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21. April 2016 – Ausgabe 18

 

Frau Raether fragt in „Da ist noch nichts vorbei“: „Fühlt sich hier jemand für die Weiden und Wälder in Niger mitverantwortlich?
Ich fühle mich nicht mitverantwortlich und – nach dem Interview mit Pacsal Bruckner in  Nr. 17 – auch nicht für die in Lybien wartenden Flüchtlinge. Wir sollten mal eine „Atempause“ von 2-3 Jahren einlegen und uns auf die Integration der vorhandenen Flüchtlinge konzentrieren. Dann kann und muß man weitersehen. Jetzt sind mal die anderen Staaten und insbesondere Frankreich als Uranabbauer in Niger dran. Die Angst vor Le Pen ist verständlich. Aber wollen wir der AfD immer neue Nahrung geben? – Heinz-Dieter Busch


Nicht die Aussagen von Bruno Oberle (Die Zeit Nr. 16) sind falsch, sondern diejenigen von Hans-Ulrich Bigler (Die Zeit CH Nr. 18, Seite 11). Die Schweizer Wirtschaft ist ausser in Nischen alles andere als grün. Sie importiert Rohstoffe aus Ländern mit riesigen ökologischen Problemen, wie beschrieben in „Vitamin G! Wie Gier“ (Die Zeit Nr. 18 ab Seite 18) und exportiert giftigen Abfall ebenfalls in Länder, welche damit nicht klar kommen, und vergiften die Bevölkerungen dieser Länder. Die freiwilligen Massnahmen von Industrie und Landwirtschaft sind massiv ungenügend und werden es bleiben, wenn sie für die von ihnen verursachten Schäden nicht zahlen müssen. – Theo Schmidt


Hat sich bei Ihnen wieder der Fehlerteufel eingeschlichen, oder schwächelt meine geliebte ZEIT nun auch? Vor dem Hintergrund der momentanen Lage, und der Macht Erdogans, hätte Frau Merkel keinen besseren Schachzug machen können. Auch macht die kleine Türkei mehr für die Flüchtlinge bislang mehr, als unser grosses reiches Europa! Erdogan musste klagen, wenn er nicht sein Gesicht vor seinen nicht wenigen  Anhängern verlieren möchte. Im Islam und die der ganzen arabischen Welt haben andere Wertvorstellungen Gültigkeit. Da geht es um Ehre, die dieser unglückliche Böhmemann aufs tiefste verletzt hat. Eine Ehre, die uns Deutschen aus leider falsch verstandenen Demokratieverständnis abhanden gekommen ist. Es wird von uns mittlerweile mit Narrenfreiheit  gleichgesetzt. Ach wie lustig sind wir alle, und sooooo tolerant?  Können jeden Sch…rauslassen. Aber im Grunde betreiben wir Selbstdemontage und geben uns der Lächerlichkeit Preis, wenn wir wegen einem dummen Jungen der die Bodenhaftung verloren hat nun die Politik und die Juristen belastet.  Merkel musste das auf Augenhöhe mit Erdogan machen, sie kann das nicht an die Justiz „abdrücken“. Hier sieht man, dass weder schlaue Journalisten wie Ihr Herr Bernd Ulrich, oder Politiker, oder andere intelligente Leute, denen man noch ein Mikrofon in die Hand gedrückt hat in dieser Angelegenheit, um ihren geistigen Müll zum Besten zu geben. Und wenn dann nichts mehr geht, wird Vulgärsatire noch als Kunst verkauft. Natürlich ganz vorne weg von Satirikern. Wollen jetzt auch wohl Künstler sein? Sowie Journalisten, und Politikern. Und zum ganz grossen Unglück noch von dem ZDF Intendant Dr. Bellut, der auch noch mit einer Türkin verheiratet ist, also mit dem Kulturkreis des Islams bestens vertraut sein müsste. Da schlägt doch Dummheit Ignoranz und Toleranz. Bellut verletzt den Bildungsaufrag der öffentlich-rechtlichen Rundfunk und Fernsehanstalten. Und bekommt noch regelmässig Geld von uns! Hier sieht man, dass weder Politiker noch Journalisten den grossen Bogen schlagen können, wenn es bizarr wird. Dieses kann wahrscheinlich nur die Wissenschaft. Und Gott sei Dank beherrscht unsere Frau Merkel mittlerweile beides. Politik und Wissenschaft. Nach 40 jähriger SPD treue werde mich unter Muttis schützende Kittelschürze begeben. Denn der liebe Frontmann der SPD von Schleswig-Holstein, Herr Wegner,  hatte das kürzlich in einer moma Sendung auch als Kunst verkaufen wollen und natürlich Merkel als erpressbar hingestellt. Kunst ist frei von Politik, ist international und überwindet alle Grenzen. Aber hier werden momentan Grenzen aufgebaut. Eine Kunst der ganz besonderen Art! – Robert van Batenburg


Das Buch von Hartmut von Hentig, über das Bernhard Pörksen schreibt, liegt mir noch nicht vor. Aber hier doch schon 2 Gedanken:
Hentig sagt, er habe von Beckers Taten nichts gewusst und nichts geahnt. Warum glaubt man ihm das nicht einfach? Irgendwelche Gegenbelege gibt es doch nicht, oder? Es wird nun wieder behauptet, Becker sei „mehr als 40 Jahre lang“ Hentigs „Lebensgefährte“ gewesen. Warum dieser Ausdruck? Hentig spricht von „Freund“, und beide haben – als Pensionäre – Wohnungen im selben Haus bezogen. Aber „Lebensgefährte“ soll offensichtlich die Unglaubhaftigkeit von Hentigs Nichtwissen belegen – bei einer so nahen Beziehung muss er doch gewusst haben! Näher liegt aber das Gegenteil: Dass man Dinge nicht merkt, die man für ganz unmöglich hält, dass man Dinge sorgfältig verbirgt, die den Partner verstören und die Freundschaft zerstören würden, liegt wirklich näher. Man denke etwa an die Männer, die im Krieg im Osten gemordet haben und deren Familien nicht ahnten, was der Ehemann – Sohn – Bruder, den sie als tapferen Verteidiger des Vaterlandes sahen, wirklich betrieb.
Und ein Zweites: Für jedermann ist selbstverständlich, dass man nicht verurteilt, ohne dass der Verurteilte gehört wurde. Bei Gerold Becker musste man vor 6 Jahren wohl darauf verzichten, weil Becker gerade im Sterben lag, was wohl auch die klotzige Ablehnung Beckers erklärt, die Tanjev Schulz mitteilt. Ist es für einen Freund nicht selbstverständlich, dass er Erklärungen und Erfahrungen vorbringt, die der Verurteilte nicht mehr vorbringen kann und Belege sucht, die entlasten könnten? Das ist kein Angriff gegen andere Zeugen. Behauptungen über das, was Hentig nicht wusste, hat Hentig noch nie aufgestellt und wohl auch nicht in diesem Buch.
Dies zu den früheren „Empörungsanlässen“. Hentig verurteilt, wie Pörksen mitteilt, in seinem neuen Buch „schärfer als jemals zuvor die Taten von Gerold Becker“. Also findet Pörksen neue Empörungsanlässe. Um die zu beurteilen, muss man dann wohl das Buch lesen. Die wesentliche Kritik Pörksens, die der Leser nachvollziehen kann, ist die an Hentigs Schilderung der Opfer. Der Vorwurf, Hentig erniedrige Kinder zu Tieren ohne menschliche Würde ist aber wenig überzeugend. Hentig spricht von ganz erwachsenen Zeugen. Man fragt sich, ob dieser Beitrag Pörksens nicht das ist, was Pörksen Hentig vorwirft: Ein unbedingtes Festhalten an der einmal ausgesprochenen Verurteilung Hentigs. – Dr. Hartwig Cremers


Der Beitrag stellt sehr gut dar, auf was wir uns noch gefasst machen können, und – ganz wichtig – belehrt uns eines Besseren betreffend sog. Wirtschaftflüchtlinge. Dabei geht es nicht bloß um die uranbedingte Verwüstung eines Landes, sondern um die großen Mühen, die sich auch Wirtschaftsflüchtlinge geben, um Wüsten und Meere zu überwinden. In letzter Zeit habe ich regelmäßig eine Szene aus „Let’s make money“ aus 2009 im Kopf. Es war ein Interview mit einem Baumwollbauern, der sich sehr unaufgeregt und ruhig über die amerikanischen Baumwollsubventionen beklagte, und die Wirtschaftsflüchtlinge (u.a. deshalb) schon vor sich sah. Nachhaltig beeindruckt hatte mich seine eindrücklich vorgebrachte Aussage, wonach „ihr 10 meter hohe Mauern“ bauen könnten, wir aber trotzdem kommen werden.So kommt es nun tatsächlich. Wir müssen die Menschen unbedingt über die wirklichen Ursachen vieler Flüchtlingsströmen aufklären. Die Zeit tut bereits das Ihre dazu (z.B. über die europäischen Tomaten auf afrikanischen Märkten). Ich schlage „Wirtschaftsflüchtling“ als Unwort des Jahres vor. – Rob Maris


Habe mit Interesse ihren Beitrag auf Seite eins ihrer geschätzten Zeitschrift gelesen. Alle ihre Argumente in Ehren, was Sie bei der Debatte ausblenden ist aber ein sehr wichtiger Aspekt bei der Völkerwanderungsproblematik, vor der wir gerade stehen. Niemand bestreitet, das es ein Konglomerat an Problemen ist, was die Handhabung der Sachlage so immens erschwert.
Einen ganz bedeutenden Grund aber blenden Sie aus: Es ist die Mentalität dieser Völker aus dem Kulturkreis des Islams. Einer Religion anzugehören und sie zu leben ist etwas anderes als die Tatsache, Andersgläubige als minderwertig, ja sogar als todeswürdig zu betrachten. Beispiele muss ich nicht nennen, weil sie Ihnen wohlbekannt sind. Hier stößt das Verständnis für solche Totalismen an seine Grenze. Deshalb:  Wer in unserem Staat in Ruhe leben will wird nicht daran gehindert werden. Stellt er sich aber ganz offensichtlich gegen unser säkulares Staatsverständnis, ist er hier am total falschen Platz. Es gibt eine allumfassende Klammer, die diesen Staat so hat gedeihen lassen, wie er sich, mit all seinen Verfehlungen aber auch zukunftsträchtigen Entwicklungen geriert. Und weil dies die beste Empfehlung für die weitere Entwicklung ist plädiere ich völlig ungeniert für eine bedingungslose Anwendung unserer Spielregeln auch in Zukunft. Um  die Mentalität geht es, lieber Herr Ulrich, und daher befürchte ich, dass uns unruhige Zeiten in Deutschland bevorstehen, weil die Immigranten nicht in absehbarer Zeit wirtschaftlich und kulturell erhalten was sie sich  versprochen haben. Dies und sonst nichts wird Dreh-,und Angelpunkt im soziologischen Prozess. Dann heißt es warm anziehen, oder die “Nationalgarde” aufziehen lassen.  Und aus dieser Sicht bin ich guter Dinge. Schließlich haben wir in unserem Freundesfundus ja noch die größte Demokratie der Welt als Muster für die absolut richtige Handlungsweise,……….oder? – Wolfgang Schuckmann


Die unsäglichen Rechtfertigungsversuche und Schuldzuweisungen des sogenannten Reformpädagogen werden von Bernhard Pörksen hervorragend bloßgestellt. Einen Aspekt möchte ich hinzufügen: Eventuell ist die uneinsichtige Verdrängungspsychose dieses Herrn von Hentig schlichtweg pathologischer Altersstarrsinn, nicht zuletzt bedingt durch den Verlust des Kurzzeitgedächtnisses. – Rafael Rieck


Die „Aussichten für’s Alter“ sind in der Tat schlecht, vor allem für die Generation der jetzt Dreißig- bis Fünfzigjährigen (auch wenn die Riester-Rente m. E. nicht komplett „gescheitert“ ist): Das Umlageverfahren in der gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) führt wegen der demographischen Entwicklung zu einem Finanzierungsproblem, der Niedrigzins gefährdet die kapitalgedeckte private Rente und belastet die Bilanzen der Unter-nehmen bei den Pensionsrückstellungen. Das Grundprinzip der GRV, die Äquivalenz von Leistung und Gegenleistung, ist ohnehin schon vielfach durchlöchert, und die Rentenbeschlüsse der großen Koalition waren weitere Sündenfälle, Riester ist immer noch ein „bürokratisches Monster“ mit viel zu hohen Kosten. Ob die vorgeschlagene „Deutschlandrente“ diese widrigen Rahmen-bedingungen und Konstruktionsmängel wirklich umgehen kann, erscheint fraglich. Das allergrößte Manko wird auch sie nicht beseitigen: Dass die vielen Menschen mit fragmentierten Erwerbsbiographien – geprägt durch Arbeitslosigkeit bzw. prekäre  Beschäftigungsverhältnisse ohne die Möglichkeit, Rentenansprüche aufzubauen – im Alter auf Sozialhilfe angewiesen sein werden. Und die Lebensleistungsrente wäre die endgültige Bankrotterklärung für das Äquivalenzprinzip mit vermutlich gravierenden Folgen für die Bereitschaft, gezielt vorzusorgen. Sollte man dann nicht lieber die Bemessungsgrundlage ausdehnen, indem der Kreis der Beitragszahler erweitert und die Beitragsbemessungsgrenze erhöht wird? Klar, Beitragszahler werden irgendwann auch Leistungsempfänger, aber sie stabilisieren das System und schaffen wegen der zeitlichen Inkongruenz von Leistung und Gegenleistung Luft für die demographisch schwierigen Jahrzehnte von 2030 bis 2050. – Wolf-Rüdiger Heilmann


Nach Bernd Ulrich „opfert sie (die Bundeskanzlerin) die Meinungsfreiheit eines Satirikers“. — Man darf diese Meinung auch auf der ersten Seite der ZEIT äußern, obwohl sie außerordentlich abwegig ist, wie man nicht zuletzt der zutreffenden Äußerung von Josef Joffe in der Nr. 17 auf Seite 10 über das „Fäkal-und Fellatio- Delirium des ZDF-Poeten“ entnimmt. Wie sagte noch der bayrische Richter, als er sich im Jahre 1871 ein neues Strafgesetzbuch kaufen sollte, was er aber mit den Worten für überflüssig hielt: “ Sauerei bleibt Sauerei“. – Dr. Albert Prahl  


Sie schreiben mir „aus der Seele“! Eine solche Analyse, Betrachtungsweise und Argumentation ist m. E. lange überfällig.
Wer sind die Adressaten, die Ihren Appell aufgreifen und durch praktische Konsequenzen in den entsprechenden Bereichen von Politik und Gesellschaft ernst nehmen sollten? Es dürfte klar sein, dass sich kaum eine Ebene und Sektion heraushalten und der überfälligen Auseinandersetzung ausweichen sollte. In der ZEIT könnte die Debatte mit einer Serie von Artikeln prominent und praxisbezogen einen beispielhaften Beitrag leisten, der die „liberalen Muslime“ nicht länger „allein lässt“, einem „freiheitsfeindlichen Islam“ gegenüber klare Dialog-Positionen bezieht und seine Verbreitung konsequent mit den Mitteln des Rechtstaats unterbindet. Vielen Dank für Ihren „ersten Schritt in diese Richtung“! – Franz W. Kunstleben


Die Ausführungen sind überzeugend und gut, nur fehlt mir ein Hinweis auf die sog. Versicherungsfremden Leistungen, die im Rentensystem eine wichtige Rolle spielen. Warum nur bleibt dieser Aspekt unerwähnt? Beim  kürzlich ausgestrahlten Presseclub konnte ich mich auch nur wundern, dass Frau Niejahr kein Wort dazu erwähnte und sogar eine stärkere Beteiligung der Steuer finanzierung an der Sozialversicherung ablehnte. 2030 werden etwa 2/3 aller Rentner von Altersarmut betroffen sein, so die Prognose. Das ist nicht wirklich überraschen sondern es muss angenommen werden, politisch gewollt, mindestens aber billigend in Kauf genommen. Seit Jahrzehnten werden aus den Sozialkassen, aus denen u.a. die Rentner ihre Renten beziehen, sogenannte versicherungsfremde Leistungen finanziert in Milliardenhöhe. Versicherungsfremde Leistungen sind dadurch definiert, dass sie nicht i.e.L. den Beitragszahlern zu Gute kommen sondern Menschen, die keine Beiträge in das Rentensystem zahlen müssen :Selbständige, Beamte, Vorstände von Aktiengesellschaften.
Zu diesen Leistungen gehören z.B, die Mütterrrente,  Ausgleichszahlungen für ehemalige DDR-Bürger, Zahlungen für die beitragsfreie Mitversicherung von Kindern und Jugendlichen, ………..Im Jahr 2009 betrugen diese Leistungen 18 Milliarden €. Der Bundeszuschuss an die Sozialkassen betrug im gleichen Jahr 10 Milliarden €. Dieser Zuschuss wird von der Regierung  als mildtätige Gabe   verkauft. In  Wahrheit ist es eine Teilrückzahlung des Geldes, das zuvor den Sozialkassen entnommen und damit den Beitragszahlern  (Pflichtversicherten) geraubt wurde. (Differenz im Jahr 2009 wie dargelegt  8  Milliarden €, inzwischen dürfte die Differenz deutlich größer sein) Diese versicherungsfremden Leistungen beinhalten   größtenteils sinnvolle Aufgaben ,  nur entsprechen  sie gesamtgesellschaftlichen  Aufgaben, die steuerfinanziert werden müssten, ginge es gerecht zu im Staate Deutschland! So aber ist es ein skandalöser Raub am Vermögen der  Menschen, die sich nicht wehren können! Ich wünsche mir, dass dieser Aspekt „Versicherungsfremde Leistungen“ Beachtung findet bei der Diskussion über Riesterrente, Altersarmut etc. nicht nur -aber auch -in der kritischen Presse! – Heide Förster


„Contra“ – Irgendwie wird mir nicht klar,  wie Herr Joffe Kontra bezieht. Eine Aneinanderreihung von Ideen oder Gedankensplittern mit einem für das Thema merkwürdig anmutendem Abstecher in den Fußballjargon. Welche klaren Argumente sind es nun gegen Obamas Politik? Im Pro Teil sind die Argumente zumindest klar erkennbar. Ob man nun Pro oder Contra ist, sei dahingestellt…. – Wolfgang Michel 


