‹ Alle Einträge

19. Mai 2016 – Ausgabe 22

 

Obwohl ich, Jahrgang 1948, noch etwas älter bin als Sie und sicher noch schuldiger am Leid der Jungen, möchte ich Ihnen, bevor der shitstrom Sie begräbt, beispringen und Ihnen zu Ihrem Artikel gratulieren!!! In Ihrer Haut möchte ich jetzt nicht stecken, aber Sie haben mir und sicher vielen andren „Alten“ aus dem Herzen gesprochen.
Als Psychotherapeut habe ich es oft mit frustrierten, übersättigten, ewig unzufriedenen Jungen zu tun. Vielleicht, und da wäre dann wirklich unsere Verantwortung, haben wir ihnen einfach zu wenig Werte vermittelt und sie glauben gemacht, dass Wohlstand das Lebensziel sei, dem sich alles unterzuordnen habe…?
Was daran so unendlich traurig ist, dass sie subjektiv tatsächlich unter ihren Ansprüchen leiden, weil sie den Bezug zur Realität des größeren Teils dieses Landes und der Welt verloren haben. Die gute Alard von Kittlitz hat ausdrücklich betont, dass er nicht erben will, nichts geschenkt haben will; aber seinen Titel hat er gern ererbt, auch nutzt er alles, was ihm von Herzen gegönnt ist: Ein hervorragendes Bildungssystem, ein hervorragendes Gesundheitssystem, ein fantastisches kulturelles Angebot, Reisemöglichkeiten in alle Welt etc., etc.
Sein Preis scheint eine ständige Unzufriedenheit zu sein, eine Zukunftsangst, der Wunsch nach mehr, mehr, mehr…und die Garantie für alle Ewigkeit. Ich glaube nicht, das wir/Sie viele junge Leute erreichen und überzeugen werden; aber es ist gut, den Mund aufzumachen und die Verhältnisse zu bennen. – Michael Dericks


Die SPD hat so gut wie alle ihre tatsächlichen oder vermeintlichen Alleinstellungsmerkmale (sozial, gerecht, Partei der kleinen Leute, …) eingebüßt oder aufgegeben und damit wichtige Mitglieder-, Wähler- und Sympathisantengruppen (gewerkschaftsorientierte Arbeitnehmer, Lehrer, Künstler und Intellektuelle) verloren. Sie ist darüber hinaus personell ausgelaugt. Unter diesen Bedingungen hätten auch Schwergewichte wie Willy Brandt (der als Kanzlerkandidat zwei bittere Niederlagen erlitt) und Helmut Schmidt (der ständig im Streit mit großen Teilen seiner Partei, insbesondere den Jusos, lag) große Probleme, die SPD auch nur in die Nähe der dreißig  Prozent zu bringen. Insofern sind die aktuellen Werte, die Gabriel erreicht, so übel nicht. Und er könnte nach 2017 durchaus ein respektabler Oppositionsführer sein, der eine Jamaika-Koalition unter Frau Merkel herausfordert. – Wolf-Rüdiger Heilmann


Das Szenario von Herrn Schieritz ist realistisch. Realistisch ist aber auch, dass es zwei Jahre nach der Bundestagswahl 2017 keinen Herrn Draghi als EZB – Präsidenten mehr geben wird. Damit ist aber der nächste Streit programmiert! Abgesehen hiervon bleibt es weiter umstritten, dass die Inflationsrate von 2% als Stabilitätsziel zu definieren ist. Der Wortlaut des Maastrichtvertrages spricht dagegen. Aber was macht das schon…. EU – Verträge werden ohnehin entweder nicht gehalten oder zu grosszügig interpretiert. – Hans Hardenberg


Die Behauptung, daß die AfD ins Gestern zurück will, ist so falsch wie fast alles, was ich in Ihrer jetzigen Ausgabe unter Politik und Meinung  gelesen habe. Das liegt an dem falschen Menschenbild, daß man der heutigen Generation seit den 60er Jahren vermittelt hat. Nämlich, wir Deutschen wollen die Korrektesten, die Anständigsten, die moralisch  besten sein auf dieser Welt. Eigentlich gebe es dagegen gar nichts einzuwenden, wenn es nicht regelmäßig das Gegenteil dessen hervorruft, was gesunden Menschenverstand ausmacht. Es ist bis heute ein einziger Irrweg gewesen, dieser Ideologie zu folgen. Deswegen taugen die ganzen Beiträge nicht viel.
Es ermüdet sich langsam, immer und immer wieder die gleichen politischen Statements von den Medien lesen zu müssen. Ein Kollege von Ihnen, die es auch gibt, hat mal geschrieben: „Der Totalitarismus der falschen Toleranz hat Deutschland in seinen Bann geschlagen!“Das neumodische Wort: „Gutmensch“ ist falsch besetzt worden – es wäre treffender „Verblödungsmensch“. Dafür steck ich gern eine Rüge ein. Die Verwahrlosung der guten Sitten und der Lehranstalten ist Zeugnis genug. – Gunter Knauer


Der Begriff „Heimat“ wird wahrscheinlich nicht nur in Österreich gerne als Waffe benutzt, um Menschen, die anderer Meinung sind, mundtot zu machen. „Heimat“ ist zu einer „versteckten Keule“ verkommen, die jedes vernünftige Gespräch unmöglich macht. Dabei ist es leicht zu durchschauen, dass die sogenannten „Beschützer der Heimat“ den unbegründeten und unbeweisbaren Anspruch erheben, dass nur sie und diejenigen, die ihnen zustimmen, im Besitz der einzigen Wahrheit sind. Der Begriff Heimat wird als Sperrspitze für autoritäre Anmaßung missbraucht.
Politiker plakatieren derzeit wieder einmal Landschaftsbilder unserer Heimat, weil sie glauben, das stärkste Argument gefunden zu haben, um gewählt zu werden. Heimat verkauft sich gerade wieder gut, mit Heimat kann man derzeit fast alles an den „Mann bzw. an die Frau bringen“. Ja, mit Heimat wird derzeit Schindluder getrieben wie schon lange nicht mehr. Der Missbrauch des Heimatbegriffes ist allgegenwärtig, wie jeder in Österreich sehen und hören kann. Ja, Heimat ist mehr als Lederhosenromantik, Blasmusik und Hüttenzauber. Heimat muss für alle Menschen und Meinungen Platz haben, sonst wird sie zur „Un-Heimat“ und macht heimatverbundene Menschen zu Fremden, zu Ausgestoßenen, unter bestimmten Umständen sogar zu Verfolgten. Nur gemeinsam können wir uns beheimaten und uns Österreich zur Heimat machen. – Egon Hofer


Danke für Ihre ausführliche Recherche über Donald Trump. Gut möglich, dass viele Republikaner kein Trumpeltier wollen und schlussendlich lieber eine Demokratin oder einen Demokraten wählen. – Martin A. Liechti


Ich wundere mich über die generelle Aussage, dass sich das Kurvenverhalten durch Allradantrieb  verbessert. Das gilt vielleicht für Wagen mit 3 Differentialen. Ich bin bei meinen Australien-Aufenthalten mit meinen vier 4WDs (alle nur mit 2 Differentialen) über 60000km gefahren, davon aber höchstens 100km im Allradantrieb. Natürlich dann, wenn man durch einen Fluss oder eine steile unbefestigte Strasse bergauf fährt. Wie man bei einem Versuch auf sandigem Boden sofort sieht, fahren Vorder- und Hinterräder in der Kurve auf Kreisen mit unterschiedlichem Radius. Beim Versuch auf einer Asphalt-Strasse umzudrehen bleibt man in der Hälfte stecken, weil sich die Räder gegenseitig blockieren. Auf einer unbefestigten Strasse wird das Kurvenverhalten deutlich fühlbar verschlechtert, weil immer wieder ein Räderpaar durchdreht. – Prof. Erwin Klein


Das habe ich schon längst herbei gesehnt. Das ist die Idee des Jahrhunderts. Aber nicht wegen einer, wie Ihre Autorin Dagmar Rosenfeld so herrlich beschreibt, möglichen Nonsensdebatte, sondern einzig und allein wegen der Moderatorinnen.
Die Damen glauben, sie müssen sich ständig aktiv in die Debatten einbringen. Die Gäste werden ständig unterbrochen, schneiden das Wort ab, sodaß es für die Gäste fast unmöglich ist, ihre Gedanken zu Ende zu bringen. Und der Zuhörer bleibt auf der Strecke. Besonders schlimm treibt es Frau Maischberger. Ihre Autorin möge doch den Vorschlag den Sendeanstalten unterbreiten. Damit würde sie mich persönlich unterstützen und bestimmt  auch viele andere Zuschauer. Ich muß allerdings zugeben; ich gucke solche Talk-Shows schon seit Monaten nicht mehr – genau aus diesem Grund. Dafür lese ich lieber die „Zeit“ oder ein interessantes Buch. – Gunter Knauer


Die pragmatische Beziehung zur EU, die Sie für Großbritannien skizzieren betrifft ja nicht nur Ihr Land. Schon die Gründung der EWG verfolgte ja eher pragmatische Gründe. So sollten die ehemaligen Achsenmächte in die westeuropäische Wirtschafts- und Staatengemeinschaft reintegriert werden, um ein europäisches Gegengewicht zum sowijetisch dominierten Osteuropa bilden zu können. Dieser Ost-West-Konflikt war für die Westhälfte Deutschlands ein Glücksfall. Die Reintegration West-Deutschlands in die westeuropäische Staatengemeinschaft konnte in Deutschland gar nicht anders als idealistisch aufgenommen werden, nach der Schuld des II. Weltkrieges. Sicherlich brauchten auch noch die anderen 5 Gründernationen der EWG einen gewissen Idealismus, der sich jedoch eher in ein Gegenentwurf zu Osteuropa bildete. Ganz sicher waren aber alle späteren Beitrittskandidaten, wie auch Großbritannien, von wirtschaftspragmatischen Überlegungen getrieben. Für die Osteuropäischen Länder dürfte vor allem noch die Abgrenzung zu Russland ein wichtiger ideeller Beitrittsgrund gewesen sein. Ein Europäisches Gemeinschaftsbewusstsein gibt es nicht. Und auch in Deutschland macht man sich etwas vor, wenn man noch von einem Europa-Bewusstsein spricht. Viel zulange wird hierzulande die Wichtigkeit Europas für uns als Export-Nation betont. Seit der Wiedervereinigung hat sich auch ein Deutsches Nationalbewusstsein wieder gebildet, dass sich durch die Fussball-Weltmeisterschaft 2006 befreite; eine ähnliche mentale Befreiung wie die Fussball-Weltmeisterschaft 1954 für die Wirtschaftswunder-Nation Deutschland. Nach dem Zusammenbruch der Sowijetunion ist vielmehr das ideelle Europa-Verständnis in Westeuropa (der Gegenentwurf zu Osteuropa) abhanden gekommen. Hier war es vor allem Helmut Kohl, der mit einem intensiven europäischen Einigungsprojekt diesem Verlust entgegenzuwirken versuchte, was nachfolgende deutsche Regierungen noch weiterführten. Deswegen erscheint vielen Europa heute mehr als ein deutsches Projekt und konnte vielleicht gerade deswegen auch nicht zu einem neuen europäischen Verständnis führen, weil es nie dafür gedacht war.
Wenn Idealismus den Wegweiser, Realismus den zu beschreitenden Weg und Pragmatismus das Schuhwerk bestimmt, so kann man keines dieser …ismen getrennt von einander betrachten. Die nationalen Idealismen erleben daher in Großbritannien genauso ein bedeutungsvolles Dasein wie in Frankreich, oder auch in Deutschland. Was ich für Deutschland hingegen befürchte ist – das habe ich einmal in einem Leserbrief an den Guardian versucht zu beschreiben – dass hier zwar nicht sosehr ein nationalsozialistisches Selbstbewustsein entsteht sondern vielmehr ein bismarcksches Nationalbewusstsein im Entstehen begriffen ist, welches der Bismarckschen Vorstellung folgt, zwar nicht die Welt, so doch als starke Nation Europa zu dominieren. Dieses Bewusstsein wird sich bei einem Zerfall Europas sicherlich schnell weiterentwickeln, da Deutschland Europa in diesem Fall nur noch durch seine Dominanz an seine Wirtschaft binden kann. Wie früher werden sich die Europäischen Staaten dann auch wieder größere Verbündete suchen, z.B. Großbritannien die USA, Deutschland China, und auch Russland käme wieder ins Spiel.
Ich hoffe sehr, dass es in Großbritannien eine Entscheidung gibt, die nicht unbedingt von Herzenswärme so doch von pragmatischem Verantwortungsbewusstsein für diesen Kontinent geprägt sein wird. – Michael Parbs-Dalitz


Mal anders gefragt: War Ihnen die Veröffentlichung der Leserbriefe wirklich wichtig? Warum denn? Mich ärgern sie und stelle mich an die Seite von Herrn Jan Böhmermann. Ich finde ihn nämlich sympathisch und verteidigenswert! Jan Böhmermann leidet an „maßloser Überschätzung“, ist eine „dumme deutsche Kartoffel“, „Routinefall wird Staatsaffäre“, ist ein „vorpubertärer Junge“, „viel Platz für Böhmermannsche Selbstzufriedenheit“, hat „Nähe zum Größenwahn“, „stellt sich auf eine Stufe mit Ai Wei“, ist ein „Wichtigtuer“, ihm wird „Schwachsinn“ bescheinigt, „künstlerische Qualitäten“ abgesprochen und als „dürftige Masche zur Sensation aufgebauscht“.
Fakt ist doch, daß der türkische Präsident Rezept Erdogan an maßloser Überschätzung, Selbstzufriedenheit, am Größenwahn leidet, ein Wichtigtuer mit Schwachsinn ist und   eigenverantwortlich satirische Beleidigungen, Spott und Häme herausfordert. In seiner osmanisch-muslimischen Selbstherrlichkeit greift dieser Erdogan doch nicht nur Deutschland an, sondern auch Frankreich, England, Russland und die USA. Die Letzteren ignorieren ihn, wundern sich jedoch über die schwachen Deutschen und ihren überraschenden § 103, durch den sie sich durch Erdogan prompt in eine Staatsaffäre zwingen lassen. – Gerda Fürch


Kompliment an den Autor: Ganz hervorragend beobachtet, treffend analysiert und beschrieben; habe selten auf dem Gebiet „Fußball – Journalismus“  Vergleichbares gelesen. Auch die Spalte „Fußball Paderborn“ gefällt, weil deutlich über dem Niveau dessen, was die lokalen Redaktionen bieten. – Alexander Weber


H + MM: Diese Selbst-Präsentation der beiden ist vielleicht nicht kitschig, vielleicht romantisch, auf jeden Fall aber lässt die Tat einen kleinen Blick in die Beziehung der beiden zu.
Erstens kommt der Mann zuerst. Das ist wohl die realistische Sicht auf die Herrschaftsverhältnisse. Aber es ist nicht romantisch und selbst heute noch unhöflich. Zweitens ergibt H + MM, wie die „Bunte“ schon bemerkte, das Basisgeräusch aller Zweifler. Wie anders würde es wirken, wenn MM + H dort stünde! MMH das Basisgeräusch aller Genießer und Genießerinnen! Die Reihenfolge machte klar, dass Mette-Marit den ersten Platz im Herzen von Haakon hat. Und es wäre unvergleichlich romantischer: die Prinzessin angebetet von ihrem Prinz. Ganz und gar könnte man dann übersehen, dass er in figurbetontem, elegantem Zwirn da steht und sie im unvorteilhaft, tonnenförmigen Blümchenmantel… – Klara Kaufmann


Wo von Gabriels Linksruck die Rede ist, ist klar: das glaubt kein Mensch. Er kennt nur Manöver, hat keine Position, der Mann. Es ist auch schwer in der Gegenwart, linke Inhalte zu bestimmen, zumindest welche, die an die Macht bringen. Formal hingegen wäre es einfach in Deutschland: die Bundes-SPD müsste die grundsätzliche Bereitschaft bekunden, zumindest theoretisch mit der Linkspartei zu koalieren. Die 20jährige Unterlassung hat Links in Deutschland zum Witz verkommen lassen und hat die Verlierer des gesellschaftlichen Wandels an den rechten Rand getrieben. – Matthias Meindl


