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7. Februar 2019 – Ausgabe 7

 

Leserbrief zum Titelthema „Rente“

Mal wieder ein spontaner Leserbrief vor Erscheinen der Zeit zum Thema über 90 werden: ich habe keine Absicherung für dieses Alter, weil ich immer selbständig war, will auch nicht so alt werden, weil ich nicht erleben will, wie ein paar Leute, die viel Geld verdienen, die Erde ruinieren (Thema in der letzten Ausgabe) oder dass intelligente Maschinen die Herrschaft übernehmen, das sind ja anscheinend die beiden einzigen Zukunftsperspektiven. Ich bin glücklich darüber, keine Kinder in die Welt gesetzt zu haben, die diese Zukunft erleben müssen. So viel zur Weltsicht einer über Sechzigjährigen, mit der ich sicher nicht allein bin. – Sabine Brandenburg-Frank


Leserbrief zu „Wer murmelt da?“ von GRN

Murmeltier Punxsutawney Phil ist das beste Beispiel für einen Propheten, der unermüdlich seine Wahrheiten verkündet, von den Menschen wegen Ihrer Inflexibilität und Dummheit jedoch nicht verstanden wird. Phil liegt bei nur 39 % seiner Vorhersagen richtig, seit 1969 sogar nur noch bei 36 % – ein Umstand, der Jahr für Jahr kolportiert und bedauert wird. Das Problem ist jedoch nicht Phils prophetische Gabe, sondern die Dummheit seiner Interpretatoren. Nicht Phil hat festgelegt, dass der Winter noch länger bleibt, wenn Phil seinen Schatten sieht. Sondern die dummen Menschen. Und diese halten sich stur an diese willkürliche Festlegung. Drehte man sie um – der Winter endet bald, wenn Phil seinen Schatten sieht –, länge Phil plötzlich bei 61 % seiner Vorhersagen richtig – und in jüngerer Zeit sogar bei 64 %. Und das dürfte signifikant besser als der Zufall sein und besser auch als die Vorhesagen der Meteorologen. Das alles sagt uns wenig über das Klima, aber sehr viel über uns Menschen. Phil, ich glaube an dich. Keep up the good work! – Stephan Müller


Leserbrief zu “Schuldgefühle“ von Bernd Deininger

Also, wir schaffen den StrafTatbestand „Ladendiebstahl“ ab, dann haben wir keinen mehr? Oder wir schaffen die Familie ab, dann haben wir keinen sexuellen Missbrauch mehr in der Familie? Wie krank sind solche Gehirne, die so argumentieren? Frau Grütters und Herr Thierse sind da nicht ausgeschlossen; arme Menschen! Der DalaiLama sagt, der Zölibat unterscheidet mich vom Tier. (Bild) Hunderttausende Mönche halten ihn – und sie „degenerieren“ nicht. Was ist mit den Welt-lern und Neuheiden los? Es sind vorwiegend schwule Kleriker, die sich an Teenagern, Heranwachsende und junge Männer vergehen; die Täter und Vertuscher werden persönlich schuldig, denn sie vergehen sich an den Opfern, nicht eine Institution, oder eine Hl. Schrift – also meint Jesus: „wer es fassen kann, der fasse es“ Mt 19,11f.; sie sind nicht dafür bestimmt. Die Welt-ler und Neuheiden spielen sich als Verfügungsberechtigte über die Heilige Schrift auf; und so ist es „kein Wunder, denn der Satan tarnt sich als Engel des Lichts“ 2 Kor 11, 14.

Es stimmt, was Michel Houellebecq sagt, die westliche Welt in ihrer Gesamtheit bringt sich um..“. Um den Gesundheitszustand einer Gesellschaft zu bewerten, bezieht er sich allein auf den Gesundheitszustand der Religion, die diese Gesellschaft begründet und ausmacht. „Ein echter Katholik würde (…) sagen: ‚Gott wird vorsehen. Die Mediokrität des gegenwärtigen Papstes hat keinerlei Bedeutung. Im letzten Moment wird Gott Heilige für uns hervorbringen‘.“ Mein Glaube ist nicht so stark; ich bin da ein Klein-Gläubiger. Ich sehe täglich in die Abgründe vieler Menschen.

Und diese Welt-ler, Heiden wollen die Heilige Schrift abschaffen, einebnen, der Welt angleichen; Klaus Berger nennt solche Welt-ler, Heiden, Feinde der Kirche Christi, Bibel-Fälscher, die aus ihrem Innern kommen. Der Antichrist (Apk 17,5) – Pope Francis – mit seinem „Mysterium der Bosheit“ und seinem endzeitlichen „religiösen Lügenwahn“ zeigt, wer und was diese Leute sind. Der Kirchee Gottes wird sogar schon eine „sinnstiftende Funktion“ abgesprochen. Die neue Forsa Umfrage zeigt die Verhalte. Wo 2 + 2 auch 5 ergibt und es eine absolute Norm nicht gibt (P.Sparado SJ) – ist die schiefe Bahn noch mehr Beschleuniger in den Abgrund. Will das Gott? Sie „verharrten in der Lehre der Apostel und im gemeinsamen Brotbrechen und im Gebet“ Apg 2, 42. Häresie ist für die Kirchenväter das, was „neu“ ist und sich von der Tradition entfernt. Das Kriterium der Wahrheit beruht gemäß der berühmten Formel des hl. Vinzenz von Lérins auf dem, was überall, jederzeit und von allen überliefert wird; quod ubiquem qoud semper, quod ab omnibus. Für den Heiligen von Lérins besteht die Aufgabe der Theologie in der Bewahrung des depositum gemäß der Anweisung des hl. Paulus an Timotheus. „Was ist Hinterlage (depositium)? D.h.: was dir anvertraut ist, nicht was du erfunden hast; … wovon du empfangen, nicht was du ausgesonnen hast; … wovon du nicht der Urheber, sondern der Wächter sein sollst, nicht der Stifter, sondern der Schüler, nicht der Führer, sondern der Nachfolger.“ „Die Tradition ist die offizielle Weitergabe der göttlichen Offenbarung in Raum und Zeit durch die Kirche und ihre Organe, die dafür von Gott gestiftet worden und vom Heiligen Geist mit unfehlbarer Unterstützung bedacht worden sind.“ B. Gherardini – Eine Provokation für viele heutige Erz-Bischöfe, Priester, Ordensleute, Theologen, Verbands-Katholen, Abgefallene; sogar für den Antichrist (Apk 17,5) Pope Francis.

Die Kirche Christi kennt keine „Neuheiten“ sondern lediglich die Entfaltung, die Klärung und die Definition der Traditionen, die den Aposteln von ihrem göttlichen Meister übergeben worden sind. Die kirchliche Tradition, die die mündliche Überlieferung der Apostel repräsentiert, unterscheidet sich von jeder rein menschlichen Überlieferung; denn die kirchliche Tradition hat als materielle Organe nicht „Weise“ oder „Experten“, sondern kirchliche Amtsträger, und als formelles Organ die Kirche selbst. M.J. Scheeben, Dogmatik, ebd., Nr. 309. So ist die Kirche nicht deshalb unfehlbar, weil sie eine Autorität ausübt, sondern weil sie eine Lehre weitergibt, die sie von ihrem Stifter erhalten hat. Seit ihren Ursprüngen beansprucht die Kirche als ihr Vorrecht den vollständigen Besitz der Wahrheit und als ihre unabdingbare Pflicht, diese den Menschen zu verkünden. Es ist ihr ministerium verbi (Apg 6, 17). Gell Herr Thierse! Frau Grütters!

So ist auch das Lehramt nicht die Tradition, macht sie nicht und ändert sie auch nicht, sondern es nimmt sie wahr und drückt sie aus. H. Holstein, ebd., 128. „Das Lehramt ist auch nicht die Kirche, da es eine ihrer Funktion darstellt und von ihr ausgeübt wird, um die geoffenbarte Wahrheiten zu lehren. So ist das „Lehramt nicht über dem Wort Gottes, sondern dient ihm, indem es nicht lehrt, als was überliefert ist, weil es das Wort Gottes aus göttlichem Auftrag und mit dem Beistand des Heiligen Geistes voll Ehrfurcht hört, heilig bewahrt und treu auslegt (…)“ II. Vat, Dogm. Konst. Dei Verbum, Nr. 10. Diese Grundpfeiler der Katholischen Theologie werden in den wissenschaftliche theologischen Fakultäten kaum mehr gelehrt; deshalb sind sie wertlos und unnütz. Die Interpretation in der Theologie tendiert heutzutage dahin, zum hermeneutischen Urteil zu werden, und wissen, „wer“ interpretiert, ist wichtiger geworden als zu wissen „“was“ interpretiert wird. Wir sehen uns vor einer „Hermeneutik des Subjekts“, die für das „moderne“ und „postmoderne“ Denken typisch ist, dem zufolge das erkennende Subjekt wichtiger ist als der Gegenstand der Erkenntnis. Darüber hinaus macht sich eine Zweideutigkeit geltend, die im primären Gebrauch des Begriffes „interpretieren“ gegenüber den Begriffen „bewahren“ und „überliefern“ liegt. Die Tradition darf nämlich nicht, wie übrigens jede beliebige andere Wahrheit „interpretiert“ werden, sondern muss gegebenenfalls erhellt und definiert und vor allem entgegengenommen und weitergegeben werden.

Wer gibt die Tradition weiter? Die Antwort kann nur sein: Die lehrende und lernende Kirche in ihrer Gesamtheit. Die lernende Kirche beschränkt sich darauf, sie zu empfangen, zu glauben und weiterzugeben. Die lehrende Kirche, besonders in der Person des Papstes, proklamiert, definiert und lehrt sie. Die Tatsache, dass die Kirche die Tradition weitergibt, bedeutet nicht, dass sie sie bis hin zur Leugnung oder zum Widerspruch „interpretieren“ könnte. Und wer übt das Lehramt in der Kirche aus? Der Papst und die Bischöfe, die eben die lehrende Kirche ausmachen. In Wirklichkeit ist das Lehramt. wie wir gesehen haben, nichts anderes als eine Vollmacht, derer sich das Subjekt Kirche bedient, um seine Pflicht zur „Belehrung“ der Gläubigen zu erfüllen, und kann mit keinerlei Recht als ein in sich autonomer und unabhängiger theologischer Ort betrachtet werden. Denn die Gefahr der „Hermeneutik des Subjekts“ i.S. einer vorrangigen Frage nach dem, der interpretiert, anstatt der vorrangigen Frage nach dem, was überliefert wird, besteht darüber hinaus in der Auslösung einer endlosen hermeneutischen Kette. Vor dieser Gefahr warnt P. Cavalcoli mit den Worten, dass „jede Interpretation – mag sie noch so klar sein – ‚interpretiert‘ werden muss; aber auch die Interpretation der Interpretation muss interpretiert werden, und so ins Unendliche, ohne je zu einer definitiven Lehre oder Klärung zu gelangen.“ Giovanni Calvalcoli OP, Laquestione dell’eresia oggi, Rom 2008, 134.284.

Der „sensus fidei“ des katholischen Volkes – In diesem Sinne kann die Kirche als universitas fidelium – als Gesamtheit der Gläubigen – nicht irren, wie der hl. Thomas von Aquin feststellt. Thomas von Aquin, Summa Theologia, II-II, q. 1, a. 9. Der Glaubenssinn ist also die „Fähigkeit des Glaubenden, nicht nur das zu glauben, was ihm von der Kirche als Glaubenswahrheit vorgelegt wird, sondern auch und vor allem die Fähigkeit zur – gleichsam instinktiven – Unterscheidung dessen, was mit dem Glauben übereinstimmt, von dem, was ihm widerspricht, und die Mühelosigkeit, tiefere Konsequenz aus den vom Lehramt vorgelegten Wahrheiten zu ziehen – und dies nicht auf dem Weg der theologischen Beweisführung, sondern spontan wie anhand einer auf Wesensverwandtschaft basierenden Erkenntnis. Der Glaube ist nicht ein Produkt nur von Überlegungen, sondern eine Intuition der göttlichen Wahrheit, „Beweis von Dingen, die man nicht sieht“, um einen Ausdruck von Benedikt XVI. zu verwenden. Enzyklika Spe salvi, 2007. Dieser Glaubenssinn existiert in allen Gläubigen, einschließlich der Sünder.

Dank diese Glaubenssinns nimmt der Gläubige die Wahrheiten wahr, die im Glaubensgut hinterlegt sind. So verwirklicht sich die Verheißung des hl. Johannes: „Ihr hingegen habt die Salbung von dem Heiligen, und ihr besitzt alle das Wissen“ 1 Joh 2, 20. Wir Gläubige sind hin und hergerissen ob der Zweideutigkeiten und Zwielichtigkeiten die der Papst und viele Erz-Bischöfe dem Glaubensvolk zu muten. Wie der gesunde Menschenverstand Maß nimmt an der Objektivität der Wirklichkeit, so nimmt der subjekitve Glaube Maß an der objektiven Regel der übernatürlichen Wahrheiten, die in der Tradition enthalten sind. J.-M. Gleize, Magistère et foi, in: Courrier de Rome“, Nr. 344 (2011), 3. So ist der sensus fidei das Produkt des Glaubens, der Gnade und der Gaben des Heiligen Geistes, die die Vernunft erleuchten und den Willen bewegen. C. Balic´ OFM, ebd. 113-114. vgl. auch 1 Kor 3,16f; 6, 19; „er ist der Geist von Pfingsten, der Geist der Wahrheit Joh 14,17, dessen besondere Sendung darin besteht, der Welt die volle Wesenheit Christi und alle Wunderwerke, die der Sohn Gottes verdeckt gehalten oder nicht voll und klar enthüllt hatte, zu offenbaren.“ Ebd., 125-126 Nur die Wahrheit macht frei. Joh 8, 31-33

Und so wahr es auch ist, was in biblischer Zeit als Sünde qualifiziert wurde, kann heute nicht zu einer Tugend umdefiniert werden. Und was das Handeln des „Neuen Menschen“ betrifft, „der nach Gottes Bild geschaffen ist in wahrer Gerechtigkeit und Heiligkeit (Eph 54, 24) so kann aus dem Weiß der Gnade nicht das Schwarz der Sünde gemacht werden. Card. Müller Und so zeigt die Realität, fasst über 80% der Opfer sexuellen Missbrauchs sind Jungen und junge Männer., die durch vorwiegend schwule Kleriker mit scheußlichen homosexuellen Praktiken überzogen wurden. Die Theologen, die Verbands-Katholen, und viele Erz-Bischöfe, Priester, Ordensleute die eine Cliquenkirche anstreben – zeigen eine Sklerose ihres Herzens; sie wähnen sich als Verfügungsberechtigte, dabei sind sie „blutrünstige Bestien, die im Schafsstall Christi wüten“ Petrus Damiani; die Frage: Wo ist Gott? Ist für viele Gläubige berechtigt. Der Niedergang seiner Kirche – gepaart mit dem Niedergang Europas wird immer augenfälliger. Die jüngste Forsa-Umfrage zeigt die Abscheu vieler Menschen – auch gegenüber dem Antichrist Apk 17,5 – Pope Francis – mit seinem „Mysterium der Bosheit“ und einem endzeitlichen „religiösen Lügenwahn“. – Dr. Dr. Michael Joseph Schaaf


Leserbrief zu „Mehr Zeit als Geld“ von Nadine Ahr

Die steigende Lebenserwartung ist gleichzeitig CHANCE (wenn man ausreichend vorgesorgt hat) und RISIKO, weil die steigende Lebenserwartung natürlich zuerst bei den Älteren Menschen ankommt. Da die geburtenstarken Jahrgänge nach und nach in die oberen Altersgruppen kommen (und dort das Risiko, krank und pflegebedürftig zu werden, am höchsten ist), werden Krankenversicherungen, Pflegeversicherungen und die Rentenversicherung bis etwa 2045 die höchsten Belastungen zu tragen haben. Erst dann wird die Altersgruppe 75+ zurückgehen – davon natürlich die Altersgruppe „85+“ zum Schluss (diese zuletzt genannte Gruppe wird von 2016-2060 von 2,250 Mio auf 5,450 Mio Personen zunehmen (Stat. Bundesamt; diese Zahl ist sicher belastbar und könnte noch höher liegen, wenn Therapieen gegen Krebs , Herzinfarkt u.ä. gefunden werden. Die Bundesregierung muss bei den Neuregelungen von Kranken-, Pflege- und Renten- Versicherung endlich das Jahr 2040/45 im Auge haben. Alle kurzfristigen (auf irgendeine Wahl ausgerichtete) Maßnahmen sind „Flickschusterei“ und werden diese Systeme sonst irgendwann zwischen 2025 und 2035 an die Wand fahren. – Andreas Tiefensee


Leserbrief zu „Im toten Winkel“ von Matthias Nass

1987 wurde der INF-Vertrag unterzeichnet. 32 Jahre später hat sich viel verändert. Ob es heute klug ist, zur Verstärkung der Verteidigungsfähigkeit aufzurufen und den Zusammenhalt der NATO zu beschwören halte ich für genauso sinnlos, wie man eine heutige Krankheit nicht mit den Medikamenten gegen eine frühere Krankheit heilen, ja vielleicht sogar verschlimmern kann. Heute kann es nicht darum gehen, zu hoffen, dass der nächste Krieg kalt bleibt. Heute geht es mehr denn je um globale Lösungen. Jeder Sektierer kann nur verlieren. Es braucht ein Miteinander zum Wohle aller. Alle Staatsführer müssen sich an einen Tisch setzen und über die Zukunft unserer Erde und der Menschheit beraten. Es gibt keinen PLANet B…! – Marion Claus


Leserbrief zu „Im toten Winkel“ von Matthias Nass

Eine außergwöhnliche Feststellung habe ich zu verkünden. Ihr Autor sieht einen Atomkrieg aufkommen. Das Gegenteil wird der Fall sein. Meine These: Mehr Länder die über Atombomben verfügen sichern uns den Frieden eher als zu wenige in wenigen Händen. – Gunter Knauer


Leserbrief zu „Der kalte Krieg taut auf“ von Jörg Lau

Herrn Jörg Lau danke ich für den interessanten und zugleich erschreckenden Artikel. Interessant, weil er Einblicke gibt in die Denke unserer politischen und akademischen mit Außen- und Sicherheitspolitik befaßten Elite. Erschreckend, weil diese eine fast schon amateurhafte Sicht offenbart.

Beispiel 1: Syrien
Nachdem Saddam Hussein kalt gestellt wurde, ging es im Irak erst richtig los. Wurden die verschiedenen Kriegssparteien nicht wahrgenommen?

Beispiel 2 : Russland
Herr Putin ist Präsident Rußlands und hat die Pflicht für die Sicherheit seines Landes zu sorgen. Am 25.9.2001 legt er im Deutschen Bundestag seine Bereitschaft zur Zusammenarbeit dar. Davor und danach mußte er zur Kenntnis nehmen, wie NATO und EU ihre militärische und wirtschaftliche Einflußsphäre von der deutsch-deutschen Grenze bis an die Grenze von Rußland vorschoben. Er hat zur Kenntnis nehmen müssen, wie westliche NGO’s die orangene Revolution in Ukraine vorbereiteten und hätte um ein Haar den Marinestützpunkt Sewastopol verloren. Und das alles hätte er aus westlicher Sicht tatlosen hinnehmen sollen? Gehen wir mal gedanklich einen Schritt zurück und nehmen wir an, die mittelamerikanischen Staaten hätten Russland um Schutz gegen US-amerikanischen Bedrohung gebeten und Russland hätte dort militärischen Fuß gefaßt. Glauben wir wirklich, die Vereinigten Staaten hätten dies tatlos hingenommen?

Beispiel 3 : China
Jeder Wirtschaftsvertreter, der mit China zu tun hat, weiß wie stark das Bewußtsein der historische Größe und Bedeutung China’s in den Köpfen der chinesischen Eliten verwurzelt ist. Deren strategisches Denken bewegt sich nicht in den Dimensionen von Fünfjahresplänen, sondern in Jahrzehnten und Jahrhunderten. Der Anspruch auf die rohstoffreichen Inselgruppen im südlichen Pazifik wurde nicht erst kürzlich geltend gemacht. Sogar Mao trat seine Herrschaft mit dem Ziel an, China unabhängig von jeglichem ausländischen Einfluß zu machen.

Und wenn dann unsere Eliten aus ihrer rot-grünen, friedensbewegten Gedankenwelt aufgeschreckt werden, wird in fast schon panischer Hektik amateurhaft reagiert – siehe dazu auch : „Welche Folgen hat das alles für Deutschland “ von Michael Thuman. – Frank Volkmar


Leserbrief zu „»Junge Männer haben gar nichts«“ von Jochen Wegner

Chaos ist weiblich, Ordnung ist männlich? Herr Peterson ist selbst das beste Gegenbeispiel. Ich habe selten ein so wirres Geschwurbel lesen müssen. Merkt er denn gar nicht, wie lächerlich er sich damit macht? – Ein/e Leser/in


Leserbrief zu „Wo die Zuckerpuppen tanzen“ von Martin Eimermacher

Zwei, drei mal das Wort „Nazi“ in den Text einpflegen; am Schluss noch ein Satz mit „Kinder und Frauen schlagen“; etwas wird beim Leser schon hängen bleiben. Der Autor des Beitrages zeigt so einen problematischen journalistischen Stil, der eher an die BIld Zeitung oder an Relotius erinnert und evoziert unnötige Entzweiungen. Übrigens: Die Melodie „Hodi odi ohh di ho di eh“ sing‘ ich, wenn ich mich frei fühle und in der tiefverschneiten Bergwelt Tirols (ja!) meine Schispuren im unberührten, sonnenbeschienenen Pulverschnee ziehe! – Dr. Bernhard Koch


Leserbrief zu „Sommerkinder, Winterkinder“ von Johanna Schoener

Mit viel Neugierde habe ich Ihren Artikel gelesen, weil dieses Problem auch auf mich zutraf. Ich bin mit 5 Jahren am 1.April 1949 eingeschult worden. Erst Ende Juli wurde ich sechs. Nach acht Jahren wurde ich aus der „Volksschule“ entlassen und begann als dreizehn jähriger eine Lehre. Im März 1979 machte ich meine zweite Staatsprüfung. Es hat sehr lange gedauert bis ich dieses viertel Jahr aufgeholt habe, und es hat mich viel Arbeit gekostet. – Ernst Flemming


Leserbrief zu „»Junge Männer haben gar nichts«“ von Jochen Wegner

Ich fasse noch einmal zusammen: Herr Jordan B. Peterson kann keine Babys bekommen. Deshalb hat er nun einmal nichts anzubieten, was wertvoller wäre, als das, was er denkt. Wenn er das, was er denkt, sagt, bringt ihn das in einen anderen Seinszustand, der ihn schlecht schlafen lässt. Ich glaube durchaus, dass sich für diese Problematiken Lösungen finden ließen. Nur das mit den Babys, damit muss er wohl leben. – Anke Fige-Meyer


Leserbrief zum Titelthema „Rente“

Ihr Titel heute sagt „Wir werden immer älter ….“ Schön für uns und Vorsorge war schon immer ein wichtiges Ziel im Leben. Aber wie passt das zu der Masse an Artikeln in der ganzen Presse, von seriös bis zur Regenbogenpresse, die mir einen frühen Tod versprechen. Die Gründe der sog. „Experten“ sind überhaupt nicht mehr zu zählen. Vom Rauchen angefangen, folgt jetzt der Alkohol, Essen, alles ist falsch, was wir essen, Diesel fahren, Kohlekraftwerke, Waldsterben etc. Immer untermauert von „hochgerechneten“ Todeszahlen. Jetzt weiß ich endlich mal, was der Begriff „hochgerechnet“ meint, keine wissenschaftliche Untermauerung, sondern Taschenrechner der Experten. Die Grünen haben kürzlich mal rausposaunt, sie wollen in der Umwelt wieder die Verhältnisse von 1850 herstellen. Wie groß war denn da die Lebenserwartung und wieviele Menschen haben damals auf der Erde gelebt? Männer 35,6 Jahre und Frauen 38,4 Jahre. Es lebten 1,3 Milliarden Menschen auf der Erde. Heute sind es 7,3 Milliarden. Vielleicht sollte man den Grünen mal einen Taschenrechner schenken. – Gerd Heidbrink


Leserbrief zu „Wie geht es der Luft?“ von Dirk Asendorpf und Christiane Grefe

In vielen Ländern gibt es das Vorsorgeprinzip nicht. Und Freihandelsabkommen wie Ceta lassen klagen dagegen zu, wenn in Europa vorgesorgt werden soll. Das freut auch die hiesige Industrie. Auch bei uns ist noch Luft nach oben. Viel Luft! – Ein/e Leser/in


Leserbrief zu „Der kalte Krieg taut auf“ von Jörg Lau und zu „Die USA gegen Russland – und alle gegen alle“ von Kerstin Kohlenberg et al.

Zwei Seiten über Außenpolitik, schwerpunktmäßig über Macht mit Hilfe von Atomwaffen: Und nirgends wird auch nur erwähnt, dass Atomwaffen Massenvernichtungsmittel sind. Daher natürlich kein Wort zum Atomwaffenverbotsvertrag vom 7.7.2017. In welcher ver-rückten Weltsicht denken eigentlich die Redakteure und die von ihnen dargestellten Politiker? Sicherheit durch Massenvernichtungsmittel – wie verdreht muss man sein, um so etwas denken zu können? – Michael Strake


Leserbrief zu „Im toten Winkel“ von Matthias Nass

Die Erkenntnis aus der Geschichte ist doch: Wettrüsten bringt keinen Frieden! Trotz Bewaffnung ist das Leben immer von der Angst vor einem möglichen Krieg begleitet. Die Schlussfolgerung meiner Meinung ist: Erst durch eine totale Abrüstung kann es zu einem wirklichen Frieden kommen. Wer zuerst die Waffe niederlegt gibt dem anderen erst die Möglichkeit das Gleiche zu tun! Wenn wir uns doch nur auf das Johannes Evangelium besinnen könnten: „Meinen Frieden gebe ich Euch“ Johannesevangelium 14,27. Oder ein Friedensprogramm aus dem alten China könnte hilfreich sein: Von einem alten chinesischen Kaiser wird berichtet, dass er das Land seiner Feinde erobern und sie alle vernichten wollte. Später sah man ihn mit seinen Feinden speisen und scherzen. Wolltest du nicht die Feinde vernichten?, fragte man ihn. Ich habe sie vernichtet, gab er zur Antwort, denn ich machte sie zu meinen Freunden. – Hans-Werner Lupp


Leserbrief zu „Ein Leben explodiert“ von Kerstin Kohlenberg

Ich hatte gehofft, die „Stilblüten des Journalismus“ würden jetzt aufhören. Aber nein, es geht munter weiter: „Blättert man sich im Wohnzimmer von Don Scarborough durch die alten College-Jahrbücher …“. Abgesehen davon, dass „man“ sich kaum im Wohnzimmer dieses Herrn durch-blättern kann, entspricht das dem Stil früherer Reportagen: „Donald Trump kaufte sich einen schwarzen Hubschrauber und flog damit herum“ – ich glaube, von der selben Autorin, die sich dafür entschuldigte mit dem Ansinnen, mir „das Phänomen Trump“ näher bringen zu wollen. Wer – wie ich – die USA so gut kennt, der wusste, dass das System kurz über lang einen solchen Präsidenten ausbrüten würde. Liebe ZEIT, ihr treibt mich regelrecht nach gut 45 Jahren davon … – Dr. Harald Schnare


Leserbrief zu „Zu jung für diese Welt“ von Ulrike Gastmann

Mit grossem Interesse habe ich die Betrachtung von Ulrike Gastmann gelesen. Ich habe mich in die 60 er Jahre zurück versetzt. Wir haben über die Probleme diskutiert. Ich bin nicht bei meinen Eltern ausgezogen, um mich vom Staat bevormunden und verdummen zu lassen. Wie schön wäre es, wenn die Schüler in Leipzig Kontakt mit Herrn Prof. Dr. Kirstein aufnehmen und ihn bitten würden den Schülern die Sicht eines Wissenschaftlers professionell darzulegen. Dazu können Sie sich ja vorab bei YouTube schlau machen und sich so auf eine Diskussion vorbereiten. Das der Angstwahn der Grünninen eine ganze junge Generation befällt, macht mich betroffen. Wie schön wäre es, wenn die Schüler eine eigene Meinung sich bilden könnten. Im Übrigen, gibt es auch noch das EIKE Institut in Leipzig. Was will man mehr!! – Rolf-Dieter Prochnio


Leserbrief zu „Über Zombies“ von Harald Martenstein im ZEIT Magazin

Wann gebt ihr endlich der klugen Ulrike Gastmann den Platz des ewig jammernden Harald Martenstein? – Hermann Bruns


Leserbrief zu „Die Keime des Anstoßes“ von Harro Albrecht

Schade, dass die medizinische Wissenschaft an dem Werk von Prof. Enderlein, Bakteriencylogonie einfach vorbei geht. Die daraus hervorgegangen Firma Sanum Kehlbeck ist in der Behandlung sehr weit vorangeschritten. Das Mittel Okoubasan z. B. ist im Zusammenhang ihres Artikels ausgezeichnet. –  Hans Joachim Hühner


Leserbrief zu „Auf eigene Faust“ von Claas Tatje

Solche Menschen wie Uwe Hück braucht das Land. Besonders in unserem Land, wo sonst Heuchelei zu Hause ist. Unser Land hat sich selbst aufgebraucht. Es gärt und brodelt im ganzen Land. Eine Revolution ist die Notwehr des Volkes, die von der Politik nicht zu fürchten ist. Jedenfalls im Moment nicht. Mit solchen Leuten wie Uwe Hück einer ist, könnte es doch eines Tages klappen. Es wäre bitternötig. – Gunter Knauer


Leserbrief zu „Sind wir etwa am Rande eines Bürgerkriegs?“ von Per Leo

Daß es dazu nicht kommen wird, dafür haben die Politiker und Medien hinreichend gesorgt. Die Bildung hat sich auf einem Niveau eingependelt, das zur Verblödung geführt hat. Die öffentliche Sicherheit, Recht und Ordnung wurde gewollt der Straße überlassen. Damit begann der Abstieg ins Chaos. Eine Revolution wird erst kommen, wenn die AfD mehr Gewicht bekommt. Das wissen die etablierten Parteien. Denen ist alles recht, diese Partei mit Schimpf und Schande zu belegen. Es braucht zur Revolution keine Mehrheit. Die geht fast immer von wenigen aus. Die Fremden nutzen unsere Freiheit gnadenlos aus. Das scheint für die Politik gewollt zu sein. Denn so dumm kann auch ein Politiker nicht sein. Mit dem Epochenbruch in den 60er und 70er Jahren begann der politische Niedergang. Mit dem anschließenden Marsch durch die Institutionen begann vorsätzlich die Zerstörung unseres Staates. Das Erlebnis ihres Autors, Per Leo, im Hallenbad, ist nur eine von vielen Vergehen. In Köln haben sich noch viel schlimmere Zustände ereignet. Es gibt in Deutschland keine Sicherheit mehr. Von wegen Freiheit; die ist durch die Politik zerstört worden. – Gunter Knauer


Leserbrief zu „»Man kann ihr nicht entkommen«“ von Katja Nicodemus

Massengesellschaft und technokratische Politik ist zur Ochlokratie verkommen. – Gunter Knauer


Leserbrief zum Titelthema „Rente“

Gerecht wäre, wenn Leute, die Kinder groß gezogen haben, eine Grundrente erhielten. Denn sie haben mit ihrer Lebensleistung dafür gesorgt, dass es junge Leute gibt, die Geld erwirtschaften, mit dem Renten bezahlt werden können. Wer viel eingezahlt hat, hat damit zu seiner Zeit die Alten finanziert. Aber damit noch lange nichts für sein eigenes Alter getan. Dinkis z.B. (Double income no kids) sollten nicht bestraft werden. Viele sind ja kinderlos gegen ihren Wunsch. Aber die Kindererziehungszeiten, die angerechnet werden, werden der Leistung für die Gesellschaft nicht gerecht. – Fritjof Möckel


Leserbrief zu „Wo die Zuckerpuppen tanzen“ von Martin Eimermacher

Das hat schon psychisch krankhafte Züge. Zumindest gilt das für die 68er Generationen. Ein geradezu widerlicher Moralismus hat sich in Deutschland der Politik bemächtigt. Andreas Gabalier ist ein weiteres Opfer des linken Sektierertums. Er hat auch entsprechend reagiert. Eine Gesellschaft ohne Familie ist eine Gesellschaft ohne Zukunft, das hat er damit sagen wollen. Recht hat er! – Gunter Knauer


Leserbrief zu „Wie geht es der Luft?“ von Dirk Asendorpf und Christiane Grefe

Ich weiß nicht, was Sie wissen! Doch ich weiß, ich lebte im Dezember 1962 in Dortmund und war Leistungssportler, der jeden Tag – auch im Dezember 1962 – zwischen 3 und 4 Stunden draußen trainierte! Ich habe nicht einmal gehustet empfand die Luft zwar manchmal kalt, doch nie beißend – auch nicht nach zwei Runden Lauf im Stadion! Von der von Ihnen geschilderten „Dramatik“ habe ich nichts mitbekommen! Nachweislich (führe seit 1961 täglich Tagebuch, damals insbesondere, um meine Trainingseinheiten zu dokumentieten) war die Luft so gut oder schlecht wie immer! Dagegen können wir heute befreit atmen! Dies Mal in den Vordergrund zu stellen, vermisse ich! Panikmache ist wenig hilfreich! – Dr. Wolf Günther


Leserbrief zu „Und jetzt noch Volleyball“ von Alice Bota

Ich war begeistert, auch einmal einen persönlichen Erlebnisbericht über Unpolitisches in Russlands Landschaften zu lesen. Das oft unzugängliche Riesenreich weckt Mythen in der Faszination und Staunen in der Beherrschbarkeit in Toto. Ich lese gern mehr über Begegnungen mit dem russischen Volk. Danke für den schönen Beitrag an Alice Bota. – Renate Schwengers


Leserbrief zu „Die Fachleute blieben unsichtbar“ von Ulrich Schnabel

Herr Schnabel täuscht sich: Nicht die Wissenschaft hat eine Niederlage erlitten, sondern der Qualitätsjournalismus. Journalisten im ZDF und der Welt haben einem unwissenschaftlich agierenden Pneumologen ermöglicht, zu einem emotionalen Thema auf nationaler Bühne einen Brand zu entfachen. Und dann wird in der ZEIT beklagt, dass die Wissenschaft das Feuer nicht schnell genug gelöscht hat. Geht es in den Medien wirklich nur noch darum, Geld damit zu verdienen, eine Sau durchs Land zu treiben und dann darüber zu berichten, wie andere diese einfangen? Wenn der Qualitätsjournalismus seine Verantwortung an andere auslagert, wird es ihn bald (leider) nicht mehr geben. – Arnd Poetzsch-Heffter


Leserbrief zu „Die Jünger des LSD-Apostels“ von Iris Radisch

Erst hab ich mich gefreut auf eine Zeit Rezension des neuen Romans von T.C. Boyle indem es um LSD, Timothy Leary und die 60iger Jahre geht. Danach hab ich mir gedacht, der Autor der Rezension hätte lieber auch mal einen Trip einwerfen sollen, anstatt so einen Stuss zu schreiben. – Georg Huber


Leserbrief zu „Wie geht es der Luft?“ von Dirk Asendorpf und Christiane Grefe

In Ihrer Spalte „… und was nicht“ heißt es“ …. Doch so ein kausaler Zusammenhang wurde auch nie behauptet“ Das mag streng wörtlich und wissenschaftlich genommen richtig sein. Beim „normalen“ Bundesbürger ist das aber anders angekommen. Da lauteten die Schlagzeilen, bzw. das, was beim Bürger ankam: Der Diesel ist für 6.000 Todesfälle verantwortlich. Bezeichnender Weise hat Frau Krautzberger im nebenstehenden Interview ja sogar zugegeben, dass sie es jetzt nicht mehr „so plakativ zuspitzen würde“. Ich bin kein Mediziner, aber als Dipl.-Ingenieur habe ich ein paar Grundkenntnisse in Statistik. Aber selbst damit kann ich nicht nachvollziehen, wie die Epidemiologen mit Ihren statistischen Methoden auf die 6.000 Toten kommen und – vor allem- wie realistisch dies sein könnte. Wieviel weniger kann das der Durchschnittsbürger ? Nun gebe ich zu, dass gerade in der ZEIT einiges geschrieben wurde, um diese – angeblichen – 6.000 „Dieseltoten“ zu erklären und zu relativieren. Umso mehr erstaunt mich Ihr oben zitierter Satz, von der „nicht behaupteten Kausalität“. Dieser mag formal richtig sein, realistisch betrachtet ist er falsch. – Herbert Rein


Leserbrief zu „Die Fachleute blieben unsichtbar“ von Ulrich Schnabel

Ulrich Schnabels Bedauern über „Die Fachleute die unsichtbar blieben“ ist aus jedem seiner Zeilen zu spüren! Wessen Geistes Kind er ist erkennt man an den ungleichen und einseitig herabwürdigenden Attributen die er für die Hauptkontrahenten verwendet. Während Heinz -Erich Wichmann als Emeritierter Epidemiologe (und damit Professor und Wissenschaftler) tituliert wird, ist der zweifach habilitierter und Professuren in Freiburg und Marburg aufweisender (Prof.Dr.) Dieter Köhler für ihn nur ein „pensionierter Arzt“, „Privatmann“ und „Pneumologe“. Damit versucht er fast in Scientologen Manier die Glaubwürdigkeit von Prof. Köhler zu erschüttern.

Stickoxide sind nun mal für sich genommen nicht bis kaum toxisch! Sonst müssten die Jugendämter bei Familien mit Kinder gleich alle Gasherde und Adventskränze verbieten. Schnabel versucht dies mit der Bemerkung lächerlich zu machen, dass Stickoxide in der Luft „nicht sofort tödlich seien…“. Das ist mit Verlaub tendenziös und einem Wissenschaftsjournalisten nicht würdig. Stickoxide sind nur – weil leicht messbar – als Indikator für die viel gefährlicheren Luftschadstoffe (vor allem für Feinstaub) in den 30 000 Studien herangezogen . Feinstaub in der Luft ist zwar ungleich giftiger und gefährlicher doch im Übrigen auch „nicht sofort tödlich!“ sonst wären Raucher ja gleich dran!

Völlig widersinnig – und darauf geht Schnabel mit keinem Wort ein – dass wegen erhöhten Stickoxidwerte gerade die Feinstaubärmsten nämlich die Dieselfahrzeuge mit Euro 5 und 4 flächendeckend Fahrverbote erhalten. Und nur diese! Alle vor September 2018 zugelassene Benziner sind um ein vielfaches Feinstaubdreckiger! Das ist doch absurd. Die Menschen lassen sich nicht für dumm verkaufen und genau das treibt sie auf die Straßen in Stuttgart, München, Ludwigsburg uswf.! Weil VW/Audi bzw. in kleinen Teilen Daimler die Euro 6 Norm Fahrzeuge betrügerisch respektive trickreich manipuliert haben, kann man doch nicht alle (z.B. auch BMW-) Dieselfahrer in Sippenhaft nehmen. Die ausländischen Produzenten pfeifen sowieso auf die Nachrüstungsapelle unserer Medien und Politiker.
Fazit: Wenn der Stickoxidindikator wie wir wissen für den Feinstaub Alarm schlägt, sind, wenn überhaupt, zuerst die Benziner und erst lange danach die Diesel und später auch(!) die Elektroautos mit Fahrverboten dran… – Josef Kuligovszky


Leserbrief zu „Mehr Zeit als Geld“ von Nadine Ahr

Ich finde es sehr gut und wichtig, dass Sie dieses Thema auch in früheren Artikeln so auführlich und objektiv besprechen. Ich finde allerdings der Grundtenor sollte wesentlich positiver sein. Die Menschen werden älter und gesünder, das sehe ich erst mal als positive Nachricht! Mein Großvater sah mit 50 alt aus, ein Senior. Heute sind 50-jährige oft Sportstypen. Warum betrachten wir das nicht relativ statt absolut? Die ältesten x% sind Senioren, das Alter, das sich dann ergäbe, wäre dynamisch, vielleicht heute 75 oder 80. Die moderne Arbeitswelt mit Digitalisierung, Flexibilisierung usw. bietet Älteren so viele Möglichkeiten sich beruflich in Teilzeit und ohne starke körperliche Belastung einzubringen und zwar nicht als Not-Job, sondern als echte Bereicherung. Ebenso die Einbindung in Familie und Freundeskreis über eine Entfernung. Alten-WG’s sind doch eine tolle Idee. Auch ggf im Ausland. Statt dass ein Gehbehinderter und ein Sehbehinderter jeweils getrennt im Heim leben, könnten sie sich ggf selbst unterstützen. Ja, es gibt Risiken, die haben Sie sachlich gut beschrieben. Aber nutzen wir auch die sagenhaften Chancen und denken wir weiter als wir gestern oder heute dachten. – Christian Voss


Leserbrief zu „Sind wir etwa am Rande eines Bürgerkriegs?“ von Per Leo

Herrn Leo’s Prophezeiung eines „molekularen“ Bürgerkrieges in Deutschland wegen der inzwischen landesweit etablierten neuen Rechten ist alarmistisch. Er ist damit auch ein Opfer der Populismusphobie, die weite Teile der Intellektuellen von Leggewie bis Münkler befallen hat. Frau Merkels Flüchtlingspolitik von 2015 war es, die den Rechten erst die ideale Grundlage für ihre ständig wiederholte Behauptung von der Bedrohung des deutschen Volkes geliefert hat. Leo hat aber Recht, wenn er fordert, dem Dialog und der Diskussion mit Rechtspopulisten und Neuen Rechten nicht aus dem Wege zu gehen, um sie zur Begründung ihrer Positionen zu drängen und sie nicht auszugrenzen. Warum hier bei den Nichtrechten so viel Zurückhaltung und Abneigung besteht, wo doch vom politischen Gegner rechts angeblich nichts Intellektuelles komme, keine Ideen, keine Analyse, kein Problembewusstsein, ist nicht nachvollziehbar und zeugt von Arroganz. – Stefan Kaisers


Leserbrief zu „Du bist raus“ von Anke Lübbert

Wie immer, wenn ich Berichte über das Thema Mobbing lese, war ich auch bei diesem Artikel den Tränen nahe. Ich selbst wurde mehrere Jahre massiv in der Schule gemobbt. Keiner hat es gesehen, meine Familie war damit beschäftigt zu zerbrechen und ich kenne die Angst, die Frau Lübbert beschreibt sehr sehr gut. Mittlerweile bin ich 34 Jahre alt und habe die letzten zehn Jahre am Theater gearbeitet, also in einen Umfeld, das von der Introvertiertheit eines Mobbing-Opfers weit entfernt ist und wo ich mit großer Freude festgestellt habe, dass mir die Moderation und Führung von Gruppen viel Spaß macht. Etwas, das ich bei meiner Vorgeschichte unmöglich erschien. Trotzdem gibt es nach wie vor diesen Stachel in meinem Herzen, der vielleicht niemals verschwindet und auch ich hatte schon den Gedanken, ehemalige Täter (innen) zu kontaktieren. Aber die Angst, wieder in die Opferrolle zu fallen, ist einfach zu groß. Wenn ich jetzt nochmal hören würde, dass doch alles gar nicht so schlimm gewesen sei, würde mich das immer noch schwer verletzen. Für mich selbst habe ich stattdessen entschieden, immer die Augen offen zu halten nach den möglichen Opfern von Mobbing, nach denen, die ganz leise sind und sich unsichtbar machen wollen und sie aktiv einzubinden und für sie da zu sein. Ob Erwachsene oder Jugendliche, im Bekanntenkreis oder am Arbeitsplatz. Das hätte ich mir in meiner Kindheit und Jugend auch sehr gewünscht. – Viktoria Knuth


Leserbrief zu „Drachen töten“ von Peter Dausend

Andrea Nahles solle sich ihrer Sprache, Haare und Klamotten annehmen um in die Erfolgsspur zu kommen, raten ihr Wohlmeinende und Andere. Möglicherweise dient den Ratgebern dabei unsere Bundeskanzlerin als Vorbild. Nicht zuletzt dank traumhaft schöner Frisuren, stylischer Oberbekleidung und einer brillianten Rhetorik ist es Frau Merkel gelungen, Parteichefin und Bundekanzlerin zu werden. – Klaus Steffen


Leserbrief zu „Die Fachleute blieben unsichtbar“ von Ulrich Schnabel

Auch in Ihrem Artikel – wie leider auch sonst überall – werden Stickoxyd und Feinstaub in einem Atemzug genannt. Das ist unsachgemäß, wenn man nur den Artikel von Kekulé in 46/18 zugrundelegt. Dann ergibt sich doch ein ganz anderes Bild, und zwar sachgemäß und objektiv. Denn die Gefährlichkeit von Feinstaub wird ja von niemandem bestritten. Das einzige Mal, wo Sie differenzieren und allein auf Stickoxyd fokussieren, heißt es dann sogar „da hat Köhler recht“. Und auf Stickoxyd bezieht sich das Gesetz, das viele Milliarden € vernichtet, von der Stimmung der Dieselfahrer ganz abgesehen. Also bitte zurück zum eigentlichen Thema (der Artikel in Nr. 1/19 von Sentker? war schon mal ein Anfang). – Heinz-Dieter Busch


Leserbrief zu „Die Fachleute blieben unsichtbar“ von Ulrich Schnabel

Also “Qualitätsjournalismus” sieht anders aus: Statt sachlich und menschlich fair in die Debatte zu NOx und Feinstaub einzusteigen, zieht es der Autor offensichtlich vor, an der Sache vorbei zu argumentieren und den Prof. Köhler persönlich zu diskreditieren (“pensionierter Arzt”). Die Schädlichkeit von Schadstoffen wird von niemanden, auch nicht von Herrn Köhler und Co. bestritten, es geht doch hier ausschließlich um die Frage nach sinnvollen (sic!) Grenzwerten. Und mit dieser für die aktuelle Debatte entscheidenden Frage beschäftigt sich Ulrich Schnabel in seinem Text leider überhaupt nicht. Sondern der Autor meint, mit einer Nachzeichnung des generellen fachepidemiologischen Diskussionstandes das Thema erledigen zu können. Dass aber die Epidemiologie mit ihren rein statistischen Kausalitätsvermutungen zwangsläufig immer auch auf eine Expertise aus klinischer Betrachtung bzw. aus klinischen Studien angewiesen ist, das hat der Autor leider so gar nicht in seinem Blickfeld. Genau das aber wäre die Schnittstelle, wo Köhler und seine Mitstreiter mit ihren grundsätzlichen methodischen Argumenten ins Spiel kommen müssten: Ab wann sind welche Werte klinisch wirklich relevant und wie steht es mit der (politischen) Verhältnismäßigkeit von Richtwerten als Grenzwerten. Dazu bringt der Artikel von Herrn Schnabel wahrlich keinen Erkenntnisgewinn. Schade. – Dr. Wolfgang Micheelis


Leserbrief zu „Drachen töten“ von Peter Dausend

Peter Dausend hat eine sehr faire politische Biographie – der bisherigen , öffentlichen , Lebensleistung von Andrea Nahles – verfaßt. Keine Partei der Welt kann sich charismatische Führer gewissermaßen „backen“. Auch Andrea Nahles ist nun einmal ein “Produkt“ der Kanalarbeiter- Personal- Philosophie der SPD. Die heutige (Basis) – SPD sollte dankbar sein, daß Nahles die extrem mühsame Führungsarbeit der Partei in schwierigsten Zeiten übernommen hat. ^^ Der Schwenk von der geborenen Oppositionspartei zur Regierungspartei gelingt der deutschen Sozialdemokratie nicht, weil sie es leider nicht versteht, einen Adressaten der neuen Sozialdemokratie im Wahlvolk aus zu machen. Gerhard Schröder hatte versucht, neo-liberale Elemente in sozialdemokratisches Bewußtsein einzuflößen. Dies ist bekanntlich – wegen Hartz IV – irgendwie aber ungerechtfertigt , danebengegangen. ^^ Die SPD würde steil nach oben aufsteigen, wenn sie den Gemeinwirtschafts-Gedanken, den Genossenschaftsgedanken, im engen Verbund allerdings mit streng marktwirtschaftlichem Denken nach Vorne rücken würde. Das würde auch unserer Jugend Auftrieb eben. Wir brauchen in Deutschland eine Art von “kibbuzim“ der 4. industriellen Revolution. Damit würde die Bundesrepublik einen Quantensprung in der gesellschaftspolitischen Entwicklung machen !! – Sigurd Schmidt


Leserbrief zu „»Junge Männer haben gar nichts«“ von Jochen Wegner

Jeder Mensch darf eine eigene Meinung haben. Er kann auch die Wahrheit für sich gepachtet haben. Er kann auch so viel Unsinn erzählen wie Herr Peterson. Haarsträubend seine fachlichen und kognitiven Fehler. Aber er hat einen guten Friseur und einen guten Schneider. Das ist doch schon mal was. Und die Ironie Ihrer Fotografin diesen eitlen Fatzke auf ein Schaf zu setzen: gelungen. – Hartmut van Meegen


Leserbrief zu „Was tun, wenn es jeden Tag weitergeht“ von Jeannette Otto

Ich will ihnen Mal eine Geschichte erzählen, die ich erlebt habe. Ich war in einer Realschule in Düsseldorf im Elternbeirat eine zeitlang tätig. 2 und mehr Jungs haben seit Wochen einen Jungen gemobbt, weil er sehr kurzsichtig war und dadurch oft linkische Bewegungen auf dem Schulhof zeigte. Der Junge hat das immer hingenommen und der Lehrerin viel das auch nicht weiter auf. Wir im Beirat wussten auch nicht’s davon. Eines Tages kam ein türkischer Schüler in unsere Schule, weil seine Eltern von Wuppertal nach Düsseldorf zogen. Eines Tages wurden wir im Beirat mit einem Vorfall konfrontiert, der sich um den kurzsichtigen Jungen drehte. Der neu hinzukommende türkische Schüler hat zwei der Schüler dermaßen vermöbelt, daß wir gezwungen waren, die Schulbehörde und die Eltern zu informieren. Und auch die Eltern der Schüler die für das Mobbing verantwortlich waren sind von uns auch vorgeladen worden. Die kamen aber nicht. Ich mache es kurz: Der türkische Vater hat die Lehrerschaft derart beschimpft, was das für eine Schule wäre usw. Er nahm seinen Sohn in Schutz und hat ihn gegenüber uns und der Lehrerschaft belobigt und sei stolz auf seinen Sohn. Solche Vorkommnisse sollten die Schüler selbst regeln, sonst werden sie keine Männer – war seine Antwort. Er wollte die Adressen der Eltern, deren Kinder das verursacht haben. Ich hatte ihm gesagt, dass wir das schon regeln. Ach, sie machen doch nichts. Denen muß genauso die Meinung „gegeigt“ werden. Ein völlig hilfloser, kranker Junge, der sich nicht wehren konnte schaut die Schule nur zu. Was sind denn das für Verhältnisse. Die Schulbehörde hat sich nicht einmischen wollen, das läge in der Macht der Schule selbst. Die Schulen sind in der Tat autarke Institutionen. Seitdem hat sich in meiner Zeit kein solcher Vorfall wiederholt. So kann man das auch regeln. – Gunter Knauer


Leserbrief zu „Wurst und Nazis“ von Josef Joffe

Erinnern im Erleben – das ist sicher wichtiger als viele neue Gedenk-Monumente. In Köln mit seiner vor der Shoah großen und kulturreichen jüdischen Gemeinde gibt es zum Glück viele “Stolpersteine” von Gunter Demnik und wichtige Institutionen wie das NS-Dokumentationszentrum und den Lern- und Gedenkort Jawne. Diese Impulse in die Stadtgesellschaft zu tragen, ist eine Daueraufgabe – auch in der Kölner 5. Jahreszeit. Ein neuer Verein – KAVOD e.V.-Freunde jüdischer Kultur – wird einen Kölschen Karnevalisten in seinen Liedern und Versen lebendig werden lassen. Hans David Tobar begeisterte bis 1933 das Publikum; und dann, schmählich alleingelassen von den großen Karnevalsvereinen, musste er fliehen und ist heute vergessen. Ein Fest für Hans David Tobar soll ihm seinen Platz unter den gefeierten Dichtern und Musikern der Kölner Karnevalstradition zurückgeben. – Maria Heer


Leserbrief zu „Der kalte Krieg taut auf“ von Jörg Lau

5.3o Euro zahle ich für jede Ausgabe Ihrer unbestritten lesenswerten Zeitschrift. Dass ich kein verbilligtes Abonnement habe verdankt sich der Tatsache, dass es mir mein Pensionärsdasein erlaubt, viel auf Reisen zu sein. Aber ich bezahle ungern 5.3o Euro dafür, dass völlig überflüssige und unnötig überdimensionierte Illustrationen (s. Seite 2, DIE ZEIT Nr.7) den Platz für interessante Wortbeiträge wegnehmen. Das ist nicht das erste Mal. Und ich kaufe mir Ihre Zeitung nicht wegen solcher Seitenverschwender. Ich bitte Sie, kritisch solche überdimensionierten Illustrationen zu überdenken. Dann noch eine Anmerkung: Warum wird nur Ihren Abonnenten das erweiterte Interview mit Jordan Peterson gewährt? Erstens kann ich es für 5.3o Euro durchaus verlangen. Und – zweitens – weniger Illustration = mehr Interview. – Eckart Schermuly


Leserbrief zum Titelthema „Rente“

Das Titelbild der „Zeit“-Ausgabe zum Thema „Wir werden alt wie nie“ motivert, die Ausgabe zu kaufen. Liest man dann die dazugehörigen Artikel, ist man nur ernüchtert, wie oberflächlich die Rentenfragen behandelt werden. Die Beispiele von Betroffenen zeigen zwar auf, welche Risiken mit Alter und Pflege verbunden sind, doch mit keinem Wort wird auf die grundsätzliche Rentenproblematik eingegangen. Weshalb haben in Deutschland so viele Bezieher von Renten so niedrige Renten? Trotz vieler Jahre Einzahlung? Ein Faktor sind die niedrigen Stundenlöhne in vielen Berufen. Oder die niedrigen Gehälter z. B. in sozialen Berufen. Da liegt doch eine entscheidende Ursache. Es ist schlicht ein Skandal, dass in Deutschland Menschen nach einem langen Arbeitsleben mit solch niedrigen Einkommen nicht ausreichend Renten beziehen. Es wird überhaupt nicht diskutiert, ob andere Rentenmodelle wie z. B. in Österreich Lösungen böten. Die hiesigen Rürup- und Riestergeschichten sind nur dann von Arbeitnehmern zu leisten, wenn ihr Nettogehalt auch noch hergibt, diese private Vorsorge zu leisten. Und dann kommt es vor allem noch darauf an, dass diese Vorsorge auch den erhofften Ertrag bringt. Das dem nicht so ist, haben Viele inzwischen erfahren, weil keine Erträge zusammen kommen und seit langem das Zinsaufkommen bei null liegt. Nicht jeder kann und will in riskante Aktien-/Investmentfond investieren bzw. kann es schon gar nicht.

Österreich machte es vor: Alle beruflich Tätigen zahlen in die Rentenkasse ein. Weshalb ist dies in D nicht möglich. Weshalb, Herr Heil trauen Sie sich nicht, dies anzugehen. Es wäre gerecht und ein mutiger Schritt auch in D die Rente so zu leisten wie im Nachbarland. Dort erhält ein Rentner 80% seines letzten Bruttogehalts als Rente. Natürlich ist auch der Beitragssatz zur Rentenkasse höher. Interessant, dass Österreich daran wirtschaftlich nicht zugrunde geht! Und seien wir so ehrlich und reden darüber, dass bei der Wiedervereinigung die Rentenversicherungen die Rentenkosten für die Menschen in der ehemaligen DDR geschultert haben. Wäre dies damals aus Steuermitteln erfolgt, sähen die Renten heute auch anders aus. – M. Belser


Leserbrief zum Titelthema „Rente“

Die Artikel in Ihrer Zeit-Titelgeschichte sind eindrucksvoll, kompetent, berührend usw. und: sie zeigen jetzt deutlichst die Wirkung jahrzehntelanger sozial-ökonomischer Orientierungslosigkeit. Unsere gesellschaftliche Orientierungslosigkeit. Wir sehen alt aus! Unser ständiges Hoffen, dass Politik und Staat es schon richten werden. Sie können nicht, sie werden nichts richten, wenn wir nicht als Zivilgesellschaft präsent sind. Es ist unsere Sache. Leider geben das unsere Politiker nicht zu. Oft wissen sie nichts von ihrer Ahnungslosigkeit. Sie sind nicht schuld. Sie tragen einfach gerne „dick auf“ und sind scharf auf äußere soziale Wirksamkeit – Macht. Auch die Überwindung dieser Art von verkappten Kommunismus, das nur alles gut eingerichtet werden muss und dann wird alles ganz menschlich. Nein, wird es nicht. Es bleibt und wird immer mehr die Sache des individuellen Menschen, der sozialfähig wird. Also das, was wir noch nicht können. Unser ziemlich abgründiges Nichtwissen, nicht fähig sein, wie tragfähige Sozialgestaltung aussehen könnte.

Da hilft es rein gar nichts, nach den berühmten Schuldigen zu suchen, was ja immer sehr naheliegend ist – es ist eine Frage gesellschaftlich kultureller, na, das Wort fehlte noch, „nachhaltiger“ Gesamtgestaltung zu der wir bisher nicht fähig waren und wohl auch nicht so ganz schnell fähig werden. Wenn wir jetzt dabei sind uns großräumig „gegen die Wand zu fahren“, sind da nicht andere schuld. Es ist unsere Sache. Jeder Einzelne trägt Verantwortung für diese Initiativlosigkeit, Verantwortungslosigkeit, und vor allem innere Orientierungslosigkeit. Diesen großen Schmerz werden wir auf uns nehmen müssen. Es geht auf einen Nullpunkt zu. Und wenn wir diesen Nullpunkt nicht ganz auf uns nehmen, so achte ich, wird es auch nichts Neues sozial-kulturell Tragfähiges entstehen. Nur der Kampf Jeder gegen Jeden kann dann noch kommen. Es sind dann immer die anderen schuld. Das „christliche Abendland“ hat sich selbst verloren. Sonst hätten wir auch nicht so Panik vor „Überfremdung“. Sonst könnten wir sagen: o.k. Nullpunkt – Sterben – Tod. War da nicht was mit Auferstehung?

Sozialgestaltung – da gehört die Ökonomie auch dazu – ist vor allem eines: eine Frage der Kultur und die geht von jedem einzelnen Menschen aus. Sie gründet sich in jedem einzelnen Menschen. Und die sind sehr verschieden. Gott sei Dank! Dafür werden wir Verantwortung übernehmen müssen: – für das eigene Denken -das eigene Fühlen- das eigene Wollen. Erwachsen werden bedeutet das. Haarsträubend, oder? Ich soll das machen? Ich bin zuständig? Ich soll zuständig sein, dass z.B. die Mieten in Deutschland ohne sachlichen Grund (nur weil die Zinsen niedrig sind……) exorbitant steigen, gigantische Scheinwerte entstehen auf dem Immobilienmarkt, die viele Menschen sehr schädigen? Und damit hinten rum der Pensionsfond überlebt, in den wir alle einzahlen und Geldvermehrung erwarten…… Ja, es ist ganz einfach das Prinzip Gier und Angst und noch nicht die Frage: was braucht der andere, was darf ich ihm zumuten? Das wäre Kulturtat! Gier geht von selbst – Kultur ist innere Arbeit und dann braucht es Kommunikation. Alles Dinge, die nicht von selbst gehen.

Die Wirkung für diese neue Zuständigkeit könnte sein, das wir lernen uns kulturell geistig zu erneuern – dabei sind nicht nur höchst schmerzliche Nullpunkte unerlässlich, die wir am Besten freiwillig auf uns nehmen, sondern auch die Anerkennung, die Erfahrung, dass es auch eine „übermenschliche“ oder göttliche oder wie immer man das nennen möchte, was mehr ist, als nur wir selbst – das wir lernen herauszufinden wofür der Staat wirklich zuständig ist- z.B nicht für Bildung- was käme für ein Sturm der Entrüstung, wenn wir die Schulpflicht abschaffen würden…..was haben wir in den Schulen bisher wirklich gelernt? Schulpflicht ist eines – ein wirkliches Bildungsrecht wäre was ganz anderes. Frei und eigenständig! Der Staat als eine echte Rechtssphäre, der sich um das Zusammenleben der Menschen kümmert und nicht darum, das es der Wirtschaft mit ihrem Gierprinzip möglichst gut geht. Und zum Schluss oder besser gleich Morgen könnten wir versuchen wirklich zusammen zu arbeiten bei der Versorgung der Menschen mit notwendigen Wirtschaftsgütern- das, was wirklich gebraucht wird zum Leben – das kann nur gehen, wenn Produzenten – Händler, Banken etc und die Konsumenten endlich lernen zusammen zu arbeiten, auf Augenhöhe, wie das so schön heißt. Keine andere Aufgabe hat Wirtschaft als die Versorgung der Menschen durch den anderen Menschen. (Gesunder Menschenverstand…aber da liegt unser Problem.) Arbeitsteilung kann das möglich machen. Keine Selbstversorgung – sondern sich hoch effektiv gegenseitig versorgen. Denn, wer braucht schon z.B. 10 Million Schrauben die einer mit seinen speziellen Fähigkeiten herstellen kann? Für sich selbst? Es muss der Bedarf da sein, es sei denn man hat ´ne „Schraube locker“, wenn man so viel produziert, was keiner braucht…(schauen Sie mal auf die riesigen Autohalden mit funkelnagelneuen Kfz)…die Produktivität unserer Wirtschaft ist gigantisch, wirklich großartig, da steckt viel Grips drin, aber wer braucht das Zeug wirklich? Zu viel geht am echten Bedarf vorbei, wegen mangelnder vernünftiger Zusammenarbeit! Da wird in großem Stil Intelligenz missbraucht, fehlgeleitet. Zum Schluss fehlen dann die Menschen, die (alte) Menschen pflegen können und sogar noch davon leben wollen können……geht es derzeit in unserer Gesellschaft wirklich um den Menschen?

Finden Sie das abgehoben? Wir werden schon noch runter kommen. Genau genommen, sind wir es schon. So oder so. Und wenn Sie jetzt meinen, ich wäre Pessimist, das scheint nur so, ich bin optimistisch, dass es ganz anders weiter gehen wird. – Uwe Kienitz


Leserbrief zu „Die Respekt-Rente“ von Kolja Rudzio

Wann fangen wir an ehrlich zu sein. Wenn Rentner im Schnitt >90 werden und weniger Kinder bekommen, müssen wir länger arbeiten, sonst kollabiert das System. Das ist doch eine simple Wahrheit. Das Rentensystem wird jetzt schon mit Steuermilliarden gesponsort und die meisten Rentner machen keinen erwerbsunfähigen Eindruck. – Christian Voss


Leserbrief zu „Wurst und Nazis“ von Josef Joffe

Ist es wirklich – wie Herr Joffe meint – eine perverse Ironie,wenn an einem Ort, an dem in finsterer Zeit Menschen Schmerzen zugefügt wurden (Folterkeller der Gestapo), heute Schmerzen gelindert werden (Schmerzklinik)? Man könnte es auch als hoffnungsvolles Zeichen dafür sehen, dass das Böse nicht das letzte Wort hat. – Inga Hänsel-Nell


Leserbrief zum Titelthema „Rente“

Nie wäre sie so wertvoll wie heute: Eine starke, mehrheitsfähige Sozialdemokratische Partei in Deutschland. Die sozialdemokratischen Themen liegen seit Jahren weitgehend unbearbeitet auf der Straße: Von der Rentensicherheit über die Gesundsheitspolitik bis hin zu einer gerechteren Einkommens- und Vermögensverteilung. In der Bevölkerung ist eine wachsende diffuse Unzufriedenheit mit dem Status quo zu spüren. Der gegenwärtige Zeitgeist scheint erschöpft. Der Zusammenhalt in unserer Gesellschaft schwindet, unsere Demokratie wird teilweise in Frage gestellt und unsere soziale Marktwirtschaft prosperiert zwar noch in materieller Hinsicht, erodiert jedoch zunehmend im ethischen Sinne. Im Mittelstand ist die Enttäuschung über die Gegenwart aufgrund von Brüchen in den Lebensplanungen und Erosionen von Wertesystemen besonders zu spüren. Es war in der Geschichte des Kapitalismus noch nie so einfach Milliardär zu werden, aber noch nie so schwer, Millionär zu werden. In Zeiten der Globalisierung hat sich eine neue Formel durchgesetzt: „The winner takes it all“. Das Ergebnis dieser Siegerkultur ist eine Einkommens- und Vermögensverteilung, die eine neue soziale Ungleichheit in der westlichen Welt geschaffen hat. Die heutigen Vermögensgewinne kommen vor allem den Superreichen zugute. Es ist daher wenig überraschend, dass viele Menschen die Gegenwart als ungerecht empfinden. Viele Sozialdemokraten hängen noch immer einer vergangenen Epoche nach, in der der lebenslange, tariflich abgesicherte Vollzeit-Arbeitsplatz der Normalfall war. Als es den Wettbewerbsdruck der Globalisierung noch nicht annähernd in dem Maße gab wie heute und neue soziale Wohltaten noch vertretbar schienen. Von der digitalen Revolution war damals ebenfalls noch nicht die Rede. Die SPD muss den Bürgern einen Weg aufzeigen, wie sie Fortschritt und Gerechtigkeit in Zeiten von Globalisierung und Digitalisierung glaubwürdig voran bringen kann. Es gibt viel zu verteidigen: etwa die soziale Sicherheit, die durch Tarifverträge, Gewerkschaften und Unternehmen geschaffen wurde, aber auch Neues zu erkämpfen, zum Beispiel bessere Bildungschancen. Die SPD muss sich wieder auf ihre originären Stärken besinnen und ihre Leistungen besser als bisher kommunizieren. Die heutige Gesellschaft wirkt auch deshalb müde, weil die Politik keine Zukunftsvisionen mehr zu vermitteln vermag, die die Menschen beflügeln könnten. Der Mensch hat ein sehr starkes Bedürfnis nicht nur nach dem Sinn seines individuellen Lebens, sondern auch nach dem kollektiven Sinn der Gesellschaft, in der er lebt. Dieser Sinn vermag sich derzeit zunehmend weniger Menschen zu erschließen. Eine verantwortungsbewusste politische Führung heißt auch, den Menschen Orientierung zu geben und ihnen ausreichend zu erklären, welche Entwicklungen auf sie zukommen. Diese Führungsleistung wird derzeit kaum erbracht. – Alfred Kastner


Leserbrief zum Titelthema „Rente“

Mindestens zwei der drei Beispiele sind meines Erachtens unglücklich gewählt, denn Herr Hollemeyer wäre nicht auf Sozialhilfe angewiesen gewesen, wenn er nicht zu seiner Frau ins Pflegeheim gezogen wäre, obwohl er selbst noch nicht pflegebedürftig war, und die Eheleute Sandberg haben ihr Vermögen schlicht verprasst. Jenen Pflegebedürftigen und Partnern von Pflegebedürftigen, die ohne eigene Schuld verarmen, weil die Heimkosten sehr hoch sind, wäre meines Erachtens am besten mit einem Ausbau der derzeitigen gesetzlichen Pflegeteilversicherung zu einer gesetzlichen Pflegevollversicherung geholfen (vgl. http://www.ulrich-willmes.de/pflegeversicherung-reformieren.html). Eine ausreichende private Pflegezusatzversicherung ist für viele Menschen kaum oder nicht bezahlbar und hilft meines Erachtens vor allem den Versicherungskonzernen, Profit zu machen. Zur Respekt-Rente: Sie verdeutlichen leider nicht die größte Schwäche des Konzeptes von Minister Heil, nämlich die Forderung von wenigstens 35 Beitragsjahren. Wer 34 Jahre Vollzeit im Niedriglohnsektor gearbeitet hat, geht leer aus, wer 35 Jahre Teilzeit gearbeitet hat, bekommt eine Menge Geld zusätzlich. Das ist meiner Meinung nach nicht gerecht. Zu Ihrer Information: http://www.ulrich-willmes.de/die-rente-sichern.htmlDr. Ulrich Willmes


Leserbrief zu „Soll ich mich verbiegen? Oder soll ich die Welt verbiegen?“ von Lars Weisbrod

Das „utopische“ Bewusstsein war immer darauf gerichtet, jegliche Schranken zu überwinden. Bei Politik und gesellschaftlichen Spielregeln ist das teils noch verständlich, setzt aber auch gründliches Denken voraus – siehe Maduro oder Ortega. Bei Naturgesetzen auf dem Planeten Erde kann das noch schlimmer „in die Hose gehen“. Man denke an die Euphorie „Heller als tausend Sonnen“ u.ä. in Nachheinein als naiv erkannte Vorstellungen. Der Autor übersieht, dass es auf Erden auch Naturgesetze mit Konsequenzen wie Regen oder auch Erdbeben gibt, welche wir nur zum Teil mit hohem Einsatz bspw. von Energie angehen können. Bei bald 10 Mrd. Menschen kann diese einerseits ahnungslose, andererseits hochmütige Haltung voll schiefgehen. Und für diese flache Gelabere geben Sie eine ganze Seite her! Und es ist auch politisch dämlich: Ich brauche es nur zu Wollen, dass eine „saubere Technik“ XY morgen funktioniert – schwupps, tut sie das. – Prof. emer. Dr. Wolfgang Ströbele


Leserbrief zum Titelthema „Rente“

Was für ein Zynismus: Das “ Risiko“ eines sehr langen Lebens ! Sind wir, die wir einfach ohne unser Zutun geboren wurdennun Schuld daran sein ,dass das Rentensystem nicht mehr funktioniert ?! – Geelke Braun


Leserbrief zu „Im Stuhlkreis“ von Tina Hildebrandt

Einen Gordischen Knoten voller Widersprüche auflösen, mit klärendem Rückblick prononciert der Zukunft zugewandt, profitable Distanz schaffen ohne die komfortable Nähe zu verlieren. Ist es wirklich ein politisches Kunststück, an dem sich die CDU und allen voran Annegret Kramp-Karrenbauer (AKK) zwecks endgültiger Vergangenheitsbewältigung der Merkel’schen Flüchtlingspolitik versucht?

Oder ist die wissenschaftliche Debatte nur ein Feigenblatt für eine inhaltliche Auseinandersetzung, ist die erwartbare Findung einer abschließend verbindlichen Sprachregelung, die rhetorisch reinen Tisch macht, doch eher politics as usual? Sei’s drum, die ohnehin entscheidende Kernfrage wird sein, was die CDU hiernach selbst von sich hält. Wie partei ebendiese Frage nachhaltig und fortgesetzt falsch beantworten kann – dazu hat AKK ja bereits sinnvollerweise auf die SPD hingewiesen. – Ira Bartsch


Leserbrief zu „Soll ich mich verbiegen? Oder soll ich die Welt verbiegen?“ von Lars Weisbrod

Ich fürchte, das Zitat von Karl Valentin hat sich im Laufe der letzten 100 Jahre in seiner Bedeutung und Wahrnehmung verändert. Valentin war ein Satiriker und kein Philosoph. Er freute sich fast immer. Auch bei Regen. Aber auch bei Sonnenschein. Sich über das Wetter zu ärgern ist müßig und zeugt von einer kindlichen Unreife. „Rä-Bä, ich will aber!“ Ich fürchte, Sie geben diesem Satz eine Bedeutung, die er nicht hat. Er hat für mich eine doppelte Ironie.

Klar gibt es Amor Fati. Zur Genüge. Weitaus mehr gibt es Paare, die eher keine langweiligen Beziehungen mehr haben wollen. Da sind die Frauen ganz weit vorne. Die Mehrzahl der Scheidungen werden von Frauen eingereicht. Wenn eine Frau von Mitte 30 Kinderwunsch hat und der derzeitige Partner will nicht, trennt sie sich sofort. Und ist oft 1 Jahr später von einem anderen schwanger. Sie sollten mal den Artikel in der „ZEIT“ vom 28.9.2017, Seite 37, von Martin Schröder lesen. Gefühlte Wirklichkeit sehe ich auch bei Ihnen. Jobwechsel finden jeden Tag Hunderttausende statt. Wenn ein Mensch eine Situation unerträglich findet, ändert er die Situation. Ändert er die Situation nicht, ist die Unerträglichkeit noch nicht erreicht. Unerträglich ist dann nur seine Larmoyanz. (Siehe oben: kindliche Unreife.) Was das Wünschen angeht in der Westlichen oder Östlichen Philosophie. Die Östliche Philosophie geht mitnichten davon aus, dass nur der glücklich ist, der keine Wünsche mehr hat. Sie geht davon aus, dass man glücklich ist, wenn die Wünsche sich erfüllen. Aber nicht ins seelische Elend fällt, wenn die Wünsche sich nicht erfüllen.

Das ist ein großer Unterschied. Ihre Beispiele von Wünschen der Westlichen Philosophie sind alle Konsum orientiert. Außer Verachtung und Missachtung fällt mir dazu nichts ein. Und jetzt zu Ihren Ausführungen zum Wunsch nach dem ewigen Leben. Hat der Mensch seit ein paar Tausend Jahren. Gibt es viele Geschichten darüber. Völlig abstrus, sich über den Tod Gedanken zu machen. Er kommt. Das einzige, was auf Erden hundertprozentig sicher ist, ist der Tod. Wir leben aber alle, als ob wir nicht sterben. Und das ist gut so. Wir wissen alle, dass unser Leben absurd ist. Na und? Ob es regnet oder ob die Sonne scheint: Wir freuen uns. Und ab und an ärgern wir uns. Wie Karl Valentin. – Hartmut van Meegen


Leserbrief zum Titelthema „Rente“

„Wir werden alt wie nie – was tun?“ – Da wird ein ganz großes Thema aufgemacht und nur ein pekuniärer Teilaspekt abgehandelt. Ich bin aus dem Osten, jetzt 67, hab mein Lebtag gearbeitet, acht Kinder als Familienvater großgezogen (alle haben studiert), beziehe eine Rente von 689,66 pro Monat, aber mein Problem ist ein ganz anderes: Wie kann ich selbst bestimmt sterben, wenn meine Zeit gekommen ist? Wo ist die Antwort jener potenten Medizin, die mein Leben über seine natürlichen Grenzen hinaus verlängern kann? Für so einen Aufmacher – wie für die meisten anderen Themen auch – ist die rein rechnerische Antwort deutlich zu kurz gesprungen. – Martin Ahrends


Leserbrief zum Titelthema „Rente“

In einem Satz: Die Jungen sorgen nicht genug vor fürs Alter ,“Mit 30″ (in der gleichen ZEIT geschildert), hat man andere Sorgen.Ausserdem, machen wir uns doch nichts vor.Uns wird zwar immer eingeredet, wie gut es uns geht, aber die meisten Leute kommen gerade mal so über die Runden mit ihren Einkommen. Womit soll da vorgesorgt werden ? Und diejenigen Mitbürger, die es könnten,wollen ja erst mal leben.Und verbrauchen lieber alles , bis an den Rand des Limits ihrer Plastikkärtchen .Oder darüber hinaus. Bis dann mit 60 allmählich abenddämmerungsgemäß, auch die Erkenntnis dämmert ,wie nun weiter ? Als ich vor Jahrzehnten freiwillige Zusatzbeiträge in die BfA(heute BUND) leistete, wurde ich im Bekanntenkreis als Trottel abgestempelt. Das wäre wohl heute ebenso. Aber macht alles nichts.Das Sozialamt fängt sie alle wieder auf. – Hans-Emil Schuster


Leserbrief zu „Du bist raus“ von Anke Lübbert und zu „Was tun, wenn es jeden Tag weitergeht“ von Jeannette Otto

Ein handliches, ja fast lautmalerisches Wort wurde gefunden, um Tyrannisieren, Quälen und Schlagen von Schwächeren auf einen erbärmlichen Punkt zu bringen: MOBBING! Das muss der Wortform nach, doch wohl sein, was ein „Mob“ (dem Duden nach eine „kriminelle Bande“) im Allgemeinen so tut. Wie allerdings auch dem Artikel von Anke Lübbert zu entnehmen ist, handelt es sich im Speziellen bei den „Mobbern“ um ganz konkrete, benenn- und erkennbare einzelne Täter, die allein oder maximal in Kleingruppen auftreten. Außerdem gehören zur Besetzungsliste der überdauernden menschlichen Tragödie wie immer noch die Opfer, die Schweiger, die Profiteure und viel zu wenige Retter. Auch die haben, sofern sie nicht im Netz agieren, Gesichter und Namen. Es ist ärgerlich und wenig hilfreich, wenn dieser Aspekt hinter einem Begriff verschwindet, der suggeriert, es handele sich bei dem, was man früher so treffend mit „Hänselei“ bezeichnete, um ein anonymes, zwangsläufig auftretendes Phänomen der Gruppendynamik. Was derlei sprachlich evozierte Vorstellungen bewirken, kann dann im Interview mit dem Psychiater Schulte-Körne besichtigt werden: Statt wirkungsvolle Sanktionen gegen Täter zu fordern und zu entwickeln, soll sozialtherapeutisch auf den Klassenverband eingewirkt werden! Wie selig unberührt von derlei Elend muss die Welt eines Schulte-Körne sein, dass gar im Stuhlkreis Opfer und Täter endlich entdecken werden, wie ähnlich sie sich sind in Ohnmacht und Beschädigung? Sicherlich gibt es Umgebungen, die solche Taten wahrscheinlicher machen als andere. Aber nicht die einwirkende Umwelt schlägt, demütigt, bedroht, entwürdigt den konkreten Menschen, sondern immer noch zuerst der andere Mensch. Dieser liefert damit nicht nur einen weiteren Beleg für die anscheinend unausrottbare Bosheit als Teil der menschlichen Grundausstattung, sondern auch für einen potentiellen Freiheitsraum des Menschen, diesem einzigartigen Moment, in dem dieser Täter sich auch anders hätte entscheiden können! Das Studium psychologischer Erkenntnisse in diesem Zusammenhang legt nahe, dass einerseits Lernen durch Strafe äußerst effektiv ist, und andererseits die Folgen für die Opfer durch nur eine einzige Person, die sich traut, menschlichen – nicht professionellen – Beistand zu leisten, gemindert werden können. Nur durch klares Benennen und Bewerten werden Dinge veränderbar oder, wenn nicht das, so doch wenigstens beherrschbar. Das ist schwieriger und schmerzhafter als die dauernde Nivellierung, die so tut, als könne das Phänomen wie eine Naturkatastrophe betrachtet werden, für die ja auch niemand verantwortlich ist. – Anne Huxel


Leserbrief zu „Soll ich mich verbiegen? Oder soll ich die Welt verbiegen?“ von Lars Weisbrod

Gut eingekuschelt,das Häuschen oder die Wohnung zur Republik erklärt (Zitat mal irgendwo gelesen),und Utopien stehen im Bücherregal. Denn wo die Realisierung von Utopien hinführen kann, solllten wir alle wissen. Nein danke. – Hans-Emil Schuster


Leserbrief zum Titelthema „Rente“

Weil fast alle zu den Betroffenen gehören, ist das Thema Rente ein wichiges Thema. Ob das Thema Respekt-Rente dabei sinnvolle Lösungen anbietet, muss fraglich sein. Es hat zwei Gegenseiten: „Arbeit (Leistung) muss sich lohnen“ auf der einen Seite und „Respekt“ auf der anderen. Zwischen den Einzahlungen in die Rentenkasse und den Leistung besteht schon lange kein Zusammenhang, weil der Staat ständig an den Leistungen herumfummelt. Einzahlungen in die Rentenkasse werden durch den Arbeitgeber mit 50 % geleistet (man könnte das auch anders darstellen) und die Leistungen mit 50 % unterstützt. Dann ergibt sich eine nach der Zwangsabgabe einen Rentensanspruch, der niemals reicht. Bei etwa 40 % Mietanteil (Tendez steigend) im Einkommen und 46 % Rente vom lertzten Netto verbleiben 6 % „zum Leben“. Und dafür eine Zwangsabgabe!

„Respekt-Rente“ So herausgestellt, gibt es Menschen, die Respekt verdienen und logisch solche, die ihn nicht verdienen. …, alle jene eben, die diesen Respekt nicht verdienen, den Kiosk-Besitzer an der Ecke zum Beispiel. Und wenn dann auch noch der Pflegefall eintritt, dann ist es mit dem staatlichen Respekt vor der Lebensleistung gänzlich zu Ende. Die Altersversorgung gehört in allen Punkten auf den Prüfstand, das ist nicht bestreitbar, aber bitte „in allen Punkten“. – Dipl. Kfm. Johannes Barth


Leserbrief zu „Jäger und Gejagte“ von Cathrin Gilbert

Die Kumpanei zwischen den politisch Handelnden und denjenigen Prominenten und Firmen, die sich mit allen (!) verfügbaren Mittel ihren steuerlichen Verpflichtungen entziehen, korrupt sind oder ähnlich kriminell, führt unter anderem dazu, dass der notorische Mangel an Personal und Mitteln bei Steuerfahndung und Strafverfolgungsbehörden fortbesteht. Solange dies so bleibt, sind Ankauf und Nutzung von Daten, die mit kriminellen Mitteln beschafft wurden, gleich ob aus altruistischen oder eigennützigen Motiven, zwar definitif illegal, erscheinen aber im Hinblick auf die allgemeine Steuer- und Strafgerechtigkeit als durchaus legitim. – Dr.-Ing. Franz Ulrich Häusler


Leserbrief zu „»Junge Männer haben gar nichts«“ von Jochen Wegner

Das hatten wir doch alles schon mal. Der gute Dr.Robert Atkins mit seiner Fleischdiät. Jetzt versucht sich ein Psychologe an der Sache,mit Atkins Nahrung das Selbstbewusstsein junger Männer aufzupäppeln. Steinzeitliche Vorstellungen von der Rolle des Mannes.Frauenbeauftragte aller Parteien und Organisationen, bitte einschreiten. – Hans-Emil Schuster


Leserbrief zu „Die Respekt-Rente“ von Kolja Rudzio

Die Respekt-Rente ist ein respektabler Ansatz. Besser wäre aber ein Respekt—Lohn, will sagen: eine Lohnuntergrenze, die Altersarmut erst gar nicht entstehen lässt, sofern jemand 35 Beitragsjahre vorweisen kann! Hier muss Politik die Weichen besser stellen, als es der jämmerliche Mindestlohn tut. Und wir als respektvoll agierende Verbraucher/innen sollten uns hin und wieder an die eigene Nase fassen und uns fragen, wer eigentlich den wirklichen Preis zahlt wenn wir uns bei einem „Industriefriseur“ für respektlose 8 € die Haare schneiden lassen oder einen Bund Tulpen für 1,99€ kaufen, der dann von einer tüchtigen, aber ganz mies bezahlten Floristin für einen weiteren Euro zum wunderschönen, respektlos billigen Frühlingsstrauss aufgebunden wird. – Wolfgang Sartorius


Leserbrief zu „Sind wir etwa am Rande eines Bürgerkriegs?“ von Per Leo

Die Bildung verschweigt bis heute, dass die Mehrheit geistig zeitlebens emotional unausgewogen bleibt. Aber dieses Problem ist öffentlich tabuisiert worden. So ist es möglich , dass scheinbar provokante politische Aktionen viele Wahlberechtigte erreichen. Das führt dazu, dass die unberechenbare Atmosphäre im Land – nicht allein in Deutschland – den Eindruck erwecken kann: „Droht uns ein Bürgerkrieg?“ Die sogenannte Rechte in Deutschland hat bisher kein eigenes politisches Konzept. Sie kritisieren das, was momentan in den Medien ankommt. Die Politik und die öffentliche Meinung hat die Verantwortung für ein angemessenes geistiges und politisches Bewusstsein durch Erziehung und Bildung einzutreten. Ihr Artikel ist nichts weiter als ein Wortgefecht unter Menschen, die sozial überhaupt nicht belastet, geschweige denn gefährdet sind.. Die Gefahr eines Bürgerkriegs bestünde, wenn ein Autokrat, wie in der Türkei oder den USA an die Macht kommt und die Mehrheit einsieht, dass ihr mehr genommen wird als versprochen wurde. – Hubert Laufer


Leserbrief zu „Soll ich mich verbiegen? Oder soll ich die Welt verbiegen?“ von Lars Weisbrod

Sage und schreibe zwei volle Seiten spendiert die ZEIT für diese krause Mischung aus Trivi-alphilosophie, Werbepsychologie und Stammtischsoziologie. Das beginnt mit einem Stereotyp aus der geistesgeschichtlichen Mottenkiste, dem wenig originellen angeblich „kulturellen“ Gegensatz von Ost und West, von Morgenland und Abend-land, den sich nicht Herr Luper ausgedacht hat, sondern den bereits die Schlegel-Brüder im 19. Jahrhundert entwickelt haben. „Ost ist Ost, West ist West, sie werden nie zueinander kommen“ fand schon Rudyard Kipling. Aber was hilft uns dieses schwarz-weiße „Weltver-ständnis“ im 21. Jahrhundert? Beschreibt die als Strategie der „Anpassung“ beschriebene „östliche Methode“ die Wirtschaftspolitik des modernen China oder der asiatischen „Tiger-staaten“? Oder setzen diese Staaten nicht eher auf hemmungsloses Wachstum? Wollen wir uns andererseits im modernen West-Europa ernsthaft die sogenannte „westliche Methode“ zu eigen machen, „immer noch einen weiteren Wunsch haben zu dürfen“, am En-de die finale und „höchste Stufe der Optimierung“ zu erreichen, „den Tod abzuschaffen“? Wo ist hier die Grenze zur Hybris? „Was wäre das für ein Leben? Ohne Wünsche?“ meint Herr Weisbrod. Will er seine Leser zum Narren halten oder hat er selbst nicht begriffen, dass es nicht um den konstruierten Gegensatz „Wünsche“ vs. „keine Wünsche“ geht, sondern darum, welche Wünsche unter ethischen Gesichtspunkten „wünschenswert“ sind. Dieser Artikel ist nicht nur sachlich haltlos und polemisch sondern transportiert auch eine fatale Botschaft: Leute verbiegt die Welt, die Werbeabteilungen von Marlboro bis Audi wer-den es Euch danken. Holzt die Regenwälder ab, beutet die Umwelt aus, konsumiert mehr, kauft „smarte“ Kühlschränke und größere Autos, dann werdet Ihr glücklich, immer gemäß der Devise „me first“ und dem Ausruf der Marquise de Pompadour: „Après nous le déluge!“, dem „Wahlruf jedes Kapitalisten und jeder Kapitalistennation“, wie Marx schrieb. – Wolfgang Brocks


Leserbrief zu „Sind wir etwa am Rande eines Bürgerkriegs?“ von Per Leo

1 1/2 DIE ZEIT-Seiten, um eine rechte Pseudoideologie gewaltig aufzuplustern, wo doch, schon im Hinblick auf den steten demografischen Schrumpfungsprozeß ihrer Anhänger, 1/2 Spalte genügt hätte! Kein einziges Wort dagegen über eine weit gefährlichere Ideologie, deren Anhängerschaft schon aufgrund eines gegenläufigen demografischen Wachstumsprozesses weiter zunehmen wird: den Islamismus! Hat man je von einer erwähnenswerten Demonstration gegen diese Geißel einer freien Gesellschaft gehört, von klarer Ab- und Ausgrenzung? Man liefe ja Gefahr, sich dem Vorwurf der Fremdenfeindlichkeit und Islamophobie auszusetzen und sich darüberhinaus, mehr im übertragenen Sinn, eine ziemlich blutige Nase zu holen! Da ist es doch wohlfeiler und gefahrloser, bei jedem Mikro-Treffen rechter Ideologen, bei jeder Mini-Versammlung von AfD-Anhängern das Maul der Empörung überproportional weit aufzureißen! Wir scheinen immer mehr ein Volk von Maulhelden einerseits, Duckmäusern andererseits zu werden; ein Bürgerkrieg liegt da nicht in der Luft. Und doch wünschte man sich im Bundestag einen Mann vom Schlage des alten Cato – für Genderologen: eine Frau könnte es natürlich auch sein! -, der bei jeder Senatssitzung im alten Rom mit sturer Beharrlichkeit immer wieder einen, seinen, Satz wiederholte, mit dem uns im Lateinunterricht der ACI (Accusativus cum Infinitivo) eingebläut wurde: ceterum censeo Carthaginem esse delendam! – Dr. med. Ulrich Pietsch


Leserbrief zu „Wochenmarkt“ von Elisabeth Raether im ZEIT Magazin

Mit Interesse sehe ich , dass jetzt auch vegane Rezepte vorgestellt werden. Gern genommen und nachgekocht! – Dr. Rainer Marien


Leserbrief zu „Soll ich mich verbiegen? Oder soll ich die Welt verbiegen?“ von Lars Weisbrod

Nein, sollen Sie sich nicht verbiegen und auch nicht die Welt. Auch bitte keine Delle hineinschlagen. Das ist mit alles zu negativ. Carl Valentin hat auf eine Wetterphänomen hingewiesen, über das er keine Macht hat und sich dabei die Lebensfreude bewahrt. Es wäre ein Alptraum, könnte der Mensch das Wetter bewußt verändern. Stellen sich einmal vor, welches Chaos das anrichten könnte, wenn man bedenkt, daß selten alle Menschen mit dem gerade herrschenden Wetter zufrieden sind. Sicherlich arbeiten die herrschenden Machtsysteme schon daran, das Wetter als Waffe einzusetzten. Eine Horrorvorstellung. Es kommt darauf an, warum Reinhold Niebur bittet:

Gott, gib mir die Gelassenheit,
Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

Und wenn Sie sich Epiktet nochmal vornehmen, dann werden sie merken, daß es ihm genau darum geht, um die Unterscheidung. Das ist nicht fatalistisch, sondern realistisch und es würden sich viele Menschen Leid ersparen, würden sie den Unterschied kennen. Epiktet, Reinhold Niebur und Carl Valentin wußten von dem Unterschied. – Erich Hansmann-Lewis


Leserbrief zu „Drachen töten“ von Peter Dausend

Frau Nahles ist sicher nicht das größte Problem der SPD. Wenn Sie aber auf die Frage, wofür die SPD steht unter anderem mit der paritätischen Finanzierung der Krankenkassenbeiträge argumentiert, kann man nur fassungslos den Kopf schütteln. Den mit der Wiedereinführung der Parität getöteten Drachen hat doch eben jene SPD zur Förderung der Wirtschaft erschaffen, die jetzt die Wiedereinführung als sozialpolitische Heldentat feiert. Eine Vorsitzende, die so kurzsichtig argumentiert ist sicher nicht so problematisch wie die alten Herren in der SPD, unproblematisch ist sie aber sicher nicht. – Christian W. Degner


Leserbrief zu „Sind wir etwa am Rande eines Bürgerkriegs?“ von Per Leo

Per Leo spricht von „Politiksimulanten, die den Bürgerkrieg spielen“ und von „Hilfsverfassungssvhützern, die dazu die Kulissen schieben“. Er meint mit Ersteren die Rechten, die die Grenzöffnung vor allem von von 2015 und die EU-Politik kritisieren, mit Letzteren die linken Verteidiger dieser politischen Weichenstellungen.
Leider habe ich den Eindruck, dass er seine Aufgabe als Versöhner zwischen den Fronten ebenfalls als Schauspielleistung unter weitgehender Ausblendung der Realität begreift. Der Realitätsbezug wird meines Erachtens allenfalls durch die indirekte Werbung für sein Buch hergestellt. Wie Relotius-Kitsch wirkt es, wenn er als Repräsentanten der Auseinandersetzung Freunde agieren lässt, die z.B. „der mit den Locken“oder „der mit dem Lachen“ genannt werden. Oder wenn er von dem Bademeister Al-Sadi erzählt, der unangepasste Störer im Schwimmbad u.a. dadurch zivilisiert, dass er in den Arm nimmt. Kürzlich las ich übrigens, dass man auch die Verkomplizierung von Sachverhalten durch einen verschwurbelten Imponierstil, angereichert durch Zitate von Autoritäten, als Kitsch bezeichnen kann. Leo steht auf der guten Seite, wie all jene, „die Tag für Tag durch Kleinigkeiten helfen, das Schlimmste zu verhindern“. Als negativer Kontrast erscheinen die Rechten: “ Intellektuell kommt von rechts nichts, was der Rede wert wäre . Keine Idee, kein problembewusster sein, keine Analyse. Keine Schärfe, weder im Schreiben noch im Auftreten. nur nebulöses Gerede…“. Solche Äußerungen kann man eigentlich nur noch als Projektionen begreifen. Er kennt offenbar nicht Autoren wie Professor Sieferle oder Michael Klonovky, die durchaus scharfsinnig argumentieren, ebenso wenig die Äußerungen von Oskar Lafontaine und dessen Frau Sarah Wagenknecht zur Flüchtlingspolitik. Es gibt auch für ihn keinen „molekularen Bürgerkrieg“. Sogar Berndt Lucke, solange er als AfD-Gründer noch die Parteiführung ausübte – immerhin Stipendiat der Hochbegabtenförderung „Studienstiftung des Deutschen Volkes“ und Wirtschaftsprofessor – , wurde mehrfach körperlich von Linken attackiert. Dies alles wegen Thesen über den Euro, von der Mehrheit der Wirtschaftsprofessoren und von ausländischen Nobelpreisträgern warnend verteten wurden! Autoren, die aufgrund ihrer beruflichen Laufbahn höchste Urteilskraft wahrscheinlich machen, wie z.B. der ehemalige Direktor des Max-Planck-Instituts Wolfgang Streeck, haben darauf hingewiesen, mit welcher Infamie Leute, die die Regierungspolitik kritisierten von Medien und Politikern bekämpft wurden. Im Internet könnte Per Leo eine lange Liste von körperlichen Angriffen und Sachbeschädigungen zu Lasten sog. Rechter, die in Zeitungen berichtet wurden, nachlesen. Leo spricht viel von der befriedenden Wirkung des Staates, obwohl in diesem Fall die Regierung durch die Aufbürdung immenser Kosten wie auch durch die Verschlechterung der Lebensbedingungen (Wohnungsknappheit, Anschläge, Anstieg der Gewalttaten, auch was die sexuelle Selbstbestimmung betrifft) im Widerspruch zum immer noch geltende europäische Asylrecht (auch wenn diese Maßnahmen durch das sog. Selbsteintrittsrecht erlaubt gewesen sein sollten) erhebliche Teile der Bevölkerung geschädigt hat. – Karl Seegerer


Leserbrief zu „Heintje ist schuld“ von Peter Dausend

Heintje ist längst passe, Hein Simons nennt er sich jetzt! Heintje´s „Lieder“, die waren für mich ein liederliches und gruseliges Geschnulze, einfach nur „mama- und oma(ma)-schluchz-tauglich“. Heute „kräht kein einziger Hahn“ mehr auf dem Heintje-Mist(haufen)! – Riggi Schwarz


Leserbrief zu „Drachen töten“ von Peter Dausend

Frag nach bei Schröder, der weiß alles genau,
kommst du mit Gerhard, wird wachsweich, jede Frau!
Frag nach bei Schröder, der ist mehr, als superschlau,
kommst du mit Gerhard, dann bleibt „Frau“, freiwillig im Bau!
Bla bla blablabla, bla blablabla bla… (frei nach: „Schlag nach bei Shakespeare“ von Cole Porter aus dem Musical: „Kiss me, Kate“) – Klaus P. Jaworek


Leserbrief zu „Im Stuhlkreis“ von Tina Hildebrandt

Zwei „Schwarzdenker“, die sich irgendwie, aber doch ganz anders, „(fast) schon blind“ verstehen, oder auch nur so tun! Dr. Markus Söder, der „fränkische Bayer“ aus Nürnberg, der angetreten ist, um die „fränkische Leitkultur“, über Bayerns Grenzen hinaus zu beheimaten, und AKK (Annegret Kramp-Karrenbauer), die Saarländerin aus Völklingen, die nur angetreten ist, um Friedrich Merz (Black Rock) zu verhindern! Da kann eigentlich nur alles, mehr als gut werden, auch wenn es einmal nicht mehr danach aussehen sollte! – Klaus P. Jaworek


Leserbrief zu „Was wir 2514 wissen wollen“ von Stefan Schmitt

Experimente mit 500 Jahren Laufzeit
Endgültige vs. Vorläufige Diagnosen
Man muss nicht 500 Jahre warten um zu erfahren, dass bald alles anders sein wird. Die daraus resultierende Unsicherheit wird zur Sorge – die quält viele und reicht aktuell bis in die politische Psychologie. Wir Ärzte schützen uns dagegen mit dem Glauben an die Wahrheit von „endgültigen“ Diagnosen. Das hält unser Selbstbewusstsein aufrecht, hindert jedoch am Weiterdenken. Es gibt eine Chance zum Überprüfen nach Jahrzehnten oder auch in fernerer Zukunft: Die Tiefkühlkonservierung von biologischen Proben, wie sie beispielsweise im Fraunhofer-Institut in Sulzbach/Saarland bei Präparaten der pathologischen Anatomie möglich ist. Es ist eher wahrscheinlich als nur eine abenteuerliche Vermutung, dass nach hundert Jahren die technischen Methoden der Medizin ebenso wie die Krankheitseinheiten grundlegend andere sein werden: Es wird am identischen Substrat andere Diagnosen geben, mit vermutlich besseren therapeutischen Konsequenzen. Den heutigen Ärzten und Patienten wird das nichts mehr nützen. Oder vielleicht doch, indem es eine nachdenkliche Bescheidenheit fördert, die für die Patienten sicher besser ist die sture Selbstsicherheit mancher Arztkollegen? – Dr. med. Frank Praetorius


Leserbrief zu „Soll ich mich verbiegen? Oder soll ich die Welt verbiegen?“ von Lars Weisbrod

Ich gehe mit dem Autor – und Adorno – gar nicht einig („…Wer den Tod ohne Umstände hinnimmt, dem kommt dabei leicht jeder utopische Schwung abhanden…“). Wie der Menschheit der utopische Schwung nämlich trotz/ wegen Unsterblichkeit abhanden kommen könnte, kann man sich gut anhand der Thesen vorstellen, die die kurze TV Sci-Fi-Serie „Ad Vitam“, an die ich sofort beim Lesen des Artikels denken musste – und die Herrn Weisbrod eine neue Diskussionsperspektive zu seiner Überzeugung liefern kann. Jede Delle, die der Mensch in die Welt (wie es wahrhaftig heißen muss) schlägt, wird irgendwann vom Universum wieder ausgebeult, und das ist mir sehr recht: Bei allem Respekt vor Herrn Weisbrod’s Wunschsehnsucht, so wichtig sind wir nicht. Das ist kein Ausdruck von Schicksalsergebenheit, sondern die Anerkennung der realistischen Perspektive… – Marion Rupp-Wagner


Leserbrief zu „Die Fachleute blieben unsichtbar“ von Ulrich Schnabel

Der Beitrag von Ulrich Schnabel ist ein wunderbares Beispiel für den ideologisierten und manipulatorischen Journalismus dieser Tage. Schon die Überschrift signalisiert: „Die tumben Laien stehen auf der Bühne, die Fachleute (s. o.).“ Dieter Köhler wird plakativ als „Pensionär“ dargestellt, also nicht mehr ganz ernst zu nehmen in seinem Altersstarrsinn. Er ist lediglich „Arzt“ und „Privatmann“, seine anerkannten fachlichen Qualitäten als Pneumologe, seine führenden Funktionen werden verschwiegen. Die Übertreibungen der BILD-Zeitung werden genutzt, um die Aktion von Köhler als Schwindel-Farce erscheinen zu lassen, zumal diese von einem Diesel-Entwickler (mutmaßlich mit viel Geld!) gefördert wurde. Und wenn 97% der Lungenfachärzte gar nichts sagen, dann wissen wir von deren Meinung gar nichts, auch nicht, dass sie „nicht hinter Köhlers Meinung“ stehen. Wer schweigt, äußert keinerlei Meinung.

Das Stickoxyd, um das es hier ausschließlich geht, wird in seiner Schädlichkeit stets zusammen mit evident schädlichem Feinstaub genannt, bzw. als „Leitsubstanz vieler anderer Luftschadstoffe“ beschrieben, also als Indikator – wie ein Messgerät? An keiner Stelle des Beitrags wird der Grenzwert von 40 Mikrogramm auch nur ansatzweise in den Mittelpunkt der Köhler-Kritik gestellt. Stattdessen werden die (schweigsamen oder langsamen) wissenschaftlichen Institute in Stellung gebracht, die viel über Stickoxyd oder Feinstaub oder beides sagen, aber nichts über den Grenzwert. „Die Menge macht das Gift“; auch Koffein tötet in Überdosis, das verdirbt den millionenfachen Kaffe3egenuss nicht.

An deutschen Arbeitsplätzen sind über 900 Mikrogramm erlaubt, die Gesundheitshysterischen Amerikaner lassen 100 Mikrogramm zu; alles aus der Luft gegriffen? Nein, wissenschaftlich untermauert. Was ist also richtig? Die 40 Mikrogramm sind politisch entstanden, in einem Verfahren, das fern der Wissenschaft stattfand und bei dem mutmaßlich niemand davon eine Vorstellung hatte, was ein Mikrogramm überhaupt ist. Da ist Gegenwehr Bürgerpflicht, auch von Herrn Köhler. – Lutz Bauermeister


Leserbrief zu „Die Fachleute blieben unsichtbar“ von Ulrich Schnabel

Die „Wissenschaft“ konnte keinesfalls überrascht sein von der Meinung von Prof. Dieter Köhler. Er sagt das, was er in öffentlichen Medien schon seit Monaten gesagt hat, mindestens seit März 2018. In der Zeit Doctor (!) im November 2018 kam ein Beitrag von Prof. Kekulé, Prof. für medizinische Mikrobiologie und Virologie an der Martin Luther Universität in Halle-Wittenberg, über den viel zu niedrigen Grenzwert von 40 µg Stickstoffdioxid pro m3 Luft. Er hat das vornehm als Paradebeispiel für eine Kommunikationsstörung zwischen Wissenschaft und Politik bezeichnet. An der Universität Wuppertal haben Forscher gemessen : Mit 1 Kerze war in einem Innenraum nach 23 Minuten ein Wert von 60 µg Stickstoffdioxid pro m3 Luft erreicht, mit 2 Kerzen bereits nach 11 Minuten, mit 3 Kerzen nach 8 Minuten, mit 4 Kerzen nach 6 Minuten ! Prof. Köhler hat meines Erachtens vollkommen Recht, dass da Vertreter der „Wissenschaft“ im Gefolge mit Medienvertretern wie Herrn Schnabel sich mit dem vollkommen unsinnigen Grenzwert von 40 µg Stickstoffdioxid pro m3 Luft in einer Art „Hexenverfolgungswahn“ befinden. – Wieland Mattern


Leserbrief zu „Sommerkinder, Winterkinder“ von Johanna Schoener

Es ist Unsinn, die Einschulung in erster Linie am ‚Entstehungsdatum‘ festzumachen. Schon in den 60er Jahren schrieb Mary Waddington, die Einschulung nach Größe oder Gewicht (alle Kinder, die mindestens X Zentimeter groß bzw. Y Kilo schwer sind …) sei genauso sinnvoll. Allerdings muss dann gemessen werden, das Entstehungsdatum liegt vor und ist bequemer. Kinder entwickeln sich unterschiedlich, deshalb sind die langfristigen Folgen unterschiedlich. Untersuchungen belegen, dass hochbegabte Kinder eher früher als der Durchschnitt eingeschult werden sollten. Da das oft nicht gemacht wird (später wird für besser gehalten), findet das Überspringen von Klassen überdurchschnittlich häufig im 1. und 2. Schuljahr statt. Eltern und Lehrkräfte stellen fest, dass sich zu spät eingeschulte Kinder zu Tode langweilen, den Unterricht stören, abschalten, manchmal überhaupt nicht mehr in der Schule wollen: „Da lerne ich nichts.“ – Dr. Annette Heinbokel


Leserbrief zu „Wie geht es der Luft?“ von Dirk Asendorpf und Christiane Grefe

Welche Grenzwerte bezüglich der genannten schädlichen Stoffen gesundheitliche Risiken widerspiegeln scheint offensichtlich nicht immer klar zu sein, aber es gibt sie offiziell. Sie wurden von Umweltmedizinern ermittelt. Der Rückschluss, dass Grenzwerte zu Fahrverboten führen können ist aber nur die sogenannte halbe Wahrheit. Fahrverbote werden von Gerichten auf Grund von Messwerten erlassen. Die Aussagekraft eines Messwertes hängt aber nicht unwesentlich von der Messmethode bzw. dem Messverfahren ab. Man denke nur an die umstrittenen Messverfahren bei der Ermittlung des Kraftstoffverbrauchs von Pkw.

So stellte sich inzwischen heraus, dass es wohl auch nicht ganz einfach ist wie man einen Emissionswert wirklichkeitsnah misst, der den Anspruch erhebt mit dem medizinisch ermittelten Grenzwert zu korrelieren. Die derzeit vorgegebenen Messbedingungen sind offensichtlich zu ungenau. Ganz abgesehen davon sind die Rahmenbedingungen hinsichtlich der Emittenten und der Messanlage örtlich sehr unterschiedlich. Deshalb führten auf Anweisung des Oberbürgermeister in München unterschiedliche Messanordnungen an gleicher Stelle naturgemäß zu unterschiedlichen Messergebnissen. Das wollte ich loswerden. – Dietrich Schneider


Leserbrief zu „Soll ich mich verbiegen? Oder soll ich die Welt verbiegen?“ von Lars Weisbrod

Für mich ist der Spruch von Valentin eine intelligente und bildhaft auf den Punkt gebrachte Verkürzung von diesem, mindestens eben so oft zitierten, Spruch:
„… gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.“

Es scheint eher ein Appell, seine kostbare Lebensenergie nicht für Dinge zu verschwenden, auf die man keinen Einfluss haben kann, damit man sich mit vollem Einsatz und Begeisterung, um die wesentlichen Dinge kümmern kann (hoch gesteckte Ziele erreichen, Utopien umsetzen oder eben die Welt verbiegen). Nicht immer ist Ärger über irgendetwas eine Triebfeder für die Umsetzung genialer Ideen. Hinzu kommt, dass er sich geschickt über sinnfreie und willkürlich herbeigeführte Kausalitäten lustig macht. Die Welt war zu seiner Zeit voll davon und ist es noch. – Konstanze Moos


Leserbrief zu „Die Fachleute blieben unsichtbar“ von Ulrich Schnabel

Ihre Vorschläge sind gut gemeint, aber sie werden meines Erachtens das Problem der Fake News und sonstigen öffentlichen Lügen nicht lösen, denn die Köhlers, Scheuers, Trumps und Putins dieser Welt und ihre Trolle einschließlich Facebook, Twitter, Google und BILD können wesentlich schneller und einfacher Lügen und Gerüchte in die Welt setzen und verbreiten, als Wissenschaftler die Fakten richtigstellen können. Die Wissenschaftler können die Lügen und Gerüchte nie wieder einfangen – und etwas bleibt immer hängen, das ist wissenschaftlich erwiesen. Es ist sogar wissenschaftlich erwiesen, dass etliche Leute wider besseres Wissen einem Lügner glauben, sofern die Lüge nur häufig genug wiederholt wird oder sie den Eindruck haben, dass die Mehrheit ihrer Mitmenschen dem Lügner glaubt. Als einzige wirksame Möglichkeit, gegen Fake News und sonstige öffentliche Lügen vorzugehen, sehe ich deshalb Maßnahmen, die darauf abzielen, öffentliche Lügen und die Verbreitung dieser Lügen zu verhindern, z. B. indem man den Lügner und seine Helfer bestraft und so Nachahmer abschreckt. Trump und Putin wird der deutsche Staat nicht für ihre Lügen zur Verantwortung ziehen können, Herrn Köhler und Herrn Scheuer aber durchaus, sofern entsprechende Gesetze existieren oder geschaffen werden. Die Verbreitung weiterer Lügen über Facebook, Twitter, Google, BILD etc. könnte man verhindern, indem man den Unternehmen für die Verbreitung von Lügen saftige Geldstrafen aufbrummt, die sich nach den Gewinnen oder dem Börsenwert richten könnten, also bei Facebook und Google Milliarden Euro betragen könnten. Dann würden die genannten Unternehmen und Personen sehr rasch reagieren und weitere Lügen unterlassen bzw. ihrer Verbreitung einen Riegel vorschieben. Prinzipiell: Öffentliche Lügen sind meines Erachtens keine Meinungsäußerung, sondern Verbrechen. – Dr. Ulrich Willmes


Leserbrief zur Fotokolumne „WER BIST DU?“ von Florian Jaenicke im ZEIT Magazin

Ich freu mich, als eine der betreuenden Kinderärzte von Friedrich und Georg Jänicke sehr, dass Sie diese Kolumne zeigen! Sie zeigt so viel positive Emotion und Energie in diesen dramatisch schweren Schicksalen. Das macht Mut! Ich danke Ihnen vielmals! – Dr. med. Anette Groethuysen


Leserbrief zum Titelthema „Rente“

Ihr Titelthema „Wir werden alt wie nie – was tun?“ enttäuschte mich auf ganzer Linie. Die langatmigen Formulierungen, die anhand der persönlichen Situation die prekäre Lage betroffener Menschen schildert, beschreiben zwar fraglos die Gründe für eine auf zukünftige Ruheständler zukommende Gefahr, die sich jedoch aus der Beobachtung der gesellschaftlichen und ökonomischen Entwicklung der letzten Jahre für jeden selbst ableiten lässt. Was hingegen völlig fehlt, ist eine konkrete Handlungsempfehlung für Menschen unterschiedlichen Alters und Einkommens, um der Gefahr eines Abrutschens in eine vergleichbare Situation zu begegnen. Die Antwort auf die Fragestellung „was tun?“ bleibt also offen. Der Hinweis auf die individuelle Beratungsleistung der Verbraucherschutzzentrale oder honorarbasierter Berater reicht hierzu nicht aus. – Alexander Schmied


Leserbrief zu „Wie wird die Luft besser?“ von Christiane Grefe und Petra Pinzler

In dem Interview vertritt Herr Thomas Steg (VW) die Ansicht: “Der Weg der Bevormundung führt ganz sicher nicht zum Erfolg.“ Dem ist grundsätzlich zuzustimmen. Es handelt sich dabei um eine Standardformulierung, die häufig dann zum Einsatz kommt, wenn es um einen Interessenkonflikt zwischen Umwelt und Wirtschaft geht. Dabei wird jedoch allzu oft das Wesentliche übersehen bzw. verdrängt: der Konflikt zwischen den bewusstseinsabhängigen Ansprüchen des Menschen und den ökologischen Gesetzmäßigkeiten der Erde. Deshalb hat man es heute mit dem Zeitalter des Anthropözän und seiner unvorhersehbaren Entwicklung zu tun. Wer hat hier wen bevormundet? – Peter Vollmer


Leserbrief zu „Es geht wieder los“ von Elisabeth Raether

Ob Abtreibung, kalter Krieg oder der Artikel über Frau Nahles, es zieht sich wie ein roter Faden durch unsere Zeit: Männer der katholischen Kirche, die eigentlich genug mit der Aufarbeitung im eigenen Laden zu tun hätten, reden mehr als irgendwwannn den letzten 30 Jahren über Abtreibung, Gazprom-Schröder versucht, Frau Nahles zu demontieren und in Bezug auf Wettrüsten sind wir wieder in der Urzeit angekommen. Die Menschheit entwickelt sich in eine Richtung, die intelligenten Menschen, Pazifisten, Umweltschützern und nicht zuletzt Frauen eine Gänsehaut auf den Rücken jagen muss. Weiter so, dann lösen sich die Probleme, die Sie auf Ihrer Titelseite ansprechen, ganz von selbst. – Edith Dietze


Leserbrief zu „Die Fachleute blieben unsichtbar“ von Ulrich Schnabel

Ich stimme Ihren Ausführungen zu 100 % zu. Und trotzdem fehlt darin etwas. Etwas Wesentliches! Wieso erwähnen Sie mit keinem Wort den amtierenden Bundesverkehrsminister, der so bescheuert und damit verantwortungslos war, die Aussagen des Herrn Köhler ungeprüft zu übernehmen und daraus ein Polittheater machte, um die Betrugsmasche der Autoindustrie weiterlaufen zu lassen? – Walter Aicher


Leserbrief zu „Die Fachleute blieben unsichtbar“ von Ulrich Schnabel

Jetzt weiss ich, dass ich genau wegen eines solchen Artikels mir „die Zeit“ nicht mehr kaufe und erst recht kein Abonnement werde! Es geht in dem Artikel um „Rechthaben“ und um das Gefühl in einer Diskussion (Anne Will) mit seiner Meinung – in Stellvertretung -nicht zum Zuge gekommen zu sein. Sachverständige: der „pensionierte“ Herr Köhler und der ebenfalls „pensionierte“ Herr Wichmann! Letzteres wurde natürlich unterschlagen und zudem noch der Pneumologe Köhler als Privatmann dargestellt, obwohl er 100 andere auf seiner Seite hat. Damit ich richtig verstanden werde, es geht mir nicht darum die Umweltverschmutzung infrage zu stellen, es geht mir um die „Art der Berichterstattung“ und um die Verhältnismässigkeit der Massnahmen. Natürlich müssen wir mit starker Anstrengung die Umwelt retten, das steht ausser Frage. Mich ärgert nur die Diffamierung von Kritikern und diese einseitige „Schreibe“!!!!! Es geht doch um die Verhältnismässigkeit der Massnahmen und n i c h t darum wer besser „rüberkommt“. Die Medien sollten an einer neutralen breiten Diskussion interessiert sein und dieses auch in ihrem Blatt deutlich machen! Ich möchte nach wie vor breit informiert werden und nicht manipuliert! Ich habe die Diskussion bei Anne Will auch gesehen und finde es gut, dass noch einmal alles unter die Lupe kommt. Was ist daran falsch!!!!!! – Angela Zander-Reinert


Leserbrief zum Titelthema „Rente“

Wir waren sehr bewegt über die Artikel in der Zeit von letzte Woche, die sich auf die Aktionen des schwedischen Mädchen und ihr Umweltengagement bezogen. Sehr bewegend waren ihre Feststellungen, das sie wenig Hoffnung hat das sich etwas ändert, und auch ihre klare Sicht auf den Mediengeschäftszirkus, so dass sie damit rechnet schnell vom Medieninteresse zu verschwinden. Wenn sie es erst meinen und an der Thematik wirklich dran bleiben wollen, dann sollte die Zeit dieser Bewegung eine wöchentliche Kolulmne geben. Es ist ok in der 100. Folge über meine Türkei zu berichten, das darf auch gerne weiter gehen, aber diese Freitagsbewegung gehört unterstützt. Wir ausführlich wurde über die afd lastigen Montagsdemonstrationen rückwärts gewandter Wutbürger berichtet. Sind die Sorgen der jungen Menschen nicht wenigstens genauso viele und nachhaltige Berichterstattung wert? – Bernhard Stiletto


Leserbrief zu „Weniger mutig, als der Papst es erlaubt“ von Monika Grütters und Wolfgang Thierse

Es sollte öffentlich werden, daß die Kirche ihren Geistlichen eine Liaison mit Pfarrhaushaelterin z. B . toleriert oder zu einer anderen Person und bis zu drei Kindern bezahlt! Zumindest an der Basis ist das kaum ein Problem. Natürlich gibt es Geistliche, die aus Gewissensgründen mit dem Enthaltsamkeits- verbot sich quälen, oder charismatische Kleriker. Not tut eine einfache Entscheidung, dass jeder Seelsorger frei über sich bestimmen kann, ob er sich bindet…! Das Zölibat gehört endlich abgeschafft, die damit verbundeneVerlogenheit und Verstellerei ist der Kirche unwürdig. Die Kirche muß schleunigst reformiert werden, um wieder glaubwürdig zu werden. – Renate Marie Scholz


Leserbrief zu „Hand im Glück“ von Jutta Hoffritz

Mit dem Artikel „Hand im Glück“ schreibt Frau Jutta Hoffritz einen sehr ansprechenden und realistischen Artikel zugunsten einer Berufsbildung in Deutschlang. Allerdings – und das belegen die Zahlen von den 1970er Jahren bis heute sehr deutlich, dass das duale System der Berufsausbildung auf eine Restgröße zusammenschrumpft. Die Ausdehnung der akademischen Bildung verhindert eine Erholung der Zahlen in der Berufsausbildung. – Georg Spöttl


Leserbrief zu „Die Respekt-Rente“ von Kolja Rudzio

Die automatische Auszahlung einer Grundrente hat zwei Vorteile. Erstens, dass viele Berechtigte nicht aus falscher Scham oder Unkenntnis den Weg zum Amt scheuen und so ihr Recht gar nicht in Anspruch nehmen. Zweitens lohnt sich für ärmere Menschen kaum ein langfristiger Sparplan oder Rücklagen für ein kleines finanzielles Polster für Notfälle im Alter, wenn sie später damit rechnen müssen, dass ihnen all das auf die Grundrente angerechnet wird. Das ist keine Motivation zur privaten Vorsorge. Die Sorge vieler CDU-Politiker, vorwiegend aus der Mittelstandsvereinigung oder dem Wirtschaftsflügel, dass so Geld verschleudert werden könnte ist reine Heuchelei. Alle Senkungen der Körperschaftssteuer in der Vergangenheit und viele sonstigen Maßnahmen (zur „Standortsicherung“) kamen allen Betroffenen zu Gute. Und die dabei entstandenen Beträge sind drastisch höher, als die paar Grundrenten, die angeblich zu Unrecht ausbezahlt werden könnten. Auch die schon einige Zeit zurückliegende Mehrwertsteuerreduzierung für das Hotel- und Gaststättengewerbe kam ohne Ausnahme allen Betrieben zu Gute. All das ohne jegliche Bedürfnisprüfung! Und inzwischen trommelt der Wirtschaftslobbyist Altmaier schon heftig für die nächsten Erleichterungen für die Wirtschaft. Bedürfnisprüfung? Natürlich Fehlanzeige. – Eberhard Reich


Leserbrief zu „Die Fachleute blieben unsichtbar“ von Ulrich Schnabel

In ihrem Beitrag haben sie schön das wissenschaftliche Trägheitsmoment beschrieben bei kontroversen wissenschaftlichen Diskussionen mit politischen Bedeutungen. In ihrem Beitrag sind jedoch einige Widersprüchlichkeiten, die der Korrektur bedürfen:

  • Zentral geht die Diskussion um die Dosis-Wirkungs-Beziehung von NOx, Feinstäuben und ihren gesundheitlichen Folgen. Köhler und seine Mitstreiter haben jahrelang in Lungenkliniken die Wirkungsseite behandelt und haben ihre Schlüsse gezogen bezüglich der Wirkungsseite von Schadstoffen. Kasuistik ist in der Medizin ein gängiges Verfahren, um Erkenntnisse zu gewinnen. Pauschal diese Kritiker der Unwissenschaftlichkeit zu bezeichnen ist schlichtweg falsch und auch Zeit-unwürdig.
  • Die Epidemiologie bietet natürlich die Möglichkeit, die Studien, die sich mit Dosis-Wirkungen beschäftigen zusammenzufassen und Schlüsse daraus zu ziehen. Problematisch ist jedoch immer die Erfassung der Dosis von Einzelstoffen, von Mischstoffen und die jeweilige Bewertung ihrer jeweiligen gesundheitlichen Auswirkungen. Dabei liegt eine Krux darin, dass z.B. nur sogenannte positive Ergebnisse publiziert werden aber negative in der Regel nicht publiziert werden und unter den Tisch fallen. Der finnische Epidemiologe Sven Hernberg hat darüber hervorragend publiziert und auch auf die Fallstricke hingewiesen und auf die ethischen Konsequenzen bei den Studiendesign. Hier ist die US amerikanische Begründung ihrer Grenzwerte auch überzeugend.
  • Erstaunlich ist jedoch, dass in der Helmholtz Studie so viele epidemiologische Fehler drinstecken (vorzeitig verstorben später in entgangene Lebensjahre umgerechnet etc), dass man den Eindruck gewinnen muss, hier sind Ergebnisse durch das UBA bestellt worden, um die eigenen Strategien zu untermauern: keiner hat hier kritisch nachgefragt.
  • Das politische Elend liegt eigentlich darin NO2 als Trigger für die Bewertung der Gefährlichkeit von Schadstoffen zu verwenden, obwohl NOX allein eigentlich eher gesundheitlich harmlos ist. Die kanzerogenen Bestandteile des gefährlichen Feinstaubes werden nicht gemessen. Man fragt sich warum? Der politische Scherbenhaufen besteht darin, Millionen von Dieselfahrern klammheimlich zu enteignen. Nur in der Arbeitsmedizin wird der Dosis-Wirkungs-Zusammenhang gemessen: die 850ug NOX resultieren hier aus jahrelangen Erfahrungen. Der MAK Wert bezieht sich auch nicht auf gesunde Arbeitnehmer sondern auf alle Gruppen von Arbeitnehmern (junge, alte , vorgeschädigte uew.). In der ganzen Diskussion kamen bisher weder Arbeitsmediziner noch Toxikologen zu Wort.
  • Da die zuständigen Behörden aus Angst vor Gesichtsverlust auf ihren Positionen beharren, käme der Medienlandschaft auch die Aufgabe zu, mögliche politische Kompromisse aufzuzeigen. – Karl Kuhn

Leserbrief zu „Wie geht es der Luft?“ von Dirk Asendorpf und Christiane Grefe

Dazu sei an die Künstlerin Amy Balkin (documenta 13) erinnert, die zu ereichen versuchte, dass die Erdatmosphäre zum Unesco-Welterbe erklärt wird. Was in der Tat sinnvoll wäre. – Claudia Westermann


Leserbrief zu „Es geht wieder los“ von Elisabeth Raether

Die partielle Neufassung des Paragrafen 219a könnte als positives Resultat beirken, dass Männer und Frauen verstärkt darauf achten, ungewollte Schwangerschaften zu vermeiden. Jenseits der juristischen Debatte bleibt zu hoffen, dass die Polarisierung nicht weiter an Schärfe und Verbohrtheit zunimmt – wie es z.B. in den USA der Fall ist. Den sogenannten Lebensschützern sollte der Spiegel vorgehalten werden: Leben ist so vielfältig und lässt so unendlich viele Möglichkeiten kreativen Engagements zu, dass es nur noch arrogant ist, sich punktuell und gleichzeitig pauschal auf dieses Thema zu kaprizieren. Mit dem ausgesprochenen oder unausgesprochenen Bezug auf religiöse Anliegen meinen sie, sich unangreifbar machen zu können, stellen also Absolutheits- und Totalitätsansprüche – was im Übrigen dem dialogischen Charakter des wirklich Religiösen widerspricht.

Sigmund Freud hat den Begriff der Sublimation in die gesamtgesellschaftliche Debatte eingeführt. Und das scheint mir in Bezug auf die kämpferischen Abtreibungsgegner angebracht zu sein: sie versuchen, ihre eigene Beschränktheit angesichts erfüllten Lebens durch die Fokussierung auf Forderungen, was andere tun und lassen sollen, zu kompensieren. – Christoph Müller-Luckwald


Leserbrief zu „Soll ich mich verbiegen? Oder soll ich die Welt verbiegen?“ von Lars Weisbrod

Och Mönsch, der arme Karl Valentin, aber vor allem: der arme Tod! Hätten einen lebenserfahreneren Kritiker verdient. Es ist leicht, ein Leben lang gegen den eigenen Tod anzubölken. Aber wenn er die Frau erwischt, den Sohn, den Freund. Wer sich dagegen aufbäumt, dem entgleitet schnell nicht nur der Job im Feuilleton. Das Leben ist nicht digital: an oder aus. Was Ihrer Argumentation fehlt, ist die Freude an der wahren Leistung der Vernunft – dem Augenmaß. Genau das zeichnet Karl Valentin vor Bazon Brock aus. Er hatte einen Schirm und deshalb gut lachen. – Andreas Döring


Leserbrief zu „Die Seele auf der Zunge“ von Eva Wolfangel

Schön zu lesen, dass unsere Seele, unsere Persönlichkeit, also das, was wir „Ich“ nennen, einmal nicht in unserm Gehirn gesucht wird. Unser Selbst zeigt sich in unserer Stimme, in unserem Blick, in unserer Gestik, in unserer Körperhaltung u.v.m. Und so begegnen wir uns, als leibliche Personen, mit unserem aktuellen Befinden und unserer dauerhaften Persönlichkeit. Seit Jahrmillionen schon. Nonverbale Kommunikation wird das genannt, und sie kommuniziert mehr, als nur das gesprochene Wort, welches ja bekanntlich „nicht immer auf die Goldwaage gelegt werden muss“.

Aber nonverbale Kommunikation hat sich in der Evolution doch nicht herausgebildet, damit eines Tages Maschinen „versteckte Botschaften entschlüsseln“, für die wir selbst „taub sind“! Nein. Wir sind weder taub noch unvermögend, aber ablenkbar, vor allem durch die Verheißungen der Neuen Technologien. Die Problematik der Stimmanalysen hat der Experte Klaus Scherer klar und deutlich benannt. Aber ob wir unseren Mitmenschen im direkten Gegenüber mehr Aufmerksamkeit und Zeit schenken, um zu verstehen, was er uns – über einen kurzen „Zwitscher“ hinaus – sagen will, hat jeder selbst in der Hand. – Jürgen Pilz


Leserbrief zu „Die Fachleute blieben unsichtbar“ von Ulrich Schnabel

Nein! Wissenschaftler sind hochspezialisierte Experten, und brauchen kein „Medientraining“ um bei Anne Will oder sonst wo eine gute Figur abzugeben, nur damit Sie den, durch einen Erregungsjournalismus von Bild & Co, verunsicherten Bürger wieder beruhigen können. Behauptungen und Meinungen sind noch lange keine „Wahrheiten“ und es gilt auch heute noch, dass „nichts so heiß gegessen wird, wie es gekocht wurde“. Das weiß jeder, und deshalb behalten Besonnenheit, kritische Distanz und guter Journalismus auch in erregten Zeiten ihre Bedeutung. – Jürgen Pilz


Leserbrief zu “Schuldgefühle“ von Bernd Deininger

Danke für den großartigen Artikel von Hr. Deininger. Für mich war es sehr interessant, die ganze Problematik aus seiner Sicht als helfender Facharzt ausgeleuchtet zu bekommen. Mein Vorschlag an die ZEIT: Es ist endlich mal notwendig diese ganze Thematik in einem Dossier ausgiebig zu erörtern und intensiver zu veröffentlichen. Zeigen Sie Mut und haben Sie keine Angst vor den Damen und Herren Kardinälen und Bischöfen. Vielen Menschen wurde/wird seit Jahrzehnten, wenn nicht seit Jahrhunderten üble Gewalt angetan. Für die Aufklärung um die Vorwürfe zu Herrn Wedel hat sich ja die ZEIT seinerseits auch stark engagiert. – Klaus Prinz


Leserbrief zum Titelthema „Rente“

Die bestehende gesetzliche Rente als reines Umverteilungssystem ist nach wie vor das beste und effizienteste System, es muß nur (!) an unsere heutigen Randbedingungen angepaßt werden, schließlich wurde es im Kern vor bald 150 Jahren konzipiert. Es müssen endlich alle Bürger dazu verpflichtet werden (auch Beamte, Selbständige, Millionäre, etc.), es müssen alle Einkommen einen Beitrag leisten (also auch Kapital- und Mieteinnahmen, nicht nur Arbeitslöhne), die Beiträge dürfen keiner Höchstgrenze unterliegen, und die Rentenleistung selbst muß mit weiterhin bestehenden Einkommen aus Kapital und Miete verrechnet werden. So erreichen wir ein solidarisches System zur Sicherung des Lebensunterhaltes im Alter für alle Bürger. Darüberhinaus müssen wir einen „Seniorenarbeitsmarkt“ aufbauen, in dem Rentenempfänger gemäß ihrer persönlichen Eignung und Neigung mehr oder weniger hinzuverdienen können. Es ist doch illusorisch zu glauben, die Masse der Bevölkerung könnte im „klassischen“ Arbeitsmarkt mit über 65 Jahren noch vermittelbar sein (auch wenn das für eine Minderheit in entsprechenden Berufen durchaus möglich und üblich ist). Und selbstverständlich muß die Pflegeversicherung massiv gestärkt werden, damit sie alle notwendigen Leistungen auch wirklich erbringen kann, und nicht die Rente als Lückenbüßer herhalten muß. Alle anderen kapitalgedeckten Rentensysteme sind pure Augenauswischerei, denn niemand kann und wird eine Garantie dafür übernehmen, was nach 40 oder 50 Jahren Ansparung bei unserer volatilen und unvorhersehbaren Wirtschaftsentwicklung am Ende fürs Alter noch übrig bleibt; das ist nur das Spielgeld mit dem die Kapitalisten ihr weltweites Casino befeuern. Man denke nur an die jüngsten Wirtschaftskrisen, und die Aussichten sind eher düster. Darüber muß unsere Gesellschaft endlich eine offene und ehrliche Diskussion führen und einen zukunftsfähigen Konsens auf breiter Basis finden. Unsere Politiker betreiben seit Jahren nur Makulatur und Ablenkung (weil natürlich jeder Angst hat, sich daran die Finger zu verbrennen); deshalb: wir und die Medien müssen das Thema vorantreiben, sonst wird die Gesellschaft daran zerbrechen! – Wolfgang Heckl


Leserbrief zu „Sind wir etwa am Rande eines Bürgerkriegs?“ von Per Leo

Per Leo wendet sich gegen Formen der Ausgrenzung, wie die Weigerung von Gaststätten, der AfD Räume für Parteiversammlungen zur Verfügung zu stellen. Leo nennt das „wir schmeißen sie aus Cafés und Restaurants“. Sein langer Beitrag läßt sich in einer kurzen These zusammenfassen, die er selbst so formuliert: „Ohne es zu merken, liefern wir damit der rechten Systemopposition den einzigen Grund ihres Zusammenhalts: das Phantasma vom Widerstand.“ Diese These halte ich für abwegig. Mit „rechter Systemopposition“ meint Leo die völkisch-nationalistische AfD. Aber die will nicht gegen unser demokratisches System opponieren, sie will es zerstören. Beim für Rechtsradikale typischen Denken „Wir gegen Die“ sind „Die“ zunächst mal die Fremden, die Anderen. Die Abkürzung Pegida ergibt nicht irgendeine Aussage gegen „uns“, sondern sondern soll „Patrioten gegen die Islamisierung des Abendlandes“ vereinen. Es ist kein Zufall, dass die Islamfeindlichkeit alle rechtspopulistischen und rechtsradikalen Bewegungen und Parteien in Europa eint.

Wir, das Volk, gegen die da oben, die korrupten Eliten. Auch ein klassisches Narrativ rechter Systemopposition, wie Leo die Rechtsradikalen nennt. Die Geschichte von der angeblichen Unterdrückung soll Widerstandswillen provozieren. „Die“ Muslime, „die“ Fremden, die „da oben“. Es braucht uns nicht, damit die völkisch-nationalistische AfD von angeblich notwendigem Widerstand faseln kann. Deshalb hilft es auch nicht, wenn Herr Leo dem während eines Empfangs einsam an der Garderobe stehenden AfD-ler in den Mantel hilft. – Ruprecht Polenz


Leserbrief zu „Die Respekt-Rente“ von Kolja Rudzio

Soweit die Respekt-Rente erklärt ist, soll es unter bestimmten Voraussetzungen eine Mindestrente von EUR 961 p.M. geben. Um einen solchen Anspruch im bisherigen System darzustellen, bwenötigt es ein Nettoeinkommen von EUR 2.089 (pauschal mit 46 % gerechnet). Um dieses Nettoeinkommen zu erzielen, benötigt man (bei Steuerklasse 1, keine Kinder, aber Kirchensteuer) ein Einkommen von EUR 3.250,00 brutto im Monat. Laut deutscher Rentenversicherung betrug das Durchschnittseinkomen in 2016 EUR brutto 3.022,00. Damit erhält nach Repekt-Rentenmodell etwa jeder Zweite einen Zuschluss bis fast 90 %. Ob das einen Finanzbedarf von nur einem mittleren Milliradenbetrag auslöst, kann bezweifelt werden. Während die Mindestlohnempfänger als maximal Begünstigte nach der Verrentungung fast keine Einschränkungen erfahren, sieht es für den durschnittlichen Lohn-/Gehaltsempfänger anders aus: Die durchschnittlichen Mietkosten für Wohnraum belaufen z.Zt. auf etwa 40 %. Aus netto 2.089,00 werden Wohnungskosten von EUR 835,60 bezahlt. Dem stehen die Mindestrente von EUR 961,00 gegenüber. Er kann in der Wohnung nicht bleiben oder er muss staatliche Zuschüsse beantragen, was man für den Mindestlohnempfänger verhindern will. Wer verdient hierr Respekt und worin besteht hier das Mehr an Gerechntigkeit? – Dipl. Kfm. Johannes Barth


Leserbrief zu „Wie es wirklich ist … als Dompteur seine Tiger zu verlieren“ von Jonny Ortmann

Dazu muß ich einfach schreiben, daß der Dompteur Jonny Ortmann völlig recht hat, wenn er sagt, daß Verbote und Regulierungen das Leben schwer machen. Für Alle. Die Tierschützerhysterie ist zum davon laufen. Die sollen sich einmal in der „Dritten Welt“ umschauen und nicht nur als Touristen. Da hätten sie millionenfach zu tun. Jedoch, das wäre nicht so plakativ für die Medien, auch für „Die Zeit“, wie ein angepiekstes Ferkel in einem keimfreien Stall. — Wie glücklich wären diese Ferkel in einer stinkenden Sule. – Edith Winkler


Leserbrief zu “Schuldgefühle“ von Bernd Deininger

In dem Artikel macht der Autor Bernd Deiniger eine schwerwiegende Falschaussage. Er behauptet, daß der Apostel Paulus „alle Formen von Sexualität … verdammte“. Daß dem nicht so war, kann jeder leicht überprüfen, indem er das siebte Kapitel des ersten Briefes an die Korinther liest. Dort empfiehlt Paulus ausdrücklich denen, welche Not mit ihrer Sexualität haben, zu heiraten, „denn es ist besser zu heiraten, als Brunst zu leiden“ (Vers 9). Aus der Bibel läßt sich daher eine allgemeine Verdammung von Sexualität nicht ableiten. – Werner Schlüter


Leserbrief zu „Drachen töten“ von Peter Dausend

Als langjähriges SPD-Mitglied des Eppler-Flügels hatte ich Mühe die Vorsitzenden Schröder und Gabriel zu ertragen. Deshalb habe ich schon vor Jahren Andrea Nahles als mögliche SPD-Vorsitzende gesehen und unterstütze sie heute mit ihrer neuen politischen Konzeption. Der Wandel weg von den Sünden der Schröderära ist für die SPD existenziell. Der Basta-Kanzler hat mehrfach nicht nur in seiner Erscheinungsweise gegen das Selbstverständnis vieler Parteimitglieder verstoßen. Die verdorbene Reform von Arbeitslosengeld 2 und Sozialhilfe unterstellte das schlechteste mögliche Menschenbild. Ganz giftig wurde die Mischung von „Harz IV“ jedoch durch das Einwirken der CDU/CSU im Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat. Zu meinem Entsetzen hat hier die SPD-Führung nicht die Reißleine gezogen. Neben der neoliberalen Riester-Rente war die Besetzung des Wirtschaftsministeriums mit Lobbyisten aus der Energiewirtschaft eine weitere Fehlleistung die bis heute wirkt. Der sogenannte Atomausstieg im Jahr 2000 ist nicht auf Trittins Miste gewachsen. Der Vorschlag kam über das Wirtschaftsministerium von den Betreibern der Atomkraftwerke und hatte zwei Ziele. Erstens sollte das Geschäftsmodell der zentralen Stromversorgung (nach dem Energiewirtschaftsgesetz von 1935) für weiter Jahre gesichert werden. Dazu musste die im Bundesrat fertig vorberatene Novelle zur dezentralen Kraftwärmekopplung die das Geschäftsmodell der Stromversorger störte verhindert werden, an deren Entstehen viele SPD-Mitglieder (von Scheer bis Traube) beteiligt waren. Zum Zweiten war eine möglichst lange Laufzeit der Atomkraftwerke ohne teure sicherheitstechnische Nachrüstung zu sichern. (Beispiel: das AKW Biblis A der RWE hatte keine Ersatzleitwarte)

Gabriel als SPD-Vorsitzender hat sich im Wirtschaftsministerium auf der Linie von Schröder als Pate des Energie- und Braunkohlebereichs positioniert, dabei die Energiewende behindert und den notwendigen Klimawandel verzögert. Im Hochtechnologiebereich, auch der „neuen Bundesländer“, sind weit mehr als doppelt so viele Arbeitsplätze vernichtet worden wie es in Braunkohlenbereich gibt. Sein Wirken ist auch am Mieterstromgesetz zu besichtigen, das im Kern ein Mieterstromverhinderungsgesetz mit 51 bürokratischen Pflichten ist. Zukunftsfähig wird die SPD nur wenn sie den sozialen Bereich und Ausgleich in der Gesellschaft fördert, sich bei den Konzernen von gestern auf die sozialverträgliche Abwicklung begrenzt und den Klimaschutz als wesentliches Ziel einbezieht. – Ulrich Soller


Leserbrief zu „Wie geht es der Luft?“ von Dirk Asendorpf und Christiane Grefe

Der Mensch will nicht den ganzen Tag über, in der stickigen Zimmerluft im Zimmer herumsitzen. Der Mensch will raus in die Natur, und dann sofort rein in den SUV, um beispielsweise die Kids in die Kita oder in die Schule zu chauffieren. Die Kanzlerin würde diese Situation, bestimmt als ziemlich alternativlos bezeichnen wollen. Es gibt keine saubere Luft, es gibt nur die „menschenbelastete Luft“, und jeder von uns wird drauf warten, dass der „Andere“ sich ändern soll; doch „Sankt Nimmerlein“ liegt weit weg, hinter den sieben Bergen, bei den anderen…! – Klaus P. Jaworek


Leserbrief zu “Schuldgefühle“ von Bernd Deininger

Der Zölibat hat schon selbst ein biblisches Alter erreicht, er hat jedoch absolut nichts mit der Bibel gemein. Langsam „schlägt´s aber 13“, Zeit, um dieses sinnfreie Ritual, endlich und endgültig abzuschaffen. Wer trotzdem zölibatär weiterleben möchte, der wird auch danach, zölibatär weiterleben wollen; eben ganz gustomäßig! – Klaus P. Jaworek


Leserbrief zu „Stimmt’s?“ von Volker Herzog

Und wieder etwas dazu gelernt, probieren geht zwar über studieren, aber eine gewisse Vorsicht, die sollte „man(n)“, doch vorsichtshalber walten lassen! – Riggi Schwarz


Leserbrief zu „Die Fachleute blieben unsichtbar“ von Ulrich Schnabel

Der Verlauf der öffentlichen Diskussion um die Grenzwerte ist für mich eine Ungeheuerlichkeit welche aber das hohe kriminelle Potenzial der deutschen Autoindustrie schlagend beweist:
Folgendes sind die Fakten:

  1. In der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie sind ca. 4.100 Fachärzten organisiert. Von diesen wurden 3.800 aufgefordert, den Text der Köhler´schen Erklärung zu unterschreiben. Unterschrieben haben 112 Mitglieder oder 2,7%; (2,9% der angeschriebenen). Nur eine verschwindend kleine Minderheit der Lungenfachärzte also unterstützt diese Erklärung. 97,1 % der Lungenärzte sehen sich nicht in der Lage, zu o.a. Erklärung ihre Unterschrift zu geben.
  2. Der Grenzwert für Stickoxide ist in der EU bereits vor 20 Jahren (Richtlinie 1999/30/EG) auf 40µg/m³ festgesetzt und in einer weiteren Rahmenrichtlinie (2008/50/EG) vom Europäischen Parlament und dem Rat der EU noch einmal explizit festgeschrieben worden.
    Bei den EU-Fachgremien wird derzeit überlegt, diesen Grenzwert noch weiter abzusenken. Insofern verbreitet Minister Scheuer eine Lüge, wenn er öffentlich erklärt, die EU-Gremien zögen die Anhebung des Grenzwertes in Betracht.
  3. Die deutsche Autoindustrie hatte gut 20 Jahre Zeit, ihre gerühmte Kreativität und Innovationskraft in zeitgemäße Antriebstechnik zu stecken. Sie bescherten uns in diesen Jahren technische Spitzenleistungen wie blinkende Bänder statt Blinklampen oder die Segnung des Kurvenlichts. Die Ø-PS-Zahl der deutschen PKW stieg in den 20 Jahren, seitdem der Grenzwert gilt, von ca. 100 auf 152 PS im Jahre 2018.
    Fahrzeuge der oberen Mittelklasse haben heute mehr PS als viele Panzer des II. Weltkriegs! Statt Grenzwert-gerechte Motoren zu konstruieren, gaben die Ingenieure ordentlich Gas. Kreativ waren sie nur, um die verheerenden Abgaswerte mittels Betrug-Software zu verschleiern. Die deutsche Auto-Industrie steht für technische Inkompetenz und Betrug!
  4. Immer wieder berufen sich diese Herren auf den Wunsch der Kunden. Wahr ist aber: In Deutschland haben die Lobby- und Interessenverbände der Autoindustrie Strukturen geschaffen, um die „öffentliche Meinung“ zu manipulieren und zu steuern. Ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen: Da beschwören Minister und ADAC den Weltuntergang. Und dass das Machwerk einer kleinen Splittergruppe zur Meinung der „Lungenfachärzte“ hochmanipuliert wird, passt da ganz ins Bild. Es sieht doch so aus, als hätten Auto-Lobbyisten Herrn Köhler die Hand geführt. – Ulrich A. Schmidt

Leserbrief zu „Zu jung für diese Welt“ von Ulrike Gastmann

“ Ich bin sicher: Die Kinder und Jugendlichen werden einiges zu sagen haben. WIR SOLLTEN HINHÖREN !“ Moin Frau Gastmann, darf ich mich kurz vorstellen: mein Name ist Frank Becker, Schulpfarrer i.R. am linken Niederrhein. Während meiner Kurpredigerzeit auf NORDERNEY 2018 habe ich den ersten KINDERGIPFEL meines Lebens veranstaltet. Die Idee: KINDER REDEN: Erwachsene hören zu ! Wir Ältere sollten viel mehr als bisher die Anliegen unserer Kinder und Enkel zu Herzen nehmen ! Den letzten Anstoss zum Norderneyer KIndergipfel gab der WDR-Film „Im Auftrag meiner Enkel“. NORBERT BLÜM stellt sich den schonungslosen Fragen seiner Enkel … Liebe Frau Gastmann, ich würde mit Ihnen gerne darüber in’s Gespräch kommen und überlegen, ob nicht gerade auch im Sinne Ihrer Kolumne in der Zeitschrift „DIE ZEIT“ ein regelmässiges Aussprache-FORUM für Kinder und Jugendliche angeboten werden sollte! Schon v i e l zu lange haben wir Erwachsene an unseren jungen Leuten vorbei und über ihre Köpfe hinweg über ihre Zukunft entschieden …Frank Becker


Leserbrief zu „Wie wird die Luft besser?“ von Christiane Grefe und Petra Pinzler

Völlig verrückt, elektrische Suvs als Schritt zu einer Lösung zu sehen. Ein solch schweres Auto braucht eine viel stärkere Batterie als kleinere Wagen. Und damit auch die entsprechen problematischen Rohstoffe sowie natürlich viel mehr Strom je Kilometer. Die Fahrzeuge, die Falle des unbermeidbaren Bedarfs benutzt werden, sollten natürlich möglichst leicht sein. Und übrigens: Die Autoindustrie hat schon immer gejammert, dass die Grenzwerte so schwer einzuhalten wären. Dann aber wesentlich größere und schwerere Wagen herausgebracht. Entweder haben sie damals gelogen oder sie hatten nie vor, die Grenzwerte mit Suvs einzuhalten, weil es nicht geht. Dies halte ich für die wahrscheinliche Variante. In dem Fall sollte ein Verkaufsstop verhängt werden, die existierenden Wagen stillgelegt und die Käufer entschädigt…und das nicht erst in ein paar Jahren. – Heike Lehmann


Leserbrief zu „Zu jung für diese Welt“ von Ulrike Gastmann

Ich kann mich nicht erinnern, dass der wöchentliche Artikel von Frau U.Gastmann in Leserbriefen je gewürdigt wurde. Dies möchte ich an dieser Stelle tun und mich bei ihr bedanken für ihre aktuellen, kritischen und persönlichen Stellungnahmen! – Ein/e Leser/in


Leserbrief zu „Jetzt wird wieder in die Hände gespuckt“ von Lisa Nienhaus und Mark Schieritz

Wenn der Staat nun Investitionen in Batteriewerke für Elektroautos fördern will, um die Folgen des Tiefschlafs der deutschen Automobilindustrie auszugleichen, dann müsste er auch den Tiefschlaf der deutschen Hi-Tech Industrie im Hinblick auf die Rohstoffversorgung beenden. Das ist ein Feld, von dem die Vorstände auch keine Ahnung haben und in der Vergangenheit in ihrer Arroganz glaubten, dass all die Minerale einfach zu kaufen sind. Eine deutsche Rohstoffstrategie ist notwendig, um nicht auch in diesem Feld hinter China den zweiten Preis zu bekommen. Nicht mehr lange werden wir in Deutschland Fachleute mit bergbaulichem und rohstoffwirtschaftlichem Fachverstand haben. – Dr.-Ing. Frank Leschhorn


Leserbrief zu „Die Respekt-Rente“ von Kolja Rudzio

Das sozialpolitische Feuerwerk um Begriffe wie: “Respektrente“ oder Anerkennung der Lebensleistung“, vernebelt vollkommen, ,daß die primäre Zuteilung von Arbeitseinkommen im normalen Arbeitsmarkt nicht im Alter mit einem “Donner“ – Zuschuß korrigiert werden kann und darf. Deshalb ist die Prüfung der wirklichen Bedürftigkeit von steuerfinanzierten Zuschüssen für die Altersversorgung ein absolutes Muß , auch wenn dies natürlich bürokratische Hürden aufbaut. Wer z.Bsp. ein Einkommen aufgrund jahrzehntelang empfangener , unversteuerter, Trinkgelder genossen hat, kann sich doch nicht plötzlich als ein armes „Schusserl“ darbieten, denn er hat ja von den unversteuerten Trinkgeldern monatlich wunderbar ein schönes Zubrot gehabt. ^^ Es gibt aber Gruppen von Menschen, die in der Altersvorsorge seitens des Staates besonders behutsam zu behandeln sind. Das sind vor allem alleinerziehende Frauen. Insgesamt ist die bundesdeutsche Familienpolitik ,auch in der Frage der Altersversorgung der Mütter, noch sehr ausbauwürdig und auch ausbaufähig. – Sigurd Schmidt


Leserbrief zu „Jäger und Gejagte“ von Cathrin Gilbert

da habe ich mich wohl zu früh gefreut, als in der vorletzten Ausgabe endlich statt der Fußballseite eine Sportseite erschien. Nun aber wieder ‘Fußball’! Glauben Sie denn immer noch, daß das der einzig wahre Sport ist? Oder hoffen Sie tatsächlich, mit dieser Seite der Bild-Zeitung Leser abjagen zu können? Glücklicherweise gibt es noch eine ganze Menge lesenswerter Beiträge in der Zeit; ich bleibe auch nach vierzig Jahren weiterhin Abonnent. Trotzdem wär’s toll, wenn Sie diese Fußballdominanz endlich einschränken würden. – Bernd Bornhoff


Leserbrief zu „Die Fachleute blieben unsichtbar“ von Ulrich Schnabel

Diesen Beitrag hätten sie sich sparen können. Sie schreiben selbst, dass Herr Köhler seinen Aussagen keinem peer review-Prozess ausgesetzt hat. Insofern hätte eine Zeile genügt, das er das nachholen soll und dann wird man darauf reagieren. Im vorigen Jahr hat die Zeit selbst geschrieben, dass es keine ausreichenden Studien gibt, die die heutigen Grenzwerte rechtfertigt. Das die Schadstoffe grundsätzlich Schaden anrichten steht wohl außer Frage, aber in welcher Konzentration und Zeitspanne sie schädlich sind ist wohl noch nicht geklärt. Darüber steht in ihrem Artikel nichts, sondern nur das die Wissenschaftler nicht schnell genug geantwortet haben. Die ganze Diskussion zeigt einmal mehr, dass es heute genügt, etwas in die Welt zu setzen, dann wir darüber überall diskutiert wie es jedem Recht ist und übermorgen redet keiner mehr davon. Ich hätte mir gewünscht, dass sie die Gelegenheit genutzt hätten, die Faktenlage ihren Lesern noch einmal mitzuteilen. – Klaus Eder


Leserbrief zu „Stimmt’s?“ von Volker Herzog

Ich möchte gerne wissen, was den „Experten“ gezahlt wurde, die unbedingt beweisen wollten, dass Urin bei großer Kläte nicht gefrieren kann. Dabei ist das Gegenteil schon lange bewiesen. Baron von Münchhausen wurde in Sibirien bei Eiseskälte von einem Bären angegriffen. Er konnte sich gerade noch retten, indem er auf einen Baum kletterte. Doch der Bär kletterte ihm hinterher und kam immer näher. Da zog der Baron sein langes Jagdmesser, um sich zu verteidigen. Doch das Messer entglitt seinen kalten Händen und fiel zu Boden. Zum Glück hatte der Baron vorher einiges getrunken und konnte Wasser lassen. Der Strahl gefror in der kalten Luft und der Baron richtete ihn auf die Klinge seines Messers. So konnte er dieses gerade noch rechtzeitig hochziehen, um sich des Bären zu erwehren. Er war gerettet. Dass der Baron dieses Erlebnis seinen Freunden später erzählen konnte, beweist ganz eindeutig seine Wahrheit. Sonst wäre er ja von dem Bären gefressen worden. Moral von der Geschicht: Glaube den „Experten“ nicht (immer)! – Gangolf Bartunek


Leserbrief zu „Der kalte Krieg taut auf“ von Jörg Lau

Jörg Lau fragt in der ZEIT, wie Deutschland sich dagegen wehren soll, wenn es von den USA wegen der Nichteinhaltung der Sanktionen gegen den Iran unter Druck gesetzt wird. Deutschland hat sich bereits im vergangenen Monat gemeinsam mit Frankreich und dem Vereinigten Königreich dagegen gewehrt, indem es die INSTEX SAS ins Leben gerufen hat: eine Gesellschaft, deren Hauptzweck die Umgehung der US-Sanktionen gegen den Iran ist. – Maximilian Benke


Leserbrief zum Titelthema „Rente“

Nachdem ich auf Zeit Online auf Ihr Thema ‚Wir werden alt wie nie – was tun‘, … da braucht es eine neue Form der Absicherung…aufmerksam geworden bin, habe ich mir die aktuelle Ausgabe der Zeit am Kiosk gekauft. Insbesondere war ich neugierig, wie Sie – als linksgerichtete Zeitung – zur Altersvorsorge mit Aktien stehen, vor allem nach den mich erschreckenden Aussagen von SPD-Politikern nach dem entsprechenden Merz’schen Vorschlag. Für mich selbst habe ich entschieden, langfristig per regelmäßiger Anlage in einen Index-ETF, der einen Welt-Index abbildet, zu sparen.Bei Riester hatte ich in ein Produkt der Union Investment investiert, und war nach kurzer Zeit ein eine sogenannte Cash-Lock Falle geraten, die eine Weiterführen sinnlos gemacht hatte.

Gelernt habe ich dabei, dass es Rendite nur bei Akzeptieren eines gewissen Risikos gibt. Jegliche Absicherung kostet die fürs Alter dringend benötigte Rendite. Nach Lesen Ihrer Artikel bin ich nun doch etwas enttäuscht. Nach einem 2-seitigen Artikel, der nur das Problem beschreibt, welches mir ja bereits bewusst war, und einer Abhandlung des Vorschlags von Hubertus Heil, habe ich nur einen kurzen Artikel ‚Geldanlage für Faule‘ gefunden, mit dem Fazit, sich zu informieren, per Honorarberater, den Verbraucherzentralen, oder Stiftung Warentest. Habe ich etwas überlesen? Wo ist denn der Artikel über die neue Form der Absicherung? Ich hätte mir eher eine alternative Staatliche Vorsorge als mögliche neue Form diskutiert gewünscht. Man hört öfter von Vorteilen der schwedischen oder niederländischen Vorsorge. Sie könnten doch mal die Vor- und Nachteile der Altersvorsorgesysteme unserer Nachbarn vorstellen.

Es wird im Artikel ein wenig über Riester geschrieben, für wen sich das lohnt. Dass wenig Verdienende mit Kindern von Riester profitieren, ist gut so. Genau dies sollte eine Staatliche Förderung leisten. Aber was macht es für einen Sinn, dass ein Spitzenverdiener profitiert? Die Gutverdienenden ermöglichen durch Ihre Steuern doch die Förderung der wenig Verdienenden. Wenn nun die Gutverdienenden ebenfalls profitieren, dann fördern die Gutverdienenden sich doch selbst. Dies ist ein offensichtlich sinnloser Geldfluss von Steuer zurück zur Förderung, an dem nur dritte profitieren. Ich denke, auch Geringverdienende könnten per langfristiger Aktienanlage mit staatlicher Förderung profitieren. Es gibt inzwischen sehr günstige ETF-Angebote (z.B. ING-DiBa ohne Aufschlag ab 500€). Oder der Staat könnte so etwas anbieten. Dies wäre imho eine mögliche neue Form der Absicherung. Aber welches wäre denn Ihre neue Form der Absicherung? – Klaus Berger


Leserbrief zu „Soll ich mich verbiegen? Oder soll ich die Welt verbiegen?“ von Lars Weisbrod

Ein wirklich ärgerlicher Artikel – weil er so viel verzerrt und verwechselt, nicht nur (aber auch) den Spruch von Karl Valentin: Weder besteht „die östliche Methode“, nach dem Glück zu streben, in Anpassung (was etwas völlig anderes ist als sein Schicksal, wenn etwas denn wirklich nicht zu ändern ist, anzunehmen), noch muss (sollte) sich irgendjemand mit einem ungeliebten Job oder einer trostlosen Ehe abfinden/zufriedengeben. Beides ist ja nicht Schicksal, sondern man hat eine Entscheidungsmöglichkeit, im Gegensatz zum Regen – oder anderen Gegebenheiten, die sich unserer Einflussmöglichkeit entziehen.

„Wir passen unsere Wünsche den Gegebenheiten an“ ??? Also ich mache das definitiv nicht – aber beim Regen gibt’s nun mal kein Entrinnen. Zu beschließen, sich mit etwas zufriedenzugeben, was man ändern kann, ist etwas völlig anderes als die Amor Fati ! Es gibt einen uralten Spruch (dessen Autor mir nicht bekannt ist):
Herr, gib mir den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
die Gelassenheit, Dinge anzunehmen, die ich nicht ändern kann
und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.
Möge das auch Herrn Weisbrod gelingen. – Marlies Meyer


Leserbrief zu “Schuldgefühle“ von Bernd Deininger

In seinem ganz hervorragenden Beitrag spricht Dr. Bernd Deininger lange vermissten Klartext, er gehört damit gewiss zu der inzwischen stark ausgedünnten geistigen Elite jener Theologen, die eigene Gedanken unverbrämt in Worte und Konsequenzen fassen. Für manche der aufgezeigten Erkenntnisse und Einordnungen bedarf es dabei freilich nicht mal mehr als eines gesunden Menschenverstandes – und eines urchristlichen Gottvertrauens. Zwei Voraussetzungen, die insbesondere die katholische Kirche bis zum heutigen Tag nicht nur außerordentlich vernachlässigt, sondern als profan und häretisch abgelehnt hat.

So negiert der Zwangszölibat in der Tat schlichtweg die menschliche Identität und Evidenz, die von der Institution Kirche offiziell dargestellten Wahrheiten sind mithin „folgerichtig falsch“. Es schließt sich ganz grundsätzlich die Frage an, was gültig ist für den (gemeinsamen) Glauben. Dienen wir ungenügend oder gar mitnichten, wenn wir mit humanitärer Vernunft interpretierten und handeln? Diese Frage bedarf, mehr denn je nach der Reformation, einer glaub- und glaubenswürdigen Antwort. Das harte Urteil des nicht atheistischen Philosophen Nietzsche etwa, dass „die Kirche exakt das ist, wogegen Jesus gepredigt hat“, könnte mit Gewissheit gemildert werden. – Ira Bartsch


Leserbrief zu „Es geht wieder los“ von Elisabeth Raether

Eine Gesellschaft, die ihre Mütter im Alter dafür bestraft, daß sie Kinder aufgezogen haben, die es zu läßt, daß Frauen oder Männer, die ihre Kinder alleine aufziehen, verarmen, einer solchen Gesellschaft spreche ich das Recht ab über Abtreibung zu diskutieren. Der Entschluß zur Abtreibung ist zumeist Ausdruck der Verzweiflung vor einer absoluten existenziellen Bedrohung. Einer Lebensbedrohung, die veränderbar wäre. Dazu werden diese Frauen dann noch mit einer heuchlerischen Moral in die Mörderecke gedrängt, um sie dann nach der Niederkunft brutal im Stich zu lassen. Frauen oder Männer, die Kinder aufziehen müssen priviligiert werden. Die Gesellschaft hat ihnen eine Lebensituation zu verschaffen, daß es eine Lust ist Kinder aufzuziehen. Egal ob in der Familie oder alleine. Kinder dürfen kein Armutsrisiko sein; sie seien doch unsere Zukunft, so sagt man. Es passt ins Bild: Hebammen geht es hierzulande nicht viel besser. Es ist eine Schande ! Es muß in unserer Gesellschaft selbstverständlich sein, es denen zu ermöglichen, die die Verantwortung für Kinder übernehmen, dies ohne existenzielle Bedrohung oder Not tun zu können. Wenn das gelingt, dann wird die Frage Abtreibung, ja oder nein, lediglich ein Randproblem sein. – Dr. med. Dipl. Ing. Edwin Kroha


Leserbrief zu „Es geht wieder los“ von Elisabeth Raether

Ja, es geht wieder los. Schon am 23.März 1931 fand in den Spichernsälen in Berlin mit 4000 Frauen eine Großkundgebung gegen den § 218 statt mit Käthe Kollwitz, Thea von Harbou, Dr. Edith Klausner unter der Leitung der Frauenärztin Dr. Hermine Heusler-Edenhuizen, erste Vorsitzende des Bundes Deutscher Ärztinnen. Ihr Wahlspruch war: „Mutterschaft in jedem Stadium erfordert Fürsorge und Schutzgesetze, aber keine strafende Faust.“. Die Lebenserinnerungen von Hermine Heusler-Edenhuizen wurden nach dem letzten Weltkrieg vom Deutschen Ärzteverlag abgelehnt wegen ihres Kampfes gegen den § 218 und konnten erst 1996 veröffentlicht werden. In einem Artikel unter dem Titel „§ 218 – ein Produkt vermännlichter Kultur“ wies sie auf die seit Jahrhunderten bestehende Rechtsungleichheit von Männern und Frauen bei Abtreibungen hin: die Frau wurde massiv bestraft – s. Gretchen in Goethes Faust – aber bei den Männern war das Im-Stich- Lassen der Frau allenfalls ein Kavaliersdelikt.

Das Bundesverfassungsgericht verlangte 1993 ein Konzept zum Lebensschutz ähnlich wie die Fürsorge-und Schutzgesetze, die Hermine Edenhuizen forderte. Aber noch 2014 erschien der Bericht des Gerichtsmediziners Prof. Michael Tsokos, Berlin, „Deutschland misshandelt seine Kinder“ über die jährlich 150 ermordeten und mehrere Tausend körperlich und seelisch misshandelten Kinder. Wo ist da der „Lebensschutz“? Der Widerstand gegen die §§ 218/219 ist heuchlerisch, solange embryonales menschliches Leben als höherwertig gegenüber geborenem Leben diskutiert wird – vielleicht weil das niemand etwas zu kosten scheint außer die betroffenen Frauen? – Dr. Heyo Prahm


Leserbrief zu „Der kalte Krieg taut auf“ von Jörg Lau

Hr. Lau hat falsch und m.E. inhaltlich verstellend aus dem Aufsatz von „The World According to Germany“ von Thomas Bagger zitiert. Lau schreibt: „Nach Brexit und Trump stehe „die Demokratie selbst auf dem Spiel“. Weder dieser Satz noch diese Aussage findet sich so im Aufsatz von Bagger (https://twq.elliott.gwu.edu/world-according-germany-reassessing-1989). Da dies grob sinnentstellend ist empfehle ich Ihnen eine Korrektur des Artikels. – Meik Blumenstein


Leserbrief zu „Die Fachleute blieben unsichtbar“ von Ulrich Schnabel

ZEIT- Redakteure, lest mehr ZEIT! Diese Einsicht drängt sich nach der Lektüre des o.g. Artikels auf, da in gleichnamiger Zeitschrift in einem Artikel von Professor Alexander
S. Kekulé (ZEIT Nr. 46 des Vorjahres: „Hysterie ums Falsche“) eine durchaus sichtbare und überaus wissenschaftliche Stellungnahme zum Thema Luftschadstoffe sowie speziell zur SO2 Toxizität vorgelegt wurde, welche zudem deutlich früher erschien als die Kritik des Pneumologen Professor Dieter Köhler.
Prof. Kekulé zeichnet in seinem Beitrag ein präzises Bild über die grundlegenden Probleme, Schadensmechanismen kleiner und kleinster Dosen wissenschaftlich solide und fundiert nachzuweisen. Konkret: Ist der landesweit diskutierte SO2 Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft wirklich wissenschaftlich begründbar? Die Frage ist berechtigt, denn gewöhnlich liegt bei hohen Dosen eine eindeutig korrelierte Beziehung zwischen Ursache und ihren Wirkungen vor (viel bewirkt viel!). Diese Beziehung wird umso weniger eindeutig, je mehr die vermutete Wirkung der betrachteten Dosis von Schäden überschrieben wird, welche das alltägliche Leben so mit sich bringt: Rauchen, Bewegungsarmut, Ernährung, Alter, krankhafte Vorschädigungen etc. Im Hinblick auf diesen Zusammenhang existiert daher für jede kleine Dosis – hier beispielhaft die landesweit diskutierten 40 Mikrogramm SO2 – eine untere Grenze des nachweisbaren Schädigungspotentials. Im Beitrag von Prof. Kekulé werden hierzu einige Quellen (u.a. die Weltgesundheitsorganisation, WHO) aufgeführt welche besagen, dass bei Dosen kleiner 100 Mikrogramm SO2 pro Kubikmeter Luft (Grenzwert in den USA) keine wissenschaftlich begründbare Ursache -Wirkungsbeziehung mehr vorliegt und daher unterhalb dieses Wertes – auch das ist wissenschaftlicher Konsens – kein sinnvoller Grenzwert definiert werden kann. Obwohl Prof. Kekulé die SO2-Grenzwertfindung in der Europäischen Union als „bizarre Historie“ beschreibt, schlägt er dennoch vor, diesen Wert nicht zu erhöhen, weil dann vermutlich ein EU weites Gefeilsche um die Reduzierung anderer Umweltauflagen begänne. Ein gewichtiges Argument, was Lobbyisten und Pneumologen bisher geflissentlich ignorierten. – Gottfried Adam


Leserbrief zu „Mission im Klassenraum“ von Hannah Knuth

Der Artikel von Hannah Knut behandelt das alte Thema „Die Tätigkeit von Jugendoffizieren der Bundeswehr in Schulen“ in problematischer Weise, weil dem Leser sehr oberflächlich vermittelt wird, dass Soldaten etwas mit „Töten“ zu tun haben, ohne dabei zu differenzieren, dass es Töten zur Verteidigung und Friedenssicherung und Töten zum Angriff und zur Eroberung gibt. Nur die erstere Art ist für die Bundeswehr und ihre Verbündeten zulässig. Dieser Unterschied ist fundamental wichtig und sollte weder von den Jugendoffizieren noch von der Verfasserin des sogenannten Berichts ausgeklammert werden. Ein Blick in die einschlägigen Artikel des Grundgesetzes und in das Soldatengesetz wäre unerlässlich gewesen, um die Grundsätze der komplexen Aufgaben der Bundeswehr zu erklären und zu verstehen. Dann wären auch die mehrdeutigen Formulierungen, wie z.B. „wenn es darauf ankommt“, leicht mit Klartext zu füllen gewesen. Als wehrpflichtige Soldaten erhielten wir damals sofort Unterricht über die drei verschiedenen Befehlsarten – a) die zu befolgen sind b) die man befolgen kann c) die auf keinen Fall befolgt werden dürfen, da sie rechtswidrig sind und demnach verweigert werden müssen. Ich nehme an, dass sich an diesem Tatbestand bis heute nichts geändert hat. Deshalb möchte ich die Autorin und vor allem die Jugendoffiziere ermutigen, das schwammige Motto „Einsatz mit Leben und Seele“ mit realen Beispielen und deutlichen Aussagen mit Leben zu erfüllen. – Wilfried Götting


Leserbrief zu „Die Fachleute blieben unsichtbar“ von Ulrich Schnabel

Die in Ihrem Artikel vorgetragenen Argumente finde ich alle richtig. Es kommt bei dieser Betrachtung aber ein Gedanke zu kurz, der mir entscheidend scheint, und der bei Ihnen in einem Nebensatz erledigt wird, zur medialen Verantwortung. Herrn Köhler hat insbesondere die ARD mit der wissenschaftlich unhaltbaren Dokumentation „Das Diesel Debakel“ (o.s.ä.) zu erheblicher Prominenz verholfen. Hier schien es der zuständigen Redaktion offenbar nicht angezeigt, Gegenstandpunkte zu Wort kommen zu lassen. Dies wäre aber wichtig, wenn man einen wissenschaftlichen Außenseiter zu Wort kommen läßt. Dies einzuschätzen braucht grundlegenden wissenschaftlichen Sachverstand und journalistische Sorgfalt. Zur Zeit der „Hart aber Fair“ Sendung musste relevanten Redaktionen längst klar sein, wie Köhlers Argumente einzuschätzen sind. Trotzdem gewährte man ihm dort erneut ein Forum und erwartete von der Wissenschaft, einem solchen Demagogen Paroli bieten zu können. Wie sollte das gelingen? Die Lehre aus der Jahrzehnte währenden Verharmlosung des Tabakrauchens durch ähnliche Kräfte mit ähnlichen Argumenten könnte sein, dass in solchen Fällen eben nicht zwei Meinungen gleichberechtigt nebeneinander stehen sollten. Der gewünschte Effekt entfaltet sich allein schon durch die Saat des Zweifels.

Hierzulande wundert man sich doch auch darüber, dass anderswo Evolutionsbiologie gleichberechtigt mit metaphysischer Schöpfungslehre diskutiert wird. Dass Problem ist, dass man in der Auseinandersetzung mit Demagogen sachlich leicht den kürzeren zieht, wenn man deren Methode scheut, was Sie Herrn Wichmann leider vorwerfen. Die Aufgabe, Wahrheiten gegen Quatsch abzuwägen und das Resultat medial zu vermitteln, steht meines Erachtens in erster Linie den Medienprofis zu. Und zwar den unabhängigen, wie Ihnen aber auch der ARD zu vorderst. Denn wie Sie selbst schreiben sind die Abteilungen für Kommunikation der Wissenschaftseinrichtungen ja eben nicht unabhängig. Bessere Redner und Rhetoriker als Herrn Wichmann, werden Sie in der Wissenschaft übrigens nur selten finden. Wie Sie sagen, ist es keine wissenschaftliche Kernkompetenz, sich mit Leuten vom Schlage Köhlers diskuttant zu batteln. Solche Wissenschaftler wollen wir doch in Wahrheit auch nicht, denn Sie müssten mehr an der Wirkung Ihrer Worte als an deren Gehalt interessiert sein. Ich finde, „die Zeit“ hat sich in der ganzen Debatte wissenschaftlich sehr gut gehalten. Die ARD hat das Debakel maßgeblich mit angerichtet (mit Herrn Köhler). Nicht aber die Helmholtz-Gemeinschaft und nicht das Münchner Helmholtz Zentrum. – Thomas Hendel


Leserbrief zu „Drachen töten“ von Peter Dausend

Ein tolles Porträt! Ich bin zwei Jahre nach Frau Nahles`Geburt in die SPD eingetreten. In meinen Ortsverein Isselhorst, in dem ich immer noch Mitglied bin. Das heißt, ich habe auch manches „mitgelitten“! Schade, dass Andrea Nahles ebenso mitleiden muss! Lassen wir doch einer Sozialdemokratin mal etwas Zeit und Ruhe, als Sozialdemokratin für unsere Partei zu arbeiten. Sie steht als Vorsitzende in einer demokratischen Tradition, die gerade heutzutage besonders wichtig für unser Land ist! – Reinhard Kniepkamp


Leserbrief zu „Die Respekt-Rente“ von Kolja Rudzio

Warum nicht eine Respekt-Rente für alle. Die Neuseeländer machen es vor. Die neuseeländische Rente heißt “Superannuation” und ist eher eine Art Alters-Grundsicherung. Jeder Neuseeländer bekommt sie – egal ob selbständig oder angestellt, ob man gearbeitet hat oder nicht. Man erhält sie, wenn man: – über 65 Jahre alt ist und – ein neuseeländischer Staatsbürger ist oder ein Permanent Resident Status hat und – zum Zeitpunkt der Antragstellung in Neuseeland lebt und – mindestens 10 Jahre in Neuseeland gelebt hat. In dieser Zeit muß man steuerpflichtig gewesen sein. Das Erstaunlichste an der neuseeländischen Rente ist die Tatsache, daß man in Neuseeland keine Rentenversicherungsbeiträge bezahlen muss. Die Rente ist komplett aus Steuern finanziert und es wird einem kein Rentenbetrag vom Lohn abgezogen. Das ist eine echte “Respekt”-Rente – für alle die, die ihr Leben lang Steuern gezahlt haben und das Sozialsystem aufrecht erhalten haben und für alle die, die Unterstützung im Alter brauchen. Respekt! – Isabel Heine


Leserbrief zu „Die Fachleute blieben unsichtbar“ von Ulrich Schnabel

Dank an Herrn Schnabel für die aufklärende Abhandlung. Für mich stellt sich jetzt eher die Frage, warum sich Medien für die einseitige Darstellung einer nicht autorisierten Ärztegruppe haben vereinnahmen lassen. Eine Diskussion zu epidemiologischen Fragestellungen muss man mit Epidemiologen führen und nicht mit Ärzten. Die Aussage von Herrn Köhler, er habe noch nie einen Menschen vom Rauchen einer Zigarette tot umfallen sehen, ist genauso, mit Verlaub, schwachsinnig, wie eine Aussage, dass ein Mensch vom Leeren eines Schnapsglases stirbt.

Bei gesundheitlichen Schäden geht es immer um die Unterscheidung zwischen „akut“ und „chronisch“. Den akuten Lungenschaden möge der Lungen-Facharzt oder Pathologe beurteilen, weil hierbei Ursache und Wirkung unmittelbar in Zusammenhang stehen. Den Langzeit-Schaden innerhalb einer Bevölkerung können sie naturgemäß nicht beantworten, weil dabei statistische Zusammenhänge die Hauptrolle spielen. Hier sind die Epidemiologen gefragt. Das muss ein Medien-Vertreter erkennen, bevor er populistischen Aussagen Raum gibt. Ich sehe die Medien in der Verantwortung und nicht den Repräsentanten des Deutschen Forschungszentrum , der möglicherweise nicht so eloquent auftritt wie sein Gegenüber. Ihm geht es aber um Seriosität und wissenschaftliche Grundlage, und nicht um die Befriedigung von „medialen Reflexen“. – Dr. Martin Grau


Leserbrief zu „Weniger mutig, als der Papst es erlaubt“ von Monika Grütters und Wolfgang Thierse

Die von Ihnen veröffentlichten Briefe von Frau Grütters und Herrn Thierse an die Deutsche Bischofskonferenz – bzw. direkt an Kardinal Marx gerichtet – erschüttern und empören mich zutiefst. Hier schreiben zwei anerkannte Vertreter der Gesellschaft mit politischem Gestaltungswillen Briefe, in denen sie die sogenannten Würden- und Entscheidungsträger der katholischen Kirche inständig darum bitten, den Jahrzehnte lang währenden aktiven und passiven Kindermissbrauch verbunden mit Vertuschung, Verdeckung, ja mit Strafvereitelung doch nun endlich bitte bitte auf zu arbeiten und – vielleicht – dafür Sorge zu tragen, dass sich das zukünftig nicht (öffentlich ??) wiederholt. Pfui! Wie erbärmlich! In welchem Staat lebe ich? Über Jahre werden aktive Verbrecher – wir reden hier wesentlich über Straftaten im Bereich der vorsätzlichen Körperverletzung und der sexuellen Nötigung – gedeckt, sogar „versteckt“ – auf jeden Fall aber nicht bestraft. Vorsätzlich! Und jetzt werden die Täter, die Mitwisser und die „hätten wissen müssen“ NICHT zur Verantwortung gezogen, sondern höflich, fast schon unterwürfig, darum gebeten, aufzuklären und zukünftig zu unterlassen. Wenn vor dem Gesetz (und vor Gott) Jede/Jeder gleich ist: Hier werden Erste unter den Gleichen geboren. Darf das sein? Wir sprechen über übelste Straftäter, die das in sie gesetzte tief-persönliche Vertrauen schwer, vorsätzlich und nachhaltig verletzt und missbraucht haben, über Menschen, die die persönliche und gesellschaftliche Entwicklung ihrer Schutzbefohlenen schwer beschädigt haben und die sich verantwortungslos aus der Affäre ziehen (wollen).Der Hinweis auf die Schwere der Aufgabe, Priester zu sein, zählt nicht. Die Entscheidung für ein Leben als Priester trifft jeder für sich selbst, die Einhaltung des Zölibates ist freiwillig gewählt und die sexuelle Enthaltsamkeit kommt nicht etwa überraschend sondern als klare institutionelle Rahmenbedingung. Wie leben doch nicht mehr im straffreien Genozid im Tross der Christianisierungswellen. Wir leben in einer weltlichen Ordnung. Und für mich zählt nach so vielen Jahren der staatlichen und kirchlichen Duldung wesentlich die Verfolgung, Aufklärung und Bestrafung der Täter. Und zwar durch den Staat. Ausschließlich. – Wolfgang Siedler


Leserbrief zu „Soll ich mich verbiegen? Oder soll ich die Welt verbiegen?“ von Lars Weisbrod

Als Karl Valentin sagte: „Ich freu mich wenn´s regnet. Weil, wenn ich mich nicht freu, dann regnet es auch.“, da hat er sicher nicht gemeint, dass er sich ÜBER den Regen freut. Er weigert sich nur, seine gute Stimmung für etwas zu opfern, das er nicht ändern kann. Vielleicht ist das Äquivalent dazu folgendes, vermutlich von Reinhold Niebuhr stammende Gebet: „Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.“ Beide Zitate begründen meines Erachtens ganz und gar keine Schicksalsliebe. Ich muss weder den Regen lieben, um einen Regentag zu einem glücklichen Tag zu machen, noch muss ich den Tod bekämpfen, um doch alles in meiner Kraft stehende zu tun, mein Leben und das Leben meiner Mitmenschen zu verbessern. Und doch ist da etwas dran: „jetzt fehlen uns die Utopien“ schreiben Sie. Ich glaube nicht, dass es an mancher Menschen Schicksalsliebe liegt. Eher haben wir zu wenig Mut, groß zu denken. Bei kleinen Schritten, so scheinen sich viele einig zu sein, macht man nicht so leicht Fehler. Dazu nur noch einmal: „Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.“ Wir sollten nicht gegen Windmühlen kämpfen, wenn wir doch so viele Aufgaben haben, für die wir unsere Kräfte sinnvoll einsetzen können. – Frauke Heins


Leserbrief zu „Mehr Zeit als Geld“ von Nadine Ahr

Die unzähligen prekären Arbeitsverhältnisse und die unzähligen Scheinselbständigen, die die Arbeitslosenstatistik schönen sollten, haben der nachfolgenden Generation eine milliardenschwere Versorgungsaufgabe beschert, um die sie nicht herumkommt. Und das ist schon heute so offensichtlich, dass man private Vorsorgemaßnahmen besser verheimlicht, um sich nicht der Lächerlichkeit preiszugeben. – Uwe-Carsten Edeler


Leserbrief zu „»Junge Männer haben gar nichts«“ von Jochen Wegner

Das Interview mit Jordan B. Peterson wird auf der Titelseite angekündigt mit der Überschrift „Das Patriarchat ist naturgegeben“. Neugierig fange ich an zu lesen, stelle fest, dass Herr Peterson deutlich weniger unsympathisch wirkt, als ich auf Grund seiner Position vermutet hatte, und frage mich, wann denn endlich die These diskutiert wird. Tatsächlich äußert Peterson sie aber nicht, und der Interviewer fragt auch nicht danach. Stattdessen entlockt er Peterson die schwammige Aussage „…weil menschliche Strukturen, soziale Strukturen, auf einer männlichen Hierarchie basieren. Soziale Hierarchien repräsentieren Ordnung – und sie sind männlich.“ Aha. Argumente? Beispiele? Nachfragen, was daraus denn bitte folgt? Konkrete Fragen, ob denn matriarchale oder zumindest matrilinear organisierte Kulturen (in Nordindien gibt es sogar heutzutage noch welche!) nicht ebenso „naturgeben“ seien wie patriarchale? Leider nein. Stattdessen Geplauder über dies (Peterson auf Youtube) und das (Peterson bei als Bühnenredner). Und nicht mal Hummer kommen vor. Schade! – Andrea Teupke


Leserbrief zu „Es geht wieder los“ von Elisabeth Raether

Nachdem ich den Artikel gelesen hatte, war ich (wieder einmal) „zu tiefst gerührt“ wie sehr sich die führenden Männer in Deutschland um das ungeborene Leben sorgen! Denn: das Ungeborene kostet ja nichts, und ist das Problem der werdenden Mutter. Ist das kleine Lebewesen dann aus dem schützenden Mutterleib in die „freie, demokratische UND soziale Marktwirtschaft“ entlassen, lässt die Sorge der Parteien, Kirchen und Gesetze spürbar nach. Dazu kann man sich, wenn man es verkraftet, gern mit Kindergärtnerinnen, Grundschul- Hauptschul- und Gymnasiallehrkräften unterhalten. Wer dann noch dazu bereit ist mit Berufsausbildern, Hoch- und Fachschulen sowie Universitäten über das Thema „Nachwuchs“ zu reden, der wird einiges zum Thema Realität dazu lernen. Wie im Artikel geschrieben wurde dieses Gesetz zu einer Zeit erlassen, die man kritisch hinterfragen muss. Gerade die Gesetzgebung. Und ich bin sicher: der weitaus überwiegende Teil der Frauen die eine sichere Zukunft für sich und ihr Kind sehen, werden sich immer für das Kind entscheiden! Es ist erstaunlich mit welcher Frechheit Männer, die dafür sorgen das der Staat seinen Verpflichtungen gegenüber seinen jungen Bürgern nicht nachkommt, Frauen vorschreiben wie diese ihr Leben zu leben haben. – E. Coblenz


Leserbrief zu „Drachen töten“ von Peter Dausend

DANKE, dass Sie Andrea Nahes und die Unverschämtheiten eines G. Schröder ins richtige Verhältnis gesetzt haben. Nein, die SPD ist keineswegs halbtot sondern von der Basis ausgehend sehr lebendig. Nicht zuletzt ist dies der Verdienst der vielen guten Frauen, die ihr Wort machen und Gerechtigkeit ganz pragmatisch buchstabieren. – Andrea Karsten


Leserbrief zu „Wer über die Theater entscheidet“ von Peter Kümmel

Das von Ihrem Autor diagnostizierte seltsame Prozedere, einen neuen Theaterintendanten zu finden, läßt sich auch auf die Berlinale übertragen: Dass ein Mitglied der dreiköpfigen Findungskommission, Mariette Rissenbeek, ab 2020 kurzerhand selbst die Geschäftsführung der Berlinale übernimmt, erinnert mich weniger an ein transparentes Auswahlverfahren als an Gutsherren-, besser: Gutsfrauenart. – Alexander Musik


Leserbrief zu „Freude, öder Götterfunken“ von Jan Ross

Ich bin Ihnen dankbar, daß Sie diese öde Veranstaltung, die auch noch mit viel Geld verbunden ist (aber nicht für die Bürger) jetzt einmal in Ihrer Zeitung kritisieren. Denn es handelt sich hier um eine heilige Kuh. Als Aachenerin kann ich da auch gut etwas zu sagen. Ich erinnere mich noch sehr gut an das Jahr 1955, (ich war noch ein Kind), als der Karlspreis an Sir Winston Churchill verliehen wurde.

Im Jahr 1955, gerade mal knapp 10 Jahre nach Kriesgsende, ungeschickter und dümmer konnte die Auswahl nicht sein. Ich erinnere mich an die Plakate, die in der Stadt und überall herum hingen, mit dem Wortlaut: Churchill raus, raus mit dem Kriegsverbrecher! und auch erinnere ich mich noch an Gespräche, die genau diesen Wortlaut hatten. Und mit dem jetzigen Karlspreisträger können sehr viele Öcher nichts anfangen, kaum bekannt. – Marlis Funk


Leserbrief zu „Wie wird die Luft besser?“ von Christiane Grefe und Petra Pinzler

Sowohl Frau Krautzberger als auch Sie sprechen in dem Artikel von ‚Stickstoffbelastung der Luft‘ und ‚Stickstoffquellen‘. Worin besteht das Problem? Ich habe mal gelernt (ist allerdings schon ein paar Tage her), daß knapp 80% Stickstoff in der Luft eine durchaus sinnvolle und notwendige Größenordnung darstellen. Oder sollten Sie eigentlich diverse Oxidationsprodukte des Stickstoffs gemeint haben? – Thomas Weiße


Leserbrief zu „Drachen töten“ zu „Heintje ist schuld“ von Peter Dausend

Was eine Freude, Ihre beiden Texte aus Nr.7 zu lesen. Wurde mir Frau Nahles gedanklich erstmals sympathisch und konnte ich mich fröhlich an meine vergangenen und nur allzu selten aufgefrischten Liedbäder erinnern, eher Doors, Dylan und Stones, so muss ich zugeben, dass der Artikel „Die Seele auf der Zunge“ mir meine etwas unklare Abneigung gegen Frau Nahles klärte. Es ist etwas in ihrer Stimmlage, Intonation und manchmal auch dieses Schnodderige -Fresse…Bääääätschie- jedenfalls etwas in diesem Bereich. Ihre Kleidung, Frisur und Liebe für die Eifel alles gegessen, kein Thema, aber dieses WIE. Vielleicht kann mal eine dieser KIs herausfiltern, was es denn nun genau ist. Froh bin ich aber, dass sie mir inhaltlich&gedanklich ein wenig näher gerutscht ist, Danke! – Ulrike Weber


Leserbrief zu „Die Fachleute blieben unsichtbar“ von Ulrich Schnabel

Der Bericht “ die Fachleute blieben unsichtbar “ und Die “ Wertedebatte „zeigt doch das ganze Dilemma des Fahrverbots in Deutschland und in Stuttgart. Das Dieselfahrverbot sollte schnellstens wieder aufgehoben werden, denn wenn schon die Werte in Europa und Amerika so unterschiedlich ausgelegt werden, sollte man erstmals ein Moratorium bilden und nicht die Dieselfahrer mit Euro 4 und bald Euro 5 bestrafen. Herr Sakkaros von Porsche hat mit Recht die Demos in Stuttgart iniziiert. Solange in Brüssel solche nicht gerechtfertigten Werte vorschreibt von40 Mikro/Kubikmeter und die Schweiz und Amerika bei über 100 Mikro liegen, kann doch etwas nicht stimmen. Wenn hier die Landesregierung sich nun hinstellt und sagt daß in einem Rechtsstaat dies nicht mehr zu ändern wäre, dann ist das nur noch traurig ! – Peter Pfanner


Leserbrief zu „Die Fachleute blieben unsichtbar“ von Ulrich Schnabel

Hatte im DLF-RDio von einem Mitglied der DGP gehört, daß dort auch Pfleger und andere Nicht-Pneumologen Mitglieder sind. Insofern könnte Ihre Prozentangabe nicht zutreffen. Mir selbst ist eine Forschung lieber, die eine Woche länger braucht in einer Stellungnahme, dafür aber solide und evidenzbasiert ist. – Wolfgang Michel


Leserbrief zu „Mehr Zeit als Geld“ von Nadine Ahr

Der Artikel enthält sicher viel Wichtiges und richtige Schlussfolgerungen. Die beschriebenen Einzelschicksale sind natürlich für die Betroffenen im Verlauf tragisch, z.Teil aber auch ‚hausgemacht‘ und wie ja auch ganz richtig dargestellt wird, haben andere ein viel größeres Risiko, im Alter zu verarmen, denen im Artikel nicht die Zeilen eingeräumt werden, wie sie tatsächlich betroffen sind.

Was aber gar nicht geht und mich letzendlich zum Schreiben dieses Leserbriefes gebracht hat, ist der ‚demenzkranke und inkontinente Greis‘ im Bett von Herrn Hollemeyers Frau. Auch wenn damit unter Umständen der Grad des Leidensdrucks von Herrn Hollemeyer verdeutlicht werden sollte, hat so eine Formulierung in Ihrer Zeitung einfach nichts zu suchen. Wo sollen denn die Menschen mit solchen Problemen in dieser Lebensphase hin? Sollen sie von den übrigen, noch rüstigeren Rentnern getrennt untergebracht werden, damit diese sie nicht ‚ertragen‘ müssen? Das hat mit einem Altern in Würde nichts zu tun und sollte in der Zeit so nicht dargestellt werden. Noch mehr davon in zukünftigen Ausgaben wird die Kündigung des Abonnements zur Folge haben. – Helga Schuberth


Leserbrief zu „Soll ich mich verbiegen? Oder soll ich die Welt verbiegen?“ von Lars Weisbrod

Das 20. Jahrhundert, das Jahrhundert der „westlichen Methode“, hat uns den industriellen Völkermord, zwei Weltkriege, das atomare Wettrüsten und die galoppierende Umweltzerstörung gebracht. Das totalitäre Machbarkeitsdenken hat die Schicksalsergebenen besiegt, die, die sich in das Miteinander von Kulturen und Ethnien fügen, die Begrenztheit der Ressourcen hinnehmen und die Endlichkeit allen Lebens. Es hat die Fähigkeiten der Menschheit „optimiert“ – vor allem die zum kollektiven Selbstmord. Weisbrod aber will uns weismachen, es gäbe den dritten Weg nicht, zwischen Defätismus und den egoistischen Utopien der Privilegierten, nämlich den der Erhabenheit, die auch das Schicksal besiegt, aber nicht auf Kosten der Schwächeren oder unser aller Lebensgrundlagen. – Andreas Goletz-de Ruffray


Leserbrief zu „Soll ich mich verbiegen? Oder soll ich die Welt verbiegen?“ von Lars Weisbrod

Wieso entweder westlich,
oder andrerseits östlich?
Mische doch einfach,
so ist es dann köstlich!

Also wenige prassen,
sagen wir knapp zehn Prozent,
so sind Amori Fati
von den Trögen getrennt.

Über die Steppe jagen
Manitus Söhne so frei,
sie zielen ins Leere,
die Häute bekommt das Blei.

Also gibt es die Jäger
mit Utopia als Traum,
doch die Abgehängten
leben längst in diesem Raum.

Ja, die Schaffenden nehmen
die Früchte von jedem Feld
und münzen das Leben
der Genügsamkeit zu Geld.

Also webt sich das Leben
in seinem Widerspruch fort,
das Kleinod im Yoga,
erhält die Fülle dem Sport. – Peter Heydecke


Leserbrief zu „Die Fachleute blieben unsichtbar“ von Ulrich Schnabel

Es kommt doch im Wesentlichen darauf an, dass die Vernunft zurück kehrt. Die NOX-Werte sind seit Jahren rückläufig. Die Menschen werden immer gesünder und älter. Fahrverbote dürfen nur das allerletzte Mittel sein und vor dem zuvor genannten Hintergrund sind sie völlig übertrieben. Statt Verboten muss an attraktiven Alternativangeboten gearbeitet werden. Der überfüllte und unzuverlässige ÖPNV in meinem Wohnort München ist da kein gutes Beispiel. Ausserdem müssen wir an unsere heimische Industrie denken, von der viele Arbeitnehmer abhängig sind. Daher muss der Fahrplan zur Erreichung der Grenzwerte oder die Grenzwerte selbst angepasst werden. Und über die Durchführung der Messungen gibt es ja auch sehr unterschiedliche Auffassungen und daher Klärungsbedarf. Und wenn Prof. Köhler dazu einen Beitrag geleistet hat, dann war das doch sehr wertvoll, egal ob jeder andere Wissenschaftler zu 100 % einverstanden ist. Viel schlimmer ist doch, dass nicht legitimierte NGO’s unwidersprochen ideologisierte Kampagnen durchführen. – Christian Voss