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06. April 2017 – Ausgabe 15

 

Leserbriefe zu „Für immer jung?“ von Ulrich Bahnsen

Die Zeitung ist noch nicht erschienen und ich schreibe schon einen Leserbrief. Denn schon die Ankündigung versetzt mich in Wallung: Der grösste Traum der Menschheit – Die ewige Jugend! Das ist doch einfach ganz ganz grober Schwachsinn. So grob, dass ich mich nicht einmal erblöden will in die Argumentationsfalle „pro – contra“ einzutreten. In diesem Falle plädiere ich ausnahmsweise für das Postfaktische! Und dass als zentrales Problem genannt wird, dass das nicht für alle zu haben sein soll, bringt die Schieflage endgültig zum kippen. Natürlich: wer darf/muss und wer nicht ist immer eine nette Debatte, egal um was es geht. Aber da gibt es doch noch ein paar ganz andere zentrale Problemchen: Was wäre unsere Welt ohne die Jungen? Was wären die Jungen, wenn sie uns nicht „innert nützlicher Frist“ zu Grabe tragen dürfen. Was für eine grausame Vorstellung: eine Welt, bevölkert von jugendlichen 200-jährigen, die ihren eigenen Kindern keinen Platz zum leben geben, weil sie zu feige sind, zu sterben? Ich arbeite jeden Tag mit jungen Menschen zusammen und muss sagen: es gibt allen Grund, ihnen Platz zu machen!   Das musste raus! – Florian Reichert


Leserbrief zu „Können diese Augen lügen?“ von Elisabeth Reather

Entweder ist es einen Druckfeher und es fehlt ein null oder die Autorin hat sich mit Herrenbekleidung nie auseinander gesetzt.

Hier die Logik:einer guter herkommlicher Anzug (der marke hugo boss z.b.) uebers Internet kostet leicht 400€. Also kann einer Anzug auf mass, in einer Pariser Boutique, fuer einen finanziel sehr gut situierter ehemalige Minister,

Der auf sein Ausseres wert legt guestiger sein??

Leider so ein bemerkung in den ersten Absatz ihrer Artikel geben mir kein anlass ihn weiter zu lesen da der Eindruck erweckt ist : die information sind nicht recherchiert genug. – S. Belleil


Leserbrief zu „Der vage Europäer“ von Fabian Klask, Mark Schieritz Und Michael Thumann

Ihren Artikel habe ich mit großem Interesse gelesen. Leider enthält er aber wieder, wie üblich, nur die halbe Wahrheit. Das angloamerikanische Märchen, allein die deutsche uneinsichtige Sparpolitik habe  Griechenland in die Krise getrieben, wird uns schon wieder neu verkauft.

Durch ständiges Behaupten wird es nicht wahr. Wenn ich den von Ihrer  Zeitung so verehrten Professor Winkler zitieren darf (Geschichte des Westens: Vom Kalten krieg zum Mauerfall) S. 87: “Griechenland war am 01. Januar 1981 in die Europäische Gemeinschaft aufgenommen worden; obwohl es gute Gründe gegeben hätte, dem Athener Antrag nicht oder nicht zu diesem Zeitpunkt stattzugeben”.

Danach zählt er Probleme auf,  die bis heute noch für in Griechenland charakteristisch sind. Mit Andreas Papandreous Wahlsieg 1981 wurden sie noch einmal verschärft, da dieser auf einen  Schlag 400.000 Gefolgsleute in den Staatsdienst einstellte. Einziges Qualifikationserfordernis: PASOK Mitgliedschaft. Besser drückt es noch Francis Fukuyama in “Political Order an Political Decay” auf Seite 107 aus: Rather it (public interest) is seen as an asset to be grabbed and exploited for narrow partisan benefit……When the European Union and the IMF demanded structural reforms in return for a  restructuring of Greek debt, the Greek government was willing to consider any form of austerity before agreeing to end party control over patronage.”

Daran hat sich nichts geändert; die ganzen Gesetze die das griechische Parlament zu Reformen verabschiedet hat, sind zum größten Teil nicht umgesetzt worden; also nicht einmal das Papier wert, auf dem sie gedruckt sind.  Sich auf den Economist in dieser Sache  zu berufen, ist kein besonders guter Einfall. Hat der doch Sakorzy nach dessen Wahl als Retter Frankreichs gefeiert. Im übrigen dreht es sich nicht darum, dass Frankreich ein bisschen Bürokratie abbaut und Deutschland etwas zahlt. Beide müssten auf Souveränitätsrechte verzichten. Ein Präsident Macrons, dem Le Pen im Nacken sitzt, wird das wohl kaum tun.

Das Gerede, wir müssen die Schulden vergemeinschaften, führt auch nicht weiter.  Wenn  Griechenland selbst unter Druck nicht die erforderlichen Reformen betreibt, meinen Sie dann, dass es welche durchführt, wenn wir seine Schulden übernehmen? Bitte verschonen Sie mich jetzt mit der ausgelutschten Latrinenparole unser Politiker: Wenn die anderen nicht wollen dann müssen wir vorangehen und auf Teile unserer Souveränitätsrechte verzichten!! Die anderen werden uns dann folgen.! Nur, sie sind uns nicht gefolgt und werden uns auf absehbare Zeit nicht folgen. – Ulf Hanel


Leserbrief zu „Wird schon!“ von Julius Schophoff

„Wer an Sicherheit glaubt, ignoriert das Wesen der Welt“. Der Autor Julius Schophoff zeigt die eine Seite der Wahrheit, vor der anderen verschließt er die Augen. Wie groß ist seine Freiheit, wenn er mit 70 oder 80 oder 90 Jahren immer noch in gewisser Regelmäßigkeit als „freier Journalist“ Texte bei Zeitungen oder Buchverlagen unterbringen muss, um „seine Brötchen zu verdienen“? Wer alte Menschen erlebt hat, die bis zum „Tot-umfallen“ hart arbeiten mussten, die sich die bisherige Mietwohnung nicht mehr leisten konnten, deren Sparbuch vollständig blank war, die keinen Arztbesuch bezahlen konnten, der denkt über Vorsorge anders.

Aber Herr Schophoff ist nicht naiv. Er zahlt freiwillig weiter Beiträge an die Rentenversicherung. Und aus dem Verschweigen schließe ich, dass er auch weiterhin krankenversichert ist. Damit verlässt er sich auf die Solidargemeinschaft. Und er verlässt sich darauf, dass Mitbürger Geld beiseite legen, damit Wohnungen unterhalten, in größerem Abstand sanieren oder auch neu bauen. Oder denkt er, Wohnungen waren schon immer da und wird es auch immer in ausreichender Anzahl im gewünschten Zuschnitt und Zustand geben, quasi vom Himmel fallen? – Adolf Ronnenberg


Leserbrief zu „Wird schon!“ von Julius Schophoff

Es klingt ja so schön – man pfeift auf all diese spießigen Versicherungs- und Bausparverträge, zerbricht sich nicht den Kopf über irgendwelche  Versorgungsfälle wie Berufsunfähigkeit, Krankheit, Pflegebedürftigkeit  und über den Lebensunterhalt, wenn man das Ruhestandsalter erreicht  hat! Und wenn dann diese Fälle tatsächlich eintreten – dann fällt man eben seinen Verwandten, Freunden oder der Allgemeinheit zur Last. Müssen Sie da nicht auch an die Fabel von Lafontaine von der Grille und der Ameise denken? Ich wünsche Ihnen, dass Sie dann nicht mit den Worten „Vous chantiez? … Eh bien, dansez maintenant!“ abgewiesen werden. – Prof. Dr. Wolf-Rüdiger Heilmann


Leserbrief zu „Auf leisen Sohlen“ von Angela Köckritz

Vielen Dank für Ihren Leitartikel. Leider finde ich ihn zu einseitig, da er von einer stark einschränkenden eurozentrischen Sicht geprägt ist. Es gibt auf dieser Welt Jahr tausend Jahre alte  geschichtliche Entwicklungen wie die in Russland, in China und in  Indien. Wir feiern immer Machiavelli, aber à propo  Indien: spricht einer  von Kautilya, der vor 1500 Jahren sein berühmtes Handbuch  des Regierens, das ARTHASHASTRA verfasst hat, auf weiten Strecken besser und  durchdachter als der “Il  Principe” ist.

Im übrigen würde ich den Menschenrechts Verteidiger USA nicht so stark preisen; hat er doch erfolgreich jahrzehntelang im 20 Jahrhundert die “United Fruits Demokratie” in Lateinamerika verteidigt.  Sicherlich hat der Zerfall der Sowjetunion einen gewissen Schock bei der KPCH bewirkt; ausschlaggebend für die Niederschlagung  des Aufstands auf dem Platz des himmlischen Friedens waren  aber die Erlebnisse der damals noch lebenden alten Männer  im ZK, die in den zwanziger Jahren das Wüten der “Warlords “, die durch westliche Staaten, insbesondere die USA,  gelenkt und aufgehetzt wurden, mit erlebt hatten.

Der sogenannte kleine Mann in China verehrt Mao noch heute deswegen, weil er gegenüber der Außenwelt Standhaftigkeit, Charakter und Rückgrat gezeigt – Eigenschaften, die unseren Politikern abgehen- und in ihren Augen China seine Würde zurückgegeben hat.  Bitte, kommen Sie mit jetzt nicht mit Menschenrechten und der Demokratie im alten Griechenland. Die 1 Million Sklaven, die in 200 Jahren in griechischen Silberbergwerken verreckt sind, müssen dann wohl als Collateral Schaden der griechischen Demokratie bewertet werden? Sie werden sich auf einen stärkeren Einfluss Chinas einstellen müssen, ob sie es wollen oder nicht.

Viellicht hilft Ihnen dabei ein Ausspruch von George F.Kennan, der am Ende seines langen Lebens gesagt hat:” Ich glaube nicht, dass alle Länder   unseren Werten folgen werden; wahrscheinlich müssen sie es nicht einmal.” Als Übung sollten Sie einmal versuchen, sich eine Weltkarte gezeichnet aus chinesischen Blickwinkel zu besorgen. Darauf würde Europa wahrscheinlich nicht größer als ein Daumennagel sein. – Ulf Hanel  


Leserbrief zu „Der vage Europäer“ von Fabian Klask, Mark Schieritz Und Michael Thumann

Was ist der Unterschied zwischen Frau Merkel und Herrn Schulz: Frau Merkel ist eine Frau und Herr Schulz ein Mann. Bis auf Kleinigkeiten kann ich sonst keinen Unterschied erkennen. Warum also soll ich die SPD wählen? Die Fehler von Frau Merkel würde Herr Schulz eins zu eins übernehmen. Für mich käme zur Zeit keine der beiden Parteien infrage.  Und auf Umfragen gebe ich ohnehin nichts. – Beste Grüße


Leserbrief zu „Ist das unser Antiterrorkampf ?“ von Andrea Böhm

Aus Rot am See möchte ich Sie grüßen. Danke für Ihren Artikel in der letzten Ausgabe der Zeit. Die Geschehnisse überschlagen sich fast. Ich erlaube mir, Ihnen einige Gedanken weiter zu geben, die ich über die Berichterstattung in Presse (einschließlich des Spiegels)und TV-Nachrichten geschrieben habe. Ich schreibe nur das, was ich subjektiv an diesem Konfliktherd wahrnehme und wo ich Lösungsmöglichkeiten sehe. Ich weiß nicht, inwieweit Sie die Frage nach der deutschen Beteiligung an diesem Konflikt in der Zeit-Redaktion diskutieren? Mir geht es darum, eine deutsche Beteiligung im Syrien-Konflikt zu überdenken. Sehr wahrscheinlich wird es unmöglich sein, im Iraq und in Syrien zu den alten Grenzen zurückzukehren. Vorstellbar sind verschiedene Regionen, die auch Mehrheiten einer Ethnie oder Glaubensrichtung abbilden. Aber das sollte man den betreffenden Ländern hauptsächlich selbst überlassen, wie sie ihre staatliche Ordnung realisieren wollen. Gerade das Verhältnis der Türken zu den Kurden birgt viel Konfliktpotential.

…Der Spiegel 51/16 in einem Artikel über den Fall Ost-Aleppos fragt: Geht es Assad um Vernichtung oder um Versöhnung? Er berichtet auch von Tausenden von schiitischen Kämpfern, die dort kämpften und stellte fest: Es wird wohl kaum Frieden in Syrien geben. Die religiösen Unterschiede von Schiiten und Sunniten sind so gravierend, dass eine Suche nach Kompromissen fast unmöglich erscheint. Dahinter stehen natürlich auch Machtansprüche vom Iran und Saudi-Arabien. Dass die Alaviten in Syrien an die Macht gekommen sind, hat historisch gesehen ja seinen Grund, dass die Franzosen, als Mandatsmacht, den Alaviten und Drusen Schlüsselstellungen im Heer gegeben haben. Die Franzosen haben die Minderheiten aufgewertet, um dort besser regieren zu können. Wird  Assad freiwillig gehen, wenn er weiß, dass dann sein Leben verwirkt ist und das der Alaviten?

Die USA haben keine Zweifel, dass Assad der Schuldige an den Giftgaseinsätzen ist. 2003 vor Beginn des Iraq-Krieges hatten die USA auch keine Zweifel, dass S.Hussein mit Nuklearwaffen die Welt bedroht. Die Folgen kennen wir. Wir kennen auch die Folgen, dass 2011 Gaddafi durch Nato-Streitkräfte weggebombt wurde. Heute ist Libyen ein „failed state“. Die deutsche Ausgabe von Le Monde April 2017 schrieb einen ausführlichen Artikel unter der Unterschrift „Libyen ist nicht mehr. Ist Afghanistan nach langen Kriegsjahren sicherer geworden? Die Liste ließe sich erweitern. Es ist zum Verzweifeln.

Die USA hat für mich den Charakter einer Plutokratie, d.h. die Superreichen haben das Sagen, sie bestimmen die Politik. Was Menschen in Kriegen leiden, spielt kaum eine Rolle, das sind die Lateralschäden, die man hinnehmen muss.

Was soll Deutschland als Nato-Land tun? Ich würde sagen: Nicht in ein Kriegsabenteuer sich einlassen. Die Beteiligung der Überwachungsflügen durch Luftjets in den Kriegsgebieten einstellen und aus der Türkei sich zurückziehen. Uns hat es nicht geschadet, nicht am Golfkrieg beteiligt gewesen zu sein. Deutschland als ehrlicher Makler kann seine Rolle nur dann spielen, wenn es sich aus militärischen Aktionen heraushält, vor allem dann, wenn die Lage mehr als verworren ist und man kaum weiß, wer da gegen wen kämpft?

Das in Ergänzung zu meinem Leserbrief vor wenigen Tagen, den ich nochmals beifüge.

PS: Ich möchte noch einmal auf Ihre Berichterstattung zum sog. Arabischen Frühling eingehen, den der Spiegel monatelang in langen Berichten wohlwollend begleitet hat. Interessant auch der Artikel in Spiegel.Online vom 31.8.2011: Libyen Einsatz und Völkerrecht. Glückwunsch Nato. Aber bitte leise jubeln.

