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01. Juni 2017 – Ausgabe 23

 

Leserbrief zu „Die Möglichkeit einer besseren Welt“ von Alard von Kittlitz

Ihr Ansinnen in allen Ehren, allein es erscheint mir nicht konsequent und radikal genug: Wir sollten die Passagiere der Business-Klasse unseren Economy-Sitz bezahlen lassen, nur das wäre recht und (für uns

tatsächlich) billig. Und warum so bescheiden in der Aktion? Warum nicht Hamburg-Blankenese stürmen und den dortigen Wohnraum egalitär verteilen?

Manche leben offenbar doch nicht in einer Welt universaler Menschenrechte, sondern in einer Welt universaler Ansprüche und reiner Selbstbezogenheit. Tröstlich ist, dass bisher noch jede Generation derartigen geistigen Unrat beim Nachdenken über ‚Die Möglichkeit einer besseren Welt‘ hervorgebracht hat, ohne dass solcher dauerhaft zur Mehrheitsmeinung wurde.

Verschiedenheit durch Einkommensunterschiede – die Welt ist grausam böse. Dennoch vertraue ich darauf, dass auch Ihr geistiges Erwachsenwerden ohne Guillotine oder RAF gelingen kann.

P.S. Mein Einkommens-Level: Economy – Matthias Wagner


Leserbrief zu „Ihr langer Weg nach Trudering“ von Bernd Ulrich

Angela und Donald – das Traumpaar

Wenn man im täglichen, nicht-alternativen Leben verankert ist, erscheinen einem die Äußerungen von Politikern ohnehin eher wenig relevant. Im oder nach dem Wahlkampf wird die Lautstärke dieser Äußerungen noch um einige Größenordnungen an Dezibel nach oben gedreht. Kommt dann noch der unvertraute Genuß bayerischen Biers in einem Festzelt hinzu, sollte man politische Ungeschicklichkeiten möglichst schnell vergessen. Also – gemach, gemach. Als Tatsache bleibt, daß Angela und Donald den Mentalitäten sehr unterschiedlicher Teile dieser Welt entstammen – dem beschaulichen Mecklenburg-Vorpommern im früheren Osten gegenüber einer der aufregendsten Metropolen der Welt.

Die Beziehungen zwischen Deutschland und den USA sind im Lauf von über 70 Jahren auf allen Gebieten des wirklichen Lebens durch vielfältige Zusammenarbeiten, persönliche Freundschaften und Erfahrungen zu einem festen Bestandteil von Austausch in Wirtschaft, Technik, übrigens auch regenerierbarer Energiequellen, Wissenschaft, Kunst, schulischem und kirchlichem Alltag und vielen anderen Bereichen gesellschaftlicher Produktivität geworden. Zu diesen Interaktionen gehören selbstverständlich auch Aktivitäten von Sicherheitsexperten auf beiden Seiten – was wäre unsere geheimdienstliche oder militärische Sicherheit noch wert ohne diese Tätigkeiten von kompetenten Fachleuten in den USA und in Deutschland. Bis die EU da mitreden wird können, werden Dezennien vergehen. Also verehrte Frau Kanzlerin, geehrter Mr. President – denkt nochmals nach, cool it, mit anderen Worten. Auch den Medien möchte man zurufen, mäßigt Eure Erregung, ehe Ihr die Bindungen an die USA gegen solche in der real-existierenden EU auszutauschen empfehlt. – Prof. Dr.med. Walter Doerfle


Leserbrief zu „Lichtschalter für das Gehirn“ von Anne Gerdes und Josephina Maier

Die ganzseitige Wissens-Grafik zum Thema Optogenetik hat mich sehr gefreut, sie ist verständlich und auch grafisch gut gelungen. Was ich allerdings irreführend finde, ist, Karl Deisseroth als den Erfinder der Optogenetik darzustellen. Er hat zwar die Bezeichnung ‚Optogenetik‘ eingeführt und ist einer der kreativsten Anwender dieser Technik, aber erfunden und erstmalig am lebenden Tier angewendet wurde die Optogenetik in Deutschland. Es hätte der Zeit nicht passieren dürfen, die Namen Hegemann, Nagel und Gottschalk in einem ganzseitigen Artikel über Optogenetik noch nicht einmal zu erwähnen. Unsere Universitäten haben vielleicht weniger professionelle Public Relations Abteilungen als Stanford, aber man muss die ‚America first!‘-Weltsicht ja nicht ungefiltert an die Leser weitergeben. – Prof. Dr. Thomas Oertner


Leserbrief zu “ Der Drink: Chrenowucha – Die Lage: Überleben“ von Alice Bota

Ich lese: Chrenowucha wird aus Rettich gemacht … Nicht nur in Russland, auch in Wien heißt der Meerrettich ganz offiziell Kren. Steht so im Österr. Wörterbuch. Man bestellt also beim Würstelstand Heiße mit Senf – oder mit Kren … – Wolfgang J. Kraus


Leserbrief zu „Aus!“ von Cathrin Gilbert und Moritz Müller-Wirth

Die „Zeit“ ist nicht ohne Grund eine andereZeitung, da man hier überwiegenden einen sachlichen und weitestgehend objektiven Schreibstil zu wichtigen und vielfältigen Themen pflegt. Leider gelingt das ja nicht immer, was grundsätzlich nicht tragisch ist.

Im Falle Ihrer Berichterstattung zum Thema BVB und Tuchel kann ich diese jedoch nicht einfach so stehen lassen. Hier berichten sie ganz eindeutig aus einer Sicht aus einer Informationsquelle. Thomas Tuchel ist Ihre Informationsquelle und damit verlieren beide Artikel  ihre Objektivität. Nur sollten Sie auch den Mut haben, diese Quelle beim Namen zu nennen, damit es ersichtlich ist, dass es sich hier sich bei den Berichten um keine objektive von beiden Seiten beleuchtete Sichtweise geht, sondern nur die Sicht von Thomas Tuchel darstellt. Sie erwecken den Eindruck, dass Thomas Tuchel das Opfer ist, die Mannschaft hinter ihm steht und Watzke, der „Böse“ ist. Der „Feingeist“ Tuchel ist kein „Feingeist“ sondern ein hochbegabter Mensch, dem wie viele Hochbegabte ein zu wenig an sozial-emotionalen Fähigkeiten gegenübersteht.

Was nicht schlimm ist, wenn man sich nicht einen Beruf aussucht, indem gerade diese Fähigkeiten wichtiger sind, da es ja gilt eine Team zu führen, leiten damit jeder einzelne sein bestes gibt. Für die Fachlichkeit, sprich Fußballwissen sollte man auch einiges mitbringen, es steht aber einem Trainer auch das geballte Fussballfachwissen eines Vereins und deren Führung zur Verfügung. Dafür muss ich aber auch hier die Fähigkeit mitbringen, diese Fachlichkeit anzuerkennen abzurufen und mit meinem Wissen zu verbinden und nicht mein Wissen als das allein richtige ansehen, sprich auch hier die Fähigkeit zu kommunizieren. Und genau das ist das Problem von Herrn Tuchel. Und wie vielen Hochbegabter fehlt ihm die Einsicht in die eigene Problematik und mit seinem ganzen „Feingeist“ stellt er sich nun gezielt in der Öffentlichkeit, dank Ihrer Unterstützung, als Opfer dar. Der beste fußballerische Ergebnisse lieferte, eben als Fußballerischer Feingeist, aber einem brutalen egozentrischen Watzke weichen muss.

Wenn man dem BVB und Herrn Watzke etwas vorhalten könnte, dann wäre es, das man vor Tuchel und seinem Problem im zwischenmenschlichen Umgang gewarnt wurde. Denke Sie an Mainz 05. Das man ihn trotzdem eingestellt hatte, ihm eine Chance gegeben hat, kann man auch auslegen, dass man ihm genau das geben wollte, eine Chance, eben in Anerkennung seiner enormen Fussballkenntnisse. Und wenn Sie recherchieren, werden Sie genau diese Aussage von Thomas Tuchel selber auch hören, bzw. lesen können. Das er in seiner Auszeit vom Fußball daran gearbeitet habe, das er Fehler im zwischenmenschlichen Bereich in seiner Mainzer Zeit gemacht habe, er habe gelernt. Er weiß nur noch nicht, dass er noch viel Arbeit vor sich hat.

Dem BVBV ist eher zu danken, dass sie ihrem Prinzip Treu bleiben, keiner steht über dem Verein, auch kein Trainer. Und das sportliche Erfolge nicht alleine zählen. Dafür haben wir doch Bayern München. – Ute Roos


Leserbrief zu „Euer Ernst?“ von Michel Abdollahi

ich bin ganz Ihrer Ansicht! Mit den Menschen, die nach der Herkunft der anderen fragen, kann man wenigstens kommunizieren. Eine unbedachte Frage kann natürlich verletzend sein, aber Vorurteile hinter der Schweigemauer sind ein unsichtbares Monster, wie kann man denn damit umgehen!? Auf jeden Fall möchte ich lieber angesprochen und nach der Herkunft gefragt werden, als man hinter mir über mich tuschelt aber mich nie anspricht, was auch eine Art der Ausgrenzung ist. – Ai Kretschmer-Nakashima


Leserbrief zu „Euer Ernst?“ von Michel Abdollahi

Arbeitsamt, Bremen-Vegesack. Meine Daten werden aufgenommen. Die Mitarbeiterin fragt ab:

„Haben Sie einen Migrationshintergrund?“ Ich antworte: „Kommt drauf an, wie Sie das definieren. Meine Mutter kommt aus Schlesien.“ Prompte Rückfrage: „Gehört das zu Deutschland?“

Meine Antwort „Zu Deutschland in den Grenzen von 1937 ja; heute gehört es zu Polen“ verwirrt die Mitarbeiterin noch mehr. Was soll sie nun in ihr Formular schreiben?

Zieht man die Dfinition für Migration des Statistischen Bundesamtes zu Rate (u.a. alle nach 1949 in das Gebiet des heutigen Deutschland Eingewanderte; geändert 2016), darf man davon ausgehen, dass hierzulande wesentlich mehr Menschen mit Migrationshintergrund leben als auf den ersten Blick offensichtlich. Also warum so verbissen auf „Wo kommen sie eigentlich her“ reagieren? Wenn ich kein Gespräch wünsche, kann ich den Fragesteller (oder Fragestellx?) doch freundlich darauf hinweisen. Wir Deutsche – ob mit oder ohne Migrationshintergrund – sind nunmal gelegentlich etwas direkt („Du siehst aber schlecht aus heute!“). Eine Bitte an „those eager to be offended“ (Simpsons-Erfinder Matt Groening): Nicht immer gleich übel nehmen, sondern mit etwas Humor vielleicht als einen mehr oder weniger geschickten Versuch sehen, ins Gespräch zu kommen. – Marlies Weidenfeller


Leserbrief zu „Lichtschalter für das Gehirn“ von Anne Gerdes und Josephina Maier

Sie beschreiben in Ihrer neuesten Ausgabe (N° 23) die Möglichkeiten der Optogenetik. Der Anlaß zu dieser Graphik war wohl eine Preisverleihung (Else Kröner Fresenius Preis) an Karl Deisseroth. Obwohl Deisseroth sehr wichtige Beiträge zur Optogenetik – insbesondere für ihre Anwendung in der Neurophysiologie – geleistet hat, finde ich es sehr schade, dass Sie die ursprünglichen Entdecker (Bamberg (MPI Frankfurt), Hegemann (HU Berlin), Nagel (Uni Würzburg), die auch die Methode patentiert haben) mit keinen Wort erwähnen. Dies empfinde ich als etwas unverständlich, zumal Sie auch Bildmaterial der Max Planck Gesellschaft (bit.ly2rQ9YqM) verwenden. Ich meine man sollte wesentliche Forschungsergebnisse, die aus Deutschland stammen, nicht unter den Tisch fallen lassen. – Prof. Dr. Martin Engelhard


Leserbrief zu Pro & Contra: „Sind Exportüberschüsse schlimm?“ von Marc Brost
Und Roman Pletter

Die nicht enden wollende Debatte über die angeblich  „unverschämten„ Exportüberschüsse der Bundesrepublik ist im Kern der Versuch, Deutschland und einige wenige andere Länder mit Überschüssen der Leistungsbilanz mit einem Art Wirtschaftskrieg zu überziehen. Es ist doch aber  doch keine Volkswirtschaft der Welt gezwungen, deutsche Waren und Dienstleistungen – insbesondere Investitionsgüter-  zu kaufen.^^

Für den Welthandel ist nun einmal das Freihandelsprinzip konstitutiv, das heißt, jede Volkswirtschaft muß sich dem internationalen Wettbewerb um preiswerte Qualität von Waren und Dienstleistungen aussetzen. Daraus resultiert dann eine internationale Arbeitsteilung. Die Kritiker der deutschen Leistungsbilanz-Überschüsse übersehen, daß es  kein Kollektivsubjekt Deutschland gibt, das beliebig an einer Groß-Stellschraube:  Handelsbilanz- und Kapitalbilanzüberschuß ,drehen kann. Leistungsbilanz-Überschüsse ergeben sich aus betriebswirtschaftlich kluger Unternehmensführung und werden nicht in den Wirtschafts- und Finanzministerien  in irgendeiner Weise vorprogrammiert. Außerdem sind Unternehmens spezifische Erträge rechtlich privat erwirtschaftete Erträge und können nicht unter den (statistischen) Oberbegriff von  aggregiertem Volksvermögen subsumiert werden. ^^

Wenn bestimmte Volkswirtschaften permanent mehr importieren,  als sie exportieren und sich immer höher verschulden, werden diese Volkswirtschaften früher oder später von den Kapital-und Finanzmärkten mit °Sanktionen° , also insbesondere  einem schlechteren Kreditrating,  überzogen.

Der Erfolg der deutschen Exportwirtschaft beruht zu einem wesentlichen Teil auf der mittelständischen Struktur der deutschen Unternehmenswelt in Verbindung mit einer fundierten Berufsausbildung, wie sie – außer in  Deutschland – auch die Schweiz und Österreich besitzen. Anderen  Volkswirtschaften  wird doch von Niemandem verwehrt , das CH- , A, – oder   D – Modell kompetenter Berufsausbildung bei sich einzuführen !!  ^^ Marc  B r o s t  hat vollkommen recht, wenn er sagt: „Exportüberschüsse kann man nicht essen“. Roman Pletter hat genau so Recht zu formulieren: „Überschüsse mit Investitionsprogrammen zu bekämpfen, führe zu sinnloser Verschuldung“. – Sigurd-Schmidt


Leserbrief zu „Schießen hilft nicht“ von Caterina Lobenstein

Dass Schießen nicht hilft, ist selbstverständlich. Ihre Lösung – Quote und freiwillige Aufnahme – ist aber keine: So dumm wie der Bürgermeister von Malmö sind die meisten Menschen in Europa nicht. Es ist wirklich irrwitzig anzunehmen, dass ungesteuerte Zuwanderung aus Gesellschaften mit aus unserer Sicht zu großen Teilen völlig indiskutablem Menschenbild (Scharia etc.) einen überwiegend positiven Beitrag zu unseren Gesellschaften leisten werden. Schauen Sie sich den Stand der Integration der Türken (die meisten hier geboren, gut deutsch sprechend, viele haben Arbeit) z.B. im Ruhrgebiet an: Sie wählen Erdogan und sehen sich völlig unabhängig vom Pass meist nicht als Deutsche. Da Fernsehen und Netz nicht mehr ortsgebunden sind, existieren wirkliche Parallelgesellschaften, die auch an unserem Diskurs nur wenig oder keinen Anteil nehmen. Diese können auch zu Gegengesellschaften werden. Mir hat noch niemand erklärt, warum dass nun mit Sudanesen besser klappen sollte als nbei den Türken. Es gibt in Europa auch keinen Fachkräftemangel, der ist allenfalls in wenigen Branchen in Deutschland spürbar und kann sicher besser durch Anwerbung von gut ausgebildeten Spaniern behoben werden, als durch Bootsflüchtlinge. Besser, man verlagert die Arbeitsplätze gleich dahin, wo die Arbeiter sind, denn die meisten Menschen würden gern in ihrer Heimat bleiben, falls sie dort ein gutes Auskommen finden kommen.

Wenn die aufnehmenden Länder also nicht von dem Zustrom aus Afrika profitieren, dann ist da noch das Argument der Mitmenschlichkeit.

Nun ist es aber so, dass man die Mittel angesichts des Ausmaßes der weltweiten Not effizient einsetzen sollte. Und wenn ich in der Zeit lese, dass 700 Millionen Kinder unter Gewalt und Mißständen leiden, dann muss mir doch klar werden, dass die Aufnahme vor allem junger Männer, die offenbar fit sind und Schlepper bezahlen können nicht das Mittel der Wahl ist. Wer es ernst meint mit der Hilfe, der muss auch den Verstand einsetzen, nicht nur auf sein Herz hören.

http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2017-05/save-the-children-kinder-armut-kinderarbeit

Dann das extreme Risiko der Reise nach Europa.

Denn schließlich gibt es einen Weg, dass Sterben im Mittelmeer und in der Sahara (dort sollen nach Schätzungen dreimal so viele Menschen umkommen, wie auf dem Meer) zu beenden: Es darf kein oder fast kein Flüchtling sein Ziel erreichen. Die Menschen in Seenot müssen gerettet werden, ganz klar, die anderen müssen aufgebracht werden, und alle müssen an einen Ort gebracht werden, an den sie nicht wollen. Das kann die Küste sein, an der sie abgelegt haben oder, falls das nicht vertretbar sein sollte, eine ausgewählte Insel, an der sie bis zu ihrer Rückkehr in die Heimat bleiben müssen.

Ministerpräsident Abbott hat bereits 2015 darauf hingewiesen, dass nur so das Sterben beendet werden kann. Recherchieren Sie doch mal, wie viele Tote es noch vor Australiens Küste gibt. Bei uns werden die Boote der Migranten in dem Maße schlechter, wie die Rettungsmission besser wird. Und die Zahl der Toten steigt in gleichem Maße. Man muss nicht einmal viele Menschen irgendwo unterbringen, in Australiens waren ein paar hundert. Der Zustrom reißt sofort ab, wenn der Weg nicht mehr offen ist, da ja die Migranten bestens vernetzt sind. Dass die Überwachung der Küste nicht möglich wäre ist ein gern genanntes, aber völlig unsinniges Argument. Was Australien schafft, kann Europa mit seiner vielfach größeren Bevölkerung leicht schaffen, es ist nur eine Frage des Wollens.

Wenn Sie also meine Vorschläge für moralisch verwerflich halten, dann bedenken Sie, dass die bisherige Praxis jeden Tag zu vielen Toten führt (in der Zeit oder im Deutschlandfunk war mal von etwa 50 am Tag die Rede in „Gott kann mich auch nach Lampedusa bringen“). Jeden Tag fünfzig Tote. Damit die Menschen in Europa sich zu den Guten zählen können, damit die afrikanischen Menschen in bester postkolonialer Manier alle Hoffnungen auf den Weg nach Europa setzen, damit Afrika keine eigenständige Entwicklung zustande bringt, damit Europa seine Hilfsbereitschaft im eigenen Land vergeudet, statt sich ernsthaft um Terms of Trade oder derlei zu kümmern, damit Männer in Europa sich endlich wieder als Beschützer fühlen dürfen…

Was für ein übler Zynismus.

