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16. Februar 2017 – Ausgabe 8

 

Leserbrief zu „Atommacht D?“ von Josef Joffe

Sie schreiben: „Heute ist die nukleare Option“ weder Träume noch Alpträume wert, weil Deutschland schlicht nicht hat, was gebraucht wird. Diese Meinung teilen Sie mit ca. (92-98%) aller Landsleute. Aber das ist eine Illosion:

  1. Wenn Deutschland Plutonium benötigt, liegt dieses wohlverwahrt in unzähligen gelben Fässern mit dem „Radioaktivitäts-Symbol“. Diese sollen sicher für 1.000.000 Jahre gelagert werden. Es ist den Fachleuten auf der Welt wohlbekannt, wie man Plutonium aus diesen Fässern mit schlichten und wohlbekannten chemischen Mitteln herausholt. Derartige Anlagen kann man nebst Bedienungspersonal preiswert auf dem Weltmarkt einkaufen.
  2. Viel schlimmer ist aber unser gesetzliches DENKVERBOT über die Alternative wie solches in interessierten Ländern praktiziert wird, um die friedliche Nutzung der Kernenergie zukunfts-sicher zu machen – und damit einem entscheidenden Beitrag zu den REALEN Weltproblemen, wie Kimawandel und die gesicherte Stromversorgung in Mega-Städten während möglicher Kälteeinbrüche zu gewährleisten.

Wir befinden uns auf dem 3. Sonderweg Deutschlands nach 1900, den die Welt mit Erstaunen zu Kenntnis nimmt – und den nicht nur Nachbarnationen bedenklich finden. – Reinhard Brandt


Leserbrief zum Titelthema „Wer setzt Kindern noch Grenzen?“

Ich habe selbst noch keine Kinder. Dennoch habe ich mich sehr auf die Titelgeschichte gefreut. Denn natürlich ist die Erziehung in einer Zeit mit einem allgegenwärtigen Smartphone, der Auflösung von Öffentlichem und Privaten, und einem globalen Wettbewerb schwieriger geworden. Leider beschäftigt sich der Autor lediglich das x-te Mal mit der Degradierung Trumps als US-Präsidenten. Schade. Aus meiner Sicht ist das eine Themaverfehlung. Man hätte auch eine andere Frage stellen können: Sind Grenzen nicht etwas Positives? Haben nicht erst Entgrenzungsprozesse dazu geführt, dass mehr Menschen als je zuvor unter Depressionen, Burnout etc. leiden? – Christian Orth


Leserbrief zu „Fake-News im Vatikan“ von Evelyn Finger

Es ist nicht verwunderlich, dass hier immer wieder von „Reformen“ in der katholischen Kirche gesprochen werden; welche „Reformen“? Verwaltungsreformen im Vatikan – nach dem Konzil waren welche; Benedikt XVI. hat einige veranlasst – so wird jetzt auch einiges notwendig sein; das ist ja – wie in jeder non-profit-organisation – mal notwendig. Also, welche sog. Reformen werden hier gemeint? Die Lehre des Herrn „reformieren“ – wird dies her gemeint? Das wäre sicherlich nicht im Sinne unseres Herrn und Gottes! Der Apostel Paulus sagt in Gal 1, 8 „wer ein anderes Evangelium verkündet als ich, der sei verflucht“; ist doch klar und eindeutig – oder?!

„Darum lässt Gott sie der Macht des Irrtums verfallen, so dass sie der Lüge glauben“ 2 Thess 2, 11. Hier wird suggeriert – das bedarf alles einer sog. Reform; es wird darsgestellt als seien hier Architekten am Werk die der Statik sehr böse sind, dass sie sich nach ihr richten müssen, wenn ihr Haus Bestand haben soll. Arme Irre! Dominus Jesus sagt sachlich und objektiv was Sache ist. Das kirchliche Bodenpersonal ist nicht Verfügungsberechtiger über die wahre Lehre unseres Herrn und Gottes Jesus Christus; sondern auch sie unterstehen dem Wort dieses Gottes – für alle Zeiten! Sie neigen immer dazu, die Wahrheit zu verfälschen, sie den Menschen maul-gerecht zu machen. „Sie haben den geraden Weg verlassen und sind in die Irre gegangen“ 2 Petr 2, 15. Sicherlich für viele Menschen „dummes Zeug“;  „für die Welt ist das Kreuz Torheit für uns aber das Heil“! – Dr.Dr.  Michael Joseph Schaaf


Leserbrief zu „Falsche Feinde“ von Uwe Jean Heuser

Alles OK. Den Eurokurs hat die EZB durch ihre Maßnahmen abgesenkt. Deswegen exportiert Deutschland (zu) viel. Jedoch “Nur können die Deutschen ausnahmsweise nichts dafür.” ist zumindest etwas schief. Deutschland hätte das schon geändert haben können, wenn es schrittweise und vorsichtig, aber doch deutlich die MwSt-Erstattung für Exporte heruntergeregelt und die Exportfirmen veranlasst hätte, diese ihre Kostenerhöhungen an die ausländischen Kunden weiter zu geben. Das hätte, wenn man ein wenig nachdenkt, wie ein Ei des Kolumbus per Saldo fast nur Vorteile gehabt. – Dr. Hergen Heinemann


Leserbrief zum Titelthema „Wer setzt Kindern noch Grenzen?“

Ergänzend zu Ihrer umfangreichen Recherche zum Thema, wie Kinder an das Wissen der heutigen Zeit herangeführt werden können, möchte ich auf das „homeschooling“ hinweisen, das in Deutschland verboten, in umliegenden Ländern jedoch erlaubt ist.

Ich habe die große Freude, eine nach England ausgewanderte deutsche Familie beim homeschooling beobachten zu können. Die vier Kinder, zur Zeit 3-5-7-9 Jahre alt, sind bilingual, englisch und deutsch, sie sind erfolgreich im Sport, spielen, so es das Alter ermöglicht, ein Instrument ihrer Wahl. Ich erlebe die Kinder als ausgesprochen kreativ, sozial und außergewöhnlich interessiert an allem was um sie herum passiert. Die Kinder haben eingeschränkten Zugang zu smartphones, ohne großes Interesse an Spielen damit zu entwickeln. Viel mehr nutzen sie die Geräte um z.B. im Kontakt mit Familienmitgliedern auf dem Kontinent zu sein, aber auch um eine weitere Sprache über eine App zu lernen oder Matheaufgaben zu lösen.

Die Familie folgt keiner speziellen Ideologie. Die Kinder sind in ein soziales Netz gut integriert und können sich dank homeschooling entsprechend ihren intellektuellen Fähigkeiten bilden.

Es ist mir aus diesem Grund ein Anliegen, Sie zu bitten, auch dieses Thema in Ihrem nächsten ZEIT-SCHULE zu berücksichtigen. Vielleicht interessiert es Sie, dass in den Pfingstferien ein homeed-camp in S-England stattfindet, wo Sich die Familien treffen können.  Die Kinder werden in einem Zirkus betreut, wenn die Eltern sich in Diskussionsgruppen zum Erfahrungsaustausch treffen. – Sabine Krause-Holzer


Leserbrief zum Titelthema „Wer setzt Kindern noch Grenzen?“

Eine der direkten und indirekten Leitfragen: Warum wird im Elternhaus kaum noch gebildet, erzogen und unterrichtet? Dazu gibt es einen interessanten Hinweis bereits bei Martin Luther, der im Reformationsjahr nicht unterschlagen werden sollte:

„Dass dies durch die Eltern nicht geschieht, hat mancherlei Ursachen. Zum einen sind etliche einfach nicht so rechtschaffen und pflichtbewusst, dass sie es täten, obgleich sie es könnten….

Zum zweiten ist die große Mehrheit der Eltern leider unfähig dazu und weiß leider nicht, wie man Kinder erziehen und lehren soll…

Zum dritten….haben sie vor anderen Geschäften und der Haushaltung weder Zeit noch Raum dazu…..
Weiter gibt es etliche, die keine Kinder haben. Die kümmern sich daher auch nicht um diese Sache…..
Darum wird es nun dem Rat und der Obrigkeit zukommen, die allergrößte Fürsorge und Gewissenhaftigkeit dem jungen Volk zu widmen.“

Bereits vor 500 Jahren ruft Luther deshalb zur Gründung von Volksschulen auf. Er macht sich außerdem für die Ausbildung von Volksschulehrern (nicht nur Lateinschulmeistern) stark sieht und dabei nicht nur die Notwendigkeit, mit Hilfe des Lesens die Bibel zu lesen und dadurch zu einer selbst verantworteten Religiosität zu finden, sondern auch den direkten Nutzen für die Berufsfindung und für den damit verbundenen, selbst erworbenen Wohlstand, indem er Eltern davor warnt, bei sich und ihren Kindern nicht vorrangig um die Bequemlichkeit der „Bauchsorge“ bemüht zu sein. – Dr. Hartmut Karg


Leserbrief zu „Assads Hölle“ von Mohamed Amjahid

das Interview mit Herrn Serrih stimmt mich nachdenklich. Er hat recht mit der Aussage, dass der Westen es sich teilweise zu einfach macht. Doch es bleiben Fragen:

– Warum die Attacke nur auf den Westen? Machen es sich Lander wie Saudi-Arabien nicht auch ziemlich einfach?

– Wenn man persoenlich solche Graeuel erfaehrt wie Herr Serrih, dann ist es unertraeglich zu erfahren, dass andere Menschen weiter weg nicht sofort eine Notwendigkeit zu handeln sehen. Doch die Reaktion des Westens ist nicht so ungewoehnlich: Wie hat Herr Serrih (sofern er schon alt genug ist dafuer) auf den Voelkermord in Ruanda reagiert? Wuerde er in einer aehnlichen Situation z.B. 200000 Fluechtlinge aus Ruanda aufnehmen und militaerisches Eingreifen befuerworten? Und wuerden das die syrischen BuergerInnen insgesamt befuerworten?

Dass uns Leid in der Ferne weniger beruehrt ist menschlich, aber deshalb nicht akzeptabel (gleiches gilt z.B. fuer das neugierige Anstarren von Unfallopfern). In beiden Faellen hilft es den Verstand einzuschalten und deshlab waere etwas weniger moralische Selbstgerechtigkeit auf beiden Seiten hilfreich. – Sabine Moehler


Leserbrief zum Titelthema „Wer setzt Kindern noch Grenzen?“

Wer hat diese anspruchsvollen Zeilen mit falschem Ergebnis geschaffen, geschrieben, als Leitlinie vorgegeben?? Ich habe keinen Verfasser feststellen können.

Ich wollte ihm/ihr  sagen: wenn Sie das gut finden, was in den Familien, in den Schulen, auf der Straße heute von vielen Kindern/Jugendlichen – weit mehr als vor 10,20,30,40,50 Jahren – gelebt und als Erzogene gezeigt wird, dann graust mir vor den nächsten 10 Jahren.

Wenn die Eltern die Charakter-Werte – pünktlich, ehrlich, zuverlässig, höflich, ordentlich, fleissig, sparsam, hilfsbereit, geduldig, rücksichtsvoll, gutes Benehmen – nicht mehr ihren Kindern vermitteln wollen oder können, und wenn Gerichte und Mütter Kindeswollen vor Kindeswohl stellen – aus welchen Gründen auch immer – dann gehen wir einem noch schwierigeren gesellschaftlichen Zusamennleben entgegen, als wir derzeit schon erleben. Ich statt wir wird noch mehr gezüchtet werden . Die heutigen „europäische Zustände“  finden Sie gut?? In welcher europäischen Welte leben Sie – behütet bei Mama, abgelegen im Dorf, auf einer Insel?? Doch nicht etwa in einer größeren Stadt, in einem Ballungsgebiet, auf der Straße? Schon starker Tobak, den sie da mit elitären Worten schildern. – Albrecht von Hagen


Leserbrief zu „Martin, wir wollen den Sieg von dir!“ von Matthias Geis

Seit Willy Brandt hat kein SPD-Chef und Kanzlerkandidat das sozialdemokratische Herz berührt, wie Martin Schulz. Beide stehen in in ihrer Zeit für eine politische Vision, die wider der herrschenden Vernunft zu den politischen Gegebenheiten gerichtet ist. Dies war bei Willy Brandt die neue Ostpolitik, dies ist bei Martin Schulz viel mehr in der Verkörperung seiner Person als in den bisherigen Worten zum Thema, die neue Europäische Perspektive für dieses Deutschland.

Auf dem Boden der wirtschaftlichen und geopolitischen Machtkonstellationen hat sich in den letzten 2 Jahrzehnten eine politische Dominanz Deutschlands in Europa entwickelt, die ihre Mitglieder immer stärker an den Rand drückt und – als Gegenreaktion – die nationalistischen Tendenzen beflügelt. Die Kanzlerin mit der Union steht zu dieser Dominanz Deutschlands, sicher auch verführt durch die Ratio der amerikanischen Politik, in der der Stärkste auch die Führungsverantwortung übernehmen muss. Sie ist mit dieser politischen Ratio – auch in der öffentlichen Wahrnehmung vieler Menschen – in Europa mehr zum Teil des Problems denn als Teil zu dessen Lösung geworden. Sowohl der Brexit als jetzt auch Donald Trump heben neue europäische Gefühle, die Martin Schulz durch seine bisherige politische Vita sehr viel glaubwürdiger repräsentiert als die Kanzlerin.

Der kommende Wahlkampf wird daher ein Wahlkampf über die Zukunft Deutschlands in Europa werden, zu der mit Martin Schulz dann nicht mehr nur eine Defensiv-Position eines Europas als Ausdruck der politischen Vernunft sondern eine Offensiv-Position zu einem internationalen Europa zur Wahl steht wider die Vernunft nationaler Interessenpolitik. – Michael Parbs-Dalitz


Leserbrief zum Titelthema „Wer setzt Kindern noch Grenzen?“

Über die Zeit-Themen muss ich manchmal lächeln, sie bewegen sich oftmals zwischen Plattitüden und Plaudern aus dem Nähkästchen.