Na ja, Herr Wilhelm unterscheidet scheinbar nicht zwischen Theorie und Wirklichkeit. Als Fernsehkonsument habe ich eine andere Wahrnehmung. Was die Anschuldigungen vieler Zuschauer hinsichtlich einer Lügenpresse betrifft, geht es nicht um Qualitätsmedien, sondern um einseitige politische Berichterstattung. Ich verstehe das Mediengesetz etwas anders. Der Journalismus hat zu berichten und nicht Politik zu betreiben. Und wenn Kommentare gesprochen werden, dann äussert er seine persönliche Meinung, ob das stimmt oder auch nicht können nur wenige Zuschauer beurteilen. Deswegen muß der Kommentar nicht abgeschafft werden – die Redaktion hat aber dafür Sorge zu tragen, daß nicht ständig nach einer politischen Seite ausgeschlagen wird. Dann ist das Politik und kein seriöser Journalismus. Und wenn Herr Wilhelm vom Qualitätsfernsehen spricht, dann kennt er sein Personal nicht. Die Übertreibungen und Diffamierungen über bestimmte Personen oder Parteien sind das größte Ärgernis vieler Zuschauer. Die elektronischen Medien kannten im Fall Wulff keine Grenzen -eigentlich wegen nichts. Bei der AfD hat man sich gegenseitig mit Behauptungen und Unwahrheiten regelrecht überboten. Die AfD ist eine demokratische Partei, die von Wissenschaftlern gegründet wurde. Die Agenda der AfD mag für manche befremdlich sein, aber das sollte nicht dazu führen, daß das Personal bei der Berichterstattung seine  persönliche Gesinnung zum besten gibt und sie ständig in ein falsches Bild rückt. Wenn die Pressefreiheit dafür ständig missbraucht wird, dann ist im Staate „Dänemark“ etwas oberfaul. Wenn das nicht mehr gesehen wird,  ist sie zur vierten Kraft der Gewaltenteilung stillschweigend befördert worden. Und dann wäre es ein Skandal. – Gunter Knauer


Eigentlich habe ich die „ZEIT“ nur wg.“ Die Kraft der Gedanken“ gekauft,  da hatte ich den Beitrag von B.Ulrich noch nicht wahrgenommen. Er verdreht da Tatsachen: autoritär ist die EU. Er soll in Wien in ein Taxi steigen, dann hört er Volkes Meinung.  BK Feimann hat sich gedacht, wenn er das so macht wie Merkel kann er nicht falsch liegen. Und das war der fundamentale Irrtum. Die Österreicher sind vorgewarnt von den Sanktionen vom  Febr. 2000. Nochmals so ein Theater und es gibt einen Aufstand. Was ist eigentlich „rechtspopulistisch“, vielleicht kann mir das jemand erklären. Die Art, wie die EU mit Griechenland umgeht ist eine Frechheit. Statt dass man Papandreu und Karamanlis  einknastet, die das Fiasko initiiert haben, quält man die Leute bis aufs Blut. Ich dachte immer, die EU wäre für alle da, jetzt bahnt sich in Portugal und Spanien ein ähnliches Szenario wie in Griechenland an. Busserl Junker  ist leider  falsch als Kommissionspräsident. Das Parlament ist nur  der Hort der gescheiterten oder unbequemen Politiker aus den Mitgliedsländern. Da ist kein Hauch Demokratie , weit und breit. Versuchen Sie in der Türkei eine christliche Kirche zu bauen. Im Nahen Osten werden Christen umgebracht, Frauen gesteinigt, Menschen ausgepeitscht wenn  sie den Potentaten kritisieren, sagt  ein Moslem 3x zu seiner Frau  “geh von mir“ dann kann sie ihre sieben Zwetschgen  packen und abhauen. Und der fromme Wunsch, dass sich Millionen Muslime integrieren lassen wird nie in Erfüllung gehen, bei der Geburtenrate ist Deutschland in 15 Jahren fest in muslimischer Hand. Träumen Sie weiter Herr Ulrich, ich habe 30 Jahre die „Zeit“ gelesen, damals waren  noch ganz andere Kaliber am Werk, da war das Studium dieser Wochenzeitung ein Vergnügen, jetzt ist es nur mehr ärgerlich. – Peter A. Walther


Als langjähriger Leser der ZEIT war ich über dieses Dossier fassungslos – raten Sie einmal, warum? „Er kaufte sich einen pechschwarzen Helikopter und fliegt damit herum.“ Wie tief müssen wir in Ihren Augen intellektuel gesunken sein, uns solche Schreiberei zu zumuten? „(Trump) … fährt … eine goldene Rolltreppe herunter … neben ihm … seine inzwischen dritte Ehefrau … mal wieder eine Osteuropäerin.“ – Dr. Harald Schnare


Wenn Herrn Thorsten Schäfer-Gümbel aus dem Stand ein Umsturz in Hessen gelungen ist, könnte er doch auch für eine Kanzlerkandidatur antreten, wenn noch jemand abtreten sollte… – Heinz Gutzeit


Der Artikel „Leitwolf Österreich“ zeigt sehr schön das Weltbild der deutschen Journalisten und Politikerklassen, die der Bevölkerung doch zu gerne Ihr eigenes Weltbild aufzwingen wollen. Und Menschen die diesem Weltbild nicht folgen wollen sind ewige gestrige und rechtes Pack. Herr Ulrich spricht von autoritären Nationalismus der gegen Muslime, gegen Schwule, gegen Feminismus und gegen liberale Demokratie ist. Da ist in sich schon ein Widerspruch, oder fördern die Muslime Schwule und Frauen? Warum spricht Herr Ulrich nicht vom autoritären europäischen Zentralismus wofür sich die Mehrheit der deutschen Journalisten und Politiker ausspricht. Warum wurde der Euro ohne die Zustimmung der deutschen Bevölkerung eingeführt, warum wurde die Bail-out Klausel ohne die Zustimmung der deutschen Bevölkerung gebrochen. Das könnte ich unendlich weiterführen, insbesondere warum werden in Europa Werte ständig mit den Füßen getreten und Gesetze und Verordnungen ständig gebrochen. Hr. Ulrich legt ja so großen Wert auf Compliance. Große Sorge bereitet mir persönlich, dass insbesondere die deutschen Politiker mit großer Unterstützung der deutschen Medien an den Vereinigten Staaten von Europa arbeiten. Dieses Konzept ist natürlich alternativlos und wer sich diesem wiedersetzt ist  für einen autoritären Nationalismus verantwortlich.
Dieser Artikel hat meine Entscheidung als richtig bestätigt, das Abonnement  dieser Zeitung zu kündigen. – Günter Klose


Haben Sie herzlichen Dank für Ihren Artikel in der letzten Ausgabe der Z-ZEIT, der sich auf den vorhergehenden Artikel Ihres Kollegen Alard von Kittlitz bezieht. Als Zugehöriger der Generation Baby Boomer, geboren 1954, waren die weinerlichen Kernaussagen Ihres Kollegen unerträglich, so dass ich mit unten stehenden Brief Herrn von Kittlitz geantwortet habe. Da meine Stellungnahme recht ausführlich ausgefallen ist und Sie sicher wenig Zeit haben, meine Zusammenfassung in einem Satz: „weint weniger und krempelt lieber die Ärmel hoch!“
Leider gehen auch Sie nicht auf die „Akademikerschwemme“ der Generation Y ein, ich hätte mir einen Denkansatz in Richtung Ausbildung und Förderung des mittelständischen Handwerks gewünscht. Ein logische und äußerst sinnvolle Stärkung dieses Segments würde viele persönliche und wirtschaftliche Probleme lösen helfen! Was den fehlenden Nachwuchs betrifft, haben Sie 100 % recht! Und dass es auch anders geht, sehen Sie an dem Beispiel unserer Familie: Unsere Tochter hat mit Mitte 20 geheiratet, obwohl sich ihr gleichalter Mann gerade im Studium befand. Mittlerweile hat die Familie 3 Kinder, Familienplanung abgeschlossen und der Mann ist nach erfolgreichem Masterstudium seit zwei Jahren berufstätig. Der Gerechtigkeit halber ist anzumerken, dass die junge Familie während des Studiums finanziell durch Mittel aus der BB-Generation unterstützt wurde. – Franz X Brunngartner


Ihr Beitrag über Helsinki hat mich sehr amüsiert, Nun waren Sie ja das erste Mal in Ihrem Leben in Finnland und hatten wohl davor nie etwas mit Finnland zu tun. Das haben Sie jetzt geändert. Ich hätte aber erwartet, dass Sie sich wenigstens etwas mit der finnischen Sprache beschäftigt hätten!!
1. in Finnland sagt man NIE: „Hey“ – das kann man als Finne überhaupt nicht aussprechen!! Man sagt immer „HEI“ und man spricht das auch so – also H E I – (nict HAI!!) . Sie haben recht, als Berüßung ist das ganz normal und locker!
2. Man sagt NIE „KITOs“ – auch dieses Wort kann man als Finne so nicht aussprechen – es heißt: „KIITOS“ so ist das Wort gut auszusprechen – also für den Deutschen: „KIITOS“ mit einem langen I !!!! und Betonung auch auf dieerste Sibe: KII !!
3. Suomenlinna ist eine Festung und hat mit dem Wort „Finne“ nichts zu tun. Also keine Finnenburg!!!!!
Das Wort ist zweiteilig: Genetiv von „SUOMI“ = „Suomen“ und Nominativ von „linna“ = Burg – Also heißt Suomenlinna auf deutsch: Burg von Finnland – oder Finnlandburg, wenn man den Namen unbedingt übersetzen muss. Aber man muss nicht – man nennt ja „Wartburg“ auch so in allen Sprachen.
Aber, wie gesagt, der Bericht war sehr nett und auch informativ. Und ich, ich bin eine Finnin. – Sirkka Neidhardt


Mich wundert, wie man bei Der Zeit ein komplexes Thema wie Die Kraft der Gedanken so profan visualisieren kann mit einem blondigen Frauenportrait a la ‚waiting for a match‘ auf dem Titelblatt, oder was hat man sich dabei Tiefsinniges vorgestellt?
Sorry, eine läppische Fehlleistung! – Anonym


Ein paar Anmerkungen zu Ihrem Artikel „War es der Rotwein?“ muss ich loswerden.
1. Es gehört zum fairen Stil auch im öffentlichen Diskurs, seinem Gesprächspartner keine Worte in den Mund zu legen. Wer „Sonderweg“ sagt, sollte nicht „Abweg“ vorgehalten bekommen. Dass der Weg der Kanzlerin ein Sonderweg war, ist offensichtlich. Keins der übrigen 27 EU-Länder konnte ihr dauerhaft folgen, und auch im eigenen Land war es ein Alleingang ohne parlamentarischen Beschluss.
2. Wie würden sie das Verhalten der EZB nennen wenn nicht „Geld drucken“? Hat Frau Merkel tatsächlich entscheidenden Einfluss auf die europäische Finanzpolitik?
3. Wer letztlich irrt, wird nur der Fortgang der Geschichte zeigen können. Weder Herr Winkler noch Sie noch ich wissen das. Wer hingegen – wie die Kanzlerin- vor nationalen Alleingängen warnt und selbst einen solchen in Reinform hinlegt, der verliert jegliche Glaubwürdigkeit. Die europäische Einheit könnte langfristig bedeutsamer sein als die Moralvorstellungen von Personen mit öffentlich edlen Anschauungen, die dennoch weiterhin bürgerkriegstaugliche Waffen auf die arabische Halbinsel exportieren lassen (dies ist unerträglich). Auch hier verursacht zuviel Diskrepanz einen u.U. desaströsen Glaubwürdigkeitsverlust.
4. Die von Ihnen angeführte Deutsche Größe ist zumindest hinsichtlich der Flüchtlings- und Migrationspolitik ein klassischer Scheinriese. Selbst wenn Deutschland seinen Alleingang fortgesetzt hätte, hätte man diesbezüglich frühestens 2 Generationen später über seine Stärke debattieren können. Jetzt beteiligen wir uns an der europäischen Verteilung von maximal 72000 Flüchtlingen. Hier von „Größe“ oder „Stärke“ zu reden, erinnert mich an den Zenturio, der nach vermeintlichem Genuss von Zaubertrank sich so lange an schweren Steinen versucht, bis er letztlich stolz einen kleinen Kieselstein in die Höhe reckt…
5. Ihr Artikel suggeriert, das Frau Merkels Politik letztendlich zur Vermeidung einer größeren Krise beigetragen hat. Dies ist mindestens so spekulativ wie die Rotwein-Hypothese… Welche Rolle schreiben Sie der von Merkel abgelehnten Schließung der Balkanroute zu? Zielführende oder eskalierend? Ich kann in ihrem Artikel dazu nur eine vage Meinung, aber keine schlüssige Herleitung erkennen.
6. Dies ist nicht Teil Ihres Artikels, aber können Sie sich vorstellen, dass Deutschland’s öffentliches Regierungsbekenntnis, die Grenzen des Landes nicht ohne fremde Hilfe kontrollieren zu können, andere Länder beziehungsweise deren Bevölkerungen erschreckt hat? Ein staatlicher Kontrollverlust ist grundgefährlich, innen- und außenpolitisch…
7. Den Deutschen Sonderweg rückblickend als europäisch zu verklären dient m.E. lediglich dem Versuch der Schadensbegrenzung… Zwar hat er Zeit gebracht, letztlich aber nicht zum Ziel geführt und den Rechten in Europa – zumindest in meinen Augen – Tür und Tor geöffnet.
8. Wie interpretieren Sie die Zahl 72000? Ist sie nicht genauso beschämend für Europa, wie der deutsche Sonderweg zuvor aussichtslos war? Spiegelt diese Zahl den Erfolg eines „warmen Humanismus“? Ist sie nicht vielmehr äußerst zynisch, diese Zahl?- Dr. Christian Voll


Respekt und Hochachtung vor Seyran Ates, der  Juristin und Frauenrechtlerin, für ihren Mut, sich nach langer Abstinenz wieder in die aktuelle Islam-Diskussion einzuschalten! Und das trotz aller Anfeindungen von Seiten  der muslimischen Verbandsfunktionäre! Mit 21 Jahren ist sie von radikalen Muslimen angeschossen worden.
Sie befindet sich in einer Reihe mit  der Soziologin Necla Kelek, die ebenso mutig in ihrem Buch “Chaos der Kulturen” den konservativ fundamentalistischen Islam kritisiert! – Beide befinden sich in  Übereinstimmung  mit den Vertretern des modernen, liberalen, aufgeklärten Islam, den Islam-Wissenschaftlern Prof. Bülent Ucar (Osnabrück) und Prof. Mouhanad Khorchide (Münster), wenn sie sagt.”Moderne, freiheitsliebende Muslime sind in Europa heimatlos!
Sie wünscht sich “in Berlin, im Herzen Europas, eine neue Moschee der Barmherzigkeit.” Dieses Kredo vertritt auch Prof. Khorchide und artikuliert es überzeugend in seinem Buch “Islam ist Barmherzigkeit-Grundzüge einer modernen  Religion.” Warum kommen die “Modernisierer” so selten zu Wort? Stattdessen wird Aiman Mazyek, Vorsitzender des Zentralrates der  Muslime, des kleinsten aller Verbände,  von Politik und Medien hofiert. Er ist überall und omnipräsent! Er steht in offener Opposition zu Prof. Khorchide  und unterläßt keine Gelegenheit, gegen ihn zu polemisieren.(siehe die ZEIT Nr. 19:” man kriegt immer eins auf die Mütze”) Wo bleibt der Widerspruch, ja der Aufschrei, gerade und besonders von der seriösen Presse? – Immerhin: Die ZEIT macht den Anfang! – Günter Riemer


Ja, wir brauchen diesen Kulturkampf. Die AfD will eine andere Gesellschaft; will eine Herrschaft der Deutschen über die Ausländer und der Männer über die Frauen. Da sollen diejenigen, die keiner Kirche angehören und keinen Gott anbeten immer noch als Herrenmenschen auf Muslime herabblicken dürfen.
Ich war 17 Jahre alt, als ich 1980 in die CSU eintrat. Franz Josef Strauß erklärte damals „linke Gesellschaftsveränderer“ als große Gefahr. Heute droht diese von den rechten Gesellschafts-veränderern. Es ist die über 2017 hinaus reichende Chance der Unionsparteien, diesen Kulturkampf zu starten. Dieser Kulturkampf braucht Attacke für ein Deutschland der Freiheit und Vielfalt. Angela Merkel sollte sie führen. 1980 hieß die Strauß-Parole „Freiheit oder Sozialismus“ und der Feind stand links. Die Parole 2017 könnte heißen „Heute oder Gestern“ und der Feind steht rechts. Die Zahl derer, die wirklich im autoritären Gestern leben wollen, ist viel kleiner als die Anzahl der AfD-Wähler. 1980 trugen manche Linke einen Button mit „Stoppt Strauß“, gerne trage ich 2017 einen mit „Stoppt Gestern“. – Fritz Gempel