Ansonsten hört man aus Malmö wirklich viel über die gelungene Integration. Schauen sie mal auf Youtube bei „Migrants“ „Malmö“ nach. Da bekommt man einen Eindruck. Wobei ich es sehr schwer finde, den Eindruck zu objektivieren, aber das schaffen ja vielleicht die investigativen Journalisten von Die Zeit. Aber vorsicht: Einge Reporter sind da schon recht ruppig behandelt worden. – Michael Frank


Leserbrief zu „Aus!“ von Cathrin Gilbert und Moritz Müller-Wirth

Drei Gedanken zu dem Bericht „Aus!“

Es ist schon erstaunlich, was man als BVB-Fan in den jüngsten Wochen erleiden muss. Der Bericht von Cathrin Gilbert und Moritz Müller-Wirth „Aus!“ war da schon ziemlich deutlich. Aber leider fehlen drei Gedanken, die unbedingt reingehört hätten, weil sie nur einen Schluss zulassen: Der erste entstand schon zu Saisonbeginn. Wie soll der Vizemeister, der gerade seine Stabilitätsachse verhökert hatte, in engen Spielen für Sicherheit und Ruhe sorgen? Etwa allein mit dem noch Teenager Julian Weigel? Kein erfahrener Xabi-Alonso-Typ wurde verpflichtet, wie bei den Bayern nach dem Schweinsteiger-Weggang. Ein Vabanque-Spiel der Vereinsführung, eine personelle Fehlentscheidung. Dass dies dennoch halbwegs und erst in der zweiten Saisonhälfte gelungen ist und junge Mann heute einer der hoffnungsvollsten Aufbauspieler ist, kann ausschließlich dem Trainer angerechnet werden.

Der zweite Gedanke betrifft ebenfalls den Saisonbeginn: Nachdem, was alles aus Mainz über diesen nachzertretenen Tuchel mit den von Richter Watzke aufgezählten Makeln bekannt war, wovor in den Medien gewarnt worden war, hätte niemand erwartet, dass es in der ersten Saison so gut läuft: Vizemeister und Eierkuchen. Denn die Vereinsführung wusste genau, wen man sich an Bord geholt hatte – und ist erst jetzt überrascht, dass alle damals Recht hatten. Wirklich gute Headhunter beim BVB!

Der dritte Gedanke am Tag vier nach Tuchel lautet: Und jetzt? Wenn die guten, alle noch gebundenen Trainer, die wie Bosz, Lambert, Nagelsmann oder Sousa gehandelt werden, keine Freigabe bekommen oder gar absagen? Wieder Vabanque? Wer soll das Trainingslager leiten, vor Real Madrid die CL-Gruppe, gegen Bayern den Pokal und in der Liga den CL-Platz gewinnen? Thomas Schaf oder Peter Neururer? Fußball ist ein knallhartes Geschäft, wie Herr Watzke betont,  in dem nur die Besten an der Spitze stehen sollten – und keine Zocker. – Peter Baranec


Leserbrief zu “ Die Zeiten, in denen wir uns auf andere völlig verlassen konnten, die sind ein Stück vorbei“ von Adam Soboczynski

Vielen Dank für einen erneuten hervorragenden Artikel Ihres Mitarbeiters, Adam Soboczynski!

Die Analyse der Fähigkeit der Kanzlerin, sich mehr als „druckreif“, fast prophetisch, in ihrer kurzen pragmatischen Äusserungen auszudrücken, ist hochinteressant. Seit dem „Wir schaffen das“ im Herbst 2015 habe ich persönlich gerade diesen Satz provozierend immer wieder positiv gebraucht und stelle nun fest, dass die Menschen diesen erst hämisch, dann allmählich scherzhaft und nun nach zwei Jahren ernsthaft zitieren.

Er ist also akzeptiert / verstanden worden – endlich! Die Deutschen können wirklich stolz und dankbar sein für das Durchhaltevermögen und den Mut ihrer Regierungschefin. – En marche – ! – Birgitta Sigfridson


Leserbrief zu „Ihr langer Weg nach Trudering“ von Bernd Ulrich

Entgegen des sonstigen Recherche-Niveaus von DER ZEIT, enthält der Artikel von Bernd Ulrich auf Seite 3 der neusten Ausgabe einen deutlichen Mangel. Die Behauptung, dass nach der Ankündigung des Kanzlers Schröder, sich nicht am Irakkrieg zu beteiligen, die SPD die Niedersächische Landtagswahl gewonnen hätte, ist schlichtweg falsch. Vielmehr hat die SPD mit Sigmar Gabriel als Ministerpräsident die Wahl krachend verloren. Die CDU mit ihrem damallgen Spitzenkandidat Christian Wulf hat über 48 % der Stimmen erhalten und die rot-grüne Koalition mit einem schwarz-gelben Regierungsbündnis abgelöst. – Dr. Reinhard Tschischkale


Leserbrief zu „Die Möglichkeit einer besseren Welt“ von Alard von Kittlitz

Hier mein Leserbrief zu der Kolumne vom obigen Schreiber:

Nach der Lektüre des Essais von Herrn Kittlitz hatte ich das Gefühl, eine linke, kommunistische Zeitung der DDR- Zeit zu lesen.

Es würde mich interessieren, ob für die andere extreme politische Seite, der AfD auch solch ein Neid-Pamphlet in Ihrer Zeitung auch nur eine Seite erhalten hätte.

Ich komme aus einem Arbeitermilieu, habe mich nicht aus Steuergeldern, sondern in Abendstudien meine berufliche Zukunft erkämpft und leiste es mir heute, nicht in  der Economyklasse zu fliegen.

Darüber hinaus sollte dieser neu 68 iger einmal darüber nachdenken, warum Fliegen immer billiger und die Sitzplätze dadurch immer enger werden.

Die Umwelt partizipiert ganz sicherlich von diesem Tourismus, der jedem erlaubt, fliegen zu dürfen.

Ich gönne jedem Menschen in ferne Länder zu fliegen; und, wenn man sich nur die preiswerten Plätze leisten kann, hat das sicherlich weitestgehend mit dem Geldbeutel zu tun, aber nicht damit, dass Menschen, die eventuell mehr leisten und sich deshalb mehr gönnen können, auch im Flugzeug gewisse Vorteile haben.

Der für mich als Aufsteiger in einer freien Gesellschaft schlimmste Artikel in dieser Zeitung.

Herr von Kittlitz hat sicherlich den „ normalen „ Aufstieg hinter sich, der fast ausschließlich von uns Steuerzahlern möglich war oder durch die Geldsegen des Mama/ Papa Segens.

Es ergibt keine bessere Welt, wenn Neid propagiert wird und Leistung negiert auf der Strecke bleibt.

Unser Staat und auch die anderen Staaten leben von den „ verrückten“ die trotz immer größerer Steuerklammer noch weiter selbstständig arbeiten und sich nicht im Dschungel der Bürokratie verstecken. – Jürgen Müller


Leserbrief zu „Aus!“ von Cathrin Gilbert und Moritz Müller-Wirth

« Aus ! » : Der Kampf um die Deutungshoheit einer Trainerentlassung

Die Entlassung von Thomas Tuchel beim BVB ist wohl noch nicht der letzte Akt des Dramas : Wie Ihr Artikel deutlich zeigt, beginnt das öffentliche Drama gerade erst, denn in der Berichterstattung herrscht ein reger Kampf um die Deutungshoheit. Für den unvoreingenommen Leser stellt sich die Frage, wem in dieser Informationsflut nun zu glauben ist. Stark vereinfacht lassen sich die Printmedien wohl so einordnen : WAZ, Ruhrnachrichten, Süddeutsche (Röckenhaus) und BILD scheinen die Watzke-Seite zu vertreten, ZEIT, Frankfurter Allgemeine und andere stellen die Ereignisse und die Entwicklung aus einer Tuchel-freundlichen Perspektive dar.

Auffällig, dass immer weitere gezielte Indiskretionen in den Berichten die gegensätzlichen Positionen untermauern sollen. Woher all diese Informationen wohl stammen ?  Im Falle Ihrer Berichterstattung ist die Quelle relativ einfach auszumachen : So wissen Frau Gilbert und Herr Müller-Wirth von einer Dankesmail eines Spielers an den Ex-Trainer zu berichten. Die Darstellungen der Ereignisse nach dem Attentat und des Konfliktes mit dem von Tuchel verbannten Chefscout Mislintat, dem « laut Tuchels Umfeld » von der Clubführung nahegelegt worden sei, den BVB zu verlassen (was falsch sein muss, schließlich verweigerte der Verein Mislintat im Sommer die Freigabe, um nach Düsseldorf zu wechseln), spiegelt deutlich wider, das hier keine objektive Berichterstattung erfolgt. Schließlich wird die offene Kritik der Spieler um Marcel Schmelzer gar nicht erwähnt. Stattdessen scheinen Frau Gilbert und Herr Müller-Wirth sich lieber auf ihren anscheinen sehr guten Draht zu Tuchels Berater Herrn Meinking zu verlassen.

Die ZEIT hat sich bereits vor einigen Wochen mit Frau Gilberts Eloge auf den Trainer positioniert und diese Haltung mit dem Artikel « Aus! » in der aktuellen Ausgabe deutlich untermauert. Doch wer sich im Umfeld des Vereins umhört, wird, bei aller berechtigter Kritik am Vorgehen von Herrn Watzke, ein etwas differenzierteres Bild des Trainers und Menschen Thomas Tuchel erhalten : Der Trainer, der « wie aus Porzellan gemacht scheint », hat dort durch sein schwieriges Verhalten selber sehr viel Porzellan zerbrochen. Und seinen eigenen hohen « Ansprüchen an Ehrlichkeit und Integrität » konnte Tuchel wohl selber leider seinen Mitarbeitern – Spielern und Vereinsangestellten –  gegenüber nicht gerecht werden.

Was anhand des Dramas zu lernen ist? Neben einem weiteren traurigen Einblick in die Mechanismen des Profifußballbusiness wirft der mediale Hype meiner Meinung nach vor allem die Frage nach der Glaubwürdigkeit und Objektivität der Sportberichterstattung auf. Es geht sicherlich nicht um „fake news“, doch die jeweilige Einseitigkeit der Darstellung aus beiden Perspektiven überrascht doch sehr. Ich wünschte mir eine deutlich größere Ausgewogenheit, die die Positionen der beiden Seiten widerspiegelt. Leider scheint aber das Leitmotiv der Berichterstattung „Wes Brot ich ess‘, des Lied ich sing“ zu lauten. So entsteht insgesamt der Eindruck, dass Sportjournalisten lediglich Auftragsschreiber der beiden Parteien sind und nicht im Interesse der Leserschaft, sondern der sie mit Informationen versorgenden Herren Watzke oder Meinking handeln.

Aus dieser Trennung werden beide Seiten, Clubführung und Ex-Trainer, beschädigt hervorgehen – mit jeder neuen Spitze werden Gegenreaktionen provoziert, die weitere mehr oder weniger schmutzige Details zu Tage liefern. Wollen wir das alles wissen ? Es wäre wohl allen am Besten damit gedient, wenn man das Verhältnis BVB-Thomas Tuchel als kommunikatives Missverständnis schnell zu den Akten legen würde. – Christian Neuhaus


Leserbrief zum Titelthema „Das wahre Erbe von 68“

Da bin ich doch ziemlich enttäuscht, dass so gar nichts über die von uns 68igern veränderten Erziehungsmethoden und Wohnen in Gemeinschaft bei Ihnen vorkommt. Heute ist es normal, dass Kinder nackt rumlaufen dürfen und auch Jungens mit Puppen im Kindergarten spielen können, was meinem Sohn verboten wurde und man ihn auch schlug. Das war mein Anlass zur Kinderladengründung. Und die Möglichkeit eine große Wohnung zu mieten und z.B. als Student mit mehreren darin zu leben,Haushalt etc zu teilen, kommt auch von uns!!!

Auch die Abschaffung des Abtreibungsverbots….. – Marianne Janitzki


Leserbrief zu „Aus!“ von Cathrin Gilbert und Moritz Müller-Wirth

Der Artikel über Herrn Tuchel und den BVB ist schon interessant . Die Beleuchtung. . .  Hat sich Herr Watzke wirklich so benommen ? Ich habe ihn als offenen Menschen kennen gelernt und nicht so. Kann es kaum fassen.  Wem kann man überhaupt noch etwas glauben ?  Ich finde das so verfahren , dass es keinen Sinn macht sich dort noch einzumischen. Ich glaube sie hätten sich eventuell den Artikel sparen können. Schade , dass es so ausging .  Sowieso. Aber in gewisser Weise treten sie auch nach, was sie bei Watzke bemängeln.  Sie erledigen dasselbe nur mit anderen Worten. Insofern war ihre Geschichte sehr persönlich. – Eva Maria Horstick


Leserbrief zu „Spiel mit dem Feuer“ von Claas Tatje

Ich möchte mich über Ihren Artikel „Spiel mit dem Feuer“ äußern.

Nach dem ich sorgfältig den Artikel gelesen habe sind mir einige Fragen durch den Kopf gegangen. Es sind ziemlich schwere Vorwürfe gegen einzelne Personen, gegen ein Unternehmen und gegen die Gewerkschaft. Ich sage bewusst Vorwürfe weil in der gesamten Artikel nur von „Insiderinformationen“ „ehemalige Mitarbeiter“ und „anonyme Anzeige“ die Rede ist! Von konkreten Angaben und objektiver Berichterstattung leide keine Spur. Das ist ja fast „Die Bild“ Niveau oder „Hürriyet“!

* Der Betriebsrat kämpft gegen BR-Mandate abzumildern.

* Benannt Sachverständige

* Der BR ist stark, Belegschaft steht hinter dem BR

Ist das die Anschuldigung gegenüber der Salzgitter AG Betriebsräte und der IGM? Leute wie albern ist das denn.

Jetzt meine Gegenfrage:

Was steckt hinter dieser einseitigen, niveaulosen und parteischen Berichterstattung? Habt ihr ein Problem mit der Gewerkschaft? Habt ihr ein Problem das der Betriebsratsvorsitzender mit fast 92% gewählt wurde und die Belegschaft hinter ihm steht? Habt ihr ein Problem damit das die Gleichstellung aller Mitarbeiter sowie Chancengleichheit und respektvolles Miteinander in der Salzgitter AG voll ausgelebt werden?

Habt ihr euch gefragt warum sich so viele Mitarbeiter mit ihrem Unternehmen Salzgitter AG identifizieren? Könnte es vielleicht an der Unternehmenskultur liegen die der Betriebsrat sowie die Geschäftsführung jahrelang ausgearbeitet haben?

Oder ist eure Sorge eher die berühmte PR-Methode um mit phantasievollen Beiträgen gegen den Auflagenschwund zu kämpfen? Ganz ehrlich da gibt es bessere Methoden. Versucht mal mit Seite 1 Girls usw. das lockt mehr Leser an als die phantasievollen Stahlstories.

Wir stehen hinter IGM, wir stehen hinter unserem Unternehmen, wir stehen hinter unserem Betriebsrat. Danke das Sie uns die Möglichkeit gegeben haben dies nochmal zu bekräftigen. – Hayati Yapmis


Leserbrief zu „Spiel mit dem Feuer“ von Claas Tatje

Als Mitarbeiter der Salzgitter AG möchte ich sie daran erinnern, dass auch zu ihrem Job gehört, sich nicht nur einseitig zu informieren, sondern die Informationen aus verschiedenen Quellen zu besorgen. Ich frage mich, wen dient diese Einseitige Berichterstattung? Wer Profitiert davon? Wir, die Belegschaft der Salzgitter AG, wissen ganz genau was in unserem Unternehmen los ist. Ich würde mich freuen, wenn sie mich zu den Vorwürfen, den sie unseren Betriebsräten gegenüber machen, auch mal Interviewen würden. – Anonymer Leser


Leserbrief zu „Schießen hilft nicht“ von Caterina Lobenstein

Das Flüchtlingsdrama zeigt nicht mehr und nicht weniger als dass bislang alle Versuche, es unter Kontrolle zu bringen, kläglich gescheitert sind. Vor wenigen Jahren spielten sich die Dramen in den afrikanischen Ländern selbst ab, ohne dass das hier jemand bemerkte, aber mit der auch mit EU-Mitteln durchgeführten Zerschlagung der staatlichen Strukturen an den EU-Grenzen schwappt das Ganze nun nicht mehr ignorierbar vor unsere Haustür. Was anscheinend immer noch viele Leute nicht kapieren:  die Herkunftsländer können liefern ohne Ende: nehmen wir 1.000, kommen 10.000, nehmen wir 100.000, kommen Millionen, nehmen wir eine Million, kommen eben 50 oder 100 Millionen.

Eine Aufnahme und Verteilung kann nicht die Lösung sein, es sei denn, Zustände wie dort sind auch hier das Ziel. Und wir sind auf dem Weg dorthin, deutlich zu sehen, falls die Aufnahmebefürworter es mal über sich bringen können, auch ins eigene Land zu schauen: Baustellen, die über Jahre gestreckt werden, weil die Mittel fehlen, verbunden mit noch höheren Kosten und noch mehr Umweltdreck, Straßen, auf denen man den SUV braucht, um aus den Schlaglöchern wieder heraus zu kommen, no-go-areas in Großstädten, Verfall von Schulen und Bildung, bis zu 30% Jugendarbeitslosigkeit in EU-Ländern auch ohne Flüchtlinge usw.

Dass die Blinden nicht aussterben und trotzdem weitere Aufnahme propagieren, darüber braucht man sich keine Illusionen zu machen. Schlimm ist allerdings, wenn solche Leute auch noch Gelegenheit bekommen, ihre Meinung auf der Titelseite zu vertreten. – Prof. Dr. Gilbert Brands


Leserbrief zu „Euer Ernst?“ von Michel Abdollahi

Es mangelt in diesem Land sicher nicht an (alte)Frauendiskriminierern, aber wir wollen die richtigen bekaempfen: ersetzen Sie doch „Tante Erna aus Freital mit „Onkel Ernst“aus Freital. Rassismus wird in der Regel vom ignoranten“Onkel Ernst“ an seine( ignorante)“Tante Erna herangetragen. Mit Diskriminierung und Unterdrückung kennt er sich meist viel besser aus, als sie. – Tante Erna


Leserbrief zu „Schleier trage ich nie“ von Evelyn Finger

Evelyn Finger und die ZEIT scheinen nun auch im Bereich des Postfaktischen angekommen. Anders ist nicht erklärbar, dass die Interviewerin der gescheiterten Ministerin Schavan in Bezug auf die Aberkennung deren Doktorgrads fabuliert, es habe sich hierbei um eine ‚höchst zweifelhafte‘ Angelegenheit gehandelt. So werden rechtlich völlig korrekte und von Verwaltungsrichtern bestätigte Verfahren und ihre Ergebnisse relativiert und heruntergespielt. Faktisch angemessen hätte die Interviewerin maximal von einer ‚von vielen kritisierten‘ Entscheidung der Hochschule und des Gerichts sprechen dürfen. – Stefan Siebers


Leserbrief zu „Dem Gottesgnadentum ein Denkmal setzen“ von Hanno Rauterberg

Genau beobachtet, das „geschichtspolitische Dilemma“ mit der peinlichen „Sinnentleerung“! Besonders hohl ist die Phrase des „geistigen Drückebergers“ Johannes Wien vom „Glanzpunkt“, der der Stadt „zurückgegeben“ werden solle. Welch ein Irrtum: Berlin hat andere Glanzpunkte genug! Gerade das Gottesgnadentum des Demokratenhassers Friedrich Wilhelm IV. ist eben kein Glanzpunkt aus der Paulskirchen-Zeit und muss wirklich nicht kommentarlos aus der Mottenkiste der Hohenzollern gezerrt werden.