Dass ein Teil der Pharmaindustrie gerne Vitamine verkauft, ist nur eine Seite der Medaille. Die andere ist: Es gibt die begründete Vermutung, dass sich durch den Konsum ausgewählter Vitamine der Gesundheitszustand der Bevölkerung soweit verbessern lässt, dass der Teil der Pharmaindustrie, der klassische Medikamente (also nicht Vitamine) produziert, starke Umsatzeinbussen hinnehmen müsste. Z.B. kam Zittermann 2010 zu der Abschätzung, dass sich allein durch vermehrten Konsum von Vitamin D, in Deutschland jährlich 37,5 Millionen Euro an Krankheitskosten einsparen liessen (Zittermann A. The estimated benefits of vitamin D for Germany, Mol Nutr Food Res. 2010; 54: 1164-1171). Deshalb muss man sich fragen, ob nicht auch ein Teil der Pharmaindustrie ein Interesse daran haben muss, den Vitaminkonsum der Bevölkerung zu **drosseln**, statt ihn zu erhöhen. Ob man selbst unter dem sogenannten „Hidden Hunger“ leidet, muss man weder abschätzen noch glauben. Man kann zum Arzt gehen und sich den Blutspiegel der wichtigsten Vitamine bestimmen lassen. Auf den ersten Blick ist das teuer. Man muss jedoch bedenken, dass man auf diese Art nicht nur erfährt, welche Vitamine man zusätzlich braucht, sonder auch, auf welche man getrost verzichten kann. Vollinhaltlich stimme ich mit der Position von Foodwatch überein, dass man ungesunde Nahrungsmittel nicht konsumieren sollte, bloss weil sie winzige Mengen Vitamine beigemischt haben. Wenn man durch Messung weiss, dass man Vitamine braucht, dann sollte man sich Präparate in Drogerie oder Apotheke besorgen, die die benötigten Vitamine (und nur diese!) auch in wirksamen Dosen enthalten, und nach einer angemessenen Einnahmezeit wieder vom Arzt nachmessen lassen, dass der Blutspiegel ausreichend angestiegen ist. Die Aussage, dass es in Deutschland eine Mangelsituation bei Vitamin D und Folat (Folsäure) gibt, wird leider nicht allein dadurch unwahr, dass sie von GIVE geäussert wird. Dass kann man so auch in der Nationalen Verzehrsstudie II des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz aus dem Jahre 2008 nachlesen. Die Studie ist im Internet veröffentlicht. Den Ausführungen von Professor Heseker möchte ich noch hinzufügen: Es reicht für ältere Menschen keinesfalls aus, Sonnenbäder zu nehmen, selbst wenn sie es körperlich können. Mit zunehmendem Alter verliert die Haut nämlich langsam die Fähigkeit, Vitamin D unter Sonneneinfluss zu bilden. Unter sonst gleichen Bedingungen bildet ein 60-jähriger mit seiner Haut nur noch etwa ein Drittel soviel Vitamin D wie ein 20-jähriger. Auch hier gilt wieder: lieber nachmessen als glauben. – Michael Volke


Die oberlehrerhafte Attitüde, mit der Georg Blume das Phänomen kommentiert, ist so enttäuschend wie seine Kritikpunkte flach sind: Kommt es wirklich darauf an, ob die Teilnehmer dieser Protestbewegung perfekt Englisch sprechen? Ob ihnen die Großeltern applaudieren? Ob die Bewegung nicht mit einer Patentlösung aufwarten kann, sondern sich vorerst im Diskurs ergeht? –  Sicher nicht. Da sind junge Menschen, die sich als relevante politische Größe erst einmal neu entdecken. Die sich nicht mehr damit begnügen, als Humankapital zu dienen und den Gott des ewigen Wachstums mit seinen weltweiten Verheerungen und Verwerfungen anzubeten. Ich erkenne darin nichts „selbstbezogenes“, sondern allenfalls die Hoffnung auf und den Kampf um Selbstwirksamkeit. Es wäre schön, wenn eine solche Bewegung endlich auch in Deutschland entstünde. – Dr. Sven Kerkhoff


Bei Beleidungen kam mir (die heute fromme) Frau Adam-Schwätzer in den Sinn, die Möllemann ein „intrigantes Schwein“ genannt hatte, weil er bei der Nachfolge Genschers im letzten Moment von ihr als Favoritin auf Kinkel umgeschwenkt war. Sie hatte vermutlich recht und Mölleman hat nicht geklagt. Bei Böhmermann war es Ramschen: Damit bezeichnete man in der Zeit der „Ehrenhändel“ ein Verhalten, das es darauf anlegt, dass der Betroffene sich in seiner Ehre gekränkt fühlen sollte und deswegen „Satisfaktion“ geben mußte, d. h. sich einem Duell stellen, das privatrechtlich ablief und schon damals verboten, in Kreisen aber gelitten war. Ansonsten können Verbalinjurien schon verletzlich sein: bei den Schwachen, seien es Arme, Behinderte und (noch) bei den Frauen. Dass Schüler bei uns Moslems gern mit „schwul“ beschimpfen, ist schlimm. Briten haben eine sehr dezente, höfliche Form der Kritik: Als mein mögliches Übergewicht mal zur Rede stand, sage einer „thick? no – a little on the heavy side“. Also weg mit §103. Wie kann man den nur zulassen und zugleich abschaffen wollen. Frau Merkel hat ihren Höhepunkt überschritten. – Gerhard Schroeder


Positive Effekte von Stress – ein spannendes Thema mit Alltagsrelevanz. Leider wird in dem Artikel die wichtigste Definition versäumt: die Unterscheidung zwischen Kurzzeit- und Langzeitstress. Dass es der dauerhafte Stress ist, der z.B. den im Text erwähnten Burnout begünstigt, lässt der Autor einfach unter den Tisch fallen. Das führt den Leser in die Irre. – Canan Akgün


Die Gedanken sind frei. Das ist überall auf der Welt so.
Aber wissen Sie, was das tolle in Deutschland ist? Wir haben die grundgesetzlich garantierte Freiheit, nicht nur zu denken, was wir denken, sondern sogar zu sagen, was wir denken. Die Meinungs(äußerungs)freiheit ist eines der höchsten Güter in einem demokratischen Staat und sie gilt es vehement zu verteidigen. Dies gilt auch für die Freiheit und Unabhängigkeit der Medien, eine Vorab-Zensur findet in Deutschland glücklicherweise nicht statt.
Wissen Sie, was noch toll ist in Deutschland? Der einzelne Mensch ist in seiner Würde und Persönlichkeit grundgesetzlich geschützt, es sind sogar die höchsten Güter in unserem Staat und es gilt sie vehement zu verteidigen. Diese Grundrechte gilt für jeden Menschen, unabhängig von Alter, Geschlecht, Hautfarbe, Religion oder Staatsangehörigkeit.
Und wissen Sie, was noch toll ist in Deutschland? Wir haben das Privileg, in einem Rechtsstaat zu leben, der diesen Namen auch verdient, da die Rechtsprechung unabhängig und frei von Zwängen ist. Dies ist ein hohes Gut und es gilt es zu verteidigen. Zugang zu dieser Rechtssprechung hat jeder Mensch. Dass die verschiedenen Grundrechte nicht immer passgenau kompatibel sind, haben wir in den letzten Wochen am Fall Jan Böhmermann gemerkt. Laut rufen empörte Bürger und Vertreter der Medien, die Meinungsfreiheit und die Pressefreiheit seien beschnitten worden nun, da Jan Böhmermann wegen seines Erdogan-Gedichtes ein Gerichtsverfahren drohe. Und die Justiz drohe zum Spielball der Politik zu werden und somit ihre Unabhängigkeit und Freiheit zu verlieren, da durch die Bundesregierung dem Ersuchen der türkischen Regierung nach Einleitung eines Strafverfahrens gegen Jan Böhmermann stattgegeben wurde. Schon werden Rufe laut, in denen die Bundesregierung durch ihr Einknicken vor der türkischen Regierung zum Totengräber der Meinungsfreiheit und Pressefreiheit würde. Begründet wird dies damit, dass Satire alles dürfe. Doch ist dem wirklich so? Natürlich nicht! Ich empfehle, diesbezüglich bei dem Satire-Magazin TITANIC nachzufragen. Satire und die Meinungsäußerungsfreiheit enden dort, wo es ehrverletzend oder persönlichkeitsverletzend wird, das hat klugerweise das Bundesverfassungsgericht entschieden. Und es wird niemand ernsthaft behaupten, dass das Gedicht weder ehrverletzend noch persönlichkeitsverletzend sei. Der Schutz der Würde und der Persönlichkeit ist und bleibt das höchste Gut in Deutschland. Die Meinungsäußerungsfreiheit wurde übrigens natürlich nicht verletzt und wird durch das Verfahren auch nicht beschnitten werden. Allein schon deshalb nicht, weil das ZDF die Sendung mit dem Gedicht ausstrahlte. Und ich kann natürlich weiterhin frei äußern, dass Erdogan ein nach Döner stinkender Ziegenficker ist, dass Barack Obama ein dreckiger Baumwollpflücker ist oder dass der Papst ein schwuler Kinderficker ist. Ich muss mir nur bewusst sein – und ich denke, dass sich Jan Böhmermann dessen genau bewusst war – dass dies dennoch bestraft werden kann. – Dr. Markus Küper


Das Grundproblem ist und bleibt die unterschiedliche wirtschaftliche Entwicklung in den EURO-Ländern. Vor Maastricht wurden diese Unterschiede durch die Anpassung der Wechselkurse ausgeglichen. Heute wäre eine einheitliche Finanz- und Wirtschaftspolitik erforderlich (sog. Wirtschaftsregierung), die die Geldpolitik der EZB unterstützt. Jedoch wie soll diese demokratisch legitimiert sein? Ohne einen Umbau der europäischen Institutionen wird dies nicht möglich sein, auch nicht ohne eine Abstimmung der Bevölkerung hinsichtlich der Aufgabe von Souveränitätsrechten. Insofern sind die Aussichten des Euro in der Tat wenig erfreulich, weswegen das von Herrn Schieritz an die Wand gemalte Horrorszenario nicht gänzlich unwahrscheinlich ist. – Hans Hardenberg


Wir feiern fleißig die Inklusion, aber bitte nur, wenn sich die kleinen behinderten Kinder auch gut einfügen lassen in die kommunistischen  Strukturen von Kindergarten und Schule. Wir wissen ja alle mittlerweile, dass Inklusion nicht für jeden geeignet ist – was für ein lächerlicher Widerspruch in sich, was für ein Versprechen zu scheitern! Unser Sohn hat die Diagnose a-typischer Autist und mit seinen 4 Jahren schon einen kurzen, aber sehr effektiven Leidensweg hinter sich. Die Rennerei von Arzt zu Therapeuten über ein Jahr verschaffte uns massig fehlerhafte Gutachten. Bei der Ergotherapie wollte unser Sohn zum Abschluss die Jacke nicht anziehen, das endete damit, dass die Therapeutin ihn in die Jacke stopfen wollte, während er verzweifelt schrie. Wir brachen diese Therapie sofort ab, diese Einstellung können wir nicht mit unserer Sicht der Menschenwürde vereinbaren. Zuguterletzt hat uns der Kindergarten beim Jugendamt wegen Kindeswohlgefährdung gemeldet, „um sicherzustellen, dass Hilfen in Anspruch genommen werden“. Man behauptete, dass wir Eltern an dem Autismus unseres Sohnes schuld seien und ihn vernachlässigen würden. Wenigstens wurde dieser Verdacht durch den Besuch einer Sozialarbeiterin widerlegt. Ich hätte zuvor nie gedacht, dass so viel Intoleranz und Diskriminierung in Deutschland vorherrschen, mit welcher übereifrigen Hilfsbereitschaft ein Kind passend gemacht werden soll, während die Therapieindustrie mit ihren langen Finger und kommerziellen Beweggründen „gesunde“ Normkinder verspricht. Unser Sohn ist ein fröhliches Kind, das singt und lacht und kuschelt. Er ist abends lange wach, weil er nicht einschlafen kann. Jedem, der mit einem Autisten konfrontiert ist, möchte ich die Veröffentlichungen von Axel Braun, das Buch von Dr. Preißmann „Glück und Lebenszufriedenheit für Menschen mit Autismus“ oder den Verein „White Unicorn e.V.“ ans Herz legen. Die Idee, einen eingeschränkten, gesunden Menschen dazu zu zwingen, seine Barrieren zu ignorieren, damit es ihm dann besser ginge ( oder vielleicht doch nur seinem Umfeld? ), ist in meinen Augen durchweg pervers. Jeder Mensch wird aggressiv, wenn er vollständig überlastet ist und seine Bedürfnissen ignoriert werden. Es ist vielleicht mühsamer die Barrieren eines Autisten zu erkennen, weil einiges mit einer normalen Wahrnehmung schwierig nachvollziehbar ist, aber auch nur, wenn man wegschaut. Als Eltern sind wir nicht nur gefragt uns um das Wohlergehen unseres Kindes zu kümmern, sondern müssen uns zusätzlich frecherweise auch noch ständig rechtfertigen, wie wir ihn denn zuhause fördern würden und dass sich das nochmal ein Fachmann anschauen solle. Bei all dem Therapiewahn geht es gar nicht mehr um das Wohl des Kindes und auch nicht der Familie, was der Artikel sehr deutlich zeigt. Die Fachwelt hat keine bessere Antwort als Wegsperren – Ade, Du schöner Inkluisionsgedanke, warst ein hübscher Traum.
Ich frage mich, wie diese Heimplätze denn finanziert werden. Müssen die Eltern alleine die enorm hohen Kosten zusammenkratzen, oder stellt der Staat großzügig Steuergelder für diese menschunwürdigen Methoden zur Verfügung? Armes Deutschland, wo man Kinder mit Ritalin ruhigstellt, um sie in überfüllten Klassen mit depressiven Lehrern vorschriftsgetreu der Schulpflicht zu unterstellen, wozu die Eltern gedrängt und verantwortlich gemacht werden. Wir werden zur Schulpflicht unseres Sohnes Deutschland den Rücken kehren. Die Wertevorstellung, die sich hier gerade in vielerlei Aspekten offenbart, schockiert mich zutiefst. Es mag sein, dass andere Orte nicht besser sind, aber mit Sicherheit besser für uns. – Lena Obermiller


Zu Ihren Berichten über den „Fall Böhmermann“, zuletzt in der Ausgabe Nr. 18 vom 21. April über die Entscheidung der Bundesregierung dazu:
Böhmermanns Wortwahl ist nicht meine und ich habe auch ein anderes Verständnis von Satire. Aber wo leben wir eigentlich, dass solche Ausrutscher eine Art Staatskrise provozieren können? Tucholsky würde sagen, ein Präsident in der Türkei sitzt auf dem Sofa und ist beleidigt und halb Deutschland deswegen aus dem Häuschen. Haben wir noch alle? Als ob die Panama-Papers, die Flüchtlinge, Syrien, die EU und die Rentenproblematik in Deutschland (oder seinen Medien?) nur noch eine Nebenrolle spielen. Natürlich ist es auch eine Satire, an der alle Medien beteiligt sind und gehörig dran drehen, angefangen wohl mit der überaus schnellen Entscheidung des ZDF, Böhmermanns inkriminierte Sendung aus der Mediathek zu entfernen. Besser wäre es gewesen, der verantwortliche Redakteur hätte Böhmermann vor der Sendung davon überzeugen können, dass die eine oder andere wirklich allzu blöde Vokabel seine ganze Satire eigentlich wieder kaputt macht.
Vielleicht hat Böhmermann „viel Bitter in seinem schnellen Mund“, wie der Kritiker Friedrich Luft mal über den Kabarettisten der 60er Jahre, Wofgang Neuss, sagte. Aber das ehrt Böhmermann angesichts der himmelschreienden Zustände in einer Türkei, die wir in der Flüchtlingskrise um Hilfe bitten. „Ekel würgt mir, ick kotze kurz. Es boykotzte uns an, aber wir mußten es tun. Dis muß nämlich Satire.“ (Wolfgang Neuss 1965, der wegen seiner Teilnahme an einer Vietnam-Demonstration aus der SPD ausgeschlossen wurde). Kabarett sei Gesellschaftskritik und Bewusstmachen des Absurden, meinte Neuss, denn ein Kabarettist ohne sozialpsychologische Witterung sei ein Hund ohne Geruchssinn. Und: „Man muß dem Kabarettisten glauben, daß er sich über die Welt mehr empört als sein Publikum, und daß er ein Mensch ist, dessen Empörung des Aufhebens wert ist.“ – Wilfried Mommert


Danke für  dieses Dossier! Ich vermisste allerdings die eine oder andere Anmerkung zu dem Multivitaminpraeparat JUICE PLUS; denn dazu muss man eigentlich auch einiges sagen. Oder ließ man es sein, weil es aus Amerika kommt, aber auch bei uns die Menschen an der Nase herumführt? – Ehrhard Michaelis


Der Bundespräsident wäre gut beraten, würde er auf eine zweite Amtszeit verzichten. Joachim Gauck hat das große Verdienst, nach den verkorksten und vorzeitig abgebrochenen Amtszeiten seiner beiden Vorgänger dem Amt wieder Stabilität und auch Würde verliehen zu haben. Andererseits waren und sind besondere Glanzlichter von ihm nicht zu erwarten, und seine pastorale Attitüde wird sich unweigerlich abnutzen. Im übrigen wäre es zu wünschen, dass nach den sogenannten First Ladies, die zuletzt vor allem mit ihrem „Haben wir’s nicht weit gebracht, Schatz?“ – Kameralächeln brilliert haben, endlich einmal eine Bundes-präsidentin in das Schloss Bellevue einzieht. – Wolf-Rüdiger Heilmann 


Was dem einen zu weit geht, mag ein anderer noch für zumutbar halten. Gute Satire sollte nicht einfach verspotten. Sie sollte zum Nachdenken anregen. – Rainer Triller


„Anders als Amerika hat Deutschland einen idealen Präsidial-Kandidaten“. Dieser Vergleich Ihres Herausgebers in seinem ‚Pro-Gauck-Beitrag‘ hinkt nicht nur, er verbietet sich. Die verfassungs-rechtliche Stellung des US-Präsidenten, sein politisches Gewicht sowie das Auswahlverfahren für dieses Amt unterscheiden sich so fundamental von den entsprechenden Regelungen und der Praxis in Deutschland, dass eine Gegenüberstellung der aktuellen Kandidaten für die Diskussion in Deutschland keinerlei Erkenntnisgewinn bringt. Und was Gaucks Entscheidung betrifft: Warum erwähnt Joffe nicht Herzogs klugen Verzicht auf eine zweite Amtszeit – Wolfgang Hegels


Schade dass sich der renommierte Journalist Bernd Ullrich im Artikel „Wünsche aus Stahl“ en passant am Merkel-Bashing beteiligt. Wieso war das „Verhalten der Kanzlerin in der Causa Böhmermann zweifellos falsch“? In unserem Land besteht weitgehend Einigkeit, dass die Politik sich nicht in die Rechtsprechung einschalten darf. Gerade auch aus diesem Grunde sind die §§102ff StGB dringend revisionsbedürftig. Noch aber sind sie geltendes Recht! Da blieb der Kanzlerin unter rechtsstaatlichen Aspekten doch gar nichts anderes übrig, als die Angelegenheit an die Justiz weiter zu leiten. Allein die „dritte Gewalt“ ist in unserer Demokratie legitimiert, mögliche Straftatbestände zu ermitteln und zu entscheiden. Das unterscheidet uns wohltuend vom Rechtsverständnis des Herrn Erdogan. Wie wird der Medien-Mainstream reagieren, wenn die private Strafanzeige wegen Beleidigung durch den Anwalt von Erdogan zur Bestrafung von Böhmermann führt? Es ist rechtlich doch fragwürdig, ob die „Meinungsfreiheit eines Satirikers“ die haltlose Unterstellung der Sodomie gegenüber einer anderen Person abdeckt. Nach meinem Rechtsverständnis dürfen Satiriker keine Sonderrechte genießen, wenn sie ohne jeglichen konkreten Anhaltspunkt einer anderen Person eine nach unserem Strafrecht schwerwiegende Rechtsverletzung zuschreiben. Geistreiche, entlarvende, natürlich auch ätzende Zuspitzung von fragwürdigen Verhaltensweisen gerade der „Mächtigen“ zeichnet Satire aus, nicht aber haltlose Angriffe unter der Gürtellinie. Dessen war Böhmermann sich nach eigenem Bekunden ja auch bewusst. Ich vertraue der kompetenten Abwägung widerstreitender Grundrechte durch unsere Justiz. – Gerd Löffler