Die Deutschen haben oft die Tendenz, Österreich etwas von oben her zu behandeln. Und zu belehren. So schreiben Sie im Artikel „Heimatgefühle“ in der Printausgabe vom 19.6. im Untertitel: „Warum gedeiht ausgerechnet in unserem südlichen Nachbarland so viel Überfremdungsangst?“ Dies ist mit Verlaub ein veritable Verdrehung der Fakten. Betrachtet man die Zahl der Asylwerber 2015 pro Million Einwohner, so führt dabei Ungarn mit 17.699 vor Schweden. An dritter Stelle rangiert Österreich – und erst an 5. Stelle Deutschland (Quelle: de.statista.com)! Das Augenscheinlichste dabei aber: In Österreich gibt es kaum Übergriffe auf Flüchtlingsheime und meines Wissens auch keinen einzigen Brandanschlag. Die Deutschen Nachbarn sollten sich lieber Asche aufs Haupt streuen in Anbetracht der Fremdenfeindlichkeit im eigenen Land. Und im Übrigen nicht unsinnig texten. – Stefan Gyurko


Für einmal ein Jubelruf aus innigstem Herzen. Frau Ateş führt aus, auf was sehr lange überfällig war- Der liberale Islam ! Nur so lassen sich Bachmann Petry, Storch und Genossen bändigen. Angesichts der Gegenwart überaus mutig was hier geschrieben und angedacht ist. Liberalmuslime aller Länder vereinigt euch ! Glückwunsch an Fr. Ateş und meine Hochachtung.  Chapeau und weiter so … – Berthold Merkt


Herzlichen Dank für dieses Dossier über den atemberaubenden Aufstieg von Donald Trump. In den sechs Stationen haben Sie kurz und bündig das Phänomen Trump auf den Punkt gebracht. Mit einem Wort: Ein Glanzstück. – Dr. Matthias Nöllke


Glyphosat in irgendeiner Weise mit Lakritz zu vergleichen, ist eine bodenlose Verharmlosung des Unkrautvernichtungsmitels. Auf die Einnahme von Lakritz habe ich Einfluss. Rückstände von Glyphosat in Lebensmitteln sind dagegen für den Verbraucher nicht erkennbar. Natürlich wissen Sie das. Sie benutzen diese Vergleiche, um die Befürchtungen der Glyphosat-Gegener ins Lächerliche zu ziehen. Das ist höchst manipulativ und unwürdig für Ihre Zeitung. – Heiko Friedrichs


Nach Winklers Darstellung der merkelschen Flüchtlingspolitik war ich überzeugt, dass in dieser Angelegenheit das letzte Wort gesprochen sei, vor allem, weil es so nüchtern, sachlich und abgewogen war. Aber da hatte ich nicht an Bernd Ulrich, den großen Deuter und Interpreten der merkelschen Politik gedacht. Als solcher hatte er sich ja schon des öfteren geoutet. Aber gelegentlich könnte man sich ja auch etwas von anderen klugen, kritischen und besorgten Meinungen abschauen. Aber nein. Sie bezeichnen Winklers Darstellung als Phantasie. Der ganz große Phantast sind Sie, Herr Ulrich, Sie merken es bloß nicht. Beim zweiten und dritten Lesen Ihres Artikels ist mir der Wahnsinn ihrer Worte immer klarer geworden. Sie schwadronieren von einer unverzichtbaren Führungsmacht in Europa! Sie sprechen von einem „Quasi-Hegemon“ bezogen auf Deutschland. Ja sind Sie noch bei Verstand. Zu einem Hegemon gehören Leute, die sich führen lassen. Wer läßt sich in Europa von Deutschland führen? Welche Brille haben Sie denn auf, dass Sie das eher betretene Schweigen der Nachbarn nicht deuten können! Ehrlich, was haben Sie aus der Geschichte der letzten 100 Jahre gelernt, wenn Sie von einer unverzichtbaren Führungsmacht in Europa sprechen? Wo gibt es denn bei uns ein Führungspersonal? Wo sehen Sie Staatsmänner /frauen? Etwa Merkel, die mit bonapartistischen Methoden die Finanzkrise, Energiekrise, Flüchtlingskrise steuert? Machen Sie sich nicht lächerlich, wenn Sie meinen, dass wir in Europa damit einen Bewunderer und „Gefolgsmann“ gefunden haben. Außerdem merken Sie in Ihren Ausführungen nicht die eigenen Widersprüche: Sie leugnen die geschichtskompensatorischen Beweggründe einerseits, andrerseits weisen Sie wenig später darauf hin, dass Deutschland nicht wie Ungarn agieren kann. Ein paar Anregungen hätte ich für Sie, über die Sie bei Ihrer scheinbar weitsichtigen Analyse achtlos vorbeigleiten:
– Wieso schreiben Sie nichts über den großen Pharisäer Obama, der Merkels Politik lobt und zu Hause den größten Zaun gegen Flüchtlinge hegt und pflegt?
– Wie sind die 94 Milliarden Euro für Flüchtlinge pro Jahr zu rechtfertigen, wenn bei uns für Rentnerinnen und Rentner, die Deutschland dahin gebracht haben, dass es so großzügig sein kann, kaum ausreichend Geld da ist, in Würde zu leben?
– Können Sie Asylbewerber und (Wirtschafts)Flüchtlinge unterscheiden?
– Haben Sie Flüchtlinge auch bei sich zu Hause aufgenommen? (Nur solche Leute halte ich für moralisch unanfechtbar)
– Mein wichtigster Punkt: Wenn in der Weltgeschichte nach meiner Kenntnis immer der Nutzen der Staaten die oberste Maxime der Politik war, wie sollte nicht die Barmherzigkeit als reichlich naiv diskreditiert werden?
– Sollten Sie  nicht besser darauf achten, dass wir uns in diesem Land nicht spalten und uns gegenseitig mit kindlichen Vorwürfen bewerfen?
– Sollten wir nicht dafür sorgen, dass die Flüchtlinge bleiben, wo sind, indem wir dort helfen? Oder sollen wir bis zur eigenen Unkenntlichkeit unserer Identität Flüchtlinge aufnehmen? – Max Stadler


Erst beim Lesen dieses hervorragenden Beitrags wurde mir bewusst, wie lange ich auf einen solchen Artikel, eine solche Haltung, eine solche Bewertung des Geredes um das Ernstnehmen der sog. Sorgen, Ängste der Leute gewartet habe. Muss man sie wirklich ernst nehmen? Um es mit dem Alter Ego von Tommy Jaud, Sean Brummel, zu sagen: „Einen Scheiß muss ich.“ Oder um es etwas qualifizierter mit Alfred Adler auszudrücken: In den Angstneurosen der Menschen drück sich ihr unbewusster Herrschaftsanspruch aus. Man soll sich gefälligst mit ihnen beschäftigen. Alle müssen zum Ängstlichen kommen. Er muss sich nicht bewegen, denn er will zu einem König werden, der die anderen beherrscht. Soweit Alfred Adler. Dem ist nichts hinzuzufügen. Danke für den Aufatmerartikel von Clemens Setz! – Karl Giebeler


Über das schöne Österreich und die dort anstehende Bundespräsidentenwahl schreiben, im Bild darunter aber die Zugspitze – den höchsten Berg Deutschlands – zeigen: das wird den Burschenschaftler Norbert Hofer, der sich auch gerne mit schwarz-rot-goldener Schärpe zeigt, sicher freuen. Zumindest wurde das Bild von österreichischer Seite aufgenommen und somit hoffentlich nicht missverstanden. – Benedikt Flurl


Steckt im Deutschen ein Narziss, der gleichermaßen fasziniert ist von seiner Betroffenheit über die Verbrechen der Nazi-Herrschaft wie geschmeichelt von der Merkel`schen Willkommenskultur, (es gibt ihn also doch -den guten Deutschen), aber unfähig bleibt, beides in einen Zusammenhang zu stellen ? Oder ist er nur der unsichere Bewohner einer Nation den die Geschichte des vorigen Jahrhunderts immer wieder einholt und der deswegen von den Europäern immer noch in einer Mischung aus Bewunderung und Argwohn beobachtet wird. Das, was die meisten Europäer auszeichnet, nämlich ein natürliches Nationalbewusstsein fehlt den Deutschen bis heute. Wenn jetzt für Journalisten und Historiker (wieder mal) die Zeit gekommen ist, Deutschland in der Rolle eines natürlichen Hegemons zu sehen muss man warnen. Die anderen Länder Europas würden da nicht ohne weiteres folgen. Der einsame Entschluss Merkels, in der Flüchtlingspolitik ohne Absprache mit den anderen Europäern ein Zeichen zu setzen, weckte die alte Furcht vor den Alleingängen der Deutschen. Und eine ganze Nation auf die von Merkel verkündete Willkommenskultur zu verpflichten geht auch in einer Demokratie nicht. Die Regierung ist erst einmal selbst für ihre Politik verantwortlich. Erst kommende Wahlen geben Aufschluss darüber wie die Mehrheit der Deutschen dazu steht.
Bis dahin kann sich die politische Großwetterlage, speziell mit Blick auf die Türkei, noch ändern. Es ist billig, über Merkels Motivation zu spekulieren. Sogar die Wirkung von Alkohol wird jetzt nicht mehr ausgeschlossen. Nehmen wir es als eine spontane Entscheidung hin, gegründet auf eine euphorische Phase ihres Politikeralltags. Da es passiert ist und kümmern wir uns jetzt lieber um die Wirkung auf die Deutschen und ihre europäischen Nachbarn. Hier ist ein verschärfter Blick auf Frankreich geboten da dort gewisse Auflösungserscheinungen der staatlichen Autorität an Fahrt gewinnen. Wenn Frankreich politisch und wirtschaftlich abdriftet hat zuerst Deutschland die Aufgabe, das politische Zentrum Europas, Deutschland und Frankreich, zu stabilisieren -ohne gleich zum Hegemon zu werden. Verfällt aber Frankreich, wird es zur leichten Beute des FN und mit denen kann Deutschland und Europa keine Flüchtlingspolitik mehr machen die diesen Namen verdient. – Klaus Reisdorf


Die Argumentation von Ulrich Wilhelm kann nicht ganz überzeugen. Zum einen gibt es doch beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk ein erhebliches und bislang nicht genutztes Einsparpotential, das sich nicht negativ auf die Qualität der Inhalte auswirken muss, da viele prominente Moderatoren mittlerweile zu üppigen Gagen ihre Shows selbst produzieren. Zum anderen setzt das in der Tat gute Leitbild, die Kanäle von ARD und ZDF als öffentliche Daseinsvorsorge zu definieren, und danach die journalistische Arbeit auszurichten, voraus, dass sowohl in den Aufsichtsgremien als auch in den entscheidenden Programmausschüssen die moderne Gesellschaft in einer möglichst großen Bandbreite vertreten ist. Deshalb benötigt es vor allem hier Reformen, da man auf derartigen Ebenen zum Beispiel Personen mit Immigrationshintergrund, die andere Vorstellungen als den typischen Mainstream wie etwa in Form von neuen digitalen Schlagerradios haben, nur äußerst selten vorfindet! – Rasmus Helt


Das Interview „Es ist etwas ins Rutschen gekommen“ mit Ulrich Wilhelm, Intendant des BR, hat mir die Augen geöffnet: 325.000 € ist der Preis in der richtigen Branche für einen Intendanten. Selbstverständlich ist der öffentlich-rechtliche Rundfunk ein Teil jener Branche. Dennoch bezweifle ich, dass man ihn auf die gleiche marktwirtschaftliche Stufe mit privaten Rundfunkanstalten stellen kann. Denn eines hat der Erstgenannte nicht zu erfüllen: Kunden zufriedenzustellen. Es existieren keine Kunden für die Öffentlich-rechtlichen, denn die Finanzierung findet unfreiwillig statt.
Als Studentenehepaar haben meine Frau und ich 1400 € nach Abzug der Krankenversicherungskosten pro Monat für Miete, Semestergebühr, Internet, Bücher, das Zeit-Abo, Speis und Trank etc. zur Verfügung. Das ist mehr als genug! Manch andere Studenten haben um einiges weniger, obwohl sie neben dem Studium arbeiten. Dennoch entsprechen 17,5€ mehr als 1% der 1400€. Dass bei 325.000€ Jahresgehalt die 17,5€/Monat nicht ins Gewicht fallen, ist zu vermuten. Der gleiche Preis für alle. Ein Zwang im Gewand des Gleichheitsprinzips.
Im Grunde muss man sich unabhängig von Gleichheit und aller finanzieller Vergleiche eine Frage stellen:Möchte und braucht man, als Person und Bürger, einen öffentlich-rechtlichen Rundfunk? Nein? Dann will man keinen Zwangsbeitrag, man möchte überzeugter Kunde sein. Ja? Dann wird dieser Rundfunk ohne Zwang (oder Steuermitteln) nicht zu finanzieren sein. – Christopher Fritzsche


In der Auseinandersetzung mit einem Artikel von H.A. Winkler geht Ulrich auch kurz auf die Krise in der Eurozone ein. Er meint dass die Amerikaner und mit ihnen die Wall Street und die meisten amerikanischen Zeitungen die Deutschen nur deshalb zum „Geld drucken“ aufgefordert hatten, weil damit dem amerikanisch dominierten Finanzsystem „neues Spielgeld“ zugeführt werde. Eine solche Erklärung überrascht, nicht nur weil nicht Deutschland Geld druckt, sondern das System der europäischen Zentralbanken unter der geldpolitischen Führung der EZB. Die EZB hat durchaus europäische Gründe für ihre expansive Geldpolitik, die darin begründet sind, dass ein Übergang in eine europäische Deflation und damit auch in eine tiefe Rezession in Europa verhindert werden soll. Daran haben auch die USA kein ökonomische, wie kein politisches Interesse. Das mit dem „Spielgeld“ entspricht der Phantasie von Journalisten, wie auch von vulgärmarxistischen und rechtspopulistischen Propheten, die sich die ökonomische Welt als großes Spielkasino vorstellen, was nicht völlig absurd, aber insgesamt falsch ist. Die EZB setzt wie auch andere große Notenbanken in der Welt eine keynesianische Geldpolitik durch und „die Deutschen“ mit ihrer Besessenheit für eine monetaristische Geldpolitik „kapieren es nicht“, wie Paul Krugman treffend festgestellt hat. Das erzeugt insofern ein Problem, weil diese Konstruktion einer Art von Verschwörung von Wallstreet, US-Politik und US-Presse sich mit dieser Story besonders schlau vorkommt und darüber nicht ansatzweise merkt, dass es sich bei dieser Geldpolitik um einen verzweifelten makroökonomischen Steuerungsversuch gegen eine Wiederbelebung der großen Krise von 2008/09 handelt, der auf die Unterstützung durch eine expansive Fiskalpolitik angewiesen ist und diese kann in Europa nur von Deutschland ausgehen kann. Bernd Ulrich denkt in diesen Fragen wie ein „Deutscher“ und das ist in ökonomischen Fragen alles andere als ein Kompliment. – Michael Wendl


Der verstorbene Historiker Hans Mommsen vertrat 1971 die These, Hitler sei ein „schwacher Diktator“ gewesen. Für Mommsen war es undenkbar, NS-Diktatur, Krieg und Judenvernichtung allein aus der Person Hitler heraus erklären zu wollen. Und damit bin ich bei Albert Speer. Quer durch alle Schichten des deutschen Volkes gab es bereitwillige Menschen, die Hitler entgegengearbeitet und so das, was dann politisch kam, mit in Gang gesetzt haben. Speer, aus einer großbürgerlichen Familie stammend, war eben auch einer von diesen Menschen, die Hitler mit zu seiner verbrecherischen Dynamik verhalfen (und diese Menschen wussten, was sie taten). Joachim Fest war ein sehr intelligenter Relativierer, und genau diese Haltung hat dazu geführt, dass die Verbrechen zwischen 1933 und 1945 in der BRD niemals konsequent aufgearbeitet worden sind. Die unrühmliche Rolle der deutschen Nachkriegsjustiz darf dabei auch nicht vergessen werden. Der salbungsvolle Unterton in Fests Film „Hitler, eine Karriere“ (schon der Titel ist bezeichnend) durchzieht den gesamten Film. Es ist gut, dass Albert Speer nicht nur in diesem Artikel entlarvt worden ist. Es lohnt sich in diesem Zusammenhang sein vor Allgemeinplätzen strotzendes Schlusswort im Nürnberger Prozess anzuhören. – Erwin Fortelka