Aus ästhetischer Sicht ist Stülers Umsetzung von Friedrich Wilhelms verspäteter Sehnsucht nach barocker Kuppelpracht allenfalls mittelmäßig: Kein Vergleich mit Rom, Paris oder London! Warum also den mediokren Nachkömmling nachbauen? Mehr Mut für Gegenwart und Zukunft! Eine moderne Kuppel würde dem modernen Zweck des Gebäudes besser entsprechen!

Ihrem glänzend geschriebenen Artikel fehlt nur eine Winzigkeit: Das Fragezeichen in der Überschrift!

Wie immer voller Anerkennung für Ihren scharfen Blick und die so konsequenten wie eleganten Schlussfolgerungen! – Dr. Dietrich W. Schmidt


Vielen vielen Dank für Ihren Beitrag. Er gefällt mir sehr gut. Ich habe zwar Verständnis dafür, dass die Fragerei auf den Nerv gehen kann und ich bin auch der Meinung, wenn jemand akzentfrei deutsch spricht, nehme ich einfach mal an, dass der/diejenige deutsch ist, wie ich auch schon letzte Woche geschrieben habe.

Aber es ist auch vollkommen richtig, dass nervige Fragerei niemals mit Rassismus gleichzusetzen sind. Ich lebe in Franken und ich genoß meinen zweijährigen Aufenthalt in Hamburg sehr. Niemand kommentierte mehr meine Person. Das machen ältere Süddeutsche einfach gern und recht oft nervt es. Es ist aber nie böse gemeint, manchmal wie gesagt nervig, aber ab und zu einfach auch nett. Man kommt in Kontakt.

Ich denke auch, man sollte alles eher positiv angehen und nicht überall die Radikalismuskeule schwingen. Die Menschen sind einfach verschieden und haben unterschiedliche Wege der Kommunkation. Wichtig ist aber nur, ob die Absicht böse ist oder nicht. Machen Sie weiter so. – Dr. Nadine Jäger


Leserbrief zu Pro & Contra: „Sind Exportüberschüsse schlimm?“ von Marc Brost
Und Roman Pletter

Bitte geben Sie Herrn Pletter mal die Gelegenheit, diesen komplexen Zusammenhang in einem ausführlichen Dossier darzustellen und dabei auch die „Irrtümer“ von Herrn Brost zu korrigieren. Ich habe den Eindruck, daß Herr Brost zu seiner Darstellung „gezwungen“ wurde, um Pro und Contra zu realisieren, wie das vor einigen Wochen vermutlich auch schon Herrn Schieritz abverlangt wurde. Das Thema ist so wichtig, daß Aufklärung Not tut – vor allem auch für Politiker.

Vor allem sollte man das Allheilmittelversprechen „INVESTIONEN“ jeweils entzaubern bzw. konkretisieren durch Angaben wofür, wo, mit welcher Rendite, welchem Beschäftigungseffekt etc.

Die von der EU z. B.finanzierten Autobahnen in Portugal sind schön und in gutem Zustand, weil leer, aber sinnvoll? – Heinz-Dieter Busch


Leserbrief zu „Ihr langer Weg nach Trudering“ von Bernd Ulrich

Gab es zu sowjetischen Zeiten die Kreml-Interpreten, hat Bernd Ulrich nun die neue Wissenschaft von der Merkelogie entwickelt, die sich bis in die Verästelungen Merkelschen Denkens und Fühlens hineinarbeitet. Das Objekt der Begierde wird es amüsieren. – Tilli Isemann


Leserbrief zu „Aus!“ von Cathrin Gilbert und Moritz Müller-Wirth

Bis zu dieser Stelle erschien mit der Artikel ja noch ganz passabel.

Aber dann: Thomas Tuchel habe dem Verein seine Würde wiedergegeben – nach dem verkorksten Abschied von Klopp. Eine wahnwitzige Aussage. Da müssen die Verfasser eine sonderbare Auffassung von Würde haben. Und wieso verkorkst? Klopp hatte mit dem BVB die EL-Qualifikation erreicht, da wäre der zwischenzeitlich 18. Platz überhaupt nicht erwähnenswert gewesen. Und dann: Tuchel ein Ausbund an Ehrlichkeit und Integrität? Da frage man mal in Mainz nach. Sein Abschied dort war mehr als verkorkst. Für die meisten unbegreiflich.Er brauchte eine Auszeit? Die hat er nun. Und dazu noch gut honoriert.

Aber auch dies noch. Der angeblich herausragende Punkteschnitt von 2,1. Hätten Klopp oder auch Hitzfeld die Mannschaft auf einem derartigen Level übernehmen können wie Tuchel, sähe der Vergleich vermutlich anders aus. Und es gibt noch eine Menge Minuspunkte auf dem Konto des „Porzellantrainers“. Vor allem in der Mannschaftsführung.

Die Klagen von Spielern, so des besonnenen Mannschafts-Kapitäns Marcel Schmelzer, sind deutliche Belege. Dass sie jemals über verlorene Würde gejammert hätten, davon wurde nichts bekannt. – Willi Kröger


Leserbrief zu „Das Monster lebt“ von Heinrich Wefing

Ich weiß nun wirklich nicht, wieso so ein Aufstand gemacht wird. Wer sich öffentlich schriftlich unmoderiert äußert, in einem Flugblatt oder auf seiner eigenen Webseite, hat nach geltendem Recht seine Identität offen zu legen. Wer dabei laut „Heil Hitler“ oder Ähnliches schreit, macht sich strafbar, und die Wenigsten werden ein zweites Mal in die Pöbelkiste greifen, wenn der Arm des Gesetzes sie erreicht hat. Wieso sollte dies bei sozialen Netzwerken nicht auch gelten?

Jeder kann sich dort unmoderiert äußern und sollte damit den geltenden Regeln unterliegen, das auch mit offenem Visier machen zu müssen. Mit anderen Worten: keine Anonymität auf solchen Plattformen. Wenn jeder mit seinem Namen und seiner Anschrift auftreten muss, dürfte sich der Spuk relativ schnell erledigen. Die Lösungen, die offiziell angestrebt werden, stinken dagegen geradezu nach Zensur, was besonders auf den Begriff „fake news“ zutrifft. Es ist abzusehen, dass alles, was der Regierung nicht passt, demnächst als Fake bezeichnet wird und die sozialen Netzwerke per Bußgeldbescheid gezwungen werden, eine Zensur auszuüben. – Prof. Dr. Gilbert Brands


Leserbrief zu „Nur ein Traum?“ von Josef Joffe

Das habe ich wirklich nicht für möglich gehalten! Ein Leitartikel der “ Zeit“ erklärt Saudi-Arabien zum Stabilitätsfaktor im Mittleren Osten ! Saudi-Arabien, der Finanzier und ideologische Brandstifter des weltweiten sunnitischen Terrorismus ! Unglaublich ! Schämen Sie sich, Herr Joffe !!! – Friedhelm Horn


Leserbrief zum Titelthema „Das wahre Erbe von 68“

Der Tod des Benno Ohnesorg taugt gewiss nicht zum Martyrium, dies sehen die meisten 68er-Zeitzeugen bekanntlich ebenso, aber seine vielschichtigen Folgen und Erkenntnisse haben ganz sicher beträchtlich zu dem demokratischen Rechtsstaat geführt, den wir heute in Deutschland als beständig und verlässlich erachten (dürfen).Ira Bartsch


Leserbrief zu „Doch  nur halbstark“ von Thomas E . Schmidt

Es hat wohl seinen Grund, warum es für Wirtschaft und Politik in der Zeitung jeweils andere Ressorts gibt als das Feuilleton. Ich würde mir wünschen, dass der Autor seiner Kritik  in den einzelnen Punkten die jeweils gedachten Lösungsansätze gegenüber stellen würde. Wie hätte man z.B. das Dublin-Abkommen angesichts der Neuankunft von täglich 15.000 Menschen und angesichts so unfähiger Gesprächspartner wie Victor Orban durchsetzen können?

Das deutsche Modell erzeugt in Europa Unwuchten. Wo ist der Beleg für diese Behauptung? Es wäre interessant, diesem Artikel einen Faktencheck gegenüberzustellen. – Karlheinz Martin


Leserbrief zu „Ein bisschen aus der Spur“ von Marc Brost Und Peter Dausend

Was soll arme Lokomotive,die nicht geplant im Bahnhof ,sondern auf der Strasse davor ihre Fahrt stoppte,dem Leser sagen?Schon eine fiese Satire,gar nicht ZEIT-gemäss.Eher „Charlie Hebdo“ oder „Titanic“ Stil. Ob er will oder nicht, der Leser des daneben stehenden Artikels,kann das nur als Metapher für den entgleisten Kanzlerkandidaten Martin Schulz sehen Und als ob das noch nicht reicht,den Schulz fertig zu machen,auf einer der folgenden Seiten,unter „Meinung/Heute“ ist ein Foto von Schulz ,das unattraktiver nicht sein kann.Mit so einem Bild braucht Schulz nicht zu entgleisen,damit ist er erledigt.Aber nie Kanzler. – Hans-Emil Schuster   


 Leserbrief zu „Spiel mit dem Feuer“ von Claas Tatje

Herr Köcklü hat bis heute noch so gut wie keinen einzigen Antrag beim Betriebsrat eingereicht, über den abgestimmt werden sollte. Er betreibt Verleumdung und wurde daher zu recht gekündigt. Demokratie ist richtig und gut. Hat aber auch Grenzen. Ich will Herrn Köcklü bei uns nie wieder sehen. Hat nur Unruhe  ins Unternehmen gebracht. – Martin Schubert


Leserbrief zum Titelthema „Das wahre Erbe von 68“

Gut und notwendig waren die 68er fuer die totale Aufruettelung der Spiesser-Mief-Gesellschaft. Auch waren die damaligen Protest-Demos gegen den Vietnamkrieg und andere Missstaende ansolut berechtigt. Aber es gab auch negatives und “ krankes “ Denken damals. Die “ sogenannte sexuelle Revolution “ fand nie statt.

Die verheerende Entwicklung gegen Ehe und Familie hat unsere Gesellschaft bis heute immens geschwaecht. Und das dramatische Zurueckgehen der christlichen Werte in unserem Land nahm damals seinen Anfang.

Abschliessend : Im unserem heutigen Zustand kann unser Land gegen Angriffe von extremen Islamisten nicht bestehen und wird scheitern. – Erwin Chudaska  Dipl.Ing.


Leserbrief zu “ Die Zeiten, in denen wir uns auf andere völlig verlassen konnten, die sind ein Stück vorbei“ von Adam Soboczynski

Selten habe ich mit so viel Vergnügen Ihren wunderbaren, so schön geschriebenen Artikel über Rhetorik gelesen. Ich habe ihn gleich allen Familienmitgliedern vorgelesen, so begeistert war ich. – Birgit Maass


Leserbrief zu „Zuchtmeister oder Zahlmeister?“ von Mark Schieritz

Wenn schon „insgeheim“ beabsichtigt ist, weitere Haushaltsrechte mit „Umverteilungskomponente“ auf europäische Institutionen zu übertragen, sollte zumindest noch vor den Bundestagswahlen im September der Wähler erfahren, wie die Parteien zu den einzelnen Vorschlägen stehen. – Hans Hardenberg


Leserbrief zum Titelthema „Das wahre Erbe von 68“

Es ist offenkundig sehr schwierig, eine so heterogene Angelegenheit, wie die Studentenbewegung und ihre Spuren mit Geschichten über ein paar repräsentative Männer (natürlich nur Männer) zusammenzufassen.

Was sonst noch fehlt: die ZEIT war eine der ersten, wenn nicht sogar die erste Zeitung, die sich damals auf die Seite derer gestellt hat, die am 2. Juni von der Polizei zusammengeschlagen worden waren . Dieter E. Zimmer, soweit ich mich erinnere. – Dr. Hazel Rosenstrauch


Leserbrief zu „Das Gezerre um gute Schüler“ von Christoph Farkas

Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer.Seit 40 Jahren in Betrieb, und ein angeblich so erfolgreiches Konzept, ist nicht längst von anderen Gesamtschulen übernommen worden, flächendeckend in der Republik. Irgendwas muss faul sein an der Sache.Wahrscheinlch die Ideologie-Überlastung,die unter anderen den Glaubenssatz kultiviert, starke Schüler ziehen die Schwächeren mit.Wer es glaubt ,wird selig.Schon sehr peinlich, die Lobhudelei des Artikelautors,der glaubt festzustellen zu müssen,dem Leiter der  IGS,Herrn Vogelsaenger, wird von den Schülern zugewunken,wie einem König.Könnte sogar stimmen, wenn man so gehorsame und friedliche Untertanen hat. – Hans-Emil Schuster


Leserbrief zu „Das Gezerre um gute Schüler“ von Christoph Farkas

Anstatt zu jammern, sollten die Schulleitungen der Göttinger Gymnasien sich fragen, warum viele der besten Schüler nicht ihre Schule wählen. Anstatt Schulen schlecht zu reden, die Gestaltungsspielräume erfolgreich nutzen, sollte man die eigene Schule so attraktiv gestalten und weiterentwickeln, dass die SchülerInnen von selber kommen. Dann ist kein neidisches Schimpfen auf andere Schulen notwendig, die offenbar einfach einen besseren Job machen. – Anonymer Leser


Leserbrief zum Titelthema „Das wahre Erbe von 68“

Und heute?

Als 1967/68 dabei Gewesener und ZEIT-Leser seit 1962 muss ich schon die Frage stellen dürfen, was der zitierte Herr Meuthen zu damaliger Zeit eigentlich machte. Vom Alter her muss er frisch von den Windeln weg gewesen sein. Und so jemand stellt sich heute hin und glaubt, über die „moralisch verrottete linksrotgrün versiffte Gesellschaft“ sprechen zu dürfen. Er hat natürlich bereits genügend Anhänger und wäre der ehemals bekennende Merkel-Fan Missfelder noch an Bord, auch genügend Verehrer in CDU/CSU-Kreisen, im Berliner Kreis. Der sich bereits heftig zu Wort meldet.

Dem quotenmachenden ZEIT-Artikel fehlt ein Hinweis. Damalige Bewunderer des Muffs unter den Talaren kamen auch aus Kreisen, die sich überaus intensiv mit der seinerzeit aktuellen  Politik beschäftigten; sowohl der deutschen als auch der internationalen. Etwa völlig vergessen, wie DM-Aufwertungsfragen auf den Straßen diskutiert wurden, wie freudig die Ideen der dringend erforderlichen Notstandsgesetze aufgegriffen wurden, gleich gemeinsam mit den Leuten, die dagegen Prügel beziehend auf die Straße gingen? Aber vielleicht kommt mit der ZEIT in der ZEIT noch eine Fortsetzungsgeschichte, die dann den anderen Unterschied zu heutiger Zeit beschreibt. Einer Zeit, in der es Hassprediger wie Meuthen einfach haben, scharenweise Anhänger zu finden, die ebenfalls noch  67/68 in die Windeln schissen, aber heute genau wissen, wie die Welt tickt. So allmählich kommen die Trumpeltiere aus ihren Löchern und der deutsche Michel hat nicht begriffen und soll wohl auch nicht begreifen, was die jüngst erfolgte Grundgesetzänderung mit Leitkultur-Vorgabe als Beifang bedeutet. 67/68 wären die Straßen bei dem, was heute im Bundestag passiert, brechend voll gewesen, ebenso die Hörsäle. Auch die Polizei könnte mal wieder am politischen Objekt üben. Heute hingegen sind nur noch Fußballstadien und Autobahnen voll.

Freuen wir uns auf den Fortsetzungsroman in der altehrwürdigen ZEIT, die früher sich auch schon mal als Vierte Gewalt übte. Heute wohl aus Quotengründen weniger bis gar nicht. – Hubertus Fulczyk


Leserbrief zu „Im Labyrinth des Wahnsinns“ von Kerstin Kohlenberg

Die Grafik zum Artikel scheint von M.C.Escher gemacht worden zu sein.Oder wahrscheilicher, von einem Künstler , der sich von Escher inspirieren liess. Aber gut getroffen. Das Weisse Haus eschermässig verfremdet, aber Donald twittert unverdrossen weiter. – Hans-Emil Schuster


Leserbrief zu “ Die Zeiten, in denen wir uns auf andere völlig verlassen konnten, die sind ein Stück vorbei“ von Adam Soboczynski und „Doch  nur halbstark“ von Thomas E . Schmidt

Die beiden Artikel, die nebeneinander bzw. hintereinander stehen, betrachten auf unterschiedliche, wenn nicht gegensätzliche  Weise, das sprachliche und politische Phänomen Angela Merkel. So kommen so erstaunliche Sätze von ihr zutage wie : „Überall stossen wir auf ein Denken, das kein Morgen kennt“ oder noch erstaunlicher : „Wenn man Verschiedenes denken will, braucht man vor dem Reden eine Phase des Schweigens“. Das sind Sätze, die politische Macher-Denker irritieren, und doch sind sie von einer Wirklichkeitserfahrung, die man selten im Bereich der Politik findet.

Angela Merkel hat die besondere Fähigkeit, dem „Geschehen“ mit grosser Aufmerksamkeit und, entgegen allen Behauptungen, mit Entschlossenheit recht-zeitig zu folgen und zu entscheiden. Andererseits zeigt die Beschäftigung mit dem gewollten oder meist ungewollten Hegemonialen der deutschen Poltik die Ratlosigkeit solcher Überlegungen. Margreth Thatcher irrte sich ebenso wie viele sog.