Es ist nur schwer nachzuvollziehen, dass Sie Ihrem Verantwortlichen für Politik, Herrn Bernd Ulrich, auf der Titelseite Raum einräumen (Wünsche aus Stahl), seine idealistischen Träume wiederzugeben. Dem gegenüber hebt sich der längst überfällige Artikel “Selber schuld” von Frau Evelyn Finger wohltuend ab und schließt eine Lücke in Ihrer bisherigen Berichterstattung. – Dr. Klaus Eberbach


Zum “Dossier”-Bericht “Vitamin G! Wie Gier” in Nr. 18 fragt man sich, wo da die EU bleibt. Was wird dort alles Unnütze im Detail geregelt, von der Gurkenkrümmung bis zu den Traktorsitzen. Es verwundert nicht, dass sich immer mehr Menschen von dieser in wesentlichen Dingen inaktiven und ohnmächtigen EU gedanklich verabschieden. Außerdem – wenn der “Zeit”–Bericht stimmt – müsste sich nicht auch die Staatsanwaltschaft um so manchen Konzern kümmern? – Erich Deibl


Ihre Autorin beklagt das Verhalten der Journalisten, genauer gesagt, eine bestimmte Rasse von Journalisten. Da haben wir was gemeinsam. Ich hatte mal einen Leserbrief geschrieben, in dem ich den ganzen journalistischen Müll über sie ausgeschüttet habe, der mir gerade eingefallen war. Leider sind es zu viele, die darin Freude empfinden, alle möglichen Boshaftigkeiten an Menschen auszulassen, die politisch nicht in ihr Menschenbild passen. Die Egozentriker der Spät68er sind alle groß geworden aber leider nicht erwachsen. – Gunter Knauer


Richtig, alles muss benannt werden. Und zwar wirklich alles. Die fundamentalistische Variante einer jeglichen Religion oder Weltanschauung ist mit Demokratie und Pluralismus unvereinbar, nicht nur die des Islam.  Die christliche Sekte, in der ich mitten in Deutschland aufwuchs, entfernt Personen aus ihrer Gemeinschaft, die sich politisch engagieren oder auch nur ihr Wahlrecht nutzen; sie propagiert die Prügelstrafe und erlaubt ihren Kindern nicht, sich mit Kindern anderer religiöser Zugehörigkeit anzufreunden. Einige dieser Praktiken wurden in den zweitausender Jahren vorübergehend ein wenig gelockert, um das Verfahren um die Anerkennung als Körperschaft des öffentlichen Rechts nicht zu gefährden; seither wurden die Lockerungen schleichend wieder zurückgenommen, ohne dass das irgend jemanden interessiert hätte. Im Laufe der Jahre begegnete ich viele Menschen, die ähnliche Kindheiten in Religionsgemeinschaften erlebten, die innerhalb der EKD versammelt sind: blutig geschlagen werden aufgrund der sexuellen Orientierung; bis zum Abwinken auf den Knien herumrutschen müssen, um seine vermeintlichen Sünden zu büßen – alles Praktiken, die nicht wirklich geeignet erscheinen, einen Menschen zu dem autonomen, offenen und urteilsfähigen Subjekt heranwachsen zu lassen, das die Grundlage einer offenen Gesellschaft bildet. Gehören diese Gemeinschaften zu „uns“? Wer sind eigentlich „wir“? – Die Frage ist so sinnlos wie überflüssig. Aber hinschauen, benennen und beforschen müssen wir diese Mentalitäten, Lehren und Praktiken samt ihrer Auswirkungen genauso dringend wie die der in Fingers Artikel diskutierten islamischen Varianten. Was gleichermaßen Mut erfordert, denn viele dieser Religionsgemeinschaften haben ihre Anwälte in Stellung gebracht und schießen scharf, sobald sich der öffentliche Blick kritisch auf sie richtet; auch das Aufklärungsinteresse der EKD an ihren engstirnigen Tochtergewächsen hält sich in Grenzen.
Man mag trefflich darüber streiten, ob der Glaube an einzige Wahrheiten überhaupt geeignet ist, das Zusammenleben in einer globalisierten, kulturell zunehmend durchmischten Weltgesellschaft friedlich zu gestalten – schaut man sich die Lehren etwas genauer an, entdeckt man schnell, dass das Problem der Existenz Andersgläubiger letztlich überall durch deren erwartetes Ableben gelöst wird. In den neuzeitlichen urbanen Varianten der Großreligionen wird dabei dankenswerterweise nicht mehr selbst Hand angelegt, doch es existiert nach wie vor die Lehre vom  jüngsten Gericht, in welchem der Allmächtige höchstselbst zur Exekution schreiten wird. Das  weltanschaulich homogene Paradies hat die Auslöschung der Anderen zur Voraussetzung.
Religionen aber, die Anders- oder Ungläubigkeit – und sei es nur in einem verschämt versteckten Winkel ihres Dogmengebäudes – Gleichberechtigung und Gleichwertigkeit letztlich absprechen, tragen in sich bereits die Grundlage jener Überheblichkeit, die in ihrer fundamentalistischen Form zum Absprechen des Existenzrechts dieser Anderen führt. – Tamara Constable


Die Diskussionen über das aufgeteilte Rentensystem zwischen Staat und Privatwirtschaft ist noch gar nicht alt, da greift unser Finanzminister eine Themenerweiterung in den Raum. Das Doppelsystem Staat und Privatwirtschaft ist um es kurz zu sagen nicht sonderlich erfolgreich. Dies mag zum einen an den derzeitigen Niedrigzinsen liegen, zum anderen aber auch an exorbitant hohen Vertreterprovisionen die selbstverständlich einen roßen Anteil an der unlukrativen Entwicklung der eigenen Rente haben. Das meine Generation 85er Jahrgang nicht mit 67 Jahren in Rente gehen kann, das ist mir eigentlich schon seit einigen Jahre klar, dass der Staat jedoch immer wieder titelt unbedingt privat vorsorgen zu müssen ist mir jedoch unklar. Gehe ich einmal davon aus, das das Renteneintrittsalter von 67 auf 72 Jahr erhöht wird (ich denke dieses Alter ist gar nicht so unrealistisch) was soll ich dann noch mit meiner Rente anfangen? Keiner nimmt es gerne in den Mund, aber es wird mit einem Vorzeitigen Ableben gerechnet, sodass der Rententopf nicht allzulange belastet wird. Ich denke man sollte grundsätzlich anfangen realistisch über dieses Thema zu sprechen, denn derzeit ergibt sich kein Reiz privat für die Rente vorzusorgen, zudem sind die Angebote viel zum undurchsichtig. Was ist Richtig, was ist Falsch – das können weder der Vertreter noch Analysten  Heute sagen. So lange keine Markttransparenz herrscht und es regelmäßig wieder Diskussion über das Renteneintrittsalter gibt, erschließt sich mir nicht der Nutzen des derzeitigen Rentensystems. – Marcel Mlejnek


Der Aussage, dass man zur Verteidigung unserer demokratischen, offenen Gesellschaft gleichermaßen gegen Pegida und islamistische Fundamentalisten argumentieren muss, stimme ich sehr zu. Nach den Erfahrungen mit den öffentlichen Debatten in den letzten Monaten und Jahren fehlt mir aber in dem Kommentar ein wesentlicher Gedanke: Um wirksam gegen die Radikalen zu argumentieren, braucht es mehr als eine allgemein positive Einstellung z.B. zu unserem Grundgesetz, man sollte sich auch sachkundig machen zu den Argumentationsmustern der Radikalen, um diese aushebeln zu können oder um zumindest den Radikalen bei der Diskussion „nicht ins Messer zu laufen“.
Ein Beispiel: Man kann natürlich zu Recht islamistischen Fundamentalisten entgegenhalten, dass ihr Verhalten gegenüber Frauen nicht mit deutschem Recht vereinbar ist. Wirksamer wird das aber, wenn man ihnen ebenfalls richtigerweise vorhält, dass ihr Verhalten (z.B. in Köln) auch gegen konkrete Forderungen im Koran sowie gegen das Vorbild Mohammeds (Sunna) verstößt. In den islamischen Berichten zu Mohammed wird nämlich durchaus darauf verwiesen, dass er sich gegenüber seinen Frauen respektvoll verhalten und sie nie geschlagen haben soll. Besonders seine erste Frau Chadīdscha, mit der er 25 Jahre allein verheiratet war, verehrte er und suchte ihren Rat. – Dies für eine Diskussion nachvollziehbar darzustellen, ist natürlich Arbeit, aber hilfreich, um friedliche Muslime gegen die Extremisten zu unterstützen – egal ob sich die Extremisten auf den Islam oder abendländische Werte berufen. – Ulrich Waas


Die eine einzige gesetzliche Altersvorsorge durch das Umlagesystem (Generationenvertrag) erlaubt weltweit in den entwickelten Ländern eine hohe Mindestrente! Z.B.: Dänemark = Freie Wahl zu Verrentung ab 55, Ruhestand mit 80 % des letzten Lohnes, mindestens aber 1200 € (umgerechnet nach Kaufkraft)!!! Luxemburg: Mindestrente 1600 €!!! Schweiz: Mindestrente 1661 SFr.!!! Sogar USA: Mindestrente 1200 US$ (entspricht Kaufkraft von 1500 €uros!!!)  Nur Deutschland hat durch Aufsplitterung in 3 (bzw. demnächst vielleicht sogar 4, wenn es nach Nahles und Co. ginge ) nebeneinanderstehende Systeme ein verhängnisvolles Problem: Altersarmut! Organisiert wurde das bewusst und gewollt so von der damaligen „Münteschröder-SPD“, gemeinsam mit den Grünen! „Der Abschluss einer Privatvorsorge rechnet sich oft nicht“? Weltfremd wolkige Verdruckstheit!!! 25 Millionen deutsche Werktätige können gar nichts sparen! Sie leben von der Hand in den Mund! Ihr Einkommen reicht nach Steuern und Abgaben gerade so eben aus, um nicht zu hungern! Schlimm genug? 6 Millionen von ihnen gelingt das nur mit Staatszuschuss aus dem Hartz!!! Wer lebenslang arm war, darf im Alter von Almosen vegetieren! Weil in der BRD der neoliberale Privatisierungswahn grassierte! Dessen Scheitern wurde von jedem Fachmann prognostiziert, als der ausbrach! Der Riester-Rürup-Betrug an den Vorsorgesparern ist nichts anderes, als ein gigantisches, und verbotenes Zwangssparen in einer Wohlstandsgesellschaft, in der kaum noch jemand Kapital nachfragt! Mit 15 Millionen hereingefallenen Sparern hat der Riester-Rürup-Betrug inzwischen rund 1000 Milliarden €uros Konsumverzicht erzwungen. Gerade die 25 % „Riestersparer mit weniger als 10 000 € im Jahr“ sind Totalausfall an Nachfrage! Dieser Nachfrageausfall ist der alleinige Grund für den Wachstumsstillstand in der BRD! Denn die Konzerne und Unternehmen brauchen keine Bankkredite mehr! Sie finanzieren ihre Rationalisierungs-Investitionen aus der Portokasse! Und warum sollte ein Unternehmen noch in Ausweitung investieren? Die Industrie produziert Überschüsse, die wegen der vernichteten Konsum-Nachfrage niemand kauft. Der unverkäufliche Angebotsüberfluss zwingt zu rigorosem Preiswettbewerb = Folge: Deflation! Der in der BRD durch das Privatsparsystem aufgehäufte Kapital-Everest findet keine Nutzung = Folge: Keine Verzinsung mehr! Das sollen die EZB und Draghi verursacht haben? Dümmer wurde noch nie auf einen unschuldigen Schuldenbock gezeigt! Wenn das Desaster an Personen festgemacht werden kann, dann an Schäuble und Nahles! Die beiden haben in ihrer bisherigen Amtszeit nicht nur den oben erwähnten Sparzwang eisern durchgesetzt, sie haben auch die Fluttore für die Kapitalschwemme aufgerissen und fördern den nutzlosen Geldozean der BRD mit jährlich 12000 Millionen €uros Umwidmung von Steuergeldern in Sparzuschüsse. Eine klar verbotene staatliche Subvention der Geldsammelstellen, Versicherungen und Banken. Diese seither geflossenen Subventionszahlungen, ca. 600 Milliarden aus der Staatskasse, fehlten für die staatliche Reparatur der Infrastruktur (Kitas, Schulen, Straßen, Brücken, Bahn, Nahverkehr usw.)
Was zu tun ist? Die staatliche Subventionierung und den Riester-Rürup-Betrug sofort beenden! Die gesetzliche Altersvorsorge als einzige wieder herstellen! Das kostet keinen Cent, weil nur Umschichtung. Nur das beendet den Wachstumsstillstand, beseitigt die Deflation, und holt die Kapitalverzinsung zurück! Und: Nur das verhindert Altersarmut, und erlaubt Luxusrenten wie sie s.o. die Rentner Dänemarks, Luxemburgs, der Schweiz und der USA genießen! Was die können, kann Deutschland noch besser!
Wer angesichts der o.a. Fakten, Zahlen und Daten derartigen Schwachsinn absondert, kann mangel logischem Denkvermögen nur eine dressierte Schimpansin oder ein dressierter Schimpanse sein. Die erkennt man daran, dass sie die wirtschaftsschädliche, kapitalvernichtende Privatvorsorge beibehalten oder gar ausbauen wollen! – Jochen Blankenburg  


Warum „Reformpädagogik und Missbrauch“? Warum diese Überschrift zur Besprechung des neuen Buches von Hartmut von Hentig? In dieser Besprechung ist von sexuellen Verbrechen und Missbrauch an Jugendlichen die Rede, aber auch  von Verkennung und Verleugnung, von Wissen, Nicht-Wissen, Ahnungslosigkeit und Blindheit, von Unschuld, Schuld und falscher Rechtfertigung, von persönlichen, menschlichen Beziehungen und tragischen Verstrickungen, von bewussten oder unbewussten Täuschungen, Selbsttäuschungen und schmerzlichen Enttäuschungen. Aber an keiner Stelle von „Reformpädagogik“. Reformpädagogik ist etwas ganz anderes. Sie ist die große Herausforderung und Anstrengung, das Lernen und Leben in der Schule vielseitiger, freundlicher, sozialer, selbstbestimmter, umweltbezogener und einfallsreicher zu gestalten, nicht von oben nach unten, sondern von unten nach oben. Im Sinne dieser anhaltenden und weltweiten Anstrengung war Hartmut von Hentig in seinen Schulgründungen und in seiner bildungspolitischen Wirksamkeit ein bedeutender Reformpädagoge.
Ich bedaure es, dass er nicht rechtzeitig klargestellt hat, dass persönliches Versagen und persönliche Beziehungen in den Vorfällen an der Odenwaldschule nichts und dass Verführung und Gewalt gegen Kindern und Jugendliche schon gar nichts mit den Intentionen und Prinzipien der Reformpädagogik zu tun haben. Ich wünschte mir, dass er mit der gleichen Intensität, die er für die Verteidigung und Rechtfertigung seiner Beziehung zu seinem Freund Gerold Becker und dessen Verhalten eingesetzt hat, auch das Anliegen der Reformpädagogik und das mühsame und verantwortungsbewusste Engagement so vieler Lehrerinnen, Lehrer und Erzieher in reformpädagogisch orientierten Schulen und Heimen gegen all die missbrauchsbezogenen Unterstellungen und Verdächtigungen verteidigt hätte. Ich bedaure es auch, dass die ZEIT, wie offenbar viele andere Beiträge zur öffentlichen Meinungsbildung, sich an dieser diffamierenden und ungerechten Verkoppelung von Reformpädagogik und Missbrauch beteiligt. – Prof. em. Dr. Theodor Schulze  


Obwohl weitgehend verstanden wird, dass die Entstehung des Islam, genau wie die jeder anderen Religion, als historischer Prozess zu sehen ist, wird die damit aufs engste verbundene Frage allzu oft nur nachlässig behandelt: Kann der Koran die wort-wörtliche und damit ein für allemal feststehende Offenbarung Gottes sein? Wenn man diese Frage bejaht, ist man ganz schnell bei einem Religionsverständnis reglementierender Verordnungen des individuellen und gesellschaftlichen Lebens – und damit bei einer passiven Grundhaltung des Menschseins.
Aus dem Grunde sollte sich die Debatte von den Selbstdarstellungen der Konfessionen und Gruppierungen ab- und der Frage nach allgemeinen Merkmalen des Religiösen zuwenden. Dann könnte Kritik an Islam und Islamismus als Unterstützung von Muslimen in ihrem Selbst- und Weltverständnisses verstanden werden – und den Weg zum Alles-klar-Islamismus zumindest erschweren. Und die polarisierenden Argumente der AfD würden sich in Nichts auflösen. – Christoph Müller-Luckwald


Ich – über 80, konservativ und durchaus FAZ-minded – finde es prima wie Sie sich zurecht wehren.
Im übrigen würde die FAZ-Redaktion gut daran tun Beiträge mit solch schäbiger Argumentation selbst aus dem Verkehr zu ziehen, denn sie liegen auch nicht auf dem Niveau der FAZ-Leser. – Dieter Wurm


Herr Ulrich stellt in dem Artikel „Wünsche aus Stahl“ schlicht fest: „wie sich die Kanzlerin in der causa Böhmermann verhalten hat, das war zweifelhaft falsch“. Eine Bedründung dafür zu geben, hielt er wohl für verzichtbar. Zwar entspricht diese Meinung dem Mainstream der öffentlich dazu abgegebenen Äußerungen, aber auch die enthalten keinerlei Begündungen.
Ich sage dagegen: die Entscheidung der Kanzlerin war richtig. Und ich gebe dafür auch eine Begründung. Ensprechende Entscheidungen sind in der Vergangenheit schon mehrfach getroffen worden und niemand hat etwas dagegen gesagt, auch nicht das völlig abwegige Argument bemüht, die Vorschrift des § 103 StGB stamme aus dem 1871 im Kaiserreich erlassenen Straf-gesetzbuch und müsse beseitigt werden. Wenn das ein Argument wäre, müssten auch Straftatbestände wie Mord. Totschlag, Körper-verletzung, Diebstahl, Raub ,Vergewaltigung und viele andere gestrichen werden. Sogar der Bundespräsident sah sich veranlasst, vor der schnell versprochenen Abschaffung erst einmal darüber nachzdenken. Wie der Justizminister zu Recht festgestellt hat, ist für die stafrechtliche Verfogung von Herrn Böhmermann eine Ermächtigung durch die Bundesregierung gar nicht notwendig. Für die strafrechtliche Verfolgung von Beleidigungen bedarf es nur eines Strafantrages des Verletzten. Der ist gestellt und allein deswegen läuft das Verfahren auch schon und es ist ohne Einwirkung von Außen allein von der Justiz zu erledigen. Zu welchem Ergebnis dieses Verfahren führen wird, ist derzeit noch völlig offen. Ich habe die sogenannte Satire selbst nicht gesehen. Nach den wenigen daraus berichteten Details besteht nicht nur ein Tatverdacht wegen Beleidigung, sondern auch wegen übler Nachrede und sogar wegen Verleumdung. Die Strafandrohung für Verleumdung beträgt im Höchstmaß fünf Jahre Freiheitsstrafe. Dasselbe Höchstmaß enthält der § 103 StGB. Das bedeutet, dass für die Strafverfolgung und ihr rechtliches Ergebnis die Ermächtigung der Bundesregierung ohne jede Bedeutung ist. Die Verweigerung der Ermächtgung hätte als Ergebnis allerdings eine politische Belastung des Verhältnisses zum türkischen Staat gezeitigt. Daran kann jedoch wohl niemandem gelegen sein. – Dr. Josef Fabry


