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Was bedeutet DDR?

 

Neulich kam eine westdeutsche Redakteurin zu mir. Sagte, sie wollte dringend mal was loswerden. Sie habe vor einigen Jahren Abitur in NRW gemacht und im Geschichtsunterricht bis zur zehnten Klasse jede Menge über das Heilige Römische und das Dritte Reich gelernt. Aber nichts (nichts) über die DDR. Eine Kollegin aus Bayern drehte sich zu uns und sagte, bei ihr sei das genauso gewesen.

Seitdem überlegen wir, aus diesem Thema etwas zu machen. Die Defizite im Unterricht im Osten sind bekannt, aber wie steht es im Westen? Es wäre ein schweres Defizit, wenn bald nur noch Zeitzeugen über die DDR bescheid wüssten.

Zunächst einmal wollen wir Sie, liebe Leser, nach Ihren Erfahrungen befragen. Haben Sie nach der Wende