Realpolitiker : wir können machen, was wir wollen, wir liegen nun mal genau in der Mitte Europas und sind damit Dreh-und Angelpunkt in der weiteren Entwicklung Europas – und wir haben Einiges aus unserer „hegemonialen“ Vergangenheit gelernt. Angela Merkel ist sich dessen in hohem Masse bewusst und handelt dem entsprechend vorsichtig. Aus ihrem Verhalten spricht allerdings auch eine gewisse Skepsis gegenüber dem Verhalten einiger ihrer europäischen Kollegen, was sie zum Festhalten an bestimmten Regeln veranlasst, sie aber nicht daran hindert, dies gegebenenfalls zu ändern. Wir werden`s sehen. – Dr. Klaus Tiedje


Leserbrief zu „Hätte, hätte, hätte“ von Caterina Lobenstein

Ein traurig-wahrer Bericht aus deutsch-bürokratisch-unfähigem Flüchtlings-Absurdistan! – Geelke Braun


Leserbrief zu „Aus!“ von Cathrin Gilbert und Moritz Müller-Wirth

Das in der Causa Tuchel maximal unprofessionelle Agieren des Topmanagers Watzke schreit im Grunde nach mehr als einer Abmahnung für ihn.

Die Entscheidung „zum Wohle des BVB“ – letztlich mehr der Befriedigung seiner persönlichen Eitelkeit dienend – kostet seinen Arbeitgeber neben dem Verlust eines sehr erfolgreichen Trainers en passant mehrere Millionen Euro !  „Echte Liebe“ in Dortmund ? Nicht mehr als ein billiger Marketinggag. – Stephan Schulz


Leserbrief zu „Europa vor!“ von Josef Joffe

Trump, der Irrläufer der amerikanischen Geschichte, bewegt sich beängstigend konsequent auf einem roten Faden. Auch die Positionierungen auf  seiner ersten Auslandsreise und seine Entscheidung zum Ausstieg aus dem Klimaschutzabkommen zeigen dies einmal mehr. Er agiert weiter im Rahmen des Welt- und Selbstbildes, das er in seiner Rede vor dem Congress am 1. März 2017 offenbart hat:

„Each American generation passes the torch of truth, liberty and justice — in an unbroken chain all the way down to the present. That torch is now in our hands“

„And we will use it to light up the world“

„We will respect historic institutions, but we will also respect the sovereign rights of nations. Free nations are the best vehicle for expressing the will of the people — and America respects the right of all nations to chart their own path. My job is not to represent the world. My job is to represent the United States of America“

Kurz gesagt:

  • Trump und sein Clan sind im Besitz von Wahrheit, Freiheit und Recht (Allmächtigkeitsanspruch).
  • Trump wird die Welt (also auch die USA) mit seiner Wahrheit, seiner Freiheit und seinem Recht erhellen (Universalitätsanspruch).
  • Trump repräsentiert die USA. Institutionen und Verträgen sind historisch und nicht zwingend bindend. Jede Nation kann im Grunde voraussetzungslos seinen eigenen Weg gehen. (Verantwortungslosigkeit als Prinzip).

Dieses vormoderne Welt- und Selbstbild ist in der modernen Welt unerfüllbar bzw. spielt  im Versuch der Erfüllung mit dem Untergang. Alle sehen und erleben, wie er mit seinen ungeheuerlichen Anmaßungen zu einem Comic-Superhelden mit  schurkenhaften Zügen gerät. Man sieht förmlich die zu seiner Gestik und Mimik passenden Sprechblasen, mit denen er versucht, sich in einer vermeintlich bösen Welt als Held zu inszenieren. Lächerlich und gefährlich zugleich. Er will nur spielen: das ist der harmlose Aspekt seiner Präsidentschaft. Aber indem er spielt, drängt er als Repräsentant der mächtigen Vereinigten Staaten dem Rest der Welt die Spielregeln auf. Dies macht er übrigens sehr berechnend, denn durch das Diktat der Spielregeln wird es zu seinem Spiel, an dessen Ende für ihn ein guter Deal herauskommen soll.

Wenn denn alles ein Spiel ist, wie geht es dann weiter?

Vielleicht hat Trump ja schon mal den Film „Spiel mir das Lied vom Tod“ gesehen. Trump und sein Clan werden sich immer wieder unerwartet mit erratischen Typen konfrontiert sehen, die in den Weiten der USA am Horizont auftauchen und gnadenlos die verborgenen Leichen aus den Kellern ziehen. Eine schneidend einprägsame Mundharmonika liefert die immer wieder gleiche Erkennungsmelodie, wenn das Recht sein Recht verlangt. Es lebe die Unabhängigkeit in diesem großartigen freien Land!

Vielleicht hat Trump ja auch schon mal davon gehört, dass Revolutionen gerne  ihre Kinder fressen. Das kommt auch bei Berufsrevolutionären vor, die eine vormoderne Bewegung anführen. Zwangsläufig, aufgrund ihrer Anmaßungen, scheitern derartige Bewegungen an der Realität. Spätestens wenn der großartige Führer sein Überleben in Gefahr sieht, wird er Opfer bringen. Alle Huldigungen der treu und berechnend Ergebenen erweisen sich dann als nicht tragfähiger Deals, nur noch die Kenntnis der gemeinsamen Leichen im Keller kann retten. Ein Stresstest für den Clan im Weißen Haus. Es lebe das Happy End, diese großartige Erfindung aus Hollywood.

Vielleicht weiß Trump, dass das Leben im verwinkelten Haus Europa viel Stoff für Selbstinszenierungen von Möchtegernmächtigen bietet, die man nicht allzu ernst nehmen muss. Europa vor? Kevin – allein zu Haus! Das Leben in Europa geht weiter, ein Stück weit, mit kleineren und größeren Illusionen, Verwicklungen, Hintertüren und Kellern, in denen eine Geschichte mit unzähligen Leichen begraben ist. Die katalytische Negativität von Trump reicht als paradoxer Mechanismus nicht aus, um Europa oder gar die Welt zu einen. Am Ende belügen sich die spielend überforderten Kinder in Europa einmal mehr selbst, wenn sie vorgeben, vor Souveränität kaum gehen zu können, der USA aber bei erster Gelegenheit sofort wieder den Regiesessel freimachen. Es lebe auf, die Vernunft und die Verantwortung in den großartigen Vereinigten Staaten von Amerika. – Reinhard Koine


Leserbrief zu „Aus!“ von Cathrin Gilbert und Moritz Müller-Wirth

Danke für den Artikel zum Aus von Trainer Tomas Tuchel beim BVB. Sie haben für mich gegenüber der in allen Medien ständig präsenten Sichtweise von Vereinsboss Watzke und Co. durch eine  andere detaillierte Darstellung das Drama in Dortmund etwas erhellt und verständlicher gemacht.

Vielleicht passte der  intellektuelle Fußballphilosoph T.T. , der schönen modernen Fußball spielen lassen will und seine Spieler exzellent dazu ausbildet, der ehrgeizige, kantige Trainer, der Widerspruch wagt und gekonnt Klartext redet, wenn nötig – vielleicht passte er wirklich nicht  gut in das System des konservativen alles beherrschenden und keinen Widerspruch duldenden  Patriarchen Watzke und Co . Dann kann man sich trennen. Was in hohem Maß irritiert ,ist die Art und Weise, wie beim BVB mit dem Menschen Tuchel umgegangen wird. Mangelnde Sozialkompetenz und menschliche Defizite werden einem Trainer vorgeworfen, dem z.B. daran liegt, dass seine Spieler jedem Mitarbeiter im Verein mit Respekt begegnen, der Spieler nicht nur nach Talent, sondern auch nach Charakter und Persönlichkeit verpflichten möchte, der bei Rotationen von Fürsorgepflicht für seine jungen Spieler spricht,  der mit seiner Mannschaft spielt und gewinnt, damit Fans mit Kind und Kegel sich freuen können sollen, dem es bis zu Tränen nahe geht, dass ein Spieler noch immer traumatisiert Angst hat, in einen Bus zu steigen, dem Spieler für die Hilfe danken, die sie von ihm nach dem Mordanschlag erfahren haben. Schwieriger Charakter, menschliche Defizite! Das fatale Zeugnis eines Arbeitgebers aus gekränkter Eitelkeit. (Watzke im Spiegel: „Auf einmal war ich der seelenlose Technokrat. Ich!“) So wird der nach Punkten beste Trainer der Vereinsgeschichte vom Hof gejagt und im Verbund mit  instrumentalisierten Spielern, allen voran der Kapitän, wird noch kräftig nach getreten. Der geliebte BVB – er enttäuscht zutiefst. Brunhild Nolde


Leserbrief zu „Spiel mit dem Feuer“ von Claas Tatje

Ich beziehe mich in meinem Leserbrief auf die Artikel „Ein Betriebsrat legt sich mit der IG-Metall an“ und  „Spiel mit dem Feuer“ von Herrn Claas Tatje.

Ich möchte Ihnen meine Enttäuschung über die beiden Artikel über die Salzgitter AG und ihren Betriebsrat kundtun.

Die Artikel von Herrn Tatje wurden äußerst unprofessionell recherchiert. Die Anschuldigungen und Informationen Ihrerseits stimmen in keinster Weise.

Die Betriebsräte und vor Allem Herr Cakir haben in den letzten Jahren unglaublich viel für die Belegschaft getan und sich immer für sie stark gemacht. Dies hätten sie ganz einfach rausfinden können, wenn sie sich das Unternehmen mal genauer angeguckt, oder sich mit der Belegschaft unterhalten hätten.

Was mich jedoch am meisten stört ist folgendes: Eine Berichterstattung soll doch neutral und wahrheitgemäß sein oder? Warum hatten hier nicht beide Parteien die Chance sich zu verteidigen? Warum wurde die Stellungnahme auf den ersten Artikel nicht veröffentlicht? Wenn sie mich fragen, hat Herr Tatje persönliches Interesse an dieser Art von Darstellung des Betriebsrates und der IG-Metall.

Ich war bis jetzt ein treuer Leser ihrer Zeitung und habe wirklich viel von ihrem Blatt gehalten, jedoch werde ich diese subjektive Berichterstattung nicht weiter unterstützen. Die schlecht recherchierten Artikel werfen meiner Meinung nach auch ein sehr schlechtes Bild auf Ihre Redaktion! Aus diesem Grund werde ich mein Konto bei Ihnen löschen.

Ich würde mich natürlich um eine Verbesserung des journalistischen Niveaus freuen! – S.Elf


Leserbrief zu „Das Gezerre um gute Schüler“ von Christoph Farkas

Wieder einmal werden Gesamtschule und Gymnasium gegeneinander ausgespielt und wieder einmal erscheint die Gesamtschule als Gewinner. Dabei ist die Frage längst nicht mehr, welches die bessere, sondern welches die richtige Schulform ist. Es gibt gute Gymnasien und gute Gesamtschulen. Beide verfolgen aber unterschiedliche Ziele, werden unterschiedlichen Schülern gerecht. Gymnasien bereiten von Anfang an auf die Hochschule, auf wissenschaftliches Lernen vor; ihnen geht es um Fachlichkeit und Leistung. Die Gesamtschule, will sie gerade den schwächeren Schülern Rechnung tragen, muss sich demgegenüber stärker am Arbeitsmarkt, der beruflichen Bildung und den dort geforderten Kompetenzen orientieren. Nimmt eine Gesamtschule 60% der Leistungsspitze auf, dann verwischt dieser Unterschied und es gibt es keine echte Wahlmöglichkeit mehr. Dies ist dann tatsächlich „ungerecht“ und „undemokratisch“. – Dr. Ralf Weskamp


Leserbrief zu „Schießen hilft nicht“ von Caterina Lobenstein

In der anhaltenden Flüchtlingskrise wirkt vieles, besonders die Wahrheit, im höchsten Maße zynisch.

Einen zutreffenderen Titel hätte Caterina Lobenstein für ihre lesenswerte Beschreibung des diesbezüglichen Status Quo daher nicht finden können.Matthias Bartsch


Leserbrief zu „Spiel mit dem Feuer“ von Claas Tatje

In Ihrem Beitrag vom 31.05.2017 Salzgitter AG – Spiel mit dem Feuer thematisieren Sie die vermeintlich „unfaire“ Begünstigung des Betriebsrates im Rahmen des drastischen Personalabbaus 2013 und die daraus resultierende Kontroverse zwischen Personalmanager Dirk Schulte und Betriebsratsvorsitzender Hasan Cakir.

Ich, als BWL – Studentin einer Hochschule, kann mich Ihren Ausführungen, die sich durch den gesamten Artikel hindurch in Form von beweislosen Vorwürfen äußern, nicht anschließen und ebenso wenig kommentarlos hinnehmen.

Bereits die Erwähnung des Namen Adnan Köklü und das Heranziehen der anonymen Anzeige, die den schlechten Umgang des Betriebsrates mit Köklü thematisierte, lenkt Ihren Artikel in eine eindeutig nennbare Richtung. Auch Sie möchten an der Hetzkampagne gegen die Betriebsräte der Salzgitter AG teilnehmen und es benötigt auch keiner langen Überlegungen darüber, auf welche Seite Sie sich dabei stellen. Schade, denn Sie gehen genauso wie Schulte und Köklü als Verlierer aus.

Ihre mühsamen Versuche, den Betriebsratsvorsitzenden Hasan Cakir um seinen Posten zu bringen, werden erfolglos bleiben und ebenso wenig Befürworter finden. Denn Cakir hat Macht, ja! Diese Macht haben ihm die Arbeiter der Salzgitter AG gewissenhaft in die Hände gelegt und ihn mit großer Zustimmung bejubelt. Dass dieses Vertrauen immer noch währt, kann selbst ohne aufwendige Umfragen und Aufrufe zur Stellungnahme bewiesen werden, denn dafür reicht ein einfacher Gang in die Betriebsversammlungen des Unternehmens.

Betriebsräte und Hasan Cakir fordern keine Privilegien, doch sie werden ihnen dennoch freiwillig zugesprochen. Sie fordern keine Macht, doch sie wird ihnen stets freiwillig in die Hände gelegt. Es handelt sich hierbei um das Privileg und die Macht, die Arbeiterpartei zu stärken, ihre Hilferufe anzunehmen, dankende Zurufe zu erhalten und primär den Betriebsfrieden zu garantieren. Denn der Betriebsrat löst die Konflikte, er verursacht sie nicht.

Der Betriebsrat ist die Stimme der Arbeiter und diese ist in der Salzgitter AG lauter als Köklü und Schulte es ertragen konnten. Denn wer nicht für Gerechtigkeit ist, wird sich im Stahlkonzern nicht zurechtfinden können.

Ist das vielleicht auch der Grund dafür, dass keiner der Beiden mehr zum Unternehmen gehört? Diese Frage sollten Sie sich unbedingt stellen. – Aylin Bal


Leserbrief zu Pro & Contra: „Sind Exportüberschüsse schlimm?“ von Marc Brost
Und Roman Pletter

Mark Brost erwähnt einige der Nachteile für Deutschland von sehr hohen Exportüberschüssen. Auch Roman Pletter ist nicht zu widersprechen, wenn er eine deutsche Verantwortung für übermäßige Verschuldung von Defizitländern ablehnt. Überzeugend ist auch sein Credo, zusätzliche Investitionen in Deutschland nicht mit neuen Schulden zu finanzieren. XSchulden- oder steuerfinanzierte Maßnahmen für zusätzliche Investitionen leiden an Fantasielosigkeit.

Eine alternative Maßnahme mit multiplen erwünschten Auswirkungen wäre, die Bundesregierung per Gesetz zu ermächtigen schrittweise, insgesamt, branchenorientiert oder mit Einzelfallmaßnahmen die Mehrwertsteuererstattung für Exporte abzuschmelzen (oder bei Bedarf auch wieder aufzubauen) und die Exportindustrie darüber zu informieren, dass es Ziel der Maßnahmen ist, durch entsprechende Erhöhung der Preise auf den Exportmärkten die deutschen Leistungsbilanzüberschüsse zu reduzieren, und, dass die Verringerung der MwSt-Erstattungen so lange verstärkt wird, bis der gewünschte Erfolg eintritt.

Die erwünschten Nebeneffekte dieser Maßnahme wären die Erzeugung vorwiegend aus dem Nicht-EU-Ausland finanzierter massiver Finanzmittel der Bundesregierung, welche diese für dringende Investitionen in Bildung und Infrastruktur verwenden könnte. Absehbare Kritik dieser Maßnahmen seitens der Exportindustrie und Gewerkschaften entbehrt jeglicher vernünftiger Grundlage, da hier nur ein Teil der übermäßigen Erleichterungen schrittweise wieder zurück genommen würde, welche die Industrie durch die Einführung des Euro gewonnen hat im Vergleich zu einer Situation, in der Deutschland die DM behalten hätte.

Und all das ohne zusätzliche Schulden, sondern unter teilweiser Einforderung der besseren, höheren Preise, die die Exportindustrie in einer fortdauernden DM-Situation erzielt hätte. – Dr. Hergen Heinemann


Leserbrief zu „Schießen hilft nicht“ von Caterina Lobenstein

17-mal „Flüchtling“ in einem so kurzen Artikel. Ist das schon das neue Einfach-Deutsch der ZEIT oder doch nur ein durchsichtiger Versuch, dem Leser die Äquivalenz Migrant – Flüchtling einzuhämmern? – Gerhard Reinelt


Leserbrief zu „Das Gezerre um gute Schüler“ von Christoph Farkas

Macht man einen Vergleich der Schulsysteme, muss man auch erwähnen, dass die Schüler der IGS erst nach 13 Schuljahren zur Prüfung antreten müssen und damit ein Jahr mehr Zeit haben sich auf die Prüfungen vorzu bereiten. Da überrascht es nicht wirklich, dass die Durchschnittsleistung über dem Gesamtdurchschnitt liegt. Man muss das sogar erwarten!

Um die Besonderheiten der IGS Geismar zu betrachten müsste man auch den Durchschnitt aller IGS mit dem aller Gymnasien vergleichen. Der Artikel erlaubt es also nicht sich ein Bild über die Leistungsfähigkeit beider Systeme zu machen.