Die Uno-Charta verbietet Gewalt unter Staaten. In Libyen hat die Weltgemeinschaft eine Ausnahme gemacht – zum Schutz der Zivilbevölkerung. Mit der Beseitigung des Gaddafi-Regimes hat die Nato die Resolution des Sicherheitsrats sehr großzügig ausgelegt – und einen Präzedenzfall geschaffen.

Ich bin der Friedensethik Jesu verbunden und halte viel von Luthers Zwei-Reiche-Lehre. Luther hat sich immer scharf gegen bewaffnete Rebellion ausgesprochen und den Christen gesagt: Lieber leiden, als zur Waffe zu greifen. Das Gesetz schafft Ordnung und Sicherheit. Wenn staatliche Autorität verschwindet, herrscht das Chaos. Das ist heute überall mit Händen zu greifen. Ich habe von daher immer eine militärische Aktion abgelehnt. Nur eine kleine Frage: Wenn die Staatengemeinschaft die Billionen, die sie im Afghanistan Krieg verschwendet hat, für Entwicklungshilfe durch anerkannte Hilfsorganisationen ausgegeben hätte, hätten wir dann heute ein anderes Afghanistan? Ich glaube, wenn wir etwas positives im Nahen Oster verändern wollen, müssen wir bei den religiösen Überzeugungen ansetzen und den Menschen dort das weitergeben, was Jesus zur Nächstenliebe gesagt hat. Es ist doch erstaunlich, wie viel Terror geschieht im Namen Allahs und der Scharia. Haben Sie schon mal gehört, dass aktuell jemand als menschliche Bombe im Namen Jesu des Welterlösers sich in die Luft gesprengt und andere in den Tod gerissen hat?

Sie werden es mir nicht verübeln, dass ich auch den Spiegel kritisch lese. Laut neuesten Nachrichten stieg die Zahl der Todesopfer der Giftgaseinsätze in der Stadt Chan Scheichtun auf 72, darunter wohl 20 Kinder. Bezeichnend der Zusatz: Die Angaben der Aktivisten können von unabhängiger Seite allerdings nicht überprüft werden.

Für EU und Amerika scheint klar, wer der Schuldige ist: Assad oder Russland. Nun haben die Russen ihre Version präsentiert und geben den terorist. Gruppierungen die Schuld. Unabhängig von diesem tragischen Angriff ist deutlich: dass zum Einen die syr. Luftwaffe Giftgasangriffe ausführte, aber auch Terroristen Giftgas einsetzen und in Kellern Giftgas gelagert haben zur Herstellung von Granaten mit Giftgas. Dann ist zu bedenken, dass die syr. Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London keine unabhängige Nachrichtenquelle ist, sondern eindeutig auf Seiten der Rebellen steht.

Ich finde es unverantwortlich, wenn in manchen Presseorganen oder im öffentl. Fernsehen  vorschnell Schuldige genannt werden, ohne auf die Schwierigkeiten des Propagandakriegs mit Nachrichten von allen Kriegsbeteiligten hinzuweisen. Das dient sehr wahrscheinlich nicht zur Wahrheitsfindung. Die Bildzeitung vom 6. April titelte: Giftgas Assad – Der schlimmste Vater der Welt. Gezeigt wird eine ganz normale Assad-Familie beim Geburtstag. Kommentar überflüssig!

In einem sehr guten Vortrag eines Historikers, der in Damaskus Geschlchte und Arabisch studiert hat wurde uns gesagt: Die Alaviten wissen genau, wenn sie die Macht verlieren, werden sie besten Falls des Landes verwiesen oder massakriert. Nach allem, was passiert ist, gibt es kein Perdon. Hass wird das Handeln regieren. Jetzt frage ich Sie, was wird eine Assad-Regierung tun, wenn sie das weiß? An ihrem Stuhl kleben oder freiwillig das Feld räumen? Vielleicht sollten das unsere lieben EU-Politiker, die auf sicheren Stühlen sitzen, auch bedenken!? Wir im Westen sind natürlich die moralisch Überlegenen. Aber wir liefern Waffen an S.A., dessen Regierung einen Krieg gegen den Jemen führt. Mit welchen Waffen? Da sind wir natürlich ganz unschuldig. Nato-Politik: Während deutsche Soldaten im Süden der Türkei mit Abwehrsystemen die Türkei vor angeblichen Luftangriffen Syriens geschützt haben, hat die türk. Regierung munter ihre Geschäfte mit dem IS gemacht und  die Terroristen sind aus und ein gegangen. So was vergisst man schnell. Also wir haben uns nicht mit Ruhm bekleckert. Und die sog. Weltgemeinschaft war während des ganzen Bürgerkriegs nicht in der Lage, ein einige Quadratkilometer großes Schutzgebiet für Flüchtlinge einzurichten und sie dort ausreichend zu versorgen. Und was Flüchtlingselend bedeutet zeigt Nationalgeographic in seiner neuesten Ausgabe: Leben nach dem IS. Bevor der IS sich zurückzog legte er Sprengfallen und zündete Ölquellen an…und überall Massengräber… Wie viel Jahrzehnte wird der Nahe Osten benötigen, um wieder auf den Vorkriegsstand zu kommen? Und wer wird die Wunden heilen, die die Gewaltanwendung geschlagen hat? – Dieter Loest


Leserbrief zu „Ist der Welfenschatz doch NS-Raubkunst?“ von Stefan Koldehoff

Natürlich ist mit Drohung erlangtes fremdes Eigentum dem vom Verlust betroffenen Eigentümer zurückzugeben., ebenso ohne Rechtstitel erlangtes Plünderungsgut. In den U.S.A. werden allerdings diese Rechtsgrundsätze selektiv nur auf Besiegte angewendet, wie der Diebstahl der Ex- US. Secretary of State  Madeleine Albright beweist. Die Geschädigten wurden beim Versuch, in den U.S.A. Recht zu bekommen, lebensgefährlich bedroht und schließlich stellte in jüngster Zeit das tschechische Außenministerium die Bestätigung aus, die tschechische Regierung habe dem Vater von Frau Albright, der die Bilder durch Drohung an die Haushälterin der Eigentümer deren Versteck entnahm, geschenkt (gleichzusetzen: Adolf Hitler schenkte die Bilder der Familie Rothschild Hermann Göring.) Ich brachte den Skandal in beiliegender Einschaltung in der „Kronenzeitung“  an die Öffentlichkeit. Man hat es mit den U.S.A. mit einem rechtlosen Gewaltregime zu tun, wie Österreich im Rufmord an dem Ehrenmann Dr. Kurt Waldheim erleben musste. an dem sich die Bundesrepublik schändlicher Weise beteiligte „Einen Teufel werde ich mich entschuldigen!“, so der Außenminister und Straßenräuber Joschka Fischer. – Dr. Otto Ludwig Ortner


Leserbrief zu „Farewell, Britannia” von Josef Joffe

Joffe zu lesen ist oft ein Vergnügen -wenn da nicht immer mal wieder seine seltsame Vorliebe für den Krieg in einem Nebensatz zum Ausdruck kommt! So auch jetzt wieder wo er England  bescheinigt, die Kriegskunst nicht vergessen zu haben, mancher Kontinentalstaat dagegen, so lautet sein Vorwurf, scheint die Erinnerung an diese Kunst verloren zu haben. Und man hat auch noch nicht vergessen, dass Englands Falklandkrieg ein Massaker war, bar jedes Anflugs von Kunst! Kriegskunst ordnete man den kriegerischen Auseinandersetzungen längst vergangenen Epochen zu.

Heutzutage besteht eher die Kunst darin, Kriege zu vermeiden, da die Feuerkraft moderner Waffen fürchterliche Ausmaße angenommen hat und für die Kriegsherren unsere Zeit deren Einsatz mittels Flugzeugen und Drohnen selbst in dichtbesiedelten Gebieten ohne Skrupel durchgesetzt wird. Und da  es seit dem 2.Weltkrieg auch die Atombombe gibt hat der Krieg seine Überhöhung zur Kunstform  unwiderruflich verloren. Ist der Herr Joffe da nicht ein wenig zurückgeblieben mit seinem Weltbild  von handwerklich sauberen oder gar kunstvoll gestalteten Kriegen ?

Oder glaubt er, dass Kriege  nur erfolgreich zu führen sind wenn es immer den Krieg davor und den danach geben muss -und das  mit steigender Frequenz? Vielleicht hat Herr Joffe in seiner Hochachtung vor der Kriegskunst vergessen,  dass man die Fähigkeit Kriege zu führen schon seit langem durch sogenannte Manöver verbessert.  Andere Werkzeuge wie Diplomatie und internationale Vereinbarungen erreichen meistens viel mehr  für die staatliche Selbstbehauptung oder Verteidigung von legitimen Interessen und schützen zumindest  die Zivilbevölkerung um ein (fast) unendlich Vielfaches besser als jeder noch so „gerechte Krieg“. – Klaus Reisdorf


Leserbrief zu „Mein Türke, dein Türke“ von Özlem Topçu und Stefan Schirmer

Ihre Autoren übertreiben mal wieder. Unabhängig davon, das Demokratie ohnehin kein Allheilmittel für friedliches Miteinander ist.  Die Welt sieht gerade eine Fratze der Bösartigkeit.  Die Intellektuellen wollen per du nicht verstehen, dass zuviel Demokratie das Gegenteil eines friedlichen Miteinander bewirkt.  Willy Brandt sprach von: „mehr Demokratie wagen“, das hat damals ganz gut geklappt. Das passt aber heute nicht mehr. Das Gegenteil wäre hilfreicher. Und ihr „Freund“ Erdogàn hat sich zur Demokratie bekannt. Er hat hält andere Vorstellungen von einer Demokratie.  Die ständigen Unterstellungen, die ich in den Printmedien lese, sind leergedroschenes Stroh. In der Türkei kann man nur einmal wiedergewählt werden. Ende der Fahnenstange. – Gunter Knauer


Leserbrief zu „Zurzeit bin ich nicht so gern jüdischer Schriftsteller in Deutschland“ von Maxim Biller

Bemerkenswert, dass das deutsche Feuilleton dem amerikanischen Juden Philip Roth den Literatur-Nobelpreis wünscht, gleichwohl dem deutschen Juden Maxim Biller quasi nahelegt, endlich mit dem Schreiben aufzuhören. Seltsam, ähneln Billers Figuren doch denen von Roth. Sie sind in der Tat sexbesessen und herrisch und haben einen Humor, den die Deutschen offenbar nur zu schätzen wissen, wenn der Autor aus dem Ausland kommt. Insbesondere, wenn dieser Jude ist. Curb your enthusiasm… – S.C. Weiss


Leserbriefe zu „Für immer jung?“ von Ulrich Bahnsen

Wenn ich mir die Welt so anschaue, dann weiß ich nicht, ob es so erstrebenswert ist, länger Leben zu wollen oder ständig Jung zu sein. Eine Revolution wäre das schon. Es gibt ja bereits ein Lebewesen was unendlich lebt: die Würfelqualle ist in der Lage die alten Zellen ständig in Neue auszutauschen. Das wird Ihr Autor wahrscheinlich auch wissen. – Gunter Knauer


Leserbriefe zu „Für immer jung?“ von Ulrich Bahnsen

Der Artikel gab einen guten Überblick über ein spannendes Thema. Dennoch ist der plakative Untertitel auf der Titelseite – „Das Altern zu stoppen“ – irreführend, denn die Quintessenz des Artikels ist schließlich die Verlangsamung des Alterns und nicht das Stoppen davon. Solche reißerischen Titelseiten machen die ZEIT minderwertig und ich hoffe, die Niveausenkung ist keine Ihrer Zielsetzungen. – Julian Danker


Leserbrief zu „Ein Anschlag ist zu erwarten“ von Mohamed Amjahid

Vielen Dank und Lob für den richtig guten Artikel „Ein Anschlag ist zu erwarten“, gute Recherche. Dafür lohnt es sich die Zeit zu kaufen.  – Thomas C. Bialluch


Leserbriefe zu „Für immer jung?“ von Ulrich Bahnsen

Vielen Dank für den spannend und verständlich geschriebenen Artikel zum Titelthema „Für immer jung?“ und die Grafik. Ich habe es nur bedauert, dass Sie das Thema nicht in vertiefender Weise philosophisch und ethisch beleuchtet haben. Das Interview bot da zu wenig. Wäre es nicht der größte denkbare Horror, wenn wir ewig leben könnten? Sind das Altern und der Tod nicht die Vorraussetzung für die Schönheit der Welt? Für die Empfindung des Glücks? Vielleicht kommen Sie ja in einer der kommenden Ausgaben darauf zurück. – Götz Kohlmann


Leserbrief zu „Ist das unser Antiterrorkampf ?“ von Andrea Böhm

USA und Grossbritannien wollten Regime Wechsel in Syrien

Dieser Chemiewaffeneinsatz in der von den Rebellen besetzten Stadt Chan Scheichun wird Assad am meisten schaden, ob das Regime nun dafür verantwortlich ist oder nicht. Das wissen die syrischen Militärs sicher auch. Zu erinnern ist: Inspektoren waren doch in Syrien und haben die Vernichtung des Giftgases überwacht und die Chemikalien abtransportieren lassen, wie seinerzeit im Irak unter Saddam ? (1)

Zu erinnern ist: Eine Regimewechsel Operation war schon lange vor dem Bürgerkrieg in Syrien geplant. (2) (3) Wie US-General Wesley Clark im Pentagon einige Wochen nach den Terrorattacken vom 11. September 2001 hörte, war es das Ziel der USA in sieben Ländern in fünf Jahren einen Regimewechsel zu organisieren, beginnend mit der Bombardierung des Irak, dann hiess es würden Syrien, der Libanon, Libyen, Somalia, der Sudan und am Schluss der Iran drankommen. Auch der ehemalige Aussenminister Roland Dumas sagte in einem TV-Interview, dass die Briten schon zwei Jahre vor dem Ausbruch des Aufstandes den Krieg in Syrien vorbereitet hatten.

Freundliche Grüsse Heinrich Frei

(1) The Syria Chemical Weapons Saga: The Staging of a US-NATO Sponsored Humanitarian Disaster By Prof Michel Chossudovsky Global Research, April 06, 2017 http://www.globalresearch.ca/the-syria-chemical-weapons-saga-the-staging-of-a-us-nato-sponsored-humanitarian-disaster/5315273

Seven Countries in Five Years, General Wesley Clark


Roland Dumas: The British prepared for war in Syria 2 years before the eruption of the crisis https://www.youtube.com/watch?v=jeyRwFHR8WY

Heinrich Frei


Leserbriefe zu „Für immer jung?“ von Ulrich Bahnsen

Die Leitbegriffe dieses hervorragenden Beitrags sind: Furcht und Vermessenheit– die Mischung aus der schon immer die faustische Verführung resultierte.

Die Perspektive, wie ein Leben in Würde und selbstverständlich auch in Gesundheit zu garantieren wäre, kommt dieser Art von Forschung  gar nicht erst in den Blick. Letztlich wird die im weitesten Sinne Qualität des Lebens ja wohl kaum, anders als beim Grönlandhai, durch seine Länge geprägt, sondern von den allgemeinen Lebensbedingungen wie politischer und sozialer Frieden, zwischenmenschliche Beziehungen und dergl.