Der großartige Artikel von H.A.Winkler gibt der Asyldebatte eine wahrhaft historische Dimension, welche den tief eingreifenden Vorgängen angemessen ist. Er weist deutlich nach, welche Sprengkraft der moralische Größenwahn des deutschen Sonderweges für das noch unvollendete Projekt Europa hat. Es ist offenbar keineswegs von selbst klar, welchen Gehalt der vielfach beschworene europäische Wertekanon eigentlich hat. Die mittelosteuropäischen Nationen Ungarn und Polen wehren sich doch mit einem gewissen Recht dagegen, dass ihre in leidvollen Kämpfen erwachsene nationale Identität nicht auch mit europäischen Werten vereinbar sein soll. In der außergewöhnlichen Herausforderung der Fluchtbewegungen fehlt in Deutschland die erforderliche Sicherheit eines ausgewogenen Nationalbewusstseins.
Winkler weist auf die psychologische Nahtstelle des Umschlags von notwendiger Selbstkritik in ein moralisch überhöhtes Selbstbewusstsein hin. Es müsste zu einer der zukünftigen Aufgaben der deutschen Politik werden, hierbei die Kardinaltugend des richtigen Maßes zu suchen und im politischen Handeln umzusetzen. Die ausgewogenen, aber auch klaren Aussagen von H.A.Winkler haben diese schwierige, aber notwendige Position in aller Deutlichkeit bezeichnet. – Manfred Osiewacz


Tatsächlich ist unser Organismus mit einem angeborenen Mechanismus ausgestattest, der unsere Funktionsfähigkeit in gefahrvollen Situationen garantiert und uns zu Höchstleistungen anspornt – allerdings handelt es sich dabei um eine Ausrüstung für das Leben in der freien Wildbahn. Der Stress, dem wir als hochzivilisierte Lebewesen in einer sich ständig beschleunigenden Welt ausgesetzt sind, muss jedoch kompensiert werden. Sonst macht er uns tatsächlich krank, wie es die Statistiken in erschreckender Weise belegen. Meine jahrelange Erfahrung als Therapeutin und Leiterin betrieblicher Gesundheitsmaßnahmen zeigt, wie entlastend eine entsprechende Aufklärung für die Betroffenen ist. Daraus entspringt eine unmittelbare Motivation, sich Strategien anzueignen, welche die Erhaltung der eigenen Gesundheit und Leistungsfähigkeit unterstützen. Ein Leitartikel (!) in der „ZEIT“ mit dem Titel „Keine Angst vor Stress“ hingegen kann nur zynisch erscheinen. Zudem sendet er einen völlig falschen Impuls, anstelle die Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft auf ein Thema aufmerksam zu machen, das unglaubliche Chancen in sich trägt, den aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen gerecht zu werden. Eine Verlängerung der Erwerbsspanne kann nur gelingen, wenn sich in Schulen und Betrieben endlich Führungsstrategien etablieren, die Gesundheit und Leistungsstreben nicht zum Widerspruch geraten lassen. Wirksame und wissenschaftlich fundierte Konzepte stehen hier ausreichend zur Verfügung. Einzelne Unternehmen haben deren Nutzen bereits erkannt. Leider sind es noch zu wenige. – Barbara Bauer


„Islamisten …. werden bei uns zu wenig kritisiert. Das nützt den Rechten.“  (von Evelyn Finger) Geflissentlich übersehen wird gern:  Die mangelnde Kritik an den Islamisten nützt vor allem den Islamisten ! Das scheint mir das ganze Dilemma; die wohlfeile, überbordende Toleranz für eine Religion, in deren Namen und Tradition gerade die halbe Welt mit Angst und Terror überzogen wird, nämlich von Indonesien bis zum Maghreb und über den Antlantik hinaus. Diese Erkenntnis hat im übrigen nichts mit Intoleranz und auch nichts mit Xenophobie zu tun, umso mehr aber mit begründeter Islamophobie. Keine Toleranz der Intoleranz, denn das hat auf Dauer noch nirgendwo funktioniert. Die AfD besetzt zu Recht das Thema Burka, das ansonsten aus völlig falsch verstandener Toleranz von keiner Partei ernsthaft thematisiert wird. Die Burka ist das Symbol für weibliche Unterdrückung im Islam, nachdem das Kopftuch ja geradezu zum Ausdruck von Emanzipation mutiert zu sein scheint. Wir nehmen die Burka hin, wie auch Ehrenmorde, Zwangsheiraten und Beschneidungen (weibliche wie männliche), und wundern uns, dass der Islam unsere humanistische Grundeinstellung nicht Ernst nimmt und unsere Gesellschaften mit seinen archaischen Menschenrechts-vorstellungen latent und erfolgreich unterwandert. Immer mehr Bürger werden gewahr, dass der unaufgeklärte, nichtreformfähige Islam nicht zu Deutschland gehören kann und darf. – Thomas Schröder


Seit vielen Jahren bin ich Leser der „Zeit“, also auch Ihrer Artikel. Daraus ergibt sich die Feststellung/ Frage zu Ihrem Artikel „Selber schuld“: Warum nicht viel früher ? Richtiger und nüchterner kann man das Problem nicht beschreiben, das wir uns in der Tat über Jahrzehnte der Versäumnisse hin SELBST geschaffen haben. Immer die Angst vor der Deutlichkeit, damit man uns ja nichts mit dem Hinweis auf 1933/45 vorwerfen kann! Und diejenigen, die eine saubere Trennung der Begrifflichkeiten doch immer wieder versucht haben, wurden trotzdem verteufelt, von wem auch immer……. aber nicht zuletzt auch in den (allen) Medien. – Ekkehard Hallensleben


In der Tat kann man dieser Aussage nur zustimmen, wenn da allenthalben Entwarnung und Entspannung signalisiert wird. Bestenfalls sind wir in einer Situation wie vor der massenhaften irregulären Zuwanderung in der 2. Hälfte von 2015.
Bereits davor (ab etwa 2013) gab es bekanntlich eine andauernde erhebliche Zunahme von Asylsuchenden in Deutschland, und die zahlreichen provisorischen Sammelunterkünfte für Asylbewerber in Städten wie Dörfern existieren ja nach wie vor, auch wenn sich die für Asylbewerber und sonstige Zuwanderer requirierten Turnhallen, Baumärkte und dergleichen derzeit wieder leeren. Und im ersten Quartal 2016 sind immerhin 90.000 Asylbewerber registriert worden; auch bei anhaltendem Abwärtstrend auf der Türkei/Balkanroute , aber zu erwartender Zunahme auf der Nordafrika-Italien Route dürfte da realistischerweise immer noch mit mindestens 400.000 Asylbewerbern für 2016 zu rechnen sein. Dass die überwiegende Mehrzahl der aus Afrika zuwandernden Asylbewerber keine Asylgründe hat, macht sie aber nicht zu Wirtschaftsflüchtlingen (dieser Medienbegriff ist keine rechtlich relevante Kategorie), sondern -nach der zu erwartenden  Ablehnung des Asylantrages- zu ausreisepflichtigen Ausländern, von denen erfahrungsgemäß der größte Teil der Ausreisepflicht nicht nachkommt, sondern irgendwann zur Abschiebung ansteht. Und angesichts des Rückstaus nicht durchgesetzter Ausweisungen bereits vor 2015 (etwa 200.000), des illegalen Aufenthaltes von mindestens 300.000 nicht registrierter Zuwanderer im „Flüchtlings-Chaos“ zwischen Juli und Dezember 2015 und weiter zu erwartenden Ablehnungsfälle (etwa aus Maghreb, Afghanistan, Pakistan und zahlreichen afrikanischen Ländern) geht es vor allem darum, diese Ausreisen durchzusetzen. Und da gibt es -außer einigen Ankündigungen unter dem Eindruck der Silvester-Ereignisse in Köln- keinen Hinweis darauf, dass da angemessen reagiert wird: die Quote der Abschiebungen bleibt weit unter der 10%-Marke, angekündigte Ansätze wie die (durchaus mögliche) Abschiebung in Drittländer werden offenbar nicht weiterverfolgt. Die Erfahrung hat allerdings gelehrt, dass Untätigkeit und mangelnde Durchsetzung der Ausreisepflicht von Migranten wie Schleppern als erfolgreiche Einwanderung wahrgenommen werden und damit den pull-effect (die ominöse Sogwirkung) verstärken. Kurz: da bleibt auch in 2016 und danach einiges zu tun – und zwar mehr als bisher. – Prof. Bernd Leber


Evelyn Finger stellt in ihrem Artikel die Einstellung der AfD zum Islam und die Kritik der etablierten Parteien daran gegenüber. Die töricht vereinfachende Frage, ob der Islam zu Deutschland gehört oder nicht, ist typisch für die politischen Debatten im heutigen Deutschland. Die arabisch-islamische Kultur gehört natürlich nicht direkt zu Europa, selbstverständlich bestehen aber historische und geistige Verbindungen zur Kultur des „Abendlandes“. Die eigentliche Auseinandersetzung geht darum, wie die Widersprüche zwischen einer extremistisch und terroristisch auftretenden Religionsminderheit mit ihren Opfern von Paris und Brüssel und der Mehrheit ihrer friedlichen Glaubensbrüder in Europa zu lösen sind.  Europas Selbstverständnis in Fragen der Kultur und der Menschenrechte gerät in einen Konflikt zu den Aufgaben des Staates, seine Bürger vor Terroranschlägen zu schützen. Den Vorwurf der Islamophobie sollte vor allem die CDU im Köcher stecken lassen -es ist noch gar nicht solange wo sie selbst damit hantierte. Der plötzliche Übereifer der etablierten Parteien bei der Einforderung der Verfassungsrechte für den Islam verbirgt nur schlecht die eigentlichen Beweggründe : Die Erfolge des AfD bei einer erschreckend großen Minderheit der Deutschen soll mit ihrer Verfassungsfeindlichkeit der Boden entzogen werden. Politische Auseinandersetzung wäre hier die einzig richtige Antwort -aber das haben die etablierten Parteien inzwischen verlernt ! Die Jahrzehnte nach 1945 mit wachsendem Wohlstand und behütetem Dasein unter der politischen Käseglocke der Alliierten hat Deutschland keine echte Identität zurückgeben können. Ein natürliches Selbstbewusstsein, wie etwa bei Engländern und Franzosen zu beobachten, fehlt uns Deutschen immer noch. Einer der Gründe, warum wir uns mit neuen Herausforderungen wie dem Islam in Deutschland, so schwer tun. – Klaus Reisdorf


Vielen Dank für diesen Artikel! Heinrich August Winkler hat wieder einen großartigen Beitrag zur politischen Diskussion geschrieben. An keiner Stelle äußert er, dass die deutsche Politik arrogant und anmaßend sei, aber dieser Gedanke ist unterschwellig immer vorhanden, wenn er über Merkels Versagen und Scheitern in der Flüchtlingspolitik und im Umgang mit den anderen europäischen Regierungen schreibt. Beeindruckend ist auch, wie er Göring-Eckardts gedankliche und sprachliche Armseligkeit mit wenigen Worten deutlich macht. Mich würde interessieren, ob ihr Satz, die Deutschen seien die „Weltmeister der Hilfsbereitschaft und der Menschenliebe“, bei den anderen Bundestagsabgeordneten nachdenkliche oder kritische Äußerungen ausgelöst hat. – Wiebke Karstens


Herrn Pörksen gilt mein großer Dank für die Qual, sich durch so viele Seiten bei H. von Hentig durchgelesen zu haben! Da ich gerade die 588 Seiten von J. Oelkers zur „Karriere des Gerold Becker“ verschlungen habe, bin ich sehr nah am Thema. Mir ist dabei klar geworden, wie Wahrnehmung im Bereich der Bildungselite (H.v.Hentig war einer ihrer prominentesten Vertreter!) funktioniert hat und auch heute noch zur Aufrechterhaltung von Hierarchien z.B. in den Hochschulen funktioniert.
Das H.v. Hentig nicht müde wird, sich seine Welt schönzureden, zeigt doch auch den für ihn unfassbaren Absturz aus Höhen, die er ohne jede Regung für Unrechtsbewusstsein oder Selbstzweifel während eines langen Lebens genussreich „beackert“ hat.
Die Analogie zur gegenwärtigen „Wirtschaftselite“ hinsichtlich der Panama-Papiere drängt sich mir auf. Aus meiner Sicht wird viel Energie nötig sein, um in der Erziehung die Wahrnehmung für Methoden der sozialen Verantwortung zu schärfen: Verabschieden wir uns von den gewohnten Kategorien oben/unten, gut/böse, falsch/richtig, schuldig/unschuldig etc.! Wer sich per se auf der richtigen Seite erlebt, ist für Argumentationen nur schwer erreichbar. Fragen wir danach, welches Verhalten welche Wirkung hat! Der Fall H.von Hentig sollte uns Anstoss für eine breite Debatte differenzierterer Wahrnehmung für gewohnte und „erfolgreiche“ Mechanismen in der Gesllschaft sein! – Eva E. Mahler-Behr


Nur weil er zur Zeit in Stanford  lehrt,muss Herr Joffe nun nicht gleich Gaucks Wiederwahl mit „again“ schmackhaft machen.
Macht sich aber gut,global gesehen.Weniger gut macht es sich, wenn zu Gauck postuliert  wird ,“das Volk will ihn“.
Wer ist das Volk? Etwa,“Wir sind das Volk“? Dann muss ich
passen,dann gehöre ich nicht zum Volk.Aber als Trost,es soll mehr Leute geben,die den Wanderprediger aus Schloss Bellevue
nicht mehr wollen. – Hans-Emiil Schuster


Herr Schütz weist in seinem Beitrag auf eine gravierende Entwicklung hin, die wir seit Jahren nicht nur an den Universitäten, sondern im gesamten Bildungs- und Erziehungswesen beobachten: Es gibt fast nur noch Frauen, die dort wirken. Das hat schlimme Folgen für die Jungs, besonders wenn sie aus Scheidungsfamilien kommen. Dort stand ihnen meist nur noch eine Frau, die Mutter, als Bezugsperson zur Verfügung, in der Kita waren es nur Erzieherinnen, an der Grundschule nur Lehrerinnen (mit Schulleiterinnen und Vertrauenslehrerinnen), ebenso an den Weiterführenden Schulen und neuerdings auch an den Universitäten. Damit sei nicht gesagt, dass Frauen dort weniger erfolgreich wirken würden. Wie mir jedoch Jungs glaubhaft versichert haben gibt es dort so gut wie keine männlichen Bezugspersonen mehr. Die Sozialen Netzwerke sind dafür nur ein müder Abklatsch für die Suchenden. Da im Erziehungswesen für viele Jungs als Kommunikations- und Bezugspartner kaum noch erwachsene Männer zur Verfügung stehen, gibt es von dieser Seite auch kaum Lebenshilfe, kaum Diskussionsnähe. Wie sollen solche Jungs mit einem breiten Lebens- und Erfahrungswissen aufwachsen können, wenn ihnen von vornherein nur noch die halbe Welt als Bezugs- und Lebenspunkt zur Verfügung steht? – Hartmut Karg


Wenn in regelmäßigen Abständen Wissenschaftler etwas behaupten, was gegen unser aller Lebenserfahrung spricht, ist Vorsicht geboten. Wenn sie dann noch ungezählte, jüngst veröffentlichte Studien mit Mäusen, Ratten, Fadenwürmern, Zebrafischen, Schimmelpilzen und Einzellern bemühen, um uns falsches Empfinden nachzuweisen, sollte man sie nicht mehr ernst nehmen. Eine Gegenposition zur Weltgesundheitsorganisation einzunehmen, die Stress für eine der größten Gesundheitsgefahren des 21. Jahrhunderts hält, schafft immerhin Aufmerksamkeit. Ärgerlich wird es allerdings, wenn sie uns Stress als Wellnessprogramm verkaufen wollen, den man dazu nur erfrischend interpretieren müsse. Und dass der zufrieden und gesünder lebt, der keine Zeit zum Trödeln und zum Grübeln findet. Hier verlässt diese Forschung dann vollends ihren Fachbereich, beschwört eine protestantische Arbeitsethik und läuft Gefahr, vollends für eine Marketingstrategie des Kapitalismus vereinnahmt zu werden. – Sepp Klein


Vielleicht hätten sich die Autoren dieses Artikels doch etwas genauer mit dem Thema Stress beschäftigen sollen, zum Beispiel mit dem Lazarus-Modell über chronischen Stress. Denn Stress macht krank und ist eben nicht gesund, wenn er chronisch wird. Wir sind keine Gazellen, die sich schnell wieder beruhigen und zahlreiche Menschen leiden als Folge von Krieg, Flucht, Vergewaltigung, chronischen Schmerzen etc. an posttraumatischen Symptomen aller Art. Vor allem Angst ist ein starker Stressor, der umso mehr krank macht, je länger er anhält. Das erlebe ich in meinem Beruf täglich. Es ist nicht richtig, dass Stress schützt und die pseudowissenschaftliche Darstellung des Themas in Ihrem Artikel verkennt völlig, dass es den „guten Stress“ eben nicht gibt! – Dr. med. Harald Lucius


10% der Bevölkerung Brasiliens sind arbeitslos – die Inflation für den Verbraucher liegt bei 10% – das öffentliche Defizit erreichte im Februar 2016 10,75% und das Bruttoinlandsprodukt für zwei Jahre (2015 und 2016) liegt bei minus 8%.
Die von der Arbeiterpartei PT verwalteteten Städte sind fast alle pleite, es fehlt bereits an medizinischer Versorgung , und die Krankenhäuser funktionieren sehr schlecht. Es ist keine Neuigkeit, dass die gesamte Verwaltung und Ministerien von nur parteizugehörigen und Loyalen der Arbeiterpartei besetzt werden. Leider werden dabei die fachkundigen,  kompetenten und erfahrenen nationale und  internationale Personen nicht berücksichtigt. Die Korruption hat Ausmaße erreicht wie nie zuvor in der Geschichte Brasiliens!!! Siehe die Familie des Vorgängers LULA, dessen Söhne heute zu den reichsten Menschen Südamerikas gehören, obwohl keiner von Beiden die Voraussetzung dazu mitbringen. Die Staatsfirmen wurden von der Arbeiterpartei total geplündert und sind pleite (Vale S.A., Petrobras etc.) Wir freuen uns in Brasilien, dass  wir eine Demokratie haben, dass das Volk reklamieren und protestieren darf, und  dass wir solche inkompetente Regierung demokratisch abwählen können. Und das ist für die Demokratie gut und nicht wie H. Fischermann behauptet schlecht. Es ist kein Staatsstreich, sondern eine Amtsenthebung auf demokratischem Weg. – Erhard P. Suck