Die IGS Geismar ist in der Tat beliebt und meine Tochter hatte sich auch über diese Schule informiert. Sie macht jetzt bald ihr Abitur am HG (Direktor Bartelt) und ist sehr glücklich, dass sie seinerzeit diese Wahl getroffen hatte. Insgesamt scheint der Erfolg einer Schule doch mehr von der Zusammensetzung des Lehrerkollegiums abzuhängen wie vom Schulsystem. – Peter Schu


Leserbrief zu „Ein bisschen mehr Lassalle, bitte!“ von Thomas Kerstan

„Alle große politische Action besteht in dem Aussprechen dessen, was ist, und beginnt damit“ empfehle ich auch Ihnen für Ihren Artikel; am besten, Sie lesen einmal DIE ZEIT vom 1. Juni 2017, Seite 61: „Das Gezerre um gute Schüler“. – Das Turbo-Abi entspricht dem Wunsch der Industrie genauso wie die verkürzten Schuljahre in den 1970ern. Wir müssen den Nachwuchs nicht windschnittig für die Industrie ausbilden, sondern sie umfassend bilden; das verträgt von der Kita bis zum Abi keine Hetze. – Aber, was Martin Schulz und mit ihm die SPD auch vorschlägt, ich finde in der ZEIT immer einen Artikel, der ihn diskreditiert. – Hanna Leinemann


Leserbrief zu „Doch  nur halbstark“ von Thomas E . Schmidt

Sollte in einer ausgewogenen Analyse nicht auch gefragt werden, ob eine Vertiefung der EU zwangsläufig eine gemeinsame Verschuldung erfordert und ob eine gemeinsame, von den Mitgliedsstaaten nicht mehr kontrollierte Verschuldung nicht das Solidaritätsgebot überschreitet und ob Solidarität nicht auch eine nachhaltigere Haushaltsführung bei den begünstigten Ländern ohne überbordende Verschuldung erfordert und ob ein strenger Zusammenhang von Handeln und Verantwortung dafür nicht unabdingbar ist, um eine nicht gemeinverträgliche Überinanspruchnahme von allgemein kostenlos und unbeschränkt zugänglichen “common goods”, wie dem Euro oder den ehemaligen Wäldern auf der Osterinsel, nicht ein Riegel vorgeschoben werden muss, und ob, wer Kredit gibt oder dafür mithaftet, nicht auch sagen kann, unter welchen Bedingungen er dafür bereit oder nicht bereit ist und ob die Frage nach den Kosten für die Geber und der Nutzen für die Nehmer der Transfers oder Haftungen in einem vernünftigen Verhältnis zueinander stehen, und ob die Nichtbeachtung all dieser Dinge immer noch die Chance offen lässt, dass die versuchte Vertiefung der EU nicht die Ursache für eine zunehmende Animosität zwischen den EU-Staaten wird statt die versuchte Einigung zu bewirken? All das habe ich in dem Beitrag von Herrn Schmidt vermisst. – Dr. Hergen Heinemann


Leserbrief zu „Ein Jahr hallt nach“ von Stephan Lebert

Der o. g. Artikel von Herrn Lebert ist m. E. der schlechteste, den ich in fast 50 Jahren Abonnement gelesen habe. Er wird in keinster Weise dem Zeitgeist und den daraus resultierenden erheblichen Auswirkungen gerecht. Das trifft auch auf Uschi Obermaier zu, die als angebliche Ikone der 68’er (was hat sie nachhaltig bewirkt???) in einem seriösen Blatt nichts zu suchen hat. – Curth-Eberhard Zietsch


Leserbrief zu „Ihr langer Weg nach Trudering“ von Bernd Ulrich

Ihre Beiträge in der ZEIT lese ich stets sehr gern, jedoch ist Ihnen in der letzten Ausgabe (Nr. 23, „Ihr langer Weg nach Trudering) ein Fauxpas unterlaufen, der mir so schwer im Magen liegt, dass ich nun doch ein paar Zeilen dazu schreiben muss.

In besagtem Artikel behaupten Sie, die typisch deutsche Formulierung „ein Stück (weit)“ aus der Bierzeltrede der Bundeskanzlerin ließe sich nicht ins Englische übersetzen. Als Konferenzdolmetscherin für das Sprachenpaar deutsch-englisch muss ich dieser Behauptung dezidiert widersprechen, da sie schlicht nicht zutreffend ist und von einem, mit Verlaub, etwas simplen Übersetzungsverständnis zeugt. Es scheint von der Prämisse auszugehen, dass übersetzen sich auf das schlichte ersetzen von Wort A in einer Sprache durch das entsprechende Wort B in der anderen beschränkt, was ich leider bisweilen auch in Rückübersetzungen ins Deutsche in der ZEIT feststellen muss.

Ein paar Vorschläge, wie man den Sinn dieser „verbalen Kuscheldecke“ problemlos ins Englische übertragen kann: „The times when we could fully rely on others are to a certain extent over“, „…are somewhat over“ oder, falls man es passend zum Bierzelt lieber etwas umgangssprachlicher möchte „…are kind of over“ . Selbstverständlich findet man in keiner dieser Formulierungen das englische Wort für deutsch „Stück“, aber darum geht es beim Übersetzen schlicht und ergreifend nicht.

Mit freundlichen Grüßen und herzlichem Dank für die vielen lesenwerten Beiträge in der ZEIT! – Alexandra Pötz


Leserbrief zur Rubrik „Mein Wortschatz“

Wie schön, wenn wir die Schwiegereltern unserer Kinder MITELTERN nennen können, statt Gegenschwieger, wie wir in der entsprechenden ZEIT- Rubrik lesen konnten. – Marita Schröter


Leserbrief zu „Aus!“ von Cathrin Gilbert und Moritz Müller-Wirth

Ich bin ein ganz normaler Fan des BVB, nicht organisiert, kein Vereinsmitglied. Ich liebe den BVB als ein Kind des Ruhrgebiets, aufgewachsen in Gladbeck. Als 67jähriger Fan schlägt mein Herz schon einige Jahre länger für den BVB als Ihres. Gestatten Sie mir daher einige Fragen und kritische Anmerkungen zur aktuellen Entwicklung.

* Seit Ihrem (schädlichen) Interview mit der WAZ vom 6. Mai 2017 sind MEINE Zweifel an IHRER Vereinsführung deutlich gewachsen; seitdem bin ICH sicher, dass IHR Herz nicht mehr richtig schlägt und IHR Verstand nicht mehr richtig tickt, Herr Watzke.

* Die Instrumentalisierung des schrecklichen Anschlags vom 11. April 2017 (SIE sprachen von „Dissonanzen mit dem Trainer“), um den eigenen Trainer herabzusetzen, disqualifiziert SIE, Herr Watzke, als Mensch und als Profi. Es ist unanständig, charakterlos und menschlich ‚unterste Schublade‘, einen Terroranschlag überhaupt für eigene Zwecke oder als Argument so zu missbrauchen, wie SIE es getan haben. SIE sollten sich schämen und sichdafür öffentlich entschuldigen, das wäre ANSTÄNDIG!

* Ich wünsche niemandem, auch IHNEN nicht, Herr Watzke, bei so einem Terroranschlag IM BUS ZU SITZEN. Aber ich bin der festen Überzeugung, wenn SIE, wie die Spieler und der Trainer, im Bus gesessen hätten, hätten SIE nie so unanständig reden und handeln können!

*Hat SIE denn niemand aus IHRER Umgebung, eine professioneller Fachkraft aus einem Kriseninterventions-Team, oder von mir aus auch Marius Müller-Westernhagen im Stadion während des Pokalendspiels, darauf aufmerksam machen können, was SIE als verantwortlicher Manager für ein schreckliches Bild in der Öffentlichkeit abgeben? Haben SIE in der ganzen Zeit KEINEN professionellen Rat eingeholt? Noch nicht einmal von Ihrem so angenehm ruhigen und unaufgeregten Sportdirektor Michael Zorc?

* Seit der in der ZEIT vom 1. Juni 2017 veröffentlichten Chronologie „Tuchel stürzte“ stehen SIE nach MEINER FESTEN üBERZEUGUNG ALS Lügner da, als jemand, der mehrfach der Öffentlichkeit, den Fans und seinem eigenen Verein die Unwahrheit gesagt hat.

WAS SAGEN SIE ZU DER „CHRONOLOGIE“ DER ZEIT, HERR WATZKE?

HÄTTEN SIE NICHT BESSER AUF DIE ÄUSSERUNG DES FÜHRUNGSSPIELERS MARCO REUS (der ebenso wie Sie NICHT im Bus saß) HÖREN SOLLEN?

*In IHREM „offenen Brief an alle Fans“ vom 30. Mai 2017, den die ZEIT mit der Anmerkung („trat Watzke nochmal nach“)versah, sprechen Sie u.a. von grundlegenden Werten: Vertrauen, Respekt, Team- und Kommunikationsfähigkeit, Authentizität, Verlässlichkeit, Loyalität.

Meine wichtigsten Fragen an SIE, Herr Watzke:

Wie sehen Sie sich selbst bei der Einhaltung der von IHNEN proklamierten Werte? Sind Sie selbst im Verhältnis zu Ihrem Trainer und der Mannschaft sowie den Fans und der Öffentlichkeit diesen Werten gerecht geworden? Finden Sie Ihr Handeln und Verhalten (zumindest im Nachhinein) verantwortungsvoll? Sind SIE Ihrer Aufgabe als Geschäftsführer vom BVB noch gewachsen?

Oder haben SIE einen tüchtigen und sportlich erfolgreichen Trainer, Thomas Tuchel (der zunehmend sich auch das Vertrauen der Fans erarbeitet hatte), für IHRE EITELKEIT und IHREN MACHTANSPRUCH sinnlos geopfert?

Was halten SIE von der Einhaltung verbindlich abgeschlossener Verträge?Finden Sie es (wie ich) richtig, dass der Verein OGC Nizza seinen Vertrag mit seinem erfolgreichen Trainer Lucien Favre einhält und jegliche Freigabe des Trainers folgerichtig verweigert hat?

Stimmen Sie der Begründung dieses Vereins, die Freigabe zu verweigern, zu:

„Das SPORTLICHE Interesse steht für das Nizza-Management immer über dem FINANZIELLEN Aspekt“? – Harald Protte


Leserbrief zu „Eine Liebesgeschichte“ von Silke Weber Und Maria Feck

Vielen Dank für den Artikel, der mich berührt hat. Ich bin mir nicht sicher, wie ich reagieren würde, wenn meine Freundin den Schluss gezogen hätte, dass sie eigentlich ein Mann ist. Ich nehme an, dass niemand aus dem Nichts und ohne gründliches Insichgehen zu dieser Erkenntnis gelangt. Es lässt mich fragen, was die Komponenten der menschlichen Sexualität und Identität sind. Ist es wirklich das äußere Geschlecht, ist es etwas im Gehirn oder ist es etwas in der Seele? Ich kann nur schwerlich nachvollziehen, wie es ist, in den Schuhen der Beiden zu gehen. Dennoch ist es ein Privileg, durch diesen Artikel in ihr Leben eingeladen zu werden und ich schätze die Offenheit, mit der sie ihre Geschichte erzählen. Diese starke Beziehung, die Sie beide gebildet haben und die Bereitschaft, weiterhin die Höhen und Tiefen des Lebens miteinander zu teilen, beeindrucken mich. – Sunil Mahendran


Leserbrief zu „Nur ein Traum?“ von Josef Joffe

Ich kann Herrn Jessens Ansicht nicht teilen.

Es ist zutreffend, dass nun einmal mehr per Erlass versucht wird, die Wehrmacht aus der Bundeswehr zu vertreiben und dass man dabei keinen rechten Sinn erkennen kann. Es geht doch aber darum, gar nicht die Möglichkeit der Legendenbildung oder Problemverkleinerung zuzulassen. Die Wehrmacht war ohne jeden Zweifel eine verbrecherische Organisation, die im Osten einen reinen Rassekrieg führte, dem 27 Millionen Menschen zum Opfer fielen, und die sich in großem Umfang am Holocaust beteiligte. Es waren deutsche Soldaten, die den Willen des Führers ins Feld trugen und bedingungs- und kritiklos in die Tat umsetzten. Niemand würde akzeptieren, wenn ein (öffentliches) Gebäude oder eine Straße nach einem Verbrecher benannt wäre, weshalb soll dies nicht für Angehörige der Wehrmacht, die spätestens ab einem höheren Offiziersrang sämtlich in die Verbrechen verstrickt waren, gelten? Dabei ist auch zu berücksichtigen, dass die Bundeswehr für Deutschland steht, man also kaum begründen kann, dass Wehrmacht und Nazismus im von Steuern finanzierten öffentlichen Bereich als Namensgeber oder als „Museum“ für die Soldaten fortbestehen sollen, wenn Teile der Bevölkerung (und damit Träger der Bundeswehr) sich davon abgestoßen oder verletzt fühlen.

Gleichzeitig wurde die Bundeswehr eben von Nazi-Generälen begründet und es gab nie eine klare Trennlinie zwischen den beiden Armeen. Man muss auch daran erinnern, dass der Nazi nicht über die Deutschen kam und sie nach 1945 wieder verließ, sondern dass der Nazi der Deutsche war und in ihm steckte und das offensichtlich immer noch tut.

Es wäre deshalb nicht nur Aufgabe der Bundeswehr, sich aller „Traditionen“ ausnahmslos zu entledigen, sondern dem Soldaten bereits in der Grundausbildung in aller Ausführlichkeit darzulegen, dass die Wehrmacht zu keinem Zeitpunkt und in keiner Aktion eine Armee war, auf die man stolz sein könnte. Deutsche Soldaten bedürfen einer besonderen Verstandesbildung in Sachen Schuld und Verantwortung. Die Erinnerung an Babi Jar, die Beteiligung an der Ermordung von 1,5 Millionen jüdischen und Millionen weiterer Kinder aus ideologischen Gründen, die Verbrechen der Fallschirmjäger auf Kreta oder der Wehrmacht in Italien, Frankreich oder auf dem Balkan sollten die Spreu vom Weizen trennen; jede abfällige, unangemessene Bemerkung sollte die sofortige Entlassung zur Folge haben. Dass dies nicht der Fall ist, zeigt, dass die Bundeswehr eben weiterhin der falschen Vorstellung folgt, eine „normale“ Armee zu sein. Es wird nicht nur geduldet, sondern akzeptiert und animiert zu einer Traditionsbildung im Sinne von Nazismus und SS.

Auch Herr Jessen normalisiert die Wehrmacht, wenn er sie mit deutschen Landsknechten und Soldaten früherer Jahrhunderte vergleicht bzw. dort nach Vorbildern sucht. Die Bundeswehr wurde nun mal in der Wehrmachtstradition und von Generälen aus Wehrmacht und SS gegründet und nicht von hessischen Söldnern des 18. Jahrhunderts.

Das Argument, die Soldaten stellten ihr Leben in den Dienst des Volkes, ist Unsinn. Auch die Wehrmacht sollte das deutsche Volk schon vor den „bösen“ Rassen schützen, die es bedrohten. Für jeden Polizisten und Soldaten gilt, dass er sein Leben für andere riskieren muss. Damit wäscht man aber nicht die Bundeswehr rein.

Zum Schluss noch eine Anmerkung zum Chancen-Teil und zur ewigen Leier, dass Akademiker es leichter und besser im Leben hätten: Nirgendwo gibt es ein so gutes Ausbildungssystem wie in Deutschland. Vielleicht liegt es auch daran, dass Arbeiterkinder seltener an die Universität streben. Man sollte sich schon fragen, ob es sinnvoll ist, jeden wenig geeigneten Schüler durch ein Studium zu prügeln, wenn es dann keine Facharbeiter und Handwerker mehr gibt. – Dr. David Wolff


Leserbrief zu „Raus aus den Kinderschuhen“ von Felix Ehring

Da hat sich wohl ein kleiner Drehteufel in Ihrem Artikel: „Raus aus den Kinderschuhen“ über die Mukoviszidose eingeschlichen. Unter der Rubrik: „ Neue Medikamente“ haben Sie von der sogenannten F805del Mutation des CFTR Gens berichtet.

Es ist aber die die Delta F 508 Deletion auf dem Chromosom 7 und bedeutet die fehlende Kodierung der Aminosäure Phenylalanin an Position 508. Ansonsten danke ich Ihnen für immer wieder hochinteressante Artikel über alle Themenbereiche, die ich sehr gerne seit über 40 Jahre mit meiner Frau lese. – Dr.Reinhard Koch


Leserbrief zu „Im Namen des Vaters? Von wegen!” von Volker Kirsch

Im Namen des Vaters? Ja bitte! Wie  die  Zeiten  sich  ändern  und  der  Lauf  des  Lebens  sich  doch  gleicht.  Nach Jugendjahren  und  Studium  in  Forchheim  und  Erlangen  zog  es  mich  aus  der  kleinen „Bächlastadt“ in die glucksende „Bächlemetropole“ Freiburg, zum tieferen Studium der Archäologischen  Wissenschaften,  fast  genau  50  Jahre  nach  Ihnen.  Ich  wurde nichtautoritär  erzogen  (danke  für  dieses  Wort!),  was  kaum  verwundert,  da  Großvater und  Großmutter  schon  im  Vorfeld  der  68er  eine  einträchtige  Ehe  führten,  trotz unehelichem Kind ihrerseits, was ja damals beileibe keine Selbstverständlichkeit war – es  bleibt  das  Gefühl  der  Dankbarkeit.

Wohl  daher  habe  ich  heute  das  Glück,  die politischen Einstellungen, gar die Lebensphilosophie mit meinem Vater zu teilen, sie  an der Universität sogar noch bestärken zu können. Als Betriebsrat im Großkonzern in der Gewerkschaft, nimmt Mein Vater einen sozialdemokratische-linken Standpunkt ein, der das  bedingungslose  Grundeinkommen  zumindest  für  diskutabel  hält  –  wie  sollte  oder müsste ein Sohn sich davon distanzieren, dessen Vernunft ihm dasselbe gebietet?

Zumal die  Universität  keine  politischen  Alternativen  aufzeigt,  im  Gegenteil:  Die  Anträge  im Studierendenrat  (StuRa),  über  die  ich  z.T.  mitentscheide,  geben  eine  Blaupause  eines unglücklichen Erbteils der 68er: Begriffs- wie genderfixiert, dabei so unkorrekt in der Rechtschreibung  wie  „anti“,  aus  Prinzip  dagegen,  bis  hin  zur  undemokratischen Forderung von Redeverboten. So findet man sich als moderater Linker am rechten Ende wieder – der StuRa vertritt zu großen Teilen die extreme Linke, doch vertritt er so noch die  ganze  Studierendenschaft,  warum  gehen  die  gemäßigten  und  konservativen Studenten  nicht  wählen?

Wie  dem  auch  sei,  die  68er  haben  uns  eine  Anti-Kultur hinterlassen, die  nun selbst ein Establishment  bildet – die  Vertreter geben sich oft  als leibhaftige  politische  Korrektheit  mit  alternativer  Kleidung  und  langen  Haaren,  und mittags geht’s „Bändern“, d.h. es wird das übrige, am Fließband zurückgehende Essen in  der  Mensa  verzehrt.  68  ist  heute  vor  allem  ein  Lebensstil  der  kleinen  Ideale.  Man könnte durchaus auch „Lifestyle“ dazu sagen. Wen wundert’s, dass diese demonstrative Überkorrektheit  zur  Gegenbewegung  führt?

Erstaunlich  ist  eher,  dass  solche Bewegungen an der Universität nicht stattfinden, oder besser gesagt, Bewegungen der Professoren  bleiben,  doch  vielleicht  gaukelt  mir  mein  linksliberales  Umfeld  das  auch nur  vor.  Die  Gefahr  der  Überkorrektheit  ist  jedenfalls  die,  dass  sie  die  politischen Positionen in Verruf bringen kann, die mit ihr einhergehen. Die Grünen können ein Lied davon  singen.  Hoffen  wir,  dass  das  kollektiv  gelebte  Erbe  der  68er  ein  politisches Korrektiv in beide Richtungen bildet – die persönliche Freiheit in so vielen Dingen.  – Andreas Neumann


Leserbrief zu „Wie es wirklich ist… als Wolf zu leben“ von Lukas Lupus und Karen Bauer

Aus einem mir bisher nicht ganz klaren Grund scheue ich mich seit geraumer Zeit, die Seiten „Z Entdecken“ durchzublättern, geschweige denn zu lesen. Ich sehe jetzt klarer.
Wie ist die Spalte über den Wolfs-Mann zu verstehen? Als Satire ist der Artikel wohl nicht gemeint, als Glosse auch nicht. Das Schlimmste aber: kein Unterhaltungswert. So langsam wird es wirklich absurd.