Eine weitere Frage bleibt ebenfalls ausgeblendet: der demografische Aspekt. Eine Steigerung der Lebenslänge global in den angedeuteten Gößenordnungen bedeutet den crash jeglicher Ordnung und dieser würde– Ironie der Sache– schließlich „regulierend“ auf die Lebenserwartung einwirken. Die happy few, wie am Schluss vermerkt, wären jedenfalls die alleinigen Nutznießer, indem sie den dann ebenfalls langlebigen Rest als Plasmaspender melken lassen könnten.– Die in dem Artikel benannten Fliegen scheinen mir da weiser zu sein, da sie lieber zeitig abtreten anstatt den Globus mit einer schwarzen Wolke zu umhüllen.

Also von den Fliegen lernen und bescheiden in der Gewissheit leben, dass wir schon immer ewig waren, sind und sein werden: Sternenstaub! – Jürgen Wißner


Leserbrief zu „Ein Anschlag ist zu erwarten“ von Mohamed Amjahid

Was fehlte: Herauszuarbeiten, welcher Hanswurst dafür Verantwortung hatte, dass am Weihnachtsmarkt keine bewaffneten Polizisten mit MP`s eingesetzt waren. Die Blaupause für das Attentat war fertig: Nizza. Dort verhinderten Polizisten durch Schüsse auf den Fahrer Schlimmeres. Das ein Attentat bevorstand war allen Verantwortlichen klar. Nur gehandelt wurde nicht. Wer trägt in Berlin dafür die Verantwortung? Nach dem Attentat in Berlin wurde auch der Weihnachtsmarkt in Rostock durch Polizei bewacht. Wie: durch Polizisten, die am Hotel One in einem Bus saßen und Spiele auf ihren Handys spielten. Dies in der Nähe einer vielbefahrenen Straße, die gut mit einem LKW befahrbar war und ein Attentat ermöglichte. Wäre etwas passiert, die Polizisten wären zu spät gekommen um ein Unglück zu verhindern. – Rehberg-Pawlowski


Leserbrief zu „Ein Betriebsrat in Salzgitter legt sich mit der IG Metall an – und wird dafür jahrelang gemobbt“ von Claas Tatje

Die Berichterstattung vom 05.04.2017 von Hr. Claas Tatje über die Zustände bei der Salzgitter AG habe ich mit Bedauern gelesen.

Ohne auf die Details einzugehen möchte ich meine tiefe Enttäuschung über die einseitige Berichtersttatung was vom der tatsächlichen Zustand sehr stark ablenkt äüßern.

Ich hatte angenommen das solche einseitige und qualitativ minderwertige Art- und Weise der Berichterstattung nur in mein Herkunftsland (Türkei) stattfindet. Ist ihnen bewusst was Sie da anrichten? Die Zeit hat zeitlos versagt… sorry – Hayati Yapmis


Leserbrief zu „Ein Anschlag ist zu erwarten“ von Mohamed Amjahid

Es hat den Anschein, als würden in Berlin Radfahrer besser geschützt als die Bürger in ihrer Mehrheit.

Es besteht der Verdacht, dass sowohl die Ereignisse um den „Kleinkriminellen“ Amri als auch die Bespitzlung von Bürgern nicht wirklich aufgeklärt werden sollen. „Lückenlos“, wie es immer so schön heißt. Und doch nur Valium für die dummen Bürger sein soll. Die Bürger sollen ruhig gestellt werden, während die Verantwortlichen ohne Reue und Skrupel ihren Tagesgeschäften nachgehen.

Mit Hinweis auf das Berliner Informationsfreiheitsgesetz bitten wir um zeitnahe Beantwortung folgender Fragen:

Wer hat die schützende Hand über Amri gehalten? Weshalb gibt es keinen U-Ausschuss?

Soll überhaupt „lückenlos“ aufgeklärt werden (so wie beim NSU-Skandal…)? Weshalb kennen die Berliner Behörden (angeblich) noch nicht die „zweite Liste“ des MIT? Es gibt kein Vertrauen in diesen Senat. Verstehen Sie das? Wann übernehmen die Herren Müller und Geisel endlich die politische Verantwortung und treten zurück?

Allen, schuldig oder nicht, wird dieser Beitrag zum staatlichen Versagen verschiedenster Politiker und Behörden nachdrücklich empfohlen:

„Anis Amri: „Ein Anschlag ist zu erwarten“

Die deutschen Behörden wussten sehr viel über den Tunesier Anis Amri. Eigentlich fast alles. Trotzdem konnte er kurz vor Weihnachten in Berlin einen Lastwagen in seine Gewalt bringen und zwölf Menschen töten. Rekonstruktion eines Staatsversagens.“  – Bernd Buschmann


Leserbrief zu „Mein Türke, dein Türke“ von Özlem Topçu und Stefan Schirmer

Die einzelnen Stimmen haben mir eine tiefere Einsicht in das Denken von Deutschtürken gegeben. Vielen Dank! Ich weiß, es leben  viele wunderbare  Deutsche mit türkischen Wurzeln unter uns.

Viele leichtfertige Versprechungen (u.a. über eine baldige EU-Mitgliedschaft), undifferenzierte Stellungnahmen ( „Der Islam gehört zu Deutschland“ ) und das  Gewährenlassen radikaler Imame haben aber leider  den Eindruck erweckt, dass die Verfassung  mit unserer  Glaubens-, Meinungs- und Pressefreiheit nicht so ernst genommen werden bräuchte,  auch  die  Gleichwertigkeit der Frau  im Belieben eines Bürgers stehe und  dass man halt aus wirtschaftlichen Gründen gezwungener Maßen  unsere Kultur mit  in Kauf nehmen müsse.

Jetzt dürfen wir uns daher  nicht wundern, dass viele plötzlich aus allen Wolken fallen: Ja, seid Ihr denn verrückt geworden?  Es soll jetzt auf einmal Werte geben, die nicht mehr verhandelbar sind?

Ja, Gott sei Dank! sage ich nur: Endlich „ver-rückt“! – Heiner Drabiniok


Leserbrief zu „Mein Autor, der Papst“ von Burkhard Menke

Zur Richtigstellung: Benedikt XVI. sagte „Am Leiden des Sohnes sehen wir, welchen Ernst die Sünde hat“, weil er das schlimme und todbringende Leiden seines Vorgängers Johannes Paul II. meinte. Denn dieser beging 1982 das Verbrechen einer „Schwarzen Messe“ an einer jungen Frau aus dem Vatikan, nachzulesen in „Geheimnisse des Vatikan“, C.H. Beck, München. Dazu ließ er sie entführen, danach wurde sie noch einmal unter Drogen gesetzt gesehen, seitdem ist sie verschwunden. Er musste seine Sünde mit seiner Krankheit und Leiden bezahlen, Gott sei Dank, muss man da sagen. – Ruth Gehring


Leserbrief zu „Warum das Lama spuckt“ von Jens Jessen

Sie sind ein wunderbarer Tierfreund und ich lese mit grossem Interresse  alle Tier- Nachrichten von Ihnen. Ich selbst habe schon an die 50 Jahre eine ganz liebe Schildkröte und sie ist ein richtig guter Freund geworden. Wir hatten auch einen Rauhhardackel, den die Familie 16 Jahre hatte. Ich wollte anfragen ob es nicht ein Buch von Ihnen gibt, das die schönen Geschichten enthält und das man auch anderen Menschen einmal als gutes Geschenk  bringen kann.  Es wäre schön wenn Sie mir eine positive Mitteilung schicken würden.  – Anne Laaser


Leserbrief zu “Ein Mann verändert die Welt“ von Nicole Maibaum

90 % davon war in den letzten Wochen und Monaten schon zu lesen. Wer abschreibt, sollte die Fehler vermeiden. Ihr Bild des Thesen anschlagenden Luther wird von keinem (Kirchen-)Historiker geteilt, selbst nicht von Frau Margot Käßmann u. die ist nun wirklich Luther-Fan.

Die Redewendungen, die Sie und vor Ihnen Kollegen Luther „in den Mund legen“, stammen überwiegend aus der Bibel. Nur ein Beispiel statt vieler:

Ihr sollt das Heilige nicht den Hunden geben, und eure Perlen sollt ihr nicht vor die Säue werfen (Matt 7,6).

Nun, Luther als Bibelübesetzer sass an der Quelle. Die Anerkennung verdienen aber die Verfasser und nicht der Übersetzer. Wenigstens da darf ich auf Ihre Zustimmung hoffen.

Ich hoffe, ich konnte behilflich sein. – Markus Simmer


Leserbrief zu „Ein Anschlag ist zu erwarten“ von Mohamed Amjahid

Wer das Dossier genau liest – und Politikern und Medienleuten sollte man dringend dazu raten – lernt auch noch eine ganze Menge mehr. Er lernt nämlich, wo der Erfolg von AfD und Pegida wirklich herkommt. Nicht nur Amri, auch Moscheevereine, Drogenringe und kriminelle ausländischen Großfamilien können unbehelligt tun und lassen, was sie wollen, während der normale Bürger in der Regel schon mit aller Härte des Gesetzes verfolgt wird, wenn er sich auch nur am falschen Ort eine Zigarette anzündet. Dieses muntere Treiben der Parallelgesellschaften wird nicht nur als Ungerechtigkeit empfunden, sondern hat tatsächliche äußerst negative Auswirkungen auf das Leben vieler Bürger, die letztlich zum Zulauf zu AfD & Co. führen.

Es ist Politikern und auch vielen Medienleuten dringend zu raten, nicht immer nur aus der heilen Welt ihres Nobelitalieners heraus ein unkritisches Bashing des „dummen Rechten“ zu veranstalten, sondern auch mal um die Ecke im Problemviertel im Supermarkt einzukaufen, in dem sich an den Kassen mehrere Security-Leute tummeln (müssen), damit es noch halbwegs zivilisert zugeht. So lange das nicht Ernst genommen wird, werden AfD & Co langfristig zunehmen.

Grundsätzlich muss gelten: Rechte bedingen Pflichten. Oder umgekehrt: wer den Pflichten nicht nachkommt, verwirkt einen Teil der Rechte. Wer sich bewusst außerhalb unseres Rechtssystems bewegt, darf nicht (mehr) erwarten, alle Vorteile ungeschmälert in Anspruch zu nehmen. Hinschauen und weg vom bequemen Standpunkt des bedingungslosen Rechts – und kaum jemand hätte noch Grund, Bauernfängern hinterher zu laufen. – Gilbert Brands


Leserbrief zu „Apotheke Olympia“ von Christof Siemes

bei mir hört das Verständnis für derartige Großereignisse bereits dort auf, wo genau die Leute, die schon bei den Begriffen „Vaterland“ und „Heimat“ in wüste Rechtsextremisten- und Nationalisten-Beschimpungen verfallen, plötzlich „Deutschland-Deutschland“-Rufe und beflaggte Autos im Sport erwarten. Zumal man unabhängig vom getragenen Trikot auch durchaus „Ghana-Ghana“ oder etwas Ähnliches brüllen könnte, da es sich bei den Spitzensportlern ohnehin meist um Söldner handelt, die für den Meistbietenden antreten. Während sich Sportfunktionäre an staatlichen Zuschüssen und Zwangsabgaben aus den Mitgliederbeiträgen der Freizeitsportler und der Rundfunkgebühren mästen, geht der Breitensport zunehmend in die Knie. Es wäre wirklich kein Verlust, wenn solche Veranstaltungen verschwinden würden, und ich hoffe, dass Bürgerinitiativen weiterhin dafür sorgen, dass Deutschland von diesem Wahnsinn auf eigenem Boden verschont bleibt. –  Gilbert Brands


Leserbrief zu „Kinder an der Macht“ von Elisabeth Niejahr

Ich glaube nicht, dass es wichtig ist, dass Vorschulkinder wissen, wer US-Präsident wird oder welche sonstigen aktuellen politischen Themen gerade wichtig sind. Das schadet nichts, aber viel wichtiger für die Demokratieerziehung ist, dass Kinder in der Familie lernen, Themen des Alltags, mitzubesprechen, mitauszudiskutieren und dann mitzuentscheiden. Wenn Kinder in der Familie mitbekommen, dass jeder einen anderen Standpunkt bzw. andere Bedürfnisse hat, die aufeinander abgestimmt werden müssen, dann wird man auch als Erwachsener wissen, dass nicht die einen die „Guten“ und die anderen die „Bösen“ sind, sondern, dass auch bei einem politischen Vorhaben von verschiedenen Seiten berechtigte Anliegen vorgebracht werden ud dass die Kunst ist, diese Anliegen unter einen Hut zu bekommen.
Und ganz besonders wichtig ist, dass Kinder von klein auf lernen, Dinge, die sie für selbst regeln können, auch tatsächlich selbst zu regeln. Wenn das im Familienleben eingeübt wird, dann wird es auch später selbstverständlich in anderen Bereichen so gehandhabt werden. Umgekehrt werden wohl Kinder, die nie gelernt haben, Dinge für sich selbst zu entscheiden, auch als Erwachsener dann jemanden suchen (auch in der Politik), der für sie die Entscheidungen trifft. – Stephan Leitner


Leserbrief zu „Wird schon!“ von Julius Schophoff

Leider werden Werke unbekannter AutorInnen oft berühmten Menschen zugeschriebenen. Bei politisch verfolgten Menschen ist das doppelt tragisch, weil dadurch ihr Handeln in Vergessenheit gerät, bzw. auf den Aphorismus reduziert wird.

Das Gedicht „Lass Dich fallen…“ bzw. das daraus entnommene Zitat „Jeder ist ein Kuenstler“ wird gerne Joseph Beuys zugeschrieben. Realiter ist das im Artikel von J.Schophoff zitierte Gedicht : „Lass Dich fallen“ von der amerikanischen, politischen Aktivistin und Pen- Preistraegerin „SARK“/ Susan Rainbow Kennedy.  – Claudia Schneider


Leserbrief zu „Mein Türke, dein Türke“ von Özlem Topçu und Stefan Schirmer

Deutschamerikaner sind nach feststehendem Sprachgebrauch US-Staatsbürger mit deutschen Wurzeln. Mithin müßte es sich, wenn in Ihrer Ausgabe vom 6. April „Acht  Deutschtürken“ zu Wort kommen, um  türkische Staatsbürger mit deutschen  Wurzeln handeln. Gemeint sind jedoch  sozusagen Türkendeutsche. Wer diese  Bezeichnung aus irgendwelchen Gründen  scheut, sollte korrekterweise bei  „türkischstämmig“, „türkischer Herkunft“  oder dergleichen bleiben. – Helge Jan Schmodde


Leserbrief zu „Ihr wolltet es so“ von Nina Pauer

Ob die Kinder derer, die  „alles dafür gäben, auch nur einmal auszuschlafen“, später auch für die Renten derer aufkommen müssen, die nachts von Bar zu Bar ziehen und sich im Fitnessstudio auf die nächste Fernreise vorbereiten, das ist die Frage, die dringend zu diskutieren wäre!

Stattdessen gibt es für Frau Pauer einen „harten Wettbewerb“ darum, „wer heute der Spießer ist“.