In dem genannten Beitrag „Viel Geld, viel Stress“ wird der Beruf des Wirtschaftsprüfers nicht nur unzulänglich, sondern falsch beschrieben. Ein Wirtschaftsprüfer kontrolliert und durchleuchtet nicht die Finanzen von Unternehmern (das machen Controller), sondern er hat die Aufgabe, die gesetzlich für viele Kapitalgesellschaften vorgeschriebene und von manch anderen Unternehmen freiwillig vorgenommene Abschlußprüfung gemäß Paragraphen 316 ff. des Handelsgesetzbuches (HGB) durchzuführen, bei der die Rechnungslegung des Unternehmens auf ihre Rechtmäßigkeit, nicht auf ihre Zweckmäßigkeit hin geprüft wird. Aufgrund der Tätigkeit als – jedenfalls nach der gesetzlichen Konzeption – unabhängiger Prüfer ist die Möglichkeit, gleichzeitig für das zu prüfende Unternehmen beratend tätig zu sein, durch das HGB eingeschränkt. Zwar bieten viele Gesellschaften auch Steuerberatung an (sie firmieren daher auch zumeist als Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungshesellschaften), das aber dann durch verschiedene Abteilungen. Die Steuerberatung wird vornehmlich von Steuerberatern geleistet, die dann häufig die Doppelqualifikaton Wirtschaftsprüfer und Steuerberater haben.
Da für den Beruf des Wirtschaftsprüfers Kenntnisse des Handels- und Steuerbilanzrechts unerläßlich sind, finden sich in dem Berufsstand nicht nur Absolventen wirtschaftswissenschaftlicher Studiengänge, sondern vielfach auch Juristen. – Dr. Susanne Tiedchen


Eben habe ich Ihren Beitrag gelesen. Mehr als vielen Dank!
Denn auch meine so wache und kritische Tante (Jahrgang 1921) verblüffte mich mit der Bemerkung,  der Speer  sei ein feiner Mann, gehöre nicht in den Topf dieser Mörder…  . Ich war sprachlos.  Denn genau diese wache Tante  fing sich eine saftige Ohrfeige ein, als sie -1944  von Leipzig kommend- im Eisenhandlungs- Laden ihres Vaters in der Kleinstadt Meissen  laut verkündete, was in Studentenkreisen dort kursiere:   „Es jauchzt mein Herz, die Welt singt ein Tedeum! Ich sah den Führer ausgestopft im Britischen Museum! Die Ohrfeige saß  plus der Worte meines angsterfüllten Großvaters „bist Du wahnsinnig…“! Es war- so ich weiss-  die EINZIGE Ohrfeige, die meine Tante von ihrem Vater erhielt.
Bitte – wir müssen mehr dagegen und lauter tun! So sind die wahren Helden nicht die viel zu spät handelnden  „Stauffenbergs“ ,  sondern die weisen stillen und bewundernswert präzisen , wie dieser feine und aufrichtige Georg Elser  bereits 1938  ! UND- ohne Geld von der Großindustrie und Konsorten wie Bankenn und Co bis hin zu Hugo Boss ( hat Boss endlich in den Zwangsarbeiterfonds eingezahlt?) wäre es wohl nicht so weit gekommen! DOCH- der Schoss ist fruchtbar noch aus dem das kroch… (B.Brecht). Nochmals vielen Dank – und bitte mehr davon!!! – P.W.Anders


Da hat ein früherer Marxist-Leninist beim Versuch, die ML-Brille abzusetzen, vergessen, dass der alte Avantgardeblick trotzdem bleibt, auch wenn er ideologisch neu motiviert wird. Der Bogen, den Gero von Randow von der Verachtung des linksradikalen Milieus für die “Unterschichten” zu der militant auftretenden Fürsorge der rechten SPD für die “kleinen Leute”, zu spannen versucht, existiert nicht. Müntefering und Scholz repräsentieren nicht die  reformistisch motivierte Fürsorge einer früheren Arbeiteraristokratie für die weniger qualifizierten Gruppen des Proletariats, sondern eine individualistisch orientierte Sicht auf die Arbeitslosen: diese haben durch mangelnde ökonomische Tüchtigkeit mindestens Teilschuld an ihrer sozialen Lage und müssen daher für die Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt ertüchtigt werden. Das ist klassisch neoliberales Denken und entspricht auch der ideologischen Zurichtung der Hartz-Kommission durch McKinsey und Roland Berger. Dass große Teile der Sozialdemokratie darauf abgefahren sind, mag diesen möglicherweise durch ihren früheren sozialen Paternalismus ohne größeres Nachdenken möglich geworden sein.  Dieser tradierte Paternalismus hätte sich für die Verlierer dieser Konkurrenz besonders eingesetzt, weil er um die sozial bedingte Schwäche dieser Menschen wusste. Das ist der SPD gerade in den 1990er Jahren verloren gegangen und durch die Attraktivität des politisch siegreichenden Kapitalismus ersetzt worden. Das gilt auch für von Randow selbst, nur ist dieser bei seiner persönlichen Transformation vom Kommunisten zum Bürger nicht bei der SPD hängen geblieben. Da prägt die alte Rolle einer intellektuellen Avantgarde doch stärker, es sind nur die politischen Inhalte, nicht aber die Form preis gegeben worden. – Michael Wendl


Der Beitrag der beiden Parteienforscher ist mit seiner Unterscheidung einer kulturellen und einer materiellen „Achse“ angesichts der sehr komplexen Gemengelage in der aktuellen politischen und parteipolitischen Situation sehr hilfreich und enthält viele gute Gedanken. Unbefriedigend bleibt allerdings, wie der Beitrag dann im zweiten Teil die kulturelle Achse mit den Polen libertär und autoritär behandelt. Die Autoren erwecken den Eindruck als gäbe es hier nur eine Alternative und nicht ein ganzes Spektrum von links bis rechts, wie das von ihnen bei der materiellen Achse (soziale Gerechtigkeit und Solidarität versus Markt und Leistung) selbstverständlich vorausgesetzt ist. Ich gehöre z.B. zu den gewiss nicht wenigen, die „froh“ sind, „nicht mehr in den 50er Jahren zu leben“, und trotzdem nicht selten empfinden, dass das Pendel in unserer Gesellschaft auf dem libertären Pol zu weit ausschlägt (ein aktuelles Beispiel: die Böhmermann-Diskussion). Freiheit und Verantwortung gehören zusammen, und eine individualistisch verstandene Freiheit erschwert das Zusammenleben und gefährdet gerade die Freiheit. Vielleicht ist es kein Zufall, dass in derselben Ausgabe der ZEIT Bernd Ulrich („War es der Rotwein?“) in seiner Replik auf Heinrich August Winkler die Verantwortungsethik erst falsch darstellt und dann als passé erklärt. Ich würde deswegen den Autoren daran zustimmen, dass in dieser  Hinsicht auch die Parteien intensiver in eine gründliche Kultur-Diskussion eintreten sollten; der „Kulturkampf“, den die Autoren fordern, ist ja schon im vollen Gange, nur eben eher verdeckt und sehr oberflächlich. – Karl-Heinrich Lütcke


Bernd Ulrich beschwört auf der ersten Seite der Wochenzeitung „Die Zeit“ vom 19.05.2016, dass es bei der Wahl des Bundespräsidenten in Österreich um die Verantwortung dieses Landes für Europa gehen muss und nicht um ein Ja zu einem neuen autoritären Nationalismus. Dabei prangert er, gerichtet gegen den FPÖ-Kandidaten Norbert Hofer, die Gesinnung und agressive Stimmung des rechten österreichischen politischen Spektrums „gegen Muslime, gegen Schwule, gegen Feminismus, gegen die ganze liberale Demokratie“ an. Die von der EU und den sie tragenden Regierungen der Mitgliedsstaaten verursachte negative politische, wirtschaftliche wie gesellschaftliche Entwicklung in der EU zumindest im letzten Jahrzehnt, die zur EU-Verdrossenheit weiter Teile der europäischen Bevölkerung geführt hat, erwähnt er dabei mit keinem Wort. Nicht nur der  FPÖ wird diese von Ulrich offenbar bewusst eingesetzte Tatsachenblindheit, von der große Teile der europäischen Presse geschlagen sind, helfen, ihren Erfolg zu mehren. Ulrich weist auch darauf hin, dass nach Bildung der schwarz-blauen Koalition in Österreich im Jahr 2000, die damals „bis zur Selbstgerechtigkeit selbstgewiss“ handelnde Rest-EU von damals 15 weiteren Staaten zu Sanktionen gegen das Land griff, und stellt weiter fest, dass sie sich dabei „selbst ins Knie schoss“. Das hat Ulrich mit seinem Artikel aber auch selbst getan, hat er doch damit nicht nur eine Art  unterstützender Hilfe für die Wahl des FPÖ-Kandidaten geleistet, sondern es wirken Ulrichs Gegenfragen nach dem Sinn der FPÖ für Österreich in den letzten Jahren am Schluss seiner Einlassungen geradezu kontraproduktiv zu seinen Vorstellungen. In Österreich ist in den letzten Jahren durch die Politik der ewigen Großkoalitionäre SPÖ und ÖVP und nicht durch die nicht regierungsbeteiligte FPÖ vieles schlechter geworden, insbesondere die jetzt nur noch im letzten Drittel der EU befindliche Wirtschaftslage des einstigen Vorzeigelandes. Und das fordert den konsequenten Wandel und einen völligen Neubeginn einer  gescheiterten Politik geradezu heraus. Und das nicht nur in Österreich, sondern noch ungleich dringlicher hinsichtlich der Politik der Brüsseler Behörde selbst, ändern sich doch die Verhältnisse in allen Staaten, wenn auch mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten, zunehmend prekär. So ist es nicht verwunderlich, dass die sogenannten demokratisch legitimierten Parteien abgestraft und möglicherweise auf Dauer abgelöst werden und damit generell die EU vor ihrem verdienten Ende steht. Das könnte eine Entwicklung sein, die gegenüber der nur noch dahin verrottenden EU mehr Chancen denn Risiken für die Länder birgt, deren mehrheitliche Bevölkerung einen anderen Weg gehen will, ehe der Karren völlig vor die Wand fährt. Also weg von der tief marode gewordenen, ausweglos in sich zerstrittenen EU und hin zu einem Neubeginn und neuen Bündnis der Staaten, die gewillt sind, ihre Resourcen mit Bedacht und nachhaltiger Wirkung, nicht zuletzt in Sachen gewachsener europäischer Kultur, für ihre eigenen Bürger einzusetzen und zu steuern. Kein billiger, sondern zunächst teurer und schmerzvoller Prozess, jedoch allemal besser als das zerstörerische Weiter-so von Merkel, Juncker, Draghi und Co.. Also Austria, geh‘ voran – der Rest wird, muss folgen. Und die AfD sollte darüber nachdenken, wieviel sie bei allem von der FPÖ lernen kann, um weiter Erfolg zu haben! – Wolfgang D. Weithäuser


Grundsätzlich ist es sehr zu begrüßen, dass der Gesetzestext aus der Nazizeit aktualisiert wird. Ich möchte mir kein Urteil darüber anmaßen, ob Lebenslang für Mord notwendig ist oder nicht. Aber auf einen anderen, viel wichtigeren Punkt geht Herr Fischer leider mit keinem Wort ein. Sowohl beim Totschlag (§ 211) als auch beim Mord (§ 212) gilt auch im neuen Entwurf noch die so genannte „schwere Beleidigung“ als strafmindernd. Das verstehe ich nicht.
Die „gekränkte Ehre“ ist doch ein typisch männliches, aus vergangenen Jahrhunderten überkommenes Konzept, das wir heute überwinden können. Worte, so schlimm sie auch sein mögen, sind dennoch nichts anderes als Worte. Sie rechtfertigen keinen Mord oder Totschlag und entschuldigen ihn auch nicht. Unsere Regierung täte gut daran, auch hier ein Zeichen zu setzen: gegen religiöse Fundamentalisten, selbstherrliche Diktatoren und rechtsgerichtete, autoritäre Regierungen und Parteien. Das geschriebene oder gesprochene Wort muss frei sein, es darf niemals als Begründung dienen, das Leben eines Menschen unwiderruflich zu zerstören.
Sicher betrifft das auch andere Straftatbestände. Wer das Recht modernisieren will, sollte sich auch darüber Gedanken machen. – Barbara Epple


Als Landwirt begrüße ich es sehr, dass das Kosumverhalten der Bevölkerung für die zukünftige Entwicklung der Landwirtschaft mitverantwortlich gemacht wird. Eine an den Kreisläufen der Natur ausgerichtete nachhaltige Nahrungsmittelerzeugung ist ein rohstoff- und klimaschonendes Zukunftsmodell. Dieses gibt es jedoch nicht zum Null-Tarif und es schränkt die grenzenlose Verfügbarkeit von Lebensmitteln ein. – Wolfgang Behrendt


In dem Artikel von Herrn von Randow „Verdummte dieser Erde“ wird ein linksintellektuelles Denkmuster in der Flüchtlingskrise par exellence deutlich. Der Autor kritisiert die Verachtung der urbanen Bürgersleute für die „da unten“, die Unterschichtmenschen. Diese Betrachtung sei arrogant und politisch gefährlich.
Auf der anderen Seite äußert der Autor die klare Vorstellung, daß Nazis und Rechtsradikale verachtet werden müssen, „das gehört sich so“.
Das ist interessant. Erstens: Wenn man das Konzept einführt, daß Menschen mit anderen Vorstellungen (hier Nazis und Rechtsradikale) verachtet werden dürfen und müssen, dann steht dieses Konzept sicher allen anderen Menschen ebenfalls frei. Was hindert Menschen z.B. mit Glatzen und Springerstiefeln demselben Konzept nach die „linken Zecken“ zu verachten. Sicherlich finden der Autor und „Nazis und Rechtsradikale“ auch eine Gruppe von Menschen, die quasi gemeinschaftlich verachtet werden müssen, z.B. Vorstände von amerikanischen Großunternehmen.
Zweitens: Die verachtenswerten Menschen sind „Nazis und Rechtsradikale“. Wer sind diese Menschen? Rechtsradikale allein reichen offenbar nicht. Dazu könnten auch russische Nationalisten zählen. Als Nazis könnten definiert werden: Aktuell 90jährige Männer deutscher Staatsangehörigkeit, die im Jahre 1945 als damals 19jährige in die NSDAP eingetreten sind. Der Autor läßt den Leser mit der Definition alleine. Vermutlich hat der Autor für sich eine ganz klare Vorstellung, welche Menschen mit welchen politischen Ansichten verachtet werden müssen, ja es geradezu moralisch geboten ist, diese zu verachten. Das hilft in der Diskussion über die Flüchtlingspolitik ungemein. Wenn die Argumente ausgehen, kann immer noch der Mitdiskutant als „Nazi und Rechtsradikaler“ deklariert werden. Dann gibt es nur noch die moralische Pflicht zur Verachtung, was das eigene Weltbild ungemein stabilisiert. – Dr. Ralf-Stefan Gärtner


Abtreten vor dem Antreten wird nicht langen. Auch ein linkes Regierungsprogramm nicht. Die Menschen wollen Taten sehen, die dem Anspruch der SPD für Solidarität und soziale Gerechtigkeit zu stehen, gerecht werden. Für eine Vermögensteuer, für eine Erbschaftssteuer, die den Namen verdient, für eine steuerliche Besserstellung allein erziehender Frauen, gegen die Deckelung des Arbeitgeberbeitrags in der gesetzlichen Krankenversicherung  gibt es im Bundestag links von CDU/CSU eine Mehrheit. Das bedeutet allerdings: nicht mal kurz abtreten, sondern austreten aus der Koalition. Das Risiko für das Wahlergebnis 2017 ist überschaubar. Schlechter als gegenwärtig in den Umfragen wird es nicht ausfallen. Eher ist die Chance mit einer klaren Zäsur aus dem Umfragetief herauszukommen größer. Und wenn dann der Kanzlerkandidat Gabriel es noch schafft, statt widersprüchlicher Äußerungen zu allen möglichen Politikfeldern, fest zum eingeschlagenen Kurs zu stehen, kann er Vertrauen in seine Führungsqualitäten aufbauen. Die Wähler wollen wissen, wofür er steht. Wie das geht, hat ihm seine Genossin Malu Dreyer in Rheinland-Pfalz erst kürzlich gezeigt. – Dietrich Briese


Von Politikern waren in den letzten Monaten immer wieder die überheblichen Sätze zu hören: „Viele Menschen haben Angst. Wir müssen ihnen mehr erklären, daß diese Ängste grundlos sind.“ Auf dieser Linie schreibt Clemens Setz. Wer andere Auffassungen in der Flüchtlingsfrage hat als er sei angstgesteuert. Läse er nur regelmäßig die ZEIT, dann wüßte er, daß es durchaus vernünftige Kritik an Willkommenskultur, Erscheinungsformen des Islam usw. gibt, so wie ich sie auch in Alltagsgesprächen mit ganz normalen Menschen höre. Herr Setz sollte einmal darüber nachdenken, wie sich alternativlose politische Lösungen und Demokratie vertragen. – Karl-Heinz Eckert


Die Herren Tils und Raschke geben sich als Parteienforscher aus.Ganz so tief kann die Forschung aber noch nicht vorgedrungen sein. Die FDP nur noch mit marktradikalen Kompetenzen zu kennzeichnen war schon 2013 einäugig und falsch. Erst recht gilt das für die  FDP seit dem Ausscheiden aus dem Bundestag. Die Autoren haben das Programm und die Entwicklung der FDP seitdem einfach nicht zur Kenntnis genommen. Es ist ja auch unklar, wie die Herren den mehrdeutigen Begriff „libertär“ verstanden wissen wollen. Fest steht aber, dass die FDP als einzige liberale Partei für Selbst -und Mitbestimmung, Emanzipation und Schutz von Minderheiten und Vieles mehr steht, die die Autoren den Grünen zuschreiben. Keine andere Partei will aber den Bürgern so viel vorschreiben wie die Grünen – oder wie war das z. B. mit dem Vorschlag zum vegetarischen Wochentag?
Den Markenkern der Liberalen lässt sich nicht einfach an andere übertragen. – Dr. Walter Kahnis


Das lässt hoffen für Saudi-Arabien.Das abgebildete Werk „The Concrete Blocks“ lässt meines Erachtens den Einfluss von Maurits Escher erkennen. Geschickt gemacht, die Vorschrift des Islams, keine Abbildungen von Personen, wird befolgt und dabei hat sich die Moderne heimlich ‚reingeschlichen. – Hans-Emil Schuster


Autobahn AG ?, ein toller Ansatz mit viel Potential. Könnte mit  richtiger Privatisierung enden,wie  mit Post,Telefon ,Eisenbahn und Staatsfluglinie. Kinder,das wird was geben, wie Weihnachten und Ostern an einem Tag. Outsourcen , bis zum geht nicht mehr. Wenig befahrene Autobahnen stilllegen ,Reparaturen an Kontratisten verhökern und wie im Flugverkehr Billigautobahnen anbieten. na denn,die Zukunft hat schon begonnen. – Hans-Emil Schuster


Dankenswert klar zeigt dieser Artikel auf, warum wir uns in der Bewertung von Merkels Flüchtlingspolitik an neue Koordinaten für die europäische Politik gewöhnen müssen und dass viel der Kritik an dieser Flüchtlingspolitik damit zu tun hat, krampfhaft an den bisher gewohnten Koordinaten nach dem 2. Weltkrieg festhalten zu wollen. So ist das auch zu finden bei Heinrich August Winkler in ZEIT 18/16, der in seinen Vermutungen zu Merkels Motiven die unvermeidlichen neuen Koordinaten nicht zu sehen scheint, wie der jetzige Artikel von Bernd Ulrich aufzeigt. Winkler scheint auch das Interview mit dem ehemaligen Außenminister Joschka Fischer übersehen zu haben, der  in ZEIT Nr. 8, 18.2.16, sagte: „Aber erst der Marsch der Flüchtlinge im letzten Herbst von Budapest zur deutschen Grenze hat vor aller Augen die Welt verändert. Der Druck auf die Länder des reichen Nordens, auf ihre Stabilität und ihren Rechtsstaat und ihre Wirtschaft wird nicht mehr weggehen. Darauf muss sich Europa einstellen. Aber im gegenwärtigen Meinungsstreit scheint die Kanzlerin die Letzte zu sein, die noch das große Bild sieht und die gleichzeitig rational genug ist, die notwendigen Entscheidungsschritte im Kopf zu haben.“
Es ist zu hoffen, dass immer mehr Wähler in Deutschland bereit sein werden, diese neuen Koordinaten für eine Politik gegenüber „dem Süden“ und vor allem gegenüber der islamischen Welt zu verstehen, statt sich festzuhalten an Konzepten mit „Schotten dicht“ und „Vogel Strauß spielen“. – Ulrich Waas


Selbst- bzw. Fremdeinschätzung fallen immer auseinander. In Deutschland oft sehr weit, wie man bei der Beurteilung der deutschen Beiträge zu Eurovision Song Contest und Migrationskrise sieht.  Die Apologeten des deutschen Flüchtlingskurses erinnern da ein wenig an Kaiser Wilhelms Zeitgenossen. Keine Volte wird ausgelassen und jedweder politische Kollateralschaden positiv umgedeutet. Da werden Nachbarn entweder ignoriert (Frankreich) oder gleich ‚kartätscht‘(Österreich, Tschechien, Polen), Bündnisse umgekehrt (Griechenland) und doppelbödige, fragwürdige Deals eingefädelt (Türkei). Ist Deutschland wirklich der starke Quasi-Hegemon, der diese ‚deutschen Interessen‘ in Europa durchsetzen kann? Man wird wohl eher früher als später ‚kapitulieren‘ und  sich mit den Einwänden der anderen Europäer ernsthaft auseinandersetzen müssen. – Dr. Christian Krassnig


„Gedanken sind die Selbstgespräche der Seele.“ Das war einmal ein schöner „Tagesspruch“ in der Berliner U-Bahn. Hat mir sehr gut gefallen, weil ich das gut nachvollziehen kann.
Was aber sind Träume im Schlaf? Das sind ebenso Gedanken. Ein Spiegelbild der eigenen Kreativität, meine ich, ohne wissenschaftlich geforscht zu haben. Ob Albträume mit lauernden Gefahren, spannende Träume mit etlichen oder schwierigen Hindernissen, spielerische Träume aller Art der eigenen Lebenserfahrungen, stets komme ich aus meinen Träumen, die oftmals wie Kurzfilme ablaufen, gut und lebendig heraus, träume immer eine gute, hilfreiche Lösung mit Happy End. Geld, Besitz, Karriere und Reichtum spielen dabei   n i e   eine Rolle, kommen in den Träumen   n i e   vor, weil diese Werte auch in der heutigen Zeit keine guten Werte sind, nie gewesen sind. Diese Werte werden den Menschen maßlos vorgegaukelt und eingeredet. Deshalb denke ich diese Werte nicht für mich und träume auch nicht von diesen Werten. C’est la vie! That’s life! So ist Leben. – Gerda Fürch


„Buddha sagte: Alle Probleme dieser Welt entstehen im Geist. Sich von der Gefangenschaft der eigenen Gedanken und Vorstellungen zu lösen, das war genau was Buddha Shakyamuni praktizierte und wodurch er die Erweckung, die grosse Befreiung verwirklichte, die uns den Weg zum wahren, ruhigen inneren Glück öffnet. Aber es ist nicht so einfach.“ (Michel Bovay, Zen-Meister, gestorben 22.4.2009 in einem Kusen während Zazen, der ZEN-Meditation) – Isolde Schnorbach


Der Text „Über eine Konfrontation am Flughafen“ (Zeitmagazin vom 19. Mai) war gewiss einer der schwächeren seiner Art.

Zum einen hätten Sie froh darüber sein sollen, dass der Kontrolleur so etwas wie fünf im Handgepäck versteckte Feuerzeuge entdeckt – man bedenke, welche Unmenge an Gepäckstücken der Mann in relativ kurzer Zeit zu durchleuchten hat. Aus Ihrer Unschuldsperspektive mag das ja ein grundloser Alarm sein; aber in fünf Feuerzeugen steckt eine Menge Gas, und damit kann man schon ordentlich Unheil anrichten. Beunruhigend ist nicht, dass der Mann Alarm geschlagen hat, sondern dass er sich durch Sie hat einschüchtern lassen. Sie sagen ja selbst, dass einem der Erfolg Ihres Tricks Angst machen könnte. Völlig daneben ist Ihr Tamtam bezüglich der „rassistischen“ Äußerung des Beamten: Erstens gibt es keine türkische Menschenrasse; wer dennoch daran glaubt, hat vielmehr selber ein rassistisches Weltbild. Abfällige Äußerungen über Türken, Polen oder Österreicher sind eher als chauvinistisch zu bezeichnen.

Zweitens ist der Hinweis auf den türkischen Basar überhaupt nicht abwertend, wie Sie dem Mann – leider erfolgreich – weisgemacht haben. Sie wollten feilschen – darauf ließ sich der Kontrolleur nicht ein, indem er auf den Rahmen hinwies, der modellhaft für diese Verhandlungsweise steht: den orientalischen oder hier: türkischen Basar. Dort ist das üblich, am Berliner Flughafen eben nicht, Punktum! Ebenso wenig wie diese Bemerkung wäre es abwertend, chauvinistisch oder gar rassistisch, wenn Sie etwa mit 180 Sachen auf einer österreichischen Fernstraße erwischt würden und ein Polizist Ihnen vorhielte, dass man sich hier schließlich nicht auf einer deutschen Autobahn befinde (wo man an diesem Tempo eben nichts zu mäkeln findet). Das Ganze ist so weit weg von aller Vernunft, dass mir kurz der Gedanke an Fiktion und Ironie kam – dann wäre allerdings zu raten, künftig die Finger von diesem Genre zu lassen. – Helmut Jüngling


Habe, mit Verlaub, selten eine so verquaste Apologetik gelesen: Deutschland wurde also eine neue Führungsrolle zugeschoben, zugewiesen, zugemutet oder ist dem Land irgendwie zugefallen; genau erfährt man es nicht. Jedenfalls zwang diese neue Rolle, nach Bernd Ulrichs Auffassung, die Kanzlerin dazu zu handeln, bevor sie verhandelte, und zwar „im wohlverstandenen nachhaltigen Interesse der Bundesrepublik Deutschland“. Wer andere Bewegründe zu erkennen glaubt sei ein Fantast. Dabei ist Merkels Flüchtlingspolitik weder nachhaltig noch widerspruchsfrei und schon deshalb nicht im Interesse unseres Landes: Erst war ihre Politik christlich ungeordnet, jetzt ist sie unchristlich geordnet. Gute Politik wäre christlich und geordnet. – Johannes Kettlack


Ihr Artikel geht mir nicht aus dem Kopf. Als juristisch unbedarfter Leser, frage ich mich, ob nur berichten ausreicht. In meinen Augen liegt hier Rechtsbeugung und Amtsmissbrauch vor. Beides Vergehen, bei denen doch wohl die Staatsanwaltschaft aktiv werden müsste. Sofern dies nicht geschehen ist, kann dann nicht der zuständige Staatsanwalt auf Unterlassung verklagt werden. Was sagt der Verfassungsrichter Fischer? zu diesem Artikel. Er hat doch wiederholt über  die Justiz in dieser Zeitung berichtet und wäre doch wohl der richtige Ratgeber in derartigen Belangen. Da es  doch wohl um politisch motivierte Entscheidungen geht, sollten wir neuen Versuchen unsere Demokratie zu unterlaufen, Riegel vorschieben. Hier zeigt sich einmal mehr wie fragwürdig es ist, wenn Richter Parteimitglieder sein dürfen. Theodor Eschenburg hat, soweit ich erinnern kann in der Zeit früher auf seine Bedenken hingewiesen, Verfassungsrichter nach Parteizugehörigkeit und Proporz zu ernennen. Seiner Meinung nach ist das verfassungswidrig auch wenn der BGH in eigener Sache dies verneinte. Mein Vater hat als im dritten Reich verfolgter Jurist immer die Meinung vertreten, dass eine Parteimitgliedschaft mit der Unabhängigkeit eines Richters nicht vereinbar ist. Haben Sie Mut aktiv gegen diese Richter vorzugehen. – Burkhard Zelter


Als regelmäßiger Leser Ihrer Zeitung schätze ich die bei Ihnen sonst übliche Gründlichkeit Ihrer Recherchen und die Objektivität Ihrer Darstellungen. Umso mehr habe ich mich über die von Ihnen veröffentlichten Tabellen zum CHE-Ranking geärgert. In dem o.g. Artikel charakterisieren Sie die Ergebnisse zum Fach Psychologie durch vier willkürlich abgebildete (qualitative) Kriterien, obwohl im Ranking insgesamt 24 qualitative Kriterien existieren. Jeder Leser wird die abgebildeten Bewertungen für in etwa repräsentativ für die Qualität des Fachs an der jeweiligen Universität halten, und sei es auch nur unbewusst. Repräsentativ sind diese aber definitiv nicht. Das Auswahlprinzip ist für mich absolut nicht nachvollziehbar. In Fall der (privaten) International Psychoanalytic University Berlin wird abgebildet: einmal Mittelfeld, einmal Schlussgruppe, zweimal keine Daten. Zweifellos nicht sehr beeindruckend. Tatsächlich aber haben wir folgendes Ergebnis erzielt: 12 x Spitzengruppe, 6 x Mittelfeld, 1 x Schlussgruppe (dazu 5 x keine ausreichenden  Daten). Das ist ein hervorragendes Ergebnis, das von kaum einer der renommierten staatlichen Universitäten erreicht wird.
Wenn in der Print-Version eines Rankings eine Auswahl getroffen wird, sollte diese Auswahl nicht ein Ergebnis aufzeigen, das völlig konträr zum Gesamttenor der Bewertung des jeweiligen Fachbereichs liegt. Wir sind eine gemeinnützige Organisation und wir erhalten keinerlei öffentliche Gelder. Wir sind daher auf eine ausreichende Nachfrage nach unseren Studienplätzen und auf ein zutreffendes Bild unserer Arbeit in der Öffentlichkeit angewiesen. Zumindest wünschen wir uns eine angemessene Darstellung unserer Leistungen in der Qualitätspresse. – Dr. Rainer Kleinholz


Ihr Interview mit Ministerin Wanka hat Erinnerungen an die Usancen um 1900 ausgelöst, Laien für wissenschaftliche Arbeiten zu motivieren. Mein Vater Prof. Dr. Paul Hermann Dienst war Landesgeologe, Paläontologe und Kustos der geologischen Sammlungen des ehemaligen preußischen Geologischen Landesanstalt in Berlin Invalidenstraße, heute Naturkundemuseum. In seinem Nachruf wird sein großes Talent, Laien an der Sammlungsarbeit zu beteiligen, gerühmt. Er hatte vor allem in seinem Arbeitsgebiet, dem Rheinische Devon ein Netz von Lehrern und passionierten Laien geschaffen, die in seinem Sinne sammelten und auch Beschreibungen und Steckbriefe über Fundorte usw. lieferten. Selbst sein Präparator wurde von seiner Begeisterung angesteckt und hatte sich eine kleine Privatsammlung angelegt. „Wenn Sie mal son leicht beschädigtes Stickchen haben, könne se mich das bitte geben? Ick mach sie ooch mal jerne Überstunden. Er schaffte es sogar, ein komplettes Skelett vom Nothosaurus aus dem Muschelkalk hervorzuzaubern und neue Aviculide aus dem rheinischen Unterdevon.
Fazit, nur die eigene Begeisterung kann  jemanden, der wissen-schaftliches Interesse in sich trägt, anregen, sich zu beteiligen.. – Claus Dienst


Drei Gedanken zu Ihrem Artikel „War es der Rotwein?“:
1. …,daß da jemand versucht hat, im wohlverstandenen nachhaltigen Interesse der Bundesrepublik Deutschland zu handeln.
Dieser Versuch, so ehrenwert er gedacht war, ist deswegen gescheitert, weil er vom Gefühl, das nicht nachhaltig sein kann (!), geleitet wurde und nicht vom Verstand. Einer emotionslosen Analyse!
2. Denn das Ziel der Bundesregierung war ja nie, möglichst wenige Flüchtlinge zu bekommen, sondern vielmehr ein großzügiger, allmählich verringerter, leidlich human geregelter Zustrom.
Gefühl pur! Hier wird völlig die Verzweiflung der Flüchtlinge übersehen, die dem Tod entrinnen wollen! Auch dieser Zielsetzung mangelt es eklatant an einer Analyse!
3. … hat nur ein kühler Humanismus überhaupt die Chance auf dauerhaft realpolitische Erfolge.
Humanismus und Realpolitik sind wieder Kategorien, die nicht zusammen passen! Realpolitisch relevant wären Taten!!! Und nur Taten !!! Humanismus gehört eher in die Kategorie: Beten !!!
Es war wohl der Rotwein, der dem Gefühl vor dem Verstand den Vorzug gab! – Klaus Riediger


Wenn der „größte- und zum Glück immer noch lebende deutsche Fotoraf“ interviewt bzw. aufgesucht  und uns Lesern dargeboten wird, und das auch noch durch den „größten, und zum Glück immer noch lebenden deutschen Schriftsteller“ geschieht- dann ist aber ganz großes Kino geboten! Merkt die ZEIT denn nicht irgendwann,  dass Herr Biller und seine geistigen und verbalen Ergüsse für sie nur noch peinlich sind und ihr Renommee ankratzen? – Karl-Heinz Grau


Wer ist eigentlich dieser Herr Martenstein, der da glaubt, sich über Sicherheitsbestimmungen im Flugverkehr hinweg setzen zu können.
Wie groß muss seine Arroganz sein, dass er es überhaupt erwähnenswert findet, von einen Sicherheitskontrolleur auf diese sinnvollen und für alle geltenden Bestimmungen hingewiesen worden zu sein. Wie groß muss seine gekränkte Eitelkeit sein, dass er die derzeit beliebte Rassismus-Keule schwingt, um damit (wahrscheinlich völlig zu Unrecht) einen Kontrolleur zu treffen, der offensichtlich gewissenhaft und erfolgreich seine Arbeit erledigt.
Anstatt dass es ihm die Schamesröte ins Gesicht steigen lässt, brüstet er sich mit dieser armseligen „Konfrontation am Flughafen“ noch öffentlich. Dem „berühmten und scharfsinnigen“ Kolumnisten scheint nichts mehr einzufallen. Fast so beschämend ist es allerdings für das ZEITMAGAZIN, welches derartige Zeilen abdruckt. Hat eigentlich einer der Verantwortlichen diese Kolumne vorher gelesen oder wird der berühmte Martenstein kritiklos durchgewunken? – Dietrich Hullmeine


Es gibt es einen alles entscheidenden Grund, weshalb der heimische SC Paderborn innerhalb nur einer weiteren Spielzeit von der ersten bis in die dritte Fußball-Liga durchgereicht worden ist: Realitätsverlust. Diese verfehlte Wahrnehmung muss besonders dem zurückgetretenen Präsidenten Wilfried Finke angelastet werden. Finkes große Verdienste um den SCP, aber auch um den Bekanntheitsgrad der Stadt Paderborn, bleiben indes unbestritten.
Und sie werden – hoffentlich – nachwirken, denn der sportliche Abstieg unserer Lieblingsmannschaft sollte nicht für immer sein. – Ira Bartsch


„Du bist, was du denkst“ titelt die Zeit. Wenn es so einfach wäre, dann hätten wir alle keine Probleme. Denn jeder Mensch ist in der Lage, sich positive Gedanken zu machen. In Problemsituationen bewirken diese leider nicht viel. Das erlebt jeder, der Ängste, Sorgen, innere Unruhe, Unsicherheit o.Ä. wegdenken will. Von Neurowissenschaftlern wie A. Damasio ( „Descartes Irrtum“)  wissen wir, warum Gedankenanstrengungen allein häufig nicht ausreichen. Unser Gehirn funktioniert anders als bislang angenommen. Die Gedankenprozesse werden ganz wesentlich vom emotionalen Gehirn gesteuert. Also von Gefühlen , und hier vor allem von Körpergefühlen. Daher ist es nahezu unmöglich, gegen ein negatives Körpergefühl anzudenken. Zugespitzt gilt die Formel „ Wir denken, wie wir uns in unserem Körper fühlen“. Hier liegt der Hebel für positive Veränderungen. Daher sollte man sich rein kopforientierte  „Mentaltechniken“ wie „Positives Denken“ ersparen. Sie sind das Geld nicht wert. – Peter Bergholz


Ihr veröffentlichter Artikel „Keinen Mut zur Wahrheit“ konstruiert einen vollkommen falschen Zusammenhang. Zum einen muss festgestellt werden, dass Gerichte ihre Entscheidungen unabhängig und auf klarer rechtlicher Grundlage treffen. Die Parteizugehörigkeit des Richters Jens Maier hier als Anlass zu nehmen, um seine Entscheidung anzuzweifeln ist einfach ein Frechheit. Damit versuchen sie ihm Befangenheit zu unterstellen, obwohl niemals zuvor ein anderer Fall, der mit ihm in Verbindung gebracht werden konnte, bekannt ist. Und ihm dann noch eine Nähe zur NPD zu unterstellen ist ja wohl die Höhe. Was ist das denn für ein Journalismus den sie da betreiben? Sie versuchen hier mit wagen Behauptungen, Spekulationen und konstruierten Zusammenhängen einer legitimen demokratischen Partei zu schaden! Einfach nur widerlich. Wenn sie solche Schmierenfinke als Journalisten beschäftigen, brauchen sie sich nicht wundern, dass ihre Verkaufszahlen und Klickzahlen sinken. – Sophie Wenden


Ihr Autor Stefan Willecke bildet die Wirklichkeit ab. Genauso ist es.
Und wer hat das verbrochen ? All die jenigen, die sich nach dem Epochenbruch in den Schaltzentralen der Macht festgesetzt haben – in Schulen, Universitäten, Behörden, auf Richterbänken, in Politik und Medien – kurz alle Jobs, die den Beamtenstatus tragen. Das war eine saubere Strategie. Das ganze beklagen kommt 40 Jahre zu spät. Die Beamtenpartie der „Grünen“ ist die Mutter der Porzellankiste. Die paar Fräuleins und Männeken haben den Rest der schwerfälligen Etablierten vor sich hergetrieben. Einer hat es gar zum Aussenminister gebracht. Die Politik ist zum fürchten, aber die Strategie bis in die obere Etage der Politik war eine Glanzleistung.
Sie kann noch so eine beschissene Politik machen, die 10% plus minus steht wie in Stein gemeißelt und das schon seit fast der Gründung. Wenn es einen Nobelpreis für Strategie gäbe, dann hätten die Grünen es verdient. Selbst die Pensionen (ein Relikt aus der Kaiserzeit) ohne Eigenfinanzierung haben sie den Bürgern auf’s Auge gedrückt. Das ist Champions Liga verdächtig. Gleichzeitig haben sie den Schülern versprochen, daß sie ab sofort sich selbst finden können. Der Lehrplan war nur noch Staffage. Herr Willeke!; was haben Sie falsch gemacht?…… – Gunter Knauer


Vor etwa einem halben Jahr hatte ich Ihrer Redaktion detaillierte Informationen (mit 180 Seiten Dokumentation zum direkten Nachweis) über richterliche Willkür und abstruse Vorgehensweisen von Gerichten zukommen lassen, die ich persönlich erleben durfte.

Dabei handelte es sich um ein ganzes Kaleidoskop von Abläufen, die eigentlich jeder für sich in einem Rechtsstaat nicht vorstellbar sind. Und alle Versuche einer Korrektur über die scheinbar formal gegebenen Möglichkeiten (vom Befangenheitsantrag, über den Instanzenzug, bis hin zum Verfassungsgericht) – konnten nicht greifen, da die Justiz in ihrer in sich abgeschotteten Welt völlig losgelöst von rechtlichen Vorschriften (inkl. verfassungsmäßig garantierter Grundrechte) agieren kann – und dies auch gerne tut.

Dieses eigentlich alarmierende und bestens dokumentierte Szenario hat leider Ihr Interesse nicht geweckt. Wenn nun in Ihrem Fall ein paar ZPO-Formalvorschriften nicht eingehalten wurden, verstehe ich nicht, warum Sie einer solchen Lappalie gleich einen ganzen Artikel mit großer Überschrift widmen. – Prof. Dr. L. Dietrich


Zu Donald Trump kann ich nur eins klar sagen: Man darf ihm nicht die Chance geben, der Beste zu sein. Dieser Mann darf nicht zum Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika werden. Was ich mich frage ist, warum diesem Mann nicht schon viel früher Einhalt geboten wurde und er keine gerechte Strafe erhielt, als er dunkelhäutige  Menschen benachteiligte. Auch verstehe ich nicht, warum nicht schon viel entschlossener gegen ihn vorgegangen wurde und warum nur zugesehen wird, wie er die Menschen um seinen Finger wickelt und sie dann als Armee gegen die Gerechtigkeit benutzt. Ich bin der Meinung, dass mit allen Mitteln eine Präsidentschaft Trumps zu verhindern ist, weil dieser schlussendlich ein menschenverachtender Rassist ist und auch schon immer war. Wenn ein solch geldgieriger Mensch Präsident wird, wird Amerika nicht great. Es wird das Ende einer sozialen und demokratischen Gesellschaft in den USA sein. – Nico Jörg


Danke für diese Zeilen: „Ich glaube, Menschen, die aufgrund ihrer Angst wählen, wählen in Wahrheit nicht den Trost, sondern ein Szenario, in dem ihre Angst bestehen bleiben darf.“ Das ist das Klügste was ich je über Migrationsgegner gelesen habe und hilft dabei, vieles besser zu verstehen. – Dr. Anna Bievor


Christentum, Judentum haben sich gewandelt, warum nicht auch der Islam? Alle islamischen Denker, die um eine zeitgemäße Reform des Islam mit der Feder gefochten haben, sind durch  Nichtbeachtung, Ausgrenzung oder Verfolgung aus der Umma  ihrer Heimatländer vertrieben worden. Die Ideologen besetzen weiterhin den Islam! Die Vorstellung, einen demokratisch reformierten Islam mit Hilfe einer demokratisch fundierten Moschee von unten aufzubauen ist ein Novum. So können die Muslime mit den Füßen abstimmen! Viel Erfolg für Frau Ates! – Christel Depenau


Es hat mich empört, später auch traurig gemacht, dass kein einziger der Beiträge zu dem Interview mit Herrn Böhmermann positiv ausgefallen ist. Herr Böhmermann ist demnach die „persona non grata“. In sonstigen Leserbriefen in der ZEIT gibt es in der Regel pro und contra. Mit keinem Wort wird die Zielperson Herr Erdogan, auf die die Sendung von Herrn Böhmermann zielte, erwähnt. Dabei stellt sich doch immer mehr heraus, dass Herr Erdogan durchgehend diktatorische und despotische Verhaltensweisen zeigt.
Es mag ja sein, dass die Sendung von Herrn Böhmermann für viele Leser der ZEIT unter der Gürtelline war. Doch das, was die Sendung bewirkt hat – nämlich, wie wichtig Demokratie ist – macht es für mein Dafürhalten zweitrangig, ob der Inhalt der Böhmermannschen Sendung unter der Gürtellinie ist oder nicht. „De gustibus non est disputandum“. Daß der Sachverhalt nun den Juristen – den Leserbriefen zufolge – überlassen wird, finde ich doch zu einseitig.
Wenn nicht auch Richter zu unterschiedlichen Auffassungen über bestehendes Recht kommen würden, gäbe es keine übergeordneten Gerichte. Was bei den Gerichtsverhandlungen herauskommen wird, ist meines Erachtens völlig offen. Jedenfalls wird Herr Erdogan genug Geld zur Verfügung stellen, um Anwälte, die bei deutschen Gerichten zugelassen sind, zu bezahlen. Für mich stellt sich als Resume des ganzen Sachverhalts dar: Herr Böhmermann hat sich um die Demokratie verdient gemacht. – Bernd Gerhauser


Leider komme ich erst heute dazu, mich zu dem Artikel „Wer beherrscht den Osten?“ Zeit Nr. 22 vom 19. Mai in der Ausgabe Zeit im Osten zu äußern. Es war durchaus „zeitgemäß“ dieses Thema wieder einmal aufzugreifen, da es absolut gar nichts von seiner Aktualität verloren hat. Auch der Querverweis auf die bevorstehenden Dokumentationen des MDR ist lobenswert.
Aber warum finden wir diese Tatsachen wiederum nur in der Region die diese Tatsachen selbst ja kennt? Es wäre eine große Leistungen der Zeit gewesen, diesen gut gemachten Artikel der gesamten Leserschaft in seiner Printausgabe zur Verfügung zu stellen. Aus den Biographien der vorgestellten Personen lassen sich so viele Denk- und Verhaltensmuster der Bevölkerung aus den östlichen Bundesländern ableiten.
Ich mache Ihnen einen Vorschlag. Um die Veränderungen im Osten zu dokumentieren, sollten das an Hand einer Straße tun.
Eine Straße mit ihren Geschäften, Wohnungen und Betrieben vor und bis 1989 und im Vergleich dazu diese Straße heute. Man findet alte Dinge wieder, manches erstrahlt im neuen Glanz und Neues ist entstanden, anderes verschwunden. Wenn Sie fragen, wo Sie eine solche Straße finden könnten, bin ich Ihnen gern behilflich. Die Lübecker Straße in Magdeburg bietet sich dafür sehr gut an. Schon der Name der Straße hatte in der DDR-Zeit bestand und man kann all die vorgenannten Dinge sehr exemplarisch an Hand dieser Straße darstellen. – Matthias Muth


Als Psychologie-Studentin hat mich Ihr Artikel zur Problematik der mangelnden Master-Plätze im Fach Psychologie zunächst sehr gefreut. Dennoch fand ich Ihre angedeutete Darstellung des traumdeutenden, gedankenlesenden Psychoanalytikers mehr als enttäuschend. Es ist natürlich gut, dass im Studium heute nicht ausschließlich Freud gelesen und Träume gedeutet werden; dass psychoanalytische Autoren jedoch überhaupt nicht mehr durchgenommen und Personen, die sich mit der Psychoanalyse beschäftigen, belächelt bis diskriminiert werden, ist ein Armutszeugnis für das Fach. Die psychoanalytische Therapie ist eine von den Krankenkassen anerkannte Therapieform, als solche sollte sie auch behandelt werden. Statt die gängigen Klischees zu bedienen, würde ich mir von der ZEIT eine differenziertere Darstellung, gerade auch der bedauernswert desolaten Position der Psychoanalyse an den deutschen Universitäten wünschen. – Daniela Futschik


Prima Artikel („Materielle Wellness“), Sie haben genau das ausgedrückt, was ich denke. Als ich am Anfang meiner Berufskarriere stand (1989), war ich ziemlich neidisch auf die Kollegen, die so ca. 15 Jahre vor mir angefangen hatten: Die Kollegen schwärmten mir von jährlichen Gehältserhöhungen von 500 – 700 DM vor! Eine Entwicklung, von der ich nur träumen konnte. Das hat mich eine ziemlich lange Zeit gequält, bis ich mir gedacht habe, dass ich mich selbst nicht glücklicher mache, wenn ich darauf schaue, wie es früher mal war. Also habe ich beschlossen, mich einfach nicht mehr dafür zu interessieren, wie gut es meine Kollegen gehabt hatten. Denn die Zeiten waren vorbei. Jede Generation muss die Herausforderungen annehmen, die auf sie zukommen – und das sind in jeder Generation andere. Vorherige Generationen zu beneiden hilft nicht weiter. – Anja Kohlmann


Nach der Rechtsauffassung von Herrn Bundesrichter Fischer müsste „lebenslänglich“ durch eine langjährige, aber begrenzte Haftstrafe ersetzt werden, weil das Strafmaß bei „Überschreiten der feinen Grenze zu Mord ins Unendliche schnellt“. Warum soll das falsch sein? Hat die vorsätzliche Tötung eines Menschen denn nicht eine andere „Dimension“ als ein, sagen wir Eigentumsdelikt. Und warum soll es gegen die Menschenrechte verstoßen, wenn ein Mensch, der einem anderen das Recht auf Leben nimmt, dafür im Regelfall mit dem definitiven Verlust seiner Freiheit bestraft wird? Nach Herrn Fischers Argumentation wäre das Strafmaß für Mord (bei einer Höchststrafe von 24 Jahren) nur 2,4 mal höher als die Höchststrafe bei Diebstahl (in schweren Fällen bis zu 10 Jahre Haft). Wäre das etwa gerechter als die heutige Situation? Oder spielt Gerechtigkeit im Justizwesen keine Rolle? – Joachim Konrad


Mutig, dass Sie im Leitartikel gegen den Strom schwimmen.
Privilegiert ist, wer sich überhaupt die Frage im Titel stellen kann. Mehrere Milliarden Menschen können das nicht. Verantwortungsvoller Umgang mit Pflanzenschutzmitteln ist ein Muss. – Antje Bauer


Sie haben, wider besseren Wissens, versucht Vorschriften im Flugverkehr zu missachten. Die Personen, die im Flughafen für die Einhaltung dieser Vorschriften in ihrem Bereich verantwortlich sind, haben Sie, wie Sie schreiben in unpassender Art und Weise, auf Ihr Fehlverhalten aufmerksam gemacht.  Dass Sie darüber nicht erfreut waren ist nachvollziehbar. Aber was in Ihrer Kolumne jetzt folgt ist billige Bedienung von Klischees und Mainstream: Rassismusvorwurf,  Umkehrung der Schuld, Herbeiordern des Chefs. Was soll das? Die Menschen, die besonders an Flughäfen diese Kontrolljobs durchführen, verdienen unsere Unterstützung und Anerkennung; sie sind verantwortlich für die Einhaltung der Sicherheits-Vorschriften und müssen diese durchsetzen. Ihnen gegenüber stehen oft Menschen, die versehentlich oder absichtlich Dingen schmuggeln wollen, vermeintliche Scherze machen (haben Sie Deinen Sprengstoff gefunden?), mit irgendwelchen Ausweisen die Kontrollen umgehen wollen, sie anpöbeln etc.  Dies geschieht den ganzen Tag, jeden Tag, die ganze Woche. Und trotzdem Sprengstoffanschläge, Flugzeugabstürze, Attentate in Flughäfen, Zügen, Bahnhöfen und somit permanent zunehmender Druck und steigende Anforderungen an das Sicherheitspersonal. Nachvollziehbar dass der Ton und das Verhalten des Personals nicht immer bestens ist. Und darüber diese Kolumne im Zeitmagazin?Diese Kolumne war ein Griff ins Klo und Ihrer nicht würdig! – Michael Boes


In der Tat geht es nicht nur darum, ob Glyphosat verboten werden soll oder nicht, vielmehr darum,  ob wir grundsätzlich eine Agrarwirtschaft brauchen oder wollen, die immense Kosten verursacht und unersetzliche Werte vernichtet. Lange vor dem Einsatz von Glyphosat haben Fachleute festgestellt, dass mehr als 75 % der Arten- und Biotopvernichtung auf das Konto der Intensiv-Landwirtschaft geht! Die EU will die Bundesrepublik zu einer hohen Bußgeldzahlung  verurteilen, weil die Nitrat-Belastung der Gewässer weit über den in der EU geltenden Höchstgrenzen liegt. Die Dünger- und Gülleorgien lassen grüssen. Sie sind auch direkt für den Tod von Menschen verantwortlich, denn mit der Gülle geraten multiresistente Keime ebenso in den Lebensmittelkreislauf, wie über das mit Medikamenten belastetes Fleisch. Die Dünge- und Pestizid-Exzesse dienen auch nicht nur dazu, um „ausreichend“ Lebensmittel für den menschlichen Verzehr zu produzieren, vielmehr wird ein großer Teil der Flächen für den Anbau sog. Energiepflanzen verbraucht.  Und die Krönung des Ganzen: DerAnbau fast jeder  Feldfrucht, wird subventioniert! Ein großer Teil des EU-Haushalts geht für die Subventionierung der Agrarwirtschaft drauf. Hinzu kommen Zahlungen aus den Steuersäckeln des Bundes und der Länder. D.h. die scheinbar „billigen Lebensmittel“ werden doppelt und dreifach  von der Allgemeinheit bezahlt. Die zerstörten Biotope und vernichteten Vogelpopulationen hat Martin Flade, vom Dachverband Deutscher Avifaunisten treffend als Biodiversitätsdesaster bezeichnet. Das Verbot von  Glyphosat wäre ein erster Schritt die irrwitzige Agrarpolitik endlich zu verändern. Das Institut für Risikobewertung, das isoliert einzelne Faktoren bewertet, ohne die Summierung und Potenzierung der Gesamtbelastungen zu berücksichtigen, ist nicht in der Lage die tatsächlichen Risiken zu beurteilen, zumal bekannt ist, dass die Untersuchungen oft industriefreundlich ausfallen. Da viel von den „Werten des christlichen Abendlandes“ die Rede ist, erinnern sich vielleicht die Menschen an die immer noch gültige Aussage: Der Mensch lebt nicht vom Brot allein….. – Reiner Schopf


Der Versuch, teils schwer verständliche Sachverhalte und Aspekte von klassischer Musik mittels der heutigen Alltagssprache auszudrücken, ist ehrenwert, kann aber auch grandios scheitern, wie dieses Interview zeigt. Man wird im Übrigen den Eindruck nicht los, dass die Antworten starken redaktionellen Eingriffen unterworfen waren. Beethoven auf diese gewöhnungsbedürftige Art popularisieren zu wollen geht m.E. grundsätzlich fehl. Seit über 100 Jahren gehören die Klaviersonaten Beethovens zum Kernrepertoire eines jeden ambitionierten Pianisten, sofern er nicht gänzlich andere Repertoireschwerpunkte hat, und ihre zyklische Aufführung zu den großen Herausforderungen, an denen jeder Interpret (und Zuhörer) im besonderen Maße wachsen kann. Mit Jubiläen hat dies nichts zu tun. Die Grundannahme ist also falsch. Leider sind die Fragen des Interviewers nicht gerade von Sachkenntnis und Respekt vor Kunst geprägt. Betrachten wir nur die ersten beiden Fragen: Die längere Zeit unveröffentlicht gebliebenen Sonaten op. 49 stehen außerhalb der Chronologie. Ihre Opuszahl ist insofern irreführend. Sie sind lange vor den Sonaten op. 31 entstanden. Was ist daran so erstaunlich, dass ein Mozart, ein Beethoven, die beide auch Klavierunterricht erteilten und mit Verlegerwünschen konfrontiert wurden, auch leichte Sonaten komponierten? Der erste Satz der sogenannten Mondscheinsonate ist einer der außerordentlichen Entwicklungsschritte in der Klaviermusik – allerdings nur, wenn man die Vortragsanweisungen Beethovens ernst nimmt, was leider selten geschieht. Warum nicht einfach einmal neu hinschauen, neu bedenken, neu hinhören? Es steht zu hoffen, dass ein Komponist wie Beethoven, der von Haus aus Jubiläen nicht nötig hat, unter dem kommenden nicht mehr zu leiden hat, als er von den Chancen, die ein Jubiläum bietet, profitiert. Genau gesagt: nicht Beethoven, sondern wir in unserem ernsthaften Bemühen, ihn etwas besser zu begreifen. – Dr. Michael Ladenburger


Ein Bravo für den Autor des Artikels Babyboomer  Alard von Kittlitz vom 12. Mai 2016 !! Die Öffentlichkeit muss und soll informiert werden über die spezielle Problematik dieser Generation! Alles , was der Autor schreibt, kann ich als akademisch ausgebildete Mutter, Jahrgang 1952, von 2 Töchtern, 27 und 29 Jahre  alt, akademische Abschlüsse, ledig und Berufsanfängerinnen  nach mühevollen Wartezeiten und vielen Berwerbungsbemühungen, ganz zu schweigen von den Kosten für diese Studien und die Auslandsaufenthalte der Töchter….. bestätigen!! Alles ist wahr , was dort steht und der Artikel „tat richtig gut“, wenn man die Perspektive der vielen Betroffenen kennt!
Ganz im Gegenteil der Artikel von Stefan WIlleke!! Unglaublich, wie dort in  einer Gegendarstellung und mit thematischer Ignoranz die  oben geschilderte Problematik abgekanzelt wird! Das macht wütend. Ich frage den Autor ganz einfach, ob er selbst Kinder hat, die nach dem Abitur gerade einen  akademischen Berufsweg anstreben?? Falls ja, kann  man sich über seine Äußerungen bezüglich vieler jungen Menschen, deren Situation von Kittlitz beschreibt, nur wundern! Was verlangt der Autor, völlige Anpassung an Ausnutzung, prekäre Arbeitsverhältnisse und ausschließlich naturwissenschaftliche Berufsbilder??? Wenn man natürlich einen guten Job als Jounalist bei der „Zeit“ hat, betrachtet man sicher die Dinge aus einer „materiellen Wellness“ Position und ist nicht gerade an der „Basis“ quasi vor Ort bei jungen Menschen aktiv. Ich wünsche allen jungen Leuten dieser Generation Arbeit und Wohlstand, nicht nur denen, die Ingenieur werden und die Babyboomereltern haben, die alles bezahlen können, denn gerade die sind doch die Erbengeneration! Als Journalist müsste man sich  doch gerade  einmal fragen, ob denn die Generation „Y“ überhaupt noch in Zukunft im Wohlstand lebt und z. B. erben kann und wird , falls man die Weltsituation mit ihren Gefährdungen in Zukunft – sowohl die natürlichen Ressourcen, Menschheitsfragen und Kriegsszenarien- in Betracht zieht! – Eleonore Hettler


Was soll dieses Generationen-Mobbing? Welche Generation ist als nächstes dran, von einer anderen richtiggehend niedergemacht zu werden, kommen vielleicht „die“ Teenies zu Wort, oder „die“ Rentner bzw. jeweils ein Stellvertreter, der oder die meint, zu wissen was seine oder ihre Generation für Probleme hat und welche andere Generation daran schuld ist? Haben wir wirklich keine anderen Probleme, als die Gesellschaft in Lager aufzuteilen, die sich gegenseitig vorwerfen, der Buhmann zu sein (um mal bei der äußerst einfachen Schwarz-Weiß-Malerei der Autoren Willeke und von Kittlitz zu bleiben)? So kann man Probleme – und eine Reihe davon wird ja durchaus in beiden Artikeln richtig benannt, wenn auch jeweils aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln – ganz sicher nicht lösen, da fehlt es ganz eindeutig an Konstruktivität. Statt motziger Anschuldigungen bzw. fast schon Beleidigungen: wie wäre es mit einem Aufruf zur gemeinsamen, gesamtgesellschaftlichen Problemlösungsfindung? – Randi Barth 


Neben einem spannenden Titelthema („die Kraft der Gedanken“, im Zeitmagazin), gutem Altbewährtem (Tillmann Prüfer, Wolfgang Schmidbauer), herrlich Humorvollem (Die Welt neu sortiert, Alles ist das neue Nichts), und gewohnt ärgerlichem (Martenstein), möchte ich für Seyran Ates‘ Beitrag “ Gründet mit mir eine neue Moschee“ danken. Als Kreuzbergerin, Religionswissenschaftlerin, und islamophile Feministin lade ich meinen Freundeskreis am „Tag der offenen Moschee“ gerne auf eine Tour durch die Moscheen in meinem Stadtteil ein, und wundere mich schon lange, dass Berlin noch keine liberale Moschee hat. Ich bin gespannt wie die Reaktionen sind, und hoffe Frau Ates wird nicht wieder von tausenden Hass-Mails überschüttet (was ich befürchte), sondern auch von aktiven Unterstützer_innen! Ich habe einmal an der Seite meines besten Freundes in einer liberalen Moschee in Toronto gebetet, und über weitere in Paris, New York und anderen Städten gelesen. Viel Glück, Frau Ates! Bleiben Sie mutig und hoffnungsvoll. – Lisa Mackenrodt


Das Titelbild der Österreichausgabe mit der head line „Kommt die Dritte Republik“ ist mehr als ärgerlich: Ich hab mir nie vorstellen können, dass eine seriöse linke Zeitung sich so von den Linksextremisten einspannen lässt. Jedenfalls ist eine so primitive Propaganda einem Intellektuellen-Blatt absolut unwürdig. Schämen Sie sich. Gerade deutsche Zeitungen sind in Zeiten des inakzeptablen deutschen Hegemonieanspruchs gut beraten, wenn Sie die Angelegenheiten Ihrer Nachbarn mit mehr Distanz und Respekt behandelten. Übrigens: Ich bin keine Norbert Hofer Wähler. – Hubert Held


Niemand wird gezwungen in Deutschland sein Leben nach dem Grundgesetz auszurichten. Deutsche Demokraten erwarten dies. Zu Recht. Für viele Menschen in Deutschland ist ihr Denkansatz des freiheitlichen Diskurses, der Argumente, der vielen alternativen Strategien zu kompliziert. Vielleicht können sie nicht so denken oder sie sind nicht bereit dazu. Auch ich bin es leid, uns immer in der Bringschuld zu sehen, Prävention, Integration anzubieten. Tatsache ist, dass der Rechtspopulismus in ganz Europa beängstigend zunimmt. Menschen lieben Tempokraten. Einfache Lösungen für komplexe Probleme. „Unterschätze nie die Macht dummer Leute, die einer Meinung sind!“ Das stellte schon Tucholsky fest. So werden wir zu Totengräbern der Demokratie. Autoren wie Seyran Ates, Sabitina James, Hamad Abdel-Samad, Jürgen Todenhöfer, Heinz Buschkowsky trugen zu meiner Überzeugung bei, dass der Islam mit unserer Demokratie nicht kompatibel ist. Der moslemische Teil der Bevölkerung, der sich mit unserem Grundgesetz identifizieren kann, gehört zu uns. Selbstverständlich. Der Islam nicht. Diese Gesamtproblematik bedarf klarer Strategien und Konsequenzen. Lassen wir es weiter so laufen, wird es andere geben, die den derzeitigen Entscheidungsträgern die Verantwortung aus der Hand nehmen werden. – Hubert Kohlbrenner


 

Diese Sammlung platter, nachgeplapperter Geistlosigkeiten sucht ihresgeichen. Da kann ich, bevor mir vor so viel Originalität geradezu die Luft wegbleibt, nur noch rasch ergänzen: Saudoof ist das neue Doof; Saublöd ist das neue Blöd; Saudumm ist das neue Dumm. Vielleicht ist es das, was uns „die derzeit liebste Floskel vieler Journalisten“ verraten will. – Dr. Helmut Hiß


Wieder einmal ein gelungener Artikel („War es der Rotwein?“) von Bern Ulrich! Dieser Artikel fasst für mich alle bisher beratschlagten, gefürchteten und erhofften Gedanken und Diskussionen zum Thema wunderbar zusammen. Vielen Dank. – Ilsemarie Weber


Die Juristin Seyran Ates kritisiert die „konservativen“ Gemeinden und den Inhalt der Predigten. Wir haben in Deutschland Religionsfreiheit. Das ist auch gut so. Wie eine Religionsgemeinschaft ihre Religion lebt, ist demnach allein ihre Entscheidung. Will man das nicht, ist das keine Demokratie mehr. Beiträge wie die von Seyran Ates kommen bei den meisten Lesern seit zwanzig Jahren bestens an – genauer gesagt bei den „aufgeklärten“ Nichtmuslimen. Klingt ja alles ganz gut, ein zurechtgestutzer Islam nach dem Gusto des Westens. Ates will den Islam „endlich“ aufklären, reformieren, demokratiefreundlicher machen. Wer das machen soll und überhaupt kann, diese Antwort bleibt sie schuldig. Empirische Belege für Ihre Ansichten? Sie liefert keine. Ates setzt sich für einen liberalen Islam ein. Die fünf Hauptsäulen des Islam sind das Glaubensbekenntnis, das Gebet, das Fasten, die Armensteuer (Zakat) und die große Wallfahrt nach Mekka (Hadsch). Interessant wäre es, ob sich die Juristin auch bei diesen Grundpfeilern liberalere Formen vorstellen kann. Darüber verliert sie kein Wort und bliebt so im Ungefähren. Nur dann könnten wir ihre Islam-Expertise einschätzen. Ansonsten bleibt ihr Text unwissenschaftlich, eine Art persönlicher Bericht. Nur welchen Nutzen haben Betroffenheits-Artikel?
Perfide ist jedoch ihr Satz „Liebe freiheitsliebende Muslime, bitte gründet mit mir eine liberale Moschee!“ Für dieses Vorhaben ist ihr ein gutes Gelingen zu wünschen, niemand hindert die daran. Nur: Warum hat sie das längst nicht gemacht? Allerdings ist es unseriös, den Muslimen unterschwellig zu unterstellen, dass sie die Freiheit nicht lieben würden. Man denke nur an die Länder in Nordafrika, die gegen die Besetzung von fremden Mächten gekämpft und ihr Leben verloren haben. Auch Mustafa Kemal Atatürk hat mit der türkischen Bevölkerung dafür gesorgt, dass westliche Besezatzungsmächte aus dem Land vertrieben wurden. Auch der Satz „Durch den Verzicht auf falsche Rücksichtnahmen“ ist grob fahrlässig. Welche Rücksicht, bitteschön? Vor dem immens gestiegenen Rassismus in Deutschland dem Islam gegenüber, auf einen Satz zu greifen, der gerne immer wieder von einigen Politikern und selbst ernannten Islamkritikern benutz wird, ist entweder (positiv formuliert) unvorsichtig oder hat Kalkül. Hier hätte sich die Zeit-Redaktion durchaus mit der Autorin beraten können. – Mehmed Kemal Calik


Man muss nicht die abstrakten Statistikzahlen des Money Tree Reports interpretieren, man kann die konkrete Situation anschauen. Vieles hat sich nach Fernost verschoben, die meisten Geräte kommen heutzutage aus Südkorea oder China und es gab eine Verdichtung der Halbleiterindustrie durch Fusionen und Übernahmen. Die PC-Hersteller sind mit der Ausnahme von Apple, HP/Compaq und Dell auch in Fernost. Die chinesische
Fa. Lenovo erwarb den PC-Bereich von IBM, die Motorola-Mobiltelephone von Google. Lenovo und NEC fusionierten 2011 ihr PC-Geschäft in Japan. Auch der Netzwerk-Spezialist Cisco hat Konkurrenz aus China bekommen: 2012 verzeichnete die Fa. Huawei nach eigenen Angaben einem Umsatz von $7,5 Mrd. ein Wachstum von 60% im Vergleich zum Vorjahr, wobei der Schwerpunkt der Firma Netzwerk-Ausrüstung ist.
Silicon Valley ist durch die Silizium-Chipindustrie entstanden (daher der Name). Nur damit lässt sich durch die steigenden Produktionskosten nicht mehr so viel Gewinn machen. Deswegen haben IBM und AMD ihre Chipfertigungen an die Fa. Global Foundries verkauft und Firmen wie HP, Motorola und Philips ihre Halbleiterbereiche als Spinoffs ausgegliedert: Avago Technology, Freescale Semiconductors und NXP. Und dann kamen noch
die Übernahmen: Avago erwarb Broadcom und LSI Logic, Freescale fusionierte mit NXP, Amazon erwarb Annapurna. Und vorher erwarb Texas Instruments die Fa. National Semiconductor. Das Silicon Valley schrumpft also tatsächlich, im wahren Sinn des Wortes. Die zwei größten Chip-Hersteller sind Samsung und TSMC-Taiwan Semiconductor Manufacturing Corp.Intel hat zusammen mit der chinesischen Fa. Tencent ein Tablet-Forschungszentrum in China gegründet. Trotzdem will Intel 12.000 Mitarbeiter weltweit entlassen. Der taiwanische Auftragshersteller Foxconn will die Chipentwicklungs-Fa. Socle Technology erwerben.
Die kanadische Fa. D-Wave Systems brachte den ersten kommerziellen Quantencomputer auf dem Markt. D-Waves gegenwärtige Hardware-Architektur, mit dem Codenamen „Chimera,“ sollte fähig sein, Quanten-Computing-Maschinen von bis zu 8000 Qubits zu bauen, sagt Jeremy Hilton, Vizepräsident für Prozessor-Entwicklung. Die Firmen wie Google, NASA, Lockheed-Martin und Los Alamos National Laboratory haben in D-Wave investiert. Die kanadischen Unternehmer Mike Lazaridis und Doug Fregin etablierten die $100 Mio.- Quantum Valley Investment
Fund. Süd-Ontario wird übrigens jetzt „Quantum Valley“ genannt. – Igor Fodor


„(…) Wer sich zu spät absetzt, den bestraft der Wähler.“ (…)  ????  Was soll das denn? Wer wählt denn einen Kanzlerkandidaten, dem die Verantwortung, die er im Kabinett hat, 9 Monate egal ist. Solche Persönlichkeitsstrukturen als Kanzler: Ohweia!! Aber er wird sowieso nicht Kanzler. Das ist ja schon mal beruhigend. – Heike Schalles


Seit Langem lese ich gern Ihre Kolumnen. Mit Witz und Ironie setzen Sie sich mit den   Höhen und Tiefen des menschlichen Zusammenlebens auseinander. Dazu gehören bestimmt auch die Erlebnisse auf deutschenFlughäfen und da speziell die bei der Sicherheitskontrolle. Ja auch ich fühle mich dort nicht wohl und würde mir oft auch eine freundliche Behandlung wünschen. Auch finde ich die Bestimmungen zur Mitnahme von bestimmten Sachen im Handgepäck sehr restriktiv und manchmal nicht nachvollziehbar. Aber nun gibt es mal diese Bestimmungen und die Sicherheitskontrolleure müssen diese Bestimmungen durchsetzen.  Was hat Sie nun getrieben, dass Sie, obwohl Sie genau wussten, dass die Mitnahme von mehreren Feuerzeugen nicht gestattet ist, versuchten, den ordnungsgemäß handelnden Kontrolleur zu überzeugen, für Sie eine Ausnahme zu machen? Wie kamenSie auf die perfide Eingebung, die Ablehnung, man sei nicht auf dem türkischen Basar, als rassistische Bemerkung hoch zu stilisieren? Sie fühlten sich nun besser, nach dem Sie die „Machtverhältnisse“ umgekehrt hatten. Anstatt nun den Triumpf zu genießen, haben Sie nachgewaschen und es dem   „unangenehmen Typ“ aber so richtig gezeigt und ihm bei seinem Vorgesetzten angezeigt. Ich bin enttäuscht, auf welch niedriges Niveau Sie sich in der Auseinandersetzung mit dem Kontrolleur, obwohl total im Unrecht, begeben haben.    Regelrecht entsetzt bin ich aber, das Sie Ihre Aktion noch in einer Kolumne verarbeiten und sich an der neuen Erfahrung erfreut haben. Mir tat sich leider nicht auf, welche neue Erfahrung Sie gemacht haben. – Notker Bleyl


Auf Darlegungen solcher Art habe ich schon lange gewartet. Was ich aber nicht gemerkt habe. Aber was ich gemerkt habe, ist folgendes: „So vorbei wie heute war das 20. Jahrhundert wohl noch nie.“ – Heike Schalles


Herr Wilhelm möchte nachvollziehbar erscheinende Neuerungen kreieren und diese mit steigenden Gebühren finanzieren. Letzteres ist ziemlich schlicht gedacht, wird aber wohl leider von der Politik abgesegnet werden. Dagegen vermisse ich gravierende Einsparungsvorschläge: Nach der heutigen Gebührenerfassung bedarf es nicht mehr der GEZ. Sie wurde aber seinerzeit nicht ersatzlos abgeschafft sondern umetikettiert. Warum gibt es zwei bundesweit agierende Fernsehanstalten? Es muss ja nicht eine vollständig abgewickelt werden: Die Übernahme bestimmter Formate sollte ausreichen. Vor Jahren wurde ich in einem Studio in Lokstedt interviewt. 19 Personen befanden sich im Raum einschl. der Fragerin und meiner Wenigkeit. Herr Wilhelm verwahrte sich gegen den Begriff der Zwangsabgabe. Doch er trifft zu: Obgleich ich noch nie einen Fernseher besessen habe, muss ich zahlen. Mir reicht das Radio, denn der Deutschlandfunk macht einen guten Job. Auch die Richterschaft findet nichts dabei, dass ich für eine Dienstleistung zahlen muss, die ich nicht in Anspruch nehme. Die mir unterstellte Möglichkeit, über das Internet einen Zugang zum Fernsehen zu erreichen, könnte ja technisch unterbunden werden.
Aber es kommt noch schlimmer: Herr Bömermann soll in seinem Rechtsstreit vom ZDF unterstützt werden, auch mit meinen Gebühren. Und in Chemnitz wandert eine Frau ins Gefängnis, weil sie sich der Gebührenzahlung verweigert hat. Das mag Recht sein, aber die Erbostheit über diese Vorgehensweise steigt. Was daraus werden kann, wenn sie mit anderen Dingen kumuliert, kann bereits besichtigt werden. – Oskar Meyer


Ein liberaler Islam wäre in der Tat ein Gottesgeschenk. Was wir aber auch brauchen, ist ein liberales Christentum. Ein Christentum, dem anzumerken ist, dass es neben dem Islam und anderen Religionen auch etwas zu bieten hat an realitätswirksamer Spiritualität und das nicht an frühchristlichen Dogmen klebt, sondern durch historisch-kritische Betrachtung der Quellen aufzeigt, was diese Quellen aussagen über die Sehnsüchte und Ängste der Menschen. Diese Aussagen würden Hilfe und Trost bieten für unsere gegenwärtige Existenz. Ein konfliktloses, tolerantes Nebeneinander der Religionen wäre dann möglich. – Albrecht Hauter


Mit 70 Jahren gehöre ich praktisch der Vätergeneration von Herrn Willeke an, aber seinen Befund unterschreibe ich vollinhaltlich. In meiner Generation begann in Europa der soziale Aufstieg bisher uterprivelegierter Schichten als Folge von Maßnahmen der sozialdemokratische geführten Regierungen zu einem liberalisierten Bildungszugang (die Konservativen bremsen diese Entwicklung bis heute, wann immer es geht – sh. die Diskussion über das Gymnasium). Ich neige allerdings zur Feststellung, dass die von Herrn Willeke beschriebenen Befindlichkeiten der Berufsanfänger bereits seit mindestens 20 Jahren andauern. – Günther Lettau


Die Verfasser haben gant recht damit, daß das Rechts-Links-Schema politische Positionen oft nicht richtig beschreiben kann; nach ihm wären Linkspartei und AfD am weitesten voneinander entfernt, die einander ja tatsächlich in vielem ähneln, nicht nur in ihrer Sympathie für Putin. Nicht einleuchtend erscheint mir aber die Einordnung der Grünen als Spitze von Selbstbestimmung, Mitbestimmung und Emanzipation. Denn neben ihrer unbestreitbaren liberalen Seite hat diese Partei eben auch die Tendenz zu Vorschrift, Verbot, moralischem Rigorismus und mehr oder weniger sanfter Volksumerziehung („Veggie-Day“, politisch-korrekte Sprachregelungen, Gender-Quoten für Straßennamen, Verbot von Werbung, bei der befürchtet wird, daß sie ein Gesellschaftskonzept vermittelt, das dem eigenen Ideal widerstreitet). Das Dilemma an sich kommt schon in Dostojewskis Roman „Dämomen“ vor; dort tritt einmal ein revolutionärer Vordenker mit einem Mauskript auf, der verkündet, er habe das Konzept für die Verwirklichung der vollkommenen menschlichen Freiheit ausgearbeitet. Am Anfang stehe das Prinzip der totalen Emanzipation, am Ende komme die absolute Tyrannei heraus, aber er habe alles durchgerechnet, es gehe nicht anders. Noch ein Wort zu dem interessanten Gespräch über Beethovens Sonaten: Ich habe mich gewundert, daß die Bonsai-Sonaten op. 49 einvernehmlich zeitlich zwischen op. 31 und der Waldsteinsonate (op. 53) angesetzt wurden. Ich hatte sie immer für ein Frühwerk gehalten, das seine recht hohe Opus-Zahl lediglich der späten Veröffentlichung verdankt. – Simon Gerber


Wenn die Öffentlich-rechtlichen nicht so feige wären und ihre Produktionen ähnlich wie beim Bezahltfernsehen dem Publikum anböten , würden sie schnell merken, dass sie am Großteil der Bevölkerung vorbeiproduzierten, die  ihre Sendungen dann links liegen ließen. Aber ARD und ZDF und die öffentlichen Rundfunkanstalten sind in der Versorgung durch die Politik fett und träge geworden und scheuen die freie Auseinandersetzung mit anderen.Wenn sie so wie im Interview von ihrer Qualität überzeugt wären, könnten sie sich doch hinter ihren Mauern hervorwagen? – Alois Lienhard


Dem Inhalt des Artikels von Stefan Willeke möchte ich voll zustimmen, ohne die Klage von Alard von Kittlitz gelesen zu haben. Die weinerliche Attitüde einiger junger Leute über zu erwartende schlechte Altersversorgung ist für die ältere Generation, die ihre Renten oder Pensionen auch nicht geschenkt bekommen haben, schlichtweg nervend. Wenn ich mit Anfang dreißig schon über meine unzureichende spätere Rente lamentiere, läßt das doch tief blicken. Es wäre an der Zeit, anzupacken. Erste Rentenzahlungen kommen erst in mehr als 30 Jahren, vorausgesetzt, es hat auch Einzahlungen in das Rentensystem gegeben. Also auf denn! – Klaus Margot


Ein spannender Beitrag zu einem Thema, welches mich als Berater immer wieder zu den Anonymen Alkoholikern führte, wenn es bei meinen Klienten Mitarbeiter auf allen Ebenen gab, die heimlich tranken. Als Testamentsvollstrecker eines verstorbenen Freundes, dessen Töchter aus drei gescheiterten Ehen ihre Sorgen und Nöte z.Teil auch mit Alkohol u.a. Drogen mildern wollten, würde ich Ihren Beitrag gerne an die Betroffenen weiterleiten, wenn Sie mir die pdf-Datei übermitteln könnten. Wenn Sie darüber hinaus gute Informationsquellen haben, wäre ich für Links auch dankbar. – Diether Sieghart


Während meiner Schulzeit haben Schüler & Lehrer lauthals geschworen, Antisemitismus nie wieder zuzulassen und null Toleranz gegen Judenhass zu zeigen. Freilich sah es duster aus für die Kinder, die zuhause tatsächlich ihre Familien konfrontierten. Hat jemals jemand darüber nachgedacht, wie ein Kind seine Eltern und Grosseltern hinterfragen soll, wo es doch von ihnen abhängig ist? Weiter brachten es die Kinder, die die Ansichten ihrer Familien annahmen und in der Schule etwas Gebrauchsheuchelei betrieben.
Auf diese Weise kann man womöglich den unterschwelligen Antisemitismus in Deutschland erklären, demnach 65 % der Deutschen sich von Israel bedroht fühlen. Im Jahre 2014 wurden in Europa- auch in Deutschland- muslimische Mitbürger aktiv, demonstrierten auf den Strassen und griffen Synagogen an. Anscheinend hatten da viele Deutsche ihre Schulbildung schon vergessen, denn statt null Toleranz war Toleranz angesagt. Plötzlich musste man die Verzweiflung der antisemitischen Demonstranten & Gewalttäter verstehen. Antisemitismus wurde zu etwas Begründetem und sogar Zeichen von Weltoffenheit.
Inzwischen gilt Angst als irrational. Sorge gegenüber grossen Zahlen an Migranten aus antisemitischen Ländern ist unerwünscht. Was einst als dramatische Schwäche Deutschlands galt, ist nun eine vernachlässigbare Lappalie. Antisemitismus? Kann in Deutschland ja nicht zur Gefahr werden. Gerade linke Gruppierungen halten sich für immun. Als besonderen Clou empfand ich die belehrenden Reaktionen auf Netanjahu, der Deutschland auf den Antisemitismus in der arabischen Welt aufmerksam machte und dafür belächelt wurde. Wie kann sich ein Land so drehen? Was wurde aus den Überzeugungen einer ganzen Generation? Extremismus durch Ironie unschädlich machen zu wollen, ist ein schöner Gedanke. Den hatte auch Jan Böhmermann. Auf den Humor der Kanzlerin baute er jedoch vergeblich. Gut, dass die Medien Verhaltensregeln an die Bevölkerung herausgeben. Darf ich was sagen? Darf ich mich fühlen? Wenn ja, wie? Gut natürlich! Sagt mir Bescheid, wenn ich Angst bekommen darf: ja  ()   nein  ()   vielleicht  () – Ute Aurin


Ganz besonders mag ich die letzte Replik von Herrn Marx: „Wir sollten das Leben nicht mit Laster- und Tugendkatalogen zupflastern“. Ausgesprochen von einem mächtigen Akteur in einer Organisation, die das Leben mit Laster- und Tugendkatalogen zupflastert. – Johannes Koch


Es ist verzeihlich wenn der Pianist Igor Levit zum Nachweis seiner sprachlichen Modernität gleich mehrfach in den “Jugendsprech” verfällt und den Anfang der Waldstein-Sonate als “unheimlich geil” bezeichnet. Der ZEIT nehme ich es jedoch sehr übel, dass sie es zulässt, dass Herr von Uslar das abstoßende Unwort “geil” in der Überschrift im Feuilleton einer Zeitung benutzt, die – nach meinem bisherigen Empfinden – ein hohes sprachliches Niveau pflegt. Dazu noch auf der ersten Seite, als Aufmacher für ein Gespräch über das Beethoven-Jahr und Beethovens Sonaten. Einige mögen es als “mit der Zeit gehend” empfinden. Es gab Zeiten, da sollte eine Überschrift das Interesse des Lesers wecken, indem es etwas über den Inhalt des Beitrags verriet. Da kann ich nur sagen: Armer Igor Levit, armer Beethoven. Ein spannendes Gespräch wurde auf den falschen Satz reduziert und durch eine affektiert trendige Überschrift auf Bildzeitungsniveau erniedrigt. – Sven Herfurth