Jetzt das Allerschlimmste: zwei volle Seiten über ein Paar, bei dem die Frau ein Mann werden will. Aber vorher muss noch schnell ein Kind her, bevor die Hormon-„Therapie“ zuschlägt. Wenn es nicht so absurd wäre, könnte man bei dem Arztbefund „Herr Masch, Sie sind schwanger“ wirklich an Satire denken.

Wie will man später dem Kind eigentlich seine Herkunft erklären? Ich war immer der Meinung, Therapien wendet man bei Kranken an. Eine Krankheit erkenne ich hier nicht. Mag aber sein, dass ich mich da inzwischen täusche.

Wen interessieren solche absolut abseitigen Themen und weit aufgefächerten Probleme, die da in allen Einzelheiten ausgebreitet werden? Offenbar muss heute jede Befindlichkeit als kaum zu ertragendes Schicksal behandelt werden. Ich widme mich doch weiterhin lieber dem Politik-Teil der Zeit! Meine Frau ist in der Hinsicht noch „brutaler“ als ich. – Dr. Klaus Jödden


Leserbrief zu „Ihr langer Weg nach Trudering“ von Bernd Ulrich

In Ihrer Chronik der Deutsch-Amerikanischen Beziehungen schreiben Sie, 2001 wird der „Deutsche“ Murat Kurnaz in Guantanamo inhaftiert.

Nun, oberflächliche Recherche kommt vor, aber das geht zu weit. Kurnaz ist Türke.

Lang und breit hatte sich die DIE ZEIT mehrfach darüber ausgelassen, daß sich die Türkei um diesen ihren Staatsbürger nicht kümmert. Bitte stellen Sie das noch einmal klar. – Barbara Merckel


Leserbrief zu “ Die Zeiten, in denen wir uns auf andere völlig verlassen konnten, die sind ein Stück vorbei“ von Adam Soboczynski

Der Ausdruck „…ein Stück weit…“ ist recht einfach mundartlich als Synonym für „… teil- und zeitweise..“ zu  verstehen. „Teil“  für ein Stück vom Ganzen ( z.B. Brot)  und „zeitweise“ für die Dimension –  im übertragenen Sinne  Zeit der Regierung Präsident Trumps. – Ernst Feller


Leserbrief zu „Warum sprechen Sie so kompliziert?“ von Matthias Geis und Tina Hildebrandt

Wie kommen Sie zu solch einer Überschrift?

Jedes Mal, wenn ich Herrn Prof. Lammert habe reden hören, habe ich alles kapiert.

Und warum hat er eben erst den Jacob-Grimm-Preis Deutsche Sprache 2017 erhalten? Doch sicher nicht dafür, dass er nur von wenigen „Auserwählten“ verstanden wird.

Und vorgestern (4. Juni 2017) hat er mich erneut begeistert: Im renommierten Kolleg St. Blasien hielt er einen Vortrag über das Spannungsfeld Politik & Religion. Da hätte selbst Cicero, Demosthenes oder sogar Alkibiades applaudiert …

(Der Vortrag zum Nach-hören/sehen: https://www.youtube.com/watch?v=MdZrt0s6vR8&feature=em-upload_owner ) – Christoph Gurlitt


Leserbrief zum Titelthema „Das wahre Erbe von 68“

Das wahre Erbe (gibt’s auch ein unwahres?) von 68 sehe ich darin, dass sich das mitmenschliche Verhalten geändert – und zwar verbessert – hat. Die sog. 68er haben dazu ihren Beitrag geleistet: weg von den Ausläufern obrigkeitsstaatlicher Vorstellungen, hin zu einem offeneren, dialogischen und damit langfristig auch vertrauensvolleren Umgang miteinander.

Das ganze gesellschaftliche System ändern zu wollen, wie es sowohl den politisch gepolten 68ern als auch den Hippies vorschwebte, war allerdings nicht nur eine schillernde Illusion, sondern beruhte auch auf dem Festhalten an dem, was eigentlich überwunden werden sollte: der Einteilung der Bürger in solche, die dazugehörten, und eben alle anderen. 1968 war ich Student an der Kunstakademie Düsseldorf. Da ging es zwar weniger politisch zu, aber gegen den Sog der Zugehörigkeit zur Dagegen-Fraktion konnte auch ich mich nicht entziehen.

Wenn das Erbe von 68 noch Gültigkeit hat, dann liegt die gegenwärtige Aufgabe darin, die Fenster und Türen ins Innere unseres Menschseins ein Stück weiter zu öffnen. Im Sinne dessen, was Wolfgang Schmidbauer sagt, dass wir uns unseren Gedanken und Gefühlen stellen müssen, auch wenn die uns nicht immer gefallen. Das gilt wohl nicht nur im therapeutischen Kontext. Wenn wir diese Herausforderung annehmen, dann können wir auch die Effizienz der Verständigung untereinander erhöhen. Teilnahme natürlich freiwillig und aufgrund von Einsicht. – Christoph Müller-Luckwald


Leserbrief zu „Das Gezerre um gute Schüler“ von Christoph Farkas

Verstehe ich die „Lösung des Schulkonflikts“ richtig: Wiedereinführung eines (wie auch immer kategorisierten) dreigliedrigen Schulsystems? Also „alter Wein in neuen Schläuchen“? Drängt sich da nur mir der Verdacht auf: Wenn wir (IGS Geismar) erst mal haben was wir wollen (oder was uns aufgrund von Ehrungen zusteht), dann können die Anderen sich ja den Rest nach eigenem Gusto teilen, Hauptsache wir haben 60 % der Jahrgangsbesten, 20 % der mittelguten, nur 10 % der schlechtesten Schüler und nur 10 % der zurecht am aufwändigsten zu betreuenden Inklusionsschüler!? Wie sollen dann in den „Restschulen“ die „Stärkeren die Schwächeren mitziehen“?

Gemäß numerischer Dominanz erfolgt (quasi ganz demokratisch) genau das Gegenteil! Nennt sich das „Schule gerechter machen“ und „eine Schule für alle zu sein“, wenn man sich so „hinten herum eine ziemlich gymnasiale Schülerschaft zusammen­sucht“ (G. Bartelt) oder bedeutet dies nicht eher eine Schulart zu „ruinieren“?  Nur zu logisch ist da die Verteidigungshaltung des IGS. Aufgefrischt durch den Dossier-Artikel in derselben ZEIT-Ausgabe „Das wahre Erbe von 68“ weht ein Hauch 68er-Erinnerung durch mein Gedächtnis.

Als ich einen überzeugten 68er-Kommilitonen anfangs der 70er um eine das Studium betreffende Hilfe bat, antwortete er: “Du musst halt auch schauen wo du bleibst!“ Für mich liest sich dann der Schluss des Artikels so: Die anderen Schulen können sich ja auch Gesamtschule nennen. Oder mehr noch: Hat dieser Wettlauf um Applaus, Schülerzahlen und –freuden (mit einem jederzeit möglichen „Referat über Dinos“, ohne Noten und somit ohne konkretisierte Leistungsstandsorientierung) gar etwas Korrumpierendes nach Schorsch Kamerun (s. o. „Das wahre Erbe …“, S. 15)? Und das in einer erziehenden Institution! Unter diesem Gesichtspunkt eine fürwahr „verkehrte Schul­welt“! – Erich Kostanzer


Leserbrief zu „Hunger nach Gerechtigkeit“ von Can Dündar

Als regelmäßiger Leser Ihrer Kolumne fand ich Ihren Ansatz und Ihre Vorschläge immer richtig. Ihre Ausführungen in der ZEIT Nr. 23 rühren allerdings an einen grundsätzlichen Punkt, der eigentlich differenzierter dargestellt und eingeordnet werden müsste: Ihre Formulierungen „Menschen, die für Gerechtigkeit fasteten“ und „die aus Glaubensgründen Fastenden“ rufen Fragen sowohl nach dem Fasten als auch nach dem Glauben hervor.

Hat der Ramadan wirklich etwas mit sinnvollem Fasten zu tun oder geht es mehr um die Feststellung des Mitmachens? (Ganz nebenbei gesagt, dass es solche Tageslängen wie derzeit in Mitteleuropa im Ursprungsland des Islams gar nicht gibt,) Gemeinschaftsfördernde Rituale sind okay, aber in der Praxis eines streng gehandhabten Ramadan kann ich keinen Ansatz zu wirklichem Fasten sehen. Und zum Thema Glauben nur ein Punkt: Der wir oft mit Religion gleichgesetzt, aber so einfach ist es nicht, was man schon daran sehen kann, dass man sich dann in Rechtsstaaten mit seinem Glauben generell auf Religionsfreiheit berufen könnte.

An den hier stichpunktartig erwähnten Themen muss gründlich gearbeitet werden, wenn die Argumentation gegen politischen und religiösen Exklusivismus und Separatismus über die bisherigen Ansätze hinaus Wirkung zeigen soll. – Christoph Müller-Luckwald


Leserbrief zu „Ein bisschen aus der Spur“ von Marc Brost Und Peter Dausend

Zuerst kam die Botschaft von Martin Schulz: ‚Mehr soziale Gerechtigkeit‘. Dann kam die mediale Kritik: zu wenig Inhalt.

Jetzt erarbeitet und konkretisiert die SPD die Inhalte, während der Kanzlerin ihr Auftreten auf den globalen Konferenzen dieser Welt dies offensichtlich als ausreichender Wahlkampfinhalt und Programm für die nächsten vier Jahre angerechnet wird. Wer ist hier eigentlich ‚ein bisschen aus der Spur‘? – Matthias Gruner


Leserbrief zu “ Die Zeiten, in denen wir uns auf andere völlig verlassen konnten, die sind ein Stück vorbei“ von Adam Soboczynski

In Ihrem oben genannten Artikel zerpflücken Sie Frau Merkels Ausdrucksweise „…ist ein Stück vorbei…“, und Sie fragen sich, wie man das wohl auf Englisch sagen könnte. Warum das denn?

Wenn Sie sich ein bisschen mit Fremdsprachen auseinander setzen, müssten Sie eigentlich gemerkt haben, dass sich sehr Vieles nicht wortwörtlich von einer in die andere Sprache übertragen lässt.

Ein Engländer würde hier wahrscheinlich „…is somewhat over…“ sagen, oder „…seems to be over…“. Dieses „somewhat“ hat genau den einschränkenden Charakter wie „ein Stück“.

Mir persönlich wäre viel lieber, wenn Sie und viele andere Schreibende und öffentlich Sprechende sich einmal bewusst fragen würden, wie man englische Wendungen in korrektes Deutsch überträgt! Fast täglich, wenn ich es genau nehme, eigentlich täglich, muss ich mich in sämtlichen Medien über abstruse, völlig unnötig verwendete Anglizismen, bzw. Amerikanismen (noch schlimmer!) ärgern.

Vielen von Ihnen ist nicht klar, dass „that means“ „das bedeutet“ heißt, und nicht „das meint“, obwohl „I mean“ „ich meine“ heißt. „In 2017“ finden viele schick (sogar das Finanzamt!), reichte doch bislang schlicht die Jahreszahl 2017! Bis zum heutigen Tag gibt es in allen Schulen Deutschlands „Klassenzimmer“. Plötzlich kommt jemand daher und übersetzt „classroom“ mit „Klassenraum“. Das „Wohnzimmer“ – „living-room“ – mit „Wohnraum“. Darunter verstehe ich im Deutschen allerdings etwas ganz anderes. Wie wäre es denn mit „Bettraum“ für „bedroom“?!

Wer einmal Englisch gelernt hat, sollte wissen, dass „to learn“ nicht nur „lernen“ heißt, sondern auch (etwas) „erfahren“, „ place“ nicht nur ein „Platz“, z. B. Marktplatz, ist, sondern allgemein „Ort“, somit „a nice place“ „ein hübscher Ort“ ist, und nicht „ein hübscher Platz“ = „a nice square“ usw.

Selbst im Wetterbericht ist man nicht gefeit: „Der Regen ist zurück“ – ja, woher denn, frage ich da. „In dieser Nacht bleibt es trocken.“, ja, in welcher Nacht denn? Warum kann man da nicht

richtigerweise „heute Nacht“ sagen? Und so weiter, und so weiter, viele Beispiele gibt es noch, ganz zu schweigen von den Fällen, wo man sich gar nicht erst die Mühe macht, eine deutsche Übersetzung zu finden…

Dabei gäbe es wirklich gute deutsche Ausdrücke! In Berlin bin ich immer wieder verblüfft und beeindruckt, wie blumenreich die deutsche Sprache sein kann!

Ihren Artikel finde ich übrigens sehr gut, sprachlich ein Genuss, wie das ZEIT Artikel meistens sind! Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg. – Heide Jüttner


Leserbrief zu Pro & Contra: „Sind Exportüberschüsse schlimm?“ von Marc Brost
Und Roman Pletter

Ein Leistungsbilanzüberschuss entsteht nur durch höhere Güter- und Dienstleistungsexporte. Automatisch dadurch wird die Kapitalbilanz negativ. Wir finanzieren dadurch den Import unserer Abnehmerländer.

Wenn hier Investitionen zu niedrig sind ist das kein Grund dafür das Kapital ins Ausland fließt. Das kann, muss aber nicht so sein.

Wir legen also unsere Ersparnisse im Ausland an, oft in Staaten in denen die Solvenz und die Rückzahlung der Kredite zweifelhaft ist. Aber den Rettungsschirmen sei Dank – soweit es europäische Schuldnerstaaten sind -, die die Ertäge der Banken garantieren.

Wenn Sie jetzt analysiert hätten, welcher der beste Weg ist, die privatwirtschaftlichen Überschüsse in öffentliche Investitionen umzuwandeln, wäre ein feiner Schuh draus geworden. So haben Sie nur einfach Recht, dass die Überschüsse zu hoch und die öffentlichen Investitionen zu niedrig sind. – Rüdiger Weigel


Leserbrief zu „Europa vor!“ von Josef Joffe

Trump, der Irrläufer der amerikanischen Geschichte, bewegt sich beängstigend konsequent auf einem roten Faden. Auch die Positionierungen auf  seiner ersten Auslandsreise und seine Entscheidung zum Ausstieg aus dem Klimaschutzabkommen zeigen dies einmal mehr. Er agiert weiter im Rahmen des Welt- und Selbstbildes, das er in seiner Rede vor dem Congress am 1. März 2017 offenbart hat:

„Each American generation passes the torch of truth, liberty and justice — in an unbroken chain all the way down to the present. That torch is now in our hands“

„And we will use it to light up the world“

„We will respect historic institutions, but we will also respect the sovereign rights of nations. Free nations are the best vehicle for expressing the will of the people — and America respects the right of all nations to chart their own path. My job is not to represent the world. My job is to represent the United States of America“

Kurz gesagt:

  • Trump und sein Clan sind im Besitz von Wahrheit, Freiheit und Recht (Allmächtigkeitsanspruch).
  • Trump wird die Welt (also auch die USA) mit seiner Wahrheit, seiner Freiheit und seinem Recht erhellen (Universalitätsanspruch).
  • Trump repräsentiert die USA. Institutionen und Verträgen sind historisch und nicht zwingend bindend. Jede Nation kann im Grunde voraussetzungslos seinen eigenen Weg gehen. (Verantwortungslosigkeit als Prinzip).

Dieses vormoderne Welt- und Selbstbild ist in der modernen Welt unerfüllbar bzw. spielt  im Versuch der Erfüllung mit dem Untergang. Alle sehen und erleben, wie er mit seinen ungeheuerlichen Anmaßungen zu einem Comic-Superhelden mit  schurkenhaften Zügen gerät. Man sieht förmlich die zu seiner Gestik und Mimik passenden Sprechblasen, mit denen er versucht, sich in einer vermeintlich bösen Welt als Held zu inszenieren. Lächerlich und gefährlich zugleich. Er will nur spielen: das ist der harmlose Aspekt seiner Präsidentschaft. Aber indem er spielt, drängt er als Repräsentant der mächtigen Vereinigten Staaten dem Rest der Welt die Spielregeln auf. Dies macht er übrigens sehr berechnend, denn durch das Diktat der Spielregeln wird es zu seinem Spiel, an dessen Ende für ihn ein guter Deal herauskommen soll.

Wenn denn alles ein Spiel ist, wie geht es dann weiter?

Vielleicht hat Trump ja schon mal den Film „Spiel mir das Lied vom Tod“ gesehen. Trump und sein Clan werden sich immer wieder unerwartet mit erratischen Typen konfrontiert sehen, die in den Weiten der USA am Horizont auftauchen und gnadenlos die verborgenen Leichen aus den Kellern ziehen. Eine schneidend einprägsame Mundharmonika liefert die immer wieder gleiche Erkennungsmelodie, wenn das Recht sein Recht verlangt. Es lebe die Unabhängigkeit in diesem großartigen freien Land!

Vielleicht hat Trump ja auch schon mal davon gehört, dass Revolutionen gerne  ihre Kinder fressen. Das kommt auch bei Berufsrevolutionären vor, die eine vormoderne Bewegung anführen. Zwangsläufig, aufgrund ihrer Anmaßungen, scheitern derartige Bewegungen an der Realität. Spätestens wenn der großartige Führer sein Überleben in Gefahr sieht, wird er Opfer bringen. Alle Huldigungen der treu und berechnend Ergebenen erweisen sich dann als nicht tragfähiger Deals, nur noch die Kenntnis der gemeinsamen Leichen im Keller kann retten. Ein Stresstest für den Clan im Weißen Haus. Es lebe das Happy End, diese großartige Erfindung aus Hollywood.

Vielleicht weiß Trump, dass das Leben im verwinkelten Haus Europa viel Stoff für Selbstinszenierungen von Möchtegernmächtigen bietet, die man nicht allzu ernst nehmen muss. Europa vor? Kevin – allein zu Haus! Das Leben in Europa geht weiter, ein Stück weit, mit kleineren und größeren Illusionen, Verwicklungen, Hintertüren und Kellern, in denen eine Geschichte mit unzähligen Leichen begraben ist. Die katalytische Negativität von Trump reicht als paradoxer Mechanismus nicht aus, um Europa oder gar die Welt zu einen. Am Ende belügen sich die spielend überforderten Kinder in Europa einmal mehr selbst, wenn sie vorgeben, vor Souveränität kaum gehen zu können, der USA aber bei erster Gelegenheit sofort wieder den Regiesessel freimachen. Es lebe auf, die Vernunft und die Verantwortung in den großartigen Vereinigten Staaten von Amerika. – Reinhard Koine


Leserbrief zu „Unter der Armutsgrenze“ von Ijoma Mangold

Die miserable wirtschaftliche Situation von Lyrikern ist beschämend für einen Kulturstaat, man könnte weinen, zweifellos. Gleiches gilt leider auch für bildende Künstler, die Musiker, Autoren, Schauspieler. Ich bitte Sie sich die Statistiken der KSK ,Künstlersozialkasse zu den Einkommen anzusehen, die zeigen die verheerende Einkommenslage der Kunstberufe.  Es sind gerade die KünstlerInnen betroffen, die professionell arbeiten und deren Arbeit nicht berücksichtigt wird in den Feuilletons. Freilich, ich verstehe, man orientiert sich an den etablierten Star-Künstlern und meint , wenn die anderen von denen berichten, müssen wir wohl auch.