(Wenn ich das, lese bin ich versucht, mein Abonnement der ZEIT nach 58 Jahren zu kündigen.) – Dr. Jürgen Schröder


Leserbrief zu “Eine Milliarde für den Machterhalt“ von DHL

In der jüngsten Ausgabe (15 vom 6.04.) schreibt Ihr auf Seite 25 von Ferdinand Porsche, der den Käfer konstruiert haben soll. Meines Wissens nach ist das eine „fake news“. Das,was wir als VW-Käfer kennen, ist in Ostrava, Tschechische Republik von der Firma Tatra unter einem ganz anderen Namen wenige Jahre zuvor gebaut worden. Ich habe das im dortigen Werksmuseum gesehen. Wenn die Tschechen Recht habe, ist es wohl eher so, dass wir Deutsche und darunter Ferdinand Porsche unser Macht genutzt haben, um eine gute Idee zu kopieren. – Jörg Matschullat


Leserbrief zu „Ein Anschlag ist zu erwarten“ von Mohamed Amjahid

Im Fall eines potentiellen Gefährders müßte die Regel gelten: „Im Zweifelsfall gegen den Angeklagten.“ Basta! – Anonymer Leser


Leserbriefe zu „Für immer jung?“ von Ulrich Bahnsen

Meine Meinung zum Thema: „junger Wein in alten Schläuchen“ – Werner Peter


Leserbrief zu „Ihr wolltet es so“ von Nina Pauer

Wer, wie ich,  mit vierzig nach langen Jahren des Wartens doch noch Vater wird, kennt viele der  Aspekte, die in diesem Artikel behandelt werden. Zwei Punkte möchte ich gerne noch anmerken. Der eine, diese kleinen Kinder werden unaufhaltsam älter und bringen oft beträchtliche Probleme, Sorgen aber eben auch Bereicherung, manchmal Stolz und vielfältig Hilfe in das Leben ihrer Eltern. Zum anderen fehlt leider nahezu gänzlich die „Rentenfrage“, mit der man als Kinderlose(r) aber auch mit „nur“ einem Kind  in der Familie konfrontiert und gern auch attackiert wird. – Helmut Müller


Leserbrief zu „Ist das unser Antiterrorkampf ?“ von Andrea Böhm

Danke für den Artikel, der so differenziert wie deprimierend ist. Was bleibt? Hoffentlich weiterhin der Austausch kritischer Stimmen über alle Grenzen hinweg und das Sammeln von Fakten. Irgendwann kommen wir dann zu dem Ergebnis, dass wir als selbsternannte Zivilisation gescheitert sind.  – Johannes Stockerl


Leserbrief zu „Wird schon!“ von Julius Schophoff

Der Beitrag von Herrn Schophoff demonstriert nicht nur Sorglosigkeit, sondern auch eine gewisse Verantwortungslosigkeit.

Die Themen „Sicherheit“ und „Versicherung“ haben nicht nur einen persönlichen Aspekt, sondern auch einen gesellschaftlichen. Versicherungen dienen nicht nur der eigenen Sicherheit, sondern ermöglichen es uns auch, unsere Verantwortung gegenüber anderen wahrzunehmen. Sei es, dass wir einen unbeabsichtigten Schaden ausgleichen können oder uns wir uns nicht auf Leistungen anderer im Alter verlassen.

Wenn ich jährlich meinen Bescheid von der Deutschen Rentenversicherung erhalte, ist das für mich weniger eine Bestätigung meiner Sicherheit im Alter. Die dort genannten Rentenpunkte sind vielmehr ein Dokument dafür, was ich für die Gesellschaft und die heutigen Rentner beitrage. Denn meine Beiträge werden ja nicht für mich gespart, sondern direkt wieder an die jetzigen Rentenempfänger ausgezahlt.

Und wer nichts oder wenig einzahlt, gefährdet nicht nur sein eigenes Wohlergehen im Alter, sondern tut damit auch nichts für andere.

Insofern gibt es eine starke Verknüpfung zwischen der Sicherheit heute und im Alter; nur eine egoistische Haltung ignoriert diesen Zusammenhang. – Rüdiger von Oehsen


Leserbrief zu „Ein Betriebsrat in Salzgitter legt sich mit der IG Metall an – und wird dafür jahrelang gemobbt“ von Claas Tatje

Ihren Bericht habe ich mit großem Interesse gelesen, ach was, verschlungen. Als leidenschaftlicher Gewerkschaftskritiker und nichtorganisierter Personalratsvorsitzender eines Amtes in einer süddeutschen Großstadt mache ich mit der Gewerkschaft Verdi ähnliche Erfahrungen, allerdings ein paar Nummern kleiner. Es geht trotzdem in die gleiche Richtung.

In Salzgitter ist es erstaunlich, wie viel Energie eine Gewerkschaft aufwendet, um Andersdenkende zu bekämpfen. Der Auftrag aus dem Betriebsverfassungsgesetz ist sicher ein anderer. „Die Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden“ schreibt Rosa Luxemburg an ihren alten Kumpel Lenin. Diese Satz mussten wir alle gefühlte 100 Mal in der Schule interpretieren, Sie sicher auch, Herr Tatje. Und es ist offensichtlich ein himmelweiter Unterschied, diese Freiheit für sich zu beanspruchen oder anderen zu gewähren. Die Gewerkschaften, von Natur aus eher politisch links einzuordnen, begehen hier Verrat in eigener Sache.

Eigentlich sollte man für die Existenz von Gewerkschaften dankbar sein, denn nur sie handeln Tarifverträge aus, und das ist ansich eine gute Sache. Wenn sie sich auf dieses Kerngeschäft beschränken würden, dann hätten sie sicher mehr Sympathien und Anhänger. Und genau aus diesem Grund habe ich ein gespaltenes Verhältnis zu diesen Organisationen. Denn gleichzeitig sind Gewerkschaften auch Arbeitgeber, mit Betriebsräten und allem drum und dran. Leider erfüllen sie ihre eigenen Ansprüche, die sie an andere Arbeitgeber stellen, in keinster Weise. Das hört man aber nicht öffentlich, sondern nur ganz versteckt. Gewerkschaften sind überhaupt nicht kritikfähig, sondern sie sind leicht beleidigt, wie die Korsen aus „Asterix in Korsika“.

Nun zu meinen persönlichen Erfahrungen. Laut Gesetz sind die Gewerkschaften zur Zusammenarbeit mit den Personalräten (=Betriebsräte, nur im öffentlichen Dienst) verpflichtet.

  • Jeder Brief, den ich an die Gewerkschaft schreibe, bleibt unbeantwortet
  • Bei einer unklaren Sache hat die Gewerkschaft mir in einem zwei Seiten langen Brief Unfähigkeit und unsolidarisches Verhalten vorgeworfen. Angehört zur Sache hat sich mich vorher nicht. Das sind Wild-West-Methoden und einer Organisation, die sich dem Gutmenschentum verschrieben hat, unwürdig. Hier hat die Gewerkschaft ihr wahres Gesicht gezeigt.
  • Termine, die wir als Personalratsgremium wahrnehmen, ganz oder in Gruppen, sagen ausgerechnet die Gewerkschaftsmitglieder aus dem Gremium in auffallend häufiger Anzahl ab.
  • Hinter verschlossener Tür, in einer Personalratssitzung, haben die Gewerkschaftsmitglieder im Gremium das größte Mundwerk und schicken den Personalratssitzenden, in diesem Fall mich, vor. Selbst haben sie aber nie den Mut, in einer gemeinsamen Sitzung mit dem Amtsleiter oder der Verwaltung, sich der Sache anzunehmen.
  • Bei Fehlverhalten aus der Belegschaft, die uns  bekannt werden, sind es ausnahmslos Gewerkschaftsmitglieder, die eine Abmahnung oder sogar den Rauswurf eines Mitarbeiters fordern.
  • Gewerkschaftsmitglieder kommen mit einem selbst angelesenen Halbwissen in die Sitzung und halten das für die ganze Wahrheit. Sie sind dabei unbelehrbar, natürlich mit dem Standpunkt, sie würden die Interessen der Belegschaft vertreten.
  • Gewerkschaftsmitglieder setzen sich in allererster Linie für sich selbst ein.
  • Gewerkschaften sind im Grunde untoleranter als wie die katholische Kirche. In Ihrem Bericht wird der Ketzer Köklü bei lebendigem Leibe verbrannt.
  • Gewerkschaften leben vom Schwarz-Weiß-Denken: Alle Arbeitgeber sind unberechtigterweise reich, ungerecht und ausbeuterisch. Alle Arbeitnehmer werden ausgebeutet. Bei einer Personalratssitzung mit einem Gewerkschaftssekretär hatten wir die Frage, was wir als Personalräte für die Höhergruppierung von Mitarbeitern tun können. Der Gewerkschaftssekretär klärte uns auf, Arbeitsverträge unterliegen dem Privatrecht und seinen Individualvereinbarungen. Wenn sie abgeschlossen und gültig sind unterliegen sie nicht mehr der Kontrolle des Personalrats. Im Klartext, keine  Hilfe für uns.
  • Gewerkschaften leben gedanklich noch in der Zeit der Frühindustrialisierung. Globale Zwänge für die hiesigen Unternehmen und daraus resultierendes Handeln kennen sie nicht.
  • Gewerkschaften sehen es als Naturgesetz an, dass man bei Ihnen Mitglied werden muss. Sie haben noch nicht begriffen, dass sie im Grunde ein Dienstleistungsunternehmen sind. Sie sollten fragen, warum sie immer weniger die Belegschaft erreichen. Dazu muss man aber selbstreflektionsfähig sein, aber das hatten wir schon.
  • Gewerkschaften können nur in der Dimension von Großunternehmen denken. Kleinunternehmer bzw. deren Belegschaft als Teil der Wirtschaftskraft Deutschlands ist für sie uninteressant.
  • Vor kurzem habe ich die Gewerkschaft Verdi direkt angeschrieben. Ich bekam sogar Antwort, allerdings unmissverständlich die Aufforderung, Mitglied zu werden, sonst könnten, nein, wollten sie nichts für mich bzw. die Mitarbeiter im Amt, tun. Mitgliederwerbung sieht anders aus. – Martin Loser

Leserbriefe zu „Für immer jung?“ von Ulrich Bahnsen

Größer könnte die gesellschaftlich relevante Kluft zwischen Politik- und Wissensseiten dieser Ausgabe nicht sein.

Auf der einen Seite Artikel und Kommentare zur zunehmenden Kriegs-,Terror-,Atom- und Hungergefahr. Auf der anderen „Wissenschaftler arbeiten am großen Traum der Menschheit“. Hier leiden und sterben täglich Millionen, dort „bastelt“ man am „Für immer jung“. Hier nacktes Überleben bzw. tägliches Sterben, dort s.g. wissenschaftliche Experimente zur Lebensverlängerung einiger Privilegierter. Welch ein Hohn für die Ersteren und welch wahnwitzige Bejahung und Unterstürzung angesichts dieses angeblichen Fortschritts. Das Überleben der Menschheit ist in Gefahr, s. Syrien/ Nahost. Trotzdem können wir es nicht lassen, „Gott zu spielen“, obwohl wir um die möglichen Folgen wissen – s. Hiroshima, Nagasaki, Tschernobil, Fokushima, Ausbau von Genmanipulation und künstlicher Intelligenz, massive Umweltschäden, die den Klimawandel beschleunigen etc.. – T. Scholl


Leserbrief zu „Ein Betriebsrat in Salzgitter legt sich mit der IG Metall an – und wird dafür jahrelang gemobbt“ von Claas Tatje

Im Jahr 1972 bewarb ich mich um eine Anstellung im o.g. Unternehmen (damals hieß es noch Stahlwerke Peine Salzgitter). Zu der Einstellungsprozedur gehörte auch eine persönliche Vorstellung bei dem, für die vorzusehende Fachabteilung zuständigen, Betriebsratsmitglied. Er empfing mich mit der Frage:

„Na Kollege, bist Du denn schon in der Gewerkschaft“? Auf meine Erwiederung, ob das für meine Einstellung eine Voraussetzung darstellt, erhielt ich zur Antwort:

„Wenn Du kein Gewerkschaftsmitglied in der IG Metall bist, werden wir Deine Einstellung nicht befürworten“! Weil ich  an dieser Anstellung interessiert war, habe ich notgedrungen einer IG- Metall- Mitgliedschaft zugestimmt. Nach über vierzigjähriger Betriebszugehörigkeit in dem Unternehmen bin ich, 2013 in den Ruhestand getreten.

Meine, mich und meinen Arbeitgeber, betreffenden Klärungen erledigte ich direkt mit meinen Vorgesetzten,  ohne Hinzuziehung eines Betriebsratsmitgliedes. Eine meiner ersten Tätigkeiten im Ruhestand war die Kündigung der IG Metall Mitgliedschaft vorzunehmen. – Hans Ulrich Bresgott


Leserbrief zu „Gefährliche Helfer“ vonn Insa Schiffmann

Ich lese seit Jahren die „Zeit“ und freue mich über inhaltlich korrekte und gut recherchierte Artikel. Aber was Insa Schiffmann in der Zeit Nr. 15 unter der Überschrift „Gefährliche Helfer“ über rezeptfreie Schmerzmittel schreibt, enthält fachliche Fehler und entspricht nicht dem „Zeit“-Niveau.

Die genannten Schmerzmittel sind nicht „frei verkäuflich“. Diese Wirkstoffe sind „nicht-verschreibungspflichtig“ und können ohne Rezept erworben werden. Aber nur in einer Apotheke, aus der Hand eines Fachmanns! „Frei verkäuflich“ bedeutet ein Vertrieb in Drogerien oder Tankstellen, wie das bei Vitamin-C-Pulver der Fall ist.

Aspirin ist kein Wirkstoff. AspirinÒ ist ein Präparat der Firma Bayer, das den Wirkstoff Acetylsalicylsäure enthält. Und um eben das deutlich zu kennzeichnen, gibt es das Symbol der eingetragenen Warenzeichen Ò, das eigentlich in einem seriösen Beitrag hinter Produktnamen wie ThomapyrinÒ, DolorminÒ, NurofenÒ oder eben AspirinÒ gehört. Offensichtlich ist die Autorin der von ihr angeprangerten Werbung schon erlegen.

Einen Satz wie „ Paracetamol gilt bislang als harmlos“ finde ich fatal, denn er führt genau dazu, dass Patienten eben „einfach so“ Schmerzmittel einnehmen, wie Bonbons. Paracetamol ist nicht harmlos! Ganz abgesehen davon, dass dieser Satz unter der Überschrift „Alles andere als harmlos“ paradox ist.

Übrigens, von wegen „Aber kaum jemand weiß, wie man sie richtig einsetzt“. Neben Ärzten wissen auch Apotheker ganz genau, was ein medikamenteninduzierter Kopfschmerz ist und wie man nicht-verschreibungspflichtige Schmerzmittel richtig einsetzt. Wenn ein Kunde so viele Schmerzmittel in einer Apotheke kauft wie Herr Fink, wird ein verantwortungsvoller Apotheker das ansprechen. Und Überraschung – es besteht auch die Möglichkeit, in der Apotheke nachzufragen und sich beraten zu lassen, wenn Kopfschmerzen nicht weggehen … – Carolina Kusnick


Leserbrief zu „Gemetzel als Business” von Fritz Habekuss

Herr Habekuss schreibt: Afrikanische Elefanten in China sind begehrt… . Das ist verständlich, zumal sie dort nur in Zoos auftauchen. Da hat Herr Habekuss einen sinnentstellenden Wortstellungsfehler gemacht. Gemeint hat er: Afrikanische Elefanten sind in China  begehrt… Es ist nicht gut, wenn ein Journalist sein Handwerkszeug, nämlich die Sprache, nicht hinreichend beherrscht.