Das Thema „Wer setzt Kindern noch Grenzen“ ist alt, und doch nicht gelöst. Ich sage Ihnen auch warum:

Wer setzt in der Gesellschaft ÜBERHAUPT noch Grenzen? Befinden wir uns alle nicht zwischen großer Freiheit (links) und Sehnsucht nach Orientierung (rechts)?

Das wäre mal ein Thema, das es lohnen würde zu erörtern. (Und so ist es doch überhaupt nicht verwunderlich, dass unsere Sprösslinge sich ebenso verhalten – wie die Alten…) – S. Ritter


Leserbrief zu “ Busse stehen kopf, Bürger auch“ von Hanno Rauterberg

In der letzten Printausgabe der Zeit berichten Sie über am 13. 2. angeblich abgeklebte Stolpersteine (zur Erinnerung an Holocaust-Opfer) in Dresden. Damit haben sich zwar Rechte im Netz gebrüstet, aber das hat es wohl nicht wirklich gegeben, wie die „Sächsische Zeitung“ am Mittwoch berichtete:

Zitat SZ:

Weder einen Hinweis auf die Täter noch auf die Tat fand die Polizei bei ihren Ermittlungen zu angeblich überklebten Stolpersteinen in Dresden. Eine Gruppe, die sich „Freie Aktivisten“ nennt, hatte bereits am Montag im Internet behauptet, solche Gedenksteine, die an ermordete Dresdner Juden erinnern, überklebt zu haben. Dazu veröffentlichte die Gruppe entsprechende Fotos. Die Polizei überprüfte daraufhin alle Dresdner Stolpersteine, sagte Sprecher Marko Laske am Dienstagnachmittag. „Wir haben nichts gefunden.“ Zitatende.

Es handelt sich bei Ihrer Darstellung wohl um die Unwahrheit. Damit liefern Sie leider ein weiteres Beispiel für einseitige Berichterstattung (eine sehr wohlwollende Charakterisierung) über den Osten Deutschlands, speziell Dresden. Über die durchgängig positive Aufnahme des auf dem Theaterplatz installierten Gräberfelds vonn Bootsflüchtlingen berichten Sie nichts. Natürlich! – Thomas Hanke


Leserbrief zu „Martin, wir wollen den Sieg von dir!“ von Matthias Geis

Als ich den Artikel las, fragte ich mich, was das denn für ein Niveau ist, ähnelt es doch sehr dem der anderen Zeitung mit den vier großen Buchstaben. Immer schön bis nah an die Gürtellinie, am besten noch ein wenig darunter.

Warum die ZEIT das Geschreibsel des Herrn Reul als Basis für einen Artikel nimmt, bleibt wohl ihr Geheimnis.

Und übrigens, auch ich esse gerne gut. –  Anne Sieben


Leserbrief zu „Prominent Ignoriert: Wahres Schwein“

Die Bauernregel ist leider nur rudimentär gebracht. Der Geamttext lautet: „Steht das Schwein auf einem Bein, Ist der Schweinestall zu klein. In Panik rennt es schnell hinaus, Bis nach Berlin, ins Bundeshaus. Schaftt es sogar ins Kabinett, Macht sich dort dick und rund und fett. Hinterläßt noch seinen Mist, Obwohl davon genug dort ist!“ – Rudolf Reinhardt  


Leserbrief „Wo seid ihr, Kollegen?“ von Arnfried Schenk

Mit großem Interesse begann ich den Artikel „Wo seid ihr, Kollegen? Frankfurter Grundschullehrer klagen über zu hohe Arbeitsbelastung und zu schlechte Schüler. Was ist da los?“ zu lesen. Ich stimme mit den Grundthesen überein und freue mich sehr über die Aufmerksamkeit für das Thema „Zu viel Arbeit für zu wenige Menschen“ im Schulbereich. Gerade in so einem Artikel sollte allerdings darauf geachtet werden, dass Vorurteile, also Urteile, die vorm eigentlich Wissen gefällt wurden, auch noch ausgeschrieben werden. „Man liest: Aysche, Muhammad, Caleria, Dragan, 23 Namen, nur zwei davon lassen auf deutsche Muttersprachler schließen“ ist genau so eine Aussage. Wir befinden uns nicht in den 80ern und haben eine Menge Kinder in der zweite und sogar dritten Generation nach der Migration vieler Mitbürger_innen. Das Wort Muttersprache ist sowieso überholt, Germanisten und Erziehungswissenschaftler nennen das Erstsprache. Diese Kinder wachsen öfter mit Deutsch im Haushalt auf, als Sie denken. Ich habe mehrere Kinder in meiner Stadtteilschulklasse in Hamburg, deren Name etwas anderes suggerieren könnte, als es die Realität ist. Ich würde Sie wirklich bitten von solchen Verallgemeinerungen abzusehen. Darzustellen, wie viele kein ausreichendes Deutsch können, wäre ja kein Problem… Lehrer und die Gesellschaft weiterhin darauf zu polen, dass sie beim Hören/Lesen solcher Namen auf die Herkunft schließen und das Sprachvermögen vorbeurteilen, ist wie People of Color als potentiell schlechte Schüler mit schlechten Deutschkenntnissen abzustempeln! Differenziertes Schreiben und Berichten über Schule und gesellschaftliche Probleme geht anders. – Sarah Schnoor


Leserbrief zum Titelthema „Wer setzt Kindern noch Grenzen?“

Als jemand, die 3 Kinder großgezogen hat und als Pädagogin tätig ist, kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass Ihr Artikel komplett an der Fragestellung vorbeigeht. Gemeint sind doch nicht die Grenzen Trumps, sondern ganz konkret die Grenzen der Erziehung jeder einzelnen Mutter, jedes einzelnen Vaters hierzulande. Müssen wir wirklich momentan jedes Thema mit Trump in Verbindung bringen? Was sollen diese postfaktischen Pseudozusammenhänge? – Hildegard Schuster


Leserbrief zu „Der Hass auf die da oben“ von Jens Jessen

Ich bedanke mich für Ihren Artikel in der ZEIT.

An der von Ihnen zitierten Aussage von Martin Schulz über die „selbst ernannten Eliten“ und die „hart arbeitenden Menschen“ beschlich mich, wie Sie, ein Ungefühl, das Sie mir bestätigt und erhellt haben. (Ich denke, das freut Sie, das soll es ja auch) Schon das Wort „selbst ernannt“ ist irreführender Blödsinn. Es gibt doch kein Elitemitglied, das nicht irgendwo diplomiert oder/und gewählt wurde, das reicht von Herrn Schulz bis zu Hitler, man kann auch noch was erben (Trump).

Ich hab dazu zwei ergänzende und vertiefende Gedanken.

1.)

In dem Buch »Amerika vor Kolumbus« von Charles C. Mann las ich folgenden Satz: »Das Schreiben beginnt mit dem Zählen. Wenn eine Kultur groß genug wird, schafft sie eine Elite, die alles, was als wichtig gilt, überwachen muss…«. Auf der Basis von Rechnen, Lesen und Schreiben. D.h. auch Bürokratie. Den Beginn davon kann man datieren auf ca 8000 vor Christus, sowohl in Mesopotamien, als auch sehr früh in Mittelamerika.

2.)

Die Geschichte im Alten Testament von Josef und seinen Brüdern. Diese wollten ihren Bruder umbringen, weil er hübscher, begabter und deshalb bevorzugt war. Er taucht dann in der Elite von Ägypten wieder auf, weil er gut rechnen, schreiben und lesen kann und überhaupt klug ist. Am Ende rettet er noch generös seine Brüder. (Zwischendurch wird er noch von einer hoch gestellten Frau angemacht, aber auch dabei bleibt er klug)

Die CDU hat den Widerspruch bei Schulz sofort instinktsicher erkannt, verbindet das aber gleichzeitig mit einer, wie ich auch finde, »Schmutzkampagne«. Es geht also los. Dennoch finde ich Schulz, wie einige Ihrer Kollegen, im Augenblick einen »Glücksfall« für unsere Demokratie und die sonst untergehende Sozialdemokratie. Ich will aber auch Frau Merkel und einigen anderen Elitepolitikern meine Anerkennung gar nicht verwehren.

Ich frage mich, schlägt Schulz bewusst und mit Kalkül diesen populistischen Ton an? In dieser populistischen Zeit. Oder reicht seine Bildung nicht, weil er kein Abitur hat? Aber als Buchhändler..?

Ich frage mich auch: fühlen Sie und ich uns als Mitglieder einer intellektuellen Elite mit Abitur nur angegriffen und meinen uns verteidigen zu müssen? Vielleicht auch. Aber das wäre nicht der Kern der Sache!

Bzw. warum eigentlich nicht? Es bleibt doch festzustellen, wer schreiben und lesen kann, kann mehr als der, der es nicht kann. »Das wird man doch noch mal sagen dürfen!« – Prof. Karsten Schwerdtfeger


Leserbrief zum Titelthema „Wer setzt Kindern noch Grenzen?“

Eltern sind unsicher, wie sie ihre Kinder richtig erziehen

Die Unsicherheit vieler Eltern ist von Herstellern für Babyartikel aber auch gewollt. Diese können sich dann in als Expertenhilfe getarnten Werbeplattformen, wie zum Beispiel dem HiPP Baby- und Elternforum, „informieren“. Dort erfahren sie unter anderem, wer Gläschenkost statt Selbstgekochtem füttere, mache mit der Nährstoffzusammensetzung nichts falsch und habe dann auch noch mehr Zeit zum gemeinsamen Spielen. Die Angst, etwas Wichtiges falsch zu machen, wird hier bewusst ausgenutzt. – Mal davon abgesehen, dass laut der Internetseite der Gesellschaft für Kinderernährung in Dortmund kaum ein Gläschen namhafter Hersteller die empfohlene Nährstoffzusammensetzung aufweist.

Und so geht es munter weiter: Um ein Töpfchen mit Ipad-Halterung zu verkaufen, brauche ich schon ziemlich verunsicherte Eltern. – Helena Krebs


Leserbrief zum Titelthema „Wer setzt Kindern noch Grenzen?“

Wie schade! Leider verstärkt das Heft mit der Frage, wie bloß Erziehung geht und der Aussage, man weiß es nicht, alles unklar! die Unsicherheit der Eltern nur noch mehr. Dabei zeigt ihr doch die Vorteile der autoritativen Erziehung (Hier gibt es übrigens auch empirische Befunde) ganz klar! Man hätte mit einem verlagerten Fokus auch ein deutlich konstruktiveres Bild von Elternschaft und Erziehung zeichnen können und Eltern damit Sicherheit und Entspannung geben können. Wäre das nicht dramatisch genug?  – Katharina Odebrecht


Leserbrief zum Titelthema „Wer setzt Kindern noch Grenzen?“

“Er”ziehung ist einfach nicht mehr das verbindende Wort für unsere junge Generation. Es muss” Be”ziehung werden, damit wären einige Brücken leichter geschlagen. – Adelheid Wijgmans


Leserbrief zu „Der Kampf um die Windmühlen“ von Christiane Grefe Und Stefan Schirmer

Ich habe selten einen so oberflächlichen Artikel in der ZEIT gelesen zu einem inzwischen recht brisanten Thema, das auch für den Wahlkampf wichtig werden wird.

Anstatt des albernen Fotos eines Toilettenhauses, das fast die halbe Seite einnimmt, hätte man den Platz nutzen und einige Fakten schreiben sollen, z.B. warum es inzwischen sage und schreibe 630 Bürgerinitiativen gibt, die sich gegen den weiteren Ausbau  von Windparks engagieren – bestimmt nicht, weil die Menschen sich langweilen oder ein wenig blöd sind: „Bürger verlieren den Überblick…kennen auch nicht die technischen Möglichkeiten, um etwa Seeadler oder Fledermäuse zu schützen“ oder „Viele Anwohner verkennen vor lauter Aufregung, wie viel Einfluss sie noch nehmen können“.

Warum nennen Sie keine technischen Möglichkeiten zum Schutz von Seeadlern und Fledermäusen? Warum erläutern Sie nicht, wie die Anwohner noch Einfluss nehmen können? Diese Informationen hätten Ihren Artikel extrem bereichert.

Die Bürger, die sich in diesen Initiativen zusammentun sind auch nicht zwangsläufig von „Rechtspopulisten“ geködert, wie Sie unterstellen. Auch der Zusammenhang zwischen der „Angst vor Überfremdung durch Flüchtlinge“ und der „Angst vor Windkraft“ ist mir unbegreiflich (Ihr Zitat des CSU-Bundestagsabgeordneten Göppel).

Sie tippen so viele Dinge an, ohne interessante und informative Details zu bringen: Sie erwähnen, dass Herr Raake die 150 m hohen Mühlen „Monster“ nennt, dass 26.000 WKA Ende 2015 auf dem deutschen Festland Strom erzeugten.

Kein Wort darüber, dass im übrigen Norddeutschland meist nur noch WKA von mindestens 200 m Höhe aufgestellt werden, kein Wort über den „Wegwerfstrom“, der zwar produziert, aber nicht abgenommen werden kann, da die Stromnetze noch nicht fertig sind. Das sind Fakten, mit denen sich die Bürgerinitiativen befassen, da jeglicher weiterer Zubau von Windkraftanlagen unsinnig ist, solange der erzeugte Strom nicht genutzt oder gespeichert werden kann. Wahrscheinlich „störte die Mitstreiter von Herrn Günter Raake die Windkraft lange nicht“, weil ihr Ausbau bisher nicht so blind und unsinnig vorangetrieben wurde wie jetzt. Wer stellt sich denn heute schon mal ein Auto in die Garage, weil in 10 Jahren eine Zufahrt zu seinem Grundstück gebaut werden soll?

Da schreiben Sie mit Hinweis auf Fukushima, 90 % der Deutschen wären sich einig, dass die Energiewende sein muss. Ja glauben sie denn, der Energiewende ist damit Genüge getan, dass man überall Windräder hinstellt, die abgeschaltet werden müssen, wenn der Strom nicht abgenommen werden kann? Und wenn kein Wind weht, müssen herkömmlichen Anlagen wie Atom- und Kohlekraftwerke wieder herhalten. Diese können also beileibe nicht alle einfach abgestellt werden, solange man versucht, die Energiewende allein mit Windkraft zu meistern – ein Tropfen auf den heißen Stein.

Ebenso wie die Bürgermeisterin von Rügen, die nicht in der Lage war, auf Nachfragen zu antworten, wie Sie schreiben, weil „Wir sind ehrenamtlich tätig und keine Fachleute auf dem Gebiet“, sich dann auch nicht anmaßen sollte, für neue Windmühlen auf Rügen zu werben, so sollten auch Sie Ihrem Artikel keine bestimmte Tendenz geben, solange Sie sich nicht wirklich mit dem Thema befasst haben. – Gertraut Koch


Leserbrief zu „Atommacht D?“ von Josef Joffe

Dieses gedankliche Abwägen von Herrn Joffe, ob Deutschland Atombomben haben sollte, benutzt falsche Gewichte. In die Waagschale zu legen ist die Frage, ob die Welt Atomwaffen braucht, was atomare Bewaffnung bedeutet, und die Antwort mit den Gewichten von Klugheit, Humanität, Sittlichkeit und Verantwortungsbewusstsein abzuwägen. Die Zerstörungskraft des weltweit vorhandenen atomaren Arsenals reicht, um die gesamte Menschheit, Tierwelt, ja die gesamte Biosphäre mehrfach zu töten bzw. auf Jahrtausende radioaktiv zu verseuchen. Es gibt kein Lebewesen in unserer Mitwelt, das je einen solchen Irrsinn geplant oder verwirklicht hat. Land und Meer starren vor Missiles, Bomben und U-Booten mit Massenvernichtungswaffen. Allein in Deutschland, Italien, Belgien, den Niederlanden und der Türkei lagern als Faustpfand der NATO an die 200  einsatzbereite, US-amerikanische Atomsprengköpfe.Weltweit sind es an die 15 000 wie die Zeit in der gleichen Ausgabe das SIPRI zitiert.

Dagegen nennt Herr Joffe die atomare Bewaffnung der Briten und Franzosen „schwachbrüstige Arsenale“. Was denn noch, – darf´s ein bisschen mehr sein? fragt die Metzgersfrau: Es darf etwas weniger sein, viel weniger, sehr viel weniger, und zwar in allen Ländern, in allen, Herr Joffe! Von der Abschaffung dieser Waffen hat nicht nur Obama bei Amtsantritt „ geträumt“. 93 % der Deutschen sind laut einer FORSA-Umfrage vom vergangen Jahr für deren Abschaffung. Es wäre ein sittlicher Fortschritt der menschlichen Gesellschaft, für den wahrscheinlich die Mehrheit unserer Artgenossen sehr dankbar wäre. Und es ist ein sittliches Debakel, das Deutschland die internationalen Bemühungen um deren Ächtung bis anhin sabotiert.

Für unsere Erde könnte eine früher oder später entfesselte atomare Option allerdings die Notbremse sein, ein aktiviertes Selbstmord-Gen, mit dessen Hilfe eine Gattung Lebewesen sich selbst dezimiert und beseitigt, die begonnen hat, mit ihrer unkontrollierten und ökologisch völlig aus dem Ruder gelaufenen Vermehrung und ihrem verantwortungslosen Verhalten wie eine Krebserkrankung die Biosphäre zu zerstören. Die ganze Dummheit und seelisch geistige Unreife unserer Gattung Mensch zeigt sich doch exemplarisch allein schon an dem zigfachen Overkill ihrer verheerenden Massenvernichtungswaffen. Manche Menschen nennen das süffisant <Abschreckung>, was in Wirklichkeit die gesamte globale Population, Freund wie Feind, in atomare Geiselhaft nimmt. Zeitgeist? Nein, das ist <The Bottle Imp>, unser Zeitgespenst, und leider all zu real und bereits aus der Flache entwichen. – Dr.med. Carl-Michael Budcke


Leserbrief zu “ Schieritz, der Wasserfenchel“ von Peter Dausend

Aktuell reihen Sie sich ein in die bereits recht lange Reihe derer, die baustoppende Lebewesen – nicht ohne jeglichen höhnischen Unterton –  als bizarre Ursachen bizarrer Wirkungen vorführen. In Ihrem nächsten Beitrag könnten Sie ja den Menschen als bizarre Ursache einer Leistung darstellen, die zuletzt ein Meteorit vor 65 Millionen Jahren schaffte: ein irgendwie auch unterhaltsames Massensterben von mehr als 75% aller zuvor existierenden Arten. Aber Gott sei Dank wird dieses unmittelbar drohende Massensterben nur von unbedeutenden und alarmistischen Käseblättern wie „Nature“ als unmittelbar drohend dargestellt, während sich seriöse Blätter wie die ZEIT eher auf den adäquaten Spott über baustoppende Lebewesen mit komi – chen Eigennamen konzentrieren. Herzlichen Glückwunsch und Dausend Dank! – Christian Voll


Leserbrief zu „Prominent Ignoriert: Wahres Schwein“

Ihre Stellungnahme auf Seite 1 in Nr. 8 vom 16.2.2017 (s. Anhang) ist beschämend und typisch für Ihre Meinung zur Landwirtschaft. Schlecht recherchiert und mit eigenem Kommentar versehen. Leider erlebe ich häufig diese Art von Journalismus in Ihrer Zeitung. – Dr. Heino Prigge


Leserbrief zu „Das Letzte“ von Finis

Wer auch immer den Artikel unter „Finis“ in der ZEIT vom 16. Februar verbrochen hat, kennt Alice Schwarzer wirklich nur aus „Funk und Fernsehen“ und hat ihr dort auch nicht richtig zugehört. Ganz sicher aber hat der oder die Autor(in) noch nie einen Text von ihr oder die EMMA gelesen. Das ist billigstes und dümmstes Alice-Schwarzer-Bashing, außerdem feige, so eine Häme ohne Angabe des Verfassers zu verbreiten. Ich tippe mal auf Sabine Rückert, mit so einer Dreckarbeit macht sich ja bei der ZEIT kein Mann die Finger schmutzig. Pfui Teufel, der ZEIT absolut unwürdig! – Claudia Wenzl


Leserbrief zu „Der Hass auf die da oben“ von Jens Jessen

Sie machen es sich zu leicht, Herr Jessen. Indem Sie die unsägliche Polemik der Populisten von Trump bis Le Pen vorführen, was simpel ist, suggerieren Sie die Alternativlosigkeit des Establishments. Die offensichtlichen Mängel der Populisten belegen jedoch nicht die Weisheit der sogenannten Eliten. Diese haben im Gegenteil den Puls der Zeit, wie wir heute merken, auf fatale Weise überhört. Ihr listiger Hinweis auf den SPD-Kanzlerkandidaten ändert daran auch nichts. – Dr. Andreas Schäfer


Leserbrief zu „Einer wird gewinnen“ von Oliver Fritsch

Man kann Philipp Lahm zu seinem Entschluss, nach dieser Saison mit dem Fußballspielen  aufzuhören und nicht Sportdirektor des FC Bayern zu werden, nur gratulieren.  Genau wie bei seinem Rücktritt aus der Nationalmannschaft nach der WM 2014 hat er damit wieder den richtigen Zeitpunkt für seinen Abschied getroffen, anders als viele andere Fußballprofis wie etwa Ballack und Schweinsteiger, die nicht einsehen konnten oder wollten, dass sie ihren Zenit weit überschritten hatten und Ansprüche stellten, denen sie selber nicht gerecht wurden. Auch seine Weigerung, anschließend Sportdirektor des FC Bayern zu werden, ist wohlbegründet:  Er hat es einfach nicht nötig, nach dem Vorbild von Nerlinger oder Sammer als machtloser  Grüßaugust oder selbsternannter Kettenhund von Hoeneß‘ und Rummenigges Gnaden seine  Zeit zu verschwenden.  Ganz nebenbei hat er durch seine klare Haltung dem scheinbar allmächtigen und allwissenden  Präsidenten und Aufsichtsratsvorsitzenden Hoeneß dessen Grenzen aufgezeigt.  – Prof. Dr. Wolf-Rüdiger Heilmann


Leserbrief zu „Fake-News im Vatikan“ von Evelyn Finger

Es gibt im Vatikan ein Change-Management laut diesem Artikel.   Seit wann gibt dieses Management und welche Änderungen  im Bereich Sexualmoral sind in der Planung? Bis dato gab es nur eine marginale Änderung zur Zulassung von Wiederverheiraten zur Kommunion.   Bleiben die Verbote wie künstliche Empfängnisverhütung  und Sexualität vor der Ehe,  dürfen Schwule weiterhin nicht Priester werden, auch wenn sie zölibatär leben?  – Dieter Fiebelkorn  


Leserbrief zu „Ingenieur? Ingenieurin!“ von Axinja Hachfeld

Natürlich kann kluge Pädagogik Mädchen für Naturwissenschaften und Mathematik begeistern. Ein erfolgreicher Physik-Unterricht (oder Mathematik-, Chemie-, Biologie-Unterricht – ich bin selbst Physiker) hängt weniger von Lehrplänen und gendersensibler Sprache ab als davon, ob es einem Physiklehrer oder einer Physiklehrerin gelingt, die Schüler nachhaltig für Physik zu begeistern. Und dazu bedarf es exzellenter Lehrkräfte.

Überspitzt ausgedrückt ist es doch so, wer als Physiker Renommee erlangen will, geht als Forscher an ein Forschungsinstitut oder eine Universität. Wer Geld verdienen will geht in die Industrie. Und der Rest bleibt dann für die Schulen und das sind folglich meist nicht die Top-Leute (einige hervorragende Lehrkräfte natürlich ausgenommen).

Wir brauchen die besten Pädagogen und Fachdidaktiker in den Schulen, dann wird es nicht nur mehr Mädchen in den MINT-Fächern geben. – Martin Hoheisel


Leserbrief zu „Unter Berührzwang“ von Bernd Ulrich

Auch wenn man die Auftritte von Herrn Höcke nicht mag, sollte DIE ZEIT ihn korrekt zitieren: Bernd Ulrich benennt Björn Höcke als „den mit dem Schandmal“. Dieser Ausdruck stammt jedoch nicht von Höcke; denn er sagte genau: „Wir Deutschen sind das einzige Volk der Welt, das sich ein Denkmal der Schande in das Herz seiner Hauptstadt gepflanzt hat“. Ein Denkmal der Schande ist nicht mit einem Schandmal (oder Schandfleck) gleichzusetzen. Ein Denkmal der Schande kann durchaus auch als „schmerzhaftes Denkmal an unsere Schande“ verstanden werden. Ob dies Höcke so gedacht hat, weiß er allein. Bernd Ulrich glaubt dies wohl nicht; aber das sollte DIE ZEIT dann auch nur als Vermutung und nicht wie ein Faktum behandeln. – Prof. Dr. Joachim Fruböse


Leserbrief zu „Ami goes Home“ von Martin Klingst und Jörg Lau

Ein bisschen klingt es bei Ihnen an, man hat sich etwas vorgemacht. Wobei ich noch einen Schritt weitergehe würde. Schließlich hat fast 50% der Bevölkerung dem Establishment die rote Karte gezeigt. Man muss das auf der Zunge zergehen lassen. Die Ursache ist keine leichte Unzufriedenheit, hier wurde die Führung abgelehnt.

Während unsere  Transantlantiker nicht müde werden von unseren Werten zu sprechen, hat das für die Hälfte der Amerikaner keinen Wert mehr. Es ist jetzt genau 100 Jahre her, das die USA auf der Weltbühne erschienen sind und sich als Großmacht etablierten. In dieser Zeit ist viel passiert und so mancher US Bürger ist wohl zu dem Schluss gekommen, es hat sich nicht gelohnt.

— Fangen wir mit 1917 an. Die USA treten in den 1.Weltkrieg ein und sorgen dafür, das England und Frankreich den Krieg gewinnen. Nach Christopher Clark hat Frankeich den Krieg als Revanche für 1870 genau 20 Jahre lang vorbereitet. Und Dank der USA auch gewonnen. Wilson sprach vom Selbstbestimmungsrecht der Völker, England und Frankreich haben dafür gesorgt, das es für alle galt, nur nicht für Deutsche. Im Gegenteil, Deutschland wurde 10 Jahre lang gedemütigt und damit die Voraussetzungen geschaffen, das der Faschismus die Oberhand gewinnen konnte. Zum Schluss hatten Hitler, Mussolini , Franko und Stalin Einfluss. Der 1.Weltkrieg war die Urkatastrophe das 20.Jahrhundert. Und die Amerikaner haben sie für die Verursacher entschieden.

— Für den 2.Weltkrieg sind die USA zu loben, das ist keine Frage. Sie haben große Lasten und Opfer auf sich genommen, um dem verbrecherischen NS-Regime Einhalt zu gebieten. Aber ohne ihre Unterstützung der Alliierten 1917 hätte es den 2.Weltkrieg und den NS-Staat wahrscheinlich überhaupt nicht gegeben.

— Und nach dem 2.Weltkrieg ging es weiter. Das Eingreifen der USA im Iran 1953 kommt einem moralischen Super Gau gleich. Zusammen mit England wird ein demokratisch gewählter Ministerpräsident Mossadegh abgesetzt und durch einen Diktator Schah ersetzt. Man wollte Einfluss auf die iranischen Ölfelder nehmen. Durch den Terror des Schah wird der Widerstand von der Straße in die Moscheen verdrängt. Es ist die Geburtsstunde des Fundamentalismus, von den USA und England erzwungen.

— Über Vietnam (1961 bis 1975) braucht man nicht viel sagen. Die amerikanische Gesellschaft hält den Vietnamkrieg für einen GAU.

Afghanistan 2001, ein Kriegseinsatz (ohne Ergebnis) der zu einem Dauerproblem geworden ist.

Irak 2003. Ein völkerrechtswidriger Einsatz, der uns auch nach 12 Jahren noch  über die Flüchtlingswelle nach Europa heute in Anspruch nimmt. Ein Krieg der den religiösen Konflikt zwischen Sunniten und Schiiten explodieren lies.

Guantanamo, Abugreib, Chile, die Wirtschaftspolitik in Süd-und Mittelamerika, es gibt  nichts viel was diesen angeblich so hohen Werten dieser Transantlantiker entsprechen würde. Allgemein kann man feststellen, die Amerikaner haben viele Kriege begonnen, aber keinen mit einer Zukunftsperspektive für die betroffenen Völker beendet. Mit einer Ausnahme, der des 2.Weltkrieges. Hier hatte Stalin  allerdings Bedingungen geschaffen, die ein reagieren der Alliierten erforderlich machte. Stalin wollte aus der DDR ein Musterschaufenster des Sozialismus machen, in einem Europa mit damals  noch starken kommunistischen Parteien in Frankreich und Italien.

Heute hält man den neuen Raketenschirm in Polen gegen Russland gerichtet für eine neue Sicherheit. Man muss wahrscheinlich alles abwählen, was sich mit dem Begriff Transantlantiker verbindet. In 2017 werden Raketen als Sicherheit verkauft! Für wie dumm wird die Öffentlichkeit gehalten? Ende des 19. Jahrh. wollte Bismarck durch Verträge Sicherheit erreichen. Weil man ihm nicht gefolgt ist, haben wir ein blutiges 20.Jahrhundert erlebt. Seine Nachfolger wollten sich damals auf militärische Stärke verlassen. Und denselben Fehler macht die heutige politische Führung wieder, sie setzt wieder auf Bedrohungsszenarien! Und das nach 2 Weltkriegen!

Immer wieder taucht das Wort Selbstbestimmungsrecht der Völker auf. Wilson hat es 1919 propagiert. England und Frankreich haben dafür gesorgt, das es für alle gelten sollte, aber nicht für Deutsche. Und heute darf es nicht für Russen gelten. Die Ukraine ist uraltes russisches Einflussgebiet. Nach der verständlichen Ausweitung der Nato über Polen und die Baltischen Staaten war für Russland in Bezug auf die Ukraine die rote Linie überschritten. Vor allem auch, weil der Westen sich nicht verpflichtet sah, Russland durch die ermöglichte Neuordnung 1989 irgendwie entgegen zu kommen. Man lies Russland geographisch, militärisch und wirtschaftlich abstürzen. Und wenn Putin dies heute ändern will, wird über ihn geschimpft.

Das eine Regelung mit Russland nicht auf Kosten Polens und der Baltischen Staaten erfolgen darf, ist selbstverständlich. Wenn man aber russische Interessen in Bezug auf die Ukraine z.B.  ablehnt, dann kommt man auch nicht weiter und die Konfrontation hält an. Wenn man an eine politische Lösung denkt, dann darf diese grundsätzlich nicht zu Lasten eines Verlierers gehen, auch nicht zu Lasten der Ukraine. Aber beteiligt ist sie allemal. Die Ukraine sollte von Ost wie West profitieren. Bisher stellt sich Brüssel in Kiew hinter rechtsgerichtete, gegen Russland eingenommene Kreise. Als westlicher Frontstaat gegen Russland gerichtet, kann die Ukraine langfristig aber nur verlieren.

Wir haben uns daran gewöhnt, amerikanische Interessen als selbstverständlich zu akzeptieren, andere Interessen ( russische z.B.) aber als unbegründet.

Die Transantlantiker sonnen sich auch heute noch im Sieg über die Sowjetunion. Das wäre tatsächlich etwas zu feiern, wenn man den Sieg  im Nachhinein nicht durch falsches Verhalten  verspielt hätte. Schließlich stehen wir heute wieder vor einem neuen Kalten Krieg. Und ohne Gorbatschow wird es diesmal anders ausgehen. Auch hat sich das Entgegenkommen Russlands 1989 nicht ausgezahlt. Im Gegenteil. Sie hatten zum Schaden auch noch den Spott. Der Westen kann ganz schön arrogant sein ( und dumm).

Unsere Elite ist nicht ehrlich. Wenn man glaubt, das es einem nützt, dann sind Grenzen heilig, Verträge heilig. Andererseits, wenn europäische Gesetze unmodern werden, werden sie einfach vergessen. Dann weisen europäische Gesetze plötzlich eine Halbwertszeit auf, die aus der Milchbranche bekannt sind.

Auf eine gewisse Weise ist die amerikanische Nation zu bewundern. Nach 100 Jahren wird ein Schlussstrich gezogen und eine Rückbesinnung eingeleitet. Haben sich die 100 Jahre Weltmacht für den Bürger ausgezahlt? Die Lasten und Opfer waren erheblich. heute sind 50% der Bevölkerung der USA der Meinung, der Einsatz hat sich nicht gelohnt. Wird dieser Rückbesinnungsprozess erfolgreich sein? Zweifel sind angebracht. Die heutigen Akteure haben keine Erfahrung. Und die abgewählte Elite geht auf Konfrontationskurs. Und der Leitspruch “Make America great again”, der eigentlich immer gegolten hat, jetzt aber erstmalig offen ausgesprochen wird, wird Widerspruch herausfordern.  Das heißt alles nichts Gutes. Leider. – Reiner Püschel


Leserbrief zu “ Busse stehen kopf, Bürger auch“ von Hanno Rauterberg

Ihr Autor muss offenbar Falschbehauptungen und Unterstellungen aneinanderreihen, um sein eigenes Ressentiment zu pflegen. Also: Die Dresdner Proteste kommen aus der Mitte der Bevölkerung und nicht (nur) von Pegida und Abendlandrettern. Selbstverständlich war das anglo-amerikanische Moral Bombing der Dresdner Innenstadt ein kriegsunerheblicher Akt der Vergeltung und Erniedrigung der Bevölkerung, und zwar jenseits von der Mitschuld am Hitler-Regime. Es geht bei den derzeitigen Protesten in Dresden keineswegs um Schuldbefreiung und Opferstolz, sondern um die oktroyierte Instrumentalisierung des Dresdner Gedenkens an die Opfer für die Syrien-Politik des Westens. Über die Situation in Syrien, ihre Urheber und ihre Ursachen kann man streiten, aber bitte unvoreingenommen und nicht an der Frauenkirche am 13./14. Februar. – Manfred Dubrow


Leserbrief zu “ Der Musterflüchtling“ von Nadine Ahr und Joanna Nottebrock

Im Frühjahr 2016 ist der syrische Arzt 26 Jahre alt. Im Oktober 2014 sei er nach Deutschland gekommen, müsste also damals 24 Jahre alt gewesen sein und habe auch schon einige Monate zuvor in Syrien gearbeitet. Zumindest in Deutschland wäre dies bei einem mindestens 6 Jahre dauernden Studium kaum möglich. Wie passt das zusammen ohne Abstriche in der Ausbildung (Schule/Studium) – Dr.Michael Wuestemann


Leserbrief zu „Assads Hölle“ von Mohamed Amjahid

Zur Frage was der Westen tut:  u.a. den www.civilmarch.org Civil March for Aleppo initiiert von Anna Alboth. Ich war auch für einen Tag dabei…. – Marion Claus


Leserbrief zu „Sanftmut predigt Hass“ von Marco Stahlhut

Schon lange möchte ich Ihnen schreiben und vorschlagen, die Rubrik „Glauben & Zweifel“ doch inhaltlich zu erweitern und vielleicht sogar prinzipiell daraus eine Seite für Spiritualität entstehen zu lassen, wobei wir natürlich ausführlich klären müssten, was wir unter Spiritualität verstehen. Aber Tatsache ist, dass Spiritualität aus der allgemeinen gesellschaftlichen Diskussion abhandengekommen ist , obwohl diese für mich einer der wichtigsten Ebenen unserer immer größer werdenden Entwurzelung und den damit verbundenen Krisen ist.

Und nun sehe ich einen Bericht über Buddhismus und falle dabei fast von meinem Stuhl! Es gibt wirklich wenige, vollkommen verblendete, buddhistische Mönche auf dieser Welt und genau über einen dieser Mönche schreiben sie eine ganze Seite? Natürlich ist das eine vollkommene Verblendung und Missverstehen der Lehre was dieser verlorene Mann da macht, mit schrecklichen Folgen!
Aber ich werde so oft mit diesem Mann konfrontiert und kann es eigentlich nicht mehr hören!

Warum berichten Medien immer nur mehr über das Negative? Buddhismus im Allgemeinen und ganz besonders im Westen, schafft so viel Neues, und unterstützt inzwischen so viele Menschen auf ihrer Suche nach Spiritualität, oder vielleicht anders gesagt, auf der Suche nach dem was da noch ist, was wir tief in uns spüren, aber wir kognitiv nicht verstehen können und uns dafür die Methoden abhandengekommen sind! Ich bitte wirklich um eine Antwort! Warum berichten sie zum Beispiel nicht über das Entstehen der deutschen Gefängnismeditationsgruppe, die sich nächste Woche gründet? – Andreas Hagn


Leserbrief zum Titelthema „Wer setzt Kindern noch Grenzen?“

Unterschiedliche Auffassungen über Erziehung von Eltern und Lehrern sind nicht neu. Sie hat es zu allen Zeiten gegeben. Gerade im Lutherjahr möchte ich an einen Aufsatz  seines Weggefährten PHILIPP MELANCHTHON erinnern, in dem dieser das schwere Los der Lehrer beschrieb:

„Denn kein Mülleresel hat jemals so viel Leid erlebt, als wer Knaben zu lehren hat. Wird ein Knabe einem Lehrer zum Unterrichten übergeben, so ist er meistens schon durch das Haus verdorben. Weil er die Schlechtigkeit kennt und sogar schon gekostet hat, so mangelt es ihm an Liebe und Bewunderung für die Wissenschaft; im Gegenteil, er haßt dasselbe; verachtet seinen Lehrer und bringt die übelsten Gewohnheiten von Hause mit. Mit einer derartigen Mißgeburt muss  nun der Lehrer sich abplagen…Worin aber besteht nun der Lohn und der Dank für so viele Mühe? Das ist in der That das allertraurigste. Alles bisher Erwähnte ist Scherz und Kinderspiel im Vergleich zu dem, was jetzt noch kommt.

Die Besoldung ist so gering, dass man den Katheder mit Recht unfruchtbar genannt hat. Denn einen Tagelöhner bezahlt man besser als den Lehrer. Kaum kann man sich des Hungers erwehren. Hinzu kommt noch der Undank der Schüler, welche der Ansicht sind, dass sich niemand schlechter verdient macht, als die Lehrer. Ja, sie hassen dieselben, als ob sie Henker wären. Wie die Knaben selbst, so machen es auch die Eltern.

Sie bedenken nicht, dass sie einen großen Teil ihrer Sorgen  auf die Lehrer abladen. Ja sie werfen sogar das bißchen Gehalt demselben vor. Hat der Sohn etwas recht gemacht, so hat der Lehrer kein Verdienst dabei; hat er sich aber vergangen, so ist natürlich der Lehrer schuld. Die Eltern machen es so wir Diogenes, der dem dabeistehenden Pädagogen eine Ohrfeige gab, als dessen Zögling Anlass zum Tadel gab. In keinem Berufe gibt es so viel Widerwärtiges als in dem des Lehrers, unter allen Sterblichen sind die Lehrer die geplagtesten.” (Quelle: Lateinische Rede von Melanchthon „de miseriis paedagogorum“ in der Übersetzung von Prof. Dr. Karl Hartfelder: Philipp Melanchthon als Praeceptor Germaniae, Hofmann, Berlin 1889 Monumenta Germaniae Paedagogica, Bd. 7, S. 406-410) Ganz so krass ist es doch heute nicht mehr. – Guido Seelmann-Eggebert


Leserbrief zu „Unter Berührzwang“ von Bernd Ulrich und „Wessen Schande ist das?“ von Anne Hähnig Und Martin Machowecz

Man sollte es  nicht ableugnen: Die Holocaust-Gedenkstätte in der Mitte Berlins ist ein Denkmal der Schande. Aber die Deutschen sollten  stolz darauf sein, dass sie den Mut fanden, dieses Mahnmal zu errichten. Das unterscheidet uns  von jenen anderen Nationen, die ihre Verbrechen unter dem Staub der Geschichte begraben oder  den Japanern, die den Kriegsverbrechern des 2. Weltkriegs einen Gedenkschrein errichteten, wo sie auch von führenden Politikern geehrt werden. Wer ein solches Mahnmal verunglimpft wie der Josef Goebbels der AfD, zeigt uns, dass  die finstere Vergangenheit selbst für die Generation der Enkel noch nicht zu einer abgeschlossenen Episode der Geschichte geworden ist. – Armin Steinmüller


Leserbrief „Wo seid ihr, Kollegen?“ von Arnfried Schenk

Zu meiner Person: Ich bin pensionierte Schulleiterin einer Grundschule. Mein nunmehr erwachsenes Kind hatte Lese- Rechtschreibschwäche; ich habe ihr etwa 3 Jahre lang Nachhilfestunden gegeben, jeden Tag 30 Minuten, fünfmal in der Woche. Erfolgreich.

Ich weiß also ganz sicher, dass die eine Schulstunde pro Woche,, oft ausgefallen, die wir vom Ministerium gegen Legasthenie zu meiner Diesntzeit erhalten haben, nicht ausreicht.

Einer mir gut bekannten, freundlichen und tüchtigen Rektorin einer Grunschule habe ich angeboten, Nachhilfestunden an ihrer Schule zu erteilen. Sie hat sich gefreut.

Dann rief sie ganz entsetzt an: Die KollegeInnen können mich nicht in ihren Stundenplan einbauen.

Nun präzisierte ich, was ich eigentlich wollte: Nachhilfestunden nachmittags  erteilen im Fach LESEN  für eine kleine Gruppe von zwei bis drei hiesigen Kindern (an anderer Stelle habe ich für Flüchtligskinder Geld gespendet), deren Eltern ihnen nicht helfen können; an eine gute Betragensnote habe ich nicht gedacht. Ich sprach an, evtl. geeignete Software benutzen zu wollen.

Folgende Antwort habe ich von der Rektorin erhalten:

Ich muss Kinder für Dich auslosen oder bestimmen, die dann bevorzugt werden.

Für alles, was im Schulhaus läuft, trägt die Schulleitung die Verantwortung. Ich muss also anwesend sein.

Du bist im rechtlichen Sinn eine schulfremde Person, und ich muss alle entsprechenden Vorschriften beachten.

Die Schulhäuser sind nachmittags bis 17.00 Uhr mit ca. 155 Kindern in der FGTS belegt, dort arbeiten zurzeit etwa 11 Mitarbeiterinnen. Wir haben in dieser Zeit keine räumlichen Kapazitäten mehr. Das Kinderhaus platzt aus allen Nähten. Dort ist ja sowieso bis 18.00 Uhr die Betreuung durch „Barmherzige Organisation XXX“. Ich muss Kinder auslosen oder bestimmen, die dann bevorzugt werden.

Für alles, was im Schulhaus läuft, trägt die Schulleitung die Verantwortung. Ich muss also anwesend sein.

Du bist im rechtlichen Sinn eine schulfremde Person und ich muss alle entsprechenden Vorschriften beachten.

Die Schulhäuser sind nachmittags bis 17.00 Uhr mit ca. 155 Kindern in der FGTS belegt, dort arbeiten zurzeit etwa 11 Mitarbeiterinnen. Wir haben in dieser Zeit keine räumlichen Kapazitäten mehr. Das angeschlossene Kinderhaus platzt aus allen Nähten. Dort ist ja sowieso bis 18.00 Uhr die Betreuung durch die  „Barmherzige Organisation XXX“. Außerdem ist noch türkischer und italienischer Unterricht und Hausaufgabenhilfe der „Barmherzigen Organisation XXX“. Nebenbei muss dann auch noch gereinigt werden.

Ich muss bei der Stadt die Benutzung des Gebäudes durch Dich genehmigen lassen.

 Ich als Schulleitung bin leider nicht mehr in der Lage, mich um einzelne Kinder zu kümmern. In meiner Schule (Zwei Gebäude, weit entfernt voneinander), haben wir zurzeit 310 Kinder, 31 Lehrkräfte, 16 FGTS Mitarbeiter, 5 Integrationshelfer. Ich kann mich nicht mehr um solche Kleinigkeiten kümmern, sonst werde ich krank. Den Lehrerinnen geht es übrigens auch so. Die können nicht auch noch den Nachhilfeunterricht für einzelne Schüler betreuen und organisieren.

 Viele Grüße

(Zahlen leicht verändert, um Wiedererkennen zu vermeiden)
Die Antwort ist  in allen Teilen berechtigt. Es ist so. Es bleibt kein Platz in den Köpfen der Lehrkräfte und Schulleitungen für zusätzliche Aktivitäten in der Schule. Diese, wenn auch von außen, vergrößern die Menge der Arbeit und des Stresses.

Die Rektorin hat sich die Mühe gemacht, mir ausführlich zu schreiben, wofür ich ihr herzlich danke. – Anonymer Leser


Leserbrief zu “ Der Musterflüchtling“ von Nadine Ahr und Joanna Nottebrock

Ihr Artikel behandelt die Herausforderungen und die Grenze der Integration, unparteiisch, aber mit sensibler Einsicht in die fremden Eigenschaften. Es ist ein sehr gelungener Artikel, den ich in dieser Thematik leider sehr selten lese.

Der Integrationsprozess bedeutet ständige Konfrontation mit der Fremdheit auf allen Ebenen, was nie ein Ende nimmt, solange man lebt. Wie in einer Liebesbeziehung setzt man sich einer Fremdheit aus und transformiert sich bis zur äußersten Grenze, lustvoll oder qualvoll, je nachdem. Aber im Laufe der Jahre erreicht man einen bestimmten, unter Umständen schmerzhaften Punkt, wo man seine eigene Grenze der Identität klar erkennen und behutsam bewahren soll, sei es die intellektuelle, sei es die mentale, und wo man irgendwann sagen muss; ich bin ich, du bist du, ich denke und fühle mich anders als du. Sollte man jedoch hinzufügen; trotzdem liebe ich dich, dann besteht man die uralte, harte Prüfung, die uns allen zumutbar ist. – Ai Kretschmer-Nakashima


Leserbrief zu „Atom-Macht Europa“ von Peter Dausend und Michael Thumann

Es kann doch nicht Sinn und Zweck sein, wenn es einen Atomwaffensperrvertrag gibt, diesen zu missachten um wieder für nukleare Aufrüstung zu werben. Wozu dann die ganze Arbeit über Jahrzehnte verteilt?

Wie wahrscheinlich ist denn ein nuklearer Holocaust, wenn jede größere Nation Atomwaffen besitzt?

Wir müssen in der Tat doch einfach nur über den Atlantik schauen. In den Vereinigten Staaten darf jeder eine Waffe führen. Wie oft gibt es dort Schießereien und Amokläufe! Wie oft wird in den Medien über Tote nach Schusswaffengebrauch in den USA berichtet! Es heißt eigentlich, die Waffe dient der Selbstverteidigung. Nur was nützt dies, wenn alle so nervös sind, dass bei der kleinsten falschen Bewegung sofort der Abzug betätigt wird!

Europa ist ein wirtschaftlich sehr starkes Bündnis, es muss nur verstehen was damit möglich ist. Wenn die Amerikaner sich gegen den Freihandel und den Wettbewerb positionieren, muss Europa andere starke Partner finden. Die gibt es und diese Partner sind auch kooperationsbereit. Ich denke wirtschaftliche Sanktionen sind weit tiefgreifender und wirkungsvoller als militärisches Säbelrasseln! Diplomatie vor Aufrüstung!

Eine weitere Kuba Krise möchte doch wohl niemand!  – Yves Pulst

P.S. Wenn die Briten meinen Europa erpressen zu können, hoffe ich dass Europa eine geeignete Antwort parat hält.


Leserbrief zu „Müttermacht“ von Elisabeth von Thadden

Was will uns Frau von Thadden mit Ihrem Artikel über „Müttermacht“ eigentlich sagen?

Sollen Frauen in exponierten Positionen nicht schwanger werden? Sind fünf Kinder zu viel? Weiße Bekleidung ist für Frauen, die nicht mehr Unschuldig sind nicht angemessen? … Meinen Sie, dass Frauen deshalb schwanger werden, um das werdende Kind für Ihre Zwecke politisch zu instrumentalisieren? Das scheint mir doch alles sehr weit her geholt.

Ihre Aussagen lassen nur eine Interpretation zu: „Liebe Karrierefrauen, wenn ihr schwanger werdet, bleibt zu Hause und verhaltet euch still.“

Ist das ihr Ernst? –  Andrea Walter


Leserbrief zu „Fake-News im Vatikan“ von Evelyn Finger

Ihr Beitrag beginnt mit  „…, als die Erde noch eine Scheibe war …“. Auch im Mittelalter wurde die Kugelgestalt der Erde in gebildeten Kreisen nicht angezweifelt, und zu diesen kann man „Die mächtigsten Familien Roms, die die Kardinalshüte unter sich ausknobelten“ zählen. Der kopernikanische Streit ging nicht um die Scheiben- oder Kugelgestalt der Erde, sondern darum, ob die Erde oder die Sonne im Mittelpunkt des Weltalls stünde und welcher Himmelskörper „sich doch bewege“ (auch wenn nicht sicher ist, ob Galilei sich so ausgedrückt hatte). Dazu der Beitrag in der Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Flache_Erde , in dem auch eine Darstellung des Gossouin de Metz aus dem 14. Jhdt. wiedergegeben ist, auf der zwei Personen, erst Rücken an Rücken, sich voneinander entfernen und nach einer halben Erdumrundung einander Antlitz zu Antlitz begegnen. Bereits im Altertum war die Kugelgestalt der Erde bekannt, und dieses Wissen wurde auch innerhalb der Kirche weitergegeben. – W.A. Kreiner


Leserbrief zu “ Zeiten des Aufruhrs“ von Ulrich Ladurner

Ob KI zu einer Bedrohung wird, das hängt von uns ab. Das mit Ford ist eine schöne Geschichte, sie mag sich ähnlich zugetragen haben und ist gut für das Image der Unternehmer. Aber wenn nur ein Unternehmer in einem Industriezweig „menschlich“ ist, geht er wegen überdurchschnittlichen Kosten pleite. Deshalb verschleiert diese Geschichte nur den Einfluß der Gewerkschaften. Bisherige Technologieschübe wurden nur durch den Zusammenschluss der Betroffenen zum Wohle Aller produktiv. Unser Problem heute ist nicht eine neue Technologie, unser Problem ist die Individualisierung. Solange die Glorifizierung des Erfolges aus eigener Kraft Wirkung zeigt, solange gibt es keine Solidarität unter den Betroffenen – bestenfalls Mitgefühl. Wenn die Blütenträume der Computerindustrie wahr werden, dann kommen wir um ein bedingungsloses Grundeinkommen nicht herum. Das kann kein Land alleine regeln, wenn die Industrie global wirtschaftet, muß auch der Druck global sein. Finanziert werden kann das nur durch Steuern auf produktive Elektronik – notfalls so hoch, daß sich der Einsatz der Maschinen nicht mehr „rechnet“. Es kann sein, daß dann eine neue Legende ähnlich der des Fordismus entsteht, aber treibende Kraft wird immer der Druck von „unten“ sein.  – Schmidt


Leserbrief zu „Falsche Feinde“ von Uwe Jean Heuser

Es ist nicht das erste mal, dass mich ein Beitrag Heusers auf der  Titelseite sehr mißfällt. Vor einigen Wochen habe ich aber eine Replik  aus Zeitgründen sausen lassen. Diesmal habe ich ein paar Tage Zeit gelassen, und den Artikel noch mal  gelesen – etwas ruhiger…  Ich betone, dass ich es für unverantwortlich halte, einen  undifferenzierten Beitrag auf der Titelseite zu bringen. Schließlich  ist es in Zeiten wie diesen einmal wichtiger als sonst, dass die Presse  sachlich richtige Informationen und Meinungen „liefert“. Insbesondere  zielt das auf den Titel des Beitrages ab, nämlich das „zu Unrecht“. Das  stimmt nicht.

Meine Kritik im Einzelnen, anhand von Zitaten:  … weil Mario Draghi mit Nullzins und Geldflut genau das erreicht  hat, was er wollte: Der Euro-Kurs ist gegenüber dem Dollar gesunken.  Es sollte eigentlich erwähnt werden, dass die EZB … (warum immer  Personen benennen, die EZB als Institution ist verantwortlich; wie es  geschrieben ist wird nur der Stammtisch befeuert, zumal „Draghi“ beim  Stammtisch eh schon allergische Reaktionen hervorruft) … aufgrund der  europäischen Regeln keine länderspezifischen Geldpolitiken handhaben  darf. Aber auch wenn das möglich wäre (z.B. Zinspolitik) trifft eine  Senkung des Euro natürlich alle gleichermaßen. Ein Ziel ist eben, den  Euro für die schwachen Staaten besser abzubilden (nebst Inflation  erzeugen wollen). Die EZB nimmt in Kauf, dass der Euro für Deutschland  zu schwach ist. Nicht von ungefähr hat die EZB schon seit Jahren  Fiskalpolitik und/oder Lohnanhebungen in Deutschland  angemahnt, um  weniger selbst aktiv werden zu müssen. Die Deutschen können also sehr wohl etwas für den entstandenen Zustand: Verschleppung von politisch notwendige (aber unpopuläre) Maßnahmen.   Als Sparer leiden die Bundesbürger unter den Nullzinsen.  Finanzielle Repression hat es grob im Zeitraum von 1945 bis 1980 auch  gegeben.

Der Unterschied zu damals: die nominellen Zinsen waren höher. Der Realzins aber vergleichbar. Damals begehrte niemand auf. Obwohl die  Situation eigentlich vergleichbar war. Die höhe der Nomimalzinsen  machen blind für eine differenzierte Sichtweise. Die aber tut not.   Weil die billige Währung das Exportieren leichter macht, fehlt den  Unternehmen der Druck, immer effizienter und besser zu werden.  Hier erlaube ich mir einen Abstecher. Mit dieser Aussage habe ich  übrigens keine Probleme. Nach dem Interview mit Fratszcher und Fuest  (Dez. 2016) habe ich Herrn Fuest einige Anmerkungen zukommen lassen. Seine rechte Hand (Anja Hülsewig) schrieb zurück:   Sofern die Konkurrenzsituation keine Preiserhöhung zulässt, wäre die  zunehmende Verlagerung der Produktion ins Ausland infolge der  Einführung eines Grundeinkommens die Folge. Zum anderen dürften  Arbeitgeber die Beschäftigung abbauen und verstärkt Maschinen  einsetzen, um die Produktivität zu steigern. Das würde diejenigen mit  der geringsten Produktivität zuerst treffen.  Lesen Sie statt „Einführung eines Grundeinkommens“ einfach „erstarken  des Euro“. Was ich nur sagen will: Die Exportindustrie hat es offenbar  lieber so wie es ist, anstelle von sich anstrengen zu müssen (das Ifo  ist ja ein wirtschaftsnahes Institut). Man kann es auch nie recht machen…  Zurück zum Beitrag.

Lohndumping kann man Deutschland auch nicht mehr vorwerfen.  An sich richtig, aber: diese Lohnsteigerungen waren über, überfällig. Zwischen 2000 und 2008 betrug die Reallohnsteigerung magere -0,1%. Weit  abgeschlagen innerhalb Europas. Was jetzt passiert, ist nur der Anfang  einer Korrektur, die übrigens aufgrund des schwächer gewordenen Euro  locker wettgemacht wird. Warum wird dieser zeitlich wichtige  Zusammenhang weggelassen? Man darf auch nicht vergessen, dass  kumulierte Ungleichgewichtsprozesse viel Zeit brauchen, bis eine  Korrektur tatsächlich Wirkung zeitigt.

Deutschland als kranker Mann Europas.  Ich weiß noch, dass alle Welt (hierzulande) sich darüber beschwerte,  dass die EZB keine länderspezifische Geldpolitik betreiben darf. Sonst  wäre Deutschland ja nicht so krank gewesen.   Heute ist die Bundesrepublik der lebende Beweis, dass Reformen sich  lohnen.  Es sind einige ausländische Ökonomen (z.B. Krugman), die darauf  hingewiesen haben, dass es auf den Kontext ankommt. Aber weil  Deutschland auf diese eigene Erfahrung beharrt, und dies der  Bevölkerung auch so verkauft (Stammtisch), ändert sich nichts. Solange  es der Politik an Mut mangelt, die Agenda 2010 zum einen kritisch zu  hinterfragen und zum anderen im Kontext der Umstände damals und heute  zu differenzieren, wird sich nichts ändern, weil das Wahlvolk eben  keine ehrliche Bewertung jener Agenda vermittelt bekommt. Bei diesem  Thema kommt mir unwillkürlich der Spruch hoch „am deutschen Wesen soll  die Welt genesen“. Dann schweige ich noch von Kauders „Europa spricht deutsch“ Ich vertiefe das jetzt nicht, und belasse es mit dem Hinweis auf die  Paradoxa, die sich aus der Saldenmechanik (Rationalitätenfallen) ergeben.   und deren Kurs passt nicht zu Deutschland, so wie der Wert des Dollar  nicht immer zu Kalifornien passt.  Hier werden Äpfel mit Birnen verglichen. In den USA gibt es wie in  Deutschland so etwas wie einen Länderfinanzausgleich. Ohne dieses „Tool“ wäre Trump wahrscheinlich vor vier Jahren schon Präsident geworden  (wenn er sich damals zur Wahl gestellt hätte).  Das war es…  – Rob Maris 


Leserbrief zu „Assads Hölle“ von Mohamed Amjahid

Herr Serrih irrt, wenn er von einem Stellvertreterkrieg spricht. Es handelt sich um einen muslimischen Konfessionskrieg (im 21. JH!), in dem keine Seite eine Spur von Versöhnungsbereitschaft zeigt. – Werner Koetz


Leserbrief zu „Atom-Macht Europa“ von Peter Dausend und Michael Thumann

Die sich mit zunehmender Vehemenz selbst in besonneneren Zeitungen wie FAZ und jetzt DIE ZEIT ausbreitende Diskussion darüber, dass Europa, ja sogar Deutschland zur Abschreckung eine eigene Atommacht aufbauen müsste, ist mir und vielen in meinem Umkreis vollkommen unverständlich und stößt auf enormen inneren Widerstand.

Die Geschichte der bisherigen Abschreckung durch nukleare Machtmittel wird immer wieder sehr verzerrt abgebildet. Auf alle Fälle ist die Behauptung so nicht wirklich in dem Sinne richtig, dass diese Art der Abschreckung bisher der Garant für die Abwesenheit neuer großer Kriege in Europa und transatlantisch war. Ja, es ist geradezu fatal, daran zu glauben und daraus die Berechtigung herzuleiten, dass diese Form der Abschreckung nötigenfalls von Europa und von Deutschland weiter geschultert und gesichert werden sollte.

Wie oft gab es nicht schon derartige Grenzsituationen, die bekannt wurden, bei denen es nur durch äußerst glückliche Umstände nicht schon früher zum Ausbruch eines nuklearen Schlagabtausches gekommen ist. Die Wahrscheinlichkeit aber, dass Kontrollmechanismen versagen und /oder dass es doch zum bewussten und gewollten Einsatz nuklearer Waffen kommt, ist unglaublich groß. Käme es dazu – Europa stünde im Zentrum der unvorstellbaren Katastrophen mit irreversiblen und irreparablen Konsequenzen, Deutschland mitten drin. Es ist unbegreiflich, wie leichtfertig über das Thema nukleare Aufrüstung (und auch sonst Aufrüstung allgemein!) debattiert wird. Noch unverständlicher, wie wenig die Gegenstimmen zu Gehör kommen, geschweige denn ernst genommen werden. Welche Interessen stecken bloß dahinter, uns alle derart zunehmender entsetzlicher Kriegsgefahren und -zerstörungen auszusetzen, die mit solcherart Aufrüstung und Aufbau eines hierfür nötigen entsprechenden Feindbildes erforderlich sind? Was ist bloß los?

Das oberste Gebot müsste heute mehr denn je lauten: Unter allen Umständen Verbot nuklearer Waffen weltweit. Sofortiger Beginn dahin führender ernst gemeinter Abrüstungsverhandlunge auf allen Seiten. Auf UN-Seite haben sich bereits über zwei Drittel der Nationen erst kürzlich für ein entsprechendes Verbot ausgesprochen! Russland und die meisten NATO-Staaten, auch Deutschland, haben sich diesem Votum widersetzt, China(!) und Pakistan immerhin der Stimme enthalten. Merkel selbst hat noch vor wenigen Jahren zugesichert, sich für ein generelles Verbot einsetzen zu wollen! Und jetzt? Die deutsche Seite will an den demnächst weiter anstehenden UN-Verhandlungen nicht einmal teilnehmen! Welcher Druck wird da auf Politiker (und offensichtlich auch auf Medien) ausgeübt, dass es zu einer solchen Situation wie jetzt kommen kann. Wer übt ihn aus? Wo bleiben die Politiker, die sich für ernstgemeinte und bedingungslose Annäherung, für Abrüstungsverhandlungen und intensive friedensorientierte Diplomatie einsetzen? Die glaubhaft an einer Deeskalation der bestehenden Konflikte mit Ziel einer Auflösung der Konflikte und der Feindbilder arbeiten? Wir wollen doch Entwicklung zu Frieden und nicht zu Krieg und Zerstörung! – Dr. Christian Harms


Leserbrief zu “ Hör zu, Boss!“ von Leonie Seifert

Die Autorin bringt Beispiele für unterschiedliche Führungsprinzipien, deren Relevanz für ein möglichst breites Unternehmensspektrum (Größe, Marktgebiete) doch sehr fraglich sind. Letztlich mündet ihre Schlussfolgerung darin, dass von allen Beispielen etwas Positives darin verwirklicht werden kann, wenn der Chef Verantwortung übernehmen, aber auch abgeben (=delegieren) kann. Darüber hinaus sollen sie ihre Mitarbeiter in deren Wünschen wahrnehmen und diese zu schätzen wissen. Eine Erkenntnis, die nach den langen Ausführungen wahrlich überrascht!

Als ehemalige und langjährige Führungskraft sehe ich diejenige Tatsache als diskussionsbedürftig, wonach Umfragen ergeben, dass sehr viele Angestellte ihre Chefs weder charakterlich noch fachlich qualifiziert für die Führungsfunktion sehen. Nach meinen Erfahrungen zieht sich diese „Wahrheit“ von der Unternehmensspitze über das mittlere Management bis auf unterste Führungsebenen durch.

Nach wie vor ist es erstaunlich, welche „Führungsnullen“ heute noch ihr Unwesen in Unternehmen treiben.

Deswegen müssen tiefergehende Untersuchungen sich mit charakterlichen und fachlichen Eigenschaften eines Chefs beschäftigen und vor allem mit der Frage, wie diese Chefs an ihre Plätze gekommen sind.

Wer trifft die Entscheidungen darüber? Welche Qualifikationen habe diese Entscheider? Wo finden sich hierfür Lehrstühle der BWL und ihrer Nachbardisziplinen in der Forschung?

Ich hätte erwartet, dass die Autorin Leonie Seifert in diesen Fragen die Sinnspitze ihres Artikels findet und dazu vielleicht Ansätze aufzeigt. – Dipl. Kfm. Hubert Klötzer


Leserbrief zu „Der Hass auf die da oben“ von Jens Jessen

Nicht nur die Wortwahl „ Ein jämmerlicher Irrtum“ ist daneben, der Artikel zeigt, dass Herr Jesse nichts verstanden hat. Es geht nicht um ein semantisches Problem der Definitionsgenauigkeit der Eliten, sondern um das Fehlverhalten eines nicht kleinen sichtbaren Teils der Eliten, das heißt der Politiker in gehobenen Positionen, der Wirtschaftsführer und auch der Meinungsbildner in den Medien. Die Selbstversorgung der Abgeordneten, die Gehälter von vielen Vorständen und Geschäftsführern, deren Betriebsrenten, die Korruption in den EU-Behörden, das Verschweigen von Kriminalität und vieles mehr, alles das sind Skandale, mit denen sich viele Bürger nicht abfinden wollen. Wenn die Medien nicht darauf im Sinne eines aufdeckenden und investigativen Journalismus eingehen, werden Populisten immer mehr Auftrieb bekommen. –  Martin Lindner


Leserbrief zum Titelthema „Wer setzt Kindern noch Grenzen?“

Well – persönlich hab‘ ich die Maßgabe umzusetzen versucht, dass wir Eltern keinen Anspruch darauf haben, unsere Kinder zu vermurksen, ihnen die Zukunft zu verbauen, sie an Körper, Geist und Seele zu schädigen, gefährden.

Kinder müssen nicht – Kinder wollen angeleitet werden.

Man muss sich nur die tottraurigen, verwahrlosten, oft ganz bösen Gesichter der Kinder anschaun, denen diese Zuwendung vorenthalten wurde.

Was braucht’s zur Erziehung? – ganz wenig: Zuwendung, Zeit, Humor, und Phantasie… – und noch ein paar ganz und gar nicht aufwendige gute Einfälle – wie Mitmachen, Einbinden, Vertrauen, Challenge, Zurückstellen der eigenen Wichtigkeit, des eigenen Glanzes… (man bleibe mir auf Distanz mit der Belehrung von zusätzlich noch Liebe als Kriterium – wenn man allein die Lieblosigkeit beobachtet, mit der heutzutage die Kinder günstigsten Falles noch als Kostenfaktor, und Hindernis in der Selbstentfaltung gesehen werden – mal abgesehen davon, wie viele dieser Kinder zunächst schon mal vollends ohne LIEBE gezeugt wurden).

Was es jedenfalls nicht braucht ist das Zumüllen der Kinder mit Liebes-Ersatz in Form von Scheinzuwendung durch den heutzutage so wohlfeilen materiellen Aufwand bis zum Überdruss – inklusive SUV Transport bis fast hinein in den Kindergarten, und später die auffälligsten Protzereien des bewussten Einzelkindes gegenüber seinen etwas schlichter daher kommenden Klassenkameraden. Nicht die Altersgenossen werden dabei bloßgestellt – sondern allein der kleine Protz-wider-Willen.

Und – vergesst alsbald all den PiPi-Kram aus der Berater- und (Pseudo-) Psychologen-Riege

…und vieles andere mehr.

Die Hilflosigkeit und Unbeholfenheit zu solchen Aufgaben kann man doch garnicht besser darstellen als durch einen mit Fragezeichen derart gesättigten, zugemüllten, vollends unleserlichen Leitartikel des Herrn Heinrich Wefing. – Hans von Schack


Leserbrief zu „Der Hass auf die da oben“ von Jens Jessen

Es geht ja möglicherweise noch viel weiter. Die Bereiche, in die der Populismus sich eineschleicht und in denen man ihm vielleicht nur noch „bedingt abwehrbereit“ gegenüber steht, sind mittlerweile  eventuell noch größer, als man vermuten könnte.

Lesen Sie doch einmal im Wirtschftsteil DIE Zeit N° 8, „Die Welt wird immer instabiler“.

Dort sagt die Oxfam-Leiterin Winnie Byanyima: „Wir erleben seit einigen Jahren, dass die Reichen und die großen Konzerne die globalen Regeln immer stärker zu ihren Gunsten umschreiben, und deshalb wird die Welt immer ungerechter. Die gute Nachricht ist: Jeder vernünftige Mensch versteht, dass wir das ändern müssen.“ – und DIE ZEIT reagiert: „Wir wundern uns über Ihren Optimismus.“

Angesichts der Erörterungen in Ihrem oben genannten Artikel, hätte man doch eine wachsam-aufgeklärte Entgegenung erwarten müssen, wie etwa: „Wir wundern uns über Ihren Populismus. In Würdigung Ihrer Erkenntnisse wäre das doch für ein Flaggschiff-Medium das mindeste gewesen. Oder nicht?  – Bernd Nickel


Leserbrief zu „Martin, wir wollen den Sieg von dir!“ von Matthias Geis

Den Titel möchte ich nicht schreiben – der ist einfach daneben, wenn auch damit klar zum Ausdruck kommt, dass es hier um etwas undifferenziertes geht. Es sieht so aus, als würden die Gestalter der Seite schon wissen, dass da was faul ist: Wenn Fans von den Beatles in Ekstase geraten sind damals, war das privat und hatte keine politischen Auswirkungen für alle.

Wenn Menschen in Ekstase fallen wegen Martin Schulz, ist Alarm angesagt, weil die Projektionen auf Schulz keine privaten sind, sondern politische Auswirkungen haben werden. Bisherige Leistungen, Fehlleistungen, Habitus und Persönlichkeitsstruktur müssen schon auch beachtet werden, nicht nur das, was jemand so in Worte fasst, um bewundert zu werden.

Ekstase ist eine emotionale Projektion. Für ein verantwortliches Kreuz bei der Wahl braucht es schon eine vollständige Wahrnehmung.

Das Foto ist die eigentlich wichtige Aussage, wenn auch verschlüsselt. Ob das ekstatische Schulz-Anhänger blicken (wollen)? –  Heike Schalles


Leserbrief zu „Der Hass auf die da oben“ von Jens Jessen

Nach Ihrer Aussage ist Elite für die haßerfüllte rechtsgerichtete Szene gleich Bildung/Kultur, die sich als „Verteidigung der einst etablierten Ordnung“ sieht.Warum ist das in der Vergangenheit (Kolonialismus, Faschismus, Rassismus, Antisemitismus) so gelaufen und setzt sich bis heute fort? weil die Kluft zwischen beiden Extremen nicht behoben worden ist.Die weiterhin bestehende große Bildungsungleichheit bedingt durch die Kluft zwischen Arm und Reich, sprich Chancenungleichheit ist u.a. die  Ursache dieses wieder aufbrechenden Übels. Wo waren für Millionen Arbeitslose, Sozialhilfeempfänger und den daraus resultierenden zerrütteten Familien und  geschädigten Kindern und Jugendlichen angepaßte Kampagnen für breite politische Bildung, öffentliche Diskussionsveranstaltungen auf verständlichem Niveau, bezahlbare Kunst- und Kulturangebote in Institutionen, ausreichenden, gut ausgestatteten Ganztagsschulen und Jugendzentren, um ihnen Gelegenheit des Verstehens und Lernens politischer Zusammenhänge zu ermöglichen? Weil dies nicht- oder nur unzureichend geschehen ist, sondern Ungleichheit im Gegenteil weiter zunimmt, erleben wir nun erneut europa- und weltweit die erschreckenden Konsequenzen, von denen wir in naiver Weise geglaubt hatten, daß der demokratische Westen sie für immer überwunden hätte.

So wie wir nicht anerkennen wollen, daß die Flüchtlinge indirekt das Produkt der Kolonisation mit nachfolgender Unterstützung der z.T. daraus resultierenden Diktaturen waren und  sind bei weiterhin bestehender Ausbeutung dieser Länder durch den Westen, so verharmlosen wir die eklatante Chancenlosigkeit hinsichtlich Bildung und Aufstieg eines großen Teils der Bevölkerung hier und erst recht welt und wundern uns auch noch. – Teresa Scholl


Leserbrief zu „Der Hass auf die da oben“ von Jens Jessen

Ihr Artikel in der Zeit Nr.8, „Hass auf die da oben“ hat mich sehr beeindruckt, bringt er das Problem doch nicht nur auf den Punkt, sondern analysiert es präzis und in aller Nüchterheit.

Er zeigt die Gefahr des neuerlichen Erfolges von macht= besessenen und verantwortungslosen Volkstribunen und man kann nur hoffen, dass Ihr Aufruf zum Nachdenken über die verheerenden Folgen gehört und ernst genommen wird !!

Gerade in der augenblicklichen politischen Situation können wir es in unserem Land nicht leisten, Populisten nachzulaufen. – Dr.Richard Stolze


Leserbrief zu „Der Hass auf die da oben“ von Jens Jessen

Ich habe Ihren o.g. Artikel mit großem Interesse gelesen.

Sie beschreiben darin den „naturalistischen Fehlschluss“ der Rechten, nach dem nur das unverbildet Rohe echt und edel sein könne.

Interessanter Weise habe ich in den letzten Wochen in den gentrifizierten Vierteln Kölns die Beobachtung gemacht, dass auch die Linke und die bourgeoise Elite einem ähnlichen Denkmuster anhängen; hier wird das „einfache und natürliche Leben“ als Leitbild verfolgt.

Das treibt nun in dieser Spielart wiederum absurde Blüten, den vermeintlich konsumverzichtenden Hyperkonsumismus von Manufakturware haben sie in Ihrer Zeitung vor einigen Wochen in der Rubrik Z anschaulich dargestellt.

Urban Gardening, Stadthonig und Bio-Rote Beete vom eigenen Balkon müssen als naturverbundenes Leben herhalten.

Studenten und Studentinnen kleiden sich in Outdoor-Funktionskleidung gegen die Unbillen des Stadtklimas, während die Arrivierten und Betuchten in englischen Filzstiefeln und Wachssteppjacken mit trekkergroßen Landrovern kalbsgroße Hunde durch enge urbane Viertel chauffieren.

Auch in dieser Gruppe, die die neue Rechte als „Elite“ darstellt sehe ich eine große Entfremdung (im ungefähr Marxschen Sinne) gegenüber unseren Lebensumständen.

Dieser wird auf ähnlich absurde Weise begegnet; wo jedoch die neue Rechte die Unsicherheit nach außen trägt und aktionistisch Abschottung gegen die Globalisierung und einen vermeintlichen Feind von außen fordert, flüchtet sich die „Elite“ in ein ebenso exklusives biedermeierliches urbanes Bullerbü.

Dieses Stadtidyll darf jedoch in seiner Schizophrenie nicht hinterfragt werden, daher bleibt man lieber unter seinesgleichen, damit die Widersprüche nicht offensichtlich bleiben.

Auch dies ist also eine Bewegung der Distinktion und der Spaltung. Für die, die den habituellen „secret handshake“ kennen und die finanziellen Mittel haben, um mitzuspielen.

Letztendlich sehe ich es so:

Wir leben in einer „westlichen Welt“, in der unbequeme, selbstverschuldete Konflikte beginnen, uns einzuholen.

Die Rechte reagiert mit einer aggressiven Gegenbewegung nach außen, die Linke reagiert mit einem eskapistischem Selbstbetrug, den aufrechtzuerhalten viel habituelle und diskursive Disziplin verlangt.

(Es bliebe zu untersuchen, ob die Verteidigung der habituellen und diskursiven Grenzen, innerhalb derer dieser Selbstbetrug funktioniert, nicht mit den von der Rechten oft erhobenen Lügenpresse- und Political Correctness-Vorwürfen zusammenhängt.)

Ich hoffe, dass ich mich klar ausdrücken konnte und dass ich vielleicht einen interessanten Gedanken habe formulieren können. – Gereon Stefer


Leserbrief zu “ Déjà-vu in Rüsselsheim: Opel steht zum Verkauf“ von Dietmar H. Lamparter und Claas Tatje

Jedoch dreht es sich hier vielmehr darum wie es bei den Opelanern weiter gehen könnte und wie sehr der PSA – Konzern schon jetzt bei OPEL mitredet und nicht wie GM die Opeltochter besonders in den letzten 8 Jahren geradezu heruntergeknebelt.  Ein Recherchierender blick auf die Verkaufsstrategien in den Autohäusern hätte gezeigt wie sehr GM die Opelproduktpalette  aus dem Markt drückt. Es gibt mittlerweile zu fast jedem Opelmodel ein passendes Zwillingsmodell von Chevrolet zu einem wesentlich geringeren Preis. Es handelt sich hier um Technisch nahezu identische Fahrzeuge und werden paralel Da es kleineren Opel Autohäuser, die ausschließlich Opel anbieten, so gut wie gar nicht mehr gibt , wird der Kaufinteressent bei den großen Anbietern immer auch auf die günstigere Alternative von Chevrolet stoßen. Diese Vorgehensweise ist nicht geade Opelfreundlich, trifft allerdings leider den Zeitgeist der „ Einbahnstraßen„ denkenden Manager ! – Bodo Klimmek 


Leserbrief zu “ Hör zu, Boss!“ von Leonie Seifert

Vielen Dank für diese spannende Reportage, die uns auf den Nordcampus der Göttinger Universität führt, zum wohl letzten Ort der Wissenschaftswelt, an dem an der zentralen Frage der Wirtschaft geforscht wird: Wer hat die Kokosnuss geklaut?  – Peter Häußermann


Leserbrief zu “ Der Musterflüchtling“ von Nadine Ahr und Joanna Nottebrock

Die Bemerkungen des Chefarztes „Professor Willenbrock“ bzgl. der Arbeitsmoral deutscher Ärzte – sie tragen zu  seinem Leidwesen keine Anzüge zu Vorstellungsgesprächen, wollen ein Leben neben dem Beruf und auch noch Elternzeit – illustrieren die wichtigsten Gründe für den Ärztemangel an deutschen Kliniken: Steile Hierarchien und schlechte Work-Life-Balance. Hinzu kommt, dass gerade in den populäreren Disziplinen wie z.B. der Kinder- und Jugendmedizin, an den Kliniken über viele Jahre hinweg ausschließlich befristete Arbeitsverträge ausgegeben werden. Ärzte an Universitätskliniken können sogar bis zum 15 Jahren, bei Drittelmittelfinanzierung ihrer Stellen sogar darüber hinaus, befristet angestellt werden.

Weiterhin frage ich mich, wie die Einhaltung des Fastens am Ramadan mit der verantwortungsvollen Tätigkeit eines Arztes vereinbar sein soll. Hierunter muss zwangsläufig die Patientensicherheit leiden. Dieser Punkt wird in Ihrem Artikel leider nicht ausgeführt, zeigt aber deutlich, dass dem syrischen Kollegen seine Religion offenbar wichtiger als das Wohlergehen seiner Patienten zu sein scheint. Dies lässt mich dann doch sehr an seiner Integrationsfähigkeit zweifeln. – Dr. Sebastian Wien


Leserbrief zu „Prominent Ignoriert: Wahres Schwein“

Ach wie gut, dass es mal wieder die Gelegenheit gibt, über die sogenannte Agrarlobby her zuziehen. Ich verkneife mir den Drang, komplexe Zusammenhänge zu erklären, fände es allerdings erfrischend wenn zur Abwechslung beim Bashing um das Thema Landwirtschaft und Lebensmittel mal Verbraucher dran wären („Ist der Skandal erst aus dem Fernsehen, kann das 1-Euro-Schnitzel wieder auf dem Tisch stehen“) oder eine ausführliche Recherche darüber wie Großschlachtereien und Lebensmittelkonzerne ihre Einkaufspreise gestalten bzw diktieren. Bei Interesse vermittle ich gerne einen Kontakt zu einem, der Ihnen dazu tatsächliche praktische Erfahrung schildern kann. Bis dahin ist es aber wohl einfacher, in bewährter Manier die kleinste Lobby aufs Korn zu nehmen, kennt man ja schon.  – Inken Hansen


Leserbrief zu “ Hör zu, Boss!“ von Leonie Seifert

An der angegeben Stelle heisst es: Zwei Drittel (von 1000 Befrgaten) der Angestellten „halten“ Ihren Chef für charakterlich und fachlich ungeeignet.

Mit dieser Formulierung wird die Aussage in einen persönlichen Ermessensraum gestellt und damit relativiert (das ist eine Feststellung).

Eine andere, mögliche, Aussage ist: Gemäß einer Umfrage der Personalberatung Rochus Mummert sind Chefs überwiegend charakterlich und fachlich ungeeignet, wie 2/3 von 1000 befragten Angestellten angaben. – Raine Brings

P.S.: Wer,wenn nicht Betroffener, sollte das sonst anhanf welcher Kriterien beurteilen? Und welche Belege gibt es, diese Darstellung auszuschliessen?


Leserbrief zu “ Hör zu, Boss!“ von Leonie Seifert

Ohne Worte! Hat die letzten paar Sätze mal jemand gegengelesen? Was auf der krampfhaften Suche nach einem guten Schluss so alles schief gehen kann… – Jenny


Leserbrief zu „Atommacht D?“ von Josef Joffe

Auch nach siebzig Jahren kann sich niemand in Europa für nuklear bewaffnetes Deutschland erwärmen, und es ist gut so. Desto besser dass diese Option nicht mehr zu Disposition steht. –  Marek Pelc


Leserbrief zu „Der Hass auf die da oben“ von Jens Jessen

Der Begriff Elite wird anders als im Feuilleton vom 16.02. beschrieben nicht durch Personen besetzt sondern beschreibt eine Art moralische Keule die oft bei den kleinsten Gegebenheiten den Menschen hier im Land gezeigt wird. Vielleicht das beste Pseudonym für Elite ist das Unwort des Jahres 2015, der Gutmensch. Mit diesem Wort sind nicht die Mehrheit der hilfsbereiten Menschen in unserer Gesellschaft gemeint die sich in lobenswerter Weise um Flüchtlinge kümmern sondern die Wenigen, die mit vorwurfsvoller Mine einen Teil der Bevölkerung allein durch ihr auftreten als „Schlechtmensch“ deklarieren. Obwohl diese „Schlechtmenschen“ oft einfach keine Mittel, Zeit oder auch Bildung haben um sich im selben Maße zu angaschieren.

Weiter Beispiele wären der veggie Day der Grünen, Fuchs du hast die Ganz gestohlen im Magen einer Veganerin oder die ständige Nörgelei an der Polizeiarbeit in Deutschland usw. usw. usw.

2009 machte mich ein Kollege in einem Gymnasium in Bayern darauf aufmerksam, das Handwerker, die im Gebäude Arbeiten zu verrichten hatten um stehende Gymnasiasten herum laufen mussten obwohl die Handwerker oft schwere Lasten schleppten. Da die Realschule im selben Gebäude untergebracht ist schauten wir uns voller Neugier das Verhalten der Realschüler Schüler an. Wenn ein Handwerker schwer zu tragen hatte wichen diese Schüler automatisch aus.

Es geht nicht um eine Personengruppe oder einzelne Menschen, es geht um ein elitäres Verhalten, das wie es scheint bereits in den Gymnasien vermittelt wird. – Klaus Lang


Leserbrief zu “ Busse stehen kopf, Bürger auch“ von Hanno Rauterberg

Der Beitrag von Herrn Rautenberg irritiert und ärgert mich. Denkt man den Standpunkt des Autors zu Ende, dann müsste sich jeder Künstler, der sich heute mit seinem Werk in den öffentlichen Raum begibt, dem antidemokratischen Zeitgeist anbiedern und seine Kunst danach ausrichten, dialogunfähige Bürger nicht zu provozieren. Das wäre dann aber keine Kunst mehr. Kunst darf und soll provozieren. Sie mag Fragen aufwerfen, in erster Linie aber steht sie für sich selbst. Möglicherweise kann sie Dialoge befördern.

Wenn aber Betrachter etwas, was nicht in ihr enges Weltbild passt, von vornherein ablehnen und denunzieren, dann ist kein Dialog möglich. Dass aus dem „Friedensmal ein Zeichen des Zwists geworden“ ist, wie Herr Rautenberg beklagt, ist meines Erachtens nicht dem Künstler zuzuschreiben, sondern Zeichen der Dialogunfähigkeit und fehlenden Empathie seitens Pegida und Co. – Barbara Walther


Leserbrief zum Titelthema „Wer setzt Kindern noch Grenzen?“

in einem land , das laut „dauermeldung“ seiner kanzlerin von menschen und nicht von mündigen bürgern – war einmal

früher der normalzustand – bewohnt wird , braucht man sich nicht mehr wundern , wenn diese seelisch – geistige

dauer – verbalmassage zu einer verbreitung des „morbus postfaktus“ bei vielen geführt hat.

das bauchgefühl regiert ´halt und es ist ja auch so bequem!…wohl auch zum regieren…

wenn nämlich jeder das erledigen würde , was seine pflicht ist , dann wären die probleme eher marginal.

nun ist aber erziehung , unterrichten wie auch regieren meistens dröge und zähe „körnerarbeit“ –

nicht „prickelnd , spannend oder noch besser im mittelpunkt eines wie auch immer gearteten

öffentlichen interesses“ für den ausführenden protagonisten.

auch ist das lob ungewiss…

wichtiger scheint mittlerweile das positionieren und zerreden des anderen geworden zu sein , als  sich

mit dessen anliegen ernsthaft auseinanderzusetzen.

empathie und kritischer diskurs sind m.e. zu leeren worthülsen verkommen in einem alltag , in

dem sich viele nur noch um sich selbst drehen.

das wirkt sich nicht nur bei der erziehung und bildung von kindern aus!

sollte also houellebecq recht behalten mit seiner vision einer opportunistischen unterwerfung unter einen „neokapitalismus“ ? – Dr.Thomas Dieterle


Leserbrief zu „Der Hass auf die da oben“ von Jens Jessen

Es ist auch bezeichnend, dass der brisanteste und aufschlussreichste Artikel „Der Hass auf die da
oben“ im Feuilleton erscheint. Der Hype von Schulz zerlegt sich nicht von selbst, wenn er die Parolen
der Nationalisten gegen die Eliten übernimmt. Das ist Volksverdummung und sollte nicht als
Populismus abgetan werden. Die sogenannten Eliten, das sind auch die NGOs, die besten Kräfte aus
Wissenschaft, Philosophie, Wirtschaft und Umweltpolitik. Hetze gegen die Eliten machten die
Faschisten in aller Welt, heute angeführt von Putin, Erdogan und Trump. Die politischen Parteien werden dem internationalen Faschismus nichts entgegen setzen können, von sich aus werden sie keine Veränderungen herbeiführen, zu sehr sind sie den eigenen Machtansprüchen und den Lobbyisten ausgeliefert. Und was machen die sogenannten Nichtregierungsorganisationen? Der
Name sagte schon aus, dass sie auf verlorenem Posten sind, jede NGO hat sein eigenes
Betätigungsfeld auf dem sie nur partiell etwas bewirken und allein doch machtlos sind. Die Spenden
an die NGOs geben dem Bürger das Gefühl, dass er etwas getan hat zur Rettung der Welt. Dabei wäre es so einfach, Organisationen wie Greenpeace, Amnesty International, Club of Rome etc.
verfügen über arbeitsfähige Strukturen, sind keine Spontis, jedoch allein können sie nur wenig
bewirken. Das Beste wäre eine „Internationale der Eliten“, raus aus dem eigenen selbstgenügsamen
Anspruch auf Weltverbesserung. Der Name Elite sollte seinen entsprechenden Stellenwert erhalten,
das sie da ist um etwas zu verändern, den politischen Parteien nicht das Feld überlassen , den
Lobbyisten Paroli bieten, indem sie deren Aufgabe übernehmen. Eine Plattform für die Weltpolitik
erstellen, die UNO umkrempeln, Schluss machen mit Veto, die Massenmörder vor Gerichte stellen
und verhindern dass die Politiker ihnen in den Arsch kriechen. Die M enschen werden die neue
Organisation unterstützen mit Massendemonstrationen und Streik, wenn es nötig ist, Schluss mit
Verbot von „politischen“ Streiks. Und die Zeitungen wie die Zeit? Schluss machen mit ausgewogenen fein säuberlich recherchierten Artikeln, wirkliche Partei ergreifen, keine Angst vor Auflage, dann sind Zeitungen nicht besser als Politiker. Alles leicht gesagt, aber der Mensch, zusammen mit seinen Eliten, kann was bewegen, wenn er will. –Ulrich Trabandt


Leserbrief zu „Assads Hölle“ von Mohamed Amjahid

Das Interview mit Herrn Serrih treibt einen die Zornesröte ins Gesicht. Es ist erbärmlich wie der Westen hilflos daneben steht und das ganze Elend gewähren lässt. Statt sich mit Trump oder Putin täglich zu beschäftigen und sich in uferloser Kritik ergehen, sollten sie mit Trump und Putin nach einer schnellen Lösung suchen. Es ist auch ein großes Ärgernis, wenn die Medien ihre Arbeit nur noch im moralisieren sieht. Unsere politische Elite hat die Linie längst überschritten, um ihr noch Vertrauen entgegenzubringen. Der zur Zeit größte Populist Herr Schultz denkt nur an seine Partei, anstatt mit der seinen Kollegen und dem Koalitionspartner nach Wegen zu suchen, wie das Dilemma in Nahost minimiert werden kann.  Das wäre zielführende und ehrlichere Politik. Es muss doch möglich sein, in den Gefahrengebieten mit den Hilfskräften und der Bundeswehr Zentren vor Ort einzurichten, wo sie dem mörderischen Treiben der Terroristen einigermaßen sicher sind. Jetzt bei der Sicherheitskonferenz in München wäre es geboten gewesen, darüber ernsthaft zu sprechen. Was wird wieder gemacht: Hohlsprech und übermorgen geht man wieder auseinander und  es wird weiter wie bisher regiert.   – Gunter Knauer


Leserbrief zu “ Der Musterflüchtling“ von Nadine Ahr und Joanna Nottebrock

Besten Dank zunächst einmal für einen guten Artikel. Ich schreibe Ihnen diesen Brief nicht unbedingt zur Veröffentlichung, sondern weil ich gern wissen möchte, was wirklich vorgegangen ist, und ob Sie dazu nicht-veröffentlichte Informationen haben. Denn eigentlich steckt da ein kleiner Skandal drin.

Wie Sie sagen, haben Sie Herrn Alkhyoti 9 Monate lang in Deutschland begleitet. Sie berichten allerdings auch über die Stationen seines Lebens bis zu seinem Eintreffen in Deutschland, — und da liegen ein paar potentiell unsaubere Knackpunkte im Tun des „Musterflüchtlings“, über die Sie allzu schnell hinweggehen.

Von der deutschen Botschaft im Libanon, so berichten Sie, habe er ein Visum für einen „Sprachkurs für Ärzte“ für 6 Monate bekommen. „Nach dem Sprachkurs würde er sich Arbeit als Arzt suchen, dann würde er seine Frau nachholen …“. Wie kann das sauber gehen ? Sie schreiben es zwar nicht, aber es klingt so als ob der Mann kein Wort Deutsch sprach, als er sich anmeldete. Da ist doch etwas faul. Sprachkurse für Ärzte, die bei der absoluten Beginnerstufe anfangen A-0 anfangen, gibt es meines Wissens nicht. Solche Spezialkurse machen sowieso (in jeder Sprache) erst Sinn ab der Stufe B-2.

Das Visum, das allgemein für „isolierte“ Sprachkurse (die nicht zum Studium führen) ausgestellt wird, läuft für 3 Monate und kann auf 12 Monate verlängert werden. Auf 6 Monate begrenzt wird es eigentlich nur, wenn nicht genügend finanzielle Mittel nachgewiesen werden konnten, um 12 Monate zu erreichen.

Jede Sprachschule weiß natürlich und informiert entsprechend, dass in 6 Monaten keinesfalls von A-0 aus eine Sprachkompetenz zu erreichen ist, die zur Ausübung ärztlicher Tätigkeit reicht. Das wäre nämlich die Stufe C-1, die man nach 1 Jahr harter Sprachhlernarbeit erreicht, währenddessen man allerdings keine Erwerbstätigkeit ausüben darf. Im übrigen ist das Visum für Sprachkurse nur verlängerbar über 12 Monate hinaus, wenn wiederum ausreichende finanzielle Mittel nachgewiesen werden; eine einfach anschließende Aufnahme von Erwerbstätigkeit ob als Arzt oder als Hilfsarbeiter ist ausgeschlossen.

Hier ist also, so mein Schluss, in einer Weise herumgetrickst und fehlinformiert worden, um ein Visum zu erhalten, dass einem die Haare zu Berge stehen. Und das soll ein „Muster“ sein ? Einfach mal Asyl beantragen, weil man keinen Job findet, den man ohnehin legal niemals hätte aufnehmen dürfen ? Ich hoffe bloß, der Trick spricht sich nicht überall herum !!! Ein prima Geschäft für die Sprachschulen tut sich da auf.

Um welche Sprachschule, die Herrn Alkhyoti ja schließlich für das Visum „einladen“ musste, handelt es sich eigentlich ? – Kurt Gamerschlag


Leserbreif zu “ Amerikas Wissenschaftler machen mobil – ein Aufstand für die Vernunft“ von Christoph Dösser

Auch Ihr Beitrag ist unaufrichtig. Trump wird keinen Gelehrten oder Wissenschaftlicher des Feldes verweisen.  Es geht um eine ganz andere Flüchtlingsgruppe, das sollten sie wissen. Flüchtlinge, die im Zuge der Volkswanderung gen Westen unterwegs sind und deren Identitäten unklar sind. Das hätte man auch bei uns so halten müssen. Auch die doppelten Staatsbürgerschaften waren schon verkehrt. Wer logisch denken kann, der wird auch zu dieser Erkenntnis kommen. Bei uns wird alles mit einer lebensfremden Ideologie erklärt.  – Gunter Knauer


Leserbrief zu „Der Kampf um die Windmühlen“ von Christiane Grefe Und Stefan Schirmer

Dieser Streit dürfte nicht ausbrechen, wenn unsere Politik energisch ihre eigenen Vorschläge verfolgen würde, denn unser Umweltministerium hat ein 10-stöckiges Haus vorgestellt, das seinen ganzen Strom auf dem eigenen Gelände erzeugt (mit Wind und Sonne), also müsste die Industrie gezwungen werden, dass sie sich auf die Produktion solcher kleiner Einheiten umstellt, das wäre die konsequente Energiewende ohne Arbeitsplatzverluste und ohne Überlandleitungen. – Bernd Roth


Leserbrief zu „You’re fired“ von Steven Hill

Herr Hill zitiert in seinem Artikel die Anekdote von Henry Ford II und seinem Gewerkschafter. Die heutigen Technologiekonzerne scheinen es mir da einfacher zu haben:

Auf Twitter zum Beispiel seien ja angeblich inzwischen viele Bots aktiv, die fleissig retweeten und damit für „Umsatz“ sorgen. Dann braucht man auch den Menschen als Abnehmer der Nachrichten nicht mehr unbedingt. – Jochen Schmähling


Leserbrief zum Titelthema „Wer setzt Kindern noch Grenzen?“

Heilige Einfalt! Ich weiß nicht, ob Ihre Recherche betreibende Louisa Reichstetter nur eine Fleißarbeit mit der „Kleinen Geschichte der Erziehung“ abliefern sollte, aber den hochkarätigen, im Impressum aufgeführten Redakteuren müsste doch aufgefallen sein, wie widersprüchlich die Angaben sind. Da wird der DDR vorgeworfen, „Erziehung erneut zu einem Mittel der Einschüchterung und Konformierung“ missbraucht zu haben, was sicher partiell zutrifft. Erhellend, ernüchternd und entlarvend ist jedoch der Hinweis aus dem Jahre 1970 (!). Da erfährt der erstaunte einstige DDR-Bürger, dass in diesem Jahr Bayern die Prügelstrafe in Schulen abgeschafft hat! Aber das hatte in Bayern sicher nichts mit Einschüchterung zu tun, sondern stärkte gewiss das Selbstbewusstsein der Geprügelten.

Dazu noch zwei Fakten: die Prügelstrafe in den Schulen wurde in der DDR im Jahr ihrer Gründung, 1949, abgeschafft; in der Bundesrepublik 1973 und in Bayern nicht 1970, sondern 1980. – Dr. paed. Lutz Behrens


Leserbrief zu „Unter Berührzwang“ von Bernd Ulrich und „Wessen Schande ist das?“ von Anne Hähnig Und Martin Machowecz

Sie stellen die rhetorische Frage, „Wessen Schande ist das?“ Rhetorische Fragen bedürfen eigentlich keiner Antwort. Aber:  Natürlich ist das die Schande unseres Volkes; wessen Schande sonst? Das hat Herr Höcke zutreffend so geäußert.  Aber der entscheidende Punkt dabei  ist: er will diese Tatsache nicht ertragen! Und er ist damit leider nicht allein. Die vielen merkwürdigen heuchlerischen (?) Reaktionen auf eine eigentlich sachlich richtige Aussage zeigen das. Die Schöpfer des Mahnmals haben das aber offenbar vorausgesehen und genial in ihre Gesamtkonzeption integriert. Sie haben den charakterschwachen Wunsch dieser Personengruppe symbolisch dadurch dargestellt, dass sie den Informationsteil des Mahnmals, die Gedenkausstellung mit den Namen unglaublich vieler Opfer, unter die Erde verlegten. Wenn sich das Mahnmal auf diesen Teil beschränkt hätte, würde das sicher die Zustimmung von Herrn Höcke und seinen Sympathisanten finden. Die Schuld wäre scheinbar verschwunden.

Aber da sind ja noch die Stelen!  Sie konfrontieren uns mit einer solchen Wucht mit den Tatsachen, die viele gerne vergraben und vergessen würden. Und sie sagen uns: „Auch wenn ihr versucht, alles unter den Teppich zu kehren oder zu vergraben; die Opfer, die das deutsche Volk verschuldet hat, werden niemals aus dem Bewußtsein entfernt werden können. Sie haben so ein Gewicht, dass es übermenschliche Anstrengungen erfordern würde, sie zu beseitigen!“

Die Stelen, die scheinbar direkt aus der unterirdischen Gedenkausstellung herauswachsen und somit das vergrabene Leid an die Oberfläche befördern, bringen das wunderbar zum Ausdruck. Da auf dem Mahnmal direkt auf jede Inschrift verzichtet wurde, ist der Besucher gezwungen, selbst nachzudenken. Das Ergebnis seiner Nachdenklichkeit sagt stets mehr über ihn als über das Mahnmal. Das sollte Herr Höcke fernab jeder Parteipolitik auf rein menschlicher Ebene erkennen und sich dann im Spiegel ansehen.

Über Karl den Großen kann man getrost an anderer Stelle reden. Und das soll man auch gründlich tun. – Klaus Lachetta