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25. Oktober 2018 – Ausgabe 44

 

Leserbrief zu „Die Rache des Burgherrn“ von Peter Kümmel

Zu Ihrem Zitat :“.. eine Toren-des Jahres-Parade…“ hilft uns Wikipedia weiter. „Ein Tor jagt Unerreichbarem nach oder wählt zur Erreichung vernünftiger Absichten ungeeignete (unpraktische ) Mittel, beispielsweise mit Kanonen auf Spatzen zu schießen. Somit ist die Torheit das Gegenteil von Klugheit oder Schlauheit. Der Tor ist ein Narr, unbelehrbar, mutwillig und stiftet erheblichen Schaden bis hin zum Frevel“. Schöner kann man es nicht ausdrücken und passt perfekt zum FC Hollywood aus München. – Hans Tisch


Leserbrief zum Titelthema „Wer versteht noch die Welt?“

Sie stellen die falschen Fragen! Es geht nicht darum, wie und welches Auto wir fahren wollen. Es geht darum, ob wir wirklich -grenzenlos- autofahren müssen! Es geht um eine Verkehrswende! -hin zu einem flächendeckenden engmaschigen öffentlichen Personennahverkehr und einem Güterverkehr von der Straße zurück auf die Schiene -wo er ja schon mal war und wo es gut funktioniert hatte. Im autogebundenen Personenverkehr zu 80 -90% für eine Person 8 -10qm Fläche -beim parken zu Hause, während der Fahrt und beim parken am Arbeitsplatz oder Einkauf oder oder… Und ein vielfaches an Energie- und Materialaufwand. Das halbe Deutschland ist doch inzwischen betonierter Parkplatz. Hinzu kommt der gewaltige Aufwand an Material/Person -incl. Verschrottung und Erneuerung. Im Güterfernverkehr sollten wir mal einen ehrlichen Vergleich zwischen Straße und Schiene machen: Energieverbrauch, Materialverbrauch, Flächenverbrauch, Nutzungsdauer, Umweltbelastung und Menpower pro Tonnenkilometer. Ich fahre selbst Auto (überwiegend gerne), bin aber in den 50er und 60ern mit Bus, Zug, Straßenbahn, U- und S-Bahn gut durchs Land gekommen, im Endeffekt wohl auch nicht viel langsamer. Den Vergleich, ehrlich und nicht durch die Autoindustrie finanziert und auch nicht von dessen Anhängsel, dem Verkehrsminister, möchte ich doch gern noch erleben. – Roland Wachendorf


Leserbrief zu „Ihr erneuert euch zu Tode!“ von Sophie Passmann

Der Obertitel „Von Aussen“ verwirrt! Antworten möchte ich nach über 45 Jahren „Von Innen“: Manches Mal habe ich, und damit bestätige ich die komödiante Darstellung, in den vergangenen Jahren in der Tat gedacht: Der Vorstand unseres inzwischen über 100 Jahre alten Ortsvereins Isselhorst hätte bessere Entscheidungen getroffen, als unsere Berliner Profis. Sicher! Mir scheint, und dies ist nun keine Ironie, in Berlin hat man jeden Bezug zur Basis, zu den Menschen vor Ort verloren. Und das in dieser wahrlich nicht einfachen Zeit! Wie hätte wohl der sozialdemokratische Mitherausgeber der „ZEIT“, Helmut Schmidt, auf der Höhe seiner rhetorischen Schaffenskraft kommentiert: „Ihr erneuert euch zu Tode!“ Mein Kommentar: Haltet einmal eine klare Linie, die zuvor gut durchdacht wurde, durch! Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität sind doch der traditionelle, unverwechselbare sozialdemokratische Markenkern seit 150 Jahren. – Reinhard Kniepkamp


Leserbrief zu „Die Rache des Burgherrn“ von Peter Kümmel

Ja, Uli Hoeneß hat als echter bayrischer „ Hau-drauf“ das Zeug dazu, es noch weiter zu bringen als derzeitiger Präsident des FC Bayern München. Er müsste sich nur in die CSU-Ganoven-Galerie einreihen, um diese als Retter Bayerns aus dem Tal der Tränen zu neuen Höhenflügen zu führen. Ein erster Schritt dazu wäre die Ablösung von Horst Seehofer als CSU-Parteichef auf dem kommenden Parteitag. Demut ist dabei wahrlich nicht gefragt! – Hans-Henning Koch


Leserbrief zu „»Regieren ist radikal«“ von Matthias Geis

„Für Angela Merkel und Volker Bouffier geht es abwärts und Sie sehen einer düsteren Zukunft entgegen“ Millionen gleichaltrige Rentner wären überglücklich mit einer siebenstelligen Rente/Pension. Für beide gibt es nur eine Lösung: Die Zeichen der Zeit erkennen, aufhören und einer altersgerechten Freizeitbeschäftigung nachgehen. – M. Rack


Leserbrief zu „Was für ein Gebrüll“ von Johanna Schoener

Ich bin Kinderkrankenschwester, Still-und Laktationsberaterin IBCLC, Kursleiterin für bindungsorientierte Eltern-Kind Kurse und habe selbst einen Sohn, der mittlerweile 21 Jahre alt ist. Heute erschien in Ihrer Print-Ausgabe „Was für ein Gebrüll“ Beim Lesen stellten sich mir sofort einige Fragen, Ihr Artikel irritierte und verärgerte mich.

1) Gleich zu Beginn beschreiben Sie die Besucher des AP Kongresses auf eine Art und Weise, die ich so nicht stehen lassen kann. Wenn es mir zeitlich möglich gewesen wäre, hätte ich an diesem Kongress ebenfalls teilgenommen und ich bin:

  • keine junge Frau (ich bin 53 Jahre)
  • ich habe kein Baby mehr
  • trage keine Reiserucksäcke
  • stille nicht mehr
  • keine Veganerin
  • gehöre keiner Sekte oder einer sonstigen Vereinigung an

Schon in den ersten 10 Zeilen schaffen Sie so ein Bild, das nicht der Realität entspricht. Es waren nicht nur „Hippies“, „Tragemamis“, Langzeit-Stillmamis“ und „Ökomamis“ vor Ort, sondern qualifizierte Fachleute aus verschiedenen Bereichen.

2) Sie schreiben: „Unter virtuellem Getöse haben sich Attachement-Parenting-Anhänger in diesen Tagen auf die „Elternschule“ gestürzt. Dies ist eine Behauptung, die die Reaktionen verallgemeinert. Sicherlich haben einige sehr emotional und unsachlich reagiert. Hier fehlt aber der Zusatz, dass sich viele renommierte Fachleute kritisch, fachlich und sachlich zu dem Film geäußert haben. Auch der Kinderschutzbund sollte nicht „belächelt“ werden, sondern als die Institution gesehen werden, die er ist.

3) Den meisten Kritikern des Films geht es nicht darum, sich zu weigern, einander zuzuhören, oder nicht mehr sachlich zu diskutieren. Es geht hier vor allem um das Kinderrecht auf Gewaltfreiheit. Da die Kinder noch zu klein sind, um dies selbst einfordern zu können, brauchen sie eine Stimme.

4) Sie unterstellen vielen Kritikern, dass den meisten „Hörensagen“ genügt. Dazu kann ich nur sagen: Mein Mann und ich haben uns den kompletten Film angesehen und ich gebe Ihnen hier nur ein paar Beispiele:
Es werden fachlich korrekte Aussagen komplett aus dem Kontext genommen bzw. bekommen einen anderen „negativen“ Namen. So wird z.B. gesagt, dass Kinder und auch schon Kleinkinder „Egoisten“ seien und man ihnen mit Grenzen und Härte zeigen müsse, wer „der Chef“ ist. Richtig ist, dass kleine Kinder neurowissenschaftlich noch nicht Empathie-fähig sind und dies dadurch lernen, dass mit Ihnen empathisch umgegangen wird. Das heißt, Ihre ganz subjektive „Not“ zu erkennen und darauf liebevoll einzugehen

Im Film aber wird den Eltern beigebracht, die Kinder zu ignorieren, hart zu bleiben, sie nicht zu trösten und ihnen auch nicht die Nähe zu geben, welche sie brauchen. Das Personal macht sich z.T. über das Verhalten der Kinder lustig und belächelt ebenso die ganz natürlichen Reaktionen der Mutter. In der Hirnforschung weiß man mittlerweile (und kann dies auch durch Untersuchungen und Scans belegen), dass es für die Gehirnentwicklung von Kindern immens wichtig ist, dass viel Oxytocin und Serotonin ausgeschüttet wird. Im Stress schüttet der Körper massiv Cortisol und Adrenalin aus, was wiederum (mittlerweile auch darstellbar) zu Verletzungen des kdl. Gehirns führt und die Schmerzen den körperlichen gleichgestellt werden müssen. In unserem Grundgesetz steht, dass unsere Kinder ein Recht auf Gewaltfreiheit haben. Hierzu zählt nicht nur Physische sondern auch Psychische.

5) Ich finde es bedenklich, dass jemand wie Herr Langer, der sich mit „Verhaltensauffälligkeiten“ bei Kindern befasst, sie therapiert und in seinem, an den Artikel anschließenden Interview mit den Worten äußert:“ Bindung ist auch bei uns das Kernthema…“ angeblich nicht weiß, dass Bindungsorientiertheit auch schon in Deutschland angekommen ist. Das lässt vermuten, dass Herr Langer sich nicht wirklich mit diesem Thema und den damit verbundenen Evidenzen befasst.

6) Bindungsorientiertheit ist kein „Mainstream“ oder eine Laune, es basiert auf wissenschaftlichen Erkenntnissen in der Hirnforschung, Neurowissenschaft, Sozialwissenschaft, Epigenetik, Evolutionsbiologie.

7) Zum einen bemängeln Sie in Ihrem Artikel, dass (angeblich) viele sich ihre Meinung nur durch Ansehen des Trailers gebildet haben. Wenn aber dann Dr. Karl Heinz Brisch, nachdem er den Film im Kino gesehen hat, eine Stellungnahme abgibt, heißt es in Ihrem Artikel „Ein Urteil auf Basis des Kinofilms. Bis heute hat keiner der Kritiker Dietmar Langer angerufen….“ Ja es geht um die Kritik an dem Kinofilm und hat Herr Langer schon einen seiner Kritiker angerufen? Dies hat für mich nichts mit neutralem Journalismus zu tun!

8) Ein kleines Kind in ein Gitterbett zu bringen, den Raum komplett abzudunkeln, die Bezugsperson nicht mehr zuzulassen und nur eine mit Taschenlampe bestückte Pflegeperson anzubieten, die lediglich schaut, ob eine lebensbedrohliche Situation besteht hat nichts mehr mit liebevollem sondern nur noch konsequentem Ansatz zu tun.

Mich würde interessieren, welche Expertisen Sie, Frau Schoener, vorweisen können um sich fachlich mit dieser Thematik zu befassen

  • Aus welchem Grund werden Herrn Langer`s Aussagen im Interview nicht einmal hinterfragt bzw. wird nicht nach belegbaren Quellen gefragt
  • Wie vereinbart sich dieser Artikel mit dem am 23.10. auf Spiegel online veröffentlichten Artikel „Geheilt oder nur gehorsam?“
  • Wo ist das von Ihnen angekündigte Interview mit Dr. Karl Heinz Brisch?
  • Sicherlich wäre es auch interessant, die Historie der Klinik sowie die Finanzierung des Films einmal genauer zu recherchieren – Elke Bothe

Leserbrief zu „Eben mal die CSU retten“ von Matthias Krupa

Im Artikel begegnet uns wieder einmal Horst Seehofers Watschenbaum, leider so falsch, wie unser tief gekränkter Innenminister ihn kürzlich ins Mainstreamdeutsche eingeführt hat. Ein Watschenbaum ist nämlich, wie jede und jeder der bayerischen Sprache Mächtige weiß, keineswegs ein Sündenbock, er sammelte nicht die Watschen ein, ganz im Gegenteil: Er verteilt sie. „Gleich fällt der Watschenbaum um“ ist die altbekannte Drohung, dass es gleich Ohrfeigen gibt. Da Seehofer in seiner kurzen Berliner Zeit seine Muttersprache unmöglich vergessen haben kann, müssen wir von einer Fehlleistung ausgehen. Womöglich wollte er Watschengesicht sagen. Ein solches nämlich provoziert, etwa durch Dummheit gepaart mit Überheblichkeit, dazu, regelrecht abgewatscht zu werden. – Monika Baumüller


Leserbrief zu „Der China-Hype“ von Josef Joffe

Wenn irgendjemand vor den explodierenden Menschenmassen der Jetzt-Zeit warnt, so wird er belächelt und sanft beruhigt: Bereits in diesem Jahrhundert könnte die Menschheit ihr Maximum überschritten haben, da die Leute nicht mehr soviele Kinder bekommen. Genau diese Leute werden von Ihnen als „gebärfaul“ und Gesellschaftsproblem bezeichnet. Letztlich haben Sie bzw. wir alle die Wahl zwischen der vorübergehenden Überalterung einzelner Gesellschaften oder einem unendlichen Wachstum der Menschheit. Wie hätten Sie´s gerne? – Dr. Christian Voll


Leserbrief zu „Unter Wolksern“ von Ulrike Gastmann

Volle Zustimmung! Man darf Heimatliebe, Traditionsbewusstsein, Erinnerungskultur nicht den Höckes und Gaulands überlassen. Neben lokalen Geschichten, die es zu pflegen gilt, gibt es auch deutschlandweit Vieles, das in die Gegenwart geholt zu werden verdient. Denn in der bundesrepublikanischen Erinnerungskultur droht alle Vergangenheit von dem hakenkreuzförmigen „Schwarzen Loch“ der deutschen Geschichte verschluckt zu werden – das „gute“ Deutschland beginnt erst 1949 mit dem Grundgesetz. Hier gibt es einiges nachzuholen: In der politischen Dimension z.B. die alte freiheitliche deutsche Tradition im Alten Reich, dem „Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation“, das von Napoleon 1806 zu Grabe getragen worden ist. Zwei Beispiele: Rechtsstaatlichkeit gibt es nicht erst seit dem Bundesverfassungsgericht, sondern schon viele Jahrhunderte früher mit dem Reichskammergericht. Auch die modernen individuellen Freiheitsrechte haben ihre Vorläufer in der Glaubens- und Gewissensfreiheit, die in Deutschland seit dem Westfälischen Frieden 1648 staatlich garantiert waren – davon konnten die Franzosen im Zeitalter des Absolutismus nur träumen. Und unsere Geistesgeschichte ist mit den beiden großen Höhepunkten Goethezeit und 1920er Jahre ein nahezu unerschöpflicher Brunnen, randvoll mit wegweisenden und subversiven Gedanken. Im schnelllebigen Digitalisierungs-Zeitalter ist der Mensch zu einer bloßen, nebligen Gegenwärtigkeit verdammt. Wir schrumpfen geistig gewissermaßen ins Eindimensionale: ohne Vergangenheit und ohne Zukunft. Lasst uns den Kopf aus dem wabernden Twitter-Meer herausheben und uns orientieren: Wo kommen wir eigentlich her und wo wollen wir hin? An dem Jahr 1813, dem Jahr der Völkerschlacht, Maß zu nehmen wie die Sachsen in Liebertwolkwitz, ist eine gute Idee. – Olaf Hähner


Leserbrief zu „Was für ein Gebrüll“ von Johanna Schoener

In der heute erschienenen Ausgabe der „Zeit“ fand ich Ihren Artikel zur kontroversen Diskussion des Films „Elternschule“ und das Interview mit Flerrn Langer. Sie schreiben: es ist kaum möglich sachlich und vorurteilfrei über das Thema zu diskutieren. Ich finde, dass auf Ihren Artikel vom 3.10. viele sachkundige, bedenkenswerte, engagierte Leserkommentare folgten. Von „Attachment Parenting“ sprach dabei niemand. Den meisten Ihrer Leser war dieser Begriff wahrscheinlich nicht bekannt (wie auch mir). Eigene praktische Erfahrungen als Eltern dürften eher der Grund für kritische Kommentaren gewesen sein. Wurden Sie nicht nachdenklich beim Lesen der seit Veröffentlichung Ihres ersten Artikels im Internet erschienenen Diskussionsbeiträge von Fachleuten? Hier ist z. B. ein Link zum Artikel des Kinderarzts Dr. Renz-Polster: https://www.tagesspiegel.de/berlin/umstrittener-film-ueber-erziehung-eltern-duerfen-kinder-nicht- zum-essen-zwingen/23204478.html Was ist falsch daran? Sie vermuten dass Stellungnahmen von Verbänden (ich fand Kinderschutzbund, Psychiatrie- Verbände) eher taktisch als sachlich motiviert sind. Vielleicht wäre eine Auseinandersetzung mit den Argumenten der Verbände lohnend? Was Herrn Langer betrifft: Die Frage, ob der fast zweistündige Film den Klinikalltag adäquat abbildet muss er beantworten, davor kann er sich nicht drücken. Wenn das nicht der Fall ist – wozu wurde der Film gemacht? Warum wurden zum Thema Elternschule überhaupt ein zweiter Artikel und ein Interview veröffentlicht, welche die Position von Herrn Langer und der Gelsenkirchener Klinik stützen? Fragen Sie doch mal echte Fachleute – Freunde und Verwandte mit kleinen Kindern, was sie von den dargestellten Erziehungsmethoden halten. Und bleiben Sie kritisch gegenüber selbsternannten Experten wie Herrn Langer! – Regine Sojref


Leserbrief zu „Kopf ab und heiter weiter“ von Hanno Rauterberg

Ein überaus anschauliches Stimmungsbild der italienischen Renaissance, das Hanno Rauterberg da ausmalt. Offensichtlich handelt es sich vorrangig um florentinische Malerfürsten des Medici-Zeitalters, die in der mehrfach als solche zitierten „Münchner Ausstellung“ noch bis zum 27. Januar 2019 mit repräsentativen Werken gezeigt werden. Ich habe den Beitrag gleich mehrfach hochinteressiert gelesen, ohne freilich herausfinden zu dürfen, wo und unter welchem Titel die aktuelle Ausstellung in München stattfindet. Auch die Seiten „Museen & Galerien“ verschaffte mir leider nicht die dem Anspruch jener Epoche gemäße Aufklärung. – Jochen Freihold


Leserbrief zu „Deutschland hängt sich ab“ von Marc Brost

Wenn ich den Artikel lese, frage ich mich ob Sie den aktuellen Konsultationsentwurf (AZ: BK1-17/001) der Bundesnetzagentur gelesen haben. Da sind explizit Vorgaben für die Versorgung an „fahrgaststarken Bahnstrecken“, Bundesautobahnen und sogenannten „weißen Flecken“ beschrieben. Außerdem sind neben den bundesweiten Frequenzen weitere Frequenzen „für lokale und regionale Zuteilungen „ vorgesehen. Dazu ist bereits ein Antragsverfahren zur Kommentierung veröffentlicht. Sie schreiben, dass flächendeckendes 5G eine Voraussetzung für autonomes Fahren ist (was so auch nicht korrekt ist, aber lassen wir das mal so stehen) und gleichzeitig bieten Sie als eine alternative Lösung an, ein Netz aus vielen kleinen regionalen und lokalen Netzen zu bauen. Das sehe ich als einen erheblichen Widerspruch an, da eine flächendeckende Versorgung damit erst recht nicht zu erzielen ist. Das wäre dann doch nur ein Flickenteppich. Das „neue digitale Technologien“ in Zukunft nicht mehr von deutschen Firmen entwickelt wird ist zumindest, was die zugehörige Infrastruktur angeht, heute schon der Fall. Die dazugehörigen Firmen sitzen in Schweden, Finnland und China. Applikationen werden allerdings heute schon und wahrscheinlich auch in Zukunft weiterhin hier entwickelt. Ich wünsche mir etwas mehr Kompetenz bei solchen technischen Themen und nicht die üblichen Rundumschläge gegen die großen Netzbetreiber und Frau Merkel – die alle durchaus für Ihre (Geschäfts)Politik kritisiert werden dürfen. – Peter Damerau


Leserbrief zum Titelthema „Wer versteht noch die Welt?“

Ich begrüße Ihr Bemühen, doch zweifle ich daran, ob Ihnen auch nur ansatzweise mit der “Philosophie” eine Lösung Ihrer Frage gelingt, auf deren Ansichten Sie sich vornehmlich zu beziehen scheinen. Ich fürchte, Sie führen eine Pseudo-Debatte für Intellektuelle Ihrer Zeitung, ohne Nutzen für das breite Volk der Gesellschaft – die klare – reale Antworten – statt `Wortgeschwülste´ erwartet. Die Philosophie ist – laut Duden – zwar eine Grund- aber nur eine `Denk´wissenschaft und ob Sie damit die heutige globalisierte Zeit hilfreich erklären können, erschließ sich mir nicht. In der philosophischen Betrachtung wird den naturwissenschaftlichen Erkenntnissen zum Faktor `Mensch´ kaum eine Bedeutung beigemessen, d.h. den biologischen Strukturbedingungen (Mehrstufigkeit des Gehirns, den genetischen “Verhaltensbedingungen”, dem sozialen `Prägungs´verhalten durch bestimmendes Erziehen und Lernen, und den letztlich auch biologisch bedingten “Anlagen” der Psyche und deren vielfältige Bedingungen auf “menschliches Verhalten”. Es ist anmaßend und unverzeihlich, in der Philosophie der Weisheit letzter Schluss zu sehen. Ich beziehe mich nur auf das Buch von Isaiah Berlin, “DAS KRUMME HOLZ DER HUMANITÄT”, S. Fischer-Verlag Ffm, 1992 und zitiere: “[A]us so krummem Holze, als woraus der Mensch gemacht ist, kann nichts ganz Gerades gezimmert werden”.

Immanuel Kant, Idee zu einer allgemeinen Geschichte in weltbürgerlicher Absicht (1784) Kants gesammelten Werke, Berlin 1910ff. Bd 8, S. 23. Frau E. von Thadden bezieht sich auf den “Aufklärer” Karl Phillip Moritz, ebenfalls aus 1784. Nur in einem anderen Sinne, wie mir scheint, in philosophischem und nicht real-naturwissenschaftlichen Sinne. ErbärmlIch: “Der Mensch steht im Mittelpunkt” und nicht irgendeine “Ideologie”, sondern wenn, naturwissenschaftliche Ergebnisse ! Willkommen, was Sie uns an geschwülstigen, philosophischen `Wortschöpfungen´ noch bieten. Ich hoffe, Sie vernachlässigen die `Substanz´ nicht – dass auch “niedere Intellekte” sich in Ihren “Ergüssen” zurechtfinden. Sie haben wirklich ein besonderes Talent, – wissens- und lernfähige Leser – zu `demotivieren´, sich Ihre Zeitung zu Eigen zu machen. Ich habe 50 Jahre mit mir gekämpft, Sie im Abo zu halten bzw. jetzt nur mehr zu lesen, weil mir Ihr Snobismus und Ihre Arroganz stets die Laune verdorben haben. Aber, den Rest stehe ich noch durch – Ihrer Serie – der `Philosophie`- der Lieblingsbeschäftigung der “Intellektuellen”, die ich als die “unproduktivsten” Gilde der Gesellschaft – “Künstler” – ja – oder sind es nur “definierte” – betrachte? Aus `naturwissenschaftlicher´ Sicht will ich Ihnen – je nach Serien – noch paar Anmerkungen zukommen lassen. – Nikla Krost


Leserbrief zum Titelthema „Wer versteht noch die Welt?“

Mein Name ist Paul Steffen, ich bin 21 Jahre alt und studiere in Köln Philosophie und Englisch BA. Als Teil der internet Geprägten Generation, greife ich eher selten zu einer gedruckten Zeitung. Als Philosophie Student dagegen weiß ich aber auch, wie wichtig gedruckter Text ist und so las ich grade den neuen Philosophie Teil in Ihrer Zeitung. Leider wird diese Geisteswissenschaft, und insbesondere der Prozess des kritischen Denkens, immer häufiger überschattet durch schnelle Entscheidungen und das Unwillen, sich auch mit Unangenehmen Themen und den eigenen Abgründen auseinander zusetzen. Genau deswegen habe ich mich ehrlich gefreut einen Artikel über das Denken selbst zu lesen, der sehr klar verständlich ist, und auf den Punkt bringt, warum Vernunft-geprägtes Nachdenken so wichtig ist. Mein ganzes Leben lang habe ich schon in alle möglichen Richtungen nachgedacht und mich auch gerne zurück gezogen um alleine mit meinen Gedanken zu sein. Mein Vater ist einer der größten Denker die ich kenne. Seine liberalen Denkmuster habe ich wohl übernommen. Ihn beschäftigen seit langem die Grundmuster des Menschseins, und wie es kommt, das „Menschlichkeit“ verloren geht. Ähnlich wie im Gespräch mit Achille Mbembe (im übrigen eine sehr gute Analyse über Afrika), geht es um zwei Grundbedürfnisse des Menschen: Freiheit und Verbundenheit.