Ähnliches gilt für Herrn Rudzio. Eine offensichtlich polemische Äußerung auf ihren Wahrheitsgehalt zu untersuchen ist schlicht albern. Auf so eine Idee können wirklich nur die absolut humorlosen Linken kommen.

Das sind nur zwei Beispiele von vielen für das beklagenswerte Niveau, das Die ZEIT inzwischen erreicht hat. Vermutlich machen sich da schon die Niveauabsenkungen an den Schulen bemerkbar, die selbst von der ZEIT inzwischen erkannt worden sind; aber nur vorsichtig. Man könnte ja einem Genossen auf die Füße treten, der beispielsweise als GEW  Mitglied genau dafür mitverantwortlich ist.

Ebenso in N° 14 (wenn ich mich recht entsinne), wo jemand ganz stolz, mitteilt, daß er doch tatsächlich einmal das Parteiprogramm einer Partei, die er sonst ohne jede Kenntnis zu bepöbeln pflegt, gelesen hat. Daß solche journalistischen Selbstverständlichkeiten inzwischen Grund sind, sich auf die Brust zu klopfen, paßt ins Bild. Da das, was er gefunden hat, offenbar nicht zu seinen Vorurteilen paßt, mußte er schnell noch ein paar Unterstellungen einfügen, die zwar in sein Bild passen, die aber der Text nicht hergibt. – Anonymer Leser


Leserbrief zu „Kinder an der Macht“ von Elisabeth Niejahr

liebe frau nienhaus,gratulation fürs interview mit  jens weidmann.weidmann gehört für mich zu den ganz starken persönlichkeiten in deutschland. wie lammert,vosskuhle ,gauck, steinmeier.

ich hoffe er wird ezb präsident, wobei ich empfinde, dass draghi vorn der konservativen seite zu schlecht geredet wird. deutschland verdient an den niedrigen zinsen ca. 10  hoch 9 euro und die jammerreih die armen bekämen keine zinsen ist hohl, weil sie sowieso keine ersparnissen haben.wir mit 1,5  pension a 14 und grösseres haus mit mietern verdienen insofern ,weil das haus immer wertvoller wird. allerdings auf das kapital gibt es fast keine zinsen.

wichtig ist für mich, dass die guten journalisten die dinge benennen und in der tiefe behandeln,dazu hätte gehört auch über axel webeer etwas negatives zu sagen. – Dirk Kaufmann


Leserbrief zu „Der vage Europäer“ von Fabian Klask, Mark Schieritz Und Michael Thumann

Herr Schulz war immer vage .Damit kommt man besten durch.Immer schön im grossen Teich der Allgemeinaussagen und Selbstverständlichkeiten fischen. Und somit wird er vage bleiben.Aber was soll’s ? Wenn die Wähler das wollen,weil sie vor der knallharten Tour Angst haben und selber eben das Vage schätzen,solange es eben geht. – Hans-Emil


Leserbrief zu „Wird schon!“ von Julius Schophoff

Wird schon? Aber sicher,wenn solche Typen wirklich am Boden sind,kommen sie angekrochen,um sich an den Krippen des Sozialamts zu laben oder werden ohnehin entmündigt.Es sei denn, sie geben sich vorher die Kugel. – Hans-Emil


Leserbrief zu „Ausgerechnet die AfD wirbt um jüdische Mitglieder. Sogar mit Erfolg“ von Mariam Lau

„Hat man wirklich nichts dazugelernt“ Der abgebildete Redner baucht nur die Hand etwas drehen und schon haben wir wieder den bekannten Gruß aus der Zeit vor 1945.Ich war  damals 9 Jahre als meine geliebten Eltern zu unrecht als Nazi-Schweine beschimpft wurden.Zum Glück warnte uns ein ehemaliger Arbeiter vom Vater vor der GPU (Geheime Polizei der Sowjet-Union ) und so konnten  wir nachts (die Eltern  und drei Geschwister) aus einem Städchen in der  Niederlausitz fliehen und in einem Vorort im Osten von Berlin.Dort wuchs  ich auf ,machte eine Tischlerlehre und bin dann mit 18 meinen inzwischen wieder geflohenen Eltern nach Westberlin gefolgt.Sie wurden als politische Flüchtlinge in West-Berlin anerkannt,und Vater konnte dann in Westdeutschland beruflich wieder Fuß fassen.Ich konnte meine Ausbildung in den folgenden Jahren noch komplettieren,doch für mich war die Nachkriegszeit erst 1960 zu Ende dann als Holzindustrie-Techniker Tischlermeister und Innenarchitekt.Jetzt bin ich seit 1967 sogn.selbständiger freischaffender Möbel-Designer. Ich gehe gern zu jeder Wahl , das bin ich sicher diesem demokratischen Staat nach  70 Jahren Frieden auch schuldig.Die AFD wähle ich ganz sicher nicht,und ich bin  nie und nimmer Mitglied in einer Partei, siehe meine Erlebnisse damals.  Ich habe diese Zeit nicht vergessen, nicht die Nazis und dann die glorreiche Sowjet-Union die uns das alles eingebrockt haben . Doch ich habe etwas dazugelernt ! – Christian Heimberger


Leserbriefe zu „Für immer jung?“ von Ulrich Bahnsen

Das also ist der größte Traum der Menschheit? Und ich dachte immer das wäre der Traum von einer gerechten, friedlichen Welt in der die Löwen neben den Schafen liegen. Von welcher Menschheit reden Sie eigentlich? Fragen Sie doch mal die Menschen in den Favelas Brasiliens, den Ghettos Amerikas, den Armenvierteln Indiens, fragen Sie die Menschen in der Sahelzone, in Somalia, die Millionen Menschen, die vor Hunger, Krieg und Umweltzerstörung fliehen, wovon die träumen. Oder einfach einen deutschen Obdachlosen. Gibt es etwas wofür diese Menschen  länger leben wollten? Das Elend noch länger genießen? Nein, eine solche Behauptung kann nur ein satter Wohlstandsbürger aufstellen, ein vom Schicksal verwöhnter Westler, einer des einen Prozents der Menschheit, deren einzige Sorgen darin bestehen, wie man ein Viertel Prozent mehr auf seine Anlagen bekommt, nicht trendy genug gestylt zu sein und wer ihre übers Internet bestellten Pakete entgegennimmt. Angesichts des Zustands der Welt (und der Menschheit) ist diese Schlagzeile der blanke Zynismus. – Wolfgang Mebs


Leserbriefe zu „Für immer jung?“ von Ulrich Bahnsen

Dieser Artikel ist ein unzumutbares, etwa zwei Seiten langes Geschwafel.  Der Kern der an sich interessanten Sache, den man mit unnötigem Zeitaufwand heraus lesen muss, ließe sich auch in zwei Spalten darstellen. – Dr. Wolfgang Schäfer


Leserbrief zu „Ist das unser Antiterrorkampf ?“ von Andrea Böhm

Trump hält sich an das Motto eines früheren Verteidigungsministers: Mit einem freundlichen Wort und einem Gewehr in der Hand erreicht man mehr als mit einem freundlichen Wort allein. – Günter Vogel


Leserbriefe zu „Für immer jung?“ von Ulrich Bahnsen

Die gesunde Lebenszeit eines Menschen auszudehnen, und, noch viel wichtiger, jedem Menschen überhaupt eine gesunde Lebenszeit ohne Einschränkungen und Behinderungen zu ermöglichen, das sollte der Kern von Wissenschaft und Forschung sein und bleiben.

Ein langes, gesundes Leben darf jedoch keinesfalls zu einem erwerbbaren Gut werden, das sich nur reiche Menschen leisten können; die gesellschaftlichen Konsequenzen wären kaum auszudenken.

Darum ist die ethische Pflicht und Verantwortung gegenüber der Gesamtheit Gesellschaft stets im Blick zu halten. – Ira Bartsch


 Leserbrief zu „Gefährliche Helfer“ vonn Insa Schiffmann

Ist es zuviel verlangt, wenn sich Journalisten in die Thematik einarbeiten, über die sie schreiben? Ich denke nicht! Warum schreibt dann Insa Schiffmann über Schmerzmittel, obwohl sie sich mit dem Thema sichtlich nicht besonders auseinandergesetzt hat?

Dolormin für Frauen, ein Ibuprofen-Präparat? Der Name legt es nah: es handelt sich um ein Präparat gegen Regelschmerzen. Der Wirkstoff ist allerdings Naproxen, weil das zur Behandlung dieser Beschwerden besser geeignet ist. Hier hilft der Handelsname auch mal weiter!

Aspirin ein Wirkstoff? Es liest sich wie die Reihung in einem Intelligenztest: „Ibuprofen, Diclofenac, Aspirin, Naproxen und Paracetamol“ – welcher Begriff passt nicht zu den anderen? Oder bei welchem handelt es sich nicht um den INN-Namen. Richtig: Aspirin! Weil es sich bei Aspirin um den Handelsnamen eines Präparates mit dem Wirkstoff Acetylsalicylsäure handelt, häufig auch einfach mit ASS abgekürzt.

Blutgerinnungshemmung nur durch ASS? Mitnichten: auch andere periphere Analgetika (wie Ibuprofen, Naproxen, Diclofenac etc.) hemmen die Blutgerinnung. Das liegt in der Natur ihres Wirkmechanismus. Sie sollten daher vor Operationen besser nicht eingenommen werden.

Paracetamol, ein Wirkstoff, der nicht besonders gut wirkt? Weshalb steht Paracetamol dann seit Jahrzehnten neben Acetylsalicylsäure und Ibuprofen in der WHO Model List of Essential Medicines – als Analgetikum, für entzündliche Schmerzen allerdings nicht empfohlen (Ausgabe 2015), aber durchaus trendy, weil es u.a. die Anandamidkonzentration an Schmerzrezeptoren erhöhen soll.

Wenn ein Analgetikum keine Wirkung zeigt, liegt das bisweilen auch nicht nur daran, dass mit einem ungeeigneten Wirkstoff therapiert wird. Denn außer den unterschiedlichen Wirkstoffen gibt es auch noch unterschiedliche Zubereitungen dieser Arzneimittel, von den Applikationsbedingungen ganz zu schweigen. Und hier besteht auch in vielen Arztpraxen ein erheblicher Schulungsbedarf. Denn letztlich verschreiben die Ärzte die Großpackungen und hohen Einzeldosen an Ibuprofen, Naproxen und Diclofenac, um es der Übersichtlichkeit wegen bei diesen Namen zu belassen, oft auch über längere Zeiträume und ohne die Patienten richtig beraten zu können.

Gleichwohl ist das Thema Schmerztherapie ein zu ernstes, das nicht durch schlecht geschriebene, ungenügend recherchierte Artikel bagatellisiert werden sollte. Damit werden Betroffene nur noch mehr verunsichert.

Eine naheliegende Forderung als Konsequenz zur Verringerung des Missbrauchs von Schmerzmitteln fehlt diesem Beitrag. Der Bezug dieser Medikamente über das Internet wird gar nicht problematisiert und damit eine Chance vertan – leider auch von Herrn Glaeske. Über Seiten wie dred.com (Gerichtsstand London) und dokteronline.de (Gerichtsstand Curacao) kann man mittlerweile ganz bequem, ohne einen Arzt zu kosultieren, auch verschreibungspflichtige hochdosierte Analgetika beziehen. Unser Staat duldet das, andere europäische Staaten verbieten es. Aber so lange gibt es den Internetbezug ja noch nicht als das er sich in steigenden Dialysezahlen niederschlägt. Da könnte die Arzneimittelversorgungsforschung mal präventiv tätig werden. – Klaus Debring


Leserbrief zu „Wird schon!“ von Julius Schophoff

Ich möchte Herrn Julius Schophoff gratulieren zu seinem Artikel über „Sicherheit“!

Grosse Schreibkunst! Er legt seine Sichtweise zum Thema nicht laut und dogmatisch dar sondern auf nachdenkliche und berührende Weise – er spricht mir aus dem Herzen.

Noch was nebenbei: der Janosch hat in meinen Augen nichts in der ZEIT zu suchen! Ich hab ihn schon als Kinderbuchautor für meinen Sohn abgelehnt und finde ihn immer noch ausgesprochen blöd! – Dagmar Saam


Leserbrief zu „Kinder an der Macht“ von Elisabeth Niejahr

Ich möchte den Artikel zum Anlass nehmen, um darauf hinzuweisen, dass dem Fach Sozialkunde/Politik an den Schulen weniger Platz eingeräumt wird als fast jedem anderen Fach.

Im Gegensatz zu ihrer Autorin habe ich nicht den Eindruck, dass Schüler immer mehr von Politik verstehen. Vieles bleibt sehr oberflächlich. Längst nicht alle Schüler kommen aus gut informierten und engagierten Familien und so muss das demokratische Miteinander und auch das Verständnis für die „professionelle“ Politik ständig geübt und diskutiert werden. Die Schule und ausgebildete Lehrer bieten dafür einen Schutzraum, in dem über unterschiedliche Meinungen frei und reflektiert diskutiert werden kann.  – Christiane Kiesgen


Leserbrief zu „Gefährliche Helfer“ vonn Insa Schiffmann

Als Apotheker habe ich natürlich mit viel Interesse Ihren Artikel »Gefährliche Helfer« im Teil Wissen der aktuellen Zeit Nr. 15 gelesen. Inhaltlich bin ich einverstanden. Aber es sprang mir natürlich sofort ein winziger Fehler in die Augen:

»Aber welches Schmerzmittel ist das richtige? Im Dschungel der exotischen Handelsnamen kann man sich schnell verirren. Dolormin für Frauen, Nurofen und Ibuflam sind zum Beispiel nur drei von mehr als 40 Bezeichnungen für ein und dasselbe Mittel: Ibuprofen.«

Die Dolormin-Säfte, Dolormin Schmerztabletten, Dolormin Extra und Dolormin Migräne enthalten Ibuprofen. Das im Artikel erwähnte Dolormin für Frauen hingegen enthält (wie auch Dolormin GS (steht für Gelenkschmerzen)) Naproxen. – Stefan Zölfel


Leserbrief zu „Ihr wolltet es so“ von Nina Pauer

Wie zu Beginn des Artikels von Frau Pauer beschrieben, wird auch mir (kinderlos) häufig die sehr persönliche Frage nach Kinder gestellt. Im gleichen Atemzug kommt dann die Frage nach dem endlich erwachsen werden. Ich antworte dann mit ein paar Gegenfragen: Heißt erwachsen werden, Kinder in die Welt zu setzen und sich dann von den Eltern bzw. Schwiegereltern ein Eigenheim finanzieren zu lassen, das so groß ist, dass früher drei Familien drin leben konnten? Heißt Erwachsensein, sein Kind, das noch nicht gehen kann, in der Kinderkrippe abzugeben, dem Beruf nachzugehen, nur um den hohen Lebensstandard zu halten? Heißt Erwachsensein, sich jedes Wochenende bei den Eltern oder Schwiegereltern (wenn man denn welche in der Nähe hat oder haben möchte) ein üppiges Mittagessen servieren zu lassen und anschließend bei Kaffee und Kuchen den Terminkalender für die Kinderbetreuung durch Oma und Opa durchzusprechen?

Es gibt Millionen kinderlose Paare, ob gewollt oder ungewollt, die keine Designermöbel haben, die nicht jedes Wochenende exzessiv feiern, die nicht jedes Jahr mehrmals in den Urlaub fliegen, sondern einfach ein eigenständiges, selbstbestimmtes und unabhängiges Leben leben. Kinderlosigkeit ist kein bisschen besser oder schlechter als der Entschluss für Kinder. Bevor man also die Frage nach Kinder stellt, sollte man sich fragen ob die Frage nicht doch zu persönlich und indiskret ist.Ralf Gabel


Leserbrief zu „Wird schon!“ von Julius Schophoff

Es freut mich, dass Sie es geschafft haben, sich die Leichtigkeit des Seins einer Kindheit bis in Ihr Erwachsenenalter zu bewahren, und bereit sind, an einen positiven Ausgang Ihrer Geschichte zu glauben. In Zeiten, in denen Hiobsbotschaften aus aller Welt die Nachrichten beherrschen, ist das nicht einfach. Allerdings muss ich sagen, dass mich Ihre individualistische Einstellung als Teil einer Gesellschaft so sehr ärgert, dass ich mich zum ersten Mal in meinem Leben gezwungen sehe, einen Leserbrief zu schreiben.

Wenn Sie glauben, dass eine Gesellschaft funktioniert, in der die Individuen nicht bereit sind, einen Gemeinwohlbeitrag zu leisten, sondern alle davon ausgehen, dass sie ja einzahlen und deshalb gefälligst einen Anspruch haben, dann vergessen Sie, dass eine Versicherung keine Bank ist, in der 80 Millionen Bürger ein persönliches Konto haben, auf das ihre jährlichen Sozialabgaben eingezahlt und aus dem die Kosten für etwaige Notfälle gedeckt werden. In der Regel deckt das, was Sie einzahlen, nicht die Kosten, die Sie möglicherweise verursachen. Eine Versicherung lebt davon, dass in der überwiegenden Mehrheit aller Fälle nichts passiert. Da, wie Sie richtig schreiben, das Risiko nicht kalkulierbar ist, freuen wir uns dann, wenn der Nachbar eingezahlt hat und wir im Notfall eine Unterstützung bekommen. Das gilt allerdings auch im umgekehrten Fall.

Wenn Sie selbstverständlich auch aus dieser Sozialabsicherung aussteigen möchten, dann sorgen Sie doch bitte dafür, dass Sie mit Erreichen des Rentenalters keine Unterstützung der Gesellschaft, sei es die Deckung der alltäglichen Grundbedürfnisse, Gesundheit etc., benötigen. Bitte vergessen Sie nicht, dass damit auch Ihre Berechtigung erlischt, an von der Gesellschaft finanzierten Einrichtungen wie Theater, Bibliotheken, Schwimmbäder, Parks etc. teilzuhaben. Wenn Sie dann das Schicksal ereilen sollte, dass Sie Ihr Eigenheim mit direktem Zugang zum Strand der Spree, Alster oder Isar (übrigens auch Eigentum der Allgemeinheit, das Sie ja nicht mehr mitfinanzieren) aufschlagen, melden Sie sich bei mir. Ich schicke Ihnen dann gerne eine Flasche Rotwein. Ich habe nämlich durchaus ein Herz für die Gemeinschaft.

Falls Sie zu diesem Schritt nicht bereit sind, wäre es an der Zeit, Ihre durchaus egoistische Einstellung als Teil eines sozialen Netzwerks zu überdenken. – Michaela Zimmermann

P.S. Übrigens gehören Sie nicht zu den 13 Prozent der „sorglosen Ignorierer“, die sich „äußerst ungern mit dem Thema >Altersvorsorge< beschäftigen. Wie der Artikel zeigt, haben Sie sich sehr wohl eingehend mit diesem Thema auseinandergesetzt.


Leserbrief zu „Post aus Peking” von Mascha Jacoby

68iger-Bashing: Muss das sein?

Eigentlich ging es in dem Artikel um die KPD. Aber Frau Jacoby lässt sich das 68iger-Bashing nicht nehmen: die MAO-Bibel „wurde das Kultbuch der 68iger-Bewegung.“ Vorher weiß sie das? Es wurde zum Kultbuch einer kleinen Gruppe von Linksradikalen.

„Dieser ‚Dritte Weg’ war für die Neue Linke… äußerst attraktiv. Die 68iger feierten den Maoismus…“

Der „Dritte Weg“ war für die große Mehrheit der wirtschaftspolitisch interessierten 68iger nicht der von Mao, sondern der von Ota Šik.

Wir wirtschaftswissenschaftlichen Studenten in Heidelberg feierten die Drittelparität.

Was ist aus uns geworden: Ich habe zusammen mit Wolfgang Wiegard fürs Examen gelernt. Er wurde Wirtschaftsweiser. Im Examen war ich mit Peter Hennicke, dem späteren Präsidenten des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt und Energie. Und geheiratet habe ich Angelika Rotter-Woletz, später Vorsitzende des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, ein Leben lang engagiert im Umweltschutz. – Christoph Zahrnt

P.S. Etwas bissig: Vermutlich kennt Frau Jacoby Herrn Ota Šik nicht.


Leserbrief zu „Zurzeit bin ich nicht so gern jüdischer Schriftsteller in Deutschland“ von Maxim Biller

Ich las gerade Ihren Artikel im Feuilleton der aktuellsten Ausgabe der ZEIT. Um ehrlich zu sein hat es mich ein wenig geärgert, dass Sie Ihre Möglichkeiten als Kritiker und Rezensent m.E. über die Maßen ausnutzen und überstrapazieren. Ich halte es für unethisch, dass Sie in der Doppelfunktion als Kritiker und Schriftsteller über sich und/oder den Stellenwert Ihres Buches schreiben MÜSSEN. Haben Sie das wirklich nötig, ständig sich und ihren literarischen Rang rechtfertigen zu müssen? Sollten Sie nicht darüber stehen, was die allgemeine Kritik über Ihr Buch schreibt? Ich meine: Sie sind selbst Kritiker, fassen Sie sich an die eigene Nase – meinen Sie, Ihre Rezensionen haben allen Schriftstellern gefallen? So ist das eben mit dem Glashaus und den Steinen. (Ganz abgesehen davon sollten Literatur-Kritiker keine eigenen Romane o.ä. schreiben, oder zumindest nicht Bücher des gleichen Genres, denn: man macht sich dadurch angreifbar, und das muss man durchstehen können, ohne sich selbst angegriffen zu fühlen und das gelingt nunmal nicht, siehe Marcel Reich-Ranicki.) Wäre es nicht viel besser, Sie würden sich über die Kritik stellen und noch besser, die Renzensionen über Ihre Bücher am besten überhaupt nicht lesen (so wie es andere Schriftsteller auch tun)?

Es ist sehr schade, dass Sie anscheinend dem Zwang unterliegen, sich zu rechtfertigen zu müssen. Jedes Wort und jeder Buchstabe aus Ihrem Artikel schreit ständig »nehmt mich endlich als literarischen Schriftsteller wahr und lest meine Bücher so, wie ich möchte, dass ihr meine Bücher lesen sollt«. Sie müssen doch wissen, dass das nicht funktioniert. Und ein Schriftsteller (oder auch ein bildender Künstler), der sein Werk erklären möchte, muss meines Erachtens wirklich nicht sein. Und diese Möglichkeit nutzen Sie aus, ohne dass es Ihnen und Ihrer Reputation gut tut (und hatten Sie nicht sogar erst im ZEIT-magazin einen Artikel? das ist sehr viel Maxim Biller, finde ich).

Außerdem: Sie sind selbst ein so scharfzüngiger und eloquenter Kritiker, da sollten Sie sich nicht wundern, dass Ihnen harsche Kritik entgegenweht (»Wer Wind säht …«). Das sollten Sie wirklich lernen einstecken zu können – oder eben nicht das zweischneidige Schwert schwingen, auf beiden Seiten der Literatur zu sitzen. Diese Position polarisiert und Ihre scharfen Kritiken polarisieren noch einmal mehr.

Verstehen Sie mich nicht falsch, ich mag generell das, was und wie Sie schreiben, und für eine Altersmilde ist es noch viel zu früh (falls sich diese überhaupt bei Ihnen einstellen wird), ich denke nur Sie müssten für sich selbst mehr Gelassenheit an den Tag legen und nicht ständig nach der narzisstischen Anerkennung heischen wollen, die sowieso niemals genügend befriedigt wird. Seien Sie klug und befreien Sie sich vom Zwang sich selbst immer ins rechte Licht rücken zu müssen.

Meine Worte sollen kein persönlicher Angriff auf Ihre Person sein, das steht mir nicht zu, deswegen würde ich mich freuen, wenn Sie meine Worte unter dem nachfolgenden Motto stehend verstehen würden:

»Der herbste Tadel lässt sich ertragen, wenn man fühlt, dass derjenige, der tadelt, lieber loben würde.«
[Marie von Ebner-Eschenbach]

Seien Sie weiterhin kritisch, seien Sie aber auch selbst Ihr eigener schärfster Kritiker und machen Sie dies nicht den anderen zum Vorwurf, oder bestenfalls unter einer Maske, unter der Sie selbst über sich und die anderen lachen können (so wie es häufig bestimmt auch ein Thomas Bernhard getan hat) … – Daniel Sauthoff


Leserbrief zu „Am Puls der Zeit“ von Christine Lemke-Matwey

In ihrem Text zu den politischen Stellungnahmen klassischer Musiker in jüngster Zeit tadelt Christine Lemke-Matwey insbesondere den Cellisten Alban Gerhardt und den Pianisten Igor Levit. «Ist das wirklich mutig?», fragt sie genervt, wenn Gerhardt öffentlich für Europa protestiert und Igor Levit «gefühlte 50 Anti-Trump-Tweets täglich» absetzt. Abgesehen davon, dass es fast schon beneidenswert snobby ist, politischen Protest nur dann sexy zu finden, wenn er mindestens zwei Jahre verschärften Kerker nach sich ziehen kann, ist ihre Schlussfolgerung, alles stünde doch eh schon in den Noten, an Blasiertheit kaum zu überbieten. «Als müsste und könnte Beethoven und Bach je verbal nachgeholfen werden», seufzt sie gelangweilt auf – offensichtlich im Wissen um die stets abrufbereite musikhistorische Bildung von Konzertbesuchern aller Stände und jeden Alters.

Wie CLMs Artikel allerdings zeigt, ist die musikalische Welt zu weiten Teilen noch immer abgeschottet. Dieses weltabgeschiedene Klostergärtchen, in dem vornehmlich um Fragen der Werktreue, Tempi oder Abendgagen gerungen wird, lässt sich allenfalls gelegentlich und nur unter Tränen vom Rauschen der Welt stören. Wenn nun Interpreten wie Levit oder Gerhardt tatsächlich mal den Zusammenhang zwischen Komponisten und Wirklichkeit herstellen, indem sie das Fenster zur Welt aufreißen, ist das ausdrücklich zu begrüßen. Dieser kleine Luftzug der Gegenwart lässt uns nämlich spüren, dass Vivaldi, Bach, Mozart, Beethoven, Schubert, Brahms, Mahler, Schönberg, Berg, Satie, Cage, Stockhausen, Ligeti, Messiaen und all die anderen keineswegs nur Zutaten eines raffinierten Buffets für einen begrenzten Kreis verwöhnter Kenner hinter verschlossenen Türen bilden – nein: Nur die Gegenwart bringt Kunst zum Atmen. Stimmen wie Gerhardt und Levit haben keinen Grund sich zu schämen: Sie revitalisieren die Demokratie – und die Musik gleich mit dazu! Gut so. – Thomas Wördehoff


Leserbrief zu „Ihr wolltet es so“ von Nina Pauer

Den wesentlichen Unterschied zwischen Eltern und geplant Kinderlosen sehe ich darin, dass Elternschaft über einen langen Zeitraum eine selbst gewählte Aufgabe beinhaltet, während Kinderlose – vorausgesetzt, sie nehmen aktiv am gesellschaftlichen Leben teil – sich Aufgaben suchen müssen, die sich nicht aus biologischen Optionen ergeben. Natürlich gibt es da Überschneidungen, aber seinen Platz in der Gesellschaft zu finden erscheint mir für Kinderlose doch aufwändiger, auch wenn damit keine Wertungen festgelegt werden sollten. Meine eigene Situation war in den 60er Jahren ziemlich orientierungslos, so dass ich bis heute vollständig mit mir im Reinen bin, keine Kinder zu haben. – Christoph Müller-Luckwald


Leserbrief zu „Irren ist menschlich” von Sebastian Kempkens

Erfährt der H. Bezard S. jetzt von der Stadt Hamburg zumindest wieder eine Wiedergutmachung? Das wäre jetzt wohl eine Selbstverständlichkeit. – Reiner Püschel


Leserbrief zu „Wird schon!“ von Julius Schophoff

Natürlich gibt es keine (absolute) Sicherheit – aber zumindestens mehrere relative!

Aber das ist nicht der Punkt. Wovon lebt Herr Schophoff gg Ende seiner Tage? Außenhandelskaufmann  ist er jetzt schon nicht mehr, Journalist geht auch nur im Vollbesitz der geistigen Kräfte – wie lange wird er diesen haben? Verläßt er sich auf Hartz IV? Das heißt, er verlässt sich auf „das Gesetz der großen Zahl“: es werden genügend Menschen da sein, die ihn unterstützen? Oder rechnet er mit dem 6.Stock – der kann im Alter auch nur relative Sicherheit bieten … – Hans-Michael Obst


Leserbriefe zu „Für immer jung?“ von Ulrich Bahnsen

Die Haltung die hinter dieser Frage steht ist interessant, sie passt zum (dauernden) Spruch des SWR: „wir bieten Ihnen die besten Schlager aller Zeiten!“ Beides zeigt die Einstellung: ICH bin der Maßstab für die Ewigkeit – früher hat man auch gesagt: „nach mir die Sintflut“.

  • Was heißt „für immer“? Eigentlich im Wortsinn – ewig, nicht nur läppische 200 Jahre.
  • Was heißt „aller Zeiten“? Im Wortsinn – mindestens seit der Steinzeit, nicht nur 10, 20, 30 Jahre

Aber jetzt anders herum: hochinteressant wäre ein Artikel Teil 2, der über die Auswirkungen eines 200-jährigen Lebenserwartung nachdenkt. Es wurde nur nebenbei angedeutet

  • Wann wird man pensioniert, wohl kaum mit 65 oder 70 (erlauben das die Gewerkschaften?) – wer sollte das bezahlen? Also mit 150, 180?
  • Die Erdbevölkerung: mit 200 Jahren erlebt man ca. 8 Generationen. Auch wenn man selbst nur eine Kinder-Generation in die Welt setzt, würde die Erdbevölkerung explodieren – da reicht auch eine chinesische Ein-Kind-Politik nicht weit
  • Platzmangel, Ernährungs-Probleme, Feinstaub, usw. [Die Rote Liste der bedrohten Arten nicht zu vergessen … auch sie würde explodieren!]

Wann kommt der Artikel – ich möchte ihn nicht versäumen? – Hans-Michael Obst


Leserbrief zu „Ihr wolltet es so“ von Nina Pauer

Worauf basiert Ihre Meinung, daß unsere Generation in jedem Fall enttäuscht ist, egal ob mit ohne Kinder? Ich bin glücklicher Vater zweier Kinder, und erfreue mich einer großen Bekanntschaft heterosexueller, schwuler und lesbischer Kinderloser. Nehme keinen Neid wahr, nur in einigen Bereichen ein anderes Leben. – Jan Albers


Leserbrief zu „Ihr wolltet es so“ von Nina Pauer

Wieder so ein seltsamer Artikel, bei dem ich das Gefühl habe, dass die Mitarbeiter der ZEIT doch bevorzugt im eigenen Saft schmoren. „Andererseits zeigen Kinderlose ihren Trophäenschrank gar nicht so ungern vor: nach der Arbeit in teurer Profiausrüstung für den nächsten Triathlon trainieren, das Interesse für Designermöbel und entlegene Ginsorten pflegen, am Wochenende zu zweit aufwendige Rezepte aus der New York Times nachkochen.“ Ich habe von Menschen gehört, die ihr ZEIT-Abo gekündigt haben, weil sie den ewigen Snobismus nicht mehr ertragen konnten. Wissen Sie eigentlich, für wen Sie ihre Zeitung machen? Stellen sie sich auch manchmal durchschnittlich bis wenig verdienende Menschen vor, wenn Sie ihre Artikel schreiben? Was denken Sie darüber, wer Ihre Zeitung liest? Letztens habe ich einen Bericht über das Selbstverständnis der Medien gesehen, in dem ein Journalist der WELT ganz treuherzig in die Kamera geguckt und gesagt hat, dass nun mal eben der ganz überwiegende Teil der schreibenden Zunft aus einer bestimmten gesellschaftlichen Schicht kommt.

Das es aber vielleicht doch mal an der Zeit sein könnte, etwas mehr über den Tellerrand hinauszuschauen. Ich war begeistert. Die Mitarbeiter der Presse entdecken ihren Beruf.  Zum Thema passt das ganz tolle Mailand-Magazin ( erfreut habe ich mich natürlich auch an den Torten-Uhren der vorletzten Ausgabe, eigentlich hatte ich vor, mal zu recherchieren, was die denn so kosten, aber ich wollte mir dann doch die Laune nicht gänzlich verderben lassen ). Es gab mal Zeiten, in denen im Magazin der gesamtgesellschaftliche Aspekt eine wichtige Rolle gespielt hat. Der einzige Artikel, an den ich mich erinnern kann, ist der über den Bibliotheksbus, der war super, steht aber doch recht allein auf weiter Flur.  Und wenn ich schon mal dabei bin: Gibt es wirklich keine wichtigeren Themen für die Seite 1 als China und, herrje, Olympia? – Rainer Kurt Neh


Leserbrief zu „Wird schon!“ von Julius Schophoff

Ich freue mich für Sie, dass es Ihnen als ehemaligem Außenhandelskaufmann und nunmehr freiem Journalisten gelungen ist, an prominenter Stelle in der Zeit Ihre Gedanken zum Für und Wider von Versicherungen kundzutun. Wie auch immer Sie das geschafft haben.

Der Titel Ihrer Schrift hatte mich zugegebenermaßen gefangen. „Wer an Sicherheit glaubt, ignoriert das Wesen der Welt.“ Das ist sehr schön formuliert und ich unterschrieb es mit Nachdruck, denn es liegt Wahrheit darin. Als ich dann jedoch damit anfing Ihre Ausführungen zu lesen und dies mit zunehmendem Ärger bis zum Ende, zog ich meine Unterschrift nachdrücklich zurück.

Von Anfang.

Sie verscherzen es sich bereits im ersten Absatz, indem Sie tief im Sumpf der Klischeekiste wühlen. Es gilt einen Versicherungsberater „abzuwimmeln“, diesen Bodensatz der Menschheit, den man nun wirklich nur „Fetscher“ nennen kann, ein eingedeutschter Anglizismus, ein verballhornter Fletscher, ein schon namentlich markierter Unsympath. Natürlich ist er blass und schmal, natürlich trägt er einen Konfirmandenanzug und hat deshalb keine Chance bei Ihnen – oder weshalb erwähnen Sie seine körperlichen Defizite? Ich kenne Ihre sexuellen Vorlieben nicht aber sollten Sie dem gängigen männlichen Durchschnitt entsprechen, hätte Ihnen demzufolge eine gut gebaute blonde Versicherungsmaklerin im knappen Kostüm vermutlich alle Versicherungen der Welt angedreht, inclusive Aquariumbruchs, obwohl Sie sicher gar kein Aquarium haben.

Sie lassen den blassen Finger Ihres Maklers über diverse Versicherungen fahren und picken sich dann den letzten Eintrag der Liste heraus: Altersvorsorge. Dass der Typ Ihnen auch ausgerechnet damit kommen musste! Sie, der Sie stattdessen lieber einem „ausgeprägtem Bedürfnis nach Freiheit“ nachgeben! Was für ein Trottel, dieser Makler!

Es folgen in willkürlicher Reihe diverse Zitate und Floskeln aus allen Teilen des bekannten Universums, die Ihr Ideal des Lebens-im-Augenblick stützen und jeden, der das anders sieht als hoffnungslos von gestern und geistig verarmt erscheinen lassen. Altersvorsorge, Versicherungen, Pläne und Ziele – wie blöd kann man eigentlich sein, wenn doch keiner weiß, was morgen sein wird?

Ok, nehmen Sie mich, Herr Schophoff. Ich bin einer der Blöden. Ich messe meinem Rentenbescheid eine gewisse Relevanz bei. Ich bin 54. Es gibt keine Sicherheiten in dieser Welt – d´accord. Es gibt auch a priori keinen Frieden und keine Freude und keine Kultur. Eine endlose Liste von Dingen gibt es von Haus aus nicht in dieser Welt. Und doch trachten Menschen danach und handeln und sorgen und kümmern sich, um diese Dinge in die Welt zu bringen. Denn es gebricht der Welt an ihnen. Auch an der Sicherheit als einem Grundbedürfnis des Menschen. Sie sind zwischen 18 und 37? Sie leben in Deutschland, einem der sichersten und reichsten Länder der Welt? Sie sind gesund und Herr Ihrer Kräfte? Gesetzestreu und mit gültigen Ausweispapieren versehen? Kinder- und fahrzeuglos? – Dann besteht keine Gefahr. Sie können gefahrlos völlig unversichert durch ihr Leben schrammen, es ist komplett Ihre Sache.

Was aber wenn Sie morgen Zahnschmerzen bekommen? – ohne Krankenversicherung blöd. Was wenn Sie Ihr Nachbar – natürlich grundlos – verklagt und ein Anwalt nötig wird? – mit Rechtschutzversicherung einfacher als ohne. Was wenn Ihre Schreibe auf Dauer niemanden interessiert? – Arbeitslosigkeit ist kein Spaß. Es ist einfach auf einer einsamen Insel zu leben, wenn man gesund ist und genügend Bananen wachsen. Aber wehe wenn nicht.

In unserem Mehrfamilienhaus lebt eine alleinstehende Frau, deren Rente nicht reicht. Keine Ahnung, ob sie Ihre Rentenvoraussagen lächelnd zum Anzünden der Zigaretten benutzt hat oder nicht. Jedenfalls zieht sie Tag für Tag eine Karre mit Zeitungen hinter sich her, die sie verteilt, um ihre Rente aufzubessern. Nicht nur an lauen Sommermorgen, auch an dunklen Wintertagen. Nicht nur wenn sie fit ist, auch wenn es ihr schlecht geht. Und sie muss „nur“ sich selbst versorgen, hat keine Familie und keine tierischen Freunde.

Es gibt meiner Meinung nach zwei Dinge, die Ihr System aushebeln, Herr Schophoff: erstens die Verantwortung für andere und zweitens die eigene Notlage. Schon wenn Sie sich als freiheitsliebender Single aus einer Laune heraus einen Goldfisch im Glas zulegen, bekommt Ihr Plan Risse. Ihr Goldfisch, nennen wir ihn Bruno, benötigt Futter. Täglich. Nicht nur wenn Sie Aufträge haben oder Bock auf Tiere oder Ihre soziale Phase. Nein, immer. Und Bruno ist noch das leichteste Opfer, Fischfutter rangiert nicht im Top-Preis-Segment. Die Steigerungen von Bruno: ein Partner, eine feste Bleibe (Wohnung, Haus), Kinder. Sobald eines dieser Ereignisse in Ihr Leben tritt, werden Sie das Bestreben entwickeln, Sorge zu tragen und das Bedürfnis, Sicherheit zu schaffen, Ob Sie jetzt Kohle in Socken oder Matratzen stopfen oder Versicherungspolicen unterschreiben ist völlig gleichgültig, denn es ist dasselbe. Sie werden nach einer für Sie adäquaten Sicherheit suchen. Denn gerade weil die Welt keine solche bietet, trachten Sie danach, sie selbst für andere zu erschaffen. Das ist das Wesen der Sozialisation.

Der blasse Herr Fetscher kann dafür nichts. Er macht seinen Job und man kann nur für Ihn hoffen, dass er ihn gerne macht. Das Makeln mit der Sicherheit ist natürlich ein Geschäft, an dem jemand etwas verdient. Es lebt eine ganze Branche davon. Und wie in jeder Branche gibt es dort schwarze Schafe und einen Mittelweg zwischen Schwarz und Weiß. Man benötigt nicht alle dargebotenen Assekuranzen. Aber man kommt auch nicht völlig ohne aus.

Dieses Schwarz-Weiß-Denken kreide ich Ihnen an. Und die Überheblichkeit des gesunden jungen Menschen, der weltmännisch Herrn Beuys zitiert weil er ihm in den Kram passt, ohne jemals wirklich bei Mondlicht so hoch geschaukelt zu sein, wie er nur konnte geschweige denn ähnliche Martyrien durchmessen zu haben, die zu solchen Bildern befähigen.

Wenn solche Dinge auch für Sie derzeit weit weg sind und Sie nicht daran glauben, irgendwann fallen Ihnen die Zähne aus und alltägliche Dinge schwer. Dieser Zustand mag nicht erstrebenswert sein, aber das interessiert den Zustand wenig, er kommt trotzdem. Auch zu Ihnen. Ob versichert oder nicht. Wenn es bös ausgeht sitzen Sie im Alter nicht vor Ihrem Bier in der Eckkneipe und verbrüdern sich mit arglosen Youngstern, die es nicht besser wissen können. Sondern Sie liegen vor der Kneipe und in ihrem Pappbecher ist mal wieder Ebbe, wie schon seit Wochen.

Ich wünsche Ihnen dennoch, dass Ihr Plan aufgeht. Dass Sie Ihre Unbekümmertheit behalten so lange es geht. Und dass Sie rechtzeitig in eine Pflegeversicherung einzahlen, damit Sie im Alter versorgt sind. Vielleicht denken Sie dann an Ihren Text von heute zurück.  – Gerhard Reininger


Leserbrief zu „Ist das unser Antiterrorkampf ?“ von Andrea Böhm

Die ZEIT vermerkt, das syrische Regime habe am 4. April, „wie es aussieht“, „erneut“ einen Giftgasangriff verübt. So mag es gewesen sein, es ist aber weit entfernt von einem wahrscheinlichen Ablauf. Assad war gegenüber der Opposition militärisch klar in Vorhand und ein Kriegsverbrechen konnte – ohne erkennbaren taktischen Gewinn – allenfalls eines triggern: Den rapiden Wandel der Stimmung und Haltung in den USA, gerade bei einem impulsiven, narzisstischen und bisher eher glücklosen Präsidenten. Der andere Erklärungsversuch wäre: Assad sei ein Psychopath und nutze jede noch so geringe Chance, ungestraft davon zu kommen, unverzüglich für neue Mordzüge, auch gegen Frauen und Kinder. Aber selbst im Nahen Osten und an der Spitze einer Oligarchie könnte sich ein solches krankhaftes Persönlichkeitsbild nicht über Jahrzehnte halten.

Einigen Nutzen von diesem Horror, von dem dann prompt eingetretenen Stimmungswandel des Westens und von einem etwaigen Zusammenbruch der gegenwärtigen syrischen Administration konnten sich immerhin diejenigen versprechen, die sich auch sonst nicht für humane Rücksicht bekannt machen: Etwa die der Al Qaida zugewandte Nusra-Front. Es würde auch keine besondere Herausforderung für diese oder ähnliche Gruppen bedeuten, sich die typischen zwei Komponenten von Sarin durch interessierte, leistungsfähige und sachkundige Dienste zuspielen zu lassen.

Klar: Ich weiß es nicht und ich hätte Skrupel, ohne nachvollziehbaren Beweis einen mutmaßlich Schuldigen zu benennen. Verurteilen kann ich allerdings eine Politik, die seit vielen Jahren auf Destabilisieren und Ablösen eines Regimes wettet, ohne eine auch nur entfernte Hoffnung auf Konsolidierung am Tage danach. Und ohne insbesondere vor Wahlen nachvollziehbar zu evaluieren: War unser Antiterrorkampf erfolgreich? Hat er die nach Tausenden zählenden zivilen Opfer, hat er das Traumatisieren der am Kampf Beteiligten gerechtfertigt? Hat er eine ökonomischgerechtere und eine militärisch stabilere Weltordnung gefördert? Solche Fragen beruhigt zu bejahen, das fiele mir heute sehr schwer. – Dr. jur. Karl Ulrich Voss


Leserbrief zu „Zurzeit bin ich nicht so gern jüdischer Schriftsteller in Deutschland“ von Maxim Biller

hiermit möchte ich meiner Verwunderung darüber Ausdruck geben, dass die “ZEIT” dem Schriftsteller Maxim Biller immer wieder so viel Platz einräumt, seine Tiraden gegen alles und jeden, in der Ausgabe vom 6.04.2017 nun besonders gegen deutsche Literaturkritiker, publik zu machen.

Maxim Biller ist erst im Alter von 10 Jahren nach Deutschland gekommen und hat von den Reformbestrebungen der späten 60-er und dann der 70-er Jahre in allen Bereichen der bundesrepublikanischen Gesellschaft –  um diese vom Späterbe des Faschismus zu befreien –  zwangsläufig nur wenig verstanden.

Leider hat er dieses Nichtwissen aber bis heute nicht verändern können oder wollen (s. seine Anmerkungen in einer anderen ZEIT-Ausgabe zu diesen Jahren!). Dass wir selbst, die Nachkriegsgeneration, es waren, die große Anstrengungen unternommen haben, sowohl in Elternhaus und Schule, als auch in Universitäten, in der Justiz, in der Medizin und nicht zuletzt in der Politik Haltungen und Anschauungen in eine demokratische Richtung zu verändern – gegen den Widerstand vieler, von denen wir lernen  sollten.

Das ging nicht problemlos ohne Irrungen und Wirrungen von sich , aber ich bin heute sehr froh, in diesem Deutschland in seiner überwiegend offenen, demokratischen und freien Gesellschaft leben zu können. Sieht man sich um in Europa (ich lebe seit 20 Jahren auch in Portugal) und anderswo, stellt man sehr schnell fest, dass in kaum einem ehemals faschistischen Staat die eigene Geschichte so intensiv aufgearbeitet wurde wie in Deutschland. Dazu gehört heute selbstverständlich auch die Anerkennung aller praktizierten Religionen und es gibt nur noch sehr wenige (ewig rechte) Deutsche, die die Politik des israelischen Staates mit der Ausübung der jüdischen Religion verwechseln.

Wie schade, dass Maxim Biller die berechtigte Kritik an seinem Buch “Autobiografie” gleichsetzt mit antisemitischen Einstellungen – da schwingt einer den ganz großen Hammer, mit dem jede inhaltliche Diskussion à priori beendet ist. Aber dafür ist er ja bekannt geworden: auch im “Literarischen Quartett” war er nicht bereit und in der Lage, seine Meinung über Bücher und deren Autoren in eine sachliche Diskussion einzubringen und abweichende Meinungen seiner Mitdiskutanten gelten zu lassen ohne diese zu verunglimpfen oder lächerlich zu machen.

Er kann sich einfach nicht mit berechtigter Kritik auseinandersetzen – hat er wahrscheinlich auch nie gelernt – sondern fühlt sich nun als Jude in Deutschland diskriminiert. Das ist mehr als peinlich! – Heilke von der Ahe

P.S. Die deutsche Gemeinde in unserem Ort freut sich sehr darüber, dass die “ZEIT”, wenn auch mit einem Tag Verspätung, immer noch in Papierform hier erscheint.


Leserbrief zu „Der Panzerknacker” von Heike Buchter

vielen Dank für Ihren interessanten Beitrag über den nicht ganz uneigennützigen früheren Bankmitarbeiter. Im insgesamt sehr eingängig zu lesenden Text stößt mir Ihr Satz „Und Birkenfeld wird dank seiner zum Großverdiener.“ schmerzhaft auf. Wieder einmal ist der Genitiv dem Dativ sein Tod.

Dies stelle ich nicht mit Häme, sondern durchaus mit Bedauern fest, weil gerade solche sprachlichen Fehltritte dem Anspruch an gehobenen Journalismus, dem Ihre Zeitung und Beiträge wie der Ihre durchaus gerecht werden, nicht nur nicht genügen, sondern unnötige Angriffspunkte für die pauschale Diskreditierung bieten.

Nicht umsonst lautet der Titel Ihres Kollegen Wolf Schneider „Deutsch für Profis“. – Dr. Tadashi Makabe


Leserbrief zu „Am Puls der Zeit“ von Christine Lemke-Matwey

Wenn ich Musiker wäre, würde ich meine politische Überzeugung folgendermaßen ‚outen‘: mich in die ‚Elphi‘ setzen und von morgens bis abends auf dem Klavier von Beethoven ‚Die Wut über den verlorenen Groschen‘ spielen! – Prof. Dr. Thomas Cirsovius


 Leserbrief zur Anzeige in Erinnerung an Michael Holzach

Die Anzeige zur Erinnerung an Michael Holzach hat mich sehr berührt. Mit zwölf habe ich „Deutschland umsonst“ verschlungen und war nachhaltig beeindruckt und geprägt von dieser Geschichte und dem mutigen, klugen und tief menschlichen Mann, der sie gelebt und geschrieben hat. Sein Tod hat mich erschüttert und lange beschäftigt.

Danke für die Erinnerung und die Erinnerungen. Inspiriert davon werde ich mich jetzt wohl nochmal als Erwachsene seinen Werken widmen. – Jenny Harbauer


Leserbrief zu “Ein Mann verändert die Welt“ von Nicole Maibaum

Ihren Artikel (Anzeige, Zeit Nr. 15/2017) über Luther und die Reformation fand ich sehr interessant, gerade in Zeiten schwindenden Interesses für die Kirchen, und in Zeiten immer stärkerer „Einsparmaßnahmen“ bei allen Konfessionen.

Aber warum wird, auch noch mehrmals, auf Donnerstag, den 31. Oktober 1517 hingewiesen ? Dieses Datum war kein Donnerstag, sondern Samstag!

Damals galt der Julianische Kalender, und beispielsweise hier http://www.pfeff-net.de/kalend.html kann man das online nachrechnen. Wenn Ihnen eine gedruckte Referenz lieber ist, verweise ich auf das Büchlein Butkewitsch/Selikson: Ewige Kalender. Dort, und auch in Wikipedia finden sich die Formeln zum Nachrechnen des Wochentages eines bestimmten Datums sowohl im Gregorianischen als auch im Julianischen Kalendersystem, siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Ewiger_Kalender .

(Ich rechne nach einer von mir weiterentwickelten Formel im Kopf alle Wochentagsangaben, die ich lese, nach.)

Wenn sich Ihre Autorin nicht sicher ist, dann sollte sie derartige Angaben weglassen. Durch solche offensichtlichen Unwahrheiten wird die Glaubwürdigkeit der „ZEIT“ unnötigerweise herabgesetzt. – Dr. Bodo Heise


Leserbriefe zu „Für immer jung?“ von Ulrich Bahnsen

Ist da nicht eine unlogische Stelle im Text? Einerseits kann Hovarth das biologische Alter mit einer Abweichung von Monaten feststellen, anderseits ist sein biologisches Alter fünf Jahre älter als sein tatsächliches. Das passt doch nicht zusammen?! – Rainer Gilgfen


Leserbriefe zu „Für immer jung?“ von Ulrich Bahnsen

Im Folgenden finden Sie meine Meinung zum Artikel “Für immer jung?”:

Wie uns ein längeres Leben am Ende doch schneller umbringt

Es ist ja nichts Neues, dass der Mensch seiner natürlichen Selektion entgegenwirkt. Aber eine Lebenserwartung von bis zu 200 Jahren?

Schon jetzt prognostizieren Experten eine Überbevölkerung mit Ressourcenknappheit in den nächsten Jahrzehnten, die in kriegerischen Auseinandersetzungen um Wasser und Öl münden werden, und das ohne die Manipulation des Alters. Es hat doch einen Grund warum die Natur einen Tod vorgesehen hat: Um genau diese Ressourcenkonkurrenz zu vermeiden und eine Erhaltung der natürlichen Gegebenheiten zu ermöglichen. Durch noch größeren Fleischkonsum, Wasserverbrauch und Ausstoß von Treibhausgasen werden wir mit einer längeren Lebenserwartung entweder den genannten Kriegen zum Opfer fallen oder durch die schnellere Erderwärmung den Fluten ausgesetzt sein. So ist eine Genoptimierung ein Selbstmord der Menschheit.

Natürlich ist es für mich als Individuum schön meine Ur-ur-Urenkel mitzuerleben. Wenn sie durch mich jedoch im Krieg ihr Leben geben müssen, wäre es mein langes Leben nicht wert.

Es ist also ethisch nicht vertretbar, ein solches Medikament auf den Markt zu bringen, denn es schadet uns mehr als es uns nützt. – Alexis Reimann


Leserbriefe zu „Für immer jung?“ von Ulrich Bahnsen

Mein Name ist Oliver Nahm und ich habe vor kurzem meine Dissertation zum Thema „Umgang mit dem Tod“ (eine Suche nach menschlichen Gemeinsamkeiten) abgeschlossen. Darüber hinaus bin ich Kryoniker (werde mich also nach meinem Tod einfrieren lassen) und habe mich also sowohl auf wissenschaftlicher, als auch auf persönlicher Ebene intensiv mit den Bereichen Alterung, Sterben und Tod auseinandergesetzt.

Somit habe ich mit großem Interesse Ihren Artikel  „Für immer jung?“ und das Interview mit Frau Woopen gelesen. Passend und ergänzend hierzu habe ich einen Artikel mit dem Titel: „Warum wir nach dem ewigen Leben streben sollten“ verfasst, den Sie hier einsehen können:

https://luftschloss.traumlabor.com/index.php/2017/04/04/warum-wir-nach-dem-ewigen-leben-streben-sollten/

Falls es darin für Sie interessante Punkte gibt würde ich mich sehr über eine Zusammenarbeit mit Ihrer Zeitung freuen und möchte mich auf diesem Wege auch als potentieller Ansprechpartner anbieten, falls Sie erneut Artikel in dieser Richtung veröffentlichen wollen. – Oliver Nahm


Leserbrief zu „Ein Anschlag ist zu erwarten“ von Mohamed Amjahid

Als Bürger und Weihnachtsmarktbesucher durch die Gefährdungseinschätzung einer Behörde zu einem so nicht erwarteten Kollateralschaden zu geraten, hinterlässt einen bitteren Beigeschmackung und die Frage:

Wieso gibt es nichts längst eine psychologische Rasterfahndung, wo die Profile bisheriger islamistischer Attentäter so viel an Übereinstimmungen zeigen: u.a. Muttersöhnchen ( d.h., narzistische Persönlichkeit), begangene Gewaltdelikte, also eine entsprechend gegebene Bereitschaft zur Gewalt, kriminelle Energie, die infolge einer mal allmählichen, mal sehr schnellen ideologischen Radikaliserung das Dschihad Siegertreppchen zu ersteigen bereit ist. Gerade hinsichtlich schon gezeigter Gewaltbereitschaft (die ja u.a. auch immer davon Betroffene aufweist) lässt sich eine nachsichtige Strafverfolgung schon beinah als Beihilfe zum finalen Morden Können empfinden.

Eine Staatsgewalt, die sich hier von ihrem Auftrag entfernt, das Recht auf freiheitliche und unversehrte Entfaltung seiner Bürger zu gewährleisten läuft am Ende Gefahr dieselben an radikale Kräfte zu verlieren, die keinen Unterschied mehr machen zwischen Fremd und Gefährlich – Oliver Mende


Leserbrief zu „Zurzeit bin ich nicht so gern jüdischer Schriftsteller in Deutschland“ von Maxim Biller

der herzensgute Maxim Biller möge doch bitte in „Der Semit, unabhängige jüdische Online Zeitschrift“ vom 21.April 2016 die Rezension seiner „Biographie“ von Abi Melzer nachlesen. Als Zitat nur den letzten Satz dieser Rezension: „Diese ‚Biographie‘ ist nicht einen Cent wert, geschweige denn einen Schekel“. Und dieses Zitat ist noch relativ harmlos! Ich weiß nicht, wessen „Kind, Enkel und

Schüler“ Abi Melzer ist, eines dürfte allerdings klar sein, er gehört mit Sicherheit nicht zu den „deutschen Kritikern“ der „Biographie“, bei denen sich der liebe Maxim Biller fragt: „was sie sich zu Hause von ihren Vätern und Großvätern über die Juden anhören mussten“.

Und mit allem Ernst, eines müssen wir nichtjüdischen Deutschen strikt von uns weisen: Maxim Biller schreibt von „dem Superverbrechen, das Deutsche begangen, bejubelt oder zumindest geduldet haben“. „Bejubelt“ haben wir unser Verbrechen nicht, das wäre unanständig gewesen, sondern wir hatten das moralische Recht, die Pflicht gegenüber unserm Volk, dieses Volk (die Juden!) umzubringen. Wir hatten aber nicht das Recht, uns auch nur mit einem Pelz, mit einer Uhr, mit einer Mark oder mit einer Zigarette oder mit sonst etwas zu bereichern. Und gejubelt haben wir schon garnicht! Ich erspare es mir bewußt, das Zitat in Anführungszeichen zu setzen, denn Maxim Biller ist ja ohnehin klar, was uns unsere Väter über die Juden erzählt haben. – Frieder Sommer


Leserbrief zu „Weltmüde auf Heimatsuche“ von Jens Balzer

mit großem Interesse habe ich Ihren Artikel „Weltmüde auf Heimatsuche“ im Feuilleton der aktuellen Ausgabe der Zeit gelesen. Darin bezeichnen Sie sich selbst als einen liberalen Kritiker. Eigentlich müssten Sie und ich uns bestens verstehen, denn ich sehe mich auch als einen (links)liberalen, kritisch denkenden Menschen. Doch kritisch war ihre Analyse leider nicht, sondern sie wiederholte lediglich gängige Vorurteile gegenüber weiten Teilen der Mittelalter-, Rock- und Metalszene.

Dass die Böhsen Onkelz immer noch in die rechte Ecke gestellt werden, nachdem Sie sich seit Beginn der 90er Jahren eindeutig von ihrer eigenen Vergangenheit distanzieren, hat mir ein müdes Kopfschütteln abverlangt. Zitat aus dem Lied „Deutschland im Herbst“ (1993), das eine Reaktion auf rechtsextreme Pogrome ist: „Ich sehe blinden Hass, blinde Wut / Feige Morde, Kinderblut / Ich sehe braune Scheiße töten / Ich sehe Dich“. Ich will die Vergangenheit dieser Band nicht verharmlosen, aber haben nicht auch ehemalige Nazis eine zweite Chance verdient? Diese wird doch auch anderen Aussteigern aus der Szene zuerkannt, warum dann nicht in der Rockmusik?

Danach haben Sie sich In Extremo und Schandmaul vorgeknöpft. Hier wurde mein Kopfschütteln zunächst heftiger, bis ich schließlich laut aufstöhnen musste. Dass der „aggressive Patriotismus von Freiwild und der melancholische Sentiment von Schandmaul für alte Zeiten“ in einem Satz genannt wird, meinetwegen. Aber dann muss danach bitte auch differenziert werden! Aber nein, anstatt beispielsweise „Sichelmond“ von Schandmaul zu zitieren, welches die Verbrechen der Kreuzfahrer aufgreift um für ein friedliches Miteinander der Religionen und aller Menschen zu plädieren, ergehen Sie sich tatsächlich in Äußerlichkeiten wie dem „an Käpt’n Iglu erinnernden Kinnbart“!

Als linksliberaler Mittelalterfan, und in dieser Szene bin ich mit meiner Einstellung wahrlich keine Ausnahme, sondern eher die Regel, ärgert es mich unheimlich, dass in Deutschland alles, was jemals von den Nazis missbraucht wurde, für immer unantastbar ist. Es hat nichts mit Nationalsozialismus zu tun, wenn man zugegebenermaßen meist naiv über mittelalterliche, oder sogar germanisch-heidnische Traditionen singt. Dass Sie dabei ein ungutes Gefühl haben, kann ich nachvollziehen. Doch der Grund dafür ist, wie bereits erwähnt, der Missbrauch während der beispiellos furchtbaren Zeit des dritten Reiches. So sind die Inhalte von In Extremo zugegeben oft düster, sarkastisch und morbide, doch genauso international und zutiefst pazifistisch: „Lieb Vaterland, magst ruhig sein / Ein jeder stirbt für sich allein / Ich bin klein / Mein Herz ist rein / Kann niemand darin wohnen / Nur der Tod allein“.

Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass Nazis auch heute noch versuchen, die Mittelalter-Rock und Metal-Szene zu unterwandern. Ich war auf unzähligen Festivals, die Sie vermutlich als rechte Veranstaltungen fehlinterpretieren würden und habe dort selber miterlebt, wie Konzerte unterbrochen wurden, um tatsächlich rechtsgesinnte Menschen des Platzes zu verweisen. Veranstalter, KünstlerInnen und Fans zeigen dort große Sensibilität und rechtes Gedankengut wird nicht toleriert. Doch all diese Bemühungen werden durch Kritiken wie die Ihre zunichte gemacht, die eine komplette Subkultur durch Unwissenheit und mangelnde Kenntnis diskreditieren. – Tom Polenz