Ich halte ja von unserer Bundeskanzlerin nicht viel, das Sie aber jetzt durch H.Böhmermann in Schwierigkeiten kommt, ist eine Ironie der Geschichte. Das dieser Möchtegernsatiriker mit solch einem unflätigen Vers ein solches Aufsehen in Deutschland erreicht, lässt an dem Verstand unserer Elite zweifeln. Und das ZDF wagt es  solch eine Schmutzsendung überhaupt zu bringen.
– Von einem Satiriker erwarte ich einen mehr oder weniger geistvollen Beitrag, um einen problematischen Vorgang um- oder zu- beschreiben, der Anlass sein soll, diesen Vorgang zu überdenken.
– Erdogan ist zu einem gefährlichen Machtfaktor herangewachsen. Es bringt nicht viel solch einem Menschen mit schweinischen Ausdrücken zu begegnen. Das er es überhaupt für Wert findet, auf dies Schmähung zu reagieren, spricht nicht gerade für ihn. Chaplin hatte damals Hitler meisterhaft karikiert. Der Schuh ist natürlich für Böhmermann zu groß. Aber das es gleich solche Sauereien wie jetzt hier sein müssen ist natürlich auch nicht notwendig. Und für uns nicht besonders ehrenvoll. Erdogan kann man stundenlang kritisieren und oder karikieren, vor Allem als Satiriker, aber bitte etwas Substanz.
– Fr. Merkel hat für mich heute in dieser Angelegenheit eigentlich nicht viel falsch gemacht. Das ein Gericht jetzt den Vorfall bewertet halte ich für eine gute Sache.
Die “Emser Depesche” von Bismarck hatte damals Frankreich veranlasst, einen Krieg zu erklären. Das liegt jetzt zwar fast 150 Jahre zurück. Aber angeblich beiläufige Kommentare haben auch früher schon manchmal große Wirkung gezeigt. Aber auch heute haben wir heißblütige Regierungschefs wie z.B. Erdogan, die wahrscheinlich keinen Krieg auslösen, aber ernste Probleme machen können. Da ist es besser unverantwortliche Möchte-gernsatiriker, die in die Politik eingreifen wollen, an ihre eigentliche Aufgabe zu erinnern. Satire ja ( sie fällt unter unsere freie Meinungsäußerung und muss verteidigt werden), unflätige Schmähung aber nein. – Reiner Püschel


Danke für die aufklärenden Worte zu diesem unglaublichen Fall. Ich weiß nicht, ob die ZEIT in türkischen Kreisen gelesen wird. Warum hört man von den türkisch-deutschen Vertretern keine Stimme die sich diesem „Despoten Erdogan“ entgegenstellen. Die von Ihnen beschriebene Willkür ist mehr als verletzend, entspricht aber genau einer Diktatur. Wo ist die Stimme Europas? Warum lassen die Europäer diesen Mann so offensichtlich nach seinem Gusto wirken. Es wird höchste Zeit, freiheitlich, demokratische Prinzipien anzumahnen bzw. durchzusetzen, selbst wenn Europa mit der Migrations-Waffe erpresst wird. Was macht Angela Merkel im Palast des „Fürsten“ auf vergoldeten Sesseln. Gesprächsthema – Abschottung – Warum wird in der deutschen Presse nicht ein Boykott-Aufruf gestartet, keinen Urlaub mehr in diesem Land, bis sich die Verhältnisse geändert haben. Nur so kann diesem Despoten geholfen werden. – Gerhard Hummert


Ihr Autor argumentiert nach folgendem Muster: ich als Mann spüre gar nichts von der Benachteiligung und Diskriminierung von Frauen. Es gibt im Wissenschaftsbetrieb aber andere Probleme, die mich viel, viel mehr interessieren, weil sie mich persönlich betreffen. Könntet Ihr (vor allem ihr Frauen!) also bitte aufhören, Euch mit dem nervtötenden Genderkram zu befassen, und Euch meinen Problemen zuwenden? – Das ist ein so krassen Beispiel von „male entitlement“ (dem Anspruch, weißer, heterosexueller Männer, dass sich selbstverständlich alles um sie zu drehen hat), dass es schon beinahe zum Lachen ist. Eher zum Weinen ist es allerdings, dass ein zweiundreißigjähriger „Organisationssoziologe“ so wenig in kritischer Selbstreflexion geschult ist und so wenig Empathie und soziale Intelligenz besitzt, dass er nicht einmal einen Millimeter über den männlichen Tellerrand hinnaussehen kann. – Karin Ernst


Gern beanstanden Journalisten, heutzutage könne jeder im Internet via Blog oder sonstiger Meinungsäußerungsplatformen unseriöserweise seine Ansichten verbreiten. Immer wieder stelle ich fest, dass Journalisten seriöser Zeitungen offenbar ebenfalls nicht vernünftig recherchieren (wollen); dann wird Unausgegorenes zusammen in einen Topf geworfen wie im Artikel „Vitamin G! Wie Gier“. Als Krebskranke weiß ich, was viele Ärzte (noch immer) nicht wissen: Deutschland ist Vitamin D Mangelgebiet (Lichtmangel, v.a. im Winter), und die meisten Krebserkrankten leiden daran; ebenfalls an Selen-, teilweise an Zinkmangel. Weil also skrupellose Konzerne pseudogesunde Nahrungsmittel vertreiben (wobei ich es als absurd erachte, dass den ZeitleserInnen unterstellt wird, sie könnten „Nimm 2“ Bonbons für gesund halte, nur weil’s auf der Packung steht), ist dies kein Grund in einem Rundumschlag gegen Nahrungsmittelergänzung zu wettern. Angebracht wäre es, sich zuvor auch über die medizinische Seite zu informieren — und sich dafür eben Leute zu suchen, die tatsächlich von den im Artikel genannten DSM unabhängig sind. Es müssen ja keine Professoren sein. Praktische Ärzte, spezialisiert auf dieses Gebiet, würden es in dem Fall auch tun. Aber dann hätten die Autoren des Artikels ja ihre eigene Meinung hinterfragen müssen. – Heike van Hoegaerden 


Auslöser für diesen Leserbrief ist der Leserbrief in der Zeit Nr. 18 vom 21. April 2016  von Fritz Kronenberg: Schön, dass es noch weitere Leser gibt, die auf korrekte Sprache achten. So gibt es eben einen Unterschied zwischen entdecken und erfinden. In Fernsehnachrichten wurde von der brasilianischen Präsidentin gesagt, dass ihr Korruptionsvorwürfe nicht nachgewiesen werden konnten. Konnte ihr Korruption nicht nachgewiesen werden und damit die Korruptionsvorwürfe nicht bestätigt werden? Oder hat sie möglicherweise anderen Kandidaten Korruption vorgeworfen?
Es wird auch von teuren Preisen und warmen Temperaturen gesprochen. Ich möchte aber keine Preise kaufen. Warm kann die Luft oder der Körper sein, aber die Temperatur? Natürlich kann man das manchmal noch richtig verstehen, aber wir nehmen uns doch Möglichkeiten präzise zu formulieren und Missverständnisse zu vermeiden. Sprache ist und soll einem Wandel unterliegen, auch Anglizismen fließen berechtigterweise hinein. Gibt es aber einen Unterschied zwischen Passwort (password) und Kennwort? Auch andere Sprachen wie slawische und Türkisch werden die Sprache verändern. Wir sollten aber darauf achten, dass die Sprache bereichert und nicht verschlechtert wird, da sie doch neben dem Nonverbalen das entscheidende Kommunikationsmittel ist, d.h. zur Verständigung von Menschen dient. Gerade im Journalismus der Zeit sollte hier sehr korrekt gearbeitet werden. Mich wundert allerdings, dass auch in der Zeit mit Mathematik-Unkenntnissen kokettiert werden darf. Ich möchte keinen Artikel im Politik-, Wirtschafts- oder Wissensteil lesen, der von einem Journalisten ohne Mathematikkenntnisse geschrieben wurde. Bleibt das Feuilleton: Darf hier etwa mit schlechten Sprachfähigkeiten kokettiert werden? – Frithjof Kempas


Seit 6 Jahren bin ich in einer Selbsthilfegruppe für Menschen mit leichter Depression. Alle 8 Mitglieder sind entweder in (vorzeitiger) Rente, in Wiedereingliederung oder in langer Arbeitslosigkeit. Obwohl alle in früheren Zeiten gerne und viel gearbeitet haben, fällt es uns jetzt schwer, den Alltag zu strukturieren und Anforderungen zu bewältigen. Schon geringfügige Tätigkeiten wie z. B. das wöchentliche Blumengießen in der Wohnung schaffen einige nicht. Es erscheint mir deshalb sinnvoll, den Gedanken „Ich kann das jetzt nicht“ durch positivere Gedanken zu ersetzen. Denn letztlich ist nicht die Aufgabe das Problem, sondern die Macht der negativen Gedanken. Ihr hervorragender Artikel („Schöner Stress“) hat mir dabei geholfen, noch besser zu verstehen, wie es zu den unangenehmen Stressreaktionen kommt, und wie man durch eine andere Bewertung einer Situation den Stress positiver erleben kann. Ich würde deshalb gerne diesen Artikel an die anderen Gruppenmitglieder weitergeben. – V. Baumann


Ihre Ausführungen zum Thema Riesterrente / Altersarmut habe ich mit Interesse gelesen. Natürlich haben auch Sie keinen Königsweg zur Lösung des gerade jetzt wieder viel diskutierten Problems. In der Anlage übermittele ich Ihnen ein in Verbindung mit den laufenden Tarifverhandlungen des Öffentlichen Dienstes entstandenes Arbeitspapier, dem Sie sicher das eine oder andere Argument in Sachen „Rente/ Pension / Altersversorgung / Altersarmut“ entnehmen können. Und wenn ich jetzt auch noch die Einlassung des Vorsitzenden des Deutschen Beamtenbundes, Herr Dauderstädt, lese, wonach die Pensionen nur um 1 % über den Renten liegen sollen, so meine ich, es gibt noch viel zu tun auf der Suche nach ein bisschen mehr (gesellschaftlicher) Gerechtigkeit. – Roland Zahn


Auch der Hochschulbetrieb bewegt sich nicht in einem luftleeren Raum, Herr Schütz. Politischen und sozialen Strömungen die Tür zu weisen ist im 21sten Jahrhundert undenkbar. So arm und eingeschränkt funktioniert Wissenschaft nicht. Vielmehr erwartet man gerade von den Hochschulen Impulse, Anstöße und Diskussionen zum Zeitgeschehen und gesellschftlichen Strömungen. Dazu gehört auch das Auseinandersetzen mit Benachteiligungen und Genderfragen. Es wäre traurig, wenn Wissenschaftler mit Scheuklappen in der Forschung arbeiten würden! – Marianne Peycke


Als passionierter Zeit-Leser und aktiver Fußballspieler kann ich Ihren Artikel zu Marcelos Fehlverhalten im Champions League Spiel gegen den Vfl Wolfsburg nicht unbeantwortet lassen. Ihre wenngleich etwas ironische Erhebung dieser dreisten Kombination einer Tätlichkeit, die mit der roten Karte hätte bestraft werden müssen, mit einer billigen Schwalbe zu einem Objekt des künstlerischen Reenactments liest sich ausgesprochen schmerzhaft. Marcelos Akt steht für ein gesamtes Bündel an Unsportlichkeiten und Unfairness, dessen Folgen in ihrem Artikel nicht nur negiert, sondern sogar ins Gegenteil verkehrt werden. Der süffisant rotweingeschwängerte Sofablick auf Fußball als reines Unterhaltungsspektakel, welches zu Gefallen und den Zuschauer in Wallungen zu bringen hat, vernachlässigt die Folgen, die es haben kann, wenn der Spieler Marcelo nicht nur davon kommt, sondern auch noch für sein Verhalten belohnt wird. Als Kapitän einer Kreuzberger Bezirksligamannschaft und ehemaliger Jugendtrainer erlebe ich die Bedeutung dieser Botschaft des erfolgreichen Betruges versagender Vorbilder wöchentlich auf dem Platz.
Ihre angeführten dramaturgischen Metaphern wirken auch deshalb so konstruiert und realitätsfern, weil für die knapp sieben Millionen aktiven DFB-Mitglieder in Deutschland das Spiel nicht primär als abstraktes Bühnenspektakel seine Bedeutung hat, sondern jede Woche greifbar auf Rasen, Kunstrasen und Ascheplatz als Kräftemessen zwischen zwei Menschengruppen seinen Wiederhall findet. Im Mittelpunkt stehen in diesen vierzig bis neunzig Minuten nicht nur drei Punkte und Tore, sondern eben auch menschliches Miteinander, Konfliktlösung und Teamfähigkeit, Werte die durch Marcelos ‚Clownstheater’ ad absurdum geführt werden.
Der gegen Ende des Artikels aufgeworfene Gedanke, dass es gar heilsam für den Fußball sein könne, wenn ein solches Foul Emotionen hervorruft und ‚diese Dörfler miteinander ins Gespräch’ kommen ist aus meiner Sicht zynisch und unterschätzt den Charakter dieses Spiels, das auch ohne grobe Unsportlichkeiten die Zuschauer zu fesseln vermag. Dem Sport als solchen mit all seiner Dynamik, Eleganz und Ästhetik (zu der ich übrigens auch Zidanes Foul 2006 zählen würde) wird ihr feuilletonistischer Exkurs also in keiner Weise gerecht und es bleibt zu hoffen, dass Marcelos ‚freie Improvisation’ möglichst wenige Nachahmer findet. – Dr. Moritz Fröhlich-Gildhoff


Vielen Dank Jörg Lau für die differenzierte Betrachtung der amerikanischen Außenpolitik von Barak Obama. Der Satz „Obamas Willensschwäche soll schuld sein am Ordnungsverlust der Welt, nicht etwa die Außenpolitik seiner Vorgänger“, fasst m. E. kurz und bündig zusammen, dass die Nahostkrise nicht von Obama, sondern Bush jr. zu verantworten ist. Bis heute. Wenn doch nur Josef Joffe sich auch mal von seinem Clausewitz, Bismarck und alten Militärstrategen, die er nie müde wird zu zitieren, lösen könnte. – Dirk Hartwich


Der Artikel von Herrn Steffen Dobbert in Zeit Online vom 21.4.16 hat mich fassungslos gemacht. Bei allem Verständnis für Pro- und Contra-Meinung die eine Zeitung anbieten sollte, aber dass Die Zeit einem derartig unqualifizierten Artikeil eine Plattform bietet kann ich nicht nachvollziehen. – Ulrich Fröde 


In oben genannten Artikel steht folgender Satz: „Die Unternehmen lassen sich die heimliche Werbung für künstliche Vitamine mindestens 180000 Euro pro Jahr kosten, wie aus internen Dokumenten hervorgeht, die der ZEIT vorliegen.“ Was, mehr ist das nicht? Das ist das Jahresgehalt von ein, höchstens zwei Lobbyisten. Und mehr geben Ihre „internen Dokumente“ nicht her? Klugerweise schreiben Sie „mindestens“. Es kann also auch zehnmal, hundertmal, ja tausendmal soviel sein. Aber was wäre dann diese Aussage noch wert. Ich glaube Ihnen also diesen Satz nicht. Fast alles andere in dem Artikel mag richtig sein – in großen Zügen habe ich das aber schon gewußt. Und noch etwas: Der rührselige Aufhänger dieses Dossiers mit dem armen Arbeiter Zhang Quiong stört mich. Die damit vermittelten Verhältnisse – krankmachende Arbeitsbedingungen, Luftverschmutzung – bestehen sicher tatsächlich. Aber eine Dokumentation über den Unsinn der Werbung mit Gesundheitsversprechungen durch Vitamine stelle ich mir sachlicher vor.
Es sind oft Kleinigkeiten, die die Glaubwürdigkeit eines ganzen langen Artikels beschädigen. – Ernst Schubert


Das ist einer der Fälle, die einen sprachlos macht. Ihr Autor Bernhard Pörksen hat es sich sicherlich nicht leicht gemacht, so eindringlich und erschütternd darüber nochmals nachzudenken. Für mich hat auch der frühere Bundespräsident Richard von Weizsäcker eine schlechte Figur abgegeben. Ich war Zeuge, als eine Journalistin in Berlin, die auf der Straße versucht hatte, von ihm eine Stellungnahme oder Interview zu erhalten, schroff abgewiesen wurde und sich von Tannen gemacht hat. Seitdem war der Mann für mich gestorben. Es wäre seine Pflicht gewesen, der Öffentlichkeit als ehemaliges Staatsoberhaupt, in diesem Fall Rede und Antwort zu stehen. Er war und ist mit beiden sehr gut befreundet, und mir kann keiner erzählen, daß er hätte auch erahnen können, was sich da für ein Verbrechen abgespielt hat. Ich selbst habe 3 Kinder und weiß sehr gut, welche Schmerzen die Kinder erleiden mussten und ihr ganzes Leben mit sich herumführen müssen. Beide Männer wären ein Fall für die Psychiatrie gewesen. Warum in Gottes Namen hat keiner dafür Sorge getragen. Ich weiss natürlich auch, daß das in einem Demokratischen Rechtsstaat nur sehr schwer ist mit Gewalt sich durchsetzen zu können. Ich bin zu wenig Jurist um das beurteilen zu können. Für mich gehört Hartmut von Hentig heute noch angeklagt als Mitwisser  – das unterstelle ich einfach mal. Worüber ich mich noch ärgere, ist die Tatsache, worin eigentlich der pädagogische Wert von Gerold Becker liegt.? Ich kann den Wert nicht erkennen. Wenn es die Antiautorität sein sollte, dann kann ich nur feststellen, das war und ist für mich eine Lebenslüge. Wenn ich meine Kinder als Maßstab nehme, dann kann ich nur sagen; erbärmlich. Ich habe meine Kinder aus dem Öffentlichen Schulalltag heraus genommen, weil die Kinder schlicht und einfach kaum etwas gelernt haben. Etwas zugespitzt formuliert. Das zeigen übrigens alle Rankings – mit Ausnahme von Bayern und Sachsen. Aber wer kann sich das schon leisten. Außerdem war ich auch im Elternbeirat einer Realschule in Düsseldorf tätig. Allgemeinbildung und Rechtschreibung wurde nicht mehr vermittelt. Musik und Sport fand gar nicht oder nur sporadisch statt. Was wird die Folge sein?: Diese Generation lässt man verblödet zurück. Ich könnte ein Buch darüber schreiben, wie verlottert unsere Schulen sind. Das muß nicht überall so sein, wie Sie wissen werden, kann das von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich sein. Durch die autarke Stellung der einzelnen Schulen gibt es selbst im gleichen Bundesland oft elementare Unterschiede. Es ist reine Glückssache. Das nur am Rande. Ich wollte das aber in diesem Zusammenhang nicht unerwähnt lassen. – Gunter Knauer


Nach all den Quer- und Pressschlägen in der zu einer peinlichen Staatsaffäre mutierten Causa „Böhmermann“ sollten die bisherigen Akteure den Ball endlich etwas flacher halten und abspielen.
Das hat Bundeskanzlerin Merkel mittlerweile getan; mithin hat sie sich nicht dem despotischen Ansinnen Erdogans gebeugt, sondern der Anwendung gültiger Gesetzeslage in Deutschland. Unsere demokratisch legitimierte Judikative wird nun in Volkes Namen unabhängig und in vollem Umfang prüfen, ob und inwieweit den rechtlichen Begehren und politischen Begehrlichkeiten des türkischen Präsidenten stattzugeben ist.   Wer und wenn ja, warum, zuletzt lacht – warten wir es ab. Im Übrigen hätte es des böhmermannschen Beispiels schlechterdings nicht gebraucht um aufzuzeigen, dass sich die große Koalition zunehmend zu einem politisches Trotz- denn Trutzbündnis entwickelt. – Matthias Bartsch


Ich hätte mir gewünscht, dass man uns in der Schule nicht nur mit Shakespeares blutigen Dramen „King Lear“ und „Hamlet“ quält, sondern uns auch seine Sonette nahegebracht hätte. Die schöne Vertonung durch Rufus Wainwright z.B. von Sonett 20 mit Anna Prohaska und Sonett 29 mit Florence Welch ermöglicht einen ganz anderen Zugang zu Shakespeares Werken. Auch die Bremer New Acoustic Band „Mellow Melange“ hat ein schönes, ganz neues Konzertprogramm „Nimm mich hin – Dein Will“ mit Vertonungen von Shakespeares Sonetten, z.B. der Sonette 31, 129 und 135. – Margot Brach