Diese Begriffe umfassen natürlich mehr als die deutsche Sprache es in zwei Worten fassen kann (alternativ passt auch Autonomie & Anerkennung). Jedenfalls fängt die „Menschwerdung“ schon im Mutterleib an, wohl die engste Bindung die zwei Menschen eingehen können. Nach der Geburt braucht das Kind, das sich sowieso in ständiger Entwicklung befindet, sehr viel Zuneigung, schon rein evolutionär gesehen überlebenswichtig für das Neugeborene. In der weiteren Entwicklung, der Jugend und dem Erwachsenwerden, wird die Selbstständigkeit wichtig (Autonomie). Dennoch ist die Akzeptanz im Umfeld genauso wichtig (Anerkennung). Die These die mein Vater, und wohl auch Ich, vertreten ist; dass wenn eines dieser beiden (vielleicht auch zunächst nicht überlebenswichtigen Bedürfnisse) gestört ist, im Ungleichgewicht oder gar nicht vorhanden, lässt dich das direkt auf die Psyche des Menschen abbilden. Jemand der nicht geliebt wird, sucht krankhaft nach Aufmerksamkeit (Beispiel Donald J. Trump). Jemand der unfrei ist, bedroht oder unterdrückt wird, tut alles damit er irgendwann frei ist (Beispiel Islamitische Terroristen die sich nach der Freiheit im Paradies sehnen). Natürlich sind das wohl zwei sehr extreme Beispiele und wenn es eine Skala gäbe, wären viele schwächere Beispiele (wie allgemein eine Depression, Agression/Hass) möglich, aber extrem verstehen wohl alle am besten.

Gut. Vielleicht lehne ich mich als junger Erwachsener grade sehr weit aus dem metaphorischen Fenster, aber ich war gerade sehr inspiriert meine aktuellen Gedanken mal schriftlich zu erfassen und warum dann nicht gleich an die ZEIT. Wer nicht möchte, muss es ja nicht lesen. Aber besser ich schreibe mal was als ein unnützes Video zu schauen oder noch schlimmer: Fernsehen. In diesem Sinne, Danke für den neuen Philosophie Teil. – – Ein/e Leser/in


Leserbrief zu „Die Rache des Burgherrn“ von Peter Kümmel

Der Artikel lässt erahnen, wie sehr die Zehen schmerzen, auf die Hoeneß getreten ist. – Wolfgang Burkhardt


Leserbrief zu „Eben mal die CSU retten“ von Matthias Krupa

Wenn er sich sonst nichts vorgenommen haben sollte, bitte schön! Was ist eigentlich das Gegenteil von; die eigene „Partei-gegen-die-Wand-fahren-zu-wollen“? – Klaus P. Jaworek


Leserbrief zu „Was für ein Gebrüll“ von Johanna Schoener

Im Artikel geht es direkt nach der Überschrift weiter mit aufgebrachten Müttern und alarmierten Experten. Was ist mit den aufgebrachten Vätern und alarmierten Expertinnen? Ist sich die Zeit nicht zu schade weiter die irrtümliche Idee zu verbreiten, dass nur Mütter Eltern sind und nur Männer Experten? – Johanna Claass


Leserbrief zu „Die Rache des Burgherrn“ von Peter Kümmel

Die sportliche Philosophen-Abteilung des FC Bayern München hat öffentlich philosophiert, aber leider ohne den großen Philosophen Paul Breitner. Der ist seither nur noch in der Schmollwinkel-Abteilung des FC Bayern zu finden. Vielleicht wäre dieses Philosophie-Modell doch auch einigerma(a)ßen „groKogeeignet“! – Klaus P. Jaworek


Leserbrief zu „Ich bin die Hecke“ von Götz Hamann

Danke für diesen Artikel, die grauenvollen Schotterwüsten finden sich leider überall. Sie scheinen sich wie eine ansteckende Krankheit auszubreiten. Auf einer Fahrradtour in diesem Sommer ist mir beim Durchradeln der vielen kleinen Orte am Rhein leider nur dieses Gedicht eingefallen.

Monokulturen
(Biffarhaustüren/Kärcher/Maisfelder und SCHOTTER)

Verkaufte Haustür’n, war der Held,
in ..rath,..broich,..busch, in meiner Welt,
wo Korn, Milch, Fleisch, Getreide steht,
da war ich täglich unterwegs,
mit Hochglanzhaustürkatalog,
aus buntem Kunststoff und ich log:
„Mach‘ einbruchsicher ..rath,..broich,..busch“,
so wurd‘ ich reich mit Plastikfusch.

Und bis der Letzte festgestellt,
dass keine Tür den Klau fernhält,
bin ich auf Kärcher umgestiegen,
bestück‘ das Land von …broich bis Siegen.
So trägt der …rath,..broich,..buscher Mann,
ein Hochdruckhalfter dann und wann,
hochdruckt so Alles, rund ums Haus,
nichts weicht dem Wasserstrahl mehr aus.

Es glänzt‘ die bunte Kunststofftür,
der Hof die Einfahrt, alles hier.
Doch stanken Misthaufen und Kuh,
da kam ich auf ’nen Supercoup.

Verkaufte Raps, Mais, Monosamen,
Windradgrund in meinem Namen,
mein Konto wuchs jetzt immer flotter.
Ich machte Geld, ich machte Schotter.
Nicht nur in ..rath,..broich,..busch auch ..hagen,
in Ober…, Unter…, will jetzt sagen,
durch Mono reich, dann auch in … hausen,
nicht nur die Käufer sind Banausen,
ich, der Verkäufer schräger Held,
Monokultur macht‘ ich zu Geld.

Noch einmal bin ich umgestiegen,
mein Business, es wurd‘ gediegen,
verkaufe Schotter, Rindenmulch,
für Vorgärten an jeden Knilch,
aus ..rath,..broich,..busch und auch aus …hagen,
aus Ober…, Unter…, will jetzt sagen,
mein Kontostand wächst immer flotter,
mache jetzt Geld aus eig’nem Schotter. – Christa Keiser


Leserbrief zur Grafik „Wenn das Eis weicht“ von Anne Gerdes und Stefan Schmitt

Ohne Eis, da saufen wir einfach gnadenlos ab, und die traurigen Reste, die werden von Orkanen, Hurricanes oder sonstigen Naturgewalten geplättet. „Nordwestostsüd-Passagen“ werden im Jahre 2050, in der Schifffahrt, so gut wie keine große Rolle mehr spielen. Mensch versenk einfach deine verschwurbelten Träume von einer heilen Welt, mit einer letzten „Traumschifffahrtsreise“ übers „Plastikmüllmeer“! – Klaus P. Jaworek


Leserbrief zu „Ich bin die Hecke“ von Götz Hamann

Diesen Beitrag habe ich als Erstes gelesen, weil das Thema mich schon seit Monaten umtreibt. Ich verfolge in meinem Wohnort den Baufortschritt einer Neubausiedlung am Stadtrand und bin jedesmal erschüttert, wenn ich dort gehe. Große Häuser auf kleinen Grundstücken. Wer hätte das gedacht: Der Walmdachwinkelbungalow ist wieder da!! Fast jedes Grundstück bekommt eine Schotterfläche, drumherum ein sicher nicht ganz billiger Metallzaun. Die Schotterfläche geschmückt mit Figuren. Könnte das schon ein Vorgriff auf die zukünftige Grabgestaltung sein? Es gibt nur wenig Rasen, geschweige denn Beete mit Stauden und Büschen. Kein Raum für Biene , Schmetterling und Vögel. Wo bleibt die Reaktion auf die Warnungen von Nabu, Bund und den Imkern? Die Stadtverwaltungen und Bauämter müssen dringend reagieren! – Hiltrud Meuter


Leserbrief zum Titelthema „Wer versteht noch die Welt?“

Verstand jemals jemand die Welt? – Ulrich Kerkhoff


Leserbrief zu „Über gefährliche Patienten“ von Harald Martenstein im ZEIT Magazin

Sagen Sie Ihrem Herrn Martenstein doch mal, dass Nidal R. allenfalls der bekannteste, nicht aber der berühmteste Intensivtäter Berlin sein kann. Ruhm ist etwas anderes. – Dietmar Riedel


Leserbrief zu „Damals“ und zu „Heute“ von GVR

Bilder sagen mehr als tausend Worte, auch wenn es dem Subtext des Autors widerspricht. Ich empfinde die Gegenüberstellung der Flüchtlingsschlange „Damals“ – Höhepunkt der Flüchtlingskrise an der ungarischen Grenze – und „Heute“ – Flüchtlinge aus Honduras auf dem Weg in die USA – irritierend und aufschlussreich zugleich. Damals schienen ausschließlich junge Männer „auf ihrer Flucht vor Armut, Kriminalität, Korruption oder Diktatur“ zu sein. Heute sind offensichtlich viele Frauen und Kinder unter dem Zug der Geflüchteten vor „Armut, Kriminalität und Korruption“. – Roland Klein


Leserbrief zu „Was für ein Gebrüll“ von Johanna Schoener

Dass die ersten aufkommenden Vorwürfe so abgetan wurden, als kämen sie nur von ‚Müttern‘ und Menschen die fachlich keine Ahnung haben, finde ich nicht besonders galant, kann ich aber noch nachvollziehen – die Filmemacher und die Klinik sind einfach wahnsinnig überzeugt, sonst gäbe es ja nicht so einen Film. Auch, dass nicht mit dem Gegenwind gerechnet wurde, glaube ich aufs Wort – eben wegen dieser Überzeugung! Da ist, in den meisten Menschen, Gegenwehr erst Mal der erste Impuls – und den ‚Gegner‘ klein machen und lächerlich machen eben die Strategie, die sie kennen. Das sieht man im Film : in der Art wie über die Eltern gesprochen wird und noch mehr in der Einstellung gegenüber den Kindern. Was ich weniger verstehe ist, dass es ja schon Statements gibt, dass Krankenkassen teilweise seit Jahren die Klinik nicht bewilligen – das kann ja auch an so einer Klinik nicht vorbei gehen, ohne dass die es bemerken und hinterfragen. Dass dieser Artikel, der sich, wie die Anderen dazu aus ihrem Blatt, sich nie auf die fachliche Kritik einlassen, aber nicht weniger werden, je mehr wirklich versierte Menschen sich dazu einbringen – mit Quellen, Belegen, Studien – oder sehr elementar, dem Kinderschutzbund – DAS verstehe ich nicht! Wieso werden die Kritiken auf ein ’schwaches‘ Element (Helikopter Eltern,AP-Seite,..) runtergebrochen, aber mit keinem Wort erwähnt, dass es viel fachliche Kritik gibt und dieser auch Raum geboten? Beste Grüße, jemand, der sich für die fachliche Seite der Diskussion interessiert und bei Ihnen leider nur Einseitigkeit dahingehend entdecken kann – Ein/e Leser/in


Leserbrief zu „Deutschland hängt sich ab“ von Marc Brost

Ich habe mal kurz gerechnet. 2017 betrug der Mobilfunk-Umsatz (nicht Gewinn) der Telekom in Deutschland ca. 8,6 Mrd. Euro bei einem Marktanteil von ca. 30%. Insgesamt sind das etwa 29 Mrd. Gesamtumsatz. Wenn wir im Vergleich zu anderen Ländern 30 Mrd. zu viel zahlen, heißt das, dass man eigentlich noch etwas herausbekommen müsste. Das müssen ja paradiesische Zustände in anderen Ländern sein! – Werner Fischer


Leserbrief zu „Ich bin die Hecke“ von Götz Hamann

Der Flächenfraß ist sehr gefräßig und er macht selbst vor privaten Gärten nicht Halt. Der Flächenfraß dreht dir freundlich schöne Augen hin, bis dir das Lachen schier im Halse stecken bleibt; er lullt dich einfach platt! Ratzfatz ist alles rundumversiegelt und zubetoniert, eine wahre Augenweide! – Klaus P. Jaworek


Leserbrief zu „Die Rache des Burgherrn“ von Peter Kümmel

Wenn man Peter Kümmels Artikel liest – auch ohne die gesamte Pressekonferenz mit Hoeneß, Rummenigge und Salihamidzic gesehen oder im Kopf zu haben – fallen mir nur zwei Kommentare bzw. Bemerkungen ein.
Erstens: Dieser Artikel ist ein Kommentar – ohne ihn so zu kennzeichnen. Als Schüler oder Student hätte Kümmel dafür eine „6“ bekommen – Thema verfehlt.
Zweitens: Psychologisch betrachtet scheint der Autor sich ja vor allem von Uli Hoeneß und seinen Äußerungen (Rummenigge und Salihamidzic erwähnt er nur kurz) erwischt zu fühlen. Anders sind seine ausführlichen, ins Persönliche gehenden Tiraden gegen den Bayern-Präsidenten nicht erklärbar. Zu Hoeneß kann man stehen wie man will, aber dass die dünnhäutige Journalistenschar (hier Kümmel) bei Kritik an ihrer Arbeit direkt verbal Amok läuft, lässt einen doch ratlos zurück – der Journalist als Wutbürger. Wer austeilt, sollte auch einstecken können – dies gilt für Hoeneß wie für Kümmel. Finde ich. – Christoph Müllers


Leserbrief zu „Ich bin die Hecke“ von Götz Hamann

Auch in früheren Zeiten gab es schon sterile Gärten, in denen nur ein paar Koniferen – beliebt waren serbische Fichten – inmitten gepflegter Rasen- flächen standen, umzäunt von Thujenhecken. Vor allem in den fünfziger- bis achtziger Jahren sah man das nicht selten. Man wollte es pflegeleicht und sauber haben. Aber damals gab es rundherum noch Natur mit Wiesen voller Blumen und Schmetterlingen, statt Maisfeldern und das Gras, das in große Plastikballen gepresst wird. Wer heute sterile Gärten anlegt, handelt wider besseres Wissen. Auf der einen Seite zeigt man sich betroffen von dem Insektensterben und der zunehmenden Artenarmut auf landwirtschaftlichen Flächen, auf der anderen Seite legt man ökologisch tote Gärten an, in denen Mähroboter keinen Grashalm mehr in die Höhe wachsen lassen. Immer mehr in Mode kommt, seine Grundstücke nicht nur mit Gabionen, sondern mit immergrünem Kirschlorbeer abzuriegeln. In diesen findet man keine Vögel mehr. Zugleich bedauert man aber, dass es immer weniger Spatzen gibt. Von dem Schicksal der Schwalben möchte ich gar nicht erst anfangen. Aber diese Schizophrenie kann man ja auch in anderen Bereichen beob- achten. Man beklagt die Zerstörung der Regenwälder, um riesige Soja- bohnenfelder für Tierfutter zu anzulegen und zugleich verzehrt man mehr- mals in der Woche Fleisch. Man zeigt sich betroffen von der zunehmenden CO2- Belastung der Atmoshäre und fliegt mehrmals im Jahr in Urlaub und fährt SUVs. Noch ein Beispiel gefällig: Man verurteilt die Ausbeutung der Arbeiterinnnen in den Textilfabriken in Fernost, trotzdem können die Klamotten nicht billig genug sein. Die Liste ließe sich noch fortführen. Was kann man tun? Aufklärung allein reicht offensichtlich nicht. Wie wäre es mit einer Art Abwrackprämie für Gärten, die die ökologischen Grenzwerte nicht erfüllen? Die Baumärkte und Gartencenter sollten das mal durchrechnen. – Robert Höpfner


Leserbrief zu „Die infizierte Bank“ von Manuel Daubenberger et al.

Mit wachsender Wut verfolge ich Ihre Berichterstattung über den Cum-Ex-Skandal. Da plündern kriminelle Banker und Geschäftemacher über viele Jahre die Steuerkassen Europas. Allein dem deutschen Staat entgehen mindestens 30 Milliarden Euro. Als man es schließlich merkt, vergehen wieder viele Jahre, bis die Steuerschlupflöcher geschlossen werden. Die europäischen Partner werden nicht informiert. Und welche Konsequenzen hat dieses unfassbare Politikversagen für die verantwortlichen Finanzminister? Der eine (Peer Steinbrück) erteilt seinen Parteifreunden kluge Ratschläge über die richtige sozialdemokratische Strategie, der andere (Wolfgang Schäuble) ist hochgeachteter Parlamentspräsident und wird (auch von der ZEIT) als denbarer, würdiger Kanzler gehandelt. Aber wehe, ein Minister lässt mal einen dummen Spruch los! „Untragbar, sofortiger Rücktritt!“, schallt es aus allen Gazetten. Die Veruntreung von Milliarden scheint dagegen eine Bagatelle zu sein. – Wilfried Rahe


Leserbrief zum Titelthema „Wer versteht noch die Welt?“

„Wer versteht noch die Welt?“ Das Hauptthema der gestrigen „Die Zeit“ hinter mir, bricht meine Frau in das Glücks-Thema von Xenius auf Arte mit der Nachricht: In Sassnitz auf der Insel Rügen wurde eine Frau mit 3 Promille aus dem Verkehr gezogen, der 4 Monate alte Säugling sei aus dem Kindersitz gefallen. Beide seien ins hiesige Sana-Krankenhaus eingeliefert worden. 3:4 war somit kein Fußball-Ergebnis. Epigenetisch vielleicht doch, jedoch vor 13 Monaten? Ein Anschluss unter dieser Nummer.

Schon die Ostsee-Zeitung vom 25.10.2018 war der Hammer mit der Ausführung auf Seite 10 „Keine Angst vor Konkurrenz aus China!“ Man sollte den dort abgebildeten vorgealterten Glatzköpfen mit Nacken- und Bauchfett noch unseren Gesundheits- und Wirtschaftsminister Harry Glawe zugesellen, da man ja schon den Visionär Winterkorn auf gleicher Seite würdigte. Wenn man die Erkenntnisse des Zeit-Magazins von Niels Boeing indes dagegenhält:“Die unerträgliche Leichtigkeit des Reisens. -Wir sind zu viele, die wir da ständig den Koffer packen!“ Zweifelt man an der Fähigkeit solcher Politiker. Und der Minister Glawe ist noch ein ehemaliger Krankenpfleger, seine Frau dazu noch Nervenärztin, und der soziale Wohnungsbau erlebt gerade mit Glawe die Blüte der Katastrophe. Nur man unterstützt ja selbst Veganer, die mit Billigflügen die Luft verpesten. Dafür verzichten sie halt auf Fleisch. Man kann halt nicht alles nachhaltig sehen, auch Alkohol wirkt nachhaltig, wie man oben sieht. Ein Anruf einer geschätzten Großunternehmerin, ich habe gefehlt beim Auftritt unseres Bundes-Gesundheitsministers, man hätte ihm den „Spahn“ aus dem Hintern ziehen sollen, dann hätte er den Scheiß im wahrsten Sinne des Wortes nicht artikulieren müssen. Bin gespannt auf das Ergebnis der ausstehenden Studie über die neusten Erkenntnisse der Frauenquote. Man denke daran: Warum Einstein keine Socken trug! – Ein/e Leser/in


Leserbrief zu „Unter Wolksern“ von Ulrike Gastmann

Ich vergesse niemals ,mich zu bedanken, wenn jemand etwas für mich tut mit einem aussagekräftigen Kolumnisten-Beitrag, wie Sie ,Frau Gastmann heute. Gerade in einer Zeit, in der „herabwürdigende und hämische Berichterstattung „unser Meinungsbild dominieren und prägen wollen. Daher soll mein Wort der Anerkennung Ihren Tag erhellen. Das sinn- und identitätsstiftende bürgerschaftliche Engagement -„Dorf 1813 Fest“ Ihrer Wolkserner hat in Bayern seit langem Protagonisten und Gleichgesinnte gefunden: Kaufbeuren mit dem Tänzelfest, Augsburg mit dem Friedensfest und Landshut mit der Landshuter -Hochzeit sowie dem Drachenstich in Niederbayern. Sie sehen darin ,auch Bayern feiert seine Geschichte und keine Spießigkeit mit Trubel und Aufwand. Ich frage Sie, Frau Gastmann, ist es dabei wirklich von Belang, wer und wo diese vernünftigen Argumente zu Tradition und Heimatliebe in welchem Kontext äußert und praktiziert?

Allerdings ist „Unterlassungssünde“ nicht nur eine Ansammlung von medialen Gedanken allein. Sie ist weit mehr als nur ein Munitionslager für mediale Argumente . Das erinnert mich an die Funktionen von Geschichte.! Die geschichtliche Einordnung der Gedanken kann auch eine emanzipatorische Funktion für uns haben: Man löst sich durch die Würdigung seiner eignen Geschichte aus der Enge der Gegenwart. Und erkennt damit die lange Denktraditions-Kette, die diese Gegenwart mitgeprägt haben. So überwindet man die Vergangenheit in gewisser Weise, indem man sie analysiert und feiern kann. Damit ist die Entlastungsfunktion eng verknüpft ,mit dem Unterschied, dass hier die Vergangenheit nicht überwunden werden soll. Man will eher zeigen, dass man das Rad nicht immer wieder neu zu erfinden braucht. Es geht vielmehr um Beweissentlastung (keine Rechtfertigung),weil in vielen Bereichen schon andere die nötigen Beweise (für Tradition und Heimatliebe)erbracht haben.

Die gegenwärtigen Denkgewohnheiten irritieren und vermögen eingefahrene Perspektiven nicht aufbrechen.(auch die von Pegida als reine Ost-Bewegung). Im besten Fall ist die Wirkung von Geschichte also eine im buchstäblichen Sinne desillusionierende allein. „Mut steht am Anfang des Handelns, Glück auf Erfolg allein am Ende“(Demokrit) Das Übel an den Minderwertigkeitskomplexen einer Gemeinschaft ist, dass diese meist bei den falschen Leuten zutage treten. „Wohl ihm also, wenn er gelernt hat, zu ertragen, was er nicht ändern kann, und preiszugeben mit Würde, was er nicht retten kann“(Friedrich Schiller) – Lothar Hantel


Leserbrief zu „Die Menschen warten auf Fragen“ von Elisabeth von Thadden

Grundsatzgespräche mit einem Philosophen wie Michael Sandel sind sicherlich ein begrüßenswerter Versuch, auch politische Probleme genauer zu klären. Der Gegensatz derjenigen zwischen Befürwortern der offenen Grenzen und den Gegnern ist jedoch entscheidend auch wirtschaftlich begründet. Ein Wohlhabender kann sich großzügiger verhalten als ein Angehöriger der Unterschicht oder auch unteren Mittelschicht, ohne dass er seinen Lebensstil sehr einschränken muss. Dagegen kann z.B. In Hannover das wirtschaftlich untere Drittel der Einwohner b nicht mehr umziehen, weil es die Mieten zu hoch sind. Die Aussage der Interviewerin Elisabeth von Thadden, dass viele der Schwächsten niemals Rechtspopulisten wählen würden, widerspricht den statistischen Erhebungen über Wählerwanderungen. Anstatt ständig Etikettierungen wie „Rechtspopulisten“ zu gebrauchen, sollten im Übrigen beide Beteiligte des Interviews die Fakten genau benennen. Dies würde philosophische Grundsatzdebatten großenteils unnötig machen. Es ist nun einmal so, dass vor allem die Angehörigen der Mittelschicht emigrieren, die hohe Schleuserkosten bezahlen können, und dass das Schleuserunwesen sich zu einem gut organisierten, lukrativen Gewerbe entwickelt hat. Wenig überzeugend wirkt es deshalb, wenn Flüchtlinge mit Kindern gleichgesetzt werden, die nicht für sich sorgen können. Auch Aussage Sandels, dass Flüchtlinge wie die eigenen Kinder betrachtet werden können, dürfte dem Handeln der meisten Menschen nicht nur deshalb widersprechen. Vielleicht sollte man bei einer solchen Argumentation Schopenhauer Ansicht berücksichtigen, dass Moral in der Natur des Menschen begründet sei, und der auf die ansatzweise vorhandene Moral bei Tieren verwies. Trotz der Globalisierung, die doch letztlich auf den Prinzipien eines Marktliberalismus beruht, ist die Nächstenliebe natürlicher als die Fernstenliebe, zumal man dabei auch die Pullfaktoren der Versorgung durch die hiesigen Sozialsysteme berücksichtigen muss. – Karl Seegerer


Leserbrief zu „Wo können wir noch richtig streiten?“ von Jochen Wegner

Meine Geduld ist mit solchen Menschen, die glauben, sie sind der Nabel der Welt, am Ende. Besonders dann, wenn sie unsere Kultur nicht kennt und erlebt hat. Was bildet sich diese Unperson ein, die ein hohes politisches Amt begleitet, was schon schlimm genug ist. Das kann nur auf den Mist des Oberbürgermeister Müller wachsen. Die sich aufschwingt wer was zu tragen hat und uns Einheimischen vorlebt wie wir zu denken haben. Die soll ihre Weisheiten in Lybien verbreiten, dort warten Stockhiebe auf sie. Ich habe das ihr unmissverständlich in einem Schreiben klar gemacht. Daraufhin hat sie mich wegen Beleidigung angezeigt. Nach Rücksprache mit meinem Anwalt sollte ich weiterhin ruhig schlafen. So kam es dann auch: Das Verfahren wurde eingestellt. – Gunter Knauer


Leserbrief zu „Die Rache des Burgherrn“ von Peter Kümmel

Ihr Autor Peter Kümmel (übrigens mein liebstes Gewürz) hat alles richtig analysiert. Dafür gibt es ein: Summa cum laude. Der langfristige Erfolg von Hoeneß ist unvergleichlich. Konkurrenz belebt das Geschäft -.der will es den Bayern schwieriger machen. Das alles ist weit gedacht und intelligent. . – Gunter Knauer


Leserbrief zu „Ich bin die Hecke“ von Götz Hamann

Was Sie beobachtet haben ist nicht nur so schlimm wie beschrieben, es ist auch asozial! Frische Luft und Vogelzwitschern wollen alle – aber die Bäume müssen weg. Die Ergebnisse des Gifteinsatzes jahrzehntelang und immer flächendeckender haben wir im Insektensterben – deshalb auch die fehlenden Vögel – und als „Strafe“ in Form von Parkinsson-Erkrankungen usw. – das hätte auch in den Artikel gehört, um Nachdenken oder Umdenken anzuregen! Bitte mehr davon! Für Sie persönlich sehr geehrter Herr Hamann: Ein richtiger Garten, gelebt und gehegt, ist Psychotherapie, wenn es einem mal schlecht geht, und im Alltag Kraftquelle! Sie machen nichts falsch, wenn Sie sich denn entschließen sollten. Und dann bitte: Bäume pflanzen, für die nächste Generation und Biotope anlegen!!! – Peter Stephan


Leserbrief zu „Was für ein Gebrüll“ von Johanna Schoener

Um von einigen Leuten nicht gleich in eine Schublade geschoben zu werden: ich bin approbierte Kinder und Jugendlichenpsychotherapeutin, keine Angehörige des attachment parenting und verfolge seit Wochen die Presseberichte zum Dokumentarfilm Elternschule. Ich bin mehrheitlich erschrocken über das inhaltliche und fachliche Niveau der Presse, insbesondere der beiden Artikel von Frau Schoener. Wenn es, wie sie selbst schreibt, um das komplexe Thema Psychosomatik geht, interessieren keine emotionalen Debatten von Laien, und dazu zählen auch Journalisten in diesem Bereich. Wichtig für die Sache ist auch nicht die persönliche Antipathie von Frau Schoener zu Müttern mit Babys in Tragetüchern etc. und ihr herablassendes Gerede über Anhänger des Attachment-Parenting. Ich erwarte eine ausgewogene Recherche von wissenschaftlich fundierten Expertenmeinungen und fachliches Hintergrundwissen.

Frau Schoener hatte die Gelegenheit mit einem der renommiertesten international anerkannten Experten auf diesem Gebiet, Dr. Karl Heinz Brisch, zu sprechen. Herr Brisch berichtet im Artgerecht-Projekt: “Ich habe letzte Woche eine ganze Stunde lang Frau Schoener von der ZEIT ein hoch differenziertes Interview zum Film “Elternschule” für ihren heute in der Zeit Ausgabe 44 erschienen Beitrag gegeben…mit meinen entsprechenden kritischen, wissenschaftlich fundierten Stellungnahmen zu den Behandlungsmethoden, die in dem Dokumentarfilm gezeigt werden…..Leider hat die ZEIT nur einen einzigen Satz von mir aus diesem langen Gespräch gedruckt, bzw. Frau Schoener hat meine ausführlichen kritischen Erläuterungen – bis auf einen kurzen Kommentar nicht aufgenommen….”Frau Schoener schreibt zu der Einschätzung von Dr. Brisch, dass das, was er im Film gesehen habe, emotionale Gewalt am Kind sei, um Verhaltensänderung mit sehr brutalen Methoden zu erreichen: “Ein Urteil auf Basis eines Kinofilmes.” Jetzt wird es wirklich absurd! Frau Schoener, Sie können gewiss sein, wenn Herr Brisch als anerkannter Experte und praktizierender Kliniker auf dem Gebiet der Traumaforschung auf den Bildern bspw. Stressphänomene wie Dissoziation im Blick der Kinder diagnostiziert (vgl. den Artikel von Metzler bei der HuffPost), dann hat das Hand und Fuß, und ist eben gerade durch den Film selbst dokumentiert. (Übrigens: Die HuffPost schien da an differenzierter Wiedergabe des Fachwissens von Dr. Brisch deutlich interessierter zu sein.) Den Kinderschutzbund scheint Frau Schoener auch nicht besonders wertzuschätzen. In ihrem aus dem Zusammenhang gerissenen und damit unverständlichen Satz: “der Kinderschutz geißelt eine Verzerrung der Darstellung der kindlichen Persönlichkeit” wird verschleiert, um was es dem Kinderschutz überhaupt geht.

Stattdessen erwähnt Frau Schoener lobend Dr. Silvia Schneider und Karen Krause, nur sie zählt sie zu den “Fachkreisen” und zitiert sie (Dr. Brisch scheint da ihrer Meinung nach wohl eher als “populärer Experte” nicht dazuzugehören). Was Frau Schoener nicht erwähnt: Dietmar Langer ist Lehrbeauftragter bei der Uni Bochum, er bietet dort den Elternführerschein an und es kann ja wohl kein Zufall sein, dass er dort mit Silvia Schneider und Karen Krause zusammen im Supervisorenteam der praktischen Ausbildung ist. Die Hypothese Frau Dr. Schneider und Frau Krause seien persönlich befangen bzw. könnten um den guten Ruf ihrer Uni fürchten, ist damit wohl nicht weit hergenommen. Behauptungen wie die therapeutischen Methoden der Klinik seien “leitliniengerecht” bzw. es handle sich um wissenschaftlich gut überprüfte Methoden übernimmt Frau Schoener ungeprüft. Fakt ist: die “multimodale 3 Phasen Therapie” ist in keinen Leitlinien zu finden, sondern ist eine jahrzehntealte Erfindung von Herrn Stemmann in Zusammenarbeit mit Herrn Langer und es gibt keine wissenschaftliche Evidenzstudien dazu. Insbesondere das “Bindungs- und Trennungstraining” ist eine persönliche Erfindung der beiden Herren, erscheint in keiner Fachliteratur und wird nirgends sonst angewendet. Gründlich recherchiert hat das Dr. Renz-Polster, seine Recherchen decken sich mit meinem fachlichen Wissen und meinen Recherchen. Dr. Renz Polster durfte seinen Blog übrigens nur wenige Tage nach der mir völlig unerklärlichen Unterlassungsklage fast unverändert zurück ins Netz stellen.

Frau Schoener schreibt, einige Medien hätten den Film positiv aufgegriffen (auch die ZEIT 41/18). Was sie nicht erwähnt ist, dass sie selbst Autorin dieses Artikels ist. In Zusammenschau all dieser Tatsachen drängt sich ein Verdacht auf: möglicherweise geht es Frau Schoener gar nicht um eine gute journalistische Recherche, möglicherweise geht es ihr, um ihre eigenen Worte aufzugreifen, nicht mehr um die Sache, sondern um die Verbreitung ihrer persönlichen Meinung bzw. um die Vertuschung, dass ihr erster Artikel in den meisten Kommentaren vor dem Hintergrund von berechtigten Sachargumenten kritisiert wurde? Wie sollen Eltern anders als mit ihrer Meinung argumentieren, wenn die Presse international anerkannte Fachleute einfach nicht zu Wort kommen lässt, und ihr nichts anderes einfällt als wieder und wieder Herrn Langer selbst zu interviewen. Sehr geehrtes Zeitteam: hiermit fordere ich Sie auf endlich Fachleute aus dem klinischen therapeutischen Setting bzw. Experten, die insbesondere mit aktueller Bindungs- und Traumaforschung vertraut sind, sprechen zu lassen und alternative Eltern – Kind Therapien vorzustellen, die wirklich wissenschaftlich fundiert sind! – Angela Huthmann


Leserbrief zum Titelthema „Wer versteht noch die Welt?“

Die neue Rubrik „Sinn und Verstand“ trifft genau den Kern dessen, was ich mir in Ihrer Zeitung noch gewünscht habe. Der Frage „Wozu brauchen wir Philosophie in der Gesellschaft?“ gehen wir im Studium regelmäßig in unseren Philosophie-Seminaren nach. „Sinn und Verstand“ bietet schon in der ersten Ausgabe spannenden und hochaktuellen Denk-Stoff – eine fundierte Inspirationsquelle auch für uns als zukünftige Lehrerinnen und Lehrer. – Lea Stunkat


Leserbrief zu „Die Grenzen des Feminismus“ von Antonia Baum

Bei aller Liebe für Satire finde ich Ihren Artikel , wie auch schon früher für grenzwertig, überflüssig und albern. Lassen Sie sich doch mal was Neues einfallen, vor allem feilen Sie an Ihrer Sprache , oder hören Sie auf zu schreiben. – G. Engbert


Leserbrief zu „Gandhi statt Kapitalismus“ von Jan Ross

Da haben Sie einen guten Artikel geschrieben, der ja eigentlich Mut macht. Aber was massiv verstört, ist die Tatsache, dass Sie im Schluss-Absatz lediglich die „religiöse Intoleranz gegen die muslimische Minderheit“ erwähnen. Ich frage mich: Unterschlagen Sie das Leiden der gut 30 Millionen Christen in Indien bewusst? Oder haben Sie davon keine Kenntnis bekommen? s gibt eine NGO namens „Open Doors“ mit einem Zweig in Deutschland, die regelmäßig von Christenverfolgungen berichtet. Indien ist Schwerpunktthema in deren aktuellem Heft. Bitte machen Sie sich selbst ein Bild von der Glaubwürdigkeit der Berichte dort: https://www.opendoors.de/christenverfolgung/weltverfolgungsindex/laenderprofile/2018/indien

Und von katholischer Seite: https://www.katholisch.de/aktuelles/aktuelle-artikel/warum-in-indien-die-gewalt-gegen-christen-zunimmt

Von einer Zeitung von Welt wie DIE ZEIT erwarte ich als Leser, dass sie deutlich macht, dass sie alle Menschen gleich wertschätzt, egal welcher Religion sie angehören. – Hanno Herzler


Leserbrief zu „Stippvisite mit Verhör“ von Angela Köckritz

1) Zum wiederholten Male ist in einem ihrer geschätzten Artikel von MaschinenGEWEHREN die Rede, wo aber, weil portabel, nur von MPs die Rede sein kann. Entweder sind die genannten Mordinstrumente Sturmgewehre oder Maschinenpistolen, denn Maschinengewehre sind semistationär installierte Gefechtspunkte die nicht frei und mobil einsetzbar sind. Vielleicht kann dieses Detail mal als Traktandum in eine Redaktionssitzung einfliessen.
2) In der letzten Aufgabe war Frau Bota einmal mehr in ihren antirussischen Hasstiraden zu ‚bewundern‘ .
Sehr gerne verzichtete ich auf Derartiges. In der Russischen Föderation trifft man, wenn man es sehen will, auf sehr viel mehr Gastfreundschaft und echte Gegenliebe als in 90% der sogenannten westalliierten Staaten. Hass ist Relikt aus den 19. und 20. Jhdt. und sollte höchstens als solches überhaupt noch in Erscheinung treten.
3) Das ‚Getöchtere‘ des Hrn. Prüfer im Zeit Magazin ist inzwischen m.E. nur noch langweilig und nicht viel mehr als eitle Nabelschau. Ist menschlich, aber trotzdem nicht unbedingt ‚meant for public‘ .
Vielen Dank für ihre ansonsten großartige Zeitung und Arbeit ! – Berthold Merkt


Leserbrief zu „Ich bin die Hecke“ von Götz Hamann

Barney Geröllheimer ist zurück – in tausenfacher Ausführung. All ihnen widme ich meine kleine Speckgürtelnovelle. Angenehme Lektüre, und danke für Ihren Artikel.

Speckgürtelnovelle
toskanischprovenzalischaquitanischandalusisch
hauptsache:
nicht so dass es passt
in die geschichte die kultur
der gegend
die vorgärten
pflegeleicht
basaltiert granitiert
ein schatten grau
zwei drei alibigrüns
das atmet größe
in kleinenbroich
und dann die eingänge
portale
säulen des himmels
und dann die garagen
tempel für pferdestärken
parken in zweier dreier viererreihen
verglast zum teil
verklinkert fast immer
leider knirscht
viel zu selten der kies
in der auffahrt
so wie morgens
wenn alle losstürzen
richtung stadt
der speckgürtel braucht futter
zurück bleiben die kinder
die gehen später zu schule und kita
oder besser: werden gefahren
von desperate housewifes
in festungsgleichen SUVs
panzer der angst
vor dem absturz – Kurt Eimers


Leserbrief zu „Ihr erneuert euch zu Tode!“ von Sophie Passmann

Schon vor einem Jahr hab ich ein Briefchen geschrieben das leider unbeachtet blieb: Die SPD ist obsolet: Die Linken zu den „Linken“ – die Grünen zu den Grünen“ Und die eher konservativ-liberalen Marktwirtschaftler (Seheimer Kreis) zur CDU. Es gibt auf all diesen (auf allen?) Feldern keine Erneuerung sondern nur klarere Positionuerungen. Nur dass die wahrscheinlich jetzt gerade keine Pöstchen frei haben (ein bischen gehässig darf man doch? – oder?) – Dieter Herrmann


Leserbrief zum Titelthema „Wer versteht noch die Welt?“

Vorfahrt für das Denken, für das richtige Wort – einmal im Monat! DIE ZEIT wider ihren eigenen ZEITgeist! Denn auch in ihren Texten tummeln sich, ohne großes Nachdenken dahingeschmissene, Worte und Begriffe, die endlich einmal gründlich durchleuchtet und hinterfragt werden müssen! Worte etwa aus dem politischen Dauerbrenner Asyl und Immigration, wie „Weltoffenheit“: für mich bedeutet sie, offen auf Menschen aller Nationen zuzugehen, mich ihrer Lebensart, Religion, ihren Sitten und Ideen zu öffnen – ohne jedoch, sie für mich zu übernehmen, und dauerhaft mit all diesen Menschen Tür an Tür leben zu müssen! Das Besondere würde so zum Beliebigen! Wie „Integration“: bedeutet sie nicht, daß sich eine (kleine) Minderheit in die Mehrheit des Gastlandes eingliedert? In vielen Schulen ist es mittlerweile umgekehrt: eine Mehrheit „integriert sich“ in eine Minderheit. Dort ist die „Mehrheitsgesellschaft“ längst die „Minderheitsgesellschaft“! Worte endlich wieder „entdecken“, ihren Kern, ihre wahre Bedeutung freilegen: erst dann kann sich ein fundierter, offener, ehrlicher Disput entwickeln zwischen allen Gliedern unserer Gesellschaft! – Dr. med. Ulrich Pietsch


Leserbrief zum Titelthema „Wer versteht noch die Welt?“

Ihre neue Serie „Sinn & Verstand. Was Philosophieren heute bedeutet“ als erster Teil der monatlichen Schwerpunkten „zu den grundsätzlichen Fragen der Gegenwart“ wird hoffentlich zu einem der Mosaiksteine, die dringend nötig zu setzen sind in all den Unruhen, die in den Artikeln auch benannt werden. – M. Krebs


Leserbrief zu „Ihr erneuert euch zu Tode!“ von Sophie Passmann

Alles war vorauszusehen. Ich hatte ihnen schon vor 10 Jahren prophezeit, daß die Volksparteien sich selbst zerstören. Das heutige Personal der SPD sind eigentlich nur zweite wenn nicht gar dritte Wahl. Was soll also großes dabei herauskommen. Das ist alles nur Selbsterhaltungstrieb, wer will schon aus der Komfortzone aussteigen. Der Bundespräsident, eigentlich dafür gar nicht zuständig, macht ohne Medienkrawall Politik für seine Partei um sie zur Resson zu bringen. Aber die Hilfestellung bringt nichts. Es geht weiter bergab. Die Großen wurden von der Arbeiterschaft nicht akzeptiert. Sie sind in ihrer eigenen Partei zu Gefangene geworden. Man kann auch sagen: Sie haben die Basisarbeit sträflich vernachlässigt. Chlement aus NRW, früher Superminister, schäkerte zu sehr mit den Bossen, was eigentlich sehr klug war. Hat seine Wähler aufgefordert die Veränderungen in der Welt endlich zur Kenntnis zu nehmen, was auch richtig war. Sein Ebenbild Steinbrück, auch aus NRW, hat eine noch klarere Sprache gesprochen. Das kam beim SPD-Publikum noch schlechter an. Beide halten heute Vorträge bei den Bossen. Ist das nicht verrückt!? Ein gemeiner Zeitgenosse würde sagen: Die SPD hat die blödesten Wähler. Heute regiert bei der SPD das Aushilfspersonal. Eine schöne Scheiße. Es gibt bei der CDU auch Parallelen zur SPD. Die haben auch die guten Leute, um es vorsichtig auszudrücken, laufen lassen -, eigentlich wegen nichts. Das war eine hinterfotzige Aktion der SPD. Jetzt ist die SPD halbtot und keiner kann sie retten. Das dieser Beitrag von einer Comedian geschrieben wurde, spricht auch Bände. – Gunter Knauer


Leserbrief zu „Die Grenzen des Feminismus“ von Antonia Baum

Wem wollen Sie eigentlich vormachen, dass dieses Gespräch zwischen Frau Baum und einer (Ihrer) Dreijährigen stattgefunden haben soll? Wenn dem wirklich so wäre, sollte sie sie schnellstens zur Oberschule anmelden! Eine Dreijährige, die Sätze, beginnend mit den Worten:“ Für das Leben einer erfolgreichen Frau scheint es mir gegenwärtig zentral zu sein,“ …. etc. etc. von sich geben kann, darf auf keinen Fall in einer Vorschule verkümmern. Apropos Vorschule: Ist dies eine Elitevorschule oder eine ganz normale? Wenn dort schon solche Themen behandelt werden, was bleibt für das Gymnasium? Und natürlich kann diese Dreijährige auch schon schreiben, ganze Aufsätze! Und schaut nebenher noch einer Expertenrunde zum Thema: „Schwangerschaftsabrüche“ zu! Chapeau! – Dr. Wolf Günther


Leserbrief zu „WIE ES WIRKLICH IST… mit einem künstlichen Darmausgang zu leben“ von Saskia Frietsch und Stella Marie Hombach

Eine bewunderswerte, starke junge Frau, die nicht gegen ihre schwere Erkrankung ankämpft, trotz allen Widrigkeiten; sie hat ihre Krankheit irgendwie in ihr Leben integrieren können, diese Krankheit angenommen, und vielleicht sogar Frieden und Freundschaft mit der Erkrankung schließen können. Und das mit dem Kinderkriegen, das bekommt sie auch noch auf die Reihe. Ich habe seit über 40 Jahre Diabetes Typ 2, und ich habe mich mit diesem „Typ“ auch einigen können! – Riggi Schwarz


Leserbrief zu „Was für ein Gebrüll“ von Johanna Schoener

Was für eine Freude!, dass beim Thema Erziehung überhaupt Mal wieder der Begriff „Bindung“ auftaucht und es sogar noch in die Zeitung schafft. Denn bei allem was man als Eltern in punkto Kinder outsourcen kann – Bindung sicher nicht und die braucht Zeit. Schade, dass der Film über die „Arbeit mit chronischen Stresserkrankungen bei Kindern“ durch seinen Titel „Elternschule“ Polarisierung provoziert und so ein diffenziertes und konstruktives Nachdenken über die Bedeutung der Eltern-Kind-Bindung vergibt. Das eine gute Bindung Bildung erst möglich macht, kann man nicht nur bei Therapeuten mannigfaltig lesen, sondern auch bei Neurobiologen wie z.B. Gerald Hüther. Der Therapeut Dietmar Langer unterstreicht ebenfalls die Bedeutung der Eltern-Kind-Bindung in seinem Interview. Schade, dass die, denen diese Bindung besonders wichtig ist, den Film nicht als Chance ergreifen, den Dialog über Bindung in der Öffentlichkeit anzuregen – unsere Gesellschaft hätte es bitter nötig.Und schließlich schade, dass Johanna Schoener in ihrer Bemühung in „Vollständigkeit“ über das Ganze zu berichten auch nicht aus ihrer ideologischen Ecke herauskommt und die Chance auf eine wirklich differenzierte Diskussion über Bindung und Erziehung verspielt. An der Verweigerung dieser Diskussion leiden tagtäglich viele mit mir, die in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen stehen und deren Herz für ihre gesunde Entwicklung und Entfaltung schlägt. – Esther Vix


Leserbrief zu „Ein Mord – wirklich?“ von Simon Kerbusk

Das Urteil aufgrund zweier Zeugenaussagen ist in der Tat bedrückend, weil die Neurowissenschaften längst zweifelsfrei nachgewiesen haben, dass Zeugenaussagen in einigem zeitlichem Abstand zum Hergang eher den Inhalt der Befragung widerspiegeln als eine reale Erinnerung (M.A.Gluck, E.Mercado, C.E.Myers, Lernen und Gedächtnis, Spektrum Verlag 2010). Amerikanische Studien haben extreme Fehlerraten ergeben: in 80% der untersuchten Fälle, in denen (wie hier) zunächst eine Verurteilung aufgrund von Zeugenaussagen erfolgte, zu einem späteren Zeitpunkt jedoch Indizienbeweise auftauchten (meist DNA-Spuren), wurden Unschuldige verurteilt. Die Fallschilderungen im Buch sind zum Teil recht drastisch, und eine gut gemeinte Befragung kann ohne Probleme eine Erinnerung an etwas auslösen, das nie statt gefunden hat. Ohne jetzt vorschnell den Stab über diesen Fall brechen zu wollen – dazu habe ich zu wenig Einblick in die Details – ist dennoch zu überlegen, ob die Gesellschaft die unkontrollierte Selbstherrlichkeit von Gerichten und Richtern weiter hinnehmen will. – Gilbert Brands


Leserbrief zu „Eben mal die CSU retten“ von Matthias Krupa

Schade, dass sich die von Herrn Seehofer geprägte falsche Verwendung des Wortes „Watschenbaum“ jetzt in der Republik verbreitet. Der Watschenbaum ist nicht der Prügelknabe, der geschlagen wird; er ist es gerade, der die Watschen verteilt. Politische Argumente scheinen in der skizzierten Personaldiskussion wenig auszurichten. Wenn aber der amtierende CSU-Vorsitzende nicht einmal mehr richtig Bayerisch spricht, ist vielleicht sogar für die CSU der Punkt erreicht, an dem Herr Seehofer das Amt für Herrn Weber frei machen sollte. – Marinus Hamberger


Leserbrief zu „Keine Angst!“ von Uwe Jean Heuser

Was haben Sie sich denn bei diesem Bild gedacht???? Ich gehe davon aus, dass Sie wissen, wie Bilder wirken. Und ich gehe davon aus, dass Sie sich etwas denken, wenn Sie Bilder zu Texten auswählen. Damit dann zur Analyse, die im Text scheinbar sachlich ausgebreitet wird: Solange wir Frauen uns Bilder wie das zu diesem Artikel gefallen lassen (müssen), solange ist es mit der Chancengleichheit in unserem wohlhabenden Land und unserer ach so fortschrittliche Gesellschaft nicht weit her. Vielleicht überdenken Sie also einmal Ihre Strategie – das wäre ja schon ein Anfang. – Susanne Seidel


Leserbrief zu „Ich bin die Hecke“ von Götz Hamann

Klasse Beitrag, tolles Bild. Wohne in der Nähe eines Neubaugebietes, ich nenne den Bereich „Steinhausen“. Mann oh Mann. Da fällt einem ja auch nichts mehr ein. Einen Vorteil haben diese Steinwüsten und die neue Generation deutscher Hecken jedoch : Sie sind geräuschärmer und sind die neuen Feinde der Landschaftsbearbeiter. Die motorgetriebenen Stihl Heckenscheren haben hier nichts mehr zu tun, es kehrt Ruhe ein. – Rolf Kaufmann


Leserbrief zu „Die Rache des Burgherrn“ von Peter Kümmel

Der FC Bayern konnte im deutschen Fußball schon oft neue Maßstäbe setzen, so auch dieses Mal. Bei einer Pressekonferenz, die selbst die legendäre Wutrede des ehemaligen Trainers Giovanni Trapattoni an Denkwürdigkeit für alle Zeiten in den Schatten stellen dürfte. Die Bayern-Bosse, allen voran selbstverständlich Uli Hoeneß, haben sich, die eigene Integrität simplifizierend, dabei als bigotte Egozentriker geriert, aus Selbstbewusstsein ist Selbstüberhebung, aus Einseitigkeit ist Verblendung geworden. Peter Kümmel hat dieses Ereignis allerdings gründlichst durchschaut und eine famose Glosse zu der (jüngsten) hoeneß-fcbayerischen Realsatire geschrieben.Bravo. – Ira Bartsch


Leserbrief zum Titelthema „Wer versteht noch die Welt?“

Mit „Sinn und Verstand“ künftig monatlich einen Raum für die „Welt der Ideen“ zu geben ist eine Innovation, die sehr gut zur ZEIT passt. Den vielen grundsätzlichen Fragen zur Gegenwart ist in aller Ruhe mit Nachdenken zu begegnen, das ist der richtige Weg. Ich bin gespannt und freue mich auf diese philosophischen Impulse, verbunden mit der Bitte, dass möglichst die Ausgewogenheit von weiblichen und männlichen „Meisterdenkern“ herstellt wird; in der Ankündigung des neuen Formats (Elisabeth von Thadden, S. 45) klingt diese Absicht schon an. Danke. – Dr. Anneliese Mayer


Leserbrief zum Titelthema „Wer versteht noch die Welt?“

Wenn Michael Sandel sagt, er ziehe keine scharfe Grenze zwischen dem Denken und Sprechen, kann man ergänzen, dass Politiker das sehr wohl tun. Krasser ausgedrückt : Politiker sind handelnde Personen, Philosophen nicht. Der Philosoph wäre kein Philosoph mehr wenn er seinen Denkprozess in sag- und unsagbare Bereiche aufteilen würde. Sein Denkgebäude muss in sich schlüssig und zusammenhängend sein. Der Politiker ist oft gezwungen, sein Ziel über den Umweg der zeitlichen Anpassung an die öffentliche Meinung und deren Zumutbarkeit zu wählen. Wenn er dann politisch erfolgreich war und die Regierten im nachhinein seine Manöver durchschauen, stellt sich schnell Verdruß und Häme über die da oben ein. Beide, Politiker wie Philosophen, werden mit Vorurteilen betrachtet. Bei den einen ist es der notorische Hang ihre Absichten zu verschleiern, bei den anderen ihre scheinbare Naivität im Umgang mit der Realität. – Klaus Reisdorf


Leserbrief zu „Was für ein Gebrüll“ von Johanna Schoener

In Ihrem Artikel über den Film Elternschule baten Sie die Leser, sich per Leserbrief zu äußern. Dem komme ich sehr gerne nach. Ist es mir als ehemals betroffene Mutter doch eine Herzensangelegenheit, denn ich bin dem Team aus Ärzten, Krankenschwestern und Psychologen auch nach vielen Jahren noch immer eng verbunden und zu großem Dank verpflichtet. Bereits bei der Filmpremiere in Essen habe ich mich als ehemals Betroffene geoutet und damals meinen großen Dank ausgesprochen. Meine Tochter erkrankte mit einem halben Jahr an Neurodermitis. Und damit meine ich nicht ein paar Pickelchen hier und da. Sie sah aus wie mit heißem Wasser übergossen. Ihre Haut war feuerrot, sie kratzte sich blutig, schrie und weinte. Ihr Anblick trieb selbst unserem gestandenen Kinderarzt die Tränen in die Augen. Nun begann die Odyssee: verschiedenste Salben, unterschiedliche Ernährungsweisen, am Ende sogar der Verdacht auf einen Gendefekt (dieser konnte zum Glück ausgeschlossen werden). Nichts half und die Situation verschärfte sich. Unsere Tochter aß kaum noch, schlief niemals länger als zwei Stunden am Stück.

Kurz vor ihrem ersten Geburtstag stießen wir bei Internetrecherchen auf die Kinderklinik in Gelsenkirchen. Wie lasen viele dankbare Postings, aber es gab auch viele Anklagen. Seltsamerweise kaum von Betroffenen, sondern häufig von Eltern, die a) nicht selbst in der Klinik waren und b) sich gar nicht richtig mit dem Konzept befasst haben. Oft reichen eben schon aus dem Zusammenhang gerissene Informationen, wie „schreiende Kinder werden allein gelassen“, „Krankenschwester zwingt Kind zum Essen“. Ich gebe zu, man muss mit seiner Kraft und seinen Nerven sehr am Ende sein, um die drei Wochen Klinikaufenthalt in Anspruch zu nehmen. Denn dort wird das Leben noch einmal von einer ganz anderen Seite betrachtet. Es gibt viele Gespäche, viele Tränen, denn plötzlich erkennt man- wenn man es denn zulassen kann- welche eigenen Probleme die Krankheit unterstützt haben. Auch ich habe das ein oder ander Mal gedacht:“ Jetzt packst du deine Sachen, und wir fahren nach Hause!“ Doch zum Glück gibt es auf der Station immer und zu jeder Tageszeit (Danke, Schwester Claudia! Danke, Frau Grühn!) Ansprechpartner, die zuhören, Zweifel ausräumen, und auch mal in den Arm nehmen.

Niemand, wirklich niemand auf dieser Station würde ein Kind mißhandeln! Niemand würde einem Kind dringend benötigte Hilfe verweigern, oder es seelisch verletzen! Tausende Eltern haben die Klinik durchlaufen, sie führen heute ein glückliches und entspanntes Familienleben. Weil sie gelernt haben, welch einfache Regeln zum Erfolg führen. Kein Vater und keine Mutter hat dabei die Würde oder den Willen seines gebrochen! Aus eigener Erfahrung kann ich berichten, dass meine Tochter zu einer selbstbewußten, fröhlichen und sehr sensiblen Persönlichkeit herangewachsen ist. Und das nicht TROTZ Gelsenkirchen, sondern WEGEN Gelsenkirchen! Die Behandlung dort hat unser aller Leben bereichert, auch wenn der Weg dahin mit viel Arbeit und ja, auch vielen Tränen und Rückschlägen verbunden war. Es tut mir in der Seele weh zu lesen, wie über die Menschen, denen wir so viel zu verdanken haben, öffentlich hergezogen wird. Wie sie teilweise persönlich auf unterstem Niveau angegriffen werden. Ohne diese Menschen würde es uns vielen anderen heute nicht so gut gehen. Sie geben auf der Station täglich ihr Bestes, sie tun nicht nur ihren Job, sondern sind mit ganzem Herzen jederzeit für Kinder und Eltern da. Sie alle verdienen unsere Unterstützung! Mein herzlicher Dank geht an die gesamte Station, sowie ins Besondere an Frau Grühn, Herrn Langer, Herrn Dr. Lion und auch an Frauke Döllekes vom Bundesverband Allergie- und Umweltkrankes Kind. – Riccarda Lohkamp


Leserbrief zum Titelthema „Wer versteht noch die Welt?“

Spontan und nur auf den ersten Blick hätte mir „Sinn & Vernunft“ besser gefallen und die Nachricht der monatlichen Erscheinungsweise wollte auch nicht so recht schmecken – ein wöchentliches Pendant zu „Glauben & Zweifeln“ (freilich passt der Verstand besser zum Zweifeln!) habe ich aus dem Titel erwartet. Doch insgesamt sind die neuen Seiten zu begrüßen und ich möchte die Gelegenheit beim Schopfe packen, also Kairos fröhnen und auf das Angebot der Philosophischen Praxis hinweisen. Wie auch ich tragen Kolleginnen und Kollegen in je eigener Weise dazu bei, sich im philosophischen tête-à-tête zu begegnen und/oder mit Veranstaltungen für die Sache der Philosophie, für den bewegten und bewegenden Geist auch außerhalb der Universitäten zu arbeiten und mit den Menschen Räume zum Denken zu eröffnen. – Volker Homann


Leserbrief zur Grafik „Wenn das Eis weicht“ von Anne Gerdes und Stefan Schmitt

Es ist immer sehr einprägsam, am Donnerstagmorgen beim Frühstück einen Blick auf die Grafik der ZEIT zu werfen. Aha, liest man beim Verzehr des CO2-arm selbst hergestelltem Müsli, „das Polarmeer taut auf“ – aber Moment mal: das Meer ist doch schon in einem flüssigen Aggregatzustand. Ach da steht es ja, ganz unten links: „Weniger Eis“. Zum Glück brauche ich trotz meines hohen Alters keine Brille und lese bei einem Schluck Fairtrade Kaffee weiter: „Die weiße Fläche auf dem Nordpolarmeer schrumpft und wächst im Jahresverlauf“. Häh?! Das funktioniert ja wie das Körpergewicht meiner Frau bei ihren verschiedenen jährlichen Diäten. Doch während sie selbst im letztgenannten Fall weniger amüsiert ist, freuen wir uns gemeinsam ungemein, dass das Eis am Nordpol nicht immer nur schrumpft. Die Schmelze jeweils in der Zeit von Juli bis September ist schon beeindruckend dargestellt (und da war ja 2012 eine ziemliche Delle nach unten), aber dann – frappierend – geht’s in den kühlen Jahreszeiten wieder flott nach oben. Ende November hat sich die Eisfläche gegenüber September wieder verdoppelt (!). Zu gerne hätten wir nun gewusst, wie es in den Wintermonaten weitergegangen ist. Ich habe mal selbst erlebt, dass sich die Sonne nördlich des Polarkreises wochen- oder monatelang gar nicht zeigt und dass man sich dann vor eisiger Kälte lieber in der Sauna aufhält. Das wird im Nordpol wohl ähnlich sein.

Und hier lassen Sie uns, lieber Herr Schmitt und liebe Frau Gerdes, im wahrsten Sinne des Wortes im Dunklen tappen, schneiden die Kurve von Dezember bis Juni einfach ab! Bricht sie vielleicht im Dezember so abrupt ab wie die ins Meer stürzenden Eisbrüche, die man jetzt häufiger im Fernsehen zeigt und Sie wollen keine Panik auslösen bei uns, die wir doch von der nahenden Katastrophe so viel lesen (müssen)?! Und was ist denn seit 2010 passiert? Bald sind 8 Jahre seither vergangen und es wird mit immer besseren Methoden gemessen. Die „weiße Fläche…schrumpft und wächst im Jahresverlauf“, schreiben Sie – kann man sich das nicht auch über die Jahre, Jahrzehnte und Jahrhunderte hinweg vorstellen? Oder gar messen?
Und: Wir Menschen tragen mit unserem Verhalten dazu bei, dass dieses grandiose Naturereignis in seinem Rhythmus aus dem Gleichgewicht gebracht wird? Wird ja allenthalben von vielen klugen Menschen behauptet – ich habe da meine Zweifel. Doch bleibe ich offen für andere Argumente. – Uwe Dieckhoff


Leserbrief zu „Hätte sie doch geschwiegen!“ von Simon Kerbusk

Die einzige Partei die klar Stellung bezogen hat ist die AfD. Der Dogmatismus der meisten Schreiberlinge können sie in die Tonne werfen, Die AfD spricht Klartext und darin werde ich sie unterstützen. Autofahrverbote kann es nicht geben, weil die Voraussetzungen nicht gegeben sind. Und ihre Umwelt, die sie ändern wollen, gibt es nur in ihren Kopf. Nichts von dem was die Demagogen und Umweltverbände täglich zusammendichten stimmt. Punkt, Schluss. – Gunter Knauer


Leserbrief zum Titelthema „Wer versteht noch die Welt?“

Vielen Dank für die mutige (und überfällige Idee) in der Zeit künftig Räume für neue Ideen zu brennenden Fragen der Gegenwart zu schaffen. Doch ihr Ansatz krankt wie so viele dieser Ansätze an der Auswahl der Stimmen, die Sie zu Wort kommen lassen wollen. Sie veröffentlichen Philosophen, Juristen, Ökologen, Soziologen, Anthropologen und Historiker. Doch betrachtet man die gegenwärtigen Grundsatzfragen, die die Menschheit betreffen, so decken Sie mit dieser Auswahl lediglich einen kleinen Teil ab.

Hochaktuelle und komplexe Themen wie den Klimawandel, Ökologie, Digitalisierung, die Rolle des Individuums in einer Social-Media-Gesellschaft und viele weitere lassen sich nicht mit einer ausschließlich geisteswissenschaftlichen Herangehensweise umfänglich betrachten. Diese Themen müssen um die Blickwinkel von Technikern wie Ingenieuren und Naturwissenschaftler ergänzt werden. Damit würden Sie beide Seiten gezielt fordern, sich der anderen Seite zu öffnen. Techniker (wie ich es einer bin) berufen sich gerne auf unpolitische Wahrheit und wissenschaftliche Fakten und vermeiden es dadurch sich den unbequemen Fragen der gesellschaftlichen Konsequenzen der stellen und sich zu positionieren. Die Geisteswissenschaften auf der anderen Seite bleiben mit ihren Ideen oftmals in ihrer eigenen Welt, ignorieren (gezielt oder in den allermeisten Fällen aus Unwissen) die (technik-)wissenschaftliche Faktenlage oder stellen komplexe Zusammenhänge unzulässig vereinfacht oder verzerrt dar. Mit einer Öffnung Ihrer Ideen-Reihe um technische Blickwinkel würden Sie somit zu einer umfassenderen Sicht auf das Weltgeschehen beitragen und
den disziplinübergreifenden Dialog fördern. – Simon Beckler


Leserbrief zu „Keine Angst!“ von Uwe Jean Heuser

Es ist in der Tat die richtige Frage: ob die Frauen von der Politik noch richtig gewichtet werden. Was die Frage in den den Top-Unternehmen betrifft, muß ich aus meiner Sicht nicht widersprechen aber klein wenig korrigieren. Wie sie richtig schreiben; die Frauen sind von Natur altruistischer eingestellt. Das sogenannte Helfersyndrom ist stärker ausgeprägt als bei Männern. Wenn es um den weltweiten Handel geht, würde ich eher einen Mann empfehlen. Immer unter dem Vorbehalt, das es auch Ausnahmen gibt. – Gunter Knauer


Leserbrief zu „» Es wird auch viel gelacht«“ von Johanna Schoener

In dem Artikel über die kritische Auseinandersetzung mit dem Film Elternschule lesen wir den Versuch, unterschiedliche Haltungen zum Film „Elternschule“ aufzuzeigen Herrn Langer wird darin die Möglichkeit gegeben, seine Sichtweise darzustellen. Andere wissenschaftliche Haltungen, wie die von Herrn Karl Heinz Brisch , werden disqualifizierend bewertet, weil sich dieser lediglich auf den Film bezieht und er nicht in direkten Austausch mit seinen Kollegen gegangen ist. Selbst wenn in dem Film nur ein Teil der Behandlungsrealität wedergegeben wird, zeigen sich dabei doch Umgangsformen mit Kindern, die dringend einer kritischen Auseinandersetzung und einer fachlichen Überprüfung bedürfen. Herr Langer bezieht sich in seinem Therapieansatz auf Erkenntnisse der Verhaltenstherapie und des systemischen Ansatzes. Ob darin auch Forschungsansätze der Bindungs-und Hirnforschung, sowie Epigenetik einfließen, scheint nicht ersichtlich. Ich gewinne den Eindruck, dass Herr Langer von der Theorie ausgeht, dass die Kinder durch ihr Verhalten ursächlich für die Stressbelastung der Eltern verantwortlich sind. Dass dies zu dem Zeitpunkt, wenn sich Eltern an seine Abteilung wenden, natürlich einen entscheidenden Anteil des Problems ausmacht, sei dabei außer Frage gestellt. Kinder tragen dieses Verhalten aber nicht als Anlage oder Erkrankung in sich, die umerzogen werden muss, sondern Kinder reagieren mit ihrem Verhalten auf massive, für sie nicht bewältigbare Stressreaktionen. Das in dem Film von Kindern gezeigte Verhalten, kann als eine uns Menschen biologisch angelegte Flucht und Kampfreaktion bei Aktivierung der sympathischen Nervensystems verstanden werden und nicht als Machtkampf.

Um den Kindern zu helfen, wäre es notwendig den Eltern Unterstützung darin zu bieten, sich selbst beruhigen zu können, um dann ihre Kinder beruhigen und ihnen Grenzen setzen zu können, die keiner Machtdemonstration gleichen. In dem Film werden dagegen Behandlungsmethoden gezeigt, in dem das Stressniveau des Kindes, z.B. durch alleine gelassen werden in einem dunklen Raum, so hoch gesteigert werden, dass ihr biologisches System erkennt, dass Flucht und Kampfreaktion nicht mehr zu einem Ausweg führt und daher das neuronale Erregungssystem auf eine parasympathische Aktivität und auf Dissoziation umschaltet. Das bedeutet die Kinder schlafen ein, nicht weil sie beruhigt in einen erholsamen Schlaf kommen, sondern weil ihr Körper als Schutzfunktion Endorphine und körpereigene Cannabiniode ausschüttet, sowie das Herz- und Kreislaufsystem herunterreguliert, was einen prekollaptischem (vor Kollaps) Zustand entspricht. Die dabei gemachte Erfahrung führt zu Desintegration der Wahrnehmung und gravierenden Veränderungen im kindlichen Gehirn, die langfristig das Risiko an psychischen und körperlichen Symptomen zu erkranken deutlich erhöht. Das Kind wirkt vordergründig ruhig und angepasst, in seinem Inneren hat es abgeschaltet und wenn sich diese Erfahrungen häufen, wird es unter deutlichen Konzentrationsstörungen leiden und die Möglichkeit verlieren, seine angeborenen Fähigkeiten zu entwickeln. Ich würde mir von der Zeit hinkünftig eine differenziertere Behandlung solcher Themen wünsche, speziell dass auch Vertreter anderer Denkschulen ausführlich zu Wort kommen. Ich hoffen in der nächsten Zukunft ein Interview mit Karl Heinz Brisch zu diesem Thema in der Zeit zu lesen. – Dr. Ulrike Gottschling


Leserbrief zum Titelthema „Wer versteht noch die Welt?“

Der Artikel von E. von Thadden bringt es auf den Punkt: Denken, Nachdenken, Rede und Gegenrede und Rückfragen sind leider außer Mode gekommen und wären dabei so wichtig in unserer Zeit der (vor-)schnellen Meinungsäußerung. Ein hervorragender Einstieg ist Ihnen mit dem Gespräch mit dem Philosophen M. Sandel gelungen! Ich wünsche dieser Unternehmung ganz großen Erfolg. Jetzt weiß ich wieder, was ich an der „Zeit“ habe! – Hans Kolmer


Leserbrief zu „Drei Männer, eine Gefahr“ von Lisa Nienhaus

Ihr formidabler Beitrag hat ihnen eine Einladung beim Presseclub eingebracht. Obwohl ich die Brüder nicht leiden kann. Für mich ist ihr Beitrag durchaus realistisch bis auf die Behauptung, die neue Regierung wird das auch nicht ändern können – sinngemäß. Und ich habe bei mir entdeckt; daß ich mich auch mit der taz anfreunden kann. Das hat mich selbst überrascht. Italien ist stärker als viele Journalisten schreiben. Richtig ist, der Süden ist das große Problem. Eine Bekannte von mir hat einige Jahre in Bari gelebt. Irgendwie sind sie immer über die Runden gekommen. Das geht mit der Währung des Warenaustauschs in ihrer Region. Alle bisherigen Regierungen, und wie wir wissen, waren das eine Menge, haben sich kaum um den Süden gekümmert. Das wird der neuen Regierung eine Warnung sein. Das Vertrauen habe ich in ihr – neben der Rückführung der vielen Ausländer. Das erwarte ich auch von unserer Regierung. Auch die Integration muß zurück gefahren werden. Nur noch Ausländer die für uns einen Nutzen bringen sind gefragt. Das lässt sich alles machen, man muß es nur wollen. Dafür gibt es schon gute Ansätze, nachdem ich Kenntnis von einem Papier der Landesregierung von NRW erhalten habe. Das nur am Rande. – Gunter Knauer


Leserbrief zu „Keine Angst!“ von Uwe Jean Heuser

Die Studie, die Herr Heuser in seinem Artikel darstellt, bietet sicherlich spannende Erkenntnisse hinsichtlich der Vorlieben von Frauen und Männern. Jedoch wäre in diesem Text eine Einordnung in die Studienergebnisse, die die Geschlechterforschung seit langem erzielt hat, definitiv geboten. So wird beispielsweise seit langem das Phänomen der „rhetorischen Modernisierung“ erforscht: Männer und Frauen behalten in hoch entwickelten Gesellschaften die traditionellen Geschlechterstereotype bei, sprechen aber von sich als gleichberechtigt. Zum Beispiel wurde hierbei mithilfe von Zeitbudgetstudien herausgefunden, dass Paare die Hausarbeit keineswegs zu gleichen Teilen erledigen, obwohl sie dies zuvor in Befragungen so angaben. Dieser Mechanismus verstärkt sich sogar in reicheren und gebildeteren Milieus.

Auch eine historische Einordnung der beschriebenen Studie wäre äußerst hilfreich gewesen: In der „Ökonomie des ganzen Hauses“, die in Deutschland vom Ende des 19. Jahrhunderts bis Anfang des 20. Jahrhunderts vorherrschend war, waren Geschlechterklischees im Alltag der landwirtschaftlichen Bevölkerung keineswegs die Regel. Stattdessen beschränkten sie sich schon zu dieser Zeit auf das Bürgertum und breiteten sich nach und nach (mit zunehmendem Reichtum!) auf die ärmeren Schichten aus. Die Wirtschaftsboom-50er Jahre können als Höhepunkt der Geschlechterklischees angesehen werden. Der Bezug zum Feminismus und einer Familienforscherin lässt ebenfalls an Differenziertheit zu wünschen übrig: der sogenannte Differenzfeminismus, eine wichtige feministische Strömung, setzt sich seit jeher dafür ein, dass Frauen mit ihren (sich von Männern unterscheidenden) Stärken gesehen und gesellschaftlich ebenso wertgeschätzt werden wie männlich konnotierte Stärken. Die größte Schwäche des Artikels besteht aus meiner Sicht aber darin, strukturelle Faktoren völlig außer Acht zu lassen: dass es etwa unmittelbare Zusammenhänge zwischen geschlechtsspezifischen Sozialisationserfahrungen und geschlechtsdifferentem Handeln gibt oder den Zusammenhang zwischen der Diskriminierung wegen möglicher Mutterschaft und des Anstrebens von sicheren, oder eher nicht-prekären Arbeitsplätzen. – Sabine Härtl


Leserbrief zu „Niedrig ist nicht billig genug“ von Hannes Vogel

Ihr Autor hat die richtige Einstellung. In Berlin scheint alles möglich zu sein. Ich habe den Oberbürgermeister ohnehin auf den Kicker. Der lässt auch andere Missstände zu: zum Beispiel, die desaströsen Zustände in den Schulen. – Gunter Knauer


Leserbrief zu „Was für ein Gebrüll“ von Johanna Schoener

Ich habe den ganzen Film gesehen, nicht nur den Trailer. Ich führe seit 45 Jahren Psychotherapien mit Kindern und Jugendlichen durch. Auch war ich Therapeutischer Leiter eines Therapiezentrums, in dem identische Störungen wie im Film gezeigt, behandelt wurden: Vorschulkinder mit Regulationsstörungen, Fütter- und Schlafstörungen, Kinder mit massiven Affektdurchbrüchen, mit Verweigerungshaltungen und viele andere. Bei unserer Arbeit mit dem Kind stand Einfühlung in kindliche Konflikte und Feinfühligkeit im Mittelpunkt. Welche innerseelischen Störungen liegen vor? Welche zwischenmenschlichen Störungen der Eltern-Kind-Beziehung, Bindungs- und Beziehungsstörungen? Warum sind diese Störungen entstanden? Dann werde ich an den erkannten Konflikten arbeiten, mit dem Kind und seinen Eltern. Ich habe darüber mehrere Bücher geschrieben! In dem Film „Elternschule“ kann ich jedoch nichts von einfühlendem Verstehen erkennen und schließe mich Prof. Karl Heinz Brisch an, der von Ihnen fragmentarisch erwähnt wird: Ich erkenne emotionale Gewalt am Kind.

Doch will ich dem Gebrüll (einem lang anhaltendem Geräusch von Menschen oder Tierarten), wie das von Ihnen lakonisch genannt wurde, nichts mehr hinzufügen, sondern will mich mit der Tendenz Ihres Artikels auseinandersetzen. Sie sehen in der Kritik an dem Film lediglich die Eskalation von zwei Weltanschauungen, die einander unversöhnlich gegenüberstehen: Hier die Attachment-Parenting-Szene, „die nicht bereit ist, sich auf eine andere Sichtweise einzulassen“. Auf der anderen Seite steht eine „Pädiatrische Psychosomatik“, die Eltern hilft, wenn zu Hause nichts mehr geht, eine „letzte Rettung für Familien in Not“ – als gäbe es keine Alternativen. Eltern die an Bindung und Empathie glauben, werden karikiert. Auf Inhaltliches gehen Sie nicht ein.

Interessanterweise vergleichen Sie den Streit um Erziehungsfragen mit den Auseinandersetzungen in der Flüchtlingsfrage. Ich bin Flüchtlingskind und habe auch darüber ein Buch geschrieben, wie Hass und Fremdenfeindlichkeit einen Menschen zerstören können. Auch bei der von Ihnen erwähnten Flüchtlings-Frage geht es um Einfühlung versus Härte. André Heller hat geäußert: Die Weltmuttersprache ist das Mitgefühl. Davon konnte ich weder im Film noch in Ihrem einseitigen Artikel einen Funken erkennen! – Hans Hopf


Leserbrief zu „Das war meine Rettung“ von Herlinde Koelbl im ZEIT Magazin

Nicht in einem Blättchen der yellow press, sondern völlig überraschend in Der Zeit, genauer im Zeit Magazin 44/ 2018 liest die Leserin von der ehemaligen persischen Kaiserin. Und was man dort lesen kann! In der Rubrik: DAS WAR MEINE RETTUNG findet sich das Interview der Fotografin Herlinde Koebl mit der ehemaligen Kaiserin von Persien. Darin kann diese unwidersprochen und unkommentiert behaupten, dass es eine Lüge sei, dass die Savak Tausende umgebracht habe. Vielleicht hätte Frau Koebl vor dem Interview einmal das Buch der Journalistin und Iran- Kennerin Charlotte Wiedemann, Der neue Iran, lesen sollen. Ein Buch, das außer im Buchhandel, auch bei der Bundeszentrale für politische Bildung zu erhalten ist. Dort hätte sie nachlesen können, mit welche Härte und Brutalität diese – dem Westen so gefällige- Regentschaft der Pahlevis die Modernisierung durchgesetzt hat. Eben auch mit Hilfe eines durch den amerikanischen Geheimdienst unterstützen Savak. Das Interview ist an einige Stellen geschmacklos, falsch und gelinde gesagt journalistisch unverantwortlich. – Elisabeth Vogelheim


Leserbrief zu „»Auf nach Afrika!«“ von Caterina Lobenstein und Mark Schieritz

Das ist genau der richtige Weg. Es muß nur umgesetzt werden. Wenn Bedenkenträger das wieder stören, gibt es paar auf die Nuss. Ich schicke dann Eliteeinheiten zu den Grünen nach Berlin und die werden das dann erledigen. In manchen Zeiten hilft nur die körperliche Bearbeitung. Das hat schon Kant erkannt. Wie sagt man so schön: „Schläge auf den Hinterkopf erhöht das Denkvermögen.“ – Gunter Knauer


Leserbrief zu „Der Traum vom Lufttaxi“ von Dirk Asendorpf

Die Befürchtung, dass der Luftraum über Großstädten durch den zunehmenden Einsatz von Lufttaxis bald eng werden könne, ist nicht ganz neu. In der französischen Zeitung „Le Matin“ erschien bereits am 31. Juli 1901 diese Zeichnung zum selben Thema. Allerdings sah man über Paris bereits zahllose Luft-Omnibusse turmhoch errichtete Haltestellen ansteuern. Auf das Verbot, von den per Aufzug zu erreichenden Ein- und Aussteigeplattformen zu spucken, wird besonders hingewiesen. – Werner Bittner


Leserbrief zu „Keine Angst!“ von Uwe Jean Heuser

Sehr bedauerlich, wie distanzlos die Zeit immer wieder biologistischen Unsinn über die Geschlechter verbreitet. Diesmal ist es eine Momentaufnahme von ökonomischen Präferenzen von Männern und Frauen, die in einem Kurzschluss auf Biologie zugerechnet werden. In der Logik solcher Studien würde man auch mühelos „Rassenunterschiede“ entdecken. Hätte man die gleiche Studie im Europa des 19. Jh. gemacht und ebenso umstandslos nicht auf die Ausbildung und Lebenslage der Befragten, sondern auf ihr körperliches Geschlecht zugerechnet, wäre „der Geschlechtsunterschied“ noch deutlich größer ausgefallen. Es war übrigens das Bürgertum dieser Zeit, das sich anders als die Arbeiter und Bauern jene häusliche Arbeitsteilung leisten konnte, an deren Rückbau die Gesellschaft seit dem 20. Jh. arbeitet und die bis heute unterschiedliche Präferenzen von Männern und Frauen begründet. – Prof. Dr. Stefan Hirschauer


Leserbrief zu „Die infizierte Bank“ von Manuel Daubenberger et al.

Cum-Ex ist ein steuerpolitischer Skandal. Professionelle Berufsspekulanten ergaunerten Steuererstattungen, obwohl sie keine Steuern zahlten. Die Finanzbehörden kannten die Lücke seit Jahrzehnten, nur trauten sie sich nicht durchzugreifen und die Rechtslücken zu schließen. Wussten unsere gewählten Mandatsträger Bescheid? Vermutlich nicht, weil sie sich beim Beschließen der Gesetze auf die in der Ministerialbürokratie erarbeiteten Gesetzesvorlagen verließen. Wer regiert uns eigentlich? Gewählte Mandatsträger oder eine anonyme digitalisierte Bürokratie. Und jetzt kommt noch die „Künstliche Intelligenz“. Trauen sich unsere gewählten Mandatsträger künftig noch zu denken oder überlassen sie es der „Künstlichen Intelligenz“ oder der Ministerialbürokratie. Offensichtlich wurde vergessen: Der Staat ist für die Leute da und nicht umgekehrt. – Bernd Marterer


Leserbrief zu „Good bye, Frau Merkel“ von Jens Tönnesmann

Ihr Autor und die Gründersollte nicht so vorschnell die Grünen auf das Podest heben. Diese Partei hat genug Leichen im Keller. Um etwas zu beurteilen, sollte man auch in die Vergangenheit schauen, das erweitert den Horizont. Mit der FDP liegen sie genau richtig. Der derzeitige Erfolg der Grünen ist nur der Dummheit der Wähler zu verdanken. Und die schlägt alle Rekorde. Meine Partei, die CSU, wäre dafür die beste Partei für die Gründer. Dort sollten sie alle ihre Zelte aufschlagen. Bundesweit, außer der AfD, kann man ohnehin keine Partei wählen. Die Gründer werden ja wohl nicht den gleichen Fehler machen wie die Intellektuellen. Bei denen steht die CSU nicht hoch im Kurs. Das erfolgreichste Bundesland auf fast allen Gebieten wird ständig von den Unbelehrbaren in die Pfanne gehauen – alles nur wegen den blöden Dogmatismus. Das habe ich alles in der ehemaligen DDR schon erlebt. – Gunter Knauer


Leserbrief zu „Ein Mord – wirklich?“ von Simon Kerbusk

Das aktuelle Dossier lässt mich verstört zurück. Ich war immer davon ausgegangen, dass hierzulande im Zweifel für die Angeklagten geurteilt wird. Es ist bedauerlich, dass die Ermittler den Fall nicht eindeutiger aufklären und eindeutige Beweise beibringen konnten. So basiert das Urteil nur auf Aussagen von zwei Zeuginnen, die so etwas wie ein Geständnis gehört haben. Es erfolgte in dem Fall keine Überprüfung des Täterwissens, da dieser sich ja nicht den Behörden, sondern eben nur diesen Zeuginnen offenbarte. Dann geht das Urteil noch deutlich über den Antrag des Staatsanwaltes hinaus und macht eine Berufung unmöglich. Auch die Eltern des verschwundenen Mädchens dürften keine Ruhe finden, wissen sie doch immer noch nicht, was mit ihrer Tochter geschehen ist. Vielmehr sitzen Vater und Großmutter ihres wahrscheinlich ungeborenen Enkels jetzt lebenslang und möglicherweise schuldlos in Haft. Nicht auszudenken, wenn das Mädchen seinerzeit aus eigenem Antrieb untergetaucht ist, was unwahrscheinlich, aber nicht ausgeschlossen ist. – Thomas Schulz


Leserbrief zum Titelthema „Wer versteht noch die Welt?“

Mit reger Begeisterung vernahm ich Ihr Leitthema der aktuellen Ausgabe: „Philosophie: Wer versteht noch die Welt“, Ihre neu kreierte Rubrik „Sinn & Verstand“, die mich zu folgendem Beitrag inspirierte: „Der geistige Hunger kommt mir grenzenlos vor“ – Die neue philosophische Rubrik „Sinn & Verstand“ appelliert an die Werte der Humanität, regt zum Nachsinnen über gängige gesellschaftliche Entwicklungen und Missstände an, erhebt den Anspruch nicht ausschließlich der Elite der Intellektualiät/Intelligenz zugänglich zu sein, sondern auch den einfachen Bürger in die Denkwelt mit einzubeziehen, einen jeden zu ermutigen einen geistigen Beitrag zu leisten, eine wertvolle Erfahrung mit einzubringen. „Das öffentliche Leben leidet, wenn es nicht ständig im Licht des Geistes kritisch befragt wird.“ – Das tiefergehende Denken unter Einbeziehung diverser Auffassungen und Denkansätze ist mühselig, erfordert Zeit, Geduld und Langatmigkeit. Jedoch resultieren hieraus Sensibilisierungen für diverse Themen des aktuellen Zeitgeschehens, der Menschlichkeit und der Verbindung von alten Wertekonstrukten mit neuartigen Moralbefindlichkeiten. Den Zeitgeist zu erfassen und ihn in würdiger Manier erkenntlich zu machen – das ist der Anspruch der neuen philosophischen Reihe der Zeit. Ich hoffe, dass meine kurze Reflexion andere Leser anregt sich auch künftig dieser so spannenden Thematik vollends und in regelmäßiger Manier zu widmen. Ich bedanke mich für Ihre so wertvolle und hochwertige journalistische Arbeit und freue mich auf eine Fortsetzung dieser so anregenden und tiefsinnigen Reihe. – Irene Meuser


Leserbrief zu „»Jeder Mensch kann etwas beitragen«“ von Roman Pletter

Ein Beitrag den alle Menschen lesen sollte. Viele Weisheiten des Wissenschaftlers entdecke ich auch bei mir. Ein Schlag an unsere Politiker, die vieles von dem was der Professor gesagt hat, sträflich vernachlässigt haben. Besonders die Bildung ist verheerend aufgestellt. Die Lehrenden sind durchweg falsch ausgebildet worden. Freiheit und Toleranz standen ganz oben. Für eine Lehranstalt und alle anderen Lehrberufe eine Aufforderung zum nichts tun. Die Prioritäten wurden falsch gesetzt. Erst jetzt scheint sich was zu ändern. Ganz oben sollte wieder die Autorität stehen. Eine Lehranstalt ohne Autorität kann nicht vernünftig geführt werden. Das ist eigentlich eine Binsenwahrheit. – Gunter Knauer


Leserbrief zu „Was für ein Gebrüll“ von Johanna Schoener

Dieser Beitrag ist enttäuschend und einseitig. Statt den Film auch einmal kritisch zu betrachten verunglimpft er die Kritiker, bei denen es sich längst nicht nur um Anhängerinnen des Attachment Parenting sondern auch um Fachleute handelt. Herr Langer wird verteidigt, obwohl er das sicher allein schaffen kann. Die Kritik wird überhaupt nicht ernst genommen. Ich bin Hebamme und habe den Film selbst gesehen und ich muss sagen, die gezeigten Methoden widersprechen zutiefst meinem Verständnis vom Umgang mit Babies und Kindern. Es gibt andere psychosomatische Stationen, auf denen ganz andere Behandlungen angewendet werden. Hier werden Kinder gebrochen und Eltern zum Ausüben von Macht angeleitet. Es gibt andere Wege, die ihnen aufgezeigt werden können ohne dass beide Seiten Derartiges erleiden müssen. – Kerstin Etzold


Leserbrief zu „»Regieren ist radikal«“ von Matthias Geis

Manipulation durch Wortwahl
Erfreulicherweise zeigen die Autoren Caterina Lobenstein und Bernd Ulrich gleich im zweiten Absatz ihres Artikels, wohin sie wollen. Ihre Aussage „…CSU sackt auf weit unter 40 % der Wählerstimmen … die Grünen schwellen auf fast 20 % …“ ist plumpe Manipulation: Die 2,8 Prozentpunkte des CSU-Ergebnisses unter 40 % werden als „weit unter“ verrissen, die 2,5 Prozentpunkte der Grünen unter 20 % mit dem Prädikat „fast 20“ hochgejubelt. Noch deutlicher wird es, wenn man die Differenzen auf die jeweils angesetzten Zielwerte (CSU 40 %; Grüne 20 %) bezieht: Die CSU bleibt dann 7 % darunter; die Grünen verpassen ihr 20%-Ziel sogar im zweistelligen Bereich um 12,5 %! Zu derart simpler Manipulation durch Ihre Autoren sagt man in Berlin „Nachtigall ick hör dir trapsen“; ein Franzose zieht mit gequältem Gesichtsausdruck ein Augenlid mit dem Finger herunter und signalisiert „Wenn Ihr mich für dumm verkaufen wollt, müsst Ihr schon früher aufstehen“! Wir haben jedenfalls auf das Weiterlesen verzichtet und uns mit anspruchsvolleren Texten beschäftigt. – Anna und Axel Stark


Leserbrief zu „Häufig überhöht“ von Stefan Schmitt und Marc Widmann

Fahrverbote für einzelne Straßen bzw. Straßenabschnitte verbessern die Schadstoffe in der Luft nur genau dort. Statt dessen wird die Luft halt woanders vergiftet. In der Summe wird überhaupt nichts erreicht. Genaugenommen ist eine Umgehung meist länger als der kürzeste Weg; es werden also sogar mehr Abgase erzeugt. Das ist Augenwischerei. – Thomas Miesel


Leserbrief zu „Der HIV-Effekt“ von Jakob Simmank

Afrika ist gleich Afrika – diesen vor allem durch die Kolonialzeit geprägten gedanklichen und auch sprachlichen Ansatz verfolgen offenbar auch Journalisten noch immer. Seinen Artikel über ein spannendes Projekt in Kenia übertitelt Herr Simmank mit den Worten „Ausgerechnet der Kampf gegen Aids kann das Leben der Menschen in Afrika insgesamt verbessern.“. Aber Kenia ist nur eines von 55 Ländern Afrikas und bei Weitem nicht gleichzusetzen mit dem ganzen Kontinent, auch nicht medizinisch. Weder die Prävalenz von HIV-Infektionen und Aids-Erkrankungen noch die Auswirkungen von Hilfsprojekten sind in allen afrikanischen Ländern als homogen oder gar identisch anzusehen. Mit seiner Sprache und solchen Verallgemeinerungen suggeriert der Autor, dass es sich bei Afrika noch immer um das „Andere“, einen Teil der Welt, der keiner weiteren Differenzierung bedarf, handelt. Dies ist nicht nur falsch, sondern genau wie die herabwürdigende Formulierung „die Dorfbewohner besteigen unter großem Hallo eine alte Metallwaage“ auch respektlos, und das sollte im Jahr 2018 keiner Klarstellung mehr bedürfen. – Naomi Karmann


Leserbrief zu „Die Kirche sieht alt aus“ von Bernd Hagenkord

Jetzt ist es päpstlich und amtlich, die Kinder sind die eigentlichen „Schmutzigen“; dann wären die „Missbrauch-Täter“ also die „Opfer“, und sie bräuchten sich nicht mehr in der Katholischen Kirche zu verstecken! Das Gros, der „Rest der katholischen Gläubigen“ wären somit am total falschen „Glaubens-Ort“! Glaube an Gott, aber schenke keiner Äußerung mehr Glauben, wenn die Katholischen Kirche dahinter steckt! – Klaus P. Jaworek


Leserbrief zu „Wir kommen überall rein“ von Eva Wolfangel

Da ich selbst die IT-Sicherheit von der Ausbildungsseite betreut habe, kann ich nur bestätigen, dass viele Hacker über Lücken eindringen, die teilweise mehr als 20 Jahre bekannt und sicher abstellbar sind. Leider muss auch gesagt werden, dass das Thema – zumindest bis zu meinem Ausscheiden aus der Lehre – in der Lehre recht stiefmütterlich behandelt wird. Oftmals handelt es sich nur um ein Wahlpflichtfach ggf. gekoppelt mit einer allgemeinen Einführungsveranstaltung, durch die sich ein Kollege ohne große Unterstützung durch die anderen durchwurschteln darf. Ein bisschen verwunderlich ist allerdings das Bild eines einsamen Hackers, der sich an seinem Bildschirm manuell in ein Computersystem mogelt, dass Sie im Artikel abliefern. Auch das läuft weitgehend automatisiert ab, und der Hacker ist im Wesentlichen Koordinator einiger 50.000 oder mehr Testfälle, die die Maschinen auf das Zielsystem absetzen. Erst wenn man drin ist und es wieder individuell wird, kommt der Mensch ins Spiel (und zeichnet seine Aktivität als weiteren Testfall für das nächste System auf). – Gilbert Brands


Leserbrief zum Titelthema „Wer versteht noch die Welt?“

Mit der neuen Rubrik „Sinn & Verstand“ ist mir ein dringender Wunsch nach Tiefe und der Beleuchtung grundsätzlicher Themen in Erfüllung gegangen. Mit Begeisterung lese ich die Gedanken von Michael Sandel zu gesellschaftlicher Gerechtigkeit. Und freue mich schon jetzt auf die nächste Ausgabe. Denken hilft! Schön, wenn es knirscht… – Christiane Brink


Leserbrief zu „… Achille Mbembe?“ von Elisabeth von Thadden

Hehre Ansichten des Achille Mbembe. Er kommt damit leider zu spät – alles schon zig Mal von anderen Philosophen dargeboten. Auch ein Kant kann sich irren. Die Grenzen wurden gezogen für den Wettbewerb. Das steckt eigentlich dahinter. Die Philosophen haben die Welt in Freund und Feind eingeteilt. Die Politik eines Staates hat das übernommen. Damit war klar, daß unser Planet nicht ohne Auseinandersetzungen auskommen wird. Alles andere ist nur reine Theorie. – Gunter Knauer


Leserbrief zu „Ich bin die Hecke“ von Götz Hamann

In Zeiten des Insektensterbens, der Klimaerwärmung, der fortschreitenden Bodenversiegelung den Asphalt- und Beton- auch noch Garten-Steinwüsten zuzufügen: ist das bewußter Protest gegen grüne Bevormundung oder einfach nur bodenlose Ignoranz? In meinem – zugegebenermaßen großen – Garten wachsen alte und junge Bäume, Hecken, liegen Blumenwiesen und ein kleiner Teich. Hier brüten Vögel aller Art, vom Specht bis zum Zaunkönig, fliegen Schmetterlinge, Libellen, Bienen, Hummeln, Wespen, Hornissen, am Abend Fledermäuse und Hirschkäfer, quaken Frösche und Kröten. Aber auch mit jedem noch so kleinen Fleckchen Grün – wenn es nicht gerade ein Golfrasen ist – bieten wir der Natur eine Nische, von der aus sie sich wieder flächendeckend regenerieren kann! Wer jedoch in jedem Baum, jedem Busch nur einen gehwegbeschmutzenden Laubabwerfer sieht, der möge in seinen Steingarten gleich einen Grabstein stellen: Requiescat in pace, natura! – Dr. med. Ulrich Pietsch


Leserbrief zum Titelthema „Wer versteht noch die Welt?“

Die Gedanken oder Phantasien eines Philosophen lese ich nur um zu wissen, was für Phantasien in ihren Gehirnen zum Ausdruck kommen. Es hat sonst keinen praktischen Wert. Ich bin immer sehr gut damit gefahren, das ich nur auf mich gehört habe. Das ist meine Philosophie. Ich habe auch ein Land gefunden, wo ich, wie ich es mir immer vorgestellt habe, leben darf. – Gunter Knauer


Leserbrief zu „Die Befreite“ von Franziska Tschinderle

Mit Ärger und Befremden las ich, dass Frau Tschinderle in ihrem Artikel über Mesale Tolu die Geste deren kurzer Sichabwendung während ihrer Dankesrede, um Tränen zu verbergen, als SCHWÄCHE bezeichnet! Ich halte es für einen gesellschaftlichen Rückschritt und für eine politische Haltung, das Zeigen von Gefühlen, auch in der Öffentlichkeit, als Ausdruck von ‚Schwäche‘ einzuordnen. Für Andere nachvollziehbar oder nicht, emotionaler Ausdruck als autenthische Äußerung einer Persönlichkeit kommt in unserer Gesellschaft, in der nur ‚cool-sein‘ zählt, seit längerem zu kurz. Es zeigt sich in meiner Wahrnehmung als unangenehme Begleiterscheinung nicht nur im Umgang mit unseren Kindern, sondern insgesamt in unserem z.T. ‚unmenschlichen‘ Miteinander, in dem Viele erstarrt und eingeschränkt auf Geld und Leistung fixiert sind. Es schmerzt, dass in Ihrer anspruchsvollen Zeitung so geschrieben wird. – Susanne Blohmke


Leserbrief zu „Ich bin die Hecke“ von Götz Hamann

Der zunehmende Abriss kleinerer Häuser in meinem Sadtteil Marxheim hat zur Folge, dass unter rechteckigen weiß-grauen Wohnungsglötzen jegliches Grün ,jeglicher Baumbestand verschwindet. Der Rest wir mit Schotter aufgefüllt, von einer Gartenbaufirma wird dies als japanischer Garten verkauft. Vereinzelt im scharz-weißen Steingrab gepflanzte Gräserbüschel zittern um ihr Überleben. Wir brauchen keinen trockenen Sommer, wir sorgen selbst für die verWüstung unseres Lebensraums. Herr Hamann Ihr Artikel spricht mir aus der Seele. Vielen Dank. – Uscha Storz


Leserbrief zu „Die infizierte Bank“ von Manuel Daubenberger et al.

Um derartiger Schwerstkriminaltät zu begegenen, von denen dieser (und vorige Artikel) berichten, müsste endlich das deutsche Rechtswesen gründlich erneuert werden. Es gründet im Ständewesen des 19. Jahrhunderts. Deshalb kommen noch heute kriminelle Banker mit Provisionen davon, Schwarzfahrer aber landen im Gefängnis. „Erneuerung des Rechtssystems“ wäre ein gutes Thema für die neuen „Sinn&Verstand“-Seiten. – Jürgen Zinck


Leserbrief zu „Das war meine Rettung“ von Herlinde Koelbl im ZEIT Magazin

Was, um alles in der Welt, veranlasst das ZEIT-Magazin in Zeiten, in denen ein differenzierter Blick auf den Iran ganz besonders nötig ist, an prominenter Stelle ein solches Interview zu veröffentlichen? War es die Absicht, die Ex-Kaiserin in ihrer unglaublichen Schlichtheit, Ignoranz und Larmoyanz bloßzustellen? Das wäre wohl gelungen! Für alle jedoch, die heute unter ganz anderen Bedingungen im Iran leben und ihren Widerstand gegen das Unterdrückungsregime unter Einsatz Ihres Lebens aufrechterhalten, ist das purer Zynismus. Wer fragt nach deren Rettung? Sicher nicht eine Person, die nicht „über Vergangenes spekulieren“ will (die Opfer des Schah-Regimes sind nicht spekulativ sondern real), sondern darauf bedacht ist, als charakterstarke lächelnde Ikone für vormaligen Untertanen erhalten zu bleiben. – Ulrich Frohnmeyer


Leserbrief zu „Was für ein Gebrüll“ von Johanna Schoener

Über den Text habe ich mich sehr geärgert. Denn er ist nicht nur polemisch, sondern in vielen Punkten auch schlicht wahrheitsverzerrend. Ein kleines Beispiel: Sie nennen in der Auflistung der Bücher „aus der Szene“, die diesen Herbst bei Beltz und Kösel scheinen, auch den Titel „Babybauchzeit. Geborgen durch die Schwangerschaft und die Zeit danach“, den ich gemeinsam mit der Hebamme Sabine Pfützner geschrieben habe. Ich werde aber als alleinige Autorin genannt, und zwar als eine von jenen Müttern Mitte 30, die nur selten vom Fach sind und trotzdem Erziehungstipps geben. Das mag ein schönes Narrativ sein, ist aber einfach falsch: Meine Kollegin Susanne Mierau ist etwa Kleinkindpädagogin mit diversen Zusatzausbildungen. Und die „Babybauchzeit“ ist eben nicht allein mein Werk als Journalistin, sondern ein fachlich fundiertes Schwangerschaftsbuch mit dem geballten Wissen einer Hebamme mit über 20 Jahren Berufserfahrung, kombiniert mit meinem Wissen und meinen Erfahrungen als Mutter von drei Kindern und Journalistin und Autorin, die seit über 12 Jahren zum Thema Familie recherchiert und schreibt. Zum Vergleich: Der Erziehungsratgeber-Papst Jan-Uwe Rogge hat als fachliche Qualifikation gerade mal ein abgebrochenes Pädagogik-Studium vorzuweisen …

Ich erwarte, dass Sie diesen Recherchefehler korrigieren. Denn auch wenn es aus Ihrer Sicht vielleicht kleinlich wirken mag, so auf einen unter den Tisch gefallenen Autorinnennamen zu bestehen: Diese Beugung der Wirklichkeit, um eine Geschichte der eigenen Weltsicht passend zu machen, ist einfach nicht in Ordnung. Dabei ist es nicht so, dass ich einzelne Kritikpunkte an der bindungsorientierten Eltern-Community und ihren verschiedenen Vertreter*innen nicht auch nachvollziehen könnte. Als Autorin, die sich seit über 10 Jahren in diesem Umfeld bewegt, ist es mir absolut klar, dass in der „Szene“, wie Sie sie nennen, einiges im Argen liegt. Und ich fände es wichtig, in der ZEIT einen Artikel zu lesen, der diese Missstände thematisiert – gleichzeitig aber auch herausstellt, welche positiven Aspekte die Hinwendung von mehr und mehr Eltern zu bindungsorientierten Wegen hat. Denn Bindungsorientiertheit, wie ich sie vertrete und wie sie heute viele Eltern als hilfreiche Grundhaltung für ihren Familienalltag erleben, hat mit dem evangelikalen Dogmatismus eines William Sears nichts zu tun. Im Gegenteil: Moderne bindungsorientierte Elternschaft basiert auf den Erkenntnissen modernen Bindungsforschung. Sie ist tolerant, vielfältig und offen für ganz unterschiedliche Wege. Stillen, Tragen und Co-Sleeping können dazu gehören, müssen es aber nicht. Was zählt, ist, wie wir miteinander umgehen. Es ist bitter, zu sehen, dass diese Seite der bindungsorientierten Elternschaft in der ZEIT komplett unter den Tisch fällt. Durfte vor einigen Monaten Caroline Rosales auf Zeit online unwidersprochen bindungsorientierte Elternschaft mit völliger Selbstaufgabe gleichsetzen, wird nun in der aktuellen Printausgabe der Mythos von den arroganten privilegierten Besserwisser-Muttis genährt, die alles schlecht machen wollen, was ihren übertriebenen Standards nicht genügt.

Gerne möchte ich Ihnen anbieten, selbst einen ZEIT-Artikel zu schreiben, der diese Lücke schließt und herausstellt, was der Trend zur bindungsorientierten Elternschaft in Deutschland gerade wirklich bedeutet, welche Probleme mit ihm einhergehen, aber auch welche positiven Auswirkungen für unsere ganze Gesellschaft. Dass ich zu diesem Thema eine große Expertise und eine sehr differenzierte Sichtweise vorweisen kann, zeigt beispielsweise dieses Interview: https://editionf.com/Interview-Nora-Imlau-Attachment-Parenting. Einen Einblick in meine Fähigkeit, auch kritische Aspekte der bindungsorientierten Bewegung – etwa den Druck in Sachen Stillen – aus der Innenperspektive zu durchleuchten, zeigt Ihnen dieser Artikel, den ich für ZEIT Online geschrieben habe: https://www.zeit.de/wissen/2017-05/stillen-geburt-baby-flaschenmilch-muttermilch-stillzeit-hebamme-schwangerschaft Ich hoffe, Sie räumen für eine solche Replik Raum ein – Sie werden es nicht bereuen. – Nora Imlau


Leserbrief zu „Das war meine Rettung“ von Herlinde Koelbl im ZEIT Magazin

Wie kann es sein, dass Sie der Frau eines ehemaligen Diktators und grausamen Herrschers, der gemeinsam mit den Britten und den Amerikanern seinen demokratische gewählten Vorgänger gestürzt hat, eine Plattform geben, ihre abstrusen Sichtweisen kund zu tun. Wie schade für das Papier, auf dem das gedruckt wurde. Ihre Haltung kann ich nicht nachvollziehen! – Heinz N. Fischer


Leserbrief zu „Keine Angst!“ von Uwe Jean Heuser

Im Zeit-Artikel über geschlechterspezifisches Verhalten in der Wirtschaft beginnt die an sich überzeugende Argumentationskette mit folgenden Sätzen:
„Die menschliche Intuition ist eine starke Kraft. Gerade wenn es um Geschlechterfragen geht. Die Intuition sagt: Wo mehr Wohlstand und mehr Gleichberechtigung herrschen, da gleichen sich auch die Vorlieben und Handlungsweisen von Frauen und Männern an. Dort werden die Frauen nicht mehr zurückgehalten von männlicher Dominanz und althergebrachten Rollenvorgaben. Die Intuition liegt falsch…“ Dass Wohlstand und mehr Gleichberechtigung zu mehr Angleichung führen ist nicht das Resultat des Wirkens unserer Intuition, sondern schlicht und einfach die Äußerung einer Annahme. Annahmen erfolgen durch Benutzung unseres Verstandes, der eine möglichst große Anzahl von Informationen gesammelt und miteinander in Beziehung gesetzt hat, um gewisse Schlussfolgerungen zu ziehen, die möglicherweise auch falsch sein können; denn Annahmen beinhalten das Risiko der falschen Schlussfolgerung, was an sich kein Problem darstellt, denn darauf beruht wissenschaftliches Vorgehen: Man stellt eine These auf und versucht, sie so vielfältig und beweiskräftig wie möglich zu untermauern. Dass sich also die Geschlechter in ihrem Verhalten unter günstigen Bedingungen nicht aneinander angleichen, ist kein Fehler der Intuition, sondern beruhte auf einer falschen Annahme. – Bettina Oehmen


Leserbrief zu „Was für ein Gebrüll“ von Johanna Schoener

Ihr Artikel, in dem es um den Film „Elternschule“ geht, ist in meinen Augen sehr einseitig recherchiert worden: Qualitätsjournalismus geht anders! Es wäre schön gewesen und hätte vielleicht für tatsächliche Auseinandersetzung „beider Seiten“ geführt, wenn Sie sich die Mühe gemacht hätten, auch die Argumente der Gegenstimmen, gegen den Film genauer anzuhören und herauszufinden. So klingt es, als ginge es einfach nur um verständnislose und hysterische Mamas, die als Ökomama/usw. bezeichnet und damit als klischeehaft und unqualifiziert abgestempelt werden. Was für Argumente da wirklich vorhanden sind, wird nicht besprochen: dass es hier ebenso Menschen mit Qualifikationen, mit Verständnis und Wissen gibt, dass es sich nicht nur um Hysterie handelt, haben Sie sauber unterschlagen. Natürlich kommt Herr Langer zu Wort, der dann behauptet, die ganze Sachen würde durchaus liebevoll und bindungsorientiert von statten gehen und der Film hätte nur zufällig vergessen, diese Szenen zu zeigen. Allein schon, dass es ständig um diesen sogenannten „Shitstorm“ geht, wo Menschen sinnvolle und hintergründige Argumente vorbringen, zeigt ja, dass sie nicht wirklich genau hingeschaut haben. Schade, dass hier nicht ordentlich und neutral recherchiert wird! – Susanne Bregenzer


Leserbrief zu „Liebe Bauern, jetzt tut endlich was!“ von Fritz Habekuss

Die Überschrift entspricht dem Anspruch der BILD- Zeitung. Bitten Sie doch den Präsidenten der DLG, Herrn Hubertus Paetow, um ein Gespräch um sich besser über das Thema zu informieren. Und dann dieser dumme Elefantenvergleich. Plastikstrohhalme in Schildkrötennasen. Hier bitten Sie doch bitte Ikea. Dort gibt es immer noch für 99 Cent 100 Plastikstrohhalme. Das die ZEIT jetzt auf diesem Niveau über die Zukunft der Landwirtschaft berichtet ist ja so enttäuschend. … und gemein.

Liebe Bauern, jetzt tut endlich was!
Landwirte sind in Deutschland, global und historisch gesehen, nachweislich hervorragend ausgebildet. Sie wirtschaften unter streng und umfangreichen europäischen und deutschen Richtlinien. Landwirte könnten Lerchenfenster in den Weizenfeldern anlegen. Sie könnten die Kühe länger auf Weiden grasen lassen. Wenn die Gesellschaft das möchte, dann machen wir das. Sofort. Nächstes Jahr können wir anfangen. Einfach die Rahmenbedingungen ändern. Liebe Politiker …. Ihr letzter Absatz sollte so beginnen: Die Bürger und die Medien – und vor allem ihre Interessenvertreter – sollten … – Kathrin Huesmann


Leserbrief zu „Die Menschen warten auf Fragen“ von Elisabeth von Thadden

Bei Ihrer Auflistung der AutorInnen der kuenftigen Denkstuecke faellt mir auf, dass keine VertreterInnen technischer und/oder naturwissenschaftlicher Disziplinen genannt sind. Sind hier nur die Namen nicht aufgefuehrt, weil sie nicht so bekannt sind? Oder gab es keine Bereitschaft beizutragen? Oder wurde niemand aus diesen Disziplinen gefragt? Zum Interview mit Herrn Sandel: Falls er die Frage „Sollte es eine Quote fuer Menschen ohne Bildung geben?“ tatsaechlich so formulierte, so ist es aus meiner Sicht mit seiner Fragekunst nicht weit her. Nicht-AkademikerInnen summarisch als „Menschen ohne Bildung“ zu bezeichnen ist im besten Falles schlampig-plakativ formuliert (was hier doch eher nicht zu erwarten ist) oder zeugt von enomer Arroganz. Sollte seine Frage „nur“ verkuerzt wiedergegeben worden sein so gilt der gleiche Kommentar fuer die Wiedergabe. – Sabine Moehler


Leserbrief zu „Kopf ab und heiter weiter“ von Hanno Rauterberg

Vielen Dank fuer den interessanten Beitrag, der mir Lust auf einen Besuch der Ausstellung gemacht hat. Mit einer Angabe des Titels oder des Museums haetten Sie mir allerdings Zeit erspart – auch wenn ich sie letztlich in der Alten Pinakothek gefunden habe. – Sabine Moehler


Leserbrief zu „Was für ein Gebrüll“ von Johanna Schoener

Erfahrungsbericht
Ich war im November 2017 mit unserem damals 14 Monate alten Sohn wegen exzessivem Schreien in Gelsenkirchen auf der KJ3. Wir kamen auf Empfehlung einer guten Freundin, die zuvor mit ihrer Tochter wegen einer Fütterstörung dort war. Ihre Berichte haben uns im Vorfeld sehr hellhörig gemacht, sodass wir nach einem ersten, sehr angenehmen und informativen Telefonat gemeinsam mit der Klinik nach einem passenden Termin suchten und kurz darauf unsere Reise nach Gelsenkirchen antraten. Dank der Erzählungen wusste ich bereits einiges vom Konzept – dachte ich zumindest. Dennoch hatte man in den ersten Tagen des Ankommens gemischte Gefühle, ob dieser Weg richtig ist. Mit jedem Tag, jedem Vortrag ist man tiefer in die Materie eingetaucht und somit auch in das eigene Problem. Ich empfand die ersten Tage als anstrengend, nervenaufreibend, emotional aufgeladen. Man lernt Regeln, will und soll diese im Umgang mit dem Kind umsetzen und steht dabei unter ständiger Kontrolle. Unser Kind hat sich mit allen Mitteln den neuen Regeln widersetzen wollen, weshalb ich die Situation in den ersten 10 Tagen als so schlimm empfand, dass ich jeden Tag wieder abreisen wollte. In unzähligen Telefonaten machte mein Mann mir Mut und so blieb ich dort. Ich hatte auch nur diese zwei Optionen: aufgeben und weiter hilflos den Tag mit Geschrei überstehen oder die Zeit in Gelsenkirchen durchziehen und abwarten, was es uns bringt. Und jetzt kann ich mit voller Überzeugung sagen: Gelsenkirchen war die schlimmste und beste Zeit, die wir mit unserem Kind erlebt haben! Auf einmal war der Tag da, an dem ich das Konzept verstanden habe. Warum ich wann wie sein muss. Was mein Kind wann wie von mir auffasst und was es zurücksendet. Wie wichtig Entspannung ist, für das Kind und für mich. Dass es mir gut gehen muss, damit es meinem Kind gut geht. Ab diesem Tag ging es steil bergauf. Meine Zusammenbrüche von den Tagen zuvor waren Geschichte und von da an habe ich verstanden, was mein Kind braucht, damit es sich regulieren kann. Die Vorträge für uns Eltern waren unglaublich wertvoll, ich nehme mir in schwierigen Zeiten heute noch oftmals meine Mitschriften zur Hand und kann gestärkter den nächsten Herausforderung entgegen sehen. Auch mein Mann hat an einigen Vorträgen teilgenommen; und auch ein Paargespräch mit Herrn Langer hat uns tolle Tipps für unsere Ehe und den Umgang mit Stress und Problemen mitgegeben.

Zum Ende unserer Zeit wurde uns mit auf den Weg gegeben, dass wir uns und unseren Kindern ca. 1 Jahr Zeit geben sollen, um die Früchte verlässlich ernten zu können. Unser Aufenthalt liegt nun genau ein Jahr zurück und ich kann auch diese Aussage unterstreichen. Wir hatten zwar schon kurze Zeit nach Gelsenkirchen keine unbegründeten Schreiattacken mehr, aber jetzt sind uns die Erziehungsansätze der liebevoll konsequenten Erziehung ins Blut übergegangen. Es ist eine Lebenseinstellung, die uns als Familie gerettet hat. Jeder weiß, was er darf, kann und muss. Unser Alltag ist von Struktur und Auszeiten bestimmt, sowohl für unseren Sohn, uns Eltern als Einzelperson und auch als Ehepaar. Diese eigentlich kleinen Tricks haben uns ein völlig normales und liebenswertes Familienleben geschenkt. Die neu gewonnene Lebensqualität ist unbezahlbar. Wir sind dem Team der KJ3 so unglaublich dankbar, dass uns die derzeitigen Kritiken, meist gestützt auf Unwissenheit, schmerzlich treffen. So vielen Familien konnte dort zu einem normalen Leben verholfen werden und wir stehen selbst, wie alle anderen zufriedenen Patienten, zu 110% hinter dem Konzept von Herrn Langer. – Julia Wichmann


Leserbrief zu „Deutschland hängt sich ab“ von Marc Brost

Es ist sicher richtig, dass in den Ministerien manches konkrete technische Wissen fehlt. Aber auch dem euphorische Artikel fehlt einiges Fachwissen. 5G ist eine Zukunftsvision, dazu gibt es gerade mal einige Versuchsstrecken. Um diese angesprochenen riesigen Datenmengen (10Gbit/sek) zu übertragen, muß man Trägerfrequenzen im Bereich von zig Gigahertz verwenden. Das hat dann nichts mehr mit Mobilfunk zu tun wie wir ihn kennen. Es handelt sich dann quasi um Mikrowellenverbindungen mit ganz anderen physikalischen Eigenschaften. Z.B. breiten sich solche Wellen nur geradlinig aus. Kontakte werden nur bei direkter Sichtverbindung zwischen Sendemast um Empfänger möglich sein. Hiermit Autos zu steuern funktioniert sicher nicht. Bei Regen oder Nebel sind Mikrowellenverbindungen stark gedämpft. Jeder kennt das, daß Fernsehsatellitensignale bei Starkregen auch mal ausfallen. Die Idee, riesige Datenmengen innerhalb von Millisekunden zu übertragen, hat ihre Grenze in der Lichtgeschwindigkeit. In einer Millisekunden geht’s nicht weiter als 300 km. Ich denke, wir können noch ziemlich lange ohne 5G zurecht kommen – Dipl.-Ing. Hermann Bommer


Leserbrief zu „Was für ein Gebrüll“ von Johanna Schoener

Vor 23 Jahren war ich mit unserem damals 3jährigen Sohn für drei Wochen in der Kinderklinik in Gelsenkirchen. Wir lieben sowohl seine drei ältere Schwester als auch ihn. Ich war gerne 10 Jahre für die Kindererziehung zu Hause und habe die Zeit mit den Kindern genossen. Damals hatte unser Sohn starke Neurodermitis und ausgeprägte Trennungsängste . Auf dem Spielplatz hat er sich weder getraut zu rutschen noch hatte er das Bedürfnis zu spielen. Das kannte ich von seiner Schwester nicht im geringsten, die mit 2 Jahren schon sämtliche Bäume erkletterte, die in der Nähe waren. Beim Kinderarzt wurde uns eine Creme nach der nächsten verschrieben sowie aus der Ernährung nach und nach alles mögliche gestrichen. Wir probierten Unmögliche aus. Geholfen hatte alles nicht. Im Gegenteil, die Neurodermitis wurde immer schlimmer. Geschlafen haben wir in den 3 Jahren auch nicht wirklich. Das soziale Umfeld regierte mit starkem Mitleid und Überbehüten durch Großeltern, die dem armen Kind jeden Wunsch erfüllten und mit ständig guten Ratschlägen helfen wollten. Das Grenzen setzen durch mich als Mutter war schwierig, weil naturgemäß Kinder dagegen schon mal rebellieren (Man höre die leise Ironie). Darauf hin wurde das arme Kind in Schutz genommen und mir ein schlechtes Gewissen gemacht. Die Neurodermitis war m. E. u. A. zurückzuführen auf fehlgeleitete Reaktion auf Streß (das Haus, in dem wir wohnten, wurde damals umfangreich saniert mit viel Lärm) und der eher buchstäblich dünnhäutigere Typ, der unser Sohn ist. Ein Schlüsselmoment für mich war, als ich ein Verbot aussprach und er seinen Ärmel hochzog und provokativ anfing, sich zu kratzen, Mein Kinderarzt war damals nich überzeugt von dem Gelsenkirchener Modell: „Es ist ein bißchen Glaubenssache“. Das schreckte mich zwei Jahr zuvor ab. Nun war ich jedoch an dem Punkt angelangt, es einfach als letzten Versuch zu wagen. Schon in den ersten Tagen war mir klar: Hier bin ich richtig. Die Ernährung wurde umgestellt auf viel Gemüse, damit der Säurehaushalt des Körpers sich im basischen Bereich einpendelt und nicht mehr anfällig gegen Infekte und Allergien ist. Wir Eltern haben in unserem „Bad Gelsenkirchen“ Entspannung gelernt. Den Kindern haben wir endlich Ihre gesunden Grenzen zeigen dürfen: Jetzt wird gegessen, jetzt wird geschlafen und jetzt spielen wir zusammen und haben Zeit miteinander. Ja, sie haben heult. Aber nicht, weil wir sie mißhandelt haben, sondern weil es jetzt nicht mehr nach ihrem Kopf ging. Und ich habe psychologische Unterstützung beim Durchhalten erhalten und kein Übermitleid von Oma: Ach der arme Kleine, der kann doch nichts dafür. Die Kinder haben durch diese liebevollen Grenzen eine Sicherheit erfahren dass Mama/Papa als Fels in der Brandung (weil entspannt) der sichere Anker ist. Wen’s interessiert, ich habe damals parallel zu den Vorträgen beim Bibellesen viele Verse gefunden, die den psychosomatischen Ansatz (damals noch von Prof. Dr. Stemmann) bestätigten. Für mich war die ganze Zeit eine große Erleichterung und ich denke heute noch gerne daran zurück.

Letzte Woche hatte ich den Beitrag im WDR über die kritischen Elternstimmen gehört und mir den Trailer angeschaut. Ich sitze vor dem Laptop und kann nur mit dem Kopf schütteln über die Kommentare. Haben die Leute einen anderen Film geschaut? Ich sehe süße liebe kleine rotzige Kinder, denen liebevoll Grenzen gezeigt werden. Nein, in Gelsenkirchen wird niemand gequält! Gestern habe ich unseren Sohn gefragt, ob er irgendwo ein dumpfes Gefühl hat, wenn er an Gelsenkirchen denkt, ob er im Unterbewußten vielleicht irgendwelche Traumata entwickelt hat. Er konnte sich auf jeden Fall nicht erinnern. Mittlerweile studiert er ziemlich erfolgreich Maschinenbau bei einem großen Arbeitgeber des Bundes und ist Streß durchaus gewohnt und kann damit umgehen. Bedenklich finde ich die gesellschaftliche Entwicklung, in der die Eltern keine Zeit mehr für die Kinder haben und aus schlechtem Gewissen sie auf einen Thron setzen. Im Bekanntenkreis hat ein Kind im Vorschulalter auf seine Eltern eingeschlagen, die nicht wußten, wie sie mit der Situation umgehen sollen. (Das arme kleine Kind kann ja nichts dafür!) Ja, Grenzen sind unbequem, aber bieten einen sicheren Rahmen und wenn man den nicht erhält, dann schreit man so lange, bis ein Echo kommt…. Ich hoffe, Sie bekommen noch ausreichend positive Rückmeldungen von Familien, die tatsächlich dort waren. – Sabine Neumann


Leserbrief zu „Liebe Bauern, jetzt tut endlich was!“ von Fritz Habekuss

Es ist ja sehr löblich, dass Sie immer wieder Umweltthemen aufgreifen und den Menschen ins Gewissen reden. Fritz Habekuss fordert liebe Bauern auf, mehr für Artenvielfalt zu tun, es müsssten größere Schutzgebiete her, besser bewirtschaftet und vernetzt werden. Ist ihm nicht bekannt, dass es sehr wohl bäuerliche Familienbetriebe gibt, die vorbildliche Arbeit leisten und als Dank dafür dann durch Naturschutzverordnungen geknebelt werden. Das Land Niedersachsen ist hier für alle Bauern ein warnendes Beispiel. Da findet die untere Naturschutzbehörde im LK Rotenburg einen über viele Generationen gehegten und gepflegten Wald, weil hier schon seit Ewigkeiten naturgemäße Forstwirtschaft betrieben wird, und weil das „ein Schatz“ ist, muss der natürlich unter Schutz gestellt werden und das heißt, der Waldbauer darf nicht mehr wie bisher mit der Natur arbeiten. Die Menschen dürfen den Wald nicht mehr als Erholungsgebiet nutzen, Jagd ist nur noch eingeschränkt möglich und was das bedeutet, kann sich jeder einigermaßen intelligente Mensch ausmalen. Naturverjüngung kann nicht mehr stattfinden, weil das Wild die Bäumchen abfrisst. Das Waldbild wird sich gravierend verändern und von dem „Schatz“ bleibt vermutlich nichts mehr übrig. Ich empfehle Ihnen den Recherche-Artikel von Max Riemann in HOLZmachen Magazin Herbst 2018 S.56 folgende. Und was mich inzwischen massiv aufregt ist, dass Behörden in engerer Zusammenarbeit mit dem NABU hoheitliche Aufgaben wie Kontrolle ihrer Anordnungen, an den NABU delegiert. Wenn schon Naturschutzanordnungen durch staatliche Stellen erfolgen, dann müssen diese auch Sorge dafür tragen, dass sie selbst auch die Kontrollfunktionen in der Hand behalten und dürfen diese nicht an spendensammelnde Vereine übertragen, sonst sollen sie es lassen und verantwortungsbewußten Bauern weiterhin nachhaltiges Wirtschaften ermöglichen und sie nicht durch Schutzverordnungen erdrosseln. – Ein/e Leser/in


Leserbrief zu „Mehr Präsentkörbe, bitte!“ von Lars Weisbrod

Wie kann man bloß über die Punk-Band Feine Sahne Fischfilet schreiben, lediglich ein paar biedere Verse zitieren und über das wirklich Anstößige hinwegschweigen? Ich zitiere aus dem Text „Gefällt mir“ in ihrem Album „Scheitern und Verstehen“ : „Deutschland verrecke, das wäre wunderbar“. Wer heute den unsäglichen Nazi-Slogan „Juda verrecke“ wieder aufnimmt, würde vor Gericht kommen. Mit Recht. Das darf nicht sein. Ist dann aber „Deutschland verrecke“ keine Volksverhetzung? Warum protestiert (soweit ich weiß) nur die AFD, während die Band offiziell hofiert wird? Mich wundert’s nicht mehr, warum die AFD so viel Zulauf bekommt. – Wolfgang Butzkamm


Leserbrief zu „Was für ein Gebrüll“ von Johanna Schoener

Ich möchte Ihnen als betroffenes Elternteil , Mietgleid im Verein AUK und Zuschauer des Films gerne meine Erfahrungen mit der Klinik Gelsenkirchen mitteilen, welche sich weit weg vom „Shitstorm“ und Kritik an Kindesmisshandlung bewegen. Meinte Tochter hat seit über 5 Jahren chronische Verstopfung. Alles habe ich mit ihr durchgemacht. Über Jahre. Mein Kinderarzt hat immer nur „Movicol“ verordnet und das als Dauermedikament, wohlbemerkt ein anerkannter Kinderarzt und Ruhruni-Dozent, und hat mir stets mitgeteilt, dass das Befinden meines Kindes nicht besser wird, weil ich mich nicht genug oder falsch kümmere. Ich kann ihnen nicht mehr sagen, wie oft ich mein Kind im Krankenhaus hatte, sei es mir Verstopfung, kurz vor dem Darmdurchbruch, dem Rettungswagen, oder zur gastroenterologischen Kontrolluntersuchung jedes Halbe Jahr.

Zudem wurden Gentest durchgeführt, jede organische Symptomatik wurde abgeklärt, auch Urologisch, und mein Kind hatte „nichts“ feststellbares. Am Ende wollte man Sie und mich in eine Psychiatrie stecken, weil es „musste“ ja dann etwas psychisches sein. Ich habe über Jahre so eine Litanei durch an Ärzten, Qualen, Frustration und Verzweiflung, die den Alttag bestimmt haben, dass ich kurz davor war vor eine Wand zu fahren oder aus dem Fenster zu springen. Durch Bekannte wurde ich dann auf Gelsenkirchen aufmerksam gemacht und ich dachte mir : schlimmer als jetzt kann es nicht werden. Entweder ist es die letzte Stelle Hilfe oder ich muss mir einen Strick nehmen dann. Ich konnte und wollte mein Kind auch nicht mehr leiden sehen und elendig daran verzweifeln. Ebenso wenig wollte ich länger als Mutter von meinem Kinderarzt diskriminiert werden, denn ich habe immer und alles getan um meinem Kind zu helfen. Mein Kinderarzt hat mir niemals die Möglichkeit oder generell die Infomation gegeben, dass es Gelsenkirchen mit seinem Modell überhaupt gibt. Denn er ist Gegner davon. Er teilt weder das Konzept, noch die Ansichten. Ist es aber nicht die ethische Pflicht eines Arztes – seinem Patienten alle möglichen Behandlungen zu offerieren und die Möglichkeit zu geben Sie ausprobieren , auch wenn er persönlich dies nicht teilt ?! Ich jedenfalls habe nach Gelsenkirchen wegen genau dieser ethischen Grundfragen das Behandlungsverhältnis zu ihm beendet! Mein Kind hätte sich jahrelange Ärzte und Untersuchungslitanei ersparen können, hätte man mir diese Möglichkeit früher gegeben ! Die Kinderklinik Gelsenkirchen und Herr Langers Konzept sind das beste was uns je passiert ist! Zum ersten Mal wurde ich als Mutter respektiert und wertgeschätzt. Mein Kind wurde als ganzes betrachtet. Es wurde vor allem von der Medikamentenabhängigkeit befreit !!! Ich und mein Kind haben uns verstehen gelernt in dieser Therapie. Ich habe mein Kind anders erlebt und kennengelernt und wir haben gelernt mit Stress umzugehen. Wir haben unsere Rollen in unserem Alltag wiedergefunden.

Ich habe in den vier Wochen dort, niemanden gesehen, mich eingeschlossen, der sein Kind quält oder misshandelt. Niemand der jemandem wehtut oder ähnliches. Im Gegenteil. Sowohl wir als auch unsere Mitpatienten sind mit deutlich gebesserten Symptomen oder gar symptomfrei nach Hause gefahren !!! Und das obwohl man immer sagt, Asthma, Neurodermitis oder genetisch bedingte Verstopfung seien nicht heilbar ?! Kann man sich das vorstellen ? In der Klinik lernt man, sein Kind liebevoll konseuquent in seinem altersgerechten Rahmen zu behandeln. Glauben Sie oder jemand sonst ernsthaft, dass man das alles durch macht und mitmacht, wenn man sein Kind nicht liebt oder ihm keine Liebe geben will ?! Im Gegenteil. Sein Kind lieben, heißt als verantlicher Erwachsener meinem Kind altersgerecht alles zu ermöglichen und ihm Autonomie zuzugestehen, dort wo es angebracht ist. Ich und mein Kind sind nach all den Jahren GLÜCKLICH und DANKBAR aus der Therapie gegangen. Endlich wurden wir verstanden. Endlich wurde uns geholfen. Endlich hab ich vieles verstanden und mich und mein Kind entspannt gesehen, denn man lernt dort so viel mehr als im Moment in den Medien zerrissen wird. Ich würde die Klinik immer weiterempfehlen und ich tue es mit gutem Gewissen an alle, die chronisch kranke Kinder haben! Ich kann nicht in Worte fassen, wie sehr Herr Langer und Dr. Lion und das gesamte Team unser Leben zum positiven verändert haben und ich würde immer wieder dort hin gehen! – Ein/e Leser/in


Leserbrief zu „… Achille Mbembe?“ von Elisabeth von Thadden

Ich möchte mich bereits hier für meine Vorlautheit und eventuell unberechtigte Besserwisserei entschuldigen, aber ich habe den Verdacht, dass Professor Mbembes Interpretation von Kant und Aristoteles so nicht zutrifft (und bitte Sie, mich darüber aufzuklären, falls ich falsch liege). Bei Kant beruft Professor Mbembe sich m.E. auf „Vom ewigen Frieden“ – in diesem Text wird die (prinzipielle) Bewegungsfreiheit des Menschen auf der Erde („eine Erde mit ungleicher Bewegungsfreiheit ist seit Kant nicht denkbar“) eigentlich unerklärlicherweise im Folgesatz gleich wieder auf das Niveau eines Besuchsrechtes bzw. der Hospitalität reduziert, das sogar verweigert werden kann. Und auch Aristoteles beschränkt die Teilhabe am Gemeinwesen auf (männliche) Vollbürger – also diejenigen, die das antike Pendant einer attischen Staatsbürgerschaft besitzen – und sieht seltsamerweise eben nicht vor, dass sich jeder Mensch aufgrund seines allgemeinen Menschen- oder Weltbürgerrechtes am Staat beteiligen kann. Dahinter verbirgt sich, soweit ich das damals richtig aufgefasst habe, kein nationalistisches-chauvinistisches oder rassistisches Denken, sondern die Idee des Staates als „makros anthropos“.

Der Staat stellt dabei ein System dar, in dem der Mensch ethisches, vernünftiges Handeln dadurch erlernt, dass er sich am politischen Gemeinwesen beteiligt (z.B. indem er auch daran mitwirkt, dass Mängel der Staatskonstruktion ausgebessert werden). Und in der Auseinandersetzung mit den anderen Bürgern über die öffentlichen Belange sollen die Tugenden des einzelnen ins Gleichgewicht kommen – und dadurch langfristig auch die Tugenden des Staates. Der Staat ist also ein (lebenslanges) Erziehungsprojekt bei dem der Bürger Lehrer und Schüler gleichzeitig ist. Das setzt aber meiner Ansicht nach voraus, dass der Staatsbürger sich nicht so ohne weiteres von dieser (lästigen oder manchmal baufälligen) Erziehungsinstitution losmachen kann, indem er z.B. in ein anderes Gemeinwesen überwechselt. So erklären sich eventuell die oben erwähnten Einschränkungen, die sowohl Kant als auch Aristoteles vorsehen. Wenn ich das richtig verstanden habe, dann muss der einzelne sich darauf einlassen, von seinem Gemeinwesen herausgefordert (Steuergesetzgebung), erzogen (Strafzettel) oder enttäuscht (Korruption) zu werden, genauso wie sich der Staat darauf einlassen muss, dass seine Bürger die Rechte von Institutionen in Frage stellen, im Rahmen der verfassungsmäßigen Ordnung demonstrieren und die Amtsführung seiner Repräsentanten kritisieren. Bürger müssen dies sogar tun, es gibt keine vernünftige Alternative dazu (und der Rückzug ins Privatleben wäre sogar „idiotisch“), wenn sie sich von diesem (eventuell korrupten) Staat eben nicht freimachen können. Dies würde aber der von Professor Mbembe angekündigten „Ethik des Passanten“ ziemlich eindeutig widersprechen, in der freie, ungehinderte Mobilität herrschen soll.

Natürlich würde auch ich Professor Mbembe viel lieber Recht geben und die freie Beziehung zum anderen und die allgemeine Verpflichtung gegenüber den Lebensgrundlagen als Handlungsgrundlage akzeptieren. Aber wenn man Klimaschutzgipfel beobachtet, dann beschleicht einen sehr bald ein Verdacht, was Politiker tun, wenn sie nur aus einer „allgemeinen Verpflichtung gegenüber der Natur“ heraus handeln – und nicht für ihr Handeln ganz konkret zu Hause in ihrem Wahlkreis an der Wahlurne oder beim Friseur eine klare, mitunter deftige, Rückmeldung von ihren Mitbürgern bekommen (von der sie sich nicht freimachen können). – Andreas Breitruck


Leserbrief zum Titelthema „Wer versteht noch die Welt?“

Am Beginn des 21. Jahrhunderts befinden wir uns an der Schnittstelle zwischen zwei Epochen: das Zeitalter des Buchdruckes, der Schrift-Orientierung, des abendländischen Logozentrismus (Marshall McLuhans „Gutenberg galaxy“) geht über in das Zeitalter der Digitalisierung, des Internets und der social media. Es herrschen Aufruhr und Ungewissheit und alles ist möglich und noch unbekannt. Deshalb schreit die Zeit nach einer neuen Philosophie, einem neuen ganzheitlichen Denken, das die neuen Bedingungen der Globalisierung, der Migrationen und der immer enger werdenden Kontakte zwischen Kulturen und Sprachen widerspiegelt. Denn das Medium ist die message und formt sich den Menschen nach seinem eigenen Bild nach. Eine neue Philosophie beschreibt den Menschen und seine Welt deshalb nicht mehr rational, sondern zeigt, wie seine Welt von ihm selbst und mit anderen erzeugt wird. Inszenierung und performative Vollzüge ersetzen immer mehr die alteuropäische Aufklärung und ihre Ratio, die allmählich zu Ende geht. Was ‚Wahrheit‘ ist, wird immer öfter inszeniert und neu erzeugt, statt nur umständlich analysiert. ‚Performo ergo sum‘, so lautet das Credo der ‚performativen Philosophie‘. Sie integriert außereuropäische, z.B. ostasiatische oder afrikanische, Philosophien und Kosmologien, stützt sich dabei aber auf die große europäische Tradition. Sie sieht den Menschen, wie am Beginn jeder Renaissance, als un-begrenzt an, als frei und alles vermögend. Eine solche universale Philosophie ist keine Utopie mehr: In Berlin sind jetzt dazu mehrere Bücher erschienen (LIT Verlag). Prof. Dr. Uwe Hinrichs


Leserbrief zu „Ihr erneuert euch zu Tode!“ von Sophie Passmann

Über Meinungsfreiheit lässt sich streiten. Diese böse Polemik aus den eigenen Reihen kann jedenfalls der SPD nur schaden. Die Autorin mit ihren aufdringlichen Gender-Sternen macht den gesamten Parteivorstand verächtlich in fast beleidigender Form ( „ treudoof“). Selbstgerecht behauptet sie, charismatische und spannende, wache und kritische Personen könnten in ihrer Partei bisher nicht zur Geltung kommen; das sei de Grund für schlechte Wahlergebnisse.. Dazu gibt es auch andere Meinungen. Mit den Leuten, die „klug und gut und witzig“ sind, meint sie offenbar sich selbst. Die ZEIT fördert die Meinungsvielfalt, das Für und Wider; das ist gut so. Aber diesen Beitrag kurz vor einer wichtigen Wahl ohne Gegenrede zu bringen, das ist unfair. – Dr. G. Schäfer


Leserbrief zu „Was für ein Gebrüll“ von Johanna Schoener

Brüllen verstärkt die Lungen, weiß ich von unserem Kinderarzt. Hätte ich bald als Rat für die Kuscheleltern gegeben. Ein schwedischer Kinderpsychiater hatte vor einiger Zeit in ihrem Blatt von Rotzlöffeln gesprochen. Die Verhätschelung der Eltern sind der Grund. Er sagte weiter: „Eltern heute glauben, beste Freunde ihres Kinndes sein zu müssen, sie wagen nicht, ihm zu widersprechen!“ Die haben zwischenzeitlich daraus gelernt, daß das der falsche Ansatz war. Auch für Kleinkinder sollte es Grenzen geben. Als Vater von 3 Kindern kann ich für mich nur sagen, richtig so. Meine Version, warum das Erziehen von den heutigen Eltern als Teufelszeug hingestellt wird, liegt wiederum an ihrer Erziehung. Autorität führt zur Verführung des Menschen, und weisen ständig auf unserer Vergangenheit im 3. Reich hin. Dadurch diskriminierte man die Prinzipien der Leistung, der Anstrengung oder gar des Wettbewerbs. Das sitzt tief in der heutigen Gesellschaft. – Gunter Knauer


Leserbrief zu „Die Befreite“ von Franziska Tschinderle

Deutschland ist politisch am Verhungern, alles was man sich nur denken kann, wird lebensfremd behandelt. Die in Rede stehende Journalistin wußte sehr genau, daß die Türkei einen handfesten Staats-Putsch gerade so verhindern konnte und sich im nach hinein erlaubt, Erdogàn zur Rechenschaft zu ziehen, obwohl jeder verantwortliche Minister, jeden Landes besonders achtsam damit umgehen muß, wenn jemand sich in die Nähe der Terroristen begibt. Auch in Deutschland würde das nicht hingenommen. Meine Trauer hält sich in Grenzen. Die Journalisten haben in Deutschland Narrenfreiheit. Auch ein kardinaler Fehler. Die werden behandelt wie eine heilige Kuh in Indien. Die Medien sehen heutzutage ihre Aufgabe im skandalisieren und moralisieren. Selbstkritik hört man weit und breit nicht. – Gunter Knauer


Leserbrief zu „Ihr erneuert euch zu Tode!“ von Sophie Passmann

Danke für Deinen Artikel, der mir symptomatisch für die jüngere Generation zu sein scheint. Es ist schwer, Politik zu machen, es ist harte Arbeit, jeden Tag aufs Neue mit den Menschen, die tagaus, tagein um uns herum sind und auch ihre eigenen Ideen haben! Und nicht immer das tun, was man so gerne realisiert sehen möchte… Es handelt sich um eine bittere Erkenntnis, dass eine Unterschrift unter eine Online-Petition, die Teilnahme an einer Demonstration oder die Mitwirkung an einem Netzwerk oder einem sonst wie organisierten Grüppchen (mögen sie auch noch so wichtig sein, um Anstöße zu geben) nicht die Politik und unser Leben verändert. Wir haben dies in den letzten Jahren bei den Piraten, den Republikanern usw. gesehen. Alle sind sie wieder untergegangen. Es scheint also irgendetwas an den (etablierten) Parteien zu stimmen, denn sie funktionieren und es gibt sie nun durchaus schon längere Zeit! Wer an der jetzigen Politik etwas ändern will, muss sich in der Kommunalpolitik, der Gewerkschaft oder in einer Partei engagieren und ernsthaft mitarbeiten. Nur so lassen sich die gewünschten Veränderungen erzielen! Also, komm und mach mit, damit sich die Dinge in Deinem Sinne ändern! Aber Achtung, es ist mühsam und es handelt sich um das Bohren dicker Bretter, jeden Tag und immer aufs Neue!! – Kora Gouré Bi


Leserbrief zu „CSI Istanbul“ von Jörg Lau und Özlem Topçu

Vielen Dank für diesen interessanten Artikel. Die Verbindungen von Jamal Khashoggi zu den Muslim-Brüdern hatte bisher keiner der mir zugänglichen Nachrichtenkanäle (BBC und ITV in England) herausgestellt. Das entschuldet natürlich nicht den Mord, macht aber das Motiv verständlich. Übrigens: Google zufolge kann CSI ‚crime scene investigator‘ bzw ‚investigation‘ bedeuten. War das gemeint? – Thomas von Schroeter


Leserbrief zu „Was für ein Gebrüll“ von Johanna Schoener

Stellungnahme des Bundesverbandes Allergie- und umweltkrankes Kind
Gerne möchten wir uns zu Ihrem Artikel äußern. Seit über 27 Jahren begleiten, beraten und helfen wir als Selbsthilfegruppen-Verband bundesweit Eltern bei der Umsetzung des auf Station Gelernten zu Hause oder auch Interessierten am Konzept der liebevoll konsequenten Erziehung. Wir sind zu Hunderten, Tausenden selber durch die psychosomatische Behandlung gegangen – und ich spreche wohl für nahezu alle, dass diese Behandlung die letzte Rettung eines langen Leidensweges war. Die Bezugsperson wird samt Patient aufgenommen und wir lernen dort viel über die Hintergründe der Psychosomatik, über Stressmuster und wie wir ihnen entgegenwirken können. Wir bekommen in diversen Vorträgen gezeigt, wie wir eine gute Bindung zu unseren Kindern aufbauen bzw. fördern können. Wir lernen Entspannungsmethoden, wir spielen und kuscheln mit den Kindern, machen Sport, lernen etwas über Ernährung und über entwicklungspsychologische Hintergründe. Wir lernen etwas über unsere Herkunft, über unsere genetischen Baupläne, über die Wichtigkeit von gelingenden und gesunden Beziehungen in unseren Familien – und über liebevoll konsequente Erziehung. Auch die wird überall gänzlich falsch verstanden in den ganzen – derzeit voller Hass -geschriebenen Kommentaren, Berichten. „Liebevoll“ bezieht sich auf die Bindung, Konsequenz auf Erfahrungen. Wir lassen Kinder liebevoll Erfahrungen sammeln. Das alles hat nichts!! mit Zwang, Gewalt, autoritären Strafen zu tun….

Wir arbeiten nach dem Aufenthalt extrem an entspannten Familienatmosphären weiter, sorgen für kindgerechte Rahmenbedingungen (Strukturierte Alltage, Rituale, Verlässlichkeit – all das ist wichtig für die Sicherheit und Orientierung der Kinder). Und das gelingt. Das ist häufig verloren gegangen, wenn wir heute unsere stressinduzierten Alltage leben und von Kindern erwarten, dass sie in unsere Tagesabläufe und Arbeitssysteme passen, dass sie funktionieren, wie wir es vielleicht gerne hätten… Genau das machen wir eben nicht. Im Gegenteil, wir haben nach dem Aufenthalt geschärfte Blicke, Wissen und Kompetenz im Umgang mit unseren Kindern erworben, wissen, was sie wann brauchen und sind bestens gewappnet, um bestmögliche Rahmenbedingungen für eine gesunde Entwicklung unserer Kinder zu schaffen. Dazu gehört selbstverständlich auch, dass Kinder einmal Pausen machen, entspannen von nahezu managerähnlichen Alltagen, die sie heute prägen. Diese vernichtende Kritik derzeit ohne Sinn und Verstand an vielen Stellen kann unseres Erachtens nach einzig und allein nur daran liegen, dass eine Reihe von Menschen begonnen hat, zu wettern, ohne den Film überhaupt ganz gesehen zu haben.Und die Social Media-Welle rollte….

Wir wollten erklären, sprechen, schreiben… Doch das wurde nicht nur abgelehnt, wir wurden „niedergebrüllt“… Unsere Mitglieder massiv beleidigt, respektlos angegangen, so dass wir unsere Facebook-Seite dichtgemacht haben. Die Inhalte von „Elternschule“ sind keine Handlungsanweisung für den Alltag. Eigentlich ist das aber auch klar, wenn man den Film von A bis Z gesehen hat. Der Film zeigt, wie psychosomatisches Arbeiten geht und wie Eltern, die am Ende ihrer Kräfte sind, geholfen wird, indem man ihnen wieder Halt, Hilfe und Unterstützung bietet. Es wäre wünschenswert, wenn sachlich miteinander gesprochen werden könnte – wahrscheinlich liegen wir alle gar nicht so weit auseinander – zugunsten unserer Kinder und Familien. Zumindest wollen wir doch alle nur das Beste für unsere Kinder. Dazu gibt es immer auch verschiedene Wege. Das wird gerade in der Diskussion ganz vergessen: Geholfen ist mit diesem Shitstorm niemandem. Er wird nur zu noch größerer Unsicherheit beitragen. Denn eines ist doch deutlich geworden: Das Thema ist heiß und scheint die Gemüter zu erhitzen – und zu spalten. Endlich Zeit, etwas zu tun. Dass Eltern Hilfe brauchen, sehen wir täglich um uns herum. Aber das gelingt sicher nicht auf diesem Wege des emotionalen Aufgebrachtseins. – Frauke Döllekes


Leserbrief zu „Ich bin die Hecke“ von Götz Hamann

Ich hoffe dieser Artikel schafft etwas Bewustsein gegen die schwer auszuhaltende Tendenz alles ums Haus in Steinwüsten zu begraben…Auch die Fotos könnten nicht besser gewählt sein! Genial. Nochmals vielen Dank – Joe Decker


Leserbrief zu „Ich bin die Hecke“ von Götz Hamann

Wir sind begeistert von Ihrem Artikel und würden am liebsten Kopien davon unseren vielen Nachbarn in die Briefkästen stecken, die ihre Vorgärten, wie von Ihnen beschrieben, „umgestalteten“. Es ist wie eine ansteckende Krankheit und als Gärtner und Gärtnerin aus Leidenschaft fragen wir uns schon lange „warum tun die das?“. In unserer Siedlung werden die toten Vorgärten und auch so manche Gabionenwand leider von Jahr zu Jahr mehr. Dabei ist das Pflanzenangebot so groß wie nie und das Gärtnern könnte nach den 40 Jahren des Mangels in der DDR endlich eine Lust sein. Argumente sind: „zu alt für die oft mühsame Gartenpflege“, „im Kies und Schotter wächst kein Unkraut“ und „keine Zeit fürs Grün“ bei den Jüngeren.

Sie haben diese Situation so gut analysiert und auf den Kopf getroffen, dass wir uns bei Ihnen dafür herzlich bedanken möchten. Besser kann man das Thema nicht beschreiben. Nur, so fürchten wir, liest dieses Klientel nicht die ZEIT…da wünscht man sich ein Flugblatt mit dem Text. Und selbst wenn es jemand bereut – der Kulturboden ist ja weg, auf der Kippe! Unser Hinweis bei der „Landlust“ sich mal kritisch den Kiesgärten zu widmen, blieb unbeantwortet, nachdem wir uns über die Hochbeet – Unkultur geäußert hatten, die diese Zeitschrift in Heft Mai – Juni so sehr propagierte. Uns freut es, wenn DIE ZEIT sich landwirtschaftlichen und gärtnerischen Themen widmet. A propos, gerade will Amazon bei Magdeburg 45 ha Acker mit dem besten Boden, den Deutschland hat, in ein Versandzentrum umwandeln. Kein Aufschrei nirgends wegen der Boden- und Ressourcenvernichtung. – Jürgen und Gisela Hoke


Leserbrief zu „Was für ein Gebrüll“ von Johanna Schoener

Mit größtem Entsetzen las ich den Artikel von Frau Schoener und ihr Interview mit Herrn Langer. Die Überschrift “ Es wird auch viel gelacht“ ist ein Hohn. Ich selbst habe am 20.10.2018 in Frankfurt am Main den Film “ Elternschule“ im Kino gesehen: in Not geratene Eltern und notleidende Kinder werden mit menschenverachtenden Methoden „therapiert“. Jeder normal denkende und fühlende Mensch wird diese dort gezeigten Szenen nicht mehr vergessen. Im Film sieht man emotionale Gewalt an Kindern und Eltern im Namen eines Psychologen Herrn Langer. Hat Frau Schoener diesen Film selbst gesehen? Sie erwähnt es in ihrem Artikel nämlich nicht. Wenn ja, dann fehlt Frau Schoener jegliche menschliche Empathie. Wenn nein, weshalb darf dann diese Journalistin überhaupt einen Artikel zu diesem Film schreiben? Weshalb wurde die kritische Stellungnahme vom renomierten Wissenschaftler Herrn Prof. Dr. med. Karl-Heinz Brisch in der ZEIT nicht veröffentlicht?

Kennt Frau Schoener die wissenschaftliche Bedeutung von Prof. Brisch, seine Bücher, sein SAFE (Sichere Ausbildung für Eltern) – Präventionskurs für werdende Eltern in Deutschland und auch in vielen anderen Ländern? Es wäre Frau Schoener sehr zu empfehlen! Ich selbst habe im Juni 2013 eine Ausbildung zur SAFE – Mentorin in München bei Herrn Brisch gemacht; kann aber leider wegen Krankheit keine Kurse mehr geben. Herr Prof. Karl Heinz Brisch arbeitet an der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität Salzburg, ist u.a. Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Nervenheilkunde, Psychoanalytiker für Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Gruppen, spezielle Psychotraumatologie für Kinder und Erwachsene. Er leitet die Abteilung Pädiatrische Psychosomatik und Psychotheraphie an der Kinderklinik und Poliklinik vom Haunerschen Kinderspitalder Uni München. Er ist Dozent am Psychoanalytischen Institut in Stuttgart. Sein Forschungsschwerpunkt umfasst den Bereich der frühkindlichen Entwicklung zu Fragestellungen der Entstehung von Bindungsprozessen und ihren Störungen. Er publizierte zur Bindungsentwicklung von Risikokindern sowie zur klinischen Bindungsforschung und er verfasste eine Monograhpie zur Anwendung der Bindungstheorie in der psychotherapeutischen Behandlung von Bindungsstörungen. Kennt Frau Schoener Respekt und Hochachtung vor dieser wissenschaftlichen Arbeit? Ich habe von der ZEIT einen wissenschaftlich, kritischen Disskurs und eine fachlich, fundierte Auseinandersetzung mit dem Film “ Elternschule“ erwartet. Ich habe Respekt vor der Meinung von Herrn Prof. Dr. med. Brisch und von Dr. Herbert Renz-Polster in diesem ZEIT Artikel erwartet. Es wäre die Pflicht und der Anstand von der ZEIT gewesen, diese kritschen Meinungen (und auch von anderen Bindungsexperten) zu veröffentlichen. Weil Ihre Zeitschrift dies nicht getan hat, habe ich aus diesem Grund mein ZEIT Abo gekündigt. – Margitta Gärtner-Krämer


Leserbrief zu „Was für ein Gebrüll“ von Johanna Schoener

Interessant an der unnötig hitzigen Debatte über die Dokumentation ‚Elternschule‘, erscheint mir, dass die individuelle Interpretation des Gesehenen (wer nur den Trailer kennt, sollte sich überhaupt nicht äußern), zu so viel Hysterie führt. Jeder Kinozuschauer versteht einzelne Szenen des Films, wie er ihn eben verstehen kann. Soweit – so gut. Aber das das Kopfkino, dass man anschaltet, weil man sich bestimmte Szenen fortsetzt, die Grundlage wird für eine Diskussion? Diese Art der Bewertung der Dokumentation oder gar der gezeigten Therapie ist erschreckend und bedauerlich. Sachliche Diskussionen über Erziehung sind nämlich dringend nötig. Wer täglich beruflich mit Kindern zu tun hat, sieht wieviel Verunsicherung es in Erziehungsfragen gibt. Auch wenn der Film eine Dokumentation über eine Therapieeinrichtung für schwer gestörte Kinder und deren Eltern ist, enthält sie in einer Szene eine wunderbare Empfehlung, die ich für alle Eltern auch von normal entwickelten Kindern sehr sinnvoll finde: Nicht quatschen – machen! Und noch etwas: Attachment Parenting und verantwortungsvolles behutsames Heranführen des Kindes an Situationen, in denen es Abwarten oder das Aushalten von Frust lernt, könnten sich wunderbar ergänzen. Dies zu kommunizieren und anregende, sinnvolle und eventuell sogar vergnügliche Gespräche über Erziehungsfragen zu führen, hilft unseren Kindern! – Gabriele Hübner


Leserbrief zu „Was für ein Gebrüll“ von Johanna Schoener

Am Sonntag machte ich es mir gemütlich. Die Kinder spielten, ich hatte Zeit für die ZEIT. Erster Artikel: „Was für ein Gebrüll!“ von Johanna Schoener. Mein Sonntag war nun nicht mehr so gemütlich. Ehrlich? Ich bin sprachlos über diesen Bericht… Dachte ich doch immer, dass die ZEIT ein „Blatt“ ist, was wirklich gründlich recherchiert, beide Seiten aufzeigt und letztlich keine Hetze unterstreicht. Was Frau Schoener hier schreibt ist allerdings blanker Hohn. Hohn den Eltern gegenüber, die sie alle über einen Attachement parenting-Kamm schert und meint, dass ebj dadurch zurück an den Herd sollen (herrjemine!! Feminismus von seiner schönsten Seite!). Es ist ein lustig machen über die Menschen, die sich kritisch äußern zu Methoden, die derzeit diskutiert werden. Ein lustig machen über Autorinnen, die mit „ein bisschen Wissenschaft hier, ein wenig Bauchgefühl da…“ Bücher geschrieben haben, die schon tausenden Eltern geholfen haben. (Frau Schoener, haben Sie diese eigentlich gelesen? Wenn ja, verstehe ich diese herablassende Äußerung keineswegs! Wobei – wahrscheinlich hat sie noch keine Kinder und schaut deswegen so kühl herab?). Frau Schoener hat doch sicherlich recherchiert. Hat sich Langzeitstudien angesehen, Experten gehört (von „beiden“ Seiten) und dann geschrieben oder? (warum gibt es eigentlich kein Interview mit einer der Frauen über die sie sich lustig macht? Frau Mierau etc. Sondern nur mit Herrn Langer?) Das was ich hier lese, ist für mich einfach nur ihre eigene Empfindung, ihr eigener angestauter Spott und kein Artikel wie ich es sonst von der ZEIT kenne. Hier geht es nicht um ein Kaffeekränzchen. Hier geht es um Kinder. Um die nächste Generation. Da sollte schon gründlich überlegt und recherchiert sein was geschrieben wird. Das könnt ihr doch wesentlich besser oder? – Frauke Hahn


Leserbrief zu „Was für ein Gebrüll“ von Johanna Schoener

Vor fünf Jahren tappten wir in die Krankheitsfalle. Unsere Tochter kam durch einen Sauerstoffmangel mit einer Cerebralparese zur Welt. Ein Schock für die ganze Familie. Es folgten schwierige, therapiegeprägte, schlaflose Jahre. Als sie drei wurde, gesellte sich zu der ICP noch eine ausgeprägte Neurodermitis. Nach etlichen erfolglosen Therapieversuchen ließen wir uns im September’ 17 völlig erschöpft von der KJ-Klinik in Gelsenkirchen auffangen. In ausführlichen Gesprächen wurde schnell klar: das Kind muss schlafen, um gesund zu werden. Prima! Das leuchtete mir ein. Aber wie?! Zunächst mit einem liebevoll konsequenten Trennungstraining am Tag, immer im geschützten Rahmen, begleitet vom Klinikpersonal und Therapeuten. Nach fünf Tagen war ich bereit und verließ abends mit einem kleinen Gute-Nacht-Ritual das Zimmer meiner Tochter, die wild protestierte. Das kannte ich von zu Hause nur zu gut. Oft hatte sich dort die abendliche Situation über Stunden emotional so hochgeschaukelt, bis gar nichts mehr ging. Hier in der Klinik gab ich die Verantwortung ab, wenn auch schweren Herzens, dafür mit Erfolg. Bereits am dritten Abend schloss ich die Zimmertür hinter mir und ließ eine entspannte vierjährige zurück, die ihrer Puppe noch ein Lied zum einschlafen sang. Dafür standen mir die Tränen in den Augen, ich konnte mein Glück kaum fassen! Mit neu gewonnener Kraft, Selbstbewusstsein und Gelassenheit habe ich in der Klinik gelernt, wieder die Führung in unserem Alltag zu übernehmen, damit meine Kinder sich anlehnen können und die Möglichkeit haben, zu autonomen Persönlichkeiten heranzureifen. Schlafprobleme und seit ein paar Wochen sogar die Neurodermitis sind seitdem Geschichte, wir sind als Familie stärker geworden und können wieder positiv in die Zukunft schauen. Danke, Team der KJ3 Gelsenkirchen! – Simone Larkens


Leserbrief zu „Ich bin die Hecke“ von Götz Hamann

Danke für Ihren Artikel, er sollte in allen Zeitungen veröffentlicht werden, in der Hoffnung, dass die Gabionen ,- und Steinwüstenbauer endlich aufwachen. – Gabriele Culmann


Leserbrief zum Titelthema „Wer versteht noch die Welt?“

Nachdenken hat bisher noch niemandem geschadet. Besonders dann, wenn das Denken zur Lösung eines Problems geführt hat. Sie wollen das Nachdenken weit hinaus in die Gesellschaft tragen. Ein löblicher Vorsatz. Nur bezweifle ich, dass die Anstöße und Ergebnisse dieses Philosophierens die wirklichen und anstehenden Probleme dieser Welt auch nur annähernd lösen können. Es bleibt der Elfenbeinturm, in dem die positiven Gedanken und daraus hervorgehenden Lösungsideen gefangen bleiben. Wie viel ist über die Klimaproblematik eindringlichst mit erschütternden Bildern gesagt worden? Mit welchen Ergebnissen? Gegen Macht- und Geldgier herrschender Staatslenker und Konzernbosse kommt niemand an, selbst wenn unsere Ernten verdorren oder wir schon knöcheltief im Wasser stehen. Wichtig ist der aktuelle Aktienkurs und die Rendite der Aktionäre. An ein Morgen denkt niemand!

Menschenströme sind unterwegs auf der Flucht vor Gewalt und Hunger, und sie sind nicht aufzuhalten. Es ist darüber nachzudenken, wie man dem egozentrischen Handeln der Konzerne und der sie schützenden Regierungen Einhalt gebieten kann. Viel heftiger und mit unmissverständlichen Maßnahmen muss Politikern klar gemacht werden, dass es auch gar nicht hilft, Mauern zu bauen. Es müsste so etwas wie einen neuen Club of Rom geben, der mit Macht, etwas durchzusetzen, ausgestattet wäre. Politiker, die so aufträten, könnte man auch wieder vertrauen. Und, Sie sehen, verehrte Frau von Thadden, auch ich habe etwas nachgedacht in der Hoffnung auf einen Nutzen. Möge er eintreten! – Volker Krause


Leserbrief zu „Ökowende per Unterschrift“ von Dirk Asendorpf

Auch in Ihrem Artikel ist mir die Pseudomaßeinheit ‚Atomkraftwerk‘ begegnet. Was ist das? Atome spielen ja in jeglicher Form der Energieumwandlung, umgangssprachlich Energieerzeugung, eine Rolle, egal ob konventionell oder erneuerbar. Oder sollten die Anlagen, welche auf dem Prinzip der (Atom)Kernspaltung beruhen, gemeint sein? Diese wiederum kenne ich in Größenordnungen von unter 100 Megawatt (MW) bis über 1400 MW. Was davon entspricht denn Ihrer Vorstellung von einem ‚Atomkraftwerk‘? Gerade in der ZEIT mit ihrem Anspruch würde ich mir doch einen mehr naturwissenschaftlich geprägten und präzisen Ansatz wünschen. – Thomas Weiße


Leserbrief zu „Ich bin die Hecke“ von Götz Hamann

Danke für diesen fantastischen Artikel !!! Endlich spricht jemand aus was ich jeden Tag beim Anblick dieser “Gärten” denke. Ein Verbrechen an der Natur auf den letzten kleinen Freiflächen in der Betonwüste. – Dr. Cristina Eckert de Löwy


Leserbrief zu „Was für ein Gebrüll“ von Johanna Schoener

Ein Aspekt kommt unserer Ansicht nach in ihrem Artikel und in der Diskussion um die Arbeit der Pädriatischen Psychosomatik der Kinderklinik Gelsenkirchen zu kurz: Eltern suchen freiwillig die Hilfe dieser fachlichen Einrichtung. Vielfach ist diese schlicht der letzte Ausweg, um eine liebevolle und konsequente Erziehung für ihr Kind gewährleisten zu können. Unserer Ansicht nach bekommen Kinder Grenzen aufgezeigt und müssen sich an Regeln halten. Das ist ein großer Unterschied zu einer gewalttätigen oder willensbrechenden Behandlung. Eltern wird durch das Fachpersonal mit viel Engagement dabei geholfen, wieder in einen normalen Alltag zu finden – mit einem liebevollen, respektvollen Umgang den Kindern gegenüber. Bitte beurteilen Sie bei der Einordnung auch die außergewöhnlichen Verhaltensauffälligkeiten. Behandelt werden Kinder und Eltern, wenn der Kinderarzt oder Kinderpsychologe nicht (mehr) weiterhelfen kann. Schlussendlich hilft der Aufenthalt in Gelsenkirchen vielen. Auch wir haben von vielen positiven Erfahrungen gehört und wir bedanken uns ausdrücklich für die Hilfe. – Ein/e Leser/in


Leserbrief zum Titelthema „Wer versteht noch die Welt?“

Was denkt die Welt ? Will die Welt denken ? Niemand will z.B. darüber nachdenken oder fragen, warum die reichen Länder laut Prof. Jean Ziegler alle 5 Sekunden ein Kind verhungern lassen. — Die Fragen, die Frau von Thadden stellt, sind ebenfalls zwingend notwendig. Zum Beispiel : „Die Demokratie ist nervös, ihre Institutionen wirken zerbrechlich, und im moralischen Inventar sind Lücken, Löcher und Leere entstanden …“. — Prof. Dr. Dr. Udo di Fabio schrieb dazu in seinem Buch DIE KULTUR DER FREIHEIT sehr zutreffend : „Der Westen gerät in Gefahr, weil eine falsche Idee der Freiheit die Alltagsvernunft zerstört“. — Im Titelthema des Feuilletons und im Text werden viele Meisterdenker zitiert. Diese vielen Gedanken sind m.E. verwirrend. Mir persönlich reicht der KI von Kant. Im Grunde reicht auch ein Kernsatz von Sokrates : „Genügsamkeit ist natürlicher Reichtum. Luxus ist künstliche Armut. Wie zahlreich sind doch die Dinge, derer ich nicht bedarf.“ — Warum Überfluss/Luxus-Mobilität und -Konsum ? Aus globaler Sicht ist m.E. materielle Bescheidenheit eine notwendige Vernunft sowie Verantwortung und Freiheit. – Volker Freiesleben


Leserbrief zu „Das sind Aussichten!“ von Heinrich Wefing

Oftmals merkt man erst dann dass einem lange Zeit etwas fehlte, wenn es einem unerwartet wieder begegnet; das nur unterbewusst wahrgenommene Gefühl der Leere verschwindet und wird ersetzt durch eine neue Fröhlichkeit. Ungefähr so (nur nicht ganz so blumig) erging es mir bei der Lektüre Ihres tatsächlich auf der ersten Seite platzierten Beitrags von Herrn Wefing, „Das sind Aussichten“. Die von ihm hier eingenommene, optimistische Perspektive auf den Stand der Welt (oder zumindest einiger aktuell interessanter Vorkommnisse in Europa) hat in der heutigen Medienlandschaft Seltenheitswert. Und genau das ist, gerade angesichts der vorherrschenden Verunsicherung in weiten Teilen der Bevölkerung, wirklich bedauerlich. Feststellen lässt sich (zumindest aus meiner Perspektive) doch Folgendes: 1. Die ewige Konfrontation mit allein negativen Inhalten führt zu einer verfälschten und demotivierenden Wahrnehmung, 2. nur durch hell und dunkel bilden sich Kontraste die einen differenzierten Blick ermöglichen und 3. es tut einfach gut mal etwas zu lesen was Hoffnung macht und nicht das Bild entstehen lässt, dass Deutschland/Europa kurz vor einem erneuten Rückfall in düstere Zeiten steht. Ich glaube dass heute die alte Regel der Medienwelt, nur schlechte Nachrichten sind gut verkäuflich, nicht länger vollumfassend Bestand hat: Die Sehnsucht nach positiven Inspirationen und Zuversicht bietet einerseits neue Geschäftsfelder und ermöglicht es andererseits die oft schon abgestumpfte Wahrnehmung der Leser aufzubrechen um Platz für eine neue Perspektive zu machen. Mehr davon! – K. Stolte


Leserbrief zum Titelthema „Wer versteht noch die Welt?“

Ich lerne, was eine Zeitung leisten kann, auf welch feine Weise sie Einfluss auf die Gesellschaft nehmen kann. Die Art und Weise wie DIE ZEIT das macht, beeindruckt mich, und darüber hinaus schwingen meine eigenen Herzensanliegen für unsere Gesellschaft und die Weltgesellschaft mit, wenn ich Ihre Zeilen lese. Ich bin sehr gespannt auf die Lektüre in „Sinn & Verstand“ und freue mich schon jetzt auf die Gespräche unter Freunden und Bekannten, die davon angeregt und bereichert sein werden. Dir sagt nicht alles zu, was ich in der ZEIT lese (und damit meine ich nicht, dass ich immer mal andere Ansichten habe als die Autor*innen – das empfinde ich eher als anregend), aber sehr Vieles, und darüber hinaus bin ich immer wieder einmal hoch erfreut, wie auch jetzt, welche wundervollen Ideen in dieser Zeitung verwirklicht werden (z. B. Wissenskanon, Leser als Wirtschaftsexperten, Dialoge zu bestimmten Themen über mehrere Ausgaben hinweg etc. etc,). – Sibylle Riffel


Leserbrief zu „Ich bin die Hecke“ von Götz Hamann

Mit grossen Interesse habe ich Ihren Artikel gelesen und kann Ihnen nur Zustimmen,was Sie dort beschreiben,denn auch ich sehe hier an meinem Heimatort in den Wohngebieten solche Gärten. Haben Sie einmal darüber nachgedacht,warum der Mensch sich solch einen Garten anlegt? Sind Sie mal durch die Neubaugebiete Deutschlands spaziert? Dann wird Ihnen auffallen,dass die Menschen so eng aufeinander hocken müssen,Ihr Garten nur noch so gross ist wie ein Badetuch,dass es gar keine Freude macht sich hier ein kleines Paradies zu schaffen. Stell ich das Trampolin für mein Kind hinein ist der Garten damit voll und unbenutzbar. HabenSie sich schon mal die Neubauten in Deutschland von Innen angesehen? Es gibt nur noch ein Miniküchenzeile im Wohnzimmer. Wie soll ich da Marmelade einkochen,Sauerkraut einlegen,Bohnen einkochen usw.Haben Sie in solch ein Küche mal Reibekuchen gebacken?Zwiebeln angebraten,ein Rinderfilet angebraten? Da haben Sie mindestens 14 Tage noch was von,so riecht es in dem Haus.Eine Dunstabzugshaube nach draussen ist nicht mehr erlaubt,also muss meine Familie den Essensgeruch wegatmen. Es gibt keine Keller mehr um den Wein richtig temperiert zu lagern,um Kartoffeln,Äpfel,Möhren zu überwintern. Das Wohnen in diesen „Schweineboxen“ ist unerträglich,führt zu grossen Agressionen durch die nachbarliche Enge,sodass,wenn Sie an den Wochenenden durch diese Siedlungen gehen, kaum einer in seinem Garten ist bei diesem herrlichen Wetter dieses Jahr,sondern sie sind auf der Strasse und versuchen dort Ihr „Paradies“ zu finden.Somit haben wir viele Staus,finden Wohnmobile an den unmöglichsten Plätzen,d.-h. sie stehen auf einem Parkplatz, da ihnen der Campingplatz zu eng,zu teuer,zu voll ist und stellen ihren Liegestuhl zwischen die Autos. Fährt man mit dem Fahrrad auf schönen Feldwegen,kann man fast immer davon ausgehen,dass plötzlich einer dieser weissen Kisten ganz einsam am Wegesrand versteckt steht,in der Hoffnung nicht entdeckt zu werden. Ich kann diese Menschen sehr gut verstehen,denn die Sehnsucht nach Stille,nach Natur und Abgeschiedenheit ist in jedem Menschen. Ich würde mich freuen,wenn Sie in einem Ihrer nächsten Artikel einmal das Problem des Wohnens im 21. Jahrhundert in Deutschland und deren Auswirkungen auf die Menschen beleuchten. Kein Mensch mit Haus in Italien,Frankreich,Griechenland,Schweden,Norwegen,Finnland muss solch eine Wohnsituation ertragen. Warum wir,warum bekommen die Gewerbetreibenden,die schönsten Lagen an Grundstücken in Deutschland und der Bürger muss in den Hühnerstall. – Annette van Bürck


Leserbrief zu „Ich bin die Hecke“ von Götz Hamann

Sie mögen keine Steine und Sie sehnen sich nach Ihrer Kindheit zurück. Das erscheint erst einmal akzeptabel. Nicht akzeptabel ist, dass Sie aus Ihrem Geschmack und Ihrer Sehnsucht eine Anklage auf anders Denkende formulieren. „Diese Gärten sind ein Verbrechen“, „sind nun mal frei…., ihr Stückchen Erde zu verhunzen“; warum können Sie Vielfalt nicht akzeptieren – die Welt muss so aussehen wie Herr Hamann sich das vorstellt, sonst wird auf das Übelste polemisiert. An anderer Stelle in der selben Ausgabe der Zeit findet sich der Satz „Dass es… oft nicht mehr um die Sache geht, sondern um Meinungen, um den eignen Lebensentwurf, die eigene Identität.“ Schauen Sie doch mal wirklich kritisch in den Spiegel Herr Hamann. – Hans-Jörg Lindner


Leserbrief zu „Ich bin die Hecke“ von Götz Hamann

Da musste ich laut lachen! Der Artikel sprach mir aus dem Herzen! Mittlerweile habe ich erfahren, da ss solche Schottergärten eigentlich illegal sind! In den Landesbauordnungen steht, dass die nichtüberbauten Flächen von bebauten Grundstücke Grünflächen sein müssen! Diese „Gärten des Grauens“ treiben das Insektensterben direkt voran! – Marian Blass


Leserbrief zu „Was für ein Gebrüll“ von Johanna Schoener

Mehr als zwei Jahre sind nun vergangen seit wir unseren 3-wöchigen Aufenthalt in der Kinder- und Jugendklinik in Gelsenkirchen begonnen haben. Zu dieser Zeit begannen die Dreharbeiten zum Film „Elternschule“. Nachdem der Film bei uns in der Nähe im Kino lief waren wir schon gespannt und wurden schnell zurück versetzt in eine Zeit, die uns fast unser Familienleben gekostet hätte. Unsere Tochter litt unter einer Schlafstörung sowie einer Regulationsstörung. Sie hat stundenlang geschrien. Jeden Tag und jede Nacht. Mein Mann und ich halfen uns gegenseitig so gut es ging. Unsere Familien wohnten weit weg also mussten wir es alleine schaffen, wie so viele andere Eltern auch, deren unterstützendes Umfeld weit weg ist. Dachten wir zumindest. Nach einem halben Jahr waren wir ausgelaugt. Mehr tot als lebendig, geistig und körperlich. In dieser Zeit haben wir alles versucht um unserem Wunschkind zu helfen. Ärzte, Osteopathie, Homöopathie, Babykurse zum Thema Schlafen. Nichts half. Unser Familienleben hatte sich zu einem quälenden Existieren entwickelt. Bis wir von einer anderen Mama über die Klinik in Gelsenkirchen erfahren haben. Vor fast zehn Jahren war sie dort mit ihrem Jungen der ebenfalls eine Schlafstörung hatte. Ich war froh vielleicht doch noch eine Möglichkeit gefunden zu haben um unserem Kind ein glückliches Leben zu ermöglichen. Mein Mann hingegen war der Kritiker schlechthin. Nach vielen Gesprächen entschieden wir uns nach Gelsenkirchen zu gehen.

Das Konzept welches dort angewendet wird klingt auf den ersten Blick merkwürdig. Aber genau darum geht es: Auf den ersten Blick. Man muss sich intensiv damit beschäftigen und bereit sein für detallierte Informationen oder Gespräche. Der Film gibt einen Einblick, eine kurze Zusammenfassung, so gut es eben ging. Wir Betroffenen haben 3 Wochen dort erlebt. Der Zuschauer sieht davon zwei Stunden. Nach den Aufnahmegesprächen sowie den Einführungsgesprächen kam aber so nach und nach die Erkenntnis, dass es einen Weg gibt. Mit jedem Tag wurde mir vieles klarer. Ich wurde entspannter. Mein Kind wurde entspannter. Es gab einen Weg. Er fühlte sich gut und richtig für mich an. Mein Mann konnte es kaum glauben. Es machte alles Sinn. Heute sagt der einst größte Kritiker: Das war die beste Entscheidung, die wir jemals für uns als Familie getroffen haben. Diese Ansicht hat sich nur geändert weil er sich geöffnet hat für die Hilfe. Er hat gemeinsame Therapeutengespräche wahrgenommen, war beim Informationstag für Angehörige dabei und hat unsere Tochter gesehen, wie sie nach wenigen Tagen geschlafen hat. Strukturiert, ruhig und entspannt. Er hat immer wieder nachgefragt wenn ihm etwas unklar war. Alle Ärzte, Therapeuten und Schwestern waren zu jeder Zeit für ein Gespräch oder einen Austausch offen. Anfangs gibt es Zweifel, man stellt sich selbst Fragen, hört die Stimmen der Freunde und Menschen in seiner Umgebung, die einem all die Monate ihre ach so tollen Ratschläge aufgebrummt haben. Ob man es hören wollte oder nicht. Genau diese Verunsicherung treibt heutzutage viele Eltern in einen Teufelskreis aus Unsicherheit und Stress.

Schon in der Schwangerschaft erhält man unzählige Informationen was denn jetzt genau der richtige Weg ist. Bevor das Kind zur Welt kommt überkommt einen schon die Panik ja das richtige zu tun. Nur…wo bleibt das eigene Gefühl? Das Bauchgefühl, das jede Mutter und natürlich auch jeder Vater besitzt wenn es um das eigene Kind geht. In Gelsenkirchen fand ich zurück zu meinem Baugefühl, zum Gefühl der Sicherheit. Es scheint einige Missverständnisse zu geben was das Konzept und der Umgang in der Klinik mit den Kindern betrifft. Und leider gab es auch viele unsachliche und beleidigende Rückmeldungen gegenüber dem Film und der Klinik. Ich kann Ihnen versichern, dass ich zu keinem Zeitpunkt unseres Aufenthalts Druck, Zwang, Gehirnwäsche oder ähnliches erlebt habe. Ich habe jedem einzelnen Mitarbeiter der Station mein Kind anvertraut und würde es heute genauso tun. Wir sind unendlich dankbar für diese Erfahrung und diesen Weg. Die Menschen arbeiten dort mit ihrem ganzen Herzen, zum Wohle der Kinder und ihren Familien. Unsere Tochter ist heute ein glückliches Kind. Sie ist mutig, wissbegierig und ausgeglichen. Alle Gefühle sind erlaubt. Und wenn ich eines mit Sicherheit sagen kann dann ist es: Der Wille unseres Kindes wurde definitiv nicht gebrochen!!! – Ein/e Leser/in


Leserbrief zu „… Achille Mbembe?“ von Elisabeth von Thadden

Was Achill Mbembe mit “ die Beziehung zum Anderen „meint, drückt der Afrikaner mit “ Ubuntu“ aus: gemeinwohldienliches Leben ist geprägt durch Verbundenheit, durch ein Miteinander-Leben statt gegen einander zu leben.. Es geht um Gemeinschaftssinn, um Solidarität. Im Hebräischen steht dafür das Wort häsäd : wir sind Mensch , wo wir einander verbunden sind, Verbündete und nicht Verfeindete. In diesem Sinne vertragen sich nicht nur die afrikanische Kosmologie und das aristotelische Denken gut, sondern als Dritte im Bunde die hebräische Ansage : “ Mensch, es ist dir gesagt was gut ist und was Gott von dir erwartet: Recht üben, Gemeinschaftssinn lieben und wachsam mitgehen mit deinem Gott “ ( Micha 6,8) – Helmer-Christoph Lehmann


Leserbrief zu „Good bye, Frau Merkel“ von Jens Tönnesmann

Seit ich wählen darf – und das darf ich schon eine ganze Weile –, wähle ich FDP, und noch länger, seit über 45 Jahren, halte ich der ZEIT die Treue, auch wenn sie immer grüner wird. Aber bei aller Zuneigung zu den Grünen: Finden Sie es nicht selbst etwas albern, im Wirtschaftsteil darauf hinzuweisen, dass inzwischen 22 Prozent („fast jeder Vierte“) der Start-up Unternehmer grün wählen würden und nur in einem Halbsatz zu erwähnen, dass 38 Prozent (man – nicht aber Sie – könnte auch sagen: „mehr als ein Drittel“) der FDP ihre Stimme geben würden? Wenn etwas eine Meldung wert ist, dann doch wohl, dass die Star-up Szene eine ganz klare Präferenz und Frau Merkel schon lange good bye gesagt hat, und zwar zugunsten der FDP. So erinnert Ihr Beitrag sehr an den Schüler, der im Biologieunterricht nur den Regenwurm vorbereitet hat und zum Elefanten gefragt wird: Gleich, welches Thema anliegt, Sie kriegen schon die Kurve, um Ihre Grünen zu loben. – Dirk Radermacher