Ich würde mich freuen, wenn auch regelmäßig die Künstler aus der „2. Reihe“ Beachtung fänden. Die Zeit könnte hier mit Beispiel voran gehen. Ich glaube , es war doch sogar schon einmal eine Lyrikreihe, oder täusche ich mich? Wie wäre es denn mit einer gut honorierten Lyrikreihe in der ZEIT für bisher wenig berücksichtigte Lyriker, vielleicht gelänge es ja , damit die ideelle und wirtschaftliche Situation zu verbessern. Oder: Eine Generaldebatte zu den miserablen wirtschaftlichen Verhältnissen von 80% aller freischaffenden Künstlerinnen und Künstler. Das hat sich noch niemand getraut, stünde der ZEIT gut an und ist ein Thema das als „soziale Plastik“ prima die Atmosphäre der heurigen Kunstgroßausstellungen in Venedig und Kassel ergänzen würde.  – Richard Gruber


Leserbrief zum Titelthema „Das wahre Erbe von 68“

Als Angehöriger des Geburtsjahrgangs 1947 habe ich damals nicht protestiert, sondern gearbeitet, ein Unternehmen aufgebaut und Steuern bezahlt. In der Kommunal- politik war und bin ich bis heute in der CDU engagiert und würde alle Entscheidungen noch einmal so machen. Der Grundirrtum der 68 er lag darin, ihre Zukunft in der linken Welt zu suchen und hinter den Massenmördern HO CHI MIN und MAO TSE TUNG herzulaufen. Deshalb bekamen sie auch keinen echten Kontakt zur Mehrheit der Bevölkerung.

Als Sie diesen Irrtum erkannten, wurde sie kriminell  (RAF usw)  oder landeten im Staatsdienst und ließen sich von dem Staat üppig alimentieren, den Sie zuvor heftigst bekämpft hatten. Viele wurden Professoren mit hohen Pensionen und besserten ihr Luxusleben mit Buchhonoraren und Vorträgen auf. Viele  wurden auch Lehrer, weil man da seine linke Gesinnung aufrecht halten konnte und gleichzeitig gut bürgerlich  verdienen konnte.  Relikte davon gibt es auch heute noch in der Lehrerschaft. Alles in allem haben die 68 keine gesellschaftlich positiven Impulse gegeben und haben den Begriff der HEUCHELEI zu neuem Höhenflug verholfen. – Franz-Josef Henke


Leserbrief zum Titelthema „Das wahre Erbe von 68“

Als ich den Titel las, habe ich mich auf den Beitrag gefreut und mir extra Zeit dafür genommen. Selten war ich aber über einen Ihrer Beiträge so enttäuscht, wie über diesen hier. Ich habe als Jahrgang 1955 die Nachwehen noch hautnah miterlebt, von den Studentendemos (an denen wir selbstredend beteiligt waren), den Baader-Meinhof-Prozessen bis hin zu Polizeikontrollen mit MP´s im Anschlag. Der Inhalt des Beitrags: eine halbfertige Chronik, die Meinungen von Menschen, die 1968 wohl eher zufällig dabei waren und das Ganze aufgemacht mit dem Bild einer Kommune mit nackter Schönheit im Vordergrund. Klischee pur, welches in keinster Weise der Tragweite der 68er gerecht wird. Und das Ganze noch garniert mit den rechtspolemischen Schmähzitaten eines Jörg Meuthen, der für sich den Begriff der Konterrevolution in Anspruch nimmt. Aua! – Prof. Dr.-Ing. Rolf Neddermann


Leserbrief zu „Ein Jahr hallt nach“ von Stephan Lebert

Ein wenig bieder – sehr geehrter Herr LEBERT; geschrieben von jemandem, der „68“ offensichtlich nicht mehr selbst erlebt hat.

„68“ hat natürlich bereits lange vor 68 begonnen – meiner Einschätzung und Beobachtung nach seit bereits Mitte der 50-er Jahre. Nur hatten die Betroffenen/Aktivisten damals noch nicht die Unabhängigkeit, die eine der Mindest-Voraussetzungen für solche Art von Aufständen war.

Ein bisher kaum erwähntes Merkmal der bewussten 68-er ist der deren Berufsstand „Sohn“ oder „Tochter“ – allenfalls noch Tagedieb. Sie zündeten zwar ihrer Eltern vermeintlich kapitalistischen Besitz immer mal wieder an, lebten aber ansonsten ganz schön unabhängig, und in Saus und Braus von solchem Besitzstand bereits.

Der von Ihnen beigezogene, und reichlich zitierte „Pysch“ Wolfgang Schmidbauer ist wohl das klassische Beispiel – Haus in Italien – bezahlt wahrscheinlich aus der Portokasse der Eltern. Das kennzeichnete später auch die so wenig überzeugenden Front-Personen der 68-er, deren einziges Ziel zu sein schien, nach Altforderen Sitte Wohlstand in der Toscana zu erwerben – nachdem man den Wohlstand der Eltern auf Sylt erst mal abgefackelt hatte – allenfalls Erwerb von Pfründen – Europa-Parlament und Konsorten.

Auch der bewusste JF war nicht der von ihm so gerne selbst-stilisierte Selfmade Kämpfer – sondern der Sohn aus einer sehr gut gehenden Metzgerei seiner Eltern im Großraum Stuttgart.

Andere, die ebenfalls nicht so ganz hingerissen waren von den Karrieren ihrer Väter, oder von dem bleiernen Mantel der Restitution der Adenauer Jahre konnten es sich rein existentiell garnicht leisten, mal zwischen rein, und zur Selbst-Profilierung auch mal einen Polizisten zu verhauen; die mussten schlicht arbeiten, auch Steuern zahlen, damit sich dieser kleine Bodensatz vermeintlich Aufmüpfiger überhaupt erst mal ihre Zündeleien leisten konnten.

Der arbeitende Bürger nahm diese Aufstände nicht sehr viel anders wahr als die Gewalt-Exzesse der Faschisten, die man grad hinter sich gelassen glaubte.

Dem wirklich winzigen Rest von äääächten Idealisten aus dieser Generation bin ich sehr viel Später erst in Frankreich, und dann rund um die Welt in der hier nahezu unbekannten Organisation ATD Quart Monde begegnet. Die rebellierten einzig mit dem Ziel, den Schwächsten der Gesellschaft zur Seite stehen zu können. Dazu bedarf es keiner Zündelei, noch einer Selbst-Profilierung, und Selbst-Bereicherung.

https://www.atd-quartmonde.fr/

http://www.atd-quartmonde.org/ou-sommes-nous/europe/france/Hans von Schack


Leserbrief zu „Schießen hilft nicht“ von Caterina Lobenstein

Die Forderung, Flüchtlingsprobleme dort zu lösen, „wo die Flüchtlinge ankommen, in der EU“, ist realitätsferne Träumerei angesichts der realistischen Erwartung ( UN ), dass sich die Bevölkerung Afrikas in diesem Jahrhundert auf vier Milliarden Menschen vervierfachen und die dadurch verursachte Not entsprechend große Flüchtlings- ströme nach Europa treiben wird. Europa muss in Afrika sofort helfen,wo Menschen vom Hungertod bedroht sind, darüber hinaus aber auch auf lange Sicht durch umfangreiche Investitionen im Nachbarkontinent, damit dort Einkommen generiert wird. Langfristig aber kann nur Afrika sich selber helfen: Das Bruttosozialprodukt müsste stärker wachsen als die Bevölkerung, deren Wachstum, wie heute bereits bei der Mehrheit der Menschheit, durch Geburtenkontrolle in vernünftigen Grenzen gehalten werden kann.  – Meier-Schellersheim


Leserbrief zu „Ihr langer Weg nach Trudering“ von Bernd Ulrich

Keiner kennt z. Z. in der ZEIT Frau Merkel besser als Bernd Ulrich. Niemand weiß um so „gute bis exzellente Zugänge zur Kanzlerin“, aus denen sich dann eine „folgende Annäherung an die tagesaktuelle Genese wie auch an die, nun ja, historische Bedeutung ihres Satzes“ speist. Ach, wäre er doch bei einer „Annäherung“ geblieben! Vielleicht hätte sich dann auch „ihr langer Weg nach Trudering“ verkürzt. So aber wird kleinstschrittig tiefschürfenden Fragen nachgegangen wie: „Warum in einem Bierzelt?“ – „Warum zu diesem Zeitpunkt?“ usw., die dann im Indikativ eines allwissenden „Merkel-Flüsterers“ beantwortet werden, was mich an Otto Waalkes „Theo, wir fahr´n nach Lodz…“ erinnert hat.

Stört da nur mich  dieser ungebremste Anspruch auf Deutungshoheit (im Verein mit einem geheimen Insiderwissen), auf den sein Chefredakteur – nach eigener Aussage vorsichtiger geworden – im Gespräch mit Anne Will kürzlich vorbildhaft-demütig verzichtet hat? Schön ist jedoch, dass die ZEIT gleichzeitig T. E. Schmidt zu Wort kommen lässt, der mit seinem Artikel „Doch nur halbstark“ überbordender Merkel-Euphorie Grenzen setzt; und vor allem Adam Soboczynski, der den sprachformalen und inhaltlichen Aberwitz jenes „historischen“ Satzes im Bierzelt von Trudering wunderbar auf den Punkt bringt.

Allerdings leider nur im Feuilleton und mehr „zur Rhetorik der Kanzlerin“. Vielleicht fehlt bisherigen Artikeln lediglich die Ergänzung durch den Beitrag eines (auch von der ZEIT) „anerkannten“ Psychoanalytikers wie Wolfgang Schmidtbauer: Er könnte den Blick auf die Situation im Bierzelt erweitern helfen, z. B. auf Mimik, Gestik und vor allem Stimmführung der Rednerin, die im „Rausch“ sie beflügelnder Gipfeltreffen und daraus folgender Zustimmungswerte ihren bald wählenden bayerischen Zuhörern etwas bieten möchte, was die unbedingt hören wollen:

Endlich „Klartext“, der – wie es ihrer beliebten Art entspricht – souverän-kontrolliert daher kommen soll, dem das aber bei sich überschlagender Stimme „ein Stück weit“ nicht gelingt, weil der eigenen Rationalität die Angst dazwischenfährt, etwas möglicherweise Falsches zu sagen. Was aber doch – mehrfach erfolgreich erprobt – gesagt werden muss, um (frei nach Wilhelm Busch) ‚ja nicht diesen Leckerbissen / zu überlassen andern Kritiküssen‘… – Eckhard Heumann


Leserbrief zu „Das Gezerre um gute Schüler“ von Christoph Farkas

Setzt man Klassen zusehendst heterogener zusammen, wird die individuelle Förderung immer schwieriger. Über- und  Unterforderung der Schüler sind  dann wohl kaum zu vermeiden. Daher ist es nur allzu verständlich, dass sich  etliche  Gesamtschulen nicht sonderlich bewährt haben.

Das dreigliedrige Schulsystem ist  dieser Schulform leider zum Opfer gefallen. Dabei hatte es viele Vorteile, vor allem für die Hauptbetroffenen, die Schüler. Warum fällt es nur so schwer zu respektieren, dass  jeder Mensch in seiner Einzigartigkeit unterschiedliche Begabungen, Interessen, Fähigkeiten und Verhaltensweisen hat? Man sollte sie stärker schätzen und nicht ständig versuchen, unter dem Deckmantel der sog. Chancengleichheit- und -gerechtigkeit jedem vorzugaukeln, jegliche  Schullaufbahn  gehen und jeden Abschluss erreichen zu können.  Mit dem  schon seit längerem grassierenden Akademisierungswahn hilft man etlichen Schülern   auf Dauer nicht.

Entscheidend ist letztlich, einen Beruf zu wählen, der einem liegt  und Erfolgserlebnisse  ermöglicht. Der Wert eines Menschen hängt nicht von seiner beruflichen Qualifikation ab, sondern von seinen inneren  Werten.  Auch das muss den  Heranwachsenden vermittelt werden, will man erreichen, dass sie zu charakterstarken, selbstbewussten  Menschen, zu echten Persönlichkeiten heranreifen. – Gabriele Gottbrath


Leserbrief zu „Nur ein Traum?“ von Josef Joffe

Endlich einmal ein Artikel, der in der Flut nahöstlicher Katastrophenmeldungen etwas sachlich begründete Hoffnung aufleuchten lässt. Vielleicht ist ja der Weg zur Realisierung noch sehr weit, aber die richtige Richtung ist gewiesen: Fantasie spielen lassen und beiden Seiten wenigstens „halbwegs“ guten Willen unterstellen. Hoffentlich schlagen ihn die Verantwortlichen bald ein.

Vielleicht ließe es sich ja auch noch etwas mutiger fantasieren, so, dass beide Seiten beim „Deal“ nur gewinnen? Kann das gehen? Es müsste versucht werden. Wie könnte es aussehen? Eigentlich ist doch völlig klar: Staaten bestehen nicht aus Territorien und werden auch nicht von diesen gebildet. Immer sind es Menschen, von denen Staaten gebildet werden und aus denen diese bestehen. Warum sollen also nicht 2 Völker mit je eigenen Staaten auf einem gemeinsamen Territorium koexistieren können? Das Völkerrecht hat dafür zumindest schon eine Bezeichnung: Kondominium.

Könnten nicht sogar die extremsten Nationalisten beider Völker damit zufrieden sein und sogar glücklich werden, gäbe es vom Mittelmeer bis zum Jordan und von Eilat bis zum Hermon sowohl ein Groß-Israel als auch ein Groß-Palästina mit identischen Grenzen nach außen, aber ohne Grenze im Inneren. Staatangehörigkeit macht dann nicht der Wohnort, sondern der Pass – und das ist ja praktisch schon weltweit so üblich. Israels Knesseth könnte dann sogar von beiden Volksvertretungen abwechselnd genutzt werden. Ein hübsches arabisches Wort für Knesseth ließe sich bestimmt finden.

„Viel zu viel Fantasie? Völlig unmöglich? Das gab es ja noch nie!“, wird sicher sofort eingewendet werden. Das ist verständlich, aber unrichtig. Auf dem Gebiet meines Bundeslandes Rheinland-Pfalz hatte ein ähnliches Gebilde mehrere Jahrhunderte lang Bestand:

Das Kondominium Pronsfeld in der Eifel. Gewiss, viel kleiner, nur ein paar Dörfer, auch ganz andere gesellschaftliche Verhältnisse, ganz andere Zeiten. Aber seine Dauerhaftigkeit (Mittelalter bis frz. Revolution) setzt doch erhebliche Anpassungsfähigkeit dieses Modells voraus.

Näher den nahöstlichen Verhältnissen und unmittelbare Gegenwart ist das Kondominium Brcko – ein Resultat des kriegerischen Zerfalls Jugoslawiens. Dort mussten sich sogar drei total verfeindete Völker zusammenraufen. Auch dabei ist viel Blut geflossen und sind auf allen Seiten schwere Greuel verübt worden. Prognosen über die Dauerhaftigkeit möchte ich hier nicht wagen. Vielleicht könnten Sie von der ZEIT ja mal eine gründliche Reportage über dieses kaum bekannte Gebiet bringen. Wie funktioniert dort heute das Zusammenleben?  Was sagen Bosnier, Serben und Kroaten dazu? Könnte davon im Nahen Osten, aber vielleicht auch anderswo (z.B. Ost-Ukraine, Yemen, Kurdistan) manches zu lernen sein? –  Helmut Steiner


Leserbrief zu „Spiel mit dem Feuer“ von Claas Tatje

Nun verfolge ich seit mehreren Wochen und sogar Monate die Artikel, die über den Herrn Adnan Köklü bzgl. den Streit gegen die Gewerkschaft IG Metall und der Betriebsrat der Salzgitter AG berichtet wird. Als Mitglied der Gewerkschaft IG Metall, wird zunehmend nur gutes über Herr Köklü berichtet. Dabei kennen sie selbst wahrscheinlich nicht die Hintergründe, die ihnen das Recht gibt den Betriebsrat der Salzgitter Flachstahl GmbH in den Schatten zu stellen. Konkret wird auch auf Herr Hasan Cakir hingewiesen, der für seine Jahre lange Erfahrung und Menschlichkeit im höchsten Tönen gelobt wird. In der Vergangenheit bemerkte man zu dem das ihre Artikel häufig gegen Gewerkschaften sind. Bitte recherchieren sie vorher selbst ein wenig, bevor sie einer Propaganda glauben.  Herr Köklü hat bereits in der Vergangenheit privat für Schlagzeilen gesorgt und versucht nun den unschuldigen zu spielen. – Anonymer Leser


Leserbrief zu „Fällt nicht um. Warum?” von Ulrich Schnabel

Mit Interesse habe ich Ihren o. g. Artikel gelesen!

Mir fehlt hier nur noch eine kleine Info:

Wie man ja bisher dachte, ist es so eine „Marotte“ von diesem Vogel, auf einem Bein zu stehen. Und ich habe mir immer gedacht, dass er da sicherlich die Beine abwechselt, wie man das als Mensch ja auch machen würde.

Nun sieht die Sache ja ganz anders aus, aber trotzdem: Wechselt er sie ab, oder steht vielleicht der eine lieber auf dem rechten Bein, der andere auf dem linken?

Ich hoffe, Sie glauben mir, dass diese Frage ernst gemeint ist, und außerdem, dass dies auch Gegenstand bzw. Nebeneffekt dieser Untersuchung war! – Editha Rochow


Leserbrief zu „Euer Ernst?“ von Michel Abdollahi

Vielen Dank für Ihre kluge Replik auf den Artikel der beiden offenbar noch jungen und sicher auch noch lernfähigen Redakteure zum Thema „Woher kommst du eigentlich?“. Ich war noch auf der Suche nach einer angemessenen Antwort an Frau Djahangard und Herrn Ziegler, las ich Ihren Beitrag las. Nun, Sie haben alles gesagt, was mir nicht recht einfallen wollte. Besonders dankbar bin ich Ihnen für den Satz: „Wir sollten reden, statt jene, die sich aufrichtig mit diesen Fragen beschäftigen, niederzumähen…“. Wie schön wäre es, wenn diese Haltung in Zeiten, in denen wir tagtäglich Zeugen verheerender Radikalisierung werden, auch bei kritischen Journalisten wieder mehr Einfluss bekäme. – Norbert Vooren


Leserbrief zu „Wie es wirklich ist… als Wolf zu leben“ von Lukas Lupus und Karen Bauer

Aus einem mir bisher nicht ganz klaren Grund scheue ich mich seit geraumer Zeit, die Seiten „Z Entdecken“ durchzublättern, geschweige denn zu lesen. Ich sehe jetzt klarer.
Wie ist die Spalte über den Wolfs-Mann zu verstehen? Als Satire ist der Artikel wohl nicht gemeint, als Glosse auch nicht. Das Schlimmste aber: kein Unterhaltungswert. So langsam wird es wirklich absurd.

Jetzt das Allerschlimmste: zwei volle Seiten über ein Paar, bei dem die Frau ein Mann werden will. Aber vorher muss noch schnell ein Kind her, bevor die Hormon-„Therapie“ zuschlägt. Wenn es nicht so absurd wäre, könnte man bei dem Arztbefund „Herr Masch, Sie sind schwanger“ wirklich an Satire denken.

Wie will man später dem Kind eigentlich seine Herkunft erklären?  Ich war immer der Meinung, Therapien wendet man bei Kranken an. Eine Krankheit erkenne ich hier nicht. Mag aber sein, dass ich mich da inzwischen täusche.

Wen interessieren solche absolut abseitigen Themen und weit aufgefächerten Probleme, die da in allen Einzelheiten ausgebreitet werden? Offenbar muss heute jede Befindlichkeit als kaum zu ertragendes Schicksal behandelt werden.

Ich widme mich doch weiterhin lieber dem Politik-Teil der Zeit! Meine Frau ist in der Hinsicht noch „brutaler“ als ich. – Dr. Klaus Jödden


Leserbrief zu „Das böse Etikett“ von Shimon Stein Und Moshe Zimmermann

Im Artikel „Das böse Etikett“ von Stein und Zimmermann untermauern die Autoren ihre Entlastung der deutschen Antisemiten mit faktenwidrigen Behauptungen.

Es ist schlicht nicht wahr, dass der Bericht des Expertenkreises den Satz „Es ist ungerecht, dass Israel den Palästinensern Land wegnimmt“ zur antisemitischen Israelkritik rechnen würde. Vielmehr spricht der Report bei Israelkritik von einer „Grauzone“ und benennt in analytischer Tiefe die Vielfältigkeit des Problems. Den o.g. Satz zählt der Report zur emotionalen Israelkritik. Israel-bezogener Antisemitismus dagegen wird z.B. von der Aussage, man könne „verstehen, dass man die Juden wegen der israelischen Politik nicht mag“ repräsentiert.

Die faktenwidrige Behauptung Steins und Zimmermanns erscheint als eine politisch motivierte Verunglimpfung der wissenschaftlichen Integrität der Studienautor/innen.

Gerade im Fall Prof. Zimmermanns ist das verwunderlich. Abgesehen davon ist die Gleichsetzung des Antisemitismus in Deutschland mit der linken innerisraelischen Regierungskritik unredliche Demagogie. Oder selbst „absurd“.

Ich kann verstehen, dass nicht-rechtsradikale Menschen in Israel an der Regierungspolitik und Mehrheitseinstellung verzweifeln. Aber es nützt nur dem Judenhass, deshalb den europäischen Antisemitsmus kleinzureden, der sich heute nun einmal vor allem als Israel-bezogener äußert. – Dr. Mathias Berek


Leserbrief zu Pro & Contra: „Sind Exportüberschüsse schlimm?“ von Marc Brost
Und Roman Pletter

In der Schule würde man sagen, Thema verfehlt, leider ungenügend. Denn Sie beantworten nicht diese Frage, sondern ob Leistungsbilanzüberschüsse mit Schulden finanzierten Investitionsprogrammen abgebaut werden sollen. Und ihre Schlussfolgerung im letzten Satz, dass sich die Überschüsse mit der Zeit durch die Auflösung von Aktiendepots im Ausland selbst auflösen erinnert mich an die Aussage von Keynes der meinte, dass wir auf lange Sicht alle tot sind.

Wenn Amerikaner deutsche Waren kaufen, bezahlen sie nicht in Dollar, sondern tauschen diese in Euro um. Natürlich können die Exporteure diese Erträge wieder in Dollar tauschen, aber das ist keine Gesetzmäßigkeit wie Sie suggerieren.

Was private Verschuldung mit der Eingangsfrage zu tun hat, erschließt sich mir nicht. Und wie stellen Sie sich das vor, Staaten so zu führen, dass sie nicht mehr ausgeben als sie einnehmen? Das ginge ja wohl nur mit einer Abwertung der Währung. Oder soll die gesamtwirtschaftliche Nachfragelücke und damit Arbeitslosigkeit hingenommen werden?

Auch sehe ich nicht, dass der Dollar gegenüber dem Euro an Wert gewinnt. Seit dem 3.1.2017 ist der Euro von 1,034 auf aktuell 1,1255 gestiegen, das sind 8,8 Prozent plus. Und was meinen Sie mit „reduziert die EZB künstlich den Wert des Euro“? Die Zentralbanken verändern Zinssätze, kaufen oder verkaufen Anleihen, intervenieren direkt am Devisenmarkt. Ist das alles künstlich?

Das Problem von Leistungsbilanzungleichgewichten scheint für Sie gar nicht zu existieren. Dabei bräuchten sie sich nur die Staaten des Euro-Raums anzuschauen – insbesondere die südlichen Länder – um die Brisanz zu erkennen. Oder ist Ihnen nicht klar, dass Deutschland Arbeitslosigkeit in diese Länder exportiert? – Rüdiger Weigel


Leserbrief zu „Das Monster lebt“ von Heinrich Wefing

Selten so gelacht. Armes fb. Nun soll fb gezwungen werden hoch qualifizierte mitarbeiter einzustellen die die iligalen hass und gewalt videos und inhatlte loeschen sollen. ein scheml der da denkt. ups laufen bein fb sonst nur deppen rum. armes fb. Wehe die Spezialisten wollen dann noch nach deutschen tariflohn und eine gewerkschaft mit betribsraht. das waere das aus fuer den heifisch fb. ha ha  – christian knaut


Leserbrief zu „Schießen hilft nicht“ von Caterina Lobenstein

Ich beziehe mich auf Ihren Artikel in der Zeit vom 31. 6. 2017 „Schiessen hilft nicht“. Es wäre sehr freundlich, wenn sie mir einen link zu der von Ihnen beschrieben Städteföderation „europäische Bürgermesiter“ nennen können. Oder die Struktur, die zu dem von Ihnen erwähnten Treffen in Danzig, einlädt. – Walter Koch


Leserbrief zu „Ihr langer Weg nach Trudering“ von Bernd Ulrich

Auf dieser Seite findet sich in dem Artikel „Ihr langer Weg nach Trudering“ein Fehler:

Die Landtagswahl in Niedersachsen, welcher Schröders Goslarer Rede mit der kategorischen Ablehnung einer deutschen Teilnahme am Irakkrieg voraufging, endete keineswegs mit einem Sieg der SPD, sondern mit deren herber Niederlage und dem Machtverlust für die SPD und für Sigmar Gabriel, Schröders Nachfolger als Ministerpräsident.

Außerdem wird in der Spalte „Was bisher geschah“ suggeriert, der Eintritt der USA in den ersten Weltkrieg (im Jahre 1917!) sei die unmittelbare Folge der Versenkung der „Lusitania“ (im Jahre 1915!) gewesen. Diese Entscheidung der USA am 6.4.1917 stand allerdings in einem engeren Zusammenhang mit der Erklärung des uneingeschränkten U-Boot-Krieges durch Deutschland am 1.2.1917 und dem deutsche Versuch, Mexiko zum Kriegseintritt zu bewegen. – Henner Thoss


Leserbrief zu „Ein bisschen aus der Spur“ von Marc Brost und Peter Dausend und „“Ihr langer Weg nach Trudering“ von Bernd Ulrich

Bundeskanzlerin Angela Merkel ist machtpolitisch ein echtes Phänomen.

Eine Regierungschefin, die nach nahezu 12 Jahren Amtszeit kein nachhaltiges Zukunftskonzept für ihr Land vorweisen kann und bis zu 140 Milliarden Euro an Investitionsstau alleine bei der öffentlichen Infrastruktur vor sich her schiebt, in Meinungsumfragen aber dennoch regelmäßig hohe Zustimmungswerte in der Bevölkerung erhält, besitzt ohne Zweifel besondere und außergewöhnliche machtpolitische Fähigkeiten.  Angela Merkel öffnete im September 2015 gegen die Warnungen der Sicherheitsexperten in einem historisch einmaligen Akt die Grenzen und ließ über einen Zeitraum von mehr als 6 Monaten eine Million Menschen ins Land, von denen die Behörden bei einem wesentlichen Teil bis heute die Identität nicht kennen.

Diesem von ihr hergestellten Ausnahmezustand wurde erst durch den österreichischen Außenminister ein Ende gesetzt.  Das von Politik und Industrie prognostizierte „Wirtschaftswunder“ durch die Zuwanderung ist ausgeblieben, stattdessen hat die Kriminalität, nicht nur gefühlt, sondern nach offiziellen Angaben des Bundesinnenministeriums deutlich zugenommen.  Der vernunftbegabte schwäbische Finanzminister Wolfgang Schäuble legt seine Haushaltsüberschüsse für die notwendige und gebotene Flüchtlingshilfe zurück, die mit jährlich ca. 50 Milliarden Euro zu Buche schlagen.  Merkel hat die CDU, Deutschland und Europa gespalten.

Und dennoch schafft sie es, national und international ihre Führungsrolle sogar auszubauen. Das ist eine meisterhafte machtpolitische Leistung, der man hohen Respekt zollen muss!  Der ehemalige österreichische Bundeskanzler Faymann, der als einziger Regierungschef Merkels Flüchtlingspolitik mitgetragen hatte, stand schon wenige Monate danach politisch dermaßen unter Druck, dass er zurücktreten musste.

Angela Merkel kann sich hingegen hundertprozentig auf die Treue ihrer Anhänger verlassen. Ihre Bewunderer rekrutieren sich aus allen Gesellschaftsschichten, vom katholischen Oberhirten bis zur Rocklegende.  Dabei war Merkels Position in den Monaten nach ihrer ausgerufenen Willkommenskultur vorübergehend geschwächt, da sich bei Hinterbänklern ihrer Partei teilweise erheblicher Widerstand gebildet hatte.  Doch der „Zwergenaufstand“ war schnell beendet.  Ihre parteiinternen „Kritiker“ haben ihr auf dem anschließenden CDU-Parteitag Ende 2015 als Symbol der Abbitte minutenlang mit standing ovations gehuldigt.

Die Reihen des „Kanzlerwahlvereins“ sind seither wieder dicht geschlossen. Und beim nächsten Parteitag vor einem Weihnachtsfest werden die Delegierten ihrer Chefin vermutlich eine besondere Freude bereiten und ihr auf Blockflöten ein Weihnachtslied vorspielen.  Trump, Putin und Erdogan dürften derweil vor Neid erblassen.  Für die SPD scheint der Schulz-Effekt lediglich eine Supernova gewesen zu sein.

Das Chaos und der Dilettantismus dieser Partei vor einer wichtigen Bundestagswahl wirkenbeinahe schon wieder sympathisch.  Dem Willkommensrausch vom Herbst 2015 folgte in weiten Teilen der Bevölkerung vorübergehend ein handfester Kater.  Aber Merkel würde ihre „Schäflein“ nicht gut genug kennen, wenn sie sich nicht gleich um das richtige „Katerfrühstück“ gekümmert hätte.  Sie hat ihre Politik der geänderten Stimmungslage im Land einfach angepasst.

Ungerührt macht sie heute das Gegenteil von damals und bekämpft mit allen Mitteln mittlerweile die Folgen ihrer eigenen Politik.  „Wenn wir jetzt anfangen, uns noch dafür entschuldigen zu müssen, dass wir in Notsituationen ein freundliches Gesicht zeigen, dann ist das nicht mein Land“. So hatte sie im September 2015 ihre Politik der offenen Grenzen verteidigt.

Heute verteidigt sie Abschiebungen in das Kriegsland Afghanistan. Ihre Wiederwahl scheint mittlerweile wichtiger als das freundliche Gesicht.  Es heißt, Merkel benötigt bei ihren Entscheidungen ausreichend Zeit, weil sie die Dinge vom Ende her denkt.  Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass sie möglicherweise bei ihren Entscheidungen unter Zeitdruck, wie beispielsweise beim Atomausstieg, als ihr die in die Höhe schießenden Umfragewerte der Grünen zusetzten, oder bei der Flüchtlingskrise, nicht bis zum Ende denken konnte.

In Drucksituationen richtige Entscheiden zu treffen, dies macht einen großen Regierungschef jedoch eigentlich erst aus.  Aber Merkel hat ja noch genügend Zeit, auch in dieser Hinsicht ihre Fähigkeiten zu perfektionieren.  Denn schließlich steht sie erst am Beginn einer großen Karriere als Anführerin der freien Welt. – Alfred Kastner


Leserbrief zu „Das Monster lebt“ von Heinrich Wefing

Ihr interessanter Artikel gibt Anlaß zu einigen Fragen:

1) Was verhindert eigentlich ‚hate speech‘ in Printmedien, wenn nicht das Presserecht?

2) Ihr Artikel erweckt den Eindruck, daß soziale Netzwerke nicht unter das Presserecht fallen. Gibt es dafür einen juristischen Grund?

3) Ich bin kein Freund von Facebook, aber wie ‚transparent‘ und ‚demokratisch legitimiert‘ ist eigentlich die Auswahl der von der ZEIT publizierten Leserbriefe?  – Thomas von Schroeter


Leserbrief zu Pro & Contra: „Sind Exportüberschüsse schlimm?“ von Marc Brost
Und Roman Pletter

Nicht ganz zufällig habe ich Ihren Artikel gelesen und mich dabei leider an einem Satz von Ihnen gestört:

„In Leipzig standen kürzlich 450 Erwachsene stundenlang vor einer Kindertagesstätte an, die gerade mal einen einzigen Kita-Platz zu vergeben hatte.“

Mir ist die Situation in Leipzig um dieses Thema nicht unbekannt, da ich und meine Familie selber einmal „Betroffene“ war. Allerdings möchte ich anmerken, dass es sich bei der Interessenbekundung/Anmeldung – bei der besagten Kita – mit Sicherheit um mehrere Plätze handelte und nicht um „einen einzigen Platz“. Ich glaube, dass es trotz der massiven Kita-Engpässe absurd gewesen wäre, wenn sich mehrere hundert Menschen wegen eines einzigen Platzes angestellt hätten ;-)

Zum Nachlesen hier andere Quellen zum selben Thema zwischen 13.5. – 15.5.2017:

http://www.l-iz.de/melder/wortmelder/2017/05/Plaetze-in-der-neuen-Kita-der-Johanniter-werden-jetzt-ueber-%E2%80%9EKivan%E2%80%9C-vergeben-177388

http://www.sz-online.de/sachsen/anstehen-fuer-kita-platz-in-leipzig-3681502.html

http://www.mz-web.de/leipzig/polizei-muss-einschreiten-hunderte-eltern-stehen-fuer-kita-plaetze-in-leipzig-schlange-26902864

Ich schätze jede Woche auf´s neue Ihre Wochenzeitung sehr und ich bin zuversichtlich, dass auch weitherin guter Journalismus betrieben wird. Bei solch leicht recherchierbaren und klitzekleine Themen (siehe oben) sollte aber trotzdem ebenso genau hingeschaut werden, wie die großen Themen, die die Welt bewegen.  – Adrienne Hollenbach-Szabó


Leserbrief zu “ Intendanten-Schach beim Deutschlandradio“ von Martin Klingst

Mit Interesse habe ich Ihren Beitrag zum Thema Intendantenwechsel beim  Deutschlandfunk Kultur, wie das Deutschlandradio neuerdings heißt,  gelesen. Als Normalbürger und entschiedener Gegner der Zwangsabgabe  Rundfunkbeitrag zur Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks  wundere ich mich schon lange darüber, daß  kein noch so gutes Argument  der Klagen gegen diese Art der Finanzierung und die zum Teil zynische  Ausgestaltung des Rundfunkstaatsvertrags, bisher vor den  Verwaltungsgerichten der Länder Anerkennung fand.

Der  öffentlich-rechtliche Rundfunk soll unabhängig, von politischer  Einflußnahme sein. Dieses Argument wird gerne gegen den alternativen  und meiner Meinung nach viel gerechteren Finanzierungsvoschlag des  Rundfunks aus Steuermitteln ins Feld geführt. Ihrem Artikel entnehme ich das der Hörfunkrat und der Verwaltungsrat  mit politische Amtsträger besetzt sind. Da die Strukturen, die den öffentlich-rechtlichen Rundfunk tragen, für  den Normalbürger schwer nachvollziehbar sind, fordere ich Sie auf, ein  Dossier zu diesem Thema zu veröffentlichen. Wichtig wäre zu erfahren,  was die Grundlagen zur Gründung eines öffentlich-rechtlichen Rundfunk  waren, aber auch aufzuzeigen, wie eine mit üppigen finanziellen Mitteln  ausgestattete Parallelwelt entstanden ist, die mit der Arroganz ihrer  scheinbar durch die Politik und die Justiz gedeckten Macht, jede Kritik  an Ihrer Programmgestaltung und der Art der Finanzierung von sich weißt  und natürlich jede kritische Auseinandersetzung mit sich selbst aus  Ihren Programmen fernhält.

Es werden Rundfunkbeitragsverweiger im  Deutschland des 21.Jahrhunderts inhaftiert !! Keine Meldung in den  Nachrichten, dann berichtet man doch lieber, daß in China ein Sack Reis  umgefallen ist. Der Ausstieg aus dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk  ist Bestandteil des Parteiprogramms der AFD. Das wird im  öffentlich-rechtlichen Rundfunk überhaupt nicht thematisiert, obwohl  zwischenzeitlich keine Talkshow ohne AFDler auskam. Wer kontrolliert  den öffentlich-rechtlichen Rundfunk sowohl inhaltlich als auch die Art  und Höhe des Finanzierungssystems? Als Journalist wissen Sie viel besser, was alles zu dem Thema  aufzuzeigen wäre. Um nicht missverstanden zu werden, halte ich einen  öffentlich-rechtlichen Rundfunk grundsätzlich für wünschenswert.

Aber  in der jetztigen Form, hat dieser eine kritikwürdige Entwicklung genommen. Zu inhaltlichen Fragen habe ich mich hier nicht geäußert. Das wäre ein  weiteres Thema. Es würde mich selbstverständlich freuen, wenn Sie meine  Anregung aufnehmen. Da die Zahl der Kritiker des öffentlich-rechtlichen  Rundfunk und dessen Finanzierung mehrere Millionen Bundesbürger umfaßt,  darunter honorige Personen, wie den Bundestagspräsidenten Dr. Norbert  Lammert, auch das Bundesfinanzministerium hat schon alternative  Finanzierungsvorschläge erarbeitet, denke ich, daß es sich bei meiner  Stellungnahme nicht um eine Einzelmeinung handelt, sondern durchaus um  ein Thema von gesellschaftlichem Interesse. – Berthold Hoffmann