Der Islam gehört zu Deutschland?
Einige wenige Aspekte: Kein gläubiger Moslem wird an der Lichtgestalt des Propheten Mohammed zweifeln! Ihm droht eine Fatwa (Fluch, womöglich mit Vogelfreiheit = jeder darf ihn töten) und „Verdammnis in die Hölle“. Weder von Imamen noch von den zahlreichen „Gutmenschen“ erreichen uns dazu viele Stellungnahmen. Sicher auch aus Angst, dass ihnen ein Leid geschehe – oder man sie unreflektiert gleich den „Pegiden“ zurechne. Wie in den Hadithe (auch Göttliche Offenbarungen) zu lesen steht – z. B. 5133, 5194 – machte der so unantastbare Mohammed die neunjährige Aisha zur Frau. Die Glückliche?  Bei uns nennt man dies Kindesmissbrauch, wenn nicht gar Vergewaltigung – und hoffentlich lassen wir solcherlei Ansichten – von außen unbeeinflusst – weiter gelten. Derselbe Mohammed hat nach der Überlieferung seinen Sohn zur Scheidung gezwungen um dessen Frau zu heiraten – und sie seinem Harem einzuverleiben! (Kleine Zugabe: Dem Normmuslim gestattete er 4 Frauen – er selbst scherte sich nicht um sein Dekret). Ein weiterer Hadith kündet der Frau, die sich ihrem Gemahl verweigert (aus welchen Gründen auch immer), die Verfluchung durch die Engel an, also höllische Strafen…………..usw. Soll solcherlei Gedankengut sich in unserem Land weiter verankern dürfen? – Achim Fischer


Wenn ich die Diskussion richtig interpretiere, dient die sog. Gender-Forschung dazu, flächendeckend Uni-Sex-Klos wissenschaftlich basiert gesellschaftlich durchzusetzen.– Muss das sein? Wo bleiben da die Stehpinkler- und pinklerinnen? – Jürgen Wißner


Chinesische Arbeitsschutzbedingungen entsprechen – noch – nicht europäischem Standard. Lebensmittelindustrie und –handel verdienen gut mit „angereicherten“ Produkten. Die Vitamin-Verliebtheit der Deutschen ist rational kaum zu erklären. So weit, so wenig neu. Wenn Sie allerdings Ihren Artikel „anreichern“ mit Aussagen wie „Er ist, so glaubt er, davon krank geworden“ und „Manche Menschen sagen, es gebe hier von Jahr zu Jahr mehr Krebskranke“, dann peppen Sie journalistisch in gleicher Weise auf: unbewiesen, unnötig, effekthascherisch, nur der Auflage dienend.
Und vollends daneben liegen Sie, wenn Sie ausgerechnet Thilo Bode zum Kronzeugen aufrufen mit dem Satz: ‚So könne, sagt Bode, die Nahrungsmittelindustrie an ihrem wichtigsten Geschäftsprinzip festhalten: „dem Prinzip der Täuschung“.‘ Falls Sie sich der Mühe unterziehen, im ZEIT-Archiv die Berichte Ihres Kollegen Rainer Luyken zur „Brent Spar“-Affäre nachzulesen, werden Sie  feststellen, dass das „Prinzip der Täuschung“ gerade das Geschäftsmodell des Thilo Bode ist, der damals als Greenpeace-Chef die Welt belogen und Shell zu einer ökonomisch wie ökologisch unsinnigen Entsorgungsaktion gezwungen hat. – Dirk Radermacher


Beobachter der Aushandlungsprozesse zu den großen Freihandelsverträgen, die von den USA aus initiiert werden und welche Petra Pinzler kommentiert, TPP und TTIP, haben sich immer schon über die Heimlichtuerei der Beteiligten gewundert. Ist das Geschäftsmodell wirklich seriös und das versprochene Gold echt?. Seit der Wortlaut des TPP-Abkommens offen gelegt wurde, sind die Zweifel noch gewachsen.  Offenbar wurde diese „Transpacific Partnership“ doch nicht von allen Partnern auf gleicher Augenhöhe ausgehandelt. Der ehemalige Weltbankberater Joseph Stiglitz und andere Kritiker führen Beispiele an, wo Öl- und Bergbaukonzerne bei Umweltauflagen wegen vorher nicht abgeschätzter Schäden die betroffenen Staaten regresspflichtig gemacht haben, statt selbst dafür aufzukommen. Es ist abzusehen, dass das so bleibt und sich selbst in den USA die Schere zwischen Lohnniveau und Konzernprofiten weiter öffnet, von den Umweltzerstörungen und mangelnder Nachhaltigkeit ganz zu schweigen. Diese Argumente scheinen inzwischen bei den anfänglichen Befürwortern von Freihandelszonen wie Larry Summers durchzudringen, wie Petra Pinzler andeutet. Selbst Hilary Clinton, mögliche Nachfolgerin von Barack Obama, kann den versprochenen „Goldstandard“ nicht erkennen. In Europa kommt ein weiterer Aspekt hinzu:  Die in TTIP vorgesehenen Schiedsgerichte und die „Regulatorische Kommission“ besitzen das Potenzial, die Umwelt- und Sozialkriterien in europäischen Gesetzgebungsverfahren zu unterlaufen.  Dem angelsächsischen „Common Law“ entsprungen, hebeln sie das Prinzip des römischen Rechts aus, nach welchem einzig der „Souverän“  –  heute der demokratische Staat  –  zur Setzung von Regeln legitimiert ist, die ihrerseits von dem Bewährten ausgehend vor allem die Zukunft der Gemeinwesen sichern sollen.  Wo bleiben die europäischen Rechtsgelehrten, welche jene die Zukunftsfähigkeit zerstörenden Mechanismen als Systemimperialismus analysieren und zurückweisen? Sind die TTIP-Befürworter in Europa nur unaufmerksam oder verblendet, wie es die deutschen Duodezfürsten zu Zeiten des Ancien Régime waren, als sie um der Vergoldung ihrer Residenzen willen ihre Bauern verkauften, oder wie die afrikanischen Häuptlinge in Kolonialzeiten, als sie für Glasperlen und Goldglitzer ihre Landeskinder und Naturschätze der Profitgier der europäischer „Handelspartner“ auslieferten? Zwar mussten Millionen Menschen leiden und zugrunde gehen, aber einer der Nachkommen konnte immerhin amerikanischer Präsident werden. Und der beginnt umherzureisen, um dieses uralte Geschäftsmodell garantierter Profite auf Kosten vieler anderer Menschen und vor allem ihrer Zukunft erneut zu verkaufen  –  unter dem Stichwort „Partnerschaft“. – Dr.-Ing. Jürgen Oestereich


Der Autor beschuldigt meiner Meinung nach die Vitaminindustrie auf der Basis einer nicht sehr fundierten Schlussfolgerung über die Auswirkungen von künstlichen VItaminen. Der Fall von Herrn Zhang Quiong belegt nicht ausreichend, warum der Konsum von künstlichen Vitaminen per se gesundheitsschädlich sein sollte. Wie er selbst sagt, nimmt er keine künstlichen Vitaminpräparate zu sich. Seine Beschwerden sind wohl eher eine Folge der miserablen örtlichen Produktionsbedingungen. Warum dient Herr Quiong also als Aufhänger für den anschließenden Diskurs über die Schädlichkeit von künstlichen Vitaminen? Die Auseinandersetzung mit der Beziehung zwischen Wissenschaft und Gesellschaft hingegen ist durchaus interessant.Ich hätte mir gewünscht, der Artikel hätte sich die Problematik, welche sich in den konträren Aussagen der im Artikel genannten Wissenschaftler wiederspiegelt, zur Kernaussage genommen. – Justus Irmen


Die Bundesregierung darf die Gewaltenteilung nie gänzlich aus dem Blick verlieren. Wenn die Exekutive das Strafbegehren eines Klägers nicht vom Tisch wischt, obwohl sie versucht ist, das zu tun, sondern die Judikative ermitteln und entscheiden lässt, ist das unter rechtsstaatlichen Gesichtspunkten sogar vorbildhaft. Von daher gesehen ist die Entscheidung der Bundeskanzlerin absolut sauber, absolut korrekt. Die SPD- Bundesminister tun so, als seien sie aus sachlichen Gründen gegen diese Entscheidung. Klammheimlich hoffen sie aber auf einen sensationellen Freispruch für Jan Böhmermann, womit dann Angela Merkel, die jetzt in der Öffentlichkeit wie eine Nebenklägerin erscheint, ziemlich blamiert dastehen würde. Wenn die SPD-Bundesminister aber einigermaßen realistisch wären, würden sie stattdessen davon ausgehen, dass Böhmermann höchstwahrscheinlich doch bestraft werden wird. Es würde ihnen durch diese realistische Sichtweise dann klar werden, dass es komplett unlogisch wäre, gegenüber der Entscheidung der Bundeskanzlerin eine Anti-Haltung einzunehmen. Die hinterhältige Strategie der SPD-Bundesminister, die durchschaubar ist, widert mich an. – Toni Höck


Mit ihrem Artikel „unerhörte Schreie“ hat sich  die Zeit eines großes Tabuthemas angenommen und dafür muss diesen mutigen Journalisten von Herzen gedankt werden: denn wenn noch heute wie vor hundert Jahren Kinder mit Gurten fixiert und eingesperrt werden und alle den Mantel des Schweigens darüber ausbreiten, dann leiden die Kinder und vor allem auch die Eltern hierunter, denen von den Heimen keine Alternative gelassen wird, als deren Vorgehen gegen die eigenen Kinder zu akzeptieren und mit Scham darüber zu schweigen. Ausgerechnet die großen Organisationen der Behindertenhilfe, die in der Werbung um Spendengeldern so gerne den Begriff der Inklusion plakatIv vor sich her führen, schweigen seit Jahrzehnten in der Öffentlichkeit hierzu. Hier ist seit Einführung der UN-Behindertenrechtskonvention endlich der Gesetzgeber gefordert,  behinderte Kinder effektiv vor missbräuchlichen, weil aus überwiegend finanziellen Gründen vorgenommenen freiheitsentziehenden Maßnahmen einen Riegel vor zu schieben. Der Artikel macht sehr anschaulich deutlich, das es keine Patentrezepte gibt, doch um so wichtiger ist es, dass sich die zuständigen Bundes- und Landesministerien der Problematik endlich annehmen! – Ralf Janotta


Wer, wie ich, Anfang der 70er Jahre Pädagogik studiert hat, für den waren Hartmut von Hentig, die Laborschule in Bielefeld und die Odenwaldschule wichtige Bezugspunkte in Theorie und Praxis. Und wichtige Impulse dieser sogenannten Reformpädagogik bleiben bis heute aktuell. Daran sollte der ‚Missbrauchsskandal‘ auch besser nichts ändern. – Aber darum soll es jetzt nicht gehen. Mag man dem triebgesteuerten verbrecherischen Tun Gerold Beckers noch, mit dem Wissen über psychopathologische Dispositionen, mit einer, wenn auch von Ekel durchsetzten, Nachvollziehbarkeit begegnen, ist das, was Hartmut von Hentig jetzt von sich gibt, nur noch die Hölle auf Erden. Und das ist eine von Anfang an selbst gezimmerte. – Dieter Rogge


WISSEN – HALBWISSEN – Durchleuchtet = Unwissen
Ich vermute, dass „JS“ den Auftrag hatte, einen freien Platz im WISSEN-Teil der Zeit-Ausgabe N°18 zu füllen. Durchleuchtet wurde das Thema „Herzkatheder“ mit dem Ergebnis, dass der Eingriff für viele Patienten nutzlos ist. Außerdem sei der Eingriff gefährlich, weil bei der Durchleuchtung Röntgenstrahlen eingesetzt werden. Dazu wird noch angeführt, dass Anzahl der Herzkatheter-Untersuchungen seit 1990 um 712000 gestiegen sind. Welch ein hanebüchener Unsinn. Der flächendeckende Einsatz von Herzkathetern hat erst 1980 begonnen.  Viel wichtiger ist aber die Frage, wie gefährlich und überflüssig sind Herzkatheter-Untersuchungen. Ich meine, was sind die Alternativen? Vielleicht eine Bypass-Operation? Dazu werden die Rippen am Brustbein durchtrennt, der Brustkorb geöffnet, der Patient an eine Herz-Lungenmaschine angeschlossen, das Herz stillgelegt, Gefäße für den Bypass aus den Beinen genommen und ans Herz angeschlossen. Anschließend Reanimation, Rippen antackern, langer Klinik-Aufenthalt, lange Reha. Ohne weiter ins Detail zu gehen kann man davon ausgehen, dass dies eine richtig schwere Operation ist, die mit allen möglichen Risiken verbunden ist und die die Lebensqualität des Patienten deutlich herabsetzt. Dagegen dauert ein Herzkatheter-Eingriff selten mehr als 2 Stunden und der Patient kann am nächsten Tag nach Hause gehen. Ich bin übrigens nur ein Infarkt-Patient und wurde von meinen Hausarzt und Kardiologen vor einer Bypass-OP bewahrt. Als sehr unangenehm habe ich den Kahlschlag der Schambehaarung empfunden, wenn ein Nassrasierer trocken eingesetzt wurde.
Mein Tipp an JS: wenn wieder mal ein paar Zeilen gefüllt werden müssen, warum nicht „Lorem ipsum dolor sit amet“. – Reiner Gerke


Toll, nie mehr in den Finger piksen! Wenn ich den Nerv erwische, fühlt es sich an, als würde ich mir den Finger abhacken. Zitate aus Ihrem Artikel von Haluka Maier-Borst. Die Überschrift des Artikels fand ich sehr bezeichnend, das Nachfolgende schon ein wenig absurd und irreführend. Ich möchte dazu als Typ 1 – Diabetiker mit 58 jähriger Erfahrung etwas klarstellen. Die „Signale aus dem Körper“ haben eine lebenswichtige Funktion. Rote Signale bedeuten immer eine besondere Gefahr-bezw. Funktionsstörung, das weiß eigentlich jeder. Bei uns Diabetikern ist das nun so, der Blutzucker steigt, der Körper sendet zwar das Signal, aber die eigene Insulinproduktion ist gemindert oder ganz und gar ausgefallen. Also muß das lebenswichtige Hormon Insulin durch eine Pumpe oder durch vielfältige Insulinspritzen dem Körper zugeführt werden. Ein gesunder Mensch regelt das nachhaltig, vorsorglich und ausdauernd von ganz allein. Wie aber soll denn die Pumpe oder die Spritze das Problem lösen, wenn die Signale durch eine Einzelmessung gar nicht an den Empfänger gefunkt werden? Signale sind doch nun mal Warnzeichen. Achtung, hier läuft etwas schief, weil die Tendenz des zukünftigen Weiterverlaufes des Blutzuckers durch selbst stündliche Messungen in der Praxis gar nicht ablesbar ist. Kurzzeitig noch viel gefahrvoller ist es bei den nicht mehr wahrnehmbaren Signalen eines Langzeitdiabetikers, wenn der Blutzucker sinkt. Dann würde der gesunde Körper sofort Reserven aus Zellen und Muskeln zur Vermeidung einer Unterzuckerung mobilisieren. Wenn ein Diabetiker diese nervlich bedingte Wahrnehmungsstörung hat, kann er sehr bald in einen bewußtlosen Zustand fallen und das wäre dann als Autofahrer höchst gefährlich. Darum benötigt in dieser Situation jeder autofahrende Diabetiker unausweichlich eine Warngerät mit Warnanzeige, wohin „die Reise“ führt. Die althergebrachten Blutzucker-Einzelmessungen können gar keine Signalwirkung haben, weil sie immer nur den momentanen Wert anzeigen. Wir, besonders die Typ 1-Diabetiker, benötigen nicht einen 100 prozentig genauen Einzelwert, sondern eine Tendenzanzeige des Zuckerspiegels im Blut, damit wir entsprechend selbst sanft gegensteuern können. Für uns ist es absolut unwichtig, alle Ergebnisse zu speichern, zu kalibrieren, oder über ein Smartphone abzulesen, wir gebrauchen einfach wie jeder gesunde Körper nur das augenblickliche Signal, die Tendenzanzeige. Kann das denn ein Mensch, der nicht selbst Diabetes hat, nicht verstehen? Diesbezüglich habe ich dem Vorsitzenden des Vorstandes meiner Krankenkasse geschrieben. Dieser leitete mein Schreiben an den Kundenbereich weiter und von dort erhält man dann (wie viele gleichgestellte Diabetiker) die Aussage, uns, den Krankenkassen sind nach dem Urteil des BSG (Bundessozialgericht) die Hände nach dem Urteil vom Juli 2015 gebunden, wir zahlen also nicht!
Verständlicherweise haben die althergebrachten Gerätehersteller ein großes Interesse, noch möglichst lange ihre Teststreifen zu verkaufen. Inwieweit diese Firmen das Urteil des BSG gesponsert haben, entzieht sich natürlich meiner Kenntnis. Eins dagegen ist mir schon klar, ich bin es jetzt endgültig leid, auf ein bereits von Google patentiertes Gerät hoffend und geduldig ausharrend zu warten. Vor 30 Jahren berichtete die Zeitschrift „Geo“ bereits von der sogenannten Blutzuckeruhr. Hallo, Krankenkassen, die Firma Freestyle Libre liefert genau das Gerät, worauf ich nun schon so lange warte. Wofür bin ich denn eigentlich krankenversichert? Oder mißachten Sie auch die roten Signale der Verkehrsampeln, mit der Begründung: „Uns sind durch ein Urteil die Hände gebunden“ – Ernst Imkamp


Fragen Sie doch mal Pflegekräfte, die im 3 Schicht System, häufig in Unterbesetzung, mit einem hohen Maß an persönlicher Verantwortung, Patienten/Heimbewohner versorgen, wie wohltuend sich Stress auf deren Gesundheit/Wohlbefinden ausübt.
Oder die Kassiererin im Supermarkt, die im vorgegebenen Takt die Waren über das Band zieht, um sich von gestressten Kunden, denen das alles nicht schnell genug geht, anpöbeln zu lassen.
Um nur zwei Bsp. zu nennen.
Welchem Menschenbild reden Sie hier eigentlich das Wort?
Dem Autor empfehle ich ein längere Auszeit, um seine Gedanken zu sortieren, und den persönlichen Stress-Level herunterzufahren. – Achim Kreitlow


Besten Dank für Ihre erhellenden Ausführungen zum betrüblichen Schicksal der Renten in Deutschland. Gestatten Sie mir zu diesem Thema drei Feststellungen und einen Vorschlag.
1. Wertschöpfung im Wirtschaftsleben fußt letztlich immer auf geleisteter menschlicher Arbeit. Auch hochkomplexe Automaten geben an ihre Produkte lediglich einen Wert weiter, der in Form vergegenständlichter Arbeit in diese Maschinen zuvor investiert wurde.
2. Daher ist Arbeit die verlässlichste Basis von Rentenrücklagen, sei es in Form von Lohnabzügen für die Sozialversicherung („erste Säule“), sei es in Form von betrieblichen Rentensystemen („zweite Säule“).
3. Es ist nicht verwunderlich, dass ein privates Vorsorgesystem („dritte Säule“), das von Spekulationsgewinnen auf dem Kapitalmarkt abhängig ist, weit weniger verlässliche Einkünfte garantiert, die als Rentenzahlungen ausgeschüttet werden. Die Finanz- und Bankenkrise von 2008 ist dafür sowohl ein Beleg als auch die Ursache der gegenwärtigen ruinösen Null-Zins-Politik des Herrn Draghi.
Vorschlag: Als „vierte Säule“ der Renten wird eine steuerfinanzierte Aufstockung aller Renten eingeführt, die unter dem Sozialhilfeniveau liegen. Die hierfür benötigten Steuerquellen wären Abgaben aus leistungslosen Kapitaleinkünften von Großunternehmen und Milliardenerbschaften, die momentan nicht (mehr) zur Kasse gebeten werden oder sich durch Briefkastenfirmen dem Fiskus entziehen. – Viktor Rintelen


Im Prinzip ein guter Artikel, aber das Anwachsen der Wirtschaftsflüchtlingszahlen am Beispiel des Staates Niger den durchaus ausbeuterisch  operierenden Großkonzernen westlicher Provinienz zuzuschreiben greift doch etwas sehr kurz und soll wohl doch wieder das alte Spiel des ‚Schlechten Gewissens‘ nutrieren. Ein Blick auf die Landkarte hätte der Autorin gezeigt, dass das Uranabbaugebiet des französischen Staatskonzerns AREVA (auch wenn er nicht namentlich genannt wird) sich in einem kaum landwirtschaftlich nutzbaren Steppengebiet befindet. Der Satz „ Weideflächen werden unbrauchbar, die Wüste breitet ich weiter aus.“ unterstellt ganz gezielt einen Zusammenhang mit den durchaus zweifelfaften Abbaumethoden, aber eigentlich existenzbedrohend für den größten Teil der nigrischen Bevölkerung sind regelmäßig wiederkehrende Dürren und Hungersnöte bei einer zu schnell wachsenden Bevölkerung aufgrund mangelnder Geburtenkontrolle. Ich würde mich sehr freuen, wenn sich DIE ZEIT mit den eigentlichen Beweggründen der afrikanischen Wirtschaftsmigration auseinandersetzen würde, schließlich ist das die nächste Herausforderung der sich Europa zu stellen haben wird. – Hans Rupprecht


Den Verweis auf die mögliche Befangenheit der Autorin als sexistisch zu benennen ist etwa so abwegig wie den Versuch, Entscheidungen von Verkehrminister Dobrindt im Zusammenhang mit Beziehungen zu Auto- und Bauindustrie zu sehen, als Unverschämtheit zu bezeichnen.
Als Leser würde ich mich auch mehr für die Meinung von Frau Rosenfeld über die Initiative Neue Soziale Markt-wirtschaft interessieren als für ihr vermeintliches Gewicht auf Fotos mit Herrn Lindner. – Horst Metschl


Ich bin verwirrt, ist es Absicht, Satire, Ernst gemeint oder wie soll ich Ihren Artikel auf der Front Page verstehen ? „Wünsche aus Stahl“ Gleich im ersten Absatz schreiben Sie u.a. „ …. bezahlt ihn dafür, dass er ihr die Drecksarbeit abnimmt, also die Flüchtlinge vom Leib hält, …“ die Drecksarbeit, vom Leib halten  ??????????? Geht’s noch ? Wie kann man so über die Ärmsten der Armen auf dieser Welt schreiben ? Fliehen vor Krieg, hunderten von Flüchtlingshilfen e.V. , Ehrenamtliche in Dtld , die helfen , integrieren wollen und DIE ZEIT veröffentlicht  solchen Satz , ohne spätere Erläuterung (war ironisch gemeint) Jetzt spielt auch schon DIE ZEIT der AfD in die Hände ?? !! – Nick Nissen


In ihrem groß angelegten Artikel („Vitamin G! wie Gier“)holen Sie zu einem Rundumschlag aus. Manches prangern Sie zu Recht an, wie zum Beispiel die Vitaminzusätze in Nahrungsmitteln. Manches machen Sie sich zu einfach. Eigentlich dürfte es in unserem Land keinen Vitaminmangel geben… wenn man sich ausgewogen und bewusst ernährt. Daran habe ich aber meine Zweifel. Sonst gäbe es  nicht so viele Übergewichtige und Stoffwechelkranke. Zwei Aussagen kann man aber so nicht stehen lassen:
1. Roaccutan ist nicht ein bißchen Vitamin A für bessere Haut. Es ist ein starkes, nebenwirkungsreiches Medikament gegen schwerste Formen der Akne , das nur bei strenger Indikationsstellung verschrieben wird.
2.“ Die Firma Hoffmann- La Roche erfand eigens die Krankheit Vitamin-C-Defizit .“
Diese  Krankheit hat einen Namen .Sie heißt Skorbut und musste nicht erfunden werden. Sie hat vor und nach der Entdeckung der Synthese der Ascorbinsäure einer großen Zahl von Menschen die Gesundheit und das Leben gekostet. Es ist doch nicht möglich, dass Redakteure der“ Zeit“ das nicht wissen ? Oder schreiben Sie  es absichtlich nicht  , damit es wie „Gier“ der Firma aussieht und zum Thema des Artikels passt ? Beides ist unverzeihlich. Wie kann ich unter diesen Umständen   Berichten über andere Themen glauben, wo ich mich nicht auskenne ? – Martina Mayr


Georg Blume schildert die „neue antikapitalistische Protest-bewegung“ auf dem Platz der Republik in Paris als Idylle, trotz des etwas unschönen Endes: „20 000 Menschen besuchen jedes Wochenende den Platz. Unter ihnen Konservative, wie der Philosoph Alain Finckelkraut…. Zumal es auf dem Platz so unglaublich demokratisch zugeht… Unheimlich diszipliniert läuft das Programm… Am Ende der langen Samstage behält ausgerechnet der alte Finckelkraut recht, den ein paar rabiate Demonstranten ohne Zustimmung von Nuit debout auch noch auf unfeine Art und unter vielen Beschimpfungen vom Platz jagen.“ Diese angeblich unfeine Art ist ein wohl Euphemismus für die tatsächlich übelsten obszönen Beschimpfungen und das Bespucken Finckelkrauts. Michel Onfray schreibt dazu in  le point 2276 vom 21 avril 2016 Seite 39: „Ce crachat porté sur sa joue, comme le tatouage porté sur l’avant-bras de ses parents, m’a fait honte, terriblement honte, plus que terriblement honte.“ (Für diese Spucke, die er auf seiner Backe ertragen musste, wie die Eltern die Tätowierung auf dem Unterarm, schämte ich mich, schämte ich mich fürchterlich, mehr als fürchterlich.) Ganz so demokratisch und diszipliniert wie geschildert scheinen die Versammlungen dort also nicht gewesen zu sein. – Bert Kronthaler


Das Problem hängt damit zusammen, das Deutschland sich bisher nicht als Einwanderungsland gesehen hat. Hier werden Personen, die zu der 3.Generation der Einwanderer aus Anatolien gehören, aktzentfrei deutsch sprechen, auch heute noch als Türken angesprochen. Wir stellen keine Ansprüche an diese Zuwanderer. Und jetzt bekommen wir Probleme. Die Zuwanderer machen nämlich was sie wollen.
– Erdogan feiert in deutschen Fußballstadien Triumpfe und warnt vor der Integration in Deutschland
– Der DLF hatte vor ca.2 Jahren von einem Unternehmensberater mit türkischem Hintergrund berichtet, der in einer Bi-lingualen Schule ( Unterricht erfolgt hauptsächlich in Englisch) in Berlin für die Abschaffung der letzten Rester Deutscher Sprachekämpft. Die Deutsche Sprache sei ein Relikt  aus der Vergangenheit. ( Wenn die Deutschen ihre Sprache aufgeben, ist das nicht die  vordringlich Aufgabe von Migranten, bin ich der Meinung.)
– Diese Woche berichtete die ARD von einem Vorfall in der Schweiz. Dort war im Zusammenhang mit einer Ausstellung ein Bild gezeigt worden das Bezug auf den Genozid mit den Armeniern nahm. Erdogan fordert, das Bild zu entfernen. Und jetzt kommt das eigentliche Problem. Die Sprecherin einer deutschen muslimischen Vereinigung fordert, auf die Befindlichkeiten Erdogans Rücksicht zu nehmen, also das Bild zu entfernen. Die Sprecherin sprach akzentfrei deutsch, eine Migrantin mit türkischem Hintergrund, bestimmt mit einem deutschen Pass. Und lässt erkennen, das sie von der deutschen Gesellschaft eigentlich nicht viel übernommen hat.Wobei sie als Frau durch die Gleichberechtigung der Geschlechter Vorteile hat im Vergleich zur Türkei. Das wird aber nicht honoriert. Das haben wir davon, das wir uns in der Bringschuld sehen. Wir müssen froh sein, das Flüchtlinge kommen. Diese werden unsere Renten erwirtschaften. Originalton Rot-Grün. Das heute die AFD davon profitiert, hätte man eigentlich vorher schon wissen müssen. Die Politik lernt aber nur aus bitteren Niederlagen. Und auch das nur kurzfristig. – Reiner Püschel


Ich habe mich gefreut, Ihren Artikel auf der Titelseite zu finden, in der Hoffnung, dass er so von möglichst vielen Lesern und Leserinnen beachtet wird, verdient er doch viel Aufmerksamkeit. Ich teile Ihre Meinung und bin manches Mal bestürzt, wie wenig Unterstützung progressive islamische Wissenschaftler oder Publizisten in unserer Gesellschaft finden. Dabei sollten wir doch im eigenen Interesse alles tun, um einen liberalen Islam zu unterstützen. Es ist bedrückend zu sehen, dass wir viele freiheitlich denkende  und mutige (!) Muslime so allein lassen. Auch stimmt es traurig, dass die Verfolgung der Christen in der arbischen Welt so wenig Beachtung findet  und auch in unsereren Flüchtlingslagern leider Christen wie auch Frauen nicht immer sicher sein können. Verteidigen wir unsere Grundrechte, dieses kostbare Gut, was auch der geeignetste Weg ist, AFD und Pegida entgegenzutreten. – Marion Roland


Gestern habe ich Ihr Dossier „Vitamin G! wie Gier…Wie Milliardenkonzerne den Verbraucher täuschen“ gelesen und war ziemlich erschrocken über das wilde Potpourri an Themen, das da zu einer klebrigen Soße vermengt wurde. Von der Zeit bin ich eigentlich bessere Qualität gewohnt. Ich bin selber bei einem großen Chemiekonzern beschäftigt und bin von daher mit dem Thema Billigkonkurrenz aus China gut vertraut. Auch wenn ich in Grenzach-Wyhlen wohne (hier produziert DSM diverse Vitamine), habe ich mit DSM nichts zu tun.
Thema 1: Arbeitsbedingungen und Umweltverschmutzung in China Von den Zuständen, die dort beschrieben werden sind westliche Industrieunternehmen meist nicht der Nutznießer. Im Gegenteil, bedroht doch die Billigproduktion in China oder auch anderen Ländern die Produktion in z.B. Europa, wo glücklicherweise ganz andere Maßstäbe bei Arbeitsschutz, Umweltschutz und Sicherheit angelegt werden und auch durch Behörden kontrolliert werden. Auf dem Weltmarkt konkurrieren diese auf ganz unterschiedliche Weise hergestellten Produkte aber direkt miteinander. Und die Herstellkosten sind dabei in Europa sicherlich höher als in China unter den beschriebenen Bedingungen. Solange DSM also nicht die Billigprodukte aus China kauft und unter eigenem Namen vermarktet, ist hier DSM sicher nicht der Böse.
Thema 2: Lobbyarbeit von DSM. DSM hat (u.a.) das Ziel möglichst viele Vitamine zu verkaufen. Dabei wird – wie bei allen möglichen anderen Themen auch – Lobbyarbeit betrieben. Solange das im legalen Rahmen bleibt, also nicht bewusst getäuscht wird, ist das okay. Hier muss ich mich Fragen, für wie dumm ich die Verbraucher halte und muss dann gegebenenfalls den legalen Rahmen anpassen. Wenn die Zeitschrift In Touch also ein Vitaminpräparat als Wundermittel anpreist, würde ich persönlich das sicherlich noch mal hinterfragen.
Thema 3: Industriell hergestellte Vitamine in industriell gefertigten Lebensmitteln. DSM stellt nur einen kleinen Teil der Rohstoffe für industriell gefertigte Lebensmittel bei. Ich denke nicht, dass DSM darüber jemanden täuscht. Hier wird einfach ein Markt bedient, der existiert, weil es offenbar genügend Menschen gibt, die glauben, „Vitamin Water“ oder sei ein  gesundes Lebensmittel. Das ist der Punkt, an dem sich jeder Verbraucher fragen muss, was er zu sich nehmen möchte, bzw. an dem der Staat regulierend eingreifen sollte (siehe Health-Claims-Verordnung). Aber so lange der Markt existiert, kann man Unternehmen wie DSM nicht den Vorwurf machen, dass sie ihn bedienen. Ansonsten würden nämlich alle industriell gefertigten Vitamine irgendwann aus China kommen. Mit den im Artikel beschriebenen Kollateralschäden. Aber die müssen wir nicht nur bei Vitaminen, sondern bei allen Billigprodukten hinnehmen. – Torsten Peterle


Zugegeben, beim Moerser Schloss handelt es sich eher um eine Burg, denn um ein Schloss. Trotzdem sind die Moerser recht stolz auf ihr Stück Geschichte und es freut sie besonders, dass es sich dabei nicht um eine Ruine handelt, wie Ihr Autor es schreibt. Tatsächlich ist das Schloss vor einigen Jahren umfänglich renoviert und erweitert worden. Seit über hundert Jahren ist dort das Grafschafter Museum untergebracht und lädt zu einem unterhaltsamen Besuch ein. – Karsten Wendt


Wenn in Österreich N. Hofer bei der Stichwahl zum Österreichischen Bundespräsidenten gewählt werden sollte, dann wurde er auch deshalb von vielen gewählt, weil einer seiner Sätze  lautet: „Als einzelne Personen können Muslime sich natürlich integrieren, aber der Islam als solcher ist nicht österreichisch; gehört in diesem Sinn nicht  zu Östereich noch zu Europa.. Unsere Wurzeln sind die jüdisch-christlichen und die des Humanismus der Aufklärung…Aber wenn ich sehe, dass in zwanzig, dreißig Jahren noch weit mehr Moslems in unserm Land leben werden als heute, macht mir das Sorge..“. Eine  zornige Antwort aus dem Gegen-Lager: Was ist denn schon für ein Unterschied zwischen Islam und Christentum..?! Aber  genau das wäre  doch wert zu wissen: Was glaubt der Islam? Was glaubt ein gläubiger Moslem? Und wo sind die  Unterschiede zum Christentum? Oder wird  schon solches Fragen als Islamophob verdächtigt? Und gar, wenn z.B. zu hören ist , dass die Goldene Regel der Bergpredigt (Was du von andern erwartest..) in ihrer uneingeschränkten (!) Allgemeinheit nicht vereinbar sei mit der Lehre des Islam.. – Peter Mathei


Was ist mit Ihrer Recherche! Soweit ich weiß, präsentiert keine Person nach der Tagesschau der ARD das Wetter,
bei SWR3 dagegen macht es Herr Plöger ab und zu immer sehr anschaulich, nach der Ladesschau… – Hartmut Gerhardt


Im Allgemeinen schätze ich die in der ZEIT gezeigte Meinungsvielfalt – aber den Artikel von Urs Willmann möchte ich nicht unwidersprochen lassen – seine Lektüre hat mir zu viel Unbehagen verursacht. Was der Autor in meinen Augen etwas leichtfertig „schöner Stress“ nennt, ist der echte, mitunter lebensrettende Stress: eine vitale und blitzschnelle Antwort unseres Organismus (mithilfe des vegetativen Nervensystems = VN) auf lebensbedrohliche Situationen. Diese genaue Definition vermisse ich in dem ganzen langen Artikel. Stattdessen verschleiert er das Verhältnis zwischen dieser wichtigen Mobilmachung des Organismus und der tatsächlichen Gesundheitsgefährdung infolge häufig nicht genutzter Mobilmachung – das ist gefährlich, vor allem, weil er die Erwähnung der schädlichen Stressfolgen als „schlechte Presse“ herunterspielt. Der sog. „negative Stress“ in „unkontrollierbaren Situationen“ wie Festgehaltenwerden im Stau oder in Flüchtlingslagern, ist großenteils die negative Folge von Stresssituationen, also des ermüdeten VN-Systems. Wer im Flüchtlingslager sitzt, hat ja meist schon eine ganze Menge stressprovozierender Momente hinter sich. Dagegen richtig und verständlich dargestellt ist die körperliche Umstellung zur Verteidigung in der Infografik zum Thema. Was auch dort etwas präziser ausgedrückt werden könnte: Stress ist im Wortsinne keine äußere Situation, sondern diese wirklich wunderbar komplexe Antwort unseres Körpers auf eine „Stress auslösende“ Situation. Manche Einzelheit dieser Antwort hat im Laufe unserer Entwicklung an Bedeutung verloren (wie z.B. das Aufrichten der Körperhaare zum Imponieren), aber generell sind wir auch heute durch den Stress hervorragend gerüstet für Flucht, Angriff oder Verteidigung. Nur begegnet uns im modernen Großstadtdschungel selten der hungrige Tiger, eher der Bus, der uns fast auf die Hörner nimmt. Aber die sekundenschnelle Umstellung unseres Organismus auf „Stress“, auf Alarm, erfolgt nicht nur angesichts angreifender Hunde, des rasend schnell sich nähernden Busses oder eines mit einem Messer bewehrten jugendlichen Ganoven, sondern auch vor dem Schreibtisch eines cholerischen Chefs, der uns ungerecht abkanzelt. Vor dem Bus mag uns ein weiter Sprung retten, vor dem Überfall Kraft und Schnelligkeit – vor dem Chef wäre Angriff oder Flucht gleichermaßen unsinnig. So unsinnig wie in vielen anderen Situationen, denen wir vor allem in einer modernen Megapolis ausgesetzt sind. Zum Verständnis meiner Beispiele sei erwähnt, dass ich seit etwa 30 Jahren in Buenos Aires lebe und hier schon ebenso lange Kurse in Autogenem Training gebe – der fast hundert Jahre alten Entspannungsmethode des Berliner Arztes J.H. Schultz, die negativen Stressfolgen vorbeugen oder die daraus resultierenden funktionalen Störungen heilen kann. Buenos Aires ist ungleich größer, lauter und bevölkerter als jede deutsche Großstadt, und das Leben in Argentinien mit seinen politischen und wirtschaftlichen Wechselbädern, chaotischem Verkehr und steigender Kriminalität beschert sehr vielen Bewohnern einen ungesunden Dauerstress – dem man mithilfe des Autogenen Trainings besser begegnen kann und der viel „Anschauungsmaterial“ zum Thema Stress liefert…
Leider gefällt es Urs Willmann, negativ besetzte Situationen leicht ins Lächerliche zu ziehen, um die These vom „Wellnessprogramm Stress“ zu verkaufen: doch was nützt es dem Studenten, der durch die Prüfung gefallen ist, wenn er sich Dank Cortisol-Freisetzung unter Stress noch nach Jahren an die Züge des Prüfers erinnert?! Der zweifelsfrei positive Effekt der punktuellen Wahrnehmung und Erinnerung in bedrohlichen Situationen ist lediglich unsere Chance, uns in ähnlicher Situation an deren Gefährlichkeit und auch den evtl. rettenden Ausweg zu erinnern. Dass Cortisol allerdings nicht nur das Gedächtnis stimuliert, sondern auch alle Arten von Herzrhythmusstörungen verursachen kann, bleibt leider unerwähnt… Leichtfertig scheint es mir, den „Kick“ einer waghalsigen Abfahrt oder des Bungeejumping (beides Beispiele von Adrenalinabhängigkeit wie sie durch häufig unaufgelösten Stress entsteht) mit Nikotinsucht und „Saunastress“ in einen Topf zu werfen. Abhängigkeiten sind gewiss auch mit „Kick“ weder lebensverlängernd noch gesundheitsfördernd, dagegen kann regelmäßiges Saunen mit Hitze- und Kältereizen ein vegetatives NS, dessen Wärmehaushalt aus dem Gleichgewicht geraten ist, wieder stärken bzw. seiner Schwächung vorbeugen. Noch leichtfertiger scheint mir der Schluss aus mehreren angeführten wissenschaftlichen Untersuchungen, dass es in erster Linie auf den Gesichtspunkt ankomme, wie Stress sich auswirkt – ohne Aussage, wie die Versuchspersonen körperlich damit umgingen. Ich vermisse einen Vergleich und eine Untersuchung der Stressoren in den verschiedenen Gruppen. Auch Firdaus Dhabhars zitierte Aussage („Mutter Natur gab uns die Stressreaktion, um uns zu helfen“) ist als solche schon richtig, aber die aus seinen Versuchen gezogenen Schlüsse sind anzuzweifeln. Noch einmal: Stress ist eine vitale Antwort auf eine echte oder vermeintliche Bedrohung. Wenn diese Antwort sinnlos ist (vor dem Chef, angesichts der politischen Lage, der steigenden Inflation, wenn man im Stadtbus sitzend gerade einen Fast-Unfall erlebt hat…), und wir die stressbedingten Vorbereitungen des Körpers nicht durch einen schnellen Lauf, einen rettenden Sprung, Kampf oder eine andere Anstrengung abbauen, bleiben Blutdruck und Muskelspannung, Adrenalinspiegel und andere Stoffwerte im Blut erhöht, und es „leiert“ mit der Zeit unser Verteidigungssystem aus: die Reaktion des VNS wird überfordert und dasselbe dadurch geschwächt. Mit der Zeit reagieren wir nicht mehr sinnvoll auf Kältereize, unser Herzschlag macht sich selbständig, die Nackenmuskeln bleiben verspannt, es kann zu den von Willmann genannten Schlafstörungen kommen, auch den in den letzten Jahren massiv auftretenden Panikattacken und den echten Migränen, die die Betroffenen tagelang aus dem Verkehr ziehen können. Dies sind nur einige der greifbaren und tatsächlich negativen Folgen von häufigen Stresssituationen – Dauerstress. Viele Zeitgenossen (auch Kinder!) sind betroffen, deren funktionale Störungen nicht selten zu ernsthaften Krankheiten führen, darunter vor allem Herz- und Magenbeschwerden. All dies ist erheblich mehr als nur eine Einschränkung der Lebensqualität. Womit klargestellt sein dürfte, dass nicht „jede Stresssituation positive Effekte“ hat. Das sogenannte „miese Image“ könnte man für fundierte Aufklärung nutzen, was den 62 Prozent stressgeplagten Deutschen möglicherweise Wege zu dem von ihnen erwünschten „stressfreieren Leben“ aufzeigen könnte. Ärzte und Therapeuten, die mit Menschen arbeiten, die ein durch Dauerstress oder Stressfolgen bestimmtes Leben führen, können der WHO nur zustimmen, wenn sie den Stress zu „einer der größten Gesundheitsgefahren des 21. Jahrhunderts“ erklärt. – Friederike Maschmann-Ringe


Europa ringt um die schwierige Frage, wie es die Errungenschaft des politischen Asyls bewahren, sich gleichzeitig aber vor einer Überforderung durch Masseneinwanderung schützen kann. Vor diesem Hintergrund erschließt es sich schwerlich, welchen sinnvollen Beitrag Khuê Pham mit Ihrem Artikel „Asylchaos stoppen!“ (ZEIT Nr. 18) zu dieser Diskussion leisten will. Durch Ihren mäßig komischen Hundevergleich will die Autorin offenbar diejenigen, die Grenzsicherung oder kulturelle Grenzen/Konflikte der Integration thematisieren, als kleingeistig entlarven, verfällt dabei jedoch in eine Intoleranz („Hochmut der Anständigen“), die der Diskussion schädlich ist. Sie entlarvt sich damit nur selbst als Beispiel derjenigen kompromisslosen Moralisten, deren Häufung speziell in Deutschland H.A. Winkler im nach meiner Meinung wegweisenden Artikel „Es gibt kein deutsches Moralmonopol“ (gleiche ZEIT-Ausgabe) treffend als Phänomen der deutschen Nachkriegsgeschichte beschreibt. – Carsten Gerbrand


Der „Gender-Hype“ versperre den „Blick auf die eigentlichen Probleme des Wissenschaftsbetriebs“, schreibt der Oldenburger Organisationssoziologe. Nun ist es sicherlich eine Frage der Perspektive, ob es einen „Gender-Hype“ gibt. Bisweilen kann man eher den Eindruck bekommen, dass es seit einiger Zeit einen Anti-Gender-Hype gibt. Doch zur Sache: Keine Frage, dass der wissenschaftliche Nachwuchs mit vielen Barrieren zu kämpfen hat, dass etwa das Wissenschaftszeitgesetz mit seinen vertrackten Befristungsregelungen ebenso wie der „Fetisch Exzellenz“ und
überhaupt die zunehmende Bürokratie an den Universitäten wissenschaftliches Produzieren und Vorankommen eher behindern als fördern. Jedoch: werden dadurch Genderfragen zum „Luxusproblem“? Es ist kaum untersucht geschweige denn belegt, dass alle Geschlechter in gleicher Weise behindert werden.
Worum geht es dem Autor? Er sieht „die Wissenschaft“ in Gefahr. Sie leide. Es gebe eine „unselige“ Vermischung von „gesellschaftlichen Bedürfnissen“ auf der einen und „wissenschaftlichen Anliegen“ auf der anderen Seite. Was die
letzteren „eigentlich“ seien, wird nicht erläutert. „Wissenschaft“ erscheint als eine unhinterfragte Entität. Solches zu konstruieren hat den „Jargon der Eigentlichkeit“, wie ihn Theodor Adorno scharfsichtig im Werk einiger Philosophen kritisiert hat, immer schon ausgemacht. Dass er nun wieder einmal in der Debatte um Universitätspolitik bedient wird, lässt in der Tat befürchten,
dass es um deren Status Quo nicht zum Besten steht. Dass es „die Wissenschaft“ nicht gibt, dass ihre Kriterien immer wieder
hinterfragt, befragt werden müssen, dass Wissensproduktion immer auch von Interessen, von Ausblendungen ebenso wie von unerkannten Phantasmen bestimmt ist und dass darum immer wieder gestritten wird und gestritten werden muss, das zu wissen, muss man nicht einmal Wissenschaftsgeschichte studiert haben. Dass Selbstreflexion auch über die Bedingungen der Wissensproduktion Grundlage jeder wissenschaftlichen Praxis ist, das zu wissen, sollte man auch von einem Doktoranden erwarten können. Überdies wurden gerade über die Konstruktion von „Eigentlichem“ und „Uneigentlichem“ in der Politik ebenso wie im Wissenschaftsbetrieb soziale Fragen ausgeklammert, ausgeblendet oder negiert. Mit der Unterscheidung zwischen „Haupt-„ und „Nebenwidersprüchen“ hatte die Frauenbewegung seit ihren ersten zaghaften Anfängen und nicht zuletzt um 1968 zu kämpfen. Aber
das kann ein 31-jähriger Doktorand nicht wissen, muss er vielleicht auch nicht. Als ein Beispiel für selbstverschuldete Unwissenheit könnte allerdings seine Polemik gegen die Genderforschung in Pflege und Sozialer Arbeit genommen werden. Als Soziologen müsste ihm „eigentlich“ längst bekannt sein, dass auf
diesem Feld ein massives „Genderproblem“ existiert: die nicht nur unbezahlte, sondern auch übersehene Arbeit von unzähligen Frauen, ohne die auch in unserem Land nichts mehr funktionieren würde (darüber kann man inzwischen z.B. auch im Wirtschaftsteil der Süddeutschen Zeitung lesen, unter dem Titel „Männerwirtschaft“ am 29.4.2016). Sich darum zu kümmern, soll „nur ein Witz“ sein? Aber ansonsten „weiß“ der Autor viel, weil es ja „bekannt“ sei, so z.B. dass Studierende bei Nicht-Wahrung der „Gender-Etikette“ mit einer schlechteren Notengebung „gegängelt“ werden. Kennt der Autor vielleicht auch Fälle, in denen Studierenden untersagt wurde, eine gendersensible Sprache zu nutzen? Aber das ist vielleicht nicht so bekannt? Nicht zuletzt mutet es befremdlich an, wenn der Autor vor der Gefahr „totaler
Weiblichkeit“ zu warnen müssen glaubt. Woran denkt er denn da genau? – Dr. Kerstin Brandes


Es wundert mich immer wieder, mit welcher Selbstverständlichkeit in Ihrer Zeitung Tierversuche genannt werden. Durch den unkritischen Umgang tragen Sie dazu bei, Tierversuche als Normalität in der Gesellschaft weiterhin zu etablieren. – Silke Zorn


Nicht Konfrontation sondern kreative Kooperation hat in der Evolution zu immer komplexeren Systemen der Natur geführt.
Angefangen von den Organellen, die sich zu Zellen fügten, über Organe, die in einem lebendigen Organismus zusammenwirken, bis zu Lebensgemeinschaften (Biotopen), wo die verschiedenartigsten Pflanzen und Tiere in sinnvoller Zusammenarbeit jeder das Seine einbringt, damit alle davon profitieren. Auch in unserer wirtschaftlich verflochtenen Welt können die aktuellen Probleme – vor allem Gewaltverhinderung und Armutsmigration – nur in ernsthafter, vertrauensvoller Kooperation gelöst werden.
Militärische Drohgebärden schaffen aber kein Vertrauen – es sei denn, in die Aktien-Entwicklung von Rüstungsfirmen. – Norbert Kneib


Ein sehr wichtiges Thema… viele Menschen denken sie könnten ihre Gesundheit verbessern durch die billigsten Vitamin- und Mineralstofftabletten. So einfach geht es ja nicht, denn kein Weg führt an guter Ernährung vorbei. Aber bitte doch niemand fragen von der deutsche Ernährungsgesellschaft, das ist doch naiv…. die haben doch auch Verstrickungen mit der deutschen Ernährungsindustrie!  Die neutrale Wissenschaft,  es  gibt noch ein paar Ärzte und Forscher, hat doch neue Vitamine gefunden, mehr Einblick in die körperliche Vorgänge bekommen, das führt zu immer neueren Fakten, wieviel von den 47 essentiellen Stoffen am Tag der Mensch braucht und unter welchen Umständen der Mensch mehr braucht. Medikamente rauben unterschiedlich viele lebenswichtige Stoffe, die täglich zugeführt werden müssen. Stress verursacht u. a. einen Mangel an Magnesium und Zink.  Durch jahrzehntelanger Auslaugung der Böden mit Dünger und mit Glyphosat verseucht,  haben die Nahrungsmittel Vitamin- und Nährstoffeinbußen bis zu 90% und Obst wird oft unreif geerntet. Also kann man doch nicht so tun, als wäre alles  wie vor hundert Jahren. Wir brauchen zusätzlich Vitamine und Mineralstoffe. Erst seit ein paar Jahren wurde erkannt wie wichtig Vitamin D ist und nicht jeder hat täglich Zeit um in der Mittagszeit sich nackt 20 Minuten in der Sonne aufzuhalten oder ins Sonnenstudio zu gehen… und dunkelhäutige brauchen die doppelte Zeit. Der Vitamin D-Spiegel heißt nicht nur so, sondern fast alle Vitamine müssen erst auf ihn auftreffen um erkannt und verwertet zu werden. Auch die Omega-3 Säure muss täglich abgedeckt werden und das geht nicht mit billigem Mais-und Sonnenblumenöl. Bei Entzündungen müssen halt zusätzlich gute Öle zugesetzt werden. Raucher brauchen mehr Vitamin C.. aber bitte nicht die billige ‚Ascorbinsäure, lieber Acerola-Kirsche oder gutes Obst. Noch superwichtig die essentiellen Aminosäuren, denn damit werden Millionen von Zellvorgängen gesteuert…täglich! Und dann noch der alte Hut der deutschen Ernährungsgesellschaft 60% Kohlehydrate zu essen, wir sind doch schon versäuert, die Menschen werden immer kränker..es muss ja nicht gleich die Steinzeitdiät sein, aber wir wissen doch nicht erst seit gestern, daß jede Krankheit erst mal Übersäuerung ist………..Warum liebe Schreiber nicht ganze Arbeit leisten? Teilt doch mit , dass Bioware von mit mineralstoffversorgten Böden und gesundem Saatgut stammt, dass das Korn, (anstatt wie die  Großagrar-Unternehmen vor der Ernte mit Glyphosat tot zuspritzen, dass das Korn besser aus dem Spelz gedroschen werden kann), ausgereift ,lebendig und gesund  geerntet wird und noch alle B-Vitamine enthält. Schreibt doch euren verunsicherten Lesern, dass es natürliche Vitamin-und Mineralstoffprodukte aus pulverisierten hochwertigen Stoffen gibt, die als Presslinge auf dem Markt sind. Man muss halt ein wenig mehr Geld ausgeben und lesen was auf der Packung steht. Es kommt Gott sei Dank nicht alles aus China.. deshalb hat man auch Naturkostläden und Reformhäuser, wo verantwortungsvolle Hersteller ihre Ware verkaufen können.  – Anette Baam Karlsruhe


Die Artikel über die Situation von Journalisten, Intellektuellen und Oppositionellen in der Türkei sind erschütternd und beunruhigend. Nicht zuletzt zeigt jedoch auch der Fall Böhmermann, dass uns diese Entwicklungen auch etwas angehen. Das Problem dabei: Man ist nun von der Türkei abhängig. Und diesen Umstand verdanken wir auch zu einem kleinen Teil der Meinungshoheit innerhalb der ZEIT, vor allem des Politik-Ressorts und hier namentlich dessen Leitung. Über Monate hat Herr Ulrich gebetsmühlenartig die „Wir schaffen das“-Haltung der Kanzlerin völlig unkritisch hinausposaunt und es zur deutschen Pflicht erklärt, Flüchtlinge aufzunehmen. Ich will nun gar nicht wieder die Diskussion um das Für und Wider der Flüchtlingsaufnahme führen, hierzu habe ich mich ja bereits mehrfach ausführlich geäußert. Es geht um die europäische Haltung zur deutschen Flüchtlingspolitik und um Realitäten. Fakt ist, dass die überwiegende Mehrheit der europäischen Regierungen (und der Völker Europas) eine Umsetzung der deutschen Politik nicht mittragen wollten. Hier handelt es sich um demokratische Prozesse. Dass Deutschland sich darüber hinweg setzen wollte, beweist auch ein demokratisches Defizit der Kanzlerin. Nun spreche ich Herrn Ulrich weder ein politisches Grundverständnis oder mangelnde historische Kenntnisse ab, ich bin aber bei der Lektüre seiner Artikel (und teilweise auch anderer Artikel aus dem Politik-Ressort) immer wieder befremdet über ungläubig bis verärgert, wenn ich ein solch gewaltiges Defizit in der Analyse politischer Zusammenhänge feststellen muss. Vor nicht allzu langer Zeit mokierte sich Herr Ulrich in einem Artikel ausführlich über die sog. Realpolitik und deren Folgen. Nun erlebt Deutschland gerade die Konsequenzen der Realpolitik, die man ja eben nur bei den USA des Henry Kissinger verortete. Man begibt sich in die Hände eines machtversessenen Kleinbürgers, der von seiner Struktur her nicht anders ist als die großen totalitären Machthaber des 20. Jahrhunderts und dessen Hinwendung zu einer immer radikaleren Islamauslegung an Vorbilder in Saudi-Arabien oder im Iran denken lässt, um sich nicht die Blöße einer verfehlten Politik geben zu müssen. Statt also den Kontinent anzuschotten, um Flüchtlingsströme zu kanalisieren und das Geld den Miteuropäern, namentlich Griechen und Italienern im Rahmen einer Neugestaltung des gescheiterten Dublin-Abkommens zu geben, wirft man es Erdogan hinterher, gleichwohl wissend, dass man auf eine europäischerseits angedachte Mittelverwendung keineswegs bauen kann. Hier kommt der zweite wesentliche Verständnisfehler des Herrn Ulrich ins Spiel. Die Migrantenströme werden gleichgesetzt mit der Flucht aus Syrien. Damit schafft man ein moralisches Totschlagargument, das jede Kritik mit dem Vorwurf der Unmenschlichkeit belegt. Dass es sich hierbei um eine neue Völkerwanderung handelt, scheint Herrn Ulrich entgangen zu sein. Hier geht es einerseits um asiatische Flüchtlinge bis in den Fernen Osten (Myanmar), anderseits um afrikanische Glücksritter, die meinen, Not und Elend durch die Übersiedelung nach Europa entkommen zu können. Die Tatsache, dass Europa zig Millionen Flüchtlinge nicht verkraften kann, weder wirtschaflich noch gesellschaftlich, blendet Herr Ulrich gern aus. Stattdessen beklagt er sich über die Versuche, die Flucht über das Mittelmeer durch bilaterale Abkommen mit den nordafrikanischen Staaten zu verhindern. Dass die sich derzeit in Libyen sammelnden Massen fraglos keine Syrienflüchtlinge sind (und wenn, es für sie keine Notwendigkeit gäbe, über Libyen aus der Bürgerkriegsgefahr zu kommen), wird ebenso unterschlagen, dafür das Schicksal dieser boat people beklagt, die sich in Nussschalen auf das Mittelmeer begeben. Herr Ulrich ist offenbar blind für die tatsächlichen Auswirkungen der Flüchtlingsfrage auf unser Leben. Die entscheidet sich nämlich nicht auf dem Mittelmeer oder auf dem Balkan, sondern in Brüssel. Die Folgen eines Zusammenbruchs des geeinten Europa werden für uns alle erheblich sein. Danach wird sich die Flüchtlingsfrage nicht mehr stellen, weil die Krise von 2008 dagegen noch harmlos war. Deutschland verlöre ein Gutteil seiner Exporte und die Rückkehr zu nationalstaatlichen Strukturen wird uns all das kosten, was wir in den letzten Jahren gewohnt waren. Die Grenzkontrollen am Brenner werden einen ersten Vorgeschmack darauf geben. Ich wage zu prognostizieren, dass der erste Pfeiler im Juni mit dem Brexit fällt. Bei aller Ambivalenz bezüglich Großbritannien ist es eine der großen EU-Nationen. Wenn das Referendum dort den Austritt ergibt, werden auch andere Nationen mit diesem Gedanken spielen, zumindest ebenfalls mit Referenden drohen. Damit wird Europa zunehmend entscheidungsunfähig. Und je stärker die nationalistischen Kräfte, umso schwieriger. Das wird man auch mit der AfD noch sehen, sollte sich nicht alsbald eine klare Kursumkehr in Sachen Flüchtlinge und Asyl zeigen. Mit anderen Worten: Mit seinem vorbehaltslosen Ja zur Fortsetzung der Flüchtlingspolitik nach Vorstellung der Kanzlerin stärkt er der Politik Erdogans den Rücken, fördert damit auch das Leid seiner türkischen Kollegen, und schreibt er das Ende der EU herbei. So jemand sollte vielleicht das Parteiblatt der Linken leiten, sicherlich aber nicht den Politikteil eines deutschen Leitmediums. – Dr. David Wolff