematik“ zu umschreiben, schon ist eine Dreistigkeit, die kaum zu toppen scheint. Geht aber doch! Volkswagen Nederland schreibt an betroffene Kunden: „… Ihr Auto … ist ausgerüstet mit einem EA 189 Dieselmotor. Dieser ist mit einer Software ausgestattet, die die Stickstoffwerte (NOx) während Tests optimiert. Wir bedauern, dass wir auf diese Weise Ihr Vertrauen verletzt haben.“ Der Duden nennt als Synonyme für das Wort „optimieren“ die Begriffe „vervollkommnen, perfektionieren“. Wäre Perfektion das Ziel gewesen, hätte VW nicht den geringsten Anlass sich zu erntschuldigen. Der Knackspunkt liegt aber in den Worten „während Tests“. Legt man den Akzent auf diese zwei Worte, offenbaren sie das wahre Ziel der angeblichen „Optimierung“, nämlich eine Vorspiegelung falscher Tatsachen. Der geneigte Leser vergleiche hierzu den Wortlaut des § 263 StGB. – Franz Ulrich Häusler


Ich halte den Wirkungsgrad dieses Artikels („Some like it hot“) für minimal größer als Null. Der Inhalt ist im wesentlichen bekannt, steht fast überall in den Medien und wird seit Jahrzehnten mal häufiger mal weniger häufig veröffentlicht. Zusammenhänge sowie Transparenz fehlen komplett (wer bitteschön kann denn eine Reduzierung um 1.000 Gigatonnen verstehen, was dies wirklich bedeutet). Die Ziele sind runterzubrechen auf Länder, Bereiche, Sektoren, Technologien. Wieviel wird heute ausgestossen, welche Ziele hat man sich für 2020 gesetzt, mit welchen Maßnahmen, wer ist dafür verantwortlich (z.B. für den Mobilitätssektor in Dtl. Herr Dobrindt?), welche Budgets sind dafür zur Verfügung gestellt?Benötigt wird die gesamtgesellschaftliche Bereitschaft (global), um tatsächlich den Co2 Ausstoss zu reduzieren. Wie kann das erreicht werden?
1) Publikation/Kommunikation des Ausstosses je Bereich/Sektor/Land (was es noch nicht gibt muss aufegebaut werden) je Monat – Angabe des Ziels bis 2020 (die Ziele in 2030 bringen Nichts, wenn 2020 nicht erreicht wird) – Maßnahmen, damit diese Ziele erreicht werden – monatliche Kontrolle der Zwischenziele. Veröffentlichung z.B. in der Zeit oder in der Tagesschau (die Aktienkurse z.B. werden in der Tagesschau gezeigt, der Co2 Ausstoss nicht). Ähnlich wie der DAX kann ein Co2 Index zusammengestellt werden (Aktienkurs und Co2 Ausstoss eines Unternehmens werden in Kombination gezeigt oder der Co2 Ausstoss ist Bestandteil des Jahresabschlusses)
2) Nicht die EEG Umlage erheben sondern den fossilen Enegrieverbrauch belasten zur Entlastung der Erneuerbaren Energie. Bei den geringen Kosten für Diesel, Benzin und Heizöl/Gas überlegt sich wirklich nur eine idealistisch veranlagte Minderheit den Kauf von Elektroautos oder die teure Wärmedämmung von Gebäuden. Die fossilen Energieträger müssen höher besteuert werden (auch das Kerosin im Übrigen) zur Entlastung der erneuerbaren Energien oder damit Subventionen (z.B. Wäremdämmung der Bestandsimmobilien, Erneuerung der alten Heizkessel) finanziert werden können.
3) Gesamtgesellschaftliche Veränderung des Verhaltens durch Sensibiliserung der Weltbevölkerung. Ähnlich wie es bei der Aufklärung der Bevölkerung der industrialisierten Länder hinsichtlich der Gesundheitsschädigung des Rauchens gelungen ist.
4) Gibt es schon einen Co2 Reduzierungsaward? Zumindest ist mir dieser nicht bekannt. Das könnte ein Geldpreis sein, der für innovative Ideen, die umgesetzt wurden, vergeben wird (nicht nur Technologien sondern auch Geschäftsmodelle, Verhaltensänderungen etc.)
Zuletzt muss auch die Frage gestellt werden dürfen: was passiert, wenn in einigen Jahren festgestellt wird, die vereinbarten Ziele werden nicht erreicht und die Erderwärmung schreitet über die 2 Grad voran? Wird dann das Thema Atomenergie wieder diskutierbar (welche Umweltkatastrophe ist schlimmer: eine irreversiblel erwärmte Erdatmosphäre oder die Risiken aus der Atomenergiegewinnung???). Gibt es schon Sanktionen bei Zieverfehlung? In Deutschland verursacht die Energiewende erhebliche Mehrkosten, die zunächst zu einem Wettbewerbsnachteil führen mit dem Risiko der Arbeitsplatzverlagerung bzw. Investitionsentscheidungen der Unternehmen gegen einen Standort in Deutschland – dies sind für mich die naheliegenden und greifbaren volkswirtschaftlich unkalkulierbaren Risiken! So weit mir bekannt ist setzen sowieso sehr viele Nationen auf die Atomenergiegewinnung – damit gelingt den anderen Staaten die Einhaltung der Co2 Ausstossreduzierung vermutlich einfacher als Deutschland.
Ich sage eine deutliche Verfehlung sämtlicher Ziele voraus; bei der Einführung der Elektromobilität wird das Versagen beginnen, und das ist der erste kleine Beweis für das unvermeidbare globale Verfehlen aller Co2 Reduzierungsziele. Als verantwortungsbewußter Bürger trage ich gerne dazu bei, die Erde als Planet und unseren Lebensraum in einem Zustand zu erhalten, der keine Bedrohung für Mensch, Tier und Natur darstellt. Mir und uns allen muss bewusst sein, dass wir hier im Vergleich zu schätzungsweise 80% der Weltbevölkerung sehr privilegiert sind. Aber es ist eben die gesamte Weltbevölkerung gefordert und nicht nur wir in Deutschland. Und dies gilt im Übrigen auch für die Flüchlingskrise! – Thomas Lehner


Die Autoren haben in ihrem Beitrag einige akzeptable Verhaltensweisen für die etablierten Parteien aufgestellt. Aber das Resümee ist zu dünn.
Die Narben sind zu groß und zu tief, warum viele Bürger die Politik der Regierung nicht mehr mitgehen wollen. Es hat nicht unmittelbar mit der Flüchtlingspolitik zu tun, sondern mit den vielen Baustellen, die die Politiker in unserem Land hinterlassen haben. Der Flüchtlingsstrom hat nur das Fass zum überlaufen gebracht. Rumoren tut es schon viel länger. Das haben bis heute viele Journalisten und Politiker noch gar nicht verstanden. Der Totalitarismus der falschen Toleranz hat unser Land schweren Schaden zugeführt. Angst und Wut hat das bei vielen Bürgern erzeugt. Besonders die älteren Menschen kommen damit nicht mehr klar. Auch die Freiheit kann nicht grenzenlos sein. Der moralische Verfall hat bei uns Konjunktur. Der Epochenbruch in den 70er Jahren hatte eine verhängnisvolle Folge – das Aufkommen eines Katechismus der Güte und grundsatzfreien Toleranz, der mangelnde Sinn für Konfliktpotenziale. Der „Gutmensch“ hat das Gegenteil dessen hervorgerufen, was eigentlich gesunden Menschenverstand ausmacht. Er meint, daß das gut Gemeinde auch das Gute sei. Heute ist der Gutmensch zur Plage geworden. In keinem anderen Land hat das so stark um sich gegriffen wie in Deutschland. Unsere Lehranstalten richten ihre Lehre danach aus. Der Präsident der Freien Universität Berlin. Dieter Lenzen hat im Handelsblatt geschrieben: „Der deutsche Glaube, das staatliche Erziehung entweder zum Sozialismus in der ehemaligen DDR oder zum kritischen Staatsbürger der Bundesrepublik eine Wiederholung der Gräuel des Naziregimes verhindern könnte. Weil die Durchsetzung von Leistungsstandards aber als ein besonderes Beispiel für autoritäres Unterrichten gehalten wurde, diskriminierte man die Prinzipien der Leistung und Anstrengung oder gar des Wettbewerbs nicht selten als solche.“ Die überzogene Toleranz hat auch mit Dummheit zu tun. Die Lehranstalten haben die Bildung jahrzehntelang vernachlässigt. Ihr Kollege Michael Jürgs hat über die Verblödung sogar ein Buch geschrieben. Die elektronischen Medien sind voll davon. Gott sei dank gibt es in unserem Staat noch Menschen, die den Mut haben, nicht nur vor vorgehaltener Hand, diesen Verfall öffentlich zu machen. Jetzt haben die Bürger endlich ein Sprachrohr, wo sie sich bestätigt fühlen. Wenn ich die Politiker und Journalisten so höre oder lese , dann erkenne ich wie Arrogant auf die AfD reagiert wird. Ich sage jetzt schon voraus, die AfD wird in der politischen Szene eine feste Größe bleiben. Die Bundestagswahl im nächsten Jahr wird zeigen wohin die Reise geht. – Gunter Knauer


Vielen Dank für Ihre klaren Worte, Frau Topcu. Ich, eine Frau mittleren Alters, aufgewachsen in der westdeutschen Provinz, berufstätig, hatte gerade angefangen, mich in diesem Land ein wenig wohl zu fühlen. Für einen Moment hatte ich das Gefühl, es hat sich etwas geändert. Nazi-Aufmärsche in der Wuppertaler Innenstadt an den Samstagvormittagen, daran erinnere ich mich noch gut – das war in den 80er-Jahren im tiefsten Nordrhein-Westfalen. Wenn ich mir anschaue, was die AFD zusätzlich zu Ihrem Rassismus aus Sorge und Liebe zu Deutschland noch so in Arbeit hat, kann jemandem wie mir – weiblich, Single, kinderlos – nur Angst und Bange werden. Und vielen der vermeintlichen Protestwähler sollte es ebenfalls so ergehen. Wer passt schon in das Raster, das dieser Partei vorschwebt, das sollten sich auch viele Ihrer Wähler einmal ganz genau anschauen. Doch auch wir anderen „sind das Volk“ – es ist an der Zeit, das auch öffentlich laut zu sagen. Vor einigen Jahren gab die wunderbar wütende Kolumnistin der Berliner Zeitung, Mely Kiyak, auf, weil sie die Hasszuschriften, die auf ihre Kolumnen regelmäßig folgten, nicht mehr ertragen mochte. Da ist mir klar geworden, wie oft wir zustimmend schweigen – Gehör verschafft sich der Hass, gerne aus der sicheren Anonymität heraus. – Gabriele Peffer


Die Analyse und Einschätzung von Josef Joffe habe ich wie immer mit Interesse und Gewinn gelesen, auch wenn das Ergebnis gerade auf dem Hintergrund des Vergleichs mit der amerikanischen People’s Party 1892 noch nicht ganz ausgemacht erscheint.  Ergänzt werden soll aber vor allem der Beginn: nicht nur zwei Rechtsparteien haben es in Landtage geschafft, sondern drei weitere:
1951  die Sozialistische Reichspartei (SRP) in Niedersachsen und Bremen mit z.T. zweistelligen Ergebnissen, bevor sie vom BVG verboten wurde.
1959  die Deutsche Reichspartei (DRP) in Rheinland-Pfalz und später die DVU z.B 1999 und 2004 in Brandenburg. – Peter Nixdorff


Die  deutschsprachige Wochenpresse kommt zu diametral unterschiedlichen Schlußfolgerungen darüber, wie sich der Ausgang der jüngsten Landtagswahlen in drei Bundesländern und der hessischen Kommunalwahlen auf die Flüchtlingspolitik der Bundeskanzelerin auswirken mögen beziehungsweise,  ob die Position der Kanzlerin gestärkt oder geschwächt daraus hervorgeht. Während Volker Zastrow in der FAS die Haltung von Angela Merkel eher bestätigt sieht, meint Tina Hildebrandt in der  ZEIT, ob der Plan der Bundeskanzlerin wirklich der einzig richtige sei ?? ^^ Aber das  Ausrufen einer siegreichen Angela Merkel über ihre Kritiker und Skeptiker ( so Zastrow in der FAS)  kommt doch viel zu früh. Denn erstens befinden sich schon über eine Millionen Migranten in Deutschland, von denen womöglich zwei Drittel oder mehr als illegale Zuwanderer zu betrachten sind. Zweitens ist die logistische Umsetzung der „Operation Asyl“ alles Andere als gesichert. Drittens hat die Merkel“sche Politik zu einem enormen Vertrauensverlust innerhalb der EU geführt, dessen Folgen die Bundesrepublik in sehr ungemütlicher Weise zu spüren bekommen wird.  Mit ihrer wiederholten Äußerung, Staatsgrenzen ließen sich heute nicht mehr schützen, hat die Kanzlerin den nationalen Interessen Deutschlands ebenso eindeutig geschadet wie mit ihrer früheren Aussage, wenn der Euro falle breche die EU auseiander. Die  durch die €  – Statuten  nicht gedeckte Geldflutungspolitik des EZB-Präsidenten Mario Draghi dauert unverändert an. Die Mitglieder der € Währungszone mit ausgeprägter Weichwährungsmentalität lassen sich auch durch Brüsseler Auflagen nicht von ihrer defizitären Haushaltspolitik abbringen. Die Belastungen der sozialen Sicherungssysteme der BRD durch den Migrantenansturm werden sich, wie der Präsident des Ifo-Institutes, Hans Werner Sinn, eingehend dargelegt hat,  spätestens dann in aller Deutlichkeit zeigen, wenn die im Augenblick noch sprudelnden Steuereinnahmen des Bundes versiegen. – Sigurd Schmidt


Ja, so schlicht kann eine Wahrheit sein. Herzlichen Dank für Ihren wichtigen Artikel, der mich sofort zu diesen Zeilen inspiriert hat.
Ich habe selbst 2 Kinder und stand vor 20 Jahren schon vor der Frage: Elternzeit oder Arbeitszeit? Die Antwort war nicht schwer, das Geldargument hat „natürlich“ den Ausschlag gegeben. Heute gibt es eine Vielzahl qualifizierter Frauen, die sich bereits beim Thema „Familie oder Karriere“ einem Dilemma ausgesetzt sehen. Eine nicht kleine Zahl entscheidet sich gegen Kinder, bestimmt nicht immer leichten Herzens.
Ihre Überschrift „Männer wollen das doch auch“ finde ich in meinem Umfeld immer häufiger umgesetzt. Ich wünsche Ihrem Artikel, dass er (ge-)hört!, (ge-)hört! wird.
Oder, um es mit den Worten von Ralph Fiennes in dem Film „Hail, Caesar!“ zu sagen: „Ach, wenn es doch nur so einfach wäre“. – Detlev Dreßler


Die ziemlich erregten Diskussionen über  die möglichen Folgen eine Fusion der Deutschen Börse in Frankfurt am Main mit der Londoner LSE erinnern daran, daß immer wieder auch einmal darüber spekuliert wurde, ob nicht die Hauptverwaltung der Deutschen Bank von Frankfurt nach London verlegt werden sollte? Dazu ist es bekanntlich nicht gekommen und für eine solche Entscheidung würde auch  weder die hessische Landesregierung in Wiesbaden noch die Bundesregierung in Berlin ihr Plazet geben. Auch paßt eine Argumentation, die auf die Skaleneffekte einer Fusion Frankfurt/London abstellt,  nicht in den heutigen Kontext der Diskussion über mehr Stabilität im internationalen Finanzwesen. Es gibt sehr ernsthafte Kommentatoren, die sogar eine Zerschlagung zu großer Finanzhäuser befürworten. Es sind heute nicht mehr die Zeiten der Gigantonomie bezüglich von Unternehmens-Zusammen-schlüssen . Aktionäre, Finanzaufseher und Kartellbehörden sind gut beraten, alle Implikationen der Fusionsabsicht sorgfältig zu prüfen, damit nicht das °standing° des Finanzplatzes Frankfurt am Main Schaden nimmt ! – Sigurd Schmidt


Ich habe gerade Ihren Artikel „Ich, die Wutbürgerin“ in der aktuellen Zeit gelesen, aufgrund dessen Ihnen – insbesondere als Frau – sicher ein großer Proteststurm von Rechts entgegen wehen wird. Daher wollte ich Ihnen schreiben und mich für den Artikel bedanken, der mir voll aus dem Herzen spricht. Und ich denke dass es vielen in der schweigenden Mehrheit so geht.
Ich hoffe, dass vielen Menschen bewusst ist, dass Frieden, Wohlstand und Demokratie keine Selbstverständlichkeit sind, sondern dass man für ihren Erhalt etwas tun muss, in Deutschland wie in Europa. Dass man dies aber auch mit anderen Menschen, insbesondere solchen in schlimmster Not, teilen muss. Emphatie ist ein entscheidender Wesenszug des Menschens und es ist erschreckend, dass eine wachsende Gruppe von Menschen stattdessen mit Angst, Ablehnung und Hass reagiert und sich selbst als Opfer stilisiert. Die schönen Zeilen von Assisi am Ende Ihres Artikel möchte ich gerne ergänzen durch die des persischen Dichters Saadi aus dem 13. Jahrhundert: „Die Menschenkinder sind ja alle Brüder // Aus einem Stoff wie eines Leibes Glieder // Hat Krankheit nur einzig Glied erfasst // So bleibt anderen weder Ruh und Rast // Wenn anderer Schmerz dich nicht im Herzen brennt // Verdienst du nicht, dass man noch Mensch dich nennt.“
Wir alle müssen mehr für die Demokratie tun und den Diskurs nicht den lauten Populisten überlassen. Vielen Dank für Ihren aufrüttelnden Artikel, der mich auch daran erinnert hat morgen endlich mal wieder zu einer Gegendemo zu gehen. Bleiben Sie und die Zeitredaktion weiterhin „wehrsam“ für unsere Demokratie! – Annegret Kunde


Aus „erster Hand“, nämlich von einer selbst geflüchteten jetzigen Helferin in einem Flüchlingsheim und seit 3 Jahren in meinem Deutschkurs als Schülerin höre ich fast wöchentlich, dass diese Menschen, die in Not kommen, ganz und gar nicht mit den Feldbetten, dem Essen und sonstigen „Selbstverständlichkeiten“ zufrieden sind. Nein, sie hatten gehört, Deutschland sei das Paradies und nörgeln permanent über die nicht erfüllten Ansprüche, bestellen unverfrohren Taxis oder Krankenwagen, um den nächsten Arzt aufzusuchen. Wie wird es mit diesen Ansprüchen später „draußen“ weitergehen? frage ich mich und sehe mich nicht allein. – Nicole Mathes


Selbst wenn die Sorgen von Wählern Özlem Topcu ankotzen, werden sie angesichts der Realität nicht verschwinden.
Die Aussagen, eigentlich sind diese Sorgen unnötig, es wird niemandem etwas weggenommen und ein Notbett in der Turnhalle sollte nicht geneidet werden, sind nicht hilfreich. Könnten sie doch so verstanden werden, dass ohne diese Probleme auch keine Anstrengungen zur Lösung derselben notwendig sind. Auch Gesinnungsethiker sollten doch wenigstens die Realitäten sehen und die absehbare Zukunft in ihre Überlegungen mit einbeziehen.
Dieser Artikel hat nicht das Niveau, das ich mir von der ZEIT wünsche. – Siegfried Rose


Danke, danke Harald Martenstein!! Endlich bricht einer eine Stange für uns AfD-Wähler auch in der linksliberalen Zeit. Eine Schande ist es, dass Sie, Harald, sich nicht trauen, über das Geschlecht ihrer Verwandten Aussagen zu machen! Da war es früher doch ganz anders- und Sie erinnern zu Recht an die gute Zeit von Adenauer: Da war ein Mann eindeutig ein Mann und die Frau wusste, wo ihr Platz ist. Gender? Das Wort stand da nicht einmal im Duden. Dafür hatten wir aber viele deutsche Kinder, wohlerzogene allemal, sonst setzte…ach ich schweife ab. Obwohl: Schon seit Langem habe ich Sie durchschaut, Sie Schelm, Sie Spitzohr: Viele Jahre dachte ich, Sie sind einer dieser Nestbeschmutzer, immer etwas zu kritisieren, und das mit einem linken Geschmäckle. Jetzt weiß ich, es ist ein inteligenter Trick. Sie öffneten die Herzen Ihrer linken Leserschaft und können dann- in homopathischen Dosen- diesen Futzis mit ihrem schreibgewandten Sarkasmus eines überbraten, diesen linksverirrten veganen Vegatariern und Männerhassern (Merken Sie: ich lasse mich nicht auf die Genderverhunzung unserer Sprache ein). Seither verschlinge ich Ihre Kollummen und freue mich heimlich, wie Sie den Sumpf trocken bearbeiten.
Aber nun zur Sache: Sie haben die Nadel auf den Kopf getroffen. Die AfD- Wähler müssen beschützt werden. Gut, dass Sie Ihre Verwandten nicht vollgequatscht haben mit gutmenschlicher Gesülze von den bedauernswerten Flüchtlingen. Sollen wir Deutschen etwa alle 60 Millionen Flüchtlinge der Welt aufnehmen? Auch wir Deutschen sind vor den Bomben der Alliierten nicht millionenhaft geflohen, wie diese Syrer. Wir haben standgehalten. Wir hatten keine teuren Handys und blieben in unserer Not. Diese jungen Herren, die sich hier auf Kosten unseres Sozialstaates verwöhnen lassen, sollten lieber kämpfen, immerhin haben wir Deutschen doch gute Waffen dafür auf dem Weltmarkt zur Verfügung gestellt. So ein Geschwätz: Libanon hat 4 Millionen Einwohner und eine Million Einwohner aufgenommen. Na und? Wir Deutschen sind einen anderen Standart gewöhnt. Da ist eine Million schon zu viel und die wollen alle in unser Sozialsystem! Dabei haben wir erst so viel Geld ausgeben müssen, um die faulen Griechen und unsere Banken zu unterstützen. Diese Menschen-Versteher haben immer eine einfache Antwort. Gut, Harald, dass Sie Ihre Verwandten nicht links angegraben haben! Bloß nicht dieses Gesülze, für die momentane Situation gebe es keine eindimensionalen Antworten. Die gibt es nämlich.
Denken Sie nur nicht, ich bin ein Unmensch. Auch die AfD ist für Asyl. Das steht ja im Programm. Aber wir wollen nicht überrannt werden und diese Flüchtlinge sollten in erster Linie dankbar sein und nicht auch noch Ansprüche stellen und unsere Frauen begrabschen. Natürlich ist es nicht schön, wenn Asylheime brennen, aber Volkszorn ist halt Volkszorn. Da hilft keine Hetze gegen diesen Volkszorn, man muss halt verstehen. So wie Sie uns verstehen. Und Grenzen schließen und abschieben.
Und richtig. Wir wollen Deutschland bewahren, so wie es ist. Sind nicht eh schon so viele Muslime und Ausländer bei uns? Die Lehrer klagen über mangelnde Rechtsschreibung. Klar doch, bei den vielen Mikrantenkindern. Man kriegt fast nur noch Döner und Falaffel in den Innenstätten. Da haben Sie Glück gehabt, ein gutes deutsches Schweineschnitzel bestellen zu können, bald müssen wir nur noch Hammelfleisch essen. Und ist es nicht eine arge Schande, dass Sie sich nicht trauen, Ihr Schnitzel beim Namen zu nennen? Sagen Sie es doch: Zigeuner-Schnitzel. Ja, so weit ist es gekommen. Warum gibt es so wenige Kinder heute? Ja wenn die Frauen alle Karriere machen wollen, wann sollen sie dann schwanger werden? Die Männer haben ja Angst, irgendetwas falsch zu machen, das beschreiben Sie in Ihrer Kollumne immer wieder so witzig. Gut, dass Sie sich besonnen haben und mit Ihrer fertilen jungen zweiten Frau (?) noch einmal nachgelegt haben, weiter so. Einfach toll, wie Sie uns von der AfD als natürliches Phänomen einer Demokratie verstehen. Ja auch 1933, als 43 % NSDAP gewählt haben, waren doch nicht alles Nazis und keiner wollte den Krieg und die KZs. Man muss der Schwatzbude aber einmal einen Denkzettel verpassen. Danke, dass Sie das verstehen können und dafür werben. – Eva-Maria Marx-Dieckmann


JA, wir müssen das billige Öl und Gas im Boden lassen ! Der Autor möge erklären, wie die letzten Veränderungen des in seinem Hause weiterentwickelten EEG dazu passen: soll wirklich der „Vormarsch von Energieeffizienz und Erneuerbaren“
den Preis fossiler Brennstoffe gedrückt haben ? Insbesondere die gerade vorbereitete EEG Novelle 2016 bringt den Erneuerbaren weitere Deckelungen durch engere Ausbaukorridore und zusätzliche Ausschreibungsrisiken statt ihnen durch Kopplung
mit Wärmeversorgung und Elektromobilität sowie Speichertechnologie und „regenerativ erzeugtes Gas“ Raum zu geben. Und warum soll regenerativ erzeugtes Gas nicht auch in gasbetriebenen Fahrzeugen und Gasheizungen verbrannt werden  – Dr. Dirk Bade


Vielleicht hätte es doch bei dem (Leser-)brief des Herrn Wellershoff bleiben sollen. Was man als Antworten auf die klugen und auch drängenden Interviewfragen bekommt, ist meines Erachtens unausgegoren und vom beruflich voreingenommenem, wohl nicht ideologiefreien Hintergrund geprägt. „Vorgefertigtes Leben“, eine Gesellschaft in Depression und Angst, entfremdete Arbeit, ein Volk von angepassten Arbeitssklaven … das klingt doch sehr nach altlinken, marxistisch geprägten Parolen. Zwar ist der Gedanke, dass die Flüchtlinge uns mit unbewussten Flucht- und Ausbruchwünschen in Kontakt bringen, nicht uninteressant, und für Einzelne mag das durchaus zutreffen, aber letztlich sprechen doch die Statistiken zu den AfD-Wählern gegen die Verallgemeinerung einer solchen These. In Freiburg jedenfalls stechen zwei Gruppen hervor, in denen die AfD überdurchschnittlich stark gewählt wurde: Deutsche mit Migrationshintergrund und Personen mit dem Bildungsabschluss Mittlere Reife/Realschule. Außerdem hat der größte Anteil der AfD-Wähler einen Vollzeitjob (63%) — deutlich mehr als bei den Wählern aller anderen Parteien. Diese drei Befunde legen eine vergleichsweise einfache Deutung nahe, worin die größte Angst, oder aber der größte Unwille, mit Flüchtlingen in unserem Land konfrontiert zu werden, bei vielen Menschen wohl darauf gründet: Auf den Ast, auf dem man sitzt (und den man vielleicht gerade erst erklommen hat), sollte nicht noch jemand steigen; er könnte ja brechen. Also nicht ein verborgener Fluchtwunsch, sondern ein Beharrungsimpuls scheint die — ja durchaus auch nachvollziehbare — Ursache zu sein. Um was es sich bei dem Ast jeweils handelt, kann individuell verschieden sein. Bei vielen mögen es Angst vor Konkurrenz um den Arbeitsplatz oder finanzielle staatliche Förderung sein; bei anderen ist das, was unter deutscher Kultur verstanden wird, das haltende und schützende Gerüst; bei manchen Bürgern mit Migrationshintergrund mag das demokratische System der Ast sein, den sie durch zurückgelassen geglaubte und nun potenziell nachrückende fundamentalistische Strukturen bedroht sehen. Und schließlich gibt es nationalistische Vorbehalte unter allen Bevölkerungsgruppen, auch unter (ehemaligen) Flüchtlingen. Das ist vielleicht trivial, aber komplexe und ausgeklügelte Erklärungsansätze sind nicht zwangsläufig treffender als einfache. Doch auch wenn wir die Ebene der Erklärungen für Ängste und Rechtsruck beiseite lassen, so hakelt manch andere These von Wellershoff ebenfalls, etwa wenn er eine weitverbreitete Unzufriedenheit mit der eigenen Arbeit diagnostiziert, was sich keineswegs in den Ergebnissen von Bevölkerungsumfragen widerspiegelt. Oder wenn er „all die Manager, die ein Jahr Pause machen“ im Kontext der durch die Bilder von Flüchtlingen von Angst befallenen Personen nennt. Auf Seiten der Wirtschaft ist die Angst vor der AfD und vor dem Rechtsruck in Deutschland deutlich größer als vor den Flüchtlingen (Gefährdung des Wirtschaftsstandortes), wenn man den offiziellen Verlautbarungen Glauben schenkt. Und schließlich die gewagte These, dass der soziale Status „gewiss damit zu tun (habe), ob man psychische Spannungen aushalten kann“. Hier scheint Herr Wellershoff von der Frage völlig überfordert gewesen zu sein, so dass er sich eine solch naive Antwort abpresste. Die Behauptung einer Korrelation von Schulbildung und psychischer Belastbarkeit ist jedenfalls fragwürdig, denn eine erhöhte Rate an psychischen Erkrankungen kann ja schlicht und einfach das Resultat einer stärkeren Alltagsbelastung sein, wie sie bei niedrigerem sozialen Status im Durschnitt anzunehmen ist. Und schließlich kommt zum Ende hin mit Wellershoffs Forderung nach dem Staat, der seinen Aufgaben gefälligst nachzukommen und die kriminellen Elemente zu beseitigen habe, eine Art Kehrtwende. Auch wenn in Köln und anderorts Fehler gemacht worden sind, glaube ich nicht, dass man die durch den globalisierungsbedingten sozialen Wandel bewirkte stärkere Unsicherheit durch einen starken Staat bereinigt bekommt, ohne dabei in autoritären Strukturen zu landen. Der Ruf nach dem Staat erscheint jedenfalls gegenläufig zu Wellershoffs vorheriger Klage gegen Erstarrung und bis ins Letzte durchorganisierter Gesellschaft. Gefordert ist wohl eine mentale Anpassungsleistung, die die „Metamorphose der Welt“ (siehe die Besprechung von Ulrich Becks Buch in der ZEIT Nr. 12 vom 10. März) als Prozess und damit auch das Bewusstsein um dauerhaft erhöhte Risiken zulässt. Der Weg zurück in die 1980er Jahre, wie er durch die AfD angestrebt wird (ZEIT-Dossier vom 10. März), ist jedenfalls keine realistische Option. – Gerhard Mayer


Ein Ohr für beide Seiten . Eine Frieden stiftende Kappeler Milchsuppe wie 1529 wünscht Tito Tettamanti (DIE ZEIT vom 17. März 2016, S. 12) für die am 28. Februar unterlegenen Befürworter und die mit 56% erfolgreichen Gegner der sogenannten Durchsetzungsinitiative der SVP. Bundesrätin Sommaruga soll zum Mahl einladen. Warum? Die politische Atmosphäre in der Schweiz sei vergiftet, befindet Tettamanti. Und konstatiert weiter: “Das Nein zur Durchsetzungsinitiative ermächtigt die Sieger nicht, das Unbehagen in breiten Teilen der Bevölkerung zu ignorieren. Diese Bürger haben das Gefühl, dass die Behörden ihren Belangen nicht ausreichend Rechnung trage“. Das kann sein und wäre schlecht. Nur: Hat sich Finanzier Tettamanti auch um die am 10. Februar 2014 im Fall der Masseneinwanderungsinitiative mit 49,7% Unterlegenen gesorgt? Wie ist es hier mit der Verpflichtung der Sieger, die bereits wieder mit einer Durchsetzungsinitiative drohen, das Unbehagen in breiten Teilen der Bevölkerung zu ignorieren?Schön, dass Tettamanti ein Ohr hat für Unterliegende. Schöner wäre, wenn er mit beiden Ohren hören würde – auf beide Seiten. Und wenn er sich mit seinem Einfluss und seiner Leidenschaft für Medien einsetzen würde, dass insgesamt mehr mit Augenmass und Lösungsbereitschaft politisiert würde. Dann wäre eine neuerliche Kappeler Milchsuppe nicht nötig oder alltäglich. – Christoph Reichenau


In dem „Hype“ um KI sollte ein Aspekt nicht außer Acht gelassen werden: Die regelkonformen Konstellationen auf einem Go- oder auch Schachbrett bilden eine endliche Menge mit abzählbaren Elementen. Die Regeln sind klar, und damit ist es für Programmierer kein Problem, alle möglichen Konstellationen zu erzeugen. Der Rest ist die mehr oder weniger intelligent programmierte Auswahl der nächsten Figurenkonstellation auf dem Brett. Ist eigentlich schon geklärt, was wir unter „Intelligenz“ denn überhaupt verstehen? Wenn wir es mit „Auffassungsgabe“ übersetzen und damit die Geschwindigkeit meinen, mit der Situationen nach gesetzten Regeln analysiert werden, sind uns Maschinen „natürlich“ haushoch überlegen. Doch eine „Intelligenz“ wird erst dann als „menschlich“ und in diesem Sinne künstlich, wenn ein Aspekt hinzutritt, der mit Wissen nichts mehr zu tun hat. Erst wenn die Maschine sich durch einen Go-Meister auch beeindrucken lässt, also so etwas wie Angst implementiert ist, sollten wir die Stirn in Falten legen. Solange das nicht passiert – und es wird nicht passieren, weil wir ja gerade die vermeintlich behindernde Angst los werden wollen und deshalb von den Leistungen der Software fasziniert sind -, ist die Maschine das, was sie ist: Eine Maschine, die Daten verarbeitet. Eine Intelligenz ohne das, was wir mit „Empfindung“ beschreiben, ist keine Intelligenz im Sinne eines Lebewesens, es ist eine Maschine. Und wie bei einer anderen Form von Maschine gilt auch hier: „Nicht in den Schwenkbereich treten!“ Statt von „künstlicher Intelligenz“ sollte man von „effizienter Datenverarbeitung“ reden. Dann kommt auch keiner auf die überflüssige Idee, einen Menschen gegen eine Maschine antreten zu lassen. Doch offenbar sind wir allzu gerne bereit, ein Ding wie einen durch Menschen erbauten und programmierten Computer als ernstzunehmenden Gegner wahrzunehmen(!). Wir sind es, die Maschinen vermenschlichen in der „festen Überzeugung“, als deren Schöpfer ja den „Beweis“ erbracht zu haben, die intelligenteren „Menschen“ zu sein bzw. zu werden. Das ist nicht intelligent, das ist naiv. Um nicht zu sagen: dumm. – Volker Homann


Warum sind denn die Leistungen und Ideen der großartigen Akteure und Aktricen der 1848er Revolution nicht ebenso fest verankert im deutsche Geschichtsbewusstsein, wie der Sturm auf die Bastille im französischen? Warum ist nicht Frankfurt die Hauptstadt? Warum ist nicht das erwähnte Lied unsere Nationalhymne, oder besser noch das Bürgerlied? Die deutsche Demokratie hat ihre Wurzeln im Südwesten, in Rastatt, Mainz, Frankfurt, nicht im preußischen Berlin! Und sie ist auch nicht mit den Bomben der Alliierten vom Himmel gefallen. Die Antwort „Weil sie gescheitert ist“ trifft es nicht, auch wenn das oft als Grund angeführt wird. Ganz richtig wird festgestellt, dass z.B. auch die Französische Revolution so gesehen als vorläufig gescheitert angesehen werden muss. Was direkt folgte waren schließlich die Blutspuren von Robespierre bis Napoleon.
Was der tatsächliche Grund dafür sein könnte, das wäre doch einmal eine wissenschaftliche Untersuchung wert. Liegt es vielleicht daran, dass den Deutschen alles Revolutionäre suspekt ist, dass Witzbolde zu Recht unken, in Deutschland könnte es keine Revolutionen geben, weil es verboten sei, die Rasenflächen zu betreten? Haben wir Angst vor der eigenen Courage? Ist das Obrigkeitsdenken so fest in der deutschen Seele verankert, dass Hecker, Blum, Struve und Anneke nicht als Vorbilder infrage kommen? Dann, und nur dann, wäre die Revolution tatsächlich „gescheitet“. Vielleicht ist es ja so.
Ihr Text, sehr geehrter Herr Erenz, gibt darauf natürlich keine Antwort, war aber das Interessanteste was ich in den letzten Jahren zum Thema gelesen habe. Denn genau diese Fragen stelle ich mir schon lange! Danke. – Andreas Meier-Münnich


Beim  Durchlesen des Interviews des Herrn Kammertöns fragt man sich, warum dieser Ermittler weder sich selber, noch den Herrn Flimm daran erinnern mag wie die Journaille dem Herrn Beckenbauer 2006 und danach sonstwohin gekrochen ist – mit Profit selbstverständlich, und auch berechtigterweise.Man staunt auch darüber, wie diese investigativ-kommunikativ begabten Menschen es erst jetzt geschafft haben wollen, aus allen Wolken zu fallen.
Reporter des Satans ist ein schönes Motto. Reporter des Bordellbetreibers ist treffender. – Wolfgang Bock


Ob die Autoren diesen Text nochmal persönlich an Frau Merkel, Herrn Gabriel, Frau Peter und Herrn Özdemir sowie an Frau Kipping und Herrn Riexinger übergeben könnten? Und vielleicht – nur zur Sicherheit des richtigen Verständnisses wegen – erklären, das die Grundlage, das Fundament, die Macht, also das Wesen der Demokratie nicht das Gewinnen von Mehrheiten ist – das ist ein Nebeneffekt, der das Regieren legitimiert – sondern der offene Diskurs. Also das, was Transparenz erzeugt. Und vielleicht bei der Gelegenheit auch nochmal deutlich darauf hinweisen, das die aktuelle „große Koaliation“, die seit nur 3 Jahren amtiert, keine Lösung ist, sondern als Ursache der Legitimierung verschärften Populismus‘ und radikaler Tendenzen verstanden werden kann. Wäre die Demokratie eine Person, man könnte meinen, sie ringt um Profil und möchte sich auch trotz des Risikos ihrer Existenz ihren Charakter bewahren. Mutig, mutig, ehrerbietend gar, könnte man meinen. Doch vielleicht ist es die reine Verzweiflung, die die Dame da erfasst hat. Weil sie sich nicht verstanden fühlt. – Volker Homann


Eine sehr kluge Auffassung von Stefan Liebig. Wann war eigentlich unsere Bundeskanzlerin zu einem Staatsbesuch in Afrika? Ich kann mich an keinen erinnern – vielleicht in Südafrika zu einem Fußballspiel. Auch das hat die Regierung, wie so vieles, verschlafen.
Ein Freund von mir hatte in den 80er Jahren in der Republic of Liberia eine Computerfirma mit 40 Angestellten aufgebaut. Er mußte nur durch den Bürgerkrieg aus dem Land flüchten. Heute gibt es sicherlich noch ganz andere Möglichkeiten. – Gunter Knauer


In dem Artikel („Geht das auch ecker?“) erwähnen Sie Carola Petrones Cateringfirma aus Weßling. An meiner Schule beliefert sie auch die Mensa. Obwohl alles laut der Werbung frisch, Bio und lecker ist, bekomme ich von der Pizza Bauchweh, und sie verkaufen undefinierbare gelbe Nudelsoße, die nach nichts schmeckt, gleichzeitig auch als Suppe. Übrigens glaube ich nicht, dass der Tiefkühlbackfisch aus der Region (Bayern) stammt. Vielleicht ist dieses Essen gesund, aber lecker ist es definitiv nicht. Ich hole mir auch lieber was am Kiosk. – Sophie Reich


„’Afrika ist jung, Afrika wächst. Das ist unsere Stärke‘, sagt Paul Kagame. Was mancher Nichtafrikaner Bevölkerungsexplosion nennt, preisen afrikanische Politiker als Bevölkerungspotential.“ – Sicher ist, dass schnell wachsende Bevölkerungen für Wut und Kriegsgeilheit bei den vielen jungen Männern sorgen, die keine Arbeit finden, die kein Land, kein Geschäft, keine Werkstatt erben, höchstens hoffen können, solche Schätze nach Kriegszügen als Beute zu bekommen, wenn sie sich P.K. oder einem anderen begabten Autokraten anschließen.
Gelegentlich machen sich Ökonomen wichtig mit der Behauptung, Länder mit vielen Millionen würden durch Tausende von Genies automatisch zu Wohlstand kommen. Nun könnten diese Märchenerzähler im Geschichts-unterricht gelernt haben, dass die Industrielle Revolution nicht in China, Indien oder Afrika ausbrach, sondern in England mit seiner bescheidenen Bevölkerungsgröße. Zum zweiten könnten sie wissen, dass bei den „asiatischen Tigerstaaten“ die staatliche Förderung der Familienplanung die Hälfte der Miete war. Zum dritten könnten sie seit Jahren den Bevölkerungsstatistiken der UNO entnehmen, dass die „More developed regions“ seit 1950 weniger Bevölkerungswachstum hatten als die „Less dev. Regions“, dafür aber der Anteil ihrer „60+“-Bevölkerung stärker zunahm; wohingegen die „Least developed regions“ mit dem stärksten Bevölkerungs-wachstum glänzten, beim Anteil ihrer Alten aber auf dem gleichen jämmerlichen Stand blieben. Dass Noble Banadda aus Uganda in Brüssel Chemische Verfahrenstechnik studieren musste, um einen Pyrolysereaktor für Abfälle zu entwickeln, bezweifle ich – nach dem 2. Weltkrieg waren Holzvergaser an Lastwagen ein vertrauter Anblick. Aber seine akademischen Kenntnisse setzen ihn vielleicht in den Stand, billige Speichermöglichkeiten für die Sonnenenergie oder den daraus gewonnenen Strom zu finden. Ja, die ganze Welt bräuchte keine Angst mehr vor dem Klimawandel zu haben, wenn so ein frischer Geist funktionierende Kernfusionsreaktoren entwerfen könnte, ein System, nach dem die Forscher der nördlichen Hemisphäre seit  fünfundfünfzig Jahren vergeblich suchen. Vor einer Woche war mein zwölf Jahre alter PKW in der Reparatur und kam dann durch den TÜV. Der Meister und seine beiden Gesellen können solche „Wunder“ vollbringen, weil sie normale Schulen besucht, eine Berufsausbildung und schließlich den Meisterkurs gemacht haben. Mitte Februar hatte ich noch freie Wahl bei den Terminen; ich musste nicht beten und hoffen, dass irgendein Gott ein herumirrendes Genie in meine Kleinstadt schickt. Also: Wenn die Politiker in Afrika wirklich wollen, dass es ihren Ländern gut geht, müssen sie zuerst dafür sorgen, dass alle Menschen gut ausgestattete Schulen besuchen können – die Genies finden den weiteren Weg zu den ausländischen Universitäten und zurück alleine. – Armin Amrhein


Dass das „Deutschsein“  nicht „flüchtig“ ist, belegen Sie sehr geehrte Frau Topcu mit Ihrem Artikel und der besonderen Aussage, „zu begreifen, die Demokratie als ein ganz besonderes Geschenk“ zu betrachten, „das man umsichtig und zart behandeln sollte“. Sie betätigen  sich damit sehr konkret im Sinne des hl. Franz von Assisi als „Werkzeug des Friedens“. Danke. – Heiner Hülsken


Scheinbar der „Sogwirkung“ des rechten Randes ebenso erlegen wie die von den Autoren gescholtenen europäischen Partner, wirken die Verfasser des o.g. Artikels leider selbst. Einerseits mit erhobenem Zeigefinger der französischen UMP attestierend, deren Argumentation sei „nicht immer leicht von derjenigen des FN zu unterscheiden“, machen sich die Autoren scheinbar bedenkenlos und ohne Kenntlichmachung den populistisch-lancierten Begriff der „Altparteien“ zu eigen. Eine historische Randnotiz, dass dieser Terminus in einer Rede von Joseph Goebbels zum „Tag des Großdeutschen Reiches“ am 9. April 1938 in Wien Verwendung fand, um die demokratischen Parteien der Weimarer Republik zu diffamieren? Eine Petitesse, deren Kenntnis man vom professionellen Politikjournalismus nicht erwarten darf? Wohl kaum. Im sensiblen Kontext der geäußerten Kritik an anderen europäischen Ländern kommt der unreflektierte Gebrauch von historisch-bedenklichen Begriffen vielmehr wie ein leicht arroganter und peinlicher Fauxpas daher. Umso skuriller, weil treffender, die unfreiwillig selbstkritische Schlußfolgerung der Autoren, dass wenn wir uns von Parteien wie der AfD „in Geißelhaft nehmen“ ließen (und deren Vokabular anstandslos übernähmen), dies „alles andere als eine beruhigende Aussicht“ darstellte- frei nach dem Motto: „Erst wenn die restlichen 80 Prozent sich nach ihr richten, wird es bedrohlich“. – Dr. Johannes Waldschmidt


Bei der mir bis jetzt bekannten und erlebten Arbeitswirklichkeit erstaunt  es mich ausserordentlich über die vergabe einer Führungsposition in München zu lesen an eine frau – noch dazu im 5. Monat schwanger –  die gegenüber zwei männlichen bewerbern ‚vorgezogen‘ wurde. Hier ist die gewählte ausdrucksform für mich sehr aussagekräftig. Könnte es nicht sein bzw ist es nicht so das die Qualifikation und Eignung dieser Bewerberin das ‚manko‘ Schwangerschaft im 5. Monat für den Arbeitgeber mehr als ausgeglichen hat ? Das würde jedenfalls eher meiner bisherigen Erfahrung entsprechen. Überhaupt finde ich es wichtiger sich allgemein für faire Arbeitsbedingungen und Aufstiegschancen aller berufstätigen einzusetzen als bekannte geschlechtsspezifische vorurteile unterschiedlichster Art in einer Artikelreihe
zu wiederholen. Von der redakteurin  und der Redaktion einer so renommierten Zeitung erwarte ich überzeugendere aussagen zum thema Gleichberechtigung und einen realistischeren Blick auf die heutige arbeitswelt. – Rosemarie Diekman


Viele interessante Ansichten und Philosophien. Ich hänge das alles nicht so hoch. Es mag sein, daß wir uns an einen bestimmten Wertekanon wieder erinnern sollten, wenn man es differenziert, bitte gern. Ich persönlich möchte nicht ständig mit Menschen konfrontiert werden, die jeglichen Anstand vermissen lassen. Ich möchte nicht in eine Situation geraten, die mein Leben bedroht. Ich möchte nicht, daß der Islam in einem Ausmaß bei uns Platz findet,  aus einer völlig anderen altertümlichen Kultur, die jede moderne Entwicklung ignoriert hat. Ich möchte nicht Politiker über den Weg laufen, die meinen, wir sollten unsere Kultur dem Islam anpassen, was ständig bestritten wird, aber durchaus im Alltag überall zu finden ist. Ich möchte wieder eine Ordnung, die das Wort auch verdient, in der sich der Bürger wieder wohlfühlen kann. Ich möchte nicht, daß in meiner Verwandtschaft ständig diskutiert werden muß, welchen Weg die Töchter am besten gehen sollten, um in eine Discothek zu kommen und wieviel Mädchen sich anschließen sollten. Ich möchte keine politische Globalisierung, wobei ich Europa ausschließen möchte. Ich möchte wieder eine Bildung und Schulkultur, in der wieder gesungen wird und Sport ungehindert stattfinden kann. Ich möchte überhaupt Schulen, wo auch gelernt wird und den Schülern wieder Grenzen aufgezeigt werden. Ich habe über vier Jahre in Singapur gelebt – dort habe ich mich freier gefühlt als in Deutschland, obwohl es dort nur eine Partei gibt. Auch der Wohlstand ist höher als hier. Kriminalität gibt es nur im Null Komma Bereich. Deswegen lese ich die Beiträge der Politikwissenschaftler mit entsprechenden Abstand. Wenn diese aufgezählten Baustellen wieder in unserer Gesellschaft Einlass finden, dann ist es mir egal, ob die SPD oder CDU/CSU oder eine andere Partei die Verantwortung für unseren Staat trägt. Die AfD hat die Unzufriedenheit vieler Bürger genutzt, um sich politisch zu engagieren. Das ist, bei der heutigen politischen Kultur, sehr mutig gewesen. Die unzufriedenen Bürger, die  sind nämlich viel zahlreicher als die Medien und Politiker uns weis machen wollen, haben endlich ein Sprachrohr gefunden wofür sie sehr dankbar sind. Wenn Sie mich fragen, war dieser Weg längst überfällig. – Gunter Knauer


Sie behaupten, dass es der Österreichischen Volkspartei (ÖVP) im Jahr 2000 „misslang“, die rechtspopulistische FPÖ durch Beteiligung an der Regierung zu entzaubern. Fakt ist, dass sich die FPÖ in der Regierungsphase gespalten hat. Ein Teil sehnte sich nach Fundamentalopposition, in der Regierung verblieb das neu gegründete „Bündnis Zukunft Österreich“ (BZÖ). Bei der Nationalratswahl 2012 kam die FPÖ nur noch auf rund 10 Prozent (ein Minus von 17 Prozent-Punkten gegenüber der Wahl 2000). Wenn das mal keine erfolgreiche Entzauberung ist! – Dr. Philip Baugut


Sonntag Vormittag, Stunden für “Die Zeit”. Seite 2, “Ich, die Wutbürgerin”. 1 x gelesen, noch einmal gelesen. Hier ist in einer 2/3 Seite alles zum Thema gesagt. Man sollte den braunen Schwachmaten und deren Sympathisanten den Text jeden Morgen in den Müslibrei rühren. – Ich möchte Özlem Topcu für diese Zeilen umarmen. Danke. – Gerhard Draumann


Vielen Dank für Ihren mutigen Artikel „Arme Frau? Armer Mann!“. Selbst Ende 20 kann ich Ihre Beobachtungen und Erfahrungen sehr gut nachvollziehen. Ich glaube jedoch, dass sowohl Männer wie auch Frauen beständig an ihrer Emanzipation arbeiten müssen, an der Emanzipation von Erwartungen und Konventionen, und das jeder einzelne. Wie oft entscheidet sich sowohl Mann als auch Frau für die bequeme, passive „Mitlauf“-Variante, anstatt mit Mut Position zu beziehen. Es wäre Zeit für einen allgemeinen Appell „Zeig, wer du bist und was du willst, lebe deine Visionen, dein Potential, deine Einzigartigkeit“! – Clara Radunsky


Sehr geehrte Frau Gilbert, Die Zeit und ihre Redaktionen müssen Orte der Glückseeligen sein. Bevölkert von charmanten, attraktiven, bodygestylten, manikürten und ausschließlich gut aussehenden Frauen. Mit so guten soft skills versehene Arbeitsplätze, dass Sie sich „vom Feminismus verabschieden“ können , obwohl sie wissen dass Sie 79 Tage mehr arbeiten müssen, um auf das selbe Gehalt zu kommen wie ihre Kollegen.
Mit fünfzig Jahren finde ich es nicht mehr „interessant“, dass in Deutschland kaum Frauen an der Spitze von Dax – Unternehmen sind. Bereits Anfang der 90 er Jahre forderten (so lange wir charmant blieben, nahm man uns gar nicht ernst) wir Frauen, diesen Punkt politisch zu verankern. Die Regierung ließ sich von den Unternehmen mit dem Versprechen der „freiwilligen Selbstverpflichtung der Wirtschaft“ einlullen. Das Ergebnis (während Jahrzehnten des Wirtschaftswachstums) sind heute weniger Frauen in Aufsichtsräten als damals. Das ist traurig und auch ein Grund, warum man mit mehr Lebenserfahrung vielleicht wütender wird.
Was die Beförderung in München betrifft : sie wollen nicht andeuten, dass eine kompetentere Person (Kompetenz entscheidet doch über die Auswahl) nicht befördert werden darf, weil sie schwanger ist, oder?
Sehr neugierig bin ich auf Ihre Denke in zwanzig Jahren, wenn sie so alt sind, wie ich heute. Richtig spannend wird ihr Arbeitsleben als Mutter. Wie sagte schon Willy Brandt „nichts kommt von selbst, weniges hat Bestand“. – Danielle Baral


Ohne das Geringste über Sie zu wissen, ja ich google Sie nicht mal, habe ich den Verdacht, dass Sie aus einer sehr privilegierten Position heraus argumentieren. Sie  dürften schlank sein und gut aussehen, das geht aus Ihrem Text hervor, kümmern sich am Wochenende gewissenhaft um ihr Äußeres, wollen aber natürlich nichts mit der gestörten Tochter des Birkenstock-Feminismus, dem häkelnden also oberflächlichen Netzfeminismus, zu tun haben. Warum auch. Noch streichen Sie, wie Sie selbst zugeben, zumindest in der vor männlichen Chefredakteuren wimmelnden Publizistikbranche den Bonus der ebenso niedlichen wie Zähne zeigenden hübschen Mitarbeiterin ein – und weil Sie schon geschätzte 10 Jahre im Geschäft sind, werden Sie diesen Bonus, der ein Ablaufdatum hat, glauben Sie mir, danach auch gar nicht mehr nötig haben. Glückwunsch! Glückwunsch vor allen Dingen zu Ihrem tollen Job. Aber Sie glauben doch nicht ernsthaft, dass „unsere Welt heute“ so ist, wie sie sich für Sie und Ihre scheinbar ebenso erfolgreichen Freundinnen darstellt? Denn wenn, dann haben ich und meine Freundinnen da entweder groß was verpasst oder, das liegt näher, alles falsch gemacht. Wie viel die Benachteiligung von Frauen mit „unserer Welt heute“ noch zu tun hat, will ich Ihnen kurz schildern – und dabei ist es völlig belanglos, ob das Wort Feminismus fällt oder nicht: Alles mag gut gehen, solange Sie – durchschnittlich schlank und hübsch vorausgesetzt (haben Sie nicht diesen großartigen Artikel über Dicke im Zeit Dossier vor einem Jahr gelesen??) – unter, sagen wir mal, 35 sind und keine Kinder haben. Die Akademikerinnenrate steigt, alle sind top-ausgebildet und „hoch motiviert“ und wollen eine gewisse Position erreichen. Das sollten sie auch, wenn sie Kinder haben wollen, denn ab der (ersten) Schwangerschaft wird es für Frauen schon etwas komplizierter: Sie fallen unweigerlich für ein paar Wochen, meistens Monate, aus und verpassen da beruflich oft gar nicht so wenig. Wiedereinstieg: Hoffentlich alles geregelt, der Partner geht in Elternzeit, das Geld (viel) für Babysitterinnen ist da und idealerweise auch eine Oma – denn auch wenn es Kinderkrippen gibt und hoffentlich lange Öffnungszeiten: Kinder sind nicht selten krank und man will sie, das ist jetzt kitschig, auch einmal sehen. Nach dem x-ten Durchhänger überlegt man schon mal, ob man die Arbeitszeit nicht doch kürzen soll (der hoffentlich ältere Partner verdient auch viel mehr), macht das aber besser nicht – es sei denn, der Gesprächstherapeut (teuer) rät dazu (bestimmt), „doch mal kürzer zu treten“. Wollen Sie keinen Karriereknick, machen Sie das nicht. Es kann Ihnen, zumindest im rückständigen Wien, nämlich passieren, dass die Firma, für die Sie und andere Teilzeitkräfte (allesamt Mütter) arbeiten, Sie aus „finanziellen Gründen“ entlässt und nur mehr die Vollzeitmitarbeiter (Männer) behält. Ich spreche von einem großen Architekturbüro und von heute, März 2016. Im weniger rückständigen Berlin kommt es vor, dass eine Mitarbeiterin, die eine namhafte Galerie während der Abwesenheit ihrer in Elternzeit befindlichen Chefin fast selbstständig geführt hat, gekündigt wird als sie dieser eröffnet, dass sie schwanger ist (Frühjahr 2015). Mir ist dasselbe vor ein paar Jahren bei einem Sozialverein passiert als ich, schwanger zum dritten Kind (assi, ich weiß), entlassen wurde mit der Frage: „Wie wollen Sie denn das schaffen?“ (Ich denke bis dahin gut gearbeitet zu haben, denn kurz zuvor war mir eine Beförderung angeboten worden. Die Stelle wurde dann mit einer jungen Frauenrechtsaktivistin besetzt, um die Frauenquote zu halten) – Und diese Frage, wie ich denn das alles schaffen will (Unterton: sie schafft es nicht), begegnet mir seitdem permanent. Fragt man angepisst zurück: „Stellen Sie diese Frage auch Männern, die Kinder haben?“ – und ist der Bonus mit spätestens Ende 30 vorbei – ist die Schnauze, die einen früher als Püppchen vielleicht ausgezeichnet hat, auch nicht mehr gefragt. Frauen, die Mütter sind, werden diskriminiert. Nicht (nur) von Hinterwäldlern, da erwartet man vielleicht nichts anderes, sondern gerade auch im Kultur- und Sozialbereich. Denn in Wahrheit geht es häufig nur ums Image (Frauen/ hübsch ist sie auch noch?/ Quote) – und immer ums Geld (Mütter, denen ist doch ihr Kind immer wichtiger als der Job und dann sind sie so viel im Pflegeurlaub, was das die Firma kostet!).
Jetzt jammer ich (schon wieder), ja Sie haben recht, wir können uns selbst nicht mehr hören. Wir, das sind Mütter, großteils Freiberuflerinnen, Geringverdienerinnen. Kürzlich sagte eine Freundin mit zwei abgeschlossenen Studien und einem Kind: „10 Euro in der Stunde und keine Anstellung, das ist mir einfach zu wenig. Da geh ich lieber putzen. Da beweg ich mich wenigstens.“ Unsere Männer übrigens – ja, viele jammern. Manche von ihnen weil sie sich benachteiligt fühlen von einer Gesellschaft, die es ihnen nicht zutraut, auf (mehr als) ein Kind so gut aufzupassen wie eine Frau und es ihnen häufig immer noch nicht gönnt, Zeit mit ihren Kindern zu verbringen. Zumindest wenn der Job wackelt, und es wackeln viele Jobs, geht der Teil in Elternzeit, der weniger verdient (wie beiläufig Sie den Gehaltsunterschied erwähnen!) – nur falls Ihnen existenzielle Sorgen etwas sagen sollten. Ich weiß, es gibt ein Recht auf Elternzeit, es gibt einen Diskriminierungsgerichtshof, es gibt das alles. Ihren Job sind Sie nach einem solchen Procedere aber trotzdem los, denn wer will auf Dauer so illoyale MitarbeiterInnen, die die Firma verklagen.
Nun, ich habe jetzt über eine Stunde gebraucht, um diesen Leserbrief, eine Alterserscheinung, zu schreiben. Viel zu emotional. Viel zu subjektiv. Gar nicht recherchiert. Und gar nichts verdient damit. Vielleicht hätte ich lieber vorschlafen sollen, denn ich werde auch heute Nacht wieder geweckt werden. Und morgen umso mehr jammern weil ich nicht ausgeschlafen bin. Nun ja. Selber schuld. – M. Goelz


Stimmt es eigentlich, daß die deutsche Debatte über die Flüchtlingskrise von älteren Intellektuellen bestimmt wird?  Deren Verzagtheit erweise sich als gefährlich. – Das Plädoyer von Richard David Precht und Harald Welzer für ein völlig offenes Deutschland unbegrenzter Zuwanderung unterstellt jedoch  für das 21.Jahrhundert eine von  Hayek“sche  °offene Gesellschaft° , die es aber in dieser völligen Liberalität weder in Deutschland noch in der Schweiz oder anderswo gibt. Ob man nun von einem sich ausbreitenden Populismus, Rechtsextremismus oder sonstigen autoritären Entwicklungen spricht…. der „Genosse Trend“  in Europa und anderswo wie in den USA ist doch gerade eher auf dem Gleis der Ausgrenzung als der sogenannten Inklusion unterwegs.^^ Außerdem wird es immer so sein, daß öffentliche Diskurse  eher von „älteren Intellektuellen“ und nicht von Schülern und Studierenden geführt werden. Aus der Tatsache, daß weltweit die Zahl der Flüchtlinge – insbesondere wegen des Wohlstandgefälles – wächst, läßt sich doch nicht einfach logisch folgern, daß diese soziale Tatsache durch Abschottung nicht aus der Welt zu schaffen sei. Denn massenweise Zuwanderung führt natürlich dazu, daß von den  Zuwanderern  nunmehr der Zugang  zu öffentlichen Gütern als quasi menschenrechtlicher  Anspruch erhoben wird, die  Migranten sich aber sprachlich und kulturell erst nach Generationen der „Naturalisierung“ in der Gastgesellschaft zu im Sinne der Wertschöpfung gleichwertigen Bürgern entwickeln können. Es gibt vielleicht  eine Teilhabe-Ethik im Rahmen religiöser Ideale wie der christlich gebotenen Barmherzigkeit und Solidarität , aber es gibt eben darauf menschenrechtlich keinen Anspruch, solange die Welt in unterschiedliche Nationen und Volkswirtschaften gegliedert ist. Die Globalisierung ebnet nicht automatisch historisch gewachsene Bevölkerungsstrukturen ein. – Sigurd Schmidt


Sagen Sie bitte Özlem Topçu meinen ausdrücklichen Dank für den Artikel – ich habe selten ein so eindeutig für unsere Demokratie eintretenden Artikel gelesen. Ich bin stolz auf Sie.
Wenn alle ein wenig intensiver darüber nachdächten, was dieser Staat zu Wege gebracht hat, dann sollte es kein Problem sein, diesen Staat mit allen seinen Fehlern, all seinen Ungerchtigkeiten zu stärken. Dass nicht alle mit allen Entscheidungen der staatlichen Organe eein können ist Bestandteil des Systems Demokratie. Aber die Integrationskraft der großen Mehrheit des „Volkes“ sollte nicht unter den Tisch gekehrt werden – immer noch stehen mehr als 80 % hinter den Entscheidungen der Parteien; auch das sollte gelegentlich in den Fokus unserer Betrachtungen treten.
Treten Sie weiter so stark für unsere Demokratie mit all ihren Stärken und Schwächen ein. – Reinhard Zeidler


Sie sprechen mir mit dem Artikel aus der Seele, vielen Dank, Frau  Topçu ! Es wird wirklich Zeit, dass endlich mal die Vernünftigen wütend werden angesichts soviel Unvernunft in der  Politik. Deshalb bekenne ich : Ich bin stinksauer über die Angststarre,  mit der Medien und Politiker auf die AFD gucken und so tun, als müsste man nur vernünftig mit denen reden, um sie einzufangen! Nein, das wird nicht funktionieren, denn die Partei wird von vielen gerade deshalb gewählt, weil sie ihnen das Nachdenken über Inhalte komplett abnimmt und statt dessen Angst und Wut als Ideologieersatz anbietet. Ich bin wütend über die Politiker, die aus Erfolgen von rechten Parteien in Nachbarländern nichts lernen und immer noch glauben, man könnte sie die AFD kleinkriegen, indem man ihre Inhalte übernimmt. Ich bin ziemlich wütend über Frau Merkel, die keine Leidenschaft zeigt, für ihr „wir schaffen das“ wirklich zu kämpfen. Es reicht nicht, diesen Satz immer nur zu wiederholen, ihn in der Tagespolitik aber durch das konkrete Handeln lügen zu strafen. Warum kann Deutschland nicht wenigstens die Misere in Idomeni beenden und die dort festsitzenden 14 000 Menschen im Alleingang aufnehmen? Soviel kamen letzen Sommer in 2 Tagen! Zu allerletzt bin ich wütend über ein Europa, das seine Werte und seine Wurzeln verrät und tatenlos zusieht, wie die Türkei ihre Fortschritte der letzten 15 Jahre zunichte macht.
Istanbul, eine der schönsten Städte Europas, wird zur No-Go-Area und Europa verliert kein Wort über den Wahnsinn des erneuten Kriegs mit der PKK und die größenwahnsinnigen Ambitionen von Erdogan. Und das nur, um möglichst keine Flüchtlinge aufnehmen zu müssen. Nie wieder will ich das Gerede von „europäischen Werten“ aus dem Mund dieser politischen Bankrotteure hören, die das verantworten. – Dr. Dirk Kerber


Ihre Ausführungen zu den viel  beachteten und oft gehätschelten Wutbürger/Innen sind überaus zutreffend. Ich kann Ihnen da nur zustimmen. Die so genannten AfD und Pegida – Wurbürger  werden nicht nur nicht viel zu wichtig genommen – sie werden vielfach sogar hoffert und unter „besorgten Artenschutz“ gestellt. Wobei dieser Art „Artenschutz“ sich als unverbesserliche, braune und zudem destruktive Gesinnung sich erweist. Mein uneingeschränkter Respekt und Zustimmung zu Ihrem ZEIT- Beitrag. Ich bin überzeugt: nicht nur der Verfasser wünscht, dass Sie in diesem Sinne weiter machen.  Dass was Sie in Ihrem Artikel darlegen ist – im Geiste Immanuel Kant´s-  und Ihr ureigenes geistiges Carisma. – Wilhelm Krämer


Warum sich Özlem Topcu abschließend auf Franz von Assisi beruft, nachdem sie sich so richtig „ausgekotzt“ hat, ist nur schwer nachvollziehbar. Wie kann man bei so viel Hass und Wut ein „Gutmensch“ sein? Der Artikel strotzt von dem, was man der AFD vorwirft und was diese Partei so schwer erträglich macht, nämlich Pauschalisierung, Feindbildern und Realitätsverzerrung. Noch nie haben so viele Politiker, Medienleute, Wissenschaftler und Künstler zu Recht Stellung gegen Fremdenfeindlichkeit und damit viele Äußerungen von ADF-Repräsentanten bezogen, ohne allerdings sagen zu können, wen man denn wählen soll, wenn man die „Willkommenskultur“ von CDU/SPD/GRÜNE/LINKE nur in Maßen richtig findet.  Stattdessen nimmt man den Wähler wie ein kleines unverständiges und störrisches Kind an der Hand und erklärt ihm die Welt. Hinzu kommt, dass die gewählten Abgeordneten in eminent wichtigen Fragen keinen Einfluss haben bzw. nehmen wollen, weder bei der Flüchtlingspolitik noch bei EZB-Entscheidungen. Statt den Wähler ständig zu belehren oder zu beschimpfen, sollte man vor dem Souverän etwas Demut zeigen. So sagte zum Beispiel ein ehemaliger kanadischer Premierminister nach einer für ihn katastrophalen Wahlniederlage, dass der Wähler gesprochen und in einer Demokratie immer recht habe. – Brigitte Schellnhuber


Die ZEIT gibt Frauen viel Raum für Selbstbespiegelung. Für viele Leser  und  Leserinnen ist das eine unerwünschete Nebenwirkung des hochprozentigen Frauenanteils in der Redaktion.
Was Fr. Gilbert mit ihren Freundinnen (wie zu lesen, alles gutverdienende Akademikerinnen) und Kolleginnen diskutiert, hat mit der Lebenswirklichkeit der meisten Frauen nichts zu tun. Es ist mir ein Rätsel, warum sie ständig „wir Frauen“ schreibt. Meine Frau und ich lesen die ZEIT und tauschen uns über viele Artikel aus. Zu den Artikeln von Rückert, Lau und Gilbert ging das nicht, denn meine Frau sagte: „Solche Artikel lese ich nie. Die Thematik ist sowas von uninteressant, sie hat mit dem Leben von mir und meinen vielen Bekannten und Kolleginnen rein gar nichts zu tun.“ – Karl-Heinz Eckert


Es ist Precht und Welzer dafür zu danken, dass sie „für mehr Zuversicht“ in der Flüchtlings-Debatte plädieren, für Offenheit und gegen Abschottung. Leider widerstehen aber auch sie nicht der Versuchung zu polemisieren und zu pauschalisieren: Es kann nicht hilfreich sein, das Thema zu einem Generationenkonflikt zwischen „Jung“ und „Alt“ zu machen, und erst recht ist es kein Zeichen hohen intellektuellen Anspruchs, sich auf eine so plumpe Weise gegen Sloterdijks Polemik zur Wehr zu setzen. Es geht nicht um eine Meinungsverschiedenheit zwischen Generationen, sondern letztlich um die Frage, wie wir zu dem europäischen Projekt der Aufklärung stehen: Wollen wir es weiter verfolgen, uns also auch für Toleranz und Weltoffenheit einsetzen, an die Erziehbarkeit der Menschen glauben und folglich die Debatte vor dem Hintergrund des Bildungsaspekts betrachten, oder verfallen wir angesichts der Probleme, die nicht zu leugnen sind, in Zynismus und Kulturpessimismus, weil die Aufklärung einen nicht einlösbaren Anspruch darstelle? Hier würde auch ich für erstere Variante plädieren, dies geht aber nur als gemeinschaftliche, generationenübergreifende Anstrengung. Durch diese wäre im Übrigen auch Sloterdijks aus gesellschaftspolitischer Sicht höchst fragwürdiger Essay „Die gefährlichen Kinder der Neuzeit“ im Grundsatz widerlegt – ganz ohne Polemik! – Mario Paulus


Demokratie stiftet keine Identität“, das ist richtig, denn: Demokratie basiert auf einem übereinstimmenden Bild vom mündigen Menschen. Nur: heute ist der Mensch nicht mehr der Souverän der Demokratie. Es ist der Kapitalismus: unterstützt von der Technik, hat er den Menschen als Maßgebenden in der Demokratie abgelöst. Francis Fukuyama weist auf die abschüssige Entwicklung hin: erst war man Farmer, dann Fabrikarbeiter, dann im Servicecenter – und was kommt danach, wenn die Technik den Job übernimmt? Wird man zum Grundsicherungsempfänger mit staatlich zugeteiltem Schrebergarten, damit der untere Mittelschichtler sich selbst versorgen kann und dabei Freude am Gelingen erfährt?
Dann blieben die Produktionen und damit die Mehrwertsteuern zur Finanzierung  des Staates auf der Strecke, weil dem Konsum glücklich entsagt würde, was wiederum die Grundsicherung gefährdet. Wer bricht dieses monologische Denken endlich zugunsten von dialogischem Denken  auf? Mit Kant könnten wir nach dem „eigentlichen Willen“ unseres Gegenübers  fragen, auf das wir unser monologisches Denken richten. Unserem gegenüber – dem Sein von Materie, Menschen, Umwelt mit seinen völlig anderen Beschaffenheiten – gestehen wir mit Kant seinen Subjektstatus zu , statt es als Objekt zu behandeln wie bisher. Auf diese Weise erführe Demokratie tatsächlich einen neuen Anspruch:  Dann bemühten sich Vertreter des Kapitalismus und  Anwälte des Seins und Bewahrer der Umwelt um ein gelingendes Gemeinwesen. – Elke Blancke


 

Die „Zeit“ ist auch deswegen so lesenswert, weil Kontroversen innerhalb des Journalistenstabes ausgetragen werden. Dies ging mir durch den Kopf, als ich den Beitrag von Özlem Topcu las. Meine zweie Reaktion war allerdings skeptischer. Die gebotene journalistisch Neutralität scheint mir verletzt. Man merkt Frau Topcu ein wenig zu sehr die Wut (sie bezeichnet sich ja selbst als Wutbürgerin) darüber an, daß nicht von allen Menschen in Deutschland die verordnete sogenannte Willkommenskultur (ein furchtbares Wort) gutgeheißen wird. Wenn Sie auch noch darüber bestimmen will, wer in die deutschen Parlamente einziehen darf, dann geht das ein wenig zu weit. Die Autorin hält eine Vorlesung darüber, wie eine Demokratie auszusehen und zu funktionieren hat. Der Tenor des Artikels geht an mehreren Stellen in die Richtung, daß sie, Frau Topcu, eine Gutmenschendiktatur die für Deutschland einzig zulässige Regierungsform hält. Ich verstehe, wenn sie möglichst viele ihrer moslemischen Glaubensbrüder hier aufgenommen sehen möchte. Jedoch sollte sie versuchen zu verstehen, wenn nicht alle Deutschen aus verschiedenen Gründen einem solchen Wunsche aufgeschlossen gegenüber stehen. Die vielen Terroranschläge, Selbstmordanschläge und Attentate in aller Welt, die fast alle muslimisch religiös motiviert sind, können Angst erzeugen und durchaus die Zuneigung zu Angehörigen dieser Religion bei dem Einen oder Anderen beeinträchtigen. Die Schlußbemerkung dieses Artikels über die von Frau Topcu vorausgesetzte Unbildung der „Verteidiger des Abendlandes“ wirkt nicht gerade souverän. Zum Schluß vielleicht noch eine Anmerkung zu dem Flüchtlingsproblem. Bei etwas intensiverem und unvoreingenommenem Betrachten sollte der Autorin einfallen , daß es sich nicht ausschließlich um ein deutsches Problem sondern um eines der ganzen Welt handelt. Vielleicht wäre in einem ergänzenden Artikel darauf einzugehen, warum zum Beispiel Saudi Arabien und die nicht weniger reichen Golfemirate sich strikt weigern, Glaubensbrüder aus den Flüchtlingsländern aufzunehmen (Geldtransfers sind kein Ersatz dafür). Wenn Frau Topcu mit ihrer Bemerkung über die Minarette ihre Mißbilligung darüber zum Ausdruck bringt, daß nicht alle diese lieben, möchte ich empfehlen mit gleicher Verve über die religiöse Toleranz der türkischen Regierung den beiden christlichen Kirchen gegenüber zu berichten. Es darf auch gefragt werde,, ab wann bei Einreise nach Saudi Arabien eine Bibel im Koffer nicht die Bastonade zur Folge hat. – Klaus Grasenick


Wieder einmal zeigt sich: Die Vorstellungen der Grünen und die Gesetze der Naturwissenschaften passen nicht zusammen. Will man „die Erderwärmung aufhalten“, muss man die Gesetze der Thermodynamik außer Kraft setzen. Diese besagen, dass alle Strukturen und alle Vorgänge im Universum der Entropiemaximierung, d. h. der Unordnungsvermehrung und der Förderung der Wärmeproduktion, unterliegen (2. Hauptsatz der Thermodynamik). Unser Erdendasein betreffend, geht es um den beschleunigten Abbau des Energieunterschieds „heiße Sonne – kalte Erde“. Daran sind insbesondere die Meeresströmungen, die Windgürtel und auch die Lebewesen beteiligt. Der bewusst lebende Mensch aber mit seiner energiehungrigen Zivilisation und seinem Streben nach Luxus ist das beste „Werkzeug“ dieser naturgewollten Wärmeproduktion. Bei der Herstellung eines Schokoladenosterhasen z. B. wird mehr Energie (aus Kohle, Kerosin oder Sonnenkollektoren, mit oder ohne Kohlendioxid-Ausstoß) hineingesteckt  und in Wärme umgewandelt als der Organismus aus ihm wieder herausholen kann! Daran können auch die Grünen nichts ändern, auch nicht mit ihrer Forderung, „das billige Öl und Gas im Boden zu lassen“. Oder wollen Sie uns bzw. der schnell wachsenden Erdbevölkerung mit ihrer Apokalyptik die Lust am Leben nehmen?! – Dr. Manfred Gutz


Die Erkenntnisse, die Marcel Fratzscher veröffentlicht, sind so neu nicht. Seit Jahrzehnten ist das Ziel der Umverteilungspolitik das von unten nach oben. Der kürzlich verstorbene Roger Willemsen hat ein lang Jahr alle Sitzungen des Deutschen Bundestages von der Tribüne aus verfolgt. Sein Fazit daraus hat er in „Das Hohe Haus“ gezogen: „Es gibt nur einen einzigen Punkt, in dem sich alle Parteien absolut einig sind: die Verachtung der Armut.“ Das Ergebnis aus diesem Politik-Versagen lässt sich seit 30 Jahren an der Wahlbeteiligung ablesen. Je größer die Ungleichheit, desto mehr Menschen bleiben aus Protest den Wahlen fern. In diesem Jahr ist es der AfD gelungen mit diesen Protestwählern zweistellige Ergebnisse zu erzielen. Das wird aber in Kürze wieder vorbei sein, die AfD wird noch weniger für die Armen tun, als die Altparteien.Die wiederum denken anlässlich der Wahlschlappen überhaupt nicht daran, ihre Politik zu ändern. Und die Spirale nach unten beschleunigt sich: Das Rentenniveau wird in den nächsten Jahren weiter deutlich sinken, 800 Euro wird die Durchschnittsrente werden. Für viele Leser zur Erläuterung: pro Monat natürlich. Deutschland wird in den nächsten 20 Jahren seine wirtschaftliche Bedeutung verlieren, 40% der Bevölkerung die Teilhabe zu verweigern, hat auch wirtschaftliche Folgen. Mal sehen, wie die Reicheren dann über die Runden kommen wollen. – Gerhard Lehmann


Die Deutsche Börse goes west, der Umzug nach London scheint beschlossene Sache. Die knappe Mehrheit Frankfurts an der gemeinsamen Holding täuscht nicht darüber hinweg, dass zwei verschiedene Philosophien unter einem Dach vereint werden sollen. Könnte die dahinter liegende Strategie etwas mit der TOBIN-Steuer zu tun haben, auf die Frankreich und Deutschland sich 2012 so definitiv wie unverbindlich geeinigt haben? Wird hier auf das „EU-extraterritoriale“ Verhalten Londons oder gar auf den Brexit spekuliert? – Man darf darauf gespannt sein, was der stets gut unterrichtete Wirtschaftsteil der ZEIT demnächst zu berichten weiß! – Dr. Hans-Georg Fritz


In Ihrem Artikel befassen Sie sich mit dem Generalthema “Gleicher Lohn für die gleiche Arbeit”. Als kinderloser Rentner bemühe ich mich schon seit langem, Licht in das Dunkel der Elternzeit, Teilzeit und so weiter zu bekommen. Allerdings habe ich auch keine Erfahrung mit den vielen sozialen Besonderheiten, die immer wieder angeführt werden. Es fehlt mir einfach an konkreten Beweisen, warum Frauen weniger verdienen als Männer. Dabei müßte es doch eigentlich ganz einfach sein, die Gründe zu benennen. Der größte Teil der Arbeitnehmer, sei es in der Privatwirtschaft oder im Öffentlichen Dienst, wird doch nach ausgehandelten Tarifen bezahlt. Ein Blick in die Tarife müßte genügen, um festzustellen, ob Frauen in der Bezahlung ihrer Arbeit benachteiligt werden. Falls ja, wären die Gewerkschaften gefordert. Es ist mir auch nicht klar, was eigentlich gemeint ist: Ist es die Gehaltssumme, die am Monatsende in der Lohntüte ist oder der tarifmäßige Lohn? Das Monatseinkommen variiert sicherlich, abhängig von  der Arbeitszeit, sozialen Besonderheiten etc, auch wenn der Basistarif für eine Arbeitseinheit gleich ist. Ich nehme an, daß sich die Diskussion nicht um die verhältnismäßig wenigen Spitzenkräfte, die außertariflich bezahlt werden, dreht. – Klaus Haack


Gerhard Schröder hat einfach nicht recht, wenn er behauptet, die Entwicklung, also der Erfolg der AfD, hat die CDU zu verantworten. Die SPD verliert in den letzten Jahren permanent an Zustimmung und er will nicht hinnehmen, dass er an dieser Situation mit Schuld trägt. Wer er es toll findet, dass Deutschland ein Niedriglohn ist und die Agenda 2010 Politik installiert hat und sie weiterhin für den richtigen Weg hält, darf sich nicht wundern, wenn die Partei keine Volkspartei mehr ist. Und das Flüchtlingsthema war lediglich Auslöser, nicht die Ursache für die Misserfolge bei den Wahlen. Und in Rheinland-Pfalz hat Frau Klöckner einige Fehler gemacht. Er lenkt somit von seinem Verein herrlich ab. – Jörg Köhler


Nach einigen Wochen ZEIT-Pause (- ich kaufe sie ansonsten am Kiosk wechselweise in Berlin-Köpenick und Niebüll) war die Literatur-Beilage Grund, den Ärger über in letzter Zeit unsachliche, meiner Ansicht nach schlechte Publizistik der von mir seit 1970 geschätzten und lange abonnierten Wochenzeitung beiseite zu schieben. Das Lesevergnügen war kurz. Auf Seite 2 schreibt unter der Überschrift „Ich, die Wutbürgerin” Özlem Topcu, dass und warum sie wütend auf die AfD ist. Ziemlich am Beginn des langen Textes heisst es: “Leute, die andere wegen ihres Andersseins als minderwertig ansehen, Angst vor ihnen schüren und zur Not auf sie schiessen lassen wollen, gehören nicht in deutsche Parlamente.” Damit sind wohl Abgeordnete der AfD gemeint. Behauptet wird in diesem Satz, dass die AfD in großer Zahl nach Deutschland gekommene Migranten wegen ihres Andersseins als minderwertig ansieht. Dies möchte ich als aufmerksamer politischer Beobachter und Leser (von Zeitungen und auch Parteibroschüren) als polemische Erfindung bezeichnen.  Dass man “Anderssein” eher mit Misstrauen betrachtet, ist sicherlich zutreffend; das hat aber mit “minderwertig” nichts zu tun. Man möchte unter sich bleiben in einer Lebenswelt, in seiner Gemeinde. Ich halte das nicht für Rassismus, denn es bewertet den Fremden nicht als minderwertig.  Der Satz geht weiter mit Angst vor ihnen schüren”.  Angst ist in Zusammenhang mit der massenhaften Zuwanderung sicherlich vorhanden. Dass es zusätzliche Sicherheitsrisiken (allgemeine Kriminalität, Terrorismus) gibt, ist wohl nicht zu leugnen. Dass diese Angst von der AfD thematisiert wird, kann man als “Alleinstellungsmerkmal” dieser Partei sehen. Sie ist umso erfolgreicher mit dem Thema, als die anderen Parteien es verharmlost haben. Den weiteren Teil des Satzes “… und zur Not auf sie schiessen lassen wollen”  halte ich für extrem demagogisch und Ihrer Zeitung nicht würdig. Das Demagogische steckt in der Behauptung, dass die AfD auf Migranten schiessen wolle, weil sie diese  für minderwertig halte. Ich brauche Ihnen nicht die Interview-Zusammenhänge und die wörtlichen Aussagen der entsprechenden AfD-Vertreter herauszusuchen – Sie werden wissen, dass es um die Frage von Grenzschliessungen und das Verhalten von Sicherheitskräften bei gewalttätigen Grenzdurchbrüchen ging. (Es möge nie zu solchen Situationen kommen – weder in Idomeni, noch an den Grenzen von Ceuta noch an der US-mexikanischen Grenze). An keiner Stelle ist bisher behauptet worden, dass ein Grenzschützer ggf. auf Menschen “wegen ihres Andersseins” schiessen würde. Der Zusammenhang, dass Grenzsicherer Menschen, die gewaltsam Grenzen überschreiten, als minderwertig ansehen würden, ist eine Erfindung von Özlem Topcu.
Mir kam nach der Lektüre des Artikels der Gedanke, dass diese Wutbürgerin sich den verachteten Wutbürgern von Pegida und AfD sehr anverwandelt hat. Sie ist in ihrem Zorn, ihrer – auch verbalen – Hilflosigkeit kaum noch von diesen zu unterscheiden. Dem verantwortlichen ZEIT-Redakteur gegenüber möchte ich mein Befremden ausdrücken, dass ein solcher Text auf der – klassisch wichtigen – Seite 2 gedruckt wurde. Solche Hass-Tiraden hätte ich allenfalls in der Online-Ausgabe erwartet. – Rudolf Petersen


In Bitterfeld errang die AfD bei den Landtagswahlen am 13.03.2016 mit 33,4 Prozent den höchsten Stimmenanteil. Wen wunderts? Noch in der  ersten Hälfte des vergangenen Jahrhundert galt die Kernregion Sachsen-Anhalts um Bitterfeld, Wolfen, Dessau und Wittenberg als besonders innovativ. Hier fuhren die ersten Elektro-Loks der Welt. Der Braunkohlentagebau und die Chemieindustrie brauchten sie. Hugo Junkers baute in Dessau das erste Ganzmetall-Flugzeug. In Zschornewitz bei Bitterfeld ging das erste Großkraftwerk der Welt in Betrieb. Mit ihm schufen Walther Rathenau und die Ingenieure der AEG in einem Energieverbund die Voraussetzungen für die Aluminiumproduktion in Bitterfeld und die künstliche Stickstoffherstellung in Wittenberg. Jeweils erstmalig in der  Welt. Nicht zu vergessen die ersten Farbfilme, die AGFA in Wolfen entwickelte und produzierte. Oder die erstmalige großtechnische Herstellung von künstlichem Gummi und Benzin aus Braunkohle in Buna bzw. in Böhlen… Und noch das Bauhaus in Dessau. Im Zusammenwirken mit der Industrie wollten hier Meister und Schüler die Erzeugnisse der industriellen Massenproduktion – Häuser, Möbel und Hausrat – kultivieren. Damals ein Gebot sozialer, heute zudem noch ein Gebot ökologischer Verantwortung.
Noch zu DDR-Zeiten erhielten die Chemiewerker die höchsten Tariflöhne der Republik. Nach dem Verlust fast aller Industriearbeitsplätze und Forschungseinrichtungen im Zuge der Wiedervereinigung gilt die ehemalige Chemieregion als wirtschaftlich nahezu bedeutungslos und demografisch ausgeblutet. Schuld daran ist vor allem die etablierte Politik – so sehen es zumindest viele in Sachsen-Anhalt. – Christian Helms


In Ihrem lesenswerten Artikel begehen Sie leider eben den Fehler, den Sie beklagen: Wirklich keine Ahnung, wirklich nie gehört? Mit keinem Wort erwähnen Sie die Rolle der burschenschaftlichen Bewegung, die in der deutschen Demokratiegeschichte bis 1848/49 eine mindestens erwähnenswerte Rolle gespielt hat. Dafür darf ich Ihnen aus der großen Vielfalt der Belege nur 2 herausgreifen:
1. Auszug aus “Die Grundsätze und Beschlüsse des achtzehnten Oktober 1817“ der Jenaischen Burschenschaft: „ Der 13. Artikel (Anm. der Verfassungsurkunde des Deutschen Bundes) kann keinen anderen Sinn haben, als daß das deutsche Volk durch frei gewählte Vertreter unter der Sanktion der deutschen Fürsten seine Verhältnisse ordnen, die Gesetze beschließen, die Abgaben bewilligen soll.“ Zit. nach Karl Schulze-Westen, Das Vermächtnis der Urburschenschaft
2. Dass das Zitat nach 1. nicht ein frei in der Luft hängendes Einzelereignis darstellt, sehen Sie an der Beteiligung von Burschenschaftern in der Frankfurter Nationalversammlung ca. 30 Jahre später: Von über 800 Mitgliedern waren ca. 170 Mitglied einer Burschenschaft, was ja wohl auch dazu geführt hat, dass die National-Versammlung den Beinamen „Burschenschafter-Parlament“ erhielt. Interessanterweise waren die Burschenschafter damals keineswegs lediglich einer politischen Richtung zuzuordnen. Sie waren in allen Bereichen des damaligen politischen Spektrums im Parlament vertreten.
Bei dieser Anmerkung kann man Ihnen gerne zugestehen, dass der burschenschaftliche Beitrag nach 1849 in der Tat vernachlässigbar, zeitweise wohl eher kontraproduktiv war. Dass die Burschenschaft von heute, und ganz besonders ihr wesentlicher Dachverband, die Deutsche Burschenschaft e.V., nicht mehr Bannerträger einer freiheitlichen Demokratie ist sondern in rechtsnationale Gefilde abdriftet, sollte die Verdienste der frühen Burschenschaft um die deutsche Demokratie in den Augen des Historikers nicht schmälern. Und Ihr Artikel erschien ja in der Rubrik Geschichte. Da wäre eine Erwähnung des burschenschaftlichen Beitrages wohl am Platz gewesen! – Klaus Feldmann


Für meinen tägl. Weg zum Zug liebäugelte ich mit dem Kauf eines E-Rollers. In China verstopfen diese schließlich schon Straßenzüge und was die können, muss hier doch allemal gehen, schließlich haben wir einen „Vorsprung“ in Sachen Nachhaltigkeit! Eine kurze Recherche später brodelte es schon heftig in der Magengegend: Unter Zweieinhalbtausend geht allemal – überhaupt nichts. Wo sehen Sie hier einen Vorsprung, außer auf dem Papiere? In den Köpfen derer, die ihre 4km Fahrtweg durch den innerstädtischen Ampeldschungel in SUV‘s zurücklegen? Oder eher in den Köpfen der Spitzen großer Automobilkonzerne, die mit halbherzig umgesetzten, kaum noch „Volkswagen“ zu nennenden Modellen jede Nuance nachhaltiger Mobilität im Keim ersticken? Analog die Energiebranche, die sich dreht und windet, um mit dem Bewährten weiter Profit zu machen. Tut mir leid, ich sehe in keinem dieser Köpfe einen Vorsprung. Ohne Subventionswurst vor der Nase kümmern sich die mit dem größten Kapital am wenigstens um unsere Umwelt, unsere Zukunft. Es scheint mir, als vertrage sich Profitstreben einfach nicht mit Nachhaltigkeit. – Hayri Zink


Ich danke Frau Topçu aus tiefstem Herzen für ihren Beitrag zur Debatte um die AfD.
Welches Demokratieverständnis hat man, wenn man aus „Protest“ eine Partei mit menschenverachtenden Grundsätzen wählt?
Mir wird Angst und Bange, wenn ich sehe, wie schnell Bürger bereit sind, einfachen Parolen hinterher zu laufen.
Wenn man vielleicht noch etwas Positives aus diesem Wahlergebnis ziehen kann, dann vielleicht die Hoffnung, dass sich die Gegner dieser Partei noch deutlicher äußern und Position beziehen – ohne Angst vor Umfragen.
Wenn es nicht so Ernst wäre, müsste man fast lachen, wenn man dann auf S. 27 liest, was die AfD so alles vorhat mit dem Großteil Ihrer Wählerschicht. – Dr. Stefan Jäger


Das ist DIE ZEIT! Zur rechten ZEIT unsere Zeit in den Ablauf der Zeit stellen, die Geschichte. Ihr seid immer gut! Und von ZEIT zu ZEIT habt Ihr ein Highlight im Thema. Das was der Herr Benedikt Erenz im Teil Geschichte unter “Keine Ahnung, nie gehört” schreibt, beschreibt, gehört zu diesen Höhepunkten journalistischer Arbeit! Klare Worte, kein Schönsprech und Information mit hilfreicher “Belehrung”, die exakt dem entspricht, was von Zeitung, was von Journalismus gefordert ist: zur politischen Meinungsbildung beizutragen. Und nicht zuletzt auch dem Gründungsanliegen der DIE ZEIT gerecht zu werden!!! Dieses Wissen, dessen Mangel beispielhaft auch an Helmut Schmidt und “August Bebels Goldtaschenuhr” dargelegt wird, ist die Ursache für unser heutiges Defizit an Bürger- und Demokratiebewusstsein! Hier hat Schule und besonders der Geschichtsunterricht eine große Aufgabe zu erfüllen. Leider in einer Zeit, in der in den Schulen IT mit kreidefreien Tafeln und Beamern und sonst etwas an diesem Pseudodarstellungsinstrumenten als das große Allheilmittel für unsere Bildung angesehen werden. – Franz Steiner


Tut Ihr nur so – oder ist Euer Rätseln über die AfD-Erfolge Euer Ernst? Hört Euch eine Stellungnahme eines Vertreters der arrivierten Parteien an: bla-bla-bla. „… mit aller Entschlossenheit … inhaltlich bekämpfen … Sorgen ernst nehmen …“ , dazu eine Prise Dauerlächeln der Wahlverliererin Klöckner und den letzten Quatsch, den der Presserat bzgl. „Herkunft-Berichterstattung“ von sich gegeben hat:   und Ihr als Leute vom Fach wundert Euch zur Krönung des Sachverhaltes darüber, dass es so ist wie es ist.
Nach SPIEGEL-ABO beziehe ich jetzt ein ZEIT-ABO – um meinen persönlichen Hintergrund mal zu skizzieren. Wähle nicht AfD, hätte aber gerne eine andere Motivation pro irgendeiner alteingesessenen Partei als die,  dass AfD nicht geht. Wollte jetzt gerade beginnen mit der Aufzählung, was an SPDCDUFDPDIELINKEGRÜNEusw so alles stört, aber … HALLO!!! Lautet nicht eine der Aufgaben der von uns gesponserten Parteien: tragt zur politischen Willensbildung bei! Aber doch nicht dergestalt, dass nach dem Parteien-Check unterm Strich das bleibt, was dem Prädikat „Schwachsinn“ so gerade eben noch entkommen ist! Und dann kommt erschwerend hinzu,  dass Personen uns die Inhalte näherbringen sollen! Seehofer, Gabriel, Volker Beck, Wagenknecht – ehrlich gesagt: da verliert auch eine Petry an Schrecken! So, da steh ich nun, Ex-SPDler, Ex-Grüner, Ex-Piratenprotestwähler: bleibt noch Nichtwählen. Ist undemokratisch, ich weiß. Wie AfD-wählen – sagen die klugen Leute z. B. von der Presse. Also die, die z.T. nicht schreiben dürfen oder wollen, woher ein Straftäter stammt. Immerhin neulich auf den schon fahrenden Zug namens „Köln“ rechtzeitig aufgesprungen sind. Ist alles nicht so einfach! Früher nahm der an breit gestreuter Information  Interessierte Kirchenvertreter wahr( bis Käßmann, Missbrauch, Tebartz-van-Elst), zur Not jemanden von der Gewerkschaften – gibt es bei verdi und Co außerhalb der Sonntagsredner-Fraktion da überhaupt noch jemanden, der neben seiner Karrieren-Sicherung einen Blick aufs große Ganze wirft? Und Ihr von der ZEIT wundert Euch! Oder ereifert Euch wie Wutbürgerin Özlem Topcu. Die mit der Deutungshoheit darüber, wer Demokrat, offen und vernünftig ist(1.Spalte des Artikels, 6.letzte Zeile). Und die sicherlich seitenlang erklären kann, wo der Islam demokratisch, offen und vernünftig/auf Vernunft basierend ist.
Und Ihr wundert Euch! Ich mich auch! Dass ich noch immer nicht AfD-Sympathiesant bin. Aber bereits so weit, dass ich nicht mehr versuche, es jemandem auszureden.
Nix für ungut … nicht mal mehr ein Leserbrief wirkt kathartisch. Und ich bin erst auf S.2 der Zeit angelangt… – G.Hoffmann


Wer die Wahrheit besitzt, dem sei alles erlaubt. Er darf 6 Millionen Juden umbringen, Martin Schleier erschießen, Flugzeuge entführen, Köpfe abschneiden und sich zusammen mit hundert Unbeteiligten in die Luft sprengen. Der darf auch unbegrenzt viele Flüchtlinge ins Land lassen und Andersdenkende ins Dunkel- Deutschland verbannen. Was aber ist Wahrheit? In der Naturwissenschaft ist diese Frage leicht zu beantworten. Was aber ist in der menschlichen Psyche Wahrheit? Kommt es da nicht auf den Standort an? Und auf den Blickwinkel? Nach dieser Lesart gibt es viele Wahrheiten. So viele wie es Menschen gibt. Sieben Milliarden. Vielleicht auch ein paar mehr. Dessen ungeachtet wähnt sich Frau Topco im Besitz der absoluten Wahrheit. Deshalb will sie alles unterdrücken, was nicht ihrem Wahrheitsbild entspricht. Mit der Differenzierung einer von verschiedenen Strömungen reichen, noch mit der Selbstfindung beschäftigten Partei will sie sich nicht belasten. Was ist mit den 10%, 15%, oder 20% der Bürger mit deutschen oder ausländischen Wurzeln, die einen anderen Blickwinkel auf die Sache haben? Die Bürgermeister und Landräte ernst nehmen, wenn sie berichten, dass bei der Unterbringung der Flüchtlinge schon ein paar Zähne über der Belastungsgrenze gefahren wird? Die sich nicht vorstellen können, wo plötzlich hunderttausend Lehrer, Polizisten und Verwaltungsbeamte her kommen sollen? Deren Phantasie nicht ausreicht, um zu sehen, wie jährlich 350.000 Wohnungen gebaut werden können. Die nicht in Begeisterungsrufe ausbrechen, wenn unsere Bundeskanzlerin erklärt, dass sich Deutschland in den kommenden Jahren radikal verändern wird? Die Meinungsvielfalt ist eine der größten Errungenschaften der Demokratie. Die Ausgrenzung unliebsamer Meinungen ist zu tiefst undemokratisch und fügt der Demokratie schweren Schaden zu. Manche der Ausgegrenzten verfallen in Resignation und schüren die Politikfeindlichkeit. Andere greifen aus Wut und Verzweiflung zum „Roten Hahn“ weil sie keinen anderen Weg sehen, um ihren Unwillen Ausdruck zu verleihen. Wieder andere versuchen mit demokratischen Mitteln ihre Meinung kund zu tun. Und deshalb ist es wichtig, dass es die AfD gibt. Kann man die AfD wählen? Diese Entscheidung muss jeder mit sich alleine treffen. Mancher AfD- Wähler will mit seiner Stimme nicht Frau Petri zur Bundeskanzlerin machen. Vielmehr will er die etablierten Parteien darauf aufmerksam machen, dass es Aufgabe der Politik ist, alle Bürger mitzunehmen. Und siehe da, die AfD zeigt mit ihrer bloßen Existenz bereits Wirkung. Wie anders ist zu erklären, dass nun endlich nach mehr als drei Monaten Gezerre kurz vor den Landtagswahlen das Asylgesetz II doch noch durchgewinkt wurde? Kein Land ist verpflichtet, aus Nächstenliebe seine Identität aufzugeben. Und die Österreicher, Franzosen, Ungarn und Briten sind auch nicht alle herzlose Gesellen. Es stellt sich die Frage, ob der aus Syrien geflohene Arzt nicht in Aleppo notwendiger gebraucht wird, als in der Heidelberger Uni- Klinik. Und der syrische Bau- Ing. wird zum Wiederaufbau in seiner Heimat dringender gebraucht, als zum Bau von Flüchtlingsheimen in Stuttgart. – Horst Meder


Dass deutsche Freiheitshelden zu wenig im öffentlichen Bewusstsein präsent sind, mag sein. So zu tun, als sei die Demokratie nicht von amerikanischen GIs, britischen und französischen Mannschaften und Offizieren über den Rhein getragen worden, ist aber auch falsch. Schließlich beruhte unserer demokratische Ordnung auf einer bewussten Entscheidung der Sieger, die im Gepäck auch den Plan eines Morgenthau hätten haben können. Da die sowjetischen Sieger, die für den deutschen Zivilisationsbruch den höchsten Blutzoll zahlen müssten, in der SBZ statt der Demokratie einen totalitären Staat errichteten, verdient diese Entscheidung der Westmächte umso mehr der Würdigung.
Auch ist es falsch, dass die Blums und Struves in der Öffentlichkeit gänzlich fehlen. Nach ihnen sind Straßen und Plätze benannt (auch, wenn diese von den Bismarcks und Moltkes überschattet werden). Es gibt gefühlt in jeder Stadt eine Heinrich-Heine-Schule. Den Reichskanzlern der Weimarer Republik wurde in der Heidelberger Ebert-Gedenkstätte eine Ausstellung gewidmet, deren Macher, Dr. Bernd Braun, 2003 dazu im Bundestag eine Rede hielt. Dass Ausstellungen dieser Art gänzlich bedeutungslos seien, wie Erenz impliziert, stimmt also nicht.
Zu guter Letzt ist das relativ geringe Profil der deutschen Freiheitskämpfer im öffentlichen Bewusstsein auch kein deutsches Alleinstellungsmerkmal. Dass man den Briten die Demokratie mit der MP voran hätte bringen müssen, kann niemand behaupten. Geehrt werden jedoch auch hier eher Figuren von nationaler als von demokratischer Bedeutung, wobei das eine das andere nicht ausschließen muss. Zu Oliver Cromwell findet sich in dessen ehemaligem Haus in Ely eine schöne, typisch britische Ausstellung zum Anfassen. Der zeitgleich aktive Radikal-Leveller Gerard Winstanley ist kaum jemandem ein Begriff. Auch der große Liberale Gladstone, der immerhin die geheime Wahl einführte und früh für irische Selbstverwaltung eintrat, erfreut sich kaum öffentlicher Ehrung. Hierfür mag es viele Gründe geben, aber die von Benedikt Erenz für den deutschen Fall vorgetragene These, dass die Dankbarkeit an die USA alles überschatte, überzeugt nicht. – Nicholas Williams


Ich bedanke mich für Ihr Feuilleton „Jugend an die Macht“.
Damit Sie wissen, wer Ihnen schreibt, ein kurzer Steckbrief: Ich bin weiblich, Witwe, 66 Jahre alt, keine Kinder und seit 01.03.2015 nach 49 Jahren Arbeit in Rente.
Mit großem Interesse und wachsender Beklemmung habe ich Ihre Ausführungen gelesen. Allem was Sie schreiben kann ich uneingeschränkt zustimmen. Ich habe Angst vor der beschriebenen Migration rechter und menschenfeindlicher Vorstellungen, Begriffen und Maßnahmen.
Und ich bin nicht der Meinung, dass die Jugend an der Macht dies aufhalten würde. Dazu sind zum einen viel zu viele nicht
politisch interessiert und die, die es sind, vertreten oftmals abstruse Meinungen.
Die jetzt Herrschenden müssen dies verhindern und ich hoffe sehr, dass sie das schaffen und endlich mal anfangen, Visionen und Zukunft zu entwickeln und nicht nur der leidigen Tagespolitik anhängen. Leider sehe ich dafür auch schwarz.
Ich hätte nie gedacht, dass die Republik sich mal so entwickelt. Ich muss noch Einiges erledigen und dann werde ich dieses Land für immer verlassen. Ich will den Rest meines Lebens in einem warmen Land verbringen. Die Politik hat überall abgewirtschaftet – leider – aber das Wetter ist besser.
Ich könnte noch viel schreiben zu dem aufgegriffenen Thema, aber ich beschränke mich darauf, Ihnen nochmals für
diesen guten Text zu danken. – Undine Mix-Falter


Danke für diese Wutschrift. Der Artikel spricht mir aus dem Herzen. Auch ich mache mir Sorgen um unsere liberale, wohlhabende und demokratische Gesellschaft angesichts des Wahlergebnisses. Und jedes weitere „wir nehmen diese Sorgen ernst“ egal aus wessen Mund oder Feder erzeugt mir ein heftiges, nicht enden wollendes Kopfschütteln. – Kathrin Nägele


Das Thema dieses Artikels fand ich sehr interessant und teile Ihre Meinung, dass diese Aspekte der Deutschen Geschichte zu wenig wahrgenommen wird. Vermisst habe ich jedoch die Erwähnung der demokratischen und rechtstaatlichen Traditionen, die es dann in der Weimarer Republik gegeben hat. Vielleicht finden Sie später ja mal Gelegenheit hierüber zu berichten. – Georg Bayer


Es ist schön und lesenswert, wie die Autorin hinter den Kulissen des ZDF Dreiteilers recherchiert hat und dass sie Parallelen zu amerikanischen Erfolgsserien wie z. B. Mad Men zieht, aber dabei ist ihr ein dicker Recherchefehler unterlaufen. Mehrfach erwähnt sie, dass Ku’damm 56 genau wie Mad Men in den 50er Jahren spiele, doch Mad Men spielt in den 60ern, genauer gesagt von 1960 bis Anfang 1970. – Dr. Thomas Göhler


 

Zum Thema Migration ist schon lange alles gesagt und geschrieben worden, und das aus allen Perspektiven. Dachte ich. Und dann kommt auf Seite 2 der Zeit der Artikel „Ich, die Wutbürgerin“ von Frau Topcu daher. Ich lese seit vielen Jahren die ZEIT sehr intensiv, aber da habe ich mir ob des Dictus‘ doch verwundert die Augen gerieben. Um es vorauszuschicken: Meine politische Wurzeln liegen in der Sozialdemokratie von Brandt und Schmidt. Ich bin kein Nazi und habe noch nie die AFD gewählt und bin auch entsetzt über das,  was auf mancher Pegida- Demonstration geschieht. Und ich bin auch nicht –wie sie es über den typischen AFD- Wähler suggerieren- ungebildet, arbeitslos oder sonstwie am Rande der Gesellschaft zu verorten.Aber es ist mein gutes demokratisches Recht, mit der geltenden Praxis des Umgangs mit dem Migrationsproblem nicht einverstanden zu sein.  Und das lasse ich mir von Frau Topcu durch ihre plumpe und verdrehte Beschimpfung auch nicht nehmen. Der Ton, den Frau Topcu hier trifft ist der schlimmsten Pegida- Demonstration würdig, aber nicht der Seite 2 der Zeit. Nein, Frau Topcu, es geht mir nicht darum, „in Ruhe Neger sagen“ zu können. Aber es gibt in einer aufgeklärten Gesellschaft sicher wichtigere Punkte, als die Frage, ob Negerkuss rassistisch gemeint ist oder die Mohren- Apotheke dringend umbenannt werden soll. Und das hat nichts mit „andere niedermachen“ zu tun. Bei Ihrem Intellektuellen Werdegang  kann ich nicht glauben, dass Sie selbst das ernsthaft annehmen oder dass Sie selbst Menschen, die sich Sorgen machen „zum kotzen“ finden. Sie sollten wissen, dass jede, auch die etablierten Parteien, in ihrer Wählerschaft und auch unter ihren Mitgliedern Menschen beherbergen, die gefährlichen Müll von sich lassen und die jeder normal denkende ohne Zögern aus seinem Bekanntenkreis eliminieren würde. Und das gilt nun wirklich parteiübergreifend, ob diese nun Steinbach, Sarrazin, Edathy, Guttenberg oder Beck heissen. Und selbst in den Spitzen der Parteien gibt es kaum jemand, der nicht schon mal blanken Unsinn von sich gegeben hat. Warum wird dies in den Fällen der etablierten Parteien individuell betrachtet, bei der AFD aber der Partei angelastet? Und manchmal geschieht es auch, dass auch aus Idiotenmund wie bei dem als Zielscheibe sehr gut qualifiziertem Herrn Höcke, durchaus auch richtige Überlegungen angesprochen werden. Fakt ist doch, daß ein wirkliches Problem unserer Welt die rasante Bevölkerungsentwicklung ist und daß diese ausgerechnet in den wirtschaftlich schwachen Staaten stattfindet. Dort wird jede mögliche ökonomische Entwicklung von der Bevölkerungsexplosion aufgefressen. Und dieses Problem (was sicher nicht primär einer Religion zugeordnet werden kann) wird die Migrationsströme sicher noch in ganz andere Dimensionen wachsen lassen. Und hier immer wieder die Begriffe Migrant und Flüchtling unprofessionell durcheinander zu werfen, ist keinesfalls hilfreich.
Zuletzt:  Als gut recherchierender Journalist ist es Ihnen sicher sonnenklar, daß es eben nicht um „ein Feldbett in einer Turnhalle“ geht, sondern um zig Milliarden Euro an Kosten, die von der Gemeinschaft der Steuerzahler erbracht werden müssen. Warum also schreiben Sie dann so einen plakativen Unsinn? Und dass man mit dieser schwierigen und kontroversen Thema auch anders umgehen kann, hat Malte Henk eine Woche vor Ihnen sehr überzeugend in seinem Artikel „Wie ich auszog, die AFD zu verstehen“ bewiesen. – Dr. Dr. Hartmut Kingeter


Ich möchte dem Leserbriefschreiber Herrn Wörle (Zeit Nr 13, Putzen ohne Bodenhaftung) absolut beipflichten. Genau das Gleiche habe ich auch gedacht. Mir wollte nie so recht einleuchten, weshalb Abiturienten „höher“ gebildet sein sollen als Haupt- oder Realschüler. Nachdem ich nun auch eine Uni von innen gesehen habe, ist mein Respekt vor Ausbildungsberufen eher größer als geringer geworden. Die „Zeit“ trägt mit ihrem Standesdünkel dazu bei, die Herablassung des studierten Mittelstandes gegenüber anderen Bevölkerungsgruppen zu festigen. Das ist sehr schade, denn abgesehen von dieser Arroganz lese ich die Zeit wirklich sehr gern. – Silke Zorn


Sie haben sicher recht damit, dass für viele Bürger, die in einem rechtssicheren, demokratischen Umfeld leben dürfen, dies inzwischen als normal angesehen wird. Ich denke aber nicht, dass das nur damit zu tun hat, dass das Wissen um die Geschichte fehlt.. Es ist ein erheblicher Unterschied über etwas zu lesen und es selbst zu erleben. Daher kann ich den von Ihnen zitierten Georg Cremer gut verstehen, wenn er, plötzlich aus der Komfortzone Deutschland heraus in ein diktatorisches Land reist, in dem er die dort herrschende Unsicherheit und die Ängste am eigenen Leib erfährt, Erleichterung und Dankbarkeit verspürt, dass es ihm hier so viel besser geht. Ohne die Praxis ist die Theorie nur halb so viel wert. Ein Besuch in einem ehemaligen Konzentrationslager ist viel nachhaltiger als zehn Bücher darüber. – Katrin Schobig


Kurz vor dem Jahreswechsel hatte uns Richard David Precht in der ZEIT gemahnt, uns mit unseren eigenen Befindlichkeiten bloß nicht so anzustellen – was „echte“ Sorgen und Nöte seien, würden uns gerade die Flüchtlinge zeigen. Diese Verhöhnung durchaus berechtigter Sorgen war schon unerträglich – die folgenden Silvesterereignisse haben ja drastisch gezeigt, dass diese mehr als berechtigt waren und wohl immer noch sind.
Doch was die ZEIT-Redakteurin Özlem Topcu jetzt nachlegt, macht nur noch sprachlos. Sie pöbelt gegen Wähler der AfD:„Wir wollen euch nicht! Eure „Sorgen“ kotzen uns an.“ Die Autorin hängt sich das Mäntelchen der Demokratie-Verteidigerin um, obwohl sie selbst deren Spielregeln mit Füßen tritt. Ihr Artikel ist keinen Deut besser als die dumpfen Parolen rechtsradikaler Schreihälse. Diese „Wutbürgerin“ macht nur noch Angst mit ihrer engstirnigen Einseitigkeit. Sie maßt sich an, allein definieren zu dürfen, wer Demokrat ist und folglich „Herr im Hause ist und bleiben muss …“ Fehlt nur noch, dass sie Andersdenkenden empfiehlt, Deutschland zu verlassen! – Hans-Werner Bastian


Wenn ein Psychoanalytiker sich an die Frage wagt, woran uns die Flüchtlinge erinnern, darf man eigentlich nicht verwundert sein über seine ego-zentrierten Antworten, die sich nur auf die individuelle Psyche beziehen, ohne den Blick auf soziale oder politische Aspekte eines Problems zu richten. Denn ich finde es reichlich überdreht und „überdeutet“, dass Flüchtlinge uns daran erinnern „dass wir selbst oft am liebsten aus dem Alltag fliehen möchten“. Und dass sie uns auf unsere eigene „Unfähigkeit“ hinweisen „ein vorgefertigtes Leben zu unserem eigenen Leben zu machen“. Flüchtlinge werden zu Co-Therapeuten stilisiert, die zur narzistischen Innenschau herangezogen werden und für uns zum Vorbild gemacht werden, weil sie sich „nicht in ihr Schicksal fügen“ sondern es „in die Hand nehmen. Sie brechen auf.“ Typisch Psychoanalyse, nenne ich das, einseitig und schräg. Nach dieser Deutung dürfen wir als Wohlhabende somit den Diktatoren und Kriegsherrn „dankbar“ sein, die immer wieder Menschen in die Flucht treiben. Weil wir dann stets darüber nachdenken dürfen, ob wir nicht auch „aufbrechen“ sollen aus unserer „durchgetackerten Arbeitswelt“. Ich finde diese Sichtweise äußerst problematisch, deplaziert und unverantwortlich! Und dass die ZEIT unter „Wissen“ hier einen Platz für dieses „Halb-Wissen“ einräumt, bedauere ich ebenso. – Dr. Anneliese Mayer


Der Artikel krankt daran, dass die wahren Fehler der Energiewende nicht benannt werden. Damit werden daraus dann auch nicht die richtigen Schlüsse gezogen. Die Auswirkungen der Konstruktionsfehler der von Frau Merkel verursachten Energiewende werden – statt sie zu korrigieren –  den nachfolgenden Generationen ins Nest gelegt werden. Eine sachliche Analyse sieht anders aus, wie nachstehend:
– Jeder verantwortlich denkende Bürger tritt für eine nachhaltige, sichere sowie ökonomisch wie ökologisch ausgewogene Energieversorgung, die die Anforderungen der Wirtschaft sowie der privaten Verbraucher gleichermaßen erfüllt, ein.
– Die Energiewende, wie sie von der letzten (gelb-schwarzen) Bundesregierung betrieben wurde, erfüllt keine dieser Anforderungen. Sie war ein politischer Schnellschuss. Mit dem Beschluss der Abschaltung aller Atomkraftwerke bis 2022 wurde keines der Probleme gelöst, sondern den Grünen nur ihr Lieblingsspielzeug „Atomenergie“ weggenommen.
– Um zu einem vernünftigen Konzept zu kommen bedarf es einer Machbarkeitsstudie für die es auch heute noch nicht zu spät ist. Alleingänge der 16 Bundesländer sind untauglich und volkswirtschaftlich im hohen Maße kontraproduktiv. Die Machbarkeitsstudie muss die Einbindung des deutschen in das Gesamteuropäische Stromnetz berücksichtigen. Ein deutscher Alleingang wie bei der Energiewende begangen ist unsinnig sowie politisch und wirtschaftlich gefährlich und führt uns ins energiepolitische Abseits.
– Die Energiewende ist auf einem Fundament, dem EEG, aufgesetzt, das bei seiner Entstehung im Jahr 2000 als Anschub und Förderung für den Einsatz sog. erneuerbarer Energien vorgesehen war. Dieses Fundament war 2011 als auch heute völlig untauglich und führt zu einer absurden Fehlförderung insbesondere der Photovoltaik. Das EEG hätte vor dem 2011er-Entscheid renoviert gehört. Auch dafür ist es jetzt noch nicht zu spät. Als erstes muss der Zubau gedeckelt werden und die Betreiber von „Grünstromanlagen“ verpflichtet werden ihren Strom selber zu vermarkten und dafür – wenn nötig – Netzentgelt zu errichten und die teilweise Speicherung verpflichtend werden. In der jetzigen Ausbildung ist das EEG ein rein planwirtschaftliches Instrument, das insbesondere den Betreibern von Grünstromanlagen ein risikoloses Einkommen über 20 Jahre garantiert, und beträchtliche Teile des Einkommens der Gesamtbevölkerung dem freien Markt per Gesetz (!!) für einen längeren Zeitraum entzieht. Diese Art der Subventionierung ist in weiten Teilen sogar asozial und stellt eine Umverteilung von unten nach oben dar: d.h. Anhebungen der Harz IV-Sätze gehen wegen der Erhöhungen der EEG-Umlage auf dem Umweg über die Bezieher an die Besitzer solcher Anlagen, absurd oder gewollt?- Energiewirtschaftlich führt das EEG außerdem zu einer wachenden Instabilität des Stromnetzes da die Netzstabilität nun z. T. Wetterabhängig ist, also thermische Kraftwerke nach Wetterbericht und Wetterlage angefahren werden müssen. Das ist eine für eine Industrienation unhaltbare Situation, die außerdem zu beträchtlichen Störungen im europäischen Verbundnetz führt und zu Stromexport zu Schleuderpreisen ins Ausland wenn der Wind mal längere Zeit stark und großflächig bläst. Der verstärkte Ausbau der Windenergie auf See „OFF-shore“ bedingt den Neubau von Hochspannungsstromtrassen, damit der Strom auch in den Verbraucherzentren Mittel- und Süddeutschlands ankommt, Trassen die vor der Energiewende nicht benötigt wurden. Sinnvoller wäre eine teilweise dezentrale Positionierung von Windrädern im Landesinnern unter Beachtung von Abstandsregelungen zu Wohngebieten, wie z.B. 10H. Die Verteilung der alternativen Stromproduktion auf Windkraft, Biogas und Photovoltaik muss auf einem ökonomisch und ökologisch rationalen Schlüssel basieren und darf nicht subventionsgetrieben sein. Die Außerkraftsetzung markwirtschaftlicher Regeln hat zu dem absurden Ausbau von Solaranlagen geführt. Gut für die Investoren, die sich mit staatlicher Hilfe eine risikolose 20-jährige Einnahmequelle gesichert haben. Die Subventionen gehören, auch rückwirkend, abgeschafft. Wo dies rechtlich nicht möglich ist, müssen die Betreiber derartiger Anlagen zur Selbstvermarktung zu Marktpreisen gezwungen werden.
– Eine sichere Stromversorgung muss auf mehreren Beinen stehen; dazu gehören neben den Grünstromanlagen auch Wasserkraftwerke die thermischen Kraftwerke und Kernkraftwerke. Der Ausbau der Erneuerbaren bedingt einen gleichgroßen Einsatz von redundanten konventionellen Stromerzeugungsanlagen. Dies ist nur bis zu einem geringen Anteil der Erneuerbaren (20-30%) ökonomisch sowie ökologisch sinnvoll. Die Ziele der Bundesregierung die Alternativen bis zu einer 80% Kapazität auszubauen erfordert eine hohe Redundanz an konventionellen Anlagen und stellt eine wirtschaftlich unsinnige Investition dar, gar nicht zu reden von Flächenverbrauch, etc.
– Da es bis auf Pumpspeicherkraftwerke bisher keine geeigneten und im Großeinsatz erprobten Elektrizitätsspeicher gibt, muss der Zubau von Grünstromanlagen sich auch an dieser Tatsache messen, sonst verschenken wir weiter Strom aus Grünstromanlagen wenn die Sonne scheint und der Wind zu kräftig weht ans Ausland; Strom der hochsubventioniert und zu Lasten des nicht wohlhabenden Teils der deutschen Bevölkerung produziert wird.
– Schon heute kostet der Strom für die Industrie in Deutschland das Doppelte und mehr als z.B. in den USA. Eine schleichende De-Industrialisierung von volkswirtschaftlich wichtigen Industrien wird die Folge sein.
– Dass die zeitweise Überproduktion von Strom aus Wind und Sonne zu einem Preisverfall an der Strombörse führt und damit die EEG-Umlage weiter steigt ist nicht nur ein Ärgernis für den privaten Verbraucher und für Teile der Industrie und des Handwerks sondern führt zu der absurden Situation, das umweltfreundliche Gaskraftwerke unwirtschaftlich werden, alte Kohleblöcke, die weitgehend abgeschrieben sind aber nicht. Somit wird eines der wichtigen Ziele, nämlich die Reduzierung des CO2- Ausstoßes gerade nicht erreicht.
– Die Abschaltung der Kernkraftwerke bis 2022, also auch derer die dem aktuellen Sicherheitsstandards genügen, ist, auch auf der Basis der Fukushima-Katastrophe, nicht nachvollziehbar und ein politischer Kotau vor den Forderungen grün-alternativer Kreise. Er ist weder volkswirtschaftlich noch ökologisch sinnvoll und führt uns auf einem wichtigen Gebiet der Energieumwandlung ins Abseits. Wer keine Energieumwandlung aus Kerntechnik beherrscht wird bei der Entwicklung der Kernfusion noch nicht mal auf der Ersatzbank sitzen.
– Die sog. Energiewende hat nur für die Stromerzeugung stattgefunden. Der größere Verbrauch liegt aber im Wärmebereich. Die Wärmeenergie für bestehende Privathäuser und Geschäftshäuser, die Industrie das verarbeitende Gewerbe, etc. wurde gar nicht betrachtet es sei denn man hält die Wärmedämmung von Gebäuden für eine solche Maßnahme. Die Heizung mittels Erdwärmepumpe wurde bestraft, da der benötigte Strom jetzt doppelt so teuer ist als vor der E-Wende.
– Konsequenz: die Energiepolitik muss neu durchdacht und die Prämissen qualitativ wie quantitativ festgelegt werden. Das neue Konzept muss auch das Ziel haben, eine langfristige Planungssicherheit für Privatleute und die Wirtschaft zu erreichen. Leider scheint unserer Groko hierzu der Mut zu fehlen, Mut der nur daraus bestünde mal einen Fehler zuzugeben. – Dipl. Ing. Karl-Werner Bluhm


In besagtem Artikel wird am Beispiel von Kim Kardashian und ihrem Mann Kanye West aufgezeigt, dass viele Prominente einen “Aufpasser” bräuchten. Es wird die Frage aufgeworfen, was denn mit den PR-Managern passiert ist, deren Job es ja war, das Image einer Person möglichst positiv zu halten. Man kann auf jeden Fall behaupten, dass Kim und Kanye ein Paradebeispiel dafür sind, wenn es um peinliches Benehmen in der Öffentlichkeit geht. Besonders bei Kim drängt sich mir unentwegt die Frage auf: Was kann die denn eigentlich? Ihr Mann ist immerhin ein einigermaßen erfolgreicher Musiker, auch wenn er offensichtlich nicht mit seinem Einkommen umgehen kann. Vielleicht fühlt sich Kim deshalb dazu berufen, (gedrängt?,) auch etwas Besonderes zu leisten. Ob ihr Körper dabei das erste war, was ihr in den Sinn gekommen ist, oder ob sie es vorher wenigstens mit richtigen Künsten versucht hat, weiß ich nicht. Ich finde es jedenfalls traurig, sehr, sehr traurig, wie sie ihr Leben “lebt”. Ich meine, welcher normale Mensch würde auf die Idee kommen (besonders wenn er bekannt ist), solche Bilder wie die im Artikel gezeigten auf eine öffentliche Plattform zu stellen? Ich denke der Hintergrund dafür muss entweder eine richtig große Verzweiflung und/oder das Leben in einer komplett fernen Realität sein. Früher als Kind, hatten wohl viele den Traum, eines Tages berühmt zu werden. Heute bin ich mir sicher, dass ich so ein Leben um keinen Preis haben möchte. Ich denke man verliert dadurch komplett den Bezug zur Realität, zum Leben, was angesichts der Tatsache, dass man höchstwahrscheinlich nur eines hat, eine ziemlich fatale Sache ist. – Kerstin Frühbeißer


Sein Beitrag müßte zur Pflichtlektüre für alle gewählten Volksvertreter werden. Ich bin froh, daß endlich jemand klargemacht hat, wie es um unsere vielbeschworenen Werte steht. Leider ist das Interesse an der eigenen Geschichte in Deutschland nicht sehr groß. Doch gerade mit den Anstrengungen zur Entwicklung unserer Demokratie brauchten wir uns nicht zu verstecken. – Hans-Joachim Weiß


Vielen Dank für Ihren informativen Artikel über die Demokraten des 19. Jhs. Ich habe ihn wie fast alle Artikel der ZEIT-Seite „Geschichte“ mit Neugier und hohem Informationsgewinn gelesen. Obwohl ich mich für Geschichte interessiere, hatte auch ich von den meisten der erwähnten Personen in der Tat keine Ahnung. Ich fürchte, dass es um die Geschichtskenntnisse im allgemeinen sehr schlecht bestellt ist. Wenn ich allein an die diesbezüglichen Kenntnisse meiner Söhne (geb. 1979 und 1983) denke, die ein Gymnasium im ländlichen Raum von NRW besucht haben, wird mir schwarz vor Augen. Bei beiden war der Geschichtsunterricht aufgrund des Lehrplans  immer wieder von Jahren ohne Unterricht in diesem Fach unterbrochen (dasselbe galt übrigens für das Fach Geografie). Die so entstandenen punktuellen Kenntnisse erfuhren keinerlei chronologischen Zusammenhang mit den europäischen geschweige denn weltumspanneden Ereignissen. Das führte zu den „Erfolgen“, die ich immer wieder in Gesprächen mit ihnen beobachte: selbst weltbekannte Ereignisse wie z. B. die Französische Revolution oder die Reformation oder der 30jährige Krieg werden zeitlich weitab vom wirklichen Geschehen eingeordnet. Es würde mich nicht wundern, wenn dies auf die ganze und wahrscheinlich auch schon auf die vorangegangene Generation zuträfe. Bei der derzeitigen Tendenz der Lehrpläne für allgemeinbildende (!) Schulen kann man leider nicht hoffnungsfroh in die Zukunft sehen. – Angelika Fabig


Meiner Ansicht haben Sie sich mit Ihren Äusserungen auf das niedrigste Pegida-Niveu begeben. Die Abfolge von – erfundenen – Zuweisungen ist für mich ein Beispiel für das, was allgemein als “Lügenpresse” beschimpft wird. Ich finde das sehr schade und verstehe nicht, wen Sie mit diesem Text “abholen” wollten. Er richtet sich ersichtlich an Menschen mit einem geschlossenen Weltbild mit der Eigenwahrnehmung “ich gehöre zu den Guten”.  Kritisch, selbstkritisch und logisch Denkende werden vor den Kopf gestossen und – Verzeihung – angekotzt.
Wie Sie annehmen können, dass man als so behandelter Leser der ZEIT gewogen bleiben könnte, ist mir rätselhaft. – Rudolf Petersen


Vielen Dank, Herr Benedikt Erenz, für diesen notwendigen Artikel – und wilkommen im Klassenzimmer der Ahnungslosen. „Keine Ahnung nie gehört“ ist auch das Ergebnis einer Bildungspolitik, die seit vielen Jahren Geschichtsunterricht marginalisiert. Inhalte, das heißt Sachwissen, wird für obsolet erklärt, während sogenannte Kompetenzen mit einer quasireligiösen Aura versehen werden. Das ist keineswegs eine Kritik an den Geschichtslehrern, wohl aber an den Bedingungen, unter denen Geschichtsunterricht heute stattfindet. Historische Zusammenhänge zu erfassen braucht Zeit, die angesichts einer zunehmend verkürzten Schulzeit immer rarer wird. Neue Fächer konkurrieren mit dem Traditionsfach „Geschichte“ um Ressourcen und Schüler. Anscheinend ist es viel wichtiger, dass Vierzehn- oder Fünfzehnjährige lernen, welche Aktien dereinst in ihren Portfolios sein sollen, als die historischen Grundlagen ihres eigenen Staates zu kennen. Historische Zusammenhänge zu erfassen, ist anstrengend und passt schlecht in  eine dem paste-and-copy, drop- and-drag verfallene  Bildungslandschaft. Das zeigt sich auch am Rückgang der Bedeutung des historischen Bewusstseins in anderen Schulfächern. „In der Schule über das Atom zu sprechen, ohne Demokrit zu erwähnen, über Elektrizität, ohne Farady zu erwähnen, über politische Wissenschaft, ohne Aristoteles zu erwähnen, über Musik, ohne Haydn zu erwähnen, heißt, den Schülern den Zugang zum ‚Großen Gespräch‘ zu verwehren. Es heißt, ihnen das Wissen von ihrer Herkunft verweigern.“ (Neil Postman, selig, schon 1991 [Das Technopol, Frankfurt/M, 3. Aufl. 1992, S. 202]). – Ja Pfeifendeckel:  Epochenorientierte  Literaturbetrachtung im Deutschunterricht z.B.  ist nicht mehr erwünscht. Woher soll da das Bewusstsein für die Genese unseres Staates kommen, dafür, welches Leid, wieviel Blut es gekostet hat, diese Demokratie zu schaffen. Wer die Geschichte ihrer Pioniere kennt, hat meines Erachtens durchaus Grund, dankbar zu sein, oder zumindest ein schlechtes Gewissen zu haben, wenn er nicht wählen geht. – Ralph Müller


Benedikt Erenz plädiert zu Recht dafür, ein stärkeres Bewusstsein für die Demokratiegeschichte in Deutschland zu entwickeln. Weder verständlich noch fair erscheint es indes, die immerhin existierende Erinnerungsstätte für die deutschen Freiheitsbewegungen in Rastatt als „rührend“ und provinziell zu karikieren. Was soll der verächtliche Hinweis, es handle sich um eine „bloße Außenstelle“ des Bundesarchivs? Natürlich muss ein solches Museum organisatorisch (und finanziell) irgendwo verankert sein! Und von wegen „im Abseits“: Wer die Geschichte der Revolution 1848/49 kennt, der weiß, dass Schloss und Bundesfestung in Rastatt zu den revolutionshistorisch bedeutendsten Orten der Republik zählen.
Vor allem aber ist die Erinnerungsstätte über die Anfänge der Heinemann’schen Gründung ganz wesentlich hinausgelangt: Das vielfältige museumspädagogische Angebot wird vor allem von den Schulen, nicht nur aus der Region, rege genutzt, um die nachwachsenden Generationen mit dem demokratiegeschichtlichen Erbe besser vertraut zu machen. Zudem wird die Revolutionsgeschichte durch vielfältige Veranstaltungen und sehr wohl auch durch wichtige Ausstellungen (etwa zu Robert Blum oder zu den Vormärz-Karikaturen) lebendig und wirkungsvoll vermittelt. – Dr. Wolfgang Tzschaschel


Sie haben in der ZEIT vom 17. März einen interessanten Artikel „Ich, die Wutbürgerin“ geschrieben. Vieles, nicht alles, von dem, was Sie schreiben, kann ich inhaltlich unterschreiben. Doch möchte ich in diesem Brief auf einen kleinen, fast nebensächlichen Aspekt eingehen: „Wir leben in einer der (…) wohlhabendsten (…) Gesellschaften der Welt (…).“ Straßen und Brücken in Deutschland sind marode und bedürften dringend der Sanierung. In manchen Städten verrotten Stadtviertel (s. etwa Städte im Ruhrgebiet). In vielen Kommunen mussten (müssen) Hallenbäder geschlossen werden. Viele Bildungseinrichtungen (Schulen etc.) bedürften einer grundlegenden Sanierung. Die Zuwendung staatlicher Gelder für kulturelle Angebote (Theater usw.) wird z. T. massiv zurückgefahren.
Aber : Deutschland ist ein wohlhabendes Land.
2013 betrug die Bevölkerung in Deutschland 80,62 Millionen. Laut Armutsbericht waren 2014 15,5% der Bevölkerung arm, 2015 15,4%. Das bedeutet, dass mehr als 10 Millionen Deutsche als arm gelten. Einige Einzelgruppen: Die am stärksten von Armut betroffenen Gruppen sind Erwerbslose (58 %). Auch die Kinderarmutsquote (19 %) liegt nach wie vor deutlich über dem Durchschnitt, wobei die Hälfte der armen Kinder in Haushalten Alleinerziehender lebt. Die Armutsquote Alleinerziehender liegt sogar bei 42 %. Alarmierend ist die Entwicklung insbesondere bei Rentnerhaushalten. Erstmalig sind sie mit 15,6 Prozent vertreten.
Aber Deutschland ist ein wohlhabendes Land.
Funktionale Analphabeten in Deutschland: Etwa 4,4 Prozent der Bevölkerung kann maximal Wörter, aber keine Sätze lesen. Weitere zehn Prozent der Bevölkerung können zwar mit kurzen Sätzen umgehen, scheitern aber an Texten und vermeiden diese daher (Alpha-Level 3). Die Größenordnung des funktionalen Analphabetismus in Deutschland liegt somit bei 14,5 Prozent der erwachsenen Bevölkerung, beziehungsweise bei 7,5 Millionen Menschen. Um dies zu veranschaulichen: Das ist mehr als jede einzelne deutsche Stadt Einwohner hat. Das ist sogar mehr als die Einwohner der fünf bevölkerungsreichsten Städte Deutschlands – Berlin, Hamburg, München, Köln und Frankfurt am Main – zusammen. Deutschland leistet sich also rund 7,5 Millionen funktionale Analphabeten.
Aber Deutschland ist eines der wohlhabendsten Länder.
Das Studium ist frei – Kitas müssen (bis auf wenige Ausnahmen) bezahlt werden. Wen trifft das? Alleinerziehende (s. o.)! [Wenn es gesellschaftlich und politisch wirklich gewollt wäre, dass Kinder aus der „Unterschicht“ nicht mehr benachteiligt, sondern gefördert werden sollen, dann müssten Kitas frei sein.] Die Ausbildung für viele dieser Berufe im sozialen Bereich müssen die Auszubildenden selbst tragen – das Studium aber ist frei!
Aber Deutschland ist ein wohlhabendes Land.
Die Arbeitslosigkeit beträgt offiziell 2015 2,79 Millionen. Rechnet man die verdeckte (verschleierte?) Arbeitslosigkeit (1 Euro Jobber, Umschüler, Menschen mit 58er-Regelung, erkrankte Arbeitssuchende…) hinzu, kommt man auf 4 bis zu 5,3 Millionen Arbeitssuchende.
Aber Deutschland ist ein wohlhabendes Land.
Die „Tafeln“ in Deutschland nehmen rasant zu – immer mehr Menschen müssen zur Tafel gehen, um (über-)leben zu können. Teilweise können dort gar nicht mehr alle versorgt werden. Ursula von der Leyen lobte sie als „Erfolgsmodell“, Katrin Göring-Eckhardt nannte sie die „kleine gelebte Utopie“! Was für ein Zynismus! Die Tafeln sind Ausdruck einer fundamentalen Armut in Deutschland – und diese Politikerinnen sehen keinen Anlass, etwas gegen die Ursachen zu unternehmen!
Aber Deutschland ist ein wohlhabendes Land!
Warum sind diejenigen, die heute den Asylsuchenden und Emigranten (dankenswerterweise) helfen und gern dieses Argument gebrauchen (Wer soll diese Flüchtlings“welle“ finanziell verkraften, wenn nicht „wir“? Schließlich ist Deutschland eines der wohlhabendsten Länder der Welt), in den letzten Jahren nicht auf die Straße gegangen? Ich habe in den Medien von keiner Demonstration gehört, gelesen, gesehen.
Zur Erinnerung: In keinem Land Europas ist der Reichtum so ungleich verteilt wie in Deutschland. Eine neue Untersuchung zeigt: Allein das reichste Prozent besitzt ein Drittel des gesamten Privatvermögens. So besaß 2014 die untere Hälfte der Haushalte lediglich 2,5 Prozent des gesamten Nettovermögens. Den obersten zehn Prozent der Haushalte gehörten hingegen 59,8 Prozent des Vermögens.
Ich hoffe, dass Sie nachvollziehen können, dass ich dieses „Argument“ im Zusammenhang mit der Flüchtlingsdebatte nicht mehr hören kann. – Hans-Joachim Winzer 


Bei Ihrem Artikel mit ihrer einseitigen Sichtweise kann einem wirklich die Wut hochkommen. Sicher ist es verwerflich, wenn etliche Stimmungsmacher der AfD dem rechtsextremistischen Lager zugerechnet werden müssen. Aber wir können uns freuen, dass es in Deutschland jedem möglich ist, unter demokratischen, rechtsstaatlichen Gesetzen eine neue Partei zu wählen. Dass es sie gibt und so viel Zulauf hat, müssen sich die ach so „vernünftigen Leute“ (Politiker – oder wen meinen Sie?) anlasten, die Sie auffordern, denen, die größtenteils am unteren Rand der so reichen deutschen Gesellschaft stehen, zurufen sollen „Eure Sorgen kotzen uns an“. Gut, dass Sie als Muslim- lastig bekannt sind und entsprechend wahrgenommen werden. Aber es ist ja ein gutes Zeichen für „Die Zeit“, dass sie auch für „Wut- Journalisten“ (Wut steht einem Journalisten nicht gut zu Gesicht.) offen ist. Ich bin gespannt wann die Zeit einen AfD- Wähler solch einen breiten Raum für einen Artikel lässt. Ihre Wut wäre besser adressiert an die Verursacher der Kriege, des Terrors und der Gewalt. (Zum Beispiel an die USA mit ihrer Rüstungslobby und Lügenpolitik, Saudi Arabien, den Iran, die Türkei mit dem von Erdogan offenen ausgesprochenen Ziel der Islamisierung Mitteleuropas, Russland etc.) Es wäre schön, wenn Sie dann mit ihrer „kreativen“ Schreibweise beitragen würden, dass die Verhandlungen in Genf kurzfristig zum Erfolg führen, damit Wut nicht Hass in Deutschland gebiert. – Hubert Ludorf


„Der ältere Intellektuelle schürt Ängste und ist verzagt“ behaupten die Autoren in ihrer Einleitung. Richard David Precht, 51 , und Harald Welzer, 57, fühlen sich bei der Flüchtlingsdebatte in ihrer Meinung von der Jugend bestätigt. Ihre Forderung also: Jugend an die Macht! Ein interessantes Gedankenexperiment: Wir begrenzen das Höchstalter der Bundestagsabgeordneten auf 20 Jahre, Bundeskanzler/innen und Minister/innen bekommen 25 Jahre. Nach jeder Legislaturperiode erneuert sich die Regierung, schließlich bringt die Jugend ja „mehr Mumm und Frische“!(Precht/Welzer) Gibt es dann auch ein Verfallsdatum fürs Denken?Es tut sich gerade eine dubiose Front gegen die „intellektuellen Greise“ auf, (A. Nassehi, Die WELT 8.3), Argumente werden nicht mehr widerlegt es wird diffamiert, der „ältere Intellektuelle“ wird zur Persona non grata erklärt! Diese mediale Hetze erinnert an ungute Zeiten. Auch Immanuel Kant´s Erkenntnistheorie scheint überaltert, der „Philosoph “ Richard David Precht und der „Forscher“ Prof. Harald Welzer nehmen sie jedenfalls nicht zur Kenntnis. Sind sich die Autoren eigentlich ihres Rassismus bewusst? Fast schüchtern versteckt sich ein aufschlussreicher Satz unter all den Phrasen: „Das wird im Detail gewiss nicht bedeuten, dass wir (Altdeutsch: Wir können nicht), alle Menschen aller Länder bei uns aufnehmen.“(P./W.)) Über die Bedeutung dieses Satzes wird uns Richard David Precht sicherlich in seinem nächsten Bestsellers aufklären. Der Titel: Wer also darf kommen, und wenn ja wie viele? – Michael Löffler


„Das Interview mit dem früheren Bundeskanzler Gerhard Schröder entlarvt den heutigen „Gasprom-Manager“ als einen Politiker, der in zwei Welten lebt und denkt. Hier palavert er – ohne uns neue, tiefschürfende Erkenntnisse mitzuteilen – als überzeugter Europäer. De facto jedoch unterstützt er als bekennender Putin-Freund und -Vertrauter dessen aggressive, imperialistische Politik gegen Europa, gegen die Europäische Union, gegen die Nato und den Westen insgesamt. Gerhard Schröder mag diese – in meinen Augen höchst unaufrichtigen und unmoralischen – Spagat mit sich und seiner SPD ausmachen. Dass „Die Zeit“ ihm aber die Möglichkeit bietet, ihre Leserschaft in diesem Interview zu täuschen, sehe ich als unseriös an. Warum haben die beiden Zeit-Redakteure Gerhard Schröder nicht auf diesen Widerspruch angesprochen?“ – Prof. Dr. Ekkehard Wagner


Bei Ihrem Artikel mit ihrer einseitigen Sichtweise kann einem wirklich die Wut hochkommen.
Sicher ist es verwerflich, wenn etliche Stimmungsmacher der AfD dem rechtsextremistischen Lager zugerechnet werden müssen.
Aber wir können uns freuen, dass es in Deutschland jedem möglich ist, unter demokratischen, rechtsstaatlichen Gesetzen eine neue Partei zu wählen. Dass es sie gibt und so viel Zulauf hat, müssen sich die ach so „vernünftigen Leute“ (Politiker – oder wen meinen Sie?) anlasten, die Sie auffordern, denen, die größtenteils am unteren Rand der so reichen deutschen Gesellschaft
stehen, zurufen sollen „Eure Sorgen kotzen uns an“. Gut, dass Sie als Muslim- lastig bekannt sind und entsprechend wahrgenommen werden. Aber es ist ja ein gutes Zeichen für „Die Zeit“, dass sie auch für „Wut-Journalisten“ (Wut steht einem Journalisten nicht gut zu Gesicht.) offen ist. Ich bin gespannt wann die Zeit einen AfD- Wähler solch einen breiten Raum für einen Artikel lässt. Ihre Wut wäre besser adressiert an die Verursacher der Kriege, des Terrors und der Gewalt. (Zum Beispiel an die USA mit ihrer Rüstungslobby und Lügenpolitik, Saudi Arabien, den Iran, die Türkei mit dem von Erdogan offenen ausgesprochenen Ziel der Islamisierung Mitteleuropas, Russland etc.) Es wäre schön, wenn Sie dann mit ihrer „kreativen“ Schreibweise beitragen würden, dass die
Verhandlungen in Genf kurzfristig zum Erfolg führen, damit Wut nicht Hass in Deutschland gebiert. – Hubert Ludorf


Richtig: Wenn wir die Gefahr einer katastrophalen Erderwärmung vermeiden wollen, muss die Nutzung fossiler Energien in den nächsten Jahrzehnten auf nahe Null abgesenkt werden. Insbesondere muss der vermutlich weiter steigende Bedarf an elektrischer Energie ohne Kohle, Öl und Gas gedeckt werden. Doch die favorisierten erneuerbaren Energien wie Wind und Sonne haben einen entscheidenden, seit Menschengedenken bekannten Nachteil: Sie sind wetterabhängig. Und die bei günstigen Wetterlagen anfallenden Überschüsse an elektrischer Energie lassen sich schwerlich für Zeiten mit ungünstigen Wetterlagen speichern. Die Kapazität der hierfür in Frage kommenden Stauseen mit Pumpspeicherkraftwerken müsste in Deutschland mehr als verhundertfacht werden. Unsere Topographie lässt das nicht zu. Auch andere Speichertechniken würden gigantische Bauwerke und extreme Eingriffe in unsere Landschaften erfordern. Die enormen Auswirkungen von Unfällen seien nur am Rande erwähnt. Diese Naturgegebenheiten lassen sich nicht durch den Konsens von Politikern beseitigen. Uns Menschen sind eben manchmal harte Grenzen gesetzt. Wir schaffen eben nicht alles was wir wünschen! Unser Klimaproblem ist eine härtere Nuss als uns Rainer Baake glauben machen will! – Rolf Krieg


Ein gespenstisches Gespräch, das mehr über die Seelenlage eines Psychoanalytikers im modernen Deutschland aussagt als über jene der von ihm betreuten Patienten. Am Ende fragt man sich, wer hier eigentlich auf der Couch lag. Das Selbstporträt eines egozentrierten, in seinem Weltbild zutiefst verunsicherten Menschen. Wenn es ein Gemälde wäre, würde ich es nennen ‚Flagellation eines Narzissten‘. Falls ich einmal Lebenshilfe benötigen sollte, dann möchte ich Menschen an meiner Seite haben, die nicht ihre eigene Verunsicherung in mich hinein projizieren. Herr Wellershoff käme ganz bestimmt nicht in der engere Wahl. An dieser Erkenntnis gemessen, war der Beitrag wohl dennoch ein Gewinn. Demokratie stiftet keine Identität
Massiver Einspruch: Demokratie hat fundamental etwas mit der Art und Weise zu tun, wie wir mit ‚dem Anderen‘ umgehen (wollen), also letztlich mit der Kodifizierung gesellschaftlicher Umgangsformen (Angemessenheit, Legitimität, Selbstbindung, Verzicht, Kommunikationsstil u.v.a.m.). Umgangsformen in sozialer Interaktion gehören jedoch zum innersten Kern menschlicher Identität. – Matthias Wagner


Da behauptet Herr Wellershoff, dass uns die Flüchtlinge daran erinnern würden, dass wir selbst oft gern aus dem Alltag ausbrechen würden, uns aber nicht trauen würden und deshalb (!) depressiv würden.
Nein und nochmals nein ! Die Flüchtlinge erinnern uns, jedenfalls mich und alle, mit denen ich darüber spreche, daran, wie privilegiert wir doch leben dürfen und eben NICHT vor Gewalt, Bomben oder dem Verhungern flüchten müssen.
Die Flüchtlinge, die zu uns kommen, machen KEINEN Abenteuerurlaub, sie sind NICHT aus dem Alltag „ausgestiegen“ ! Ihr Alltag wurde brutal zerstört und sie wurden nicht gefragt !
Es tut mir leid, aber das Flüchten aus einem Bürgerkriegsland wie Syrien in irgendeiner Weise mit dem „Aussteigen“ eines deutschen Wohlstandsbürgers in Bezug zu setzen, ist „krank“. Vielleicht sollte Herr Wellershoff mal zu einem guten Psychologen oder Psychiater gehen….. – Herbert Rein


Vielen Dank für Ihren schönen, informativen Artikel zu meinem Ehrentag. Ja, ich bin am 18. 03. geboren. Jedes Mal wenn jemand (unter anderen auch gebürtige Berliner) mich nach dem Geburtstag fragt, füge ich immer hinzu, dass ich Revolutionskind bin. Wie oft musste ich aber auf der Geburtstagsfeier bemitleidenden Blick ernten, nur wenn ich mich darüber äußere! Ach, die Ausländer, die kennen unsere Geschichte gar nicht, ja ja, die Revolution, das war nur in Dresden,Wagner und so… Nach der gehäuften Blamage habe ich mich in den letzten Jahren kaum mehr getraut, darüber zu sprechen, aber Ihr Artikel hat mir Rückendeckung gegeben. Man sollte ja nicht aufgeben. Nächstes Jahr schaffe ich vielleicht sogar noch, über das Thema interessante Anekdoten anzubieten. Ich besorge mir zuerst Akteure eines Umbruchs und freue mich schon auf die Lektüre. Noch einmal herzlichen Dank! – Ai Kretschmer-Nakashima


In ihrem Artikel „Warum die 1 die 3 liebt“ beschreiben Sie ein Münzwurfexperiment, das in der Form nicht zu dem gewünschten Ergebnis führt.
Die Aussage „für Kopf-Kopf braucht man im Durchschnitt länger als für Kopf-Zahl“ ist falsch. Sie muss ersetzt werden durch „für Kopf-Kopf braucht man im Durchschnitt länger als für Zahl-Kopf“.
Es ist schließlich nur möglich Kopf-Kopf zu werfen, wenn dieses in den ersten beiden Versuchen geschieht. Sobald aber im Ersten Wurf Zahl erscheint, ist das Ergebnis Kopf-Kopf nicht mehr realisierbar. In dem von ihnen geschilderten Aufbau jedoch sind Kopf-Kopf und Kopf-Zahl gleich wahrscheinlich. – Jannis Buchsteiner


Die in dem Artikel aufgezeigten „extrem harten Arbeitsbedingungen“ sind für alle saisonbedingten Berufe ein Problem. Lange Urlaubssperren und extreme Arbeitszeiten treten nicht nur bei Bio-Landwirten auf sondern bei allen naturabhängigen Berufen, wie Gärtner (diesen Beruf erlernt gerade meine Schwester) und Landwirten, aber auch in der Tourismusbranche. Dafür gibt es im Winter die „Erholungsphase“. Sobald man mit Menschen, Tieren oder Pflanzen zu tun hat, die keine Bürozeiten kennen, muss man unregelmäßige Arbeitszeiten in Kauf nehmen. Meiner Meinung nach, kann man das im Vorfeld abklären, z. B. mit einem Praktikum, wie ich es selber in einer Schäferei und auf einem Biobauernhof gemacht habe.
Auf der Insel Rügen, wo ich lebe, sind Urlaubssperren und lange Arbeitstage vor allem in der Saison aber auch in Stoßzeiten, wie jetzt zu Ostern, Alltag, da dieser Teil Deutschlands hauptsächlich von Tourismus und Landwirtschaft lebt. Nach Saisonende verreisen die Rüganer und machen Urlaub. – Johanna Gerber


Das Ringen zwischen Links und Rechts, zwischen dem liberal-fortschrittlichen und dem konservativ-bewahrenden Lager ist letztlich nur der Schatten eines viel tiefer liegenden Ringens um ein Gleichgewicht zwischen individueller Befreiung und Selbstfindung einerseits und kultureller Partizipation und Teilhabe andererseits.
Wir bewegen uns heute auf einen Wendepunkt zu, in dem die Pendelbewegung zwischen beiden Seiten in eine lineare Bewegung umzukippen droht.  In einem Bild: der alte Odysseus und der moderne Ulysses unterscheiden sich darin, dass ersterer hinausfährt, um nach seiner großen und abenteuerlichen Odyssee wieder heimzukehren zu sich selbst (als Subjekt!), während letzterer endlos vergeblich in weiten und immer weiteren (objektiven!) Fernen nach einer neuen, immer besseren Heimat sucht und doch nur Fremde findet. Attraktionen finden sich viele, der Hunger nach Sinn aber ist mit objektiven (geographischen, historischen, psychologischen, soziologischen, politischen …) Attraktionen nicht zu stillen. Das Geheimnis liegt – wie Rilke wusste – innen: „Ach, in meinem wilden Herzen nächtigt obdachlos Unendlichkeit …“  Dieser „innen nächtigende“ Mythos ist keine politische Kategorie, sondern die anthropologisch uralte Nabelschnur zu unserer eigenen Mitte. Der Konflikt zwischen Konservativ und Liberal ist daher letztlich keine Frage des linearen Links und Rechts, sondern des räumlichen Horizontal und Vertikal.
Das Problem zwischen Rechts und Links, zwischen den Gestrigen und Morgigen liegt im Entweder-Oder. Das horizontal-lineare Hin und Her zwischen Rechts und Links gleicht einem Pendel oder – in einem anderen Bild – einer Schiffschaukel, bei der das Ringen um die richtige Richtung genau diejenige Pendeldynamik hervorbringt, die ihre Energie aus den vertikalen Höhenunterschieden am linken und rechten Wendepunkt schöpft. Eine Logik höherer Ordnung wird allenfalls mit der Überschlagschaukel möglich: erst in einer integralen Kreisbewegung sind Rechts und Links in einer neuen Stufe, in einer neuen und höheren Ordnung aufgehoben („aufgehoben“ in Hegels dreifachem Sinn: überwunden, bewahrt und höhergehoben). Das integrale Bewusstsein  kennt  alle Richtungen sehr gut, aber es muss sich  nicht für eine von ihnen entscheiden. Es ist nicht  mehr beschränkt.
Der Geburtsfehler der Moderne war die cartesianische Wende: die Subjekt-Objekt-Spaltung von Wahrheit und Wirklichkeit (s. Gadamers Wahrheit und Methode). Die ungebremst-inflationäre Objektivierung und technische Handhabung der Natur, des Denkens und schließlich des Menschen erlaubte eine rauschhafte Eroberung und Ökonomisierung der Welt.  Ego cogito, ergo sum: mit der Zentrierung des Menschen in der Denk-Welt des Ego war der Ego-ismus zunächst nur als siegreiche erkenntnistheoretische Methode aus der Taufe gehoben. Erst mit der nicht mehr theoretischen, sondern sehr praktischen Industrialisierung im frühen Kapitalismus wurde erkennbar, dass dieses recht praktisch funktionierende  Denk- und Werkzeug fatale Nebenwirkungen in der menschlichen Lebenswelt hatte. Als dann aber auch noch die linken Kritiker der Ausbeutung des Menschen und – viel später – die grünen Verteidiger der Umwelt (≠Natur!)  diesem cartesianischen Objektivierung-Credo huldigten, war der Weg in die moderne „Ratiosklerose“ nicht mehr aufzuhalten. In dieser Objektivierung, in dieser VerSachlichung der Seelen, steckt das Problem, das nach einer Lösung schreit. – Karlheinz Gernbacher


R. Baake glaubt, dass wir unser Wirtschaftswachstum und damit unser Leben nicht grossartig ändern müssen, um der Umweltkatastrophe zu entkommen. Wir bräuchten lediglich, so seine These, an der grünen Technologie- schraube ein wenig zu drehen, und die Probleme lösten sich dadurch quasi von selbst. Das ist ein fataler Irrtum. Als ein Beispiel sei hier der VW-Käfer genannt. In den 70er Jahren verbrauchte er 7,5 Liter. Der New Beetle, sein Nachfolger, verbraucht heute 7,3 Liter. Würde die von allen Parteien angestrebte Energiewende Wirklichkeit, so wäre in geraumer Zeit Energie unbegrenzt verfügbar zu einem Spottpreis. Dies hätte zur Folge noch mehr Autos, Häuser, Strassen, Flugzeuge, Flughäfen, Smartphones, etc.. Auch unser Fleisch ( Massentierhaltung ) würde noch    mehr und noch billiger. Es gibt nur einen Weg, der Umweltkatastrophe noch zu entkommen, der heisst weniger Konsum. Dies allerdings bedeutet einen radikalen Sinneswandel. Die Mayas und die Osterinsulaner z.B. haben es uns vorgelebt. Auch sie waren nicht zu einer radikalen Änderung bereit. In dem Augenblick nämlich, wo sich die Einsicht durchsetzte, dass die Überlebensbedingungen prekär wurden, begannen sie, alle Strategien zu intensivieren, mit denen man bislang erfolgreich gewesen war. Wenn die Böden schlechter wurden, baute man intensiver an und beschleunigte die Erosion. Man schlug mehr Holz, als nachwachsen konnte, um Boote für den Fischfang zu bauen. Man operierte also im Modus der Erfahrung, aber die hilft nicht, wenn die Überlebens- bedingungen sich verändert haben. Dasselbe geschieht in unserer Kultur, die seit 200 Jahren das hohe Lied des Wachstums singt. – Peter Beiseken


Der Befund, dass wir zu wenig über die Wurzeln unserer Demokratie wissen, kann ich mittragen, Ihre Erklärung allerdings, leuchtet mir nicht ein. Es scheint mir, als deuteten Sie eine damnatio memoriae an – oder schnödes Desinteresse und belegen das damit, dass es seit den Tagen der Französischen Revolution doch eine demokratische Entwicklung gegeben habe. Dass so wenige Deutsche so wenig von dieser Entwicklung wissen hat wahrscheinlich mit dem von Ihnen konzedierten Scheitern zu tun, allerdings an anderer Stelle. Das Ende der 48er Revolution hatte den demokratischen Gedanken in Deutschland ernsthaft beschädigt. Selbst in den sich ab den 1860ern entwickelnden Parteien wurde das 48er Erbe wenig betont. Von Regierungsseite wurde das Parlament als Symbol der Demokratisierung immer wieder diskreditiert. Bismarcks Verachtung für Land- und Reichstag ist bekannt, Wilhelm II. äußerte sich noch radikaler über Parlamentarier. Auch wenn die Existenz demokratischer Institutionen die Demokratisierung vorantrieben, hatte der Kerngedanke der Demokratie – der Kompromiss – einen schweren Stand. In einer Gesellschaft, in der das Männliche und Militärische hochgehalten wurden, galten Kompromisse als schwächlich. Während des Ersten Weltkriegs war es das Militär, nicht die Parteien, das die Politik dominierte, und das Ende des Krieges konnte durch die alten Eliten derart umgedeutet werden, dass die Republik die Verantwortung für die demütigende Niederlage und den Frieden von Versailles zu tragen hatte. Nicht zufällig ist einer der größten deutschen Politiker, Gustav Stresemann, bis heute weitgehend unbekannt. Hier scheint mir der Kern des Problems zu liegen. Die von Ihnen zitierten Worte Helmut Schmidts deuten an, dass das Konzept einer Demokratie in Deutschland längere Zeit praktisch keine Rolle gespielt hatte. Was noch an Wertschätzung für die Demokratie übrig war, wurde im „3. Reich“ demontiert. Insofern war die Entwicklung nach 1945 tatsächlich eine Art Neuentdeckung. Eine Demokratisierung hatte zwar bis 1933 stattgefunden, als Wert geschätzt wurde sie nur durch wenige. – Olav Zachau


Ich habe soeben ihren Beitrag ‚Arme Frau? Armer Mann!’ gelesen. Der Ton des Beitrags störte mich nicht, der Inhalt umso mehr. Auch ich bin Anfang Dreißig und in einer Zeit aufgewachsen, in der das Land von einer Bundeskanzlerin regiert wird und auch andere kluge Frauen es schon sehr weit gebracht haben. Es freut mich zu lesen, dass Die Zeit so ein vorbildlicher Arbeitgeber ist und so viele Führungspositionen mit Frauen besetzt sind. Ich bin Ingenieurin und arbeite in einem von Männern dominiertem Umfeld. Eine Frau auf einem Führungsposten ist mir bei uns noch nicht begegnet. Jetzt würden meine Chefs sicherlich argumentieren, dass das den niedrigem Anteil an weiblichen Angestellten und das wiederrum den niedrigen Bewerberinnenzahlen geschuldet ist. Der prozentuale Anteil der Frauen in Führungsposition spiegelt aber noch lange nicht den Anteil der weiblichen Mitarbeiter wider. Ich muss gestehen, dass es mir nicht leicht fällt, mit unbeabsichtigtem Sexismus umzugehen und ich wünschte mir des Öfteren einen Rat von einem Mentor oder Mentorin. Ich würde mir auch nicht anmaßen zu behaupten, mit Anfang Dreißig nicht mehr von der Erfahrung einer oder eines 50 plus Kollegen profitieren zu können.
Ich würde behaupten, dass es auch bei uns den wenigen Frauen nicht schwerfällt, den älteren Kollegen zu widersprechen. Dennoch erlebe ich mehrmals wöchentlich in diversen Sitzungen, wie wir Frauen keinen Satz vollenden können, ohne dass uns ein männlicher Kollege ins Wort fällt. Sicherlich unterbrechen die männlichen Kollegen auch Ihresgleichen, aber nicht in der gleichen Häufigkeit und Dreistigkeit. Gleichzeitig habe ich auch erlebt wie junge Frauen verantwortungsvolle Aufgaben nicht übernehmen wollen, weil sie sich das nicht zutrauen (und das auch noch offen aussprechen). In einem Umfeld, das ausgewogen aus Männern und Frauen besteht, fällt es sicher einfacher sich zu behaupten. Da ist der Widerstand einfach geringer.
Was die bewusste, erfolgreiche, jüngere Frau angeht, die ihr eigenes, und vielleicht auch besseres Geld verdient, sehe ich diese Frau meist als Single von einem Kontinent zum anderen durch die Welt tingeln. Es mag sein, dass viele junge Frauen vorgeben, dass ihnen der Status im Beruflichen nicht mehr wichtig ist, im Privaten und in unseren Köpfen hat das aber noch nicht Einzug gefunden. Wie sehr wir auch vorgeben, dass wir nicht mit Status zu beeindrucken sind, kenne ich nur wenige bewusste, junge Frauen, die einen Partner akzeptieren, der weniger erfolgreich ist. Zudem erlebe ich immer wieder, wie frisch gewordene Mütter in die alten Rollenbilder verfallen, selbst wenn sie vorher erfolgreicher und besserverdienend waren. Was die von Ihnen angesprochene Elternzeit angeht, wird von den allermeisten Männern ja nicht mehr  als die zwei ‚Väter’-Monate in Anspruch genommen, die wiederum auch nur dafür genutzt werden, trotz Berufsleben endlich mal wieder richtig lange Urlaub im Warmen verbringen zu können. Es fällt mir schwer, darin einen großen Schritt für die Gleichberechtigung zu sehen.
Auch ich bin dagegen, dass unfähige Kolleginnen über eine Quote auf die Chefsessel gehievt werden. Aber trotzdem ist meiner Meinung nach die Quote im Moment noch nötig um überhaupt gleiche Chancen zu schaffen. Wahrscheinlich muss man zu Beginn in Kauf nehmen, dass einige nicht ganz so gut geeignete Kolleginnen in die Chefsessel kommen.  Aber auch hier können Unternehmen über Coachings und Weiterbildungen für Abhilfe sorgen. Wie viele unfähige Kollegen werden wohl jährlich aufgrund von Kumpanei in Führungspositionen gesetzt? Ich hoffe, dass die Generation unserer Kinder die Quote nicht mehr nötig haben wird, weil die Klischees nicht mehr so stark in ihren Köpfen präsent sind und nicht mehr so viele Männer von der systemimmanenten Ungerechtigkeit profitieren. Aber auch da frage ich mich, wie unsere Kinder da raus kommen können, wenn sie kaum Vorbilder haben.
Mag sein, dass die Kinderlosen unserer Generation in Gender- und Liebesfragen pragmatischer und diplomatischer vorgehen. Aber sobald das erste Kind da ist, merken auch die größten Feminismuskritikerinnen, dass wir gar nicht so viel weiter sind, als unsere Eltern und dass in unseren Köpfen noch sehr viel passieren muss. Auf beiden Seiten. Aus meiner Sicht können wir erst dann auf Feminismus verzichten, wenn ich im Gegensatz zu meinen männlichen Kollegen nicht mehr all meinen Charme und meine Attraktivität einsetzen muss, um überhaupt gehört zu werden. Ich bin der Meinung, dass meine fachliche Kompetenz auch ohne Make-up honoriert werden sollte. Wir  können erst dann auf Feminismus verzichten, wenn ich als Mutter nach Vorstellungsgesprächen nicht gefragt werde, wer denn auf meine Kinder aufpasst, während ich bei der Arbeit bin. Oder sich Väter nicht mehr dafür rechtfertigen müssen, warum sie mehr Zeit zu Hause verbringen wollen oder das andere Extrem, als Helden gefeiert werden für 2 Monate Elternzeit.
Ich fühle mich nicht benachteiligt und ich bin auch nicht verbittert. Ich möchte nur nicht aufgrund meines Geschlechts in eine Schublade gesteckt werden. Und ich möchte nicht permanent diese Extraenergie aufbringen müssen, um mich ständig zu beweisen, um von meinen Kollegen den gleichen Respekt zu bekommen, der meinen männlichen Kollegen in die Wiege gelegt ist. Natürlich gibt es da Ausnahmen, aber ich denke, dass Ihre Situation auch eine Ausnahme darstellt und die Realität der Frauen in Deutschland nicht wiederspiegelt. – Ina Holfelder


Zu dem Interview kann man nur sagen: Si tacuisses, philosophus manisses. Zugegeben, die Äußerung aus der CDU nach den drei Landtagswahlen, dass alles für die Kanzlerin halb so schlimm sei, das war eine Legende. Da hat Schröber Recht.
Dann aber wird er oberflächlich und intellektuell unredlich und seine Äußerungen sind nur noch von Macht- und Wunschdenken geprägt. Wer hat denn eine möglich legale Zuwanderung nach dem Beitritt der osteuropäischen Staaten zur EU verhindert? Das war doch Schröder. Er hat doch bestimmt, dass Deutschland die vom Beitrittsvertrag zugelassene siebenjahrige Übergangsfrist voll ausgenutzt. Und selbst wenn wir ein modernes Zuwanderungsgesetz hätten, hätte das doch an der jetztigen Situation wenig geändert. Wieviele Menschen könnten denn aufgrund eines modernen Zuwanderungsgesetzes pro Jahr nach Deutschland kommen? 50.000, 100.000 oder 200.000 Personen? Wieviel von den Flüchtlingen, die im letzten Jahr gekommen sind, hätten denn die Voraussetzungen eines modernen Zuwanderungsgesetzes erfüllt: Sprachkenntnisse, berufliche Qualifikationen etc.? Selbst wenn wir ein Zuwanderungsgesetz hätten, hätte es doch bei einer Situation wie in Syrien, wo etwa die Hälfte der Bevöllkerung auf der Flucht ist, kaum den Flüchtlingsstrom bewältigen können. Glaubt denn etwa Herr Schröder, die Flüchtlinge würden sich bei den Auslandsvertretungen Deutschlands anstellen und Anträge stellen? Die würden natürlich versuchen, auf allen nur denkbaren Wegen zu uns zu kommen. Und die, die einen Antrag gestellt hätten, würden im Falle der Anlehnung ja nicht zu Hause bleiben. Sie würden ebenfalls vor dem Krieg fliehen. Das Asylrecht wird ja durch ein Zuwanderungsgesetz ja nicht ausgehebelt. Was Schröder dann über die Türkei sagt, kann man nur mit Kopfschütteln zur Kenntnis nehmen. Erdogan hat zwar erlärt, dass die Türkei der EU beitreten will. Das tut er aber doch nur, um sich nach außen einen guten Anstrich zu geben. Die zivile Kontrolle des Militärs – eins der Kopenhagener Kriterien – hat er doch nicht durchgesetzt, um der EU zu gefallen. Das hat er doch nur zur Sicherung seiner eigenen Macht getan. Im Übrigen hätte er doch schon längst viel Regelungen verändern können, die einem Beitritt entgegenstehen. Z.B. die Abschaffung des Straftatbestands der Beleidigung der Türkei. Erdogan hat überhaupt kein Interesse am Beitritt der Türkei. Er will nur seine Macht sichern. Der Fortschrittsbericht, den die EU-Kommission jedes Jahr veröffentlicht, kann schon gar nicht mehr so heißen, weil es gar keinen Fortschritt meht gibt. Es gibt nur Rückschritt. Dass die politische Entwicklung in der Türkei auch damit zu tun hat, dass ihr die EU in den vergangenen Jahren die kalte Schulter gezeigt hat, glaubt doch Schröder selbst nicht.
Richtig ist, dass die Türkei wie auch andere Nachbarstaaten eine große Zahl Flüchtlinge aufgenommen haben. Diese Staaten hätten wir aber schon längst finanziell unterstützen sollen. Das hätte doch Schröder dem heutigen Außenminister, der doch mal einer seiner engsten Mitarbeiter war, sagen können.
Dass Ex-Kanzler Schröder jetzt nochmal den Vorschlag von Otto Schily aus dem Jahre 2004 hervorkramt, dass in den Maghrebstaaten Hotspots eingerichtet werden, kann nur noch verwundern. Der Vorschlag von Otto Schily ist damals von Frankreich kühl abgelehnt worden. Niemand hat diese Idee in den vergangenen Wochen bei den Verhandlungen in Brüssel auch nur erwähnt. Die Hotspots sollen nur in EU-Ländern mit Außengrenzen errichtet werden. Hotspots in den Maghrebstaaten – wie sehe es denn da aus? Sicher zehnmal schlimmer als im Lager Idomeni an der Grenze zu Mazedonien. Das wären doch Bilder, die keiner aushalten könnte. Eine Schnapsidee.
Dass man als Bundeskanzler, wie Helmut Kohl einmal sagte, die Trikolore immer zweimal grüßen müsse – wer wüsste das nicht?Die Zeit sollte Ihren Lesern solche oberflächlichen Interviews ersparen.  – Alfons Eggersmann


„Zu bemerken bleibt, dass – wenn auch aus anderen Gründen und mit weniger schwerwiegenden Folgen für die Umwelt – in der Eifel wegen Steinbruchs eine Vulkankuppe nach der anderen verschwindet.“ – Uli Witting


Die Mainzer Republik – ein Ort der Demokratie und Freiheit? In meiner gleichnamigen Studie vom Sommer 2015, erschienen im Leinpfad-Verlag Ingelheim, habe ich begründet, warum diese Frage zu verneinen ist. Die Mehrheit der Mainzer war für eine Republik, die Trennung vom Reich und den Anschluss an Frankreich nicht zu gewinnen. Die Mainzer erfuhren daraufhin durch die jakobinische Minderheit und die französische Besatzungsmacht Unterdrückung, Zwang, Ausweisung und Enteignung.
Gustav Seibt spricht in seinem Buch „Mit einer Art von Wut, Goethe in der Revolution“ von einem politischen Experiment, das bei hohen Idealen in seiner Verwirklichung von Angst und Schrecken gekennzeichnet war. Neben dem Freiheitsbaum stand der Galgen.
Heute würde man von „totalitärer Demokratie“ sprechen.
Auch daran und an die Opfer der Mainzer Republik erinnert das am 18.03.2013 in „Platz der Mainzer Republik“ umbenannte Teilstück des Mainzer Deutschhausplatzes.
In der Tat, auch diese Geschichte sollten die Deutschen kennen. – Heinz Brauburger


Warum  heißt der Artikel nicht: „Sie denken anders, sie fragen anders – davon wird die Welt profitieren “ – und beginnt mit den positiven Beispielen von Frau Oni und Herrn Banadda? Aber nein- es beginnt wieder mit negativer Berichterstattung über den angeblich stickigen Flughafen von Dakar, mit langen Warteschlangen  und der oberflächlichen und tendenziösen Beschreibung von Dakar. Im ersten Drittel des Artikels kommt zwei Mal „im Nirgendwo“ vor – das ist abwertend. In den Gebieten leben Menschen! Unkommentiert wird das Zitat von D.Holt übernommen“…Das ist das Wichtigste hier, dass die jungen afrikanischen Forscher das Gefühl bekommen: Sie gehören dazu, sie können mitreden.“  – Gefühl? – sie gehören konkret dazu, sind selbstbewusst und haben etwas beizutragen!    Siehe oben!
Der Autor des Artikels „Diesseits in Afrika“ ist geoutet als Vertreter der deutschen Wirtschaft. Auf dem Hintergrund sind seine Argumente einzuordnen. In dem Artikel wird behauptet, ausländische Investitionen würden Arbeitsplätze für Einheimische schaffen und dadurch Fluchtursachen bekämpfen. Wie bitte? Viele Länder haben seit der Unabhängigkeit 50/60 Jahre Erfahrungen mit ausländischen Investoren. Ich weiß es aktuell vom Senegal: Nur sehr wenige Einheimische,  nämlich die, die eine Topausbildung (zumeist im Ausland erworben) haben,  profitieren davon; zur Erhöhung der Profitrate bringen einige Firmen ihre Arbeitskräfte sogar mit (China, Korea, Indien..) Das bedeutet der Profit fließt nicht nur zurück ins Ausland sondern auch  das Know How bleibt bei ihnen  und wird nicht weitergegeben. Folge: Der informelle Sektor vergrößert sich, Armut nimmt zu und damit der Wunsch abzuwandern. Ich hätte den Artikel ehrlicher gefunden, wenn der Autor nicht das Feigenblatt „Fluchtursachenbekämpfung“ als Argument genommen hätte. – Susanne Guthoff


Die verbreitete Ansicht, dass die Demokratie in Deutschland nicht vom Volk erkämpft sondern sie „dem Deutschen Volke“ gewissermassen als Geschenk zugefallen sei, findet seine Bestätigung in der Inschrift auf dem Reichtagsgebäude. Wenn das deutsche Parlament unter einer solchen Inschrift tagt, ist es nicht verwunderlich, dass das Narrativ von der Demokratie als Geschenk von oben nicht aus den Köpfen zu tilgen ist. – Markus Moser


Als Psychoanalytikerin habe ich Ihr Interview mit Dr. Wellershoff mit großem Interesse gelesen. Vielem, was er zur Sprache bringt, kann ich zustimmen. Doch manche Stellen haben mich irritiert, und diese möchte ich nicht unkommentiert stehen lassen. Es erstaunt mich, dass im gesamten Interview, zumal mit einem Psychoanalytiker geführt, das Stichwort „Aggression“ kein einziges Mal auftaucht. Es werden sehr die Aspekte Verunsicherung und Angst, ungelebtes Leben und Depression, Empathie etc. betont. Das lässt nicht nur den Eindruck einer gewissen Einseitigkeit entstehen, sondern auch außer Acht, dass es ja nicht nur „die fremden Anderen“ sind, die uns Angst machen, sondern auch wir selbst mit unseren Abgründen, die wir uns nur schwer eingestehen, von daher aber allzu oft auf Andere projizieren, um uns seelisch zu entlasten und zu stabilisieren. Zu diesen Abgründen gehören massiv verleugnete Aggression, Lust an der Zerstörungswut, Neid, Missgunst, Verachtung. Sie sind Teil unserer Condition humaine. Wenn wir das Glück haben, dass sich uns Patienten auch mit diesen Affekten anvertrauen und wir diese im Rahmen einer Analyse nach und nach in die Persönlichkeit eines Patienten integrieren (!) können, um so besser! Die Folgen wären dann im optimalen Fall mehr innere Freiheitsgrade, weniger Angst  und mehr Ambivalenztoleranz. Es führt leider in die Irre, Erkenntnisse und zutreffende Erklärungsmuster aus einzeltherapeutischen Zusammenhängen auf gesellschaftliche Prozesse zu übertragen. So wie die Empörung, die immer nur etwas für den Augenblick ist, den Blick vernebeln kann, so ist dies auch der Fall, wenn wir das Konzept der Empathie überstrapazieren. Wenn wir „Flucht aus dem Alltag“ mit der Flucht vor Krieg, Zerstörung etc. gleichsetzen – wie in Ihrer Bildunterschrift – dann riskieren wir, erneut einer Verleugnung von Aggression auf den Leim zu gehen: nämlich jener primitiven, nicht integrierten Aggression, wie sie sich aktuell und in zunehmendem Maße in hochgradig destruktiven, regressiven (Groß-)Gruppenprozessen manifestiert, z.B. auf Pegida-Demonstrationen, öffentlichen Pressekonferenzen einer AfD, Überfällen auf Flüchtlingsheime, etc. Die Flüchtlinge bringen uns nicht mit unserer mangelnden Selbstverwirklichung in Kontakt (was wir dann möglicherweise depressiv verarbeiten), sondern mit dem, was Menschen in all ihrer Zerstörungswut einander anzutun in der Lage sind. – Dipl. Psych. Petra Holler


Ein universalgelehrter Historiker, Benedikt Erenz, spricht zu uns und läßt uns generös an seinem unermeßlichen von über 3 Jahrhunderten europäischer Revolutionsgeschichte teilhaben. Souverän, der Bildung seiner DIE ZEIT-Leserschaft gewiß, versagt er sich den nächstliegenden Hinweis auf Georg Büchners ( 1813 – 1837 ) Revolutionsdramas „Dantons Tod“ und den dort erstmals in deutscher Sprache formulierten Satz „Wir sind das Volk“.
So kann er das Andenken an dem ihm am Herzen liegenden Dichter Freiligrath fördern und aus dessen 8 Endreimversen aus Vers 3, 1. Hälfte, ebenfalls das Revolutionfanal zu eruieren.
Hinsichtlich unserer und der jungen Journalistin K. Th. Geschichtskenntnisse sollten wir, die wir nie von Itzstein
oder Venedey gehört oder gelesen haben, uns nicht eilfertig mit den als kulturnah bekannten Verfassern von MEYERS ENZYKLOPÄSCHEM LEXIKON in 25 Bänden zu je ca. 900 Seiten trösten, die diese Namen auch nicht aufführen. Insgesamt versprüht Erenz` Artikel in phantastischer Suada eine überragende Fülle von weiteren Erkenntnissen, in der nur der allzeit bereite Nörgler bedenkliche Anzeichen von Graphorhöe ( vgl. Diarhöe ) vermuten wird. – Günter Vogel


Und ich habe mir eingebildet, historisch zwar autodidaktisch aber ordentlich unterwegs zu sein !
Benedikt Erenz hat mit diesem höchst lesenswerten Beitrag meine Betrachtungen zur deutschen Geschichte schlagartig und erfreulich erweitert !! – Rainer Seidel


Der Artikel „Schuften für den Führer“ hat mich tief bewegt. Es ist erschütternd, dass es in einem EU-Land Zwangsarbeit gibt. Ich hoffe, dass die Veröffentlichung dieser skandalösen Vorgänge dazu führt, dass zuständige Stellen dieses Unrecht nun genauer unter die Lupe nehmen, als sie das vorher offenbar getan haben.
Die Bebilderung des Artikels mittels graphic-novel-artigen Illustrationen fand ich sehr gelungen. Was mich allerdings interessieren würde: Warum sind auf den Illustrationen als Zwangsarbeiter ausschließlich Männer abgebildet? Die Illustrationen vermitteln dadurch den Eindruck, es würden massenhaft Männer vom nordkoreanischen Regime als Zwangsarbeiter ausgebeutet. Beim Lesen des Textes wird dagegen klar, dass es sich bei den Zwangsarbeitern überwiegend um Frauen handelt. Warum also diese Text-Bild-Schere? Ist sie ein Zeichen für Achtlosigkeit und fehlende Kommunikation zwischen Textredaktion und Illustratoren? Oder war das eine bewusste Entscheidung? Halten Sie es für weniger schlimm, wenn Frauen ausgebeutet werden und entschieden sich deswegen bei der Aufmacherillustration für die Darstellung von einem ausgebeuteten Heer der Männer, um mehr Aufmerksamkeit zu erlangen? Und wenn ja, warum haben Sie dann nicht wenigstens bei den weiteren Illustrationen auch Frauen dargestellt? Ich würde mich freuen, wenn Sie in Zukunft bei Ihren hohen Qualitätsstandards auch auf solche Aspekte achten würden. – Gudrun Waletzki


Mit großem Interesse habe ich den o.g. Artikel gelesen, den ich insgesamt nur bestätigen kann. Als Schulleiterin einer recht kleinen Förderschule (Förderschwerpunkt Lernen) in Rheinland-Pfalz, haben wir auch jahrelang mit aufgewärmtem, wenig wertvollem Essen leben müssen. Seit November 2015 nun arbeiten wir mit einem ganz anderen Modell:
– glücklicherweise musste unsere Lehrküche, die bereits 60 Jahre alt war, ohnehin grundlegend renoviert werden
– im Zuge der Planung zu dieser Baumaßnahme konnten wir unseren Schulträger von einem neuen Konzept überzeugen und das funktioniert so:
– die Küche wurde zu einer vollwertigen Gastroküche umgebaut mit Kühlräumen, Trockenlager, Profigeräten wie Konvektomat, Kippbräter usw.
– daneben entstand eine kleinere Lehrküche, in der jetzt nur noch die Schüler/innen der Kl.7 herkömmlichen Hauswirtschaftsunterricht erhalten
– die Schüler/innen der Klassen 8 und 9 absolvieren im Wechsel jeweils zu dritt einen Vormittag in der Produktionsküche, wo sie unter Anleitung einer Hauswirtschaftsmeisterin das Mittagessen für ca. 50 Ganztagsschüler/innen und einige Lehrkräfte frisch zubereiten. Dabei werden wir nur von regionalen Erzeugern beliefert und im Sommer werden wir auch Gemüse und Kräuter aus unserem Schulgarten verarbeiten. Was nicht in unser Essen kommt sind Geschmacksverstärker – das war anfangs für die Kinder und Jugendlichen sehr gewöhnungsbedürftig, das sie auf Ketchup und Co. geprägt sind
– außerdem arbeiten wir schon länger mit der Sarah-Wiener-Stiftung zusammen (so werde ich als Schulleiterin auch Ende April an einem Workshop der Stiftung in Berlin teilnehmen), die ebenso wie wir Geschmacksschulung in den Mittelpunkt der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen stellt
– nach dem Mittagessen kommt ein zweites Schülerteam (2 Pers.) zum Spülen, Aufräumen, Reinigen
– wer diese Woche im Spüldienst war, geht nächste Woche in die Produktion und umgekehrt
– auf diese Weise erhalten unsere Schüler/innen nicht nur profunden Hauswirtschaftsunterricht unter realen Arbeitsbedingungen, sondern es werden gleichzeitig ganz wichtige Module der Berufsvorbereitung abgedeckt, ein nicht zu unterschätzender Vorteil gerade für Jugendliche aus dieser Förderschulform, die es auf dem Ausbildungsmarkt oft schwer haben.
– wir arbeiten dabei auch wirtschaftlich, ein Mittagessen kostet 3,-€ und damit kommen wir aus – auch dies eine wichtige Lernerfahrung für das kochende Schülerteam, denn die meisten dieser Jugendlichen müssen auch später mit schmalem Budget auskommen. Zugegeben: diese Art von Essensversorgung in einer GTS erfordert auch hohen persönlichen Einsatz von der Schulleitung (ich helfe selbst oft in der Küche mit, um einfach den gesamten Ablauf im Blick zu behalten und präsent zu sein) und geht daher nicht, wenn dort nicht ein „Überzeugungstäter“ sitzt. Aber die neue Freude am Essen, die Reaktionen von Kindern, Jugendlichen und Kollegen sind den Einsatz allemal wert!
Ich freue mich jeden Tag daran und kann das Konzept nur zur Nachahmung empfehlen! – Anette Hilspach-Kierig


Noch nie zuvor hat mich ein Artikel Ihrer Zeitung zugleich derart gefreut wie geärgert, wie der Artikel „Ich, die Wutbürgerin“ aus der Ausgabe No. 13 vom 17. März 2016.
Gefreut, weil mir der Text des Artikels in jeder Zeile aus der Seele spricht – selten habe ich meine eigenen Gedanken und Gefühle so gut und treffend zusammengefasst gefunden.
Geärgert, weil der „Statistik“-Kasten in der Mitte des Artikels offensichtlich ohne jegliche Plausibilitätskontrolle abgedruckt worden ist. Nach den dort zu lesenden Zahlen sind 19% der AfD-Anhänger in Sachsen-Anhalt Frauen, 29% sind Männer. Und die restlichen 52% (also die Mehrheit) sind … ? Bei der Bildung fehlen 30% AfD-Anhänger, die anscheinend weder ein hohes, noch ein mittleres oder niedriges Bildungsniveau haben. Also vielleicht ein „extrem hohes“? Oder sogar gar keines? Dafür addieren sich die Altersgruppen zu 130% auf, die Tätigkeiten sogar zu 158%. Dass die Zahlen auf der linken Seite des Kastens keine Maßangabe zeigen (ich nehme an, es sind Tausend), fällt dagegen schon nicht mehr wirklich ins Gewicht.
Ein ganz klein wenig mehr Sorgfalt hätte gut getan und mir die Freude an Ihrem Artikel nicht derart getrübt. – Andreas Erdmann


Beim Lesen des Artikels von Frau Gilbert fragt man sich, ob es hier wirklich darum geht, das THEMA Mann-Frau zu behandeln oder ob es um persönliche Retourkutschen gegen 50+ Frauen in der Redaktion geht. Frau Gilbert spricht für eine ganze Generation, die Argumente aber sind mehrheitlich persönlich und darüber hinaus auch noch zentriert auf die Welt der Redaktionen.
Frau Gilbert fragt recht aufgebracht, wie viel das Problem Mann-Frau noch mit „UNSERER Welt von heute“ zu tun habe und skizziert die heutige Lebenswelt junger Frauen mit dem Kontrast Püppchen und Raubtier.
Naivität, Verletzbarkeit und Härte klingen zwar nicht unbedingt nur beeindruckend als Kombination einer Persönlichkeit, aber wenn es das Erfolgsmodell (wirklich einer ganzen Generation??) ist, sei es ihr unbenommen. Vielleicht wäre Frau Gilbert dann aber besser beraten, „unsere Welt“ wenigstens durch „in Deutschland“ oder „in Europa“ zu ersetzen, denn die Welt als solche endet nicht an den Grenzen Deutschlands. Selbst wenn Feminismus BEI UNS in die Mottenkiste gehören sollte, ist Gender heute ein immer noch ausgesprochen wichtiges Querschnittsthema in Bezug auf weite Regionen dieser Welt, wo man leider nicht ganz so pragmatisch mit dem Thema Mann-Frau umgehen kann wie Frau Gilbert es für ihre Generation hier in Deutschland skizziert.
Insgesamt bekam man als Leser des Artikels den Eindruck, in erster Linie eine Art „Big Brother-Zuschauer“ der Redaktions(innen)welt gewesen zu ist. Das Innerste prominent nach außen zu kehren ist ja heute durchaus modern, ob es aber auch guter Stil für so eine anspruchsvolle Zeitung wie die ZEIT ist, sei dahingestellt. – Maria Baier-D’Orazio


In Ihrer sehr guten 5-Punkte-Analyse des VW-Abgasskandals widersprechen sie sich leider in Punkt 5  des Artikels gegenüber der Einleitung, wo Sie sagen, dass die dauernden Rücktrittsforderungen an VW-Chef Müller überzogen sind. Die “Stickoxid-Problematik” muss er als das bezeichnen , was sie tatsächlich ist: handfester Betrug (“We’ve totally screwed up”).
Wegen dieser Beschwichtigungs-Politik und “Heuchelei” eckt Herr Müller in der amerikanischen Justiz an, und ebenso in der Wahrnehmung der deutschen bzw. Europäischen Öffentlichkeit. Man möge Herrn Müller zugute halten, dass er Herrn Winternkorn in Schutz nehmen will, aber wenn man dann erfährt, dass angeblich beide, Herr Winterkorn und Herr Müller, bei früheren Sitzungen anwesend waren, in denen die überhöhten Abgaswerte und deren Vermarktung diskutiert wurde, dann weiss man, wo der Hase hinläuft. – Dr. Martin Grau


Ihre Sorgen und Ihren Zorn kann ich verstehen. Das, was da jetzt begünstigt wird durch die Flüchtlingskrise, AFD und Pegida, hilf leider nicht bei der Problembewältigung, sondern schafft zusätzliche Probleme. Ich rate aber trotzdem von Wut ab, weil: Würden wir keine Flüchtlinge aufnehmen würden( wie England und Polen) hätten wir auch keine Brandstifter und  die AFD weniger Zuhörer. Und wir stünden möglicherweise moralisch besser dar, was aber wiederum nicht gerechtfertigt wäre. (Übrigens, England ist am Entstehen der kritischen Situation in Nahost sogar beteiligt gewesen.) In Deutschland läuft ein Experiment ab, das es so in dieser Form schon lange nicht mehr gegeben hat. In Nahost müssen Menschen flüchten, und jetzt musste in 2015 ca. 1 Mio. aus  Nahost nach Mitteleuropa, Deutschland. Ohne Vorplanung landet diese Million von jetzt auf gleich hier, wobei diese Menschen aus einer anderen Kultur kommen ( andere Sprache, andere Schrift, andere Religion). Fast alle im Bundestag vertretenen Parteien (mit Ausnahme vielleicht der CSU) sind einhellig dafür. Es gibt so gut wie keine Partei, die das ganze kritisch begleitet hätte. Die Aufnahme war ein Akt der Humanität und damit alternativlos. Jetzt ergibt sich aber dadurch eine Reihe von Problemen.
Es werden Wohnungen und Arbeitsplätze benötigt. Seit 15 Jahren wurde der Wohnungsbau zurückgefahren. Die Kommunen haben ihren Sozialwohnungsbestand an Heuschrecken verkauft. Preiswerten Wohnraum gibt es auch für Deutsche schon lange nicht mehr. Die Menschen aber untätig in Massenunterkünften zu belassen, geht nicht.
Um uns herum in Europa grassiert die Arbeitslosigkeit. Wir sind zum Glück bisher davon verschont geblieben. Allerdings haben wir auch heute schon mehre Millionen Arbeitslose. Die Aussichten? Langfristig wird es Probleme geben. Es gibt kaum eine größere Firma, die heute nicht Personal abbaut. Außerdem war der Nahe Osten kein Industrieland. Viele Personen, die von dort kommen, sind nur eingeschränkt einzusetzen. Ältere Ungelernte werden viel Einfühlungsvermögen erfordern. Arbeitslosigkeit aber wäre eine Katastrophe für die Menschen.
Ein Problem sind nicht die Flüchtlinge, die ihr Leben retten wollten. Ein Problem können die 2. und 3. Generation werden, so es nicht gelingt, diese Menschen zu integrieren und ihnen eine Lebensperspektive zu vermitteln. (wie es sich in Frankreich und Belgien gezeigt hat). Die Integration muss gelingen. Ob aber die Integration der Kinder gelingt, hängt auch von ihren Eltern ab, das kann die deutsche Gesellschaft alleine nicht erzwingen.
Die islamische Religion vergrößert das Problem. Der Islam befindet sich in seiner größten Krise seit 1000 Jahren. Und aus dieser Position der Schwäche heraus, wird er aggressiv. Und findet auch in Europa Anhänger.(Salafisten, IS-Kämpfer). Wir sind froh, das das Christentum nach 1600 Jahren endlich friedlich geworden ist. Und in dieser Phase machen wir den Islam in Europa stark. Ich habe den Eindruck, das nicht wenige islamische Deutsche regelrecht daran interessiert sind, das die islamische Basis in Deutschland größer wird. Welches Interesse sollen aber Deutsche Christen daran haben? Ich kenne kein islamisches Land, das nach wünschenswerten gesellschaftlichen Regeln verfahrt. Sogar die Türkei nicht. Ich habe in Izmir eine christliche Kirche besucht, die sich mit Stacheldraht vor unwillkommen Gästen zu schützen versucht. Vor unbeliebten Gästen kann man sich schützen, vor Mitgliederschwund aber nicht. Der negative Druck der türkischen  Gesellschaft auf christliche Gemeindemitglieder ist zu groß. Hier bei uns aber predigt man Toleranz. Ein Teil der Zuwanderer hat eben Probleme mit der Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau   und einer anderen Religion als dem Islam.
Die vormalige Generalsekretärin der SPD, Yasmin Fahimi, hatte verlautet, ein Deutscher, der nicht für diese Willkommenskultur ist, hat nicht das Recht eine Deutscher  zu sein. Und Cohn Bendit von den Grünen tönte, nicht die Flüchtlinge sollen sich an ihre neue Situation in Deutschland gewöhnen, die Deutschen sollen sich an die Flüchtlinge gewöhnen. Der Bürgermeister von Offenbach (ein Grüner) hat in einem interview verlautet, es sollen noch viel mehr kommen. Kennen Sie ein europäisches Land, in dem solche Aussagen auch möglich gewesen wären? Ich nicht. Die Aufnahme der Flüchtlinge war eine humanitäre notwendige Maßnahme. Begleitet aber wurde dieser Zustrom von Befürwortern, die Probleme geschaffen haben. Vorsichtig sollte man auch werden, wenn man bedenkt, es gibt so gut wie keine multikulturelle Gesellschaft, die über einen langen Zeitraum friedlich zusammengelebt hätte. Spätestens in Notzeiten brechen die Probleme auf. Nahost ist das jüngste Beispiel. Und die bisherigen religiösen Konflikte in Europa ( 30jähriger Krieg, Judenprogrome, Holocaust) stimmen vorsichtig. Nachdem die etablierten Parteien für eine konstruktive und kritische Betrachtung nicht zu haben waren, wurde eine kritische Partei regelrecht gesucht. Und mit der AFD gefunden. Die aber leider wenig hilfreich ist.
Integration und Verständnis der verschiedenen Religionen und Rassen untereinander ist wünschenswert. Hat bisher aber immer nur im kleinen Rahmen funktioniert. Matthias Sutter hat in ihrer Zeitung dargelegt, welche Bedingungen erfüllt sein müssen, um ein friedliches Zusammenleben der Menschen zu ermöglichen:
– die Menschen sollen sich der gleichen Gruppe zugehörig fühlen
– sie müssen als Bürger gleichberechtigt sein
– sie sollen ähnliche Wertvorstellungen haben.
Bei den vorliegenden kulturellen Unterschieden sind diese  Vorgaben nicht leicht zu erreichen. Mit dem Satz “Wir schaffen das” ist es alleine nicht getan.
Sie sprechen die angeblich unbegründete Sorge der Überfremdung an. Die Sorge habe ich aber. Überfremdung durch Unterwanderung hat es in Europa oft gegeben. (Prag war früher die erste deutsche Universität). Deutschland hat sich mit der Integration von Zuwanderern sehr oft schwer getan. Auch wenn es positive Beispiele gibt: Hugenotten und Polen. Eine Geschichte am Rande: Eine Bi-Linguale Schule in Berlin, der Unterricht findet in Englischer Sprache statt, hatte als letzten Rest noch den Mathematikunterricht in deutscher Sprache gehalten. Ein Unternehmensberater mit Türkischem Migrationshintergrund ist nun dafür eingetreten, das dieser letzte Rest deutscher Sprache entfällt. Deutsch sei eine antiquierte Sprache. (es war ein Beitrag im DLF vor ca. 1,5 Jahren). Wir werden durch Zuwanderer mehr beeinflusst als manchem lieb ist. Wenn in diesem Jahr (2016) die nächste Million kommt und oder die Konjunktur einbricht, befürchte ich, wird dieses Experiment mit der Zuwanderung scheitern können. Dann wird der Nationalismus wieder blühen. Wie problematisch unsere Situation ist, weil wir nicht gut aufgestellt sind, kann man daran ermessen, das unser Staat die NSU-Morde 10 Jahre lang nicht in den Griff bekommen hat. Es ist keine Euphorie angesagt, sondern harte Arbeit, damit wir alle einen Erfolg verbuchen können. Und  Wut hilft leider überhaupt nicht. Andere Völker sind da geschickter und nehmen so gut wie keine Flüchtlinge auf und  ersparen sich diese Probleme. Was aber mit dem christlichen Verständnis von Nächstenliebe wiederum nicht vereinbar ist. ( und den Flüchtenden nicht hilft). – Reiner Püschel


Für diesen sehr lesenswerten Artikel. Ich habe mich gefreut, dass in diesem Artikel auf jede Polemik verzichtet wurde. Mir gefällt, dass von „rechten Intellektuellen“ geschrieben wird, anstatt sie „rechte Populisten“ zu nennen. Jedes Gutmenschentum wird vermieden und „dennoch“ zeigen Sie auf, wie die Welt aussehen könnte, wenn sie durch die rechten Intellektuellen geformt würde. Da kann dann jeder Leser für sich entscheiden, ob er in einer solchen Welt leben möchte oder ob es sich lohnen würde, gegen solchen Tendenzen aktiv zu werden. Vielen Dank, dieser Artikel hat mich wirklich beeindruckt. – Volker Schuda


Das wohl am ehesten Zutreffende an dem Artikel ist die Überschrift. Denn die die Verfasserin des Artikels ist offenbar so wütend, dass sie blind vor Wut ist und alle Vernunft fahren lässt. Als „Feinde der offenen Gesellschaft“ bezeichnet sie Anhänger oder Wähler der AfD.
Ich habe die diese Partei am vergangenen Sonntag nicht gewählt; sie ist für mich aus Gründen, die mit der Zuwanderung nichts zu tun haben, schlechterdings nicht wählbar. Aber will es nicht in das Hirn der „Wutbürgerin“ hinein, dass viele der AfD-Wähler diese Partei eben deshalb gewählt haben, weil sie den Erhalt der offenen Gesellschaft wollen? Weil sie befürchten, dass die vielen Anhänger einer prämodernen Religion, die nach Deutschland drängen, eben diese offene Gesellschaft ablehnen, weil sie sehen, dass viele der Zuwanderer den Rechtsstaat verachten und die Scharia vorziehen, weil das prämoderne Denken einer reformunfähigen Religion unsere Grundwerte wie die Gleichberechtigung der Geschlechter ablehnt, weil der Islam so leicht beleidigt ist und Freidenker mit dem Tode bedroht.
Ich bin froh, in einem Land zu leben, welches die Religionsfreiheit bietet, denn dies schließt das Recht ein, sich zu keiner Religion zu bekennen. Aber kann es ein Muslim wagen, dass er sich von seiner Religion lossagt? Welcher unserer vielen Kabarettisten würde es wagen, sich so über den Islam zu äußern wie er es über das Christentum tut? Ist hier nicht vielleicht eine latente Gefahr für das Rechtsgut der Meinungsfreiheit? Eine Religion, die es bis heute nicht geschafft hat, die Trennung von Kirche und Staat, die Trennung von von religiösen Geboten und staatlichem Recht zu bejahen, ist der offenen Gesellschaft nicht förderlich.
Und dann ist da die Gefahr von Parallelgesellschaften. Warum wollen klassische Asylländer wie Großbritannien und Frankreich keine Migranten aus dem Nahen Osten aufnehmen? Weil in Nord- und Mittelengland oder in den Banlieues um Paris leidvolle Erfahrungen mit muslimischen Parallelgesellschaften gemacht werden, die sich als integrationsunwillig erweisen, weil sich Stadtviertel gebildet haben, in denen die westliche Staatsordnung und Lebensweise nicht mehr anerkannt wird und auf dem Rückzug ist. Ich hege noch die Hoffnung (und engagiere mich dafür), dass die integration von Flüchtlingen gelingt, aber ich verstehe auch jene, die Sorgen vor einer Gesellschaftsveränderung durch Parallelgesellschaften haben.
Der überwiegende Teil, so meint die Wutbürgerin, habe sich friedlich verhalten und nehme niemandem etwas weg. Wirklich nicht? Ich habe die Flüchtlingsszene von innen kennen gelernt. Ich habe Verständnis für viele, die hierher gekommen sind, weil sie in den Lagern in der Türkei, wo sie Jahre zugebracht haben, keine Perspektive sehen. Aber sie kommen weniger aus Not, sondern eher, weil sie wissen, dass ihnen hier mehr geboten wird, weil es ihnen hier materiell besser geht. Andererseits hat es hier stets viele Menschen gegeben, die in relativer Armut leben, die immer nur gehört haben „es ist kein Geld für Leistungen da“, die jetzt sehen, dass sich für Migranten viele Milliarden locker machen lassen. Meint man da als „Wutbürgerin“, das Empfinden der Armen, es werde ihnen etwas weggenommen, sei gänzlich unbegründet? Vielen dieser relativ Armen in Deutschland, die vorher nicht zur Wahl gegangen sind und jetzt AfD gewählt haben, fällt es schwer zu sehen, dass die Aufwendungen für Flüchtlinge nicht zu ihren Lasten gehen. Ein bisschen verbale Abrüstung tut allen Wutbürgern gut. Und die „Zeit“ sollte sich überlegen, ob sie gut daran tut, Wutbürgern in dieser Form ein Forum zu bieten! – Friedrich Hagemann


In der ZEIT  vom 17.3.2016 steht ein Artikel über die Arbeitsbedingungen auf ökologisch wirtschaftenden landwirtschaftlichen Betrieben, über welchen ich mich geärgert habe. Während ich am Ostersonntagabend im Rinderstall arbeite, überlege ich mir, was  ich, seit 20 Jahren  selbständige Biolandwirtin in Süddeutschland, zu dem Artikel zu sagen habe.
Ich denke, dass  auf jeden Fall die Fähigkeit von uns Menschen sich in Situationen anderer Menschen hineinzuversetzen, schlecht ausgebildet ist.  Außerdem  handelt es  sich um ein  vielschichtiges gesellschaftliches Problem, wovon der  Artikel nur die Spitze des Eisberges aufdeckt. (Während ich einen Heuballen auf den Futtertisch befördere,  amüsiere ich mich bei  dem Gedanken, dass  die in der ZEIT-Redaktion  lernenden jungen Menschen ebenfalls, wie auf vielen landwirtschaftlichen Betrieben, in den Haushalten ihrer Chefs wohnen würden.  Sie nähmen drei Mahlzeiten gemeinsam ein… .) Ich störe mich an dem Ausdruck  „viele Bauern“, drückt er doch eher ein Gefühl oder eine Ahnung aus, als das Ergebnis einer gründlichen Recherche.  Ich fände es lauter am Beispiel zu bleiben oder genauere Zahlen über das Ausmaß des Problems zu veröffentlichen. Ich bleibe einmal bei dem Problem Lehrlinge. In Betrieben anderer Wirtschaftszweige werden  junge Menschen ausgebildet, damit sie danach gewinnbringend im Betrieb eingesetzt werden können.  Die Ausbildungszeit ist quasi eine Investition in den Betrieb. Auf landwirtschaftlichen Betrieben ist es in der Regel so, dass Lehrlinge nach einem, spätestens nach zwei  Lehrjahren den Betrieb verlassen, um später den elterlichen Betrieb zu übernehmen, zu studieren oder umzuschulen.  So stellt sich die Frage, was nützt  der Auszubildende  dem  Lehrbetrieb?
Den Betriebsleiter kostet der Lehrling runde 850 € im Monat. Dafür arbeitet  der Auszubildende laut gesetzlicher Bestimmungen nach  Abzug der Zeiten für Berufsschule, Urlaub und durchschnittlicher Krankheitstage an zwei Wochen im Monat  fünf Tage à  acht Stunden, also 80 Stunden.  Jetzt ist das keine Arbeitszeit, sondern der  Lehrling soll ja etwas lernen und muss angeleitet werden.  Stelle man sich auch noch vor, dass die Stunden in einem Betrieb mit Tierhaltung am Wochenende geleistet werden, dann braucht es auch noch einen Feiertagsausgleich.
Es gibt  häufiger die Situation, dass der Lehrling auf dem Betrieb wohnt und der Landwirt 500€ für Vollverpflegung und Unterkunft vom Lohn einbehält. Dafür bekommt der Lehrling ein möbliertes Zimmer inclusive Nebenkosten und mind. drei Mahlzeiten serviert.  Wir haben dieses Modell schon mit verschiedenen Mitarbeitern erlebt. Es braucht eine große Offenheit in der Familie, wechselnde, fremde  Menschen in die Privatsphäre (nicht nur bei den Mahlzeiten)   freundlich wohlwollend aufzunehmen. Von der Kostenseite her gedacht „spart“ der Landwirt die Kaltmiete am Lohn, sofern genügend Wohnraum zur Verfügung steht.
Wir bekommen immer wieder Anfragen von jungen Menschen, welche eine Lehre in der Landwirtschaft machen wollen.  Wir können uns aber keinen Lehrling leisten, was eigentlich schade ist, da wir Hilfe bei der Arbeit brauchen könnten und es bei uns etwas zu lernen gäbe.
So rückt die Sicht, dass es sich bei Ausbildungszeiten auf landwirtschaftlichen Betrieben eher um ein Ausbildungsangebot handelt in greifbare Nähe und wir landen gedanklich bei einem Stiftungsmodell.  Der Landwirt würde für seine Ausbildungsleistung entlohnt.
Zum Thema Kontrolle der Arbeitsbedingungen. Aus meiner Sicht ist es nicht die Aufgabe der  Verbände oder der gesetzlichen Biokontrolle die Arbeitsbedingungen zu kontrollieren. Für die Kontrolle der  Arbeitsbedingungen während der Lehrzeit ist der Ausbildungsberater zuständig.   Für Saisonarbeitskräfte die Zollbehörde. Bioverbände, Kontrolle und Verordnungswut- das führt jetzt zu weit. Ich selbst habe zwei Drittel meiner Lehrzeit wenigstens 10 Stunden täglich gearbeitet, jedes zweite Wochenende Stalldienst gemacht, ohne Wochenendausgleich und nach der Berufsschule meistens gearbeitet.  Es war sehr anstrengend und ich kam an meine „Grenzen“.  Aber es war  sehr erfüllend,  es hat mir gut getan, ich konnte meine Kräfte erproben und habe viel Erfahrung gesammelt. Ich fühlte mich nicht ausgenutzt, solange die Betriebsleiter in gutem Kontakt zu mir standen.
Eine bäuerlich strukturierte ökologische Landwirtschaft mit Tierhaltung braucht Menschen, welche bereit sind zu arbeiten, wenn andere Freizeit haben, zu Hause zu bleiben, wenn andere Urlaub machen, welche Leben und Arbeiten nicht trennen: Work and Life Balance! – Alexandra Sütterlin-Hilscher


Zugegeben, wegen der Osterfeiertage bin ich spät dran. Kein Problem, wenn mein „Brief“ bzw. Lesermeinung nicht mehr veröffentlicht werden kann. Aber ich würde den Verfassern Richard David Precht und Harald Welzer gern mitteilen, dass ich mich sehr über deren Artikel in der ZEIT Nr. 13 am 17. März (Jugend an die Macht!) gefreut habe. Viele sehr gute Gedanken, ausgewogene Meinungen, dem gibt es nichts hinzuzufügen! – Renate Tschöp


Der Artikel versucht in einer Analyse, die Anziehungskraft der neuen Partei rechts von den etablierten Parteien zu erklären. Das gelingt nur teilweise. Denn die Autoren verkennen, dass die von der Kanzlerin betriebene Flüchtlingspolitik, die von allen Bundestagsparteien mehr oder weniger mitgetragen wird, eine Entwicklung befördert, die das gesellschaftliche Vertrauen und den bereiten Konsens in der Bevölkerung untergräbt, auf denen unser Rechts- und Sozialstaat mit seinem ausbalancierten System von Sicherungs- und Transferleistungen angewiesen ist. In der Stammbevölkerung  geht das kooperative Vertrauen verloren und das reicht längst in die breiten Mittelschichten hinein. Frau Merkels „Willkommenspolitik“ hat die Konsequenzen daraus nicht zu Ende gedacht.  Das eröffnet der Afd erheblichen politischen Spielraum. Mit dem Etikett des Rechtsradikalismus ist der Partei sicher nicht beizukommen. – Stefan Kaisers


Meinen Sie,  der Horizont Ihres Artikels – Ihre Erfahrungen in der Zeit- Redaktion – sei aureichend, um die von Ihnen vertretenen Positionen bezüglich „des Feminismus“, seiner Gültigkeit oder seiner Überflüssigkeit, zu belegen und sie abzusichern?  Doch selbst, wenn die Zeitradaktion den Horizont abgeben soll: wenn es dort o.k. ist, den 50+ Frauen so unbedacht vor den Bug zu fahren, die vor Ihnen für die 30 % Quote gestritten haben, so dass Sie jetzt zu den 40% gehören, denke ich, dass sie (die Zeitredaktion) von einer feminstischen Ära noch weit entfernt ist.  Es sei denn, sie setzen Prozentzahlen mit „dem Feminismus“ gleich, das wäre angesichts seiner Geschichte, und der Geschichte der Feministinnen, der Frauenbewegungen,  und seiner Gegenwart jedoch unredlich, keine gute Arbeit.   Ausserdem würde ich Sie gerne fragen, was sie von Journalistinnen oder anderen beruftätigkeiten Frauen denken, die ihren Charme entweder nicht einsetzen wollen oder können, und deswegen vielleicht weniger Aufstiegschancen haben. Während meiner Studienzeit habe ich ab und zu mal geputzt, auf einer Baustelle, dort sollte ich auch lächeln, wurde mir gesagt, vom Chef, als sei das inklusive; fand ich eine Zumutung. Sie ja anscheinend nicht. – Kirsten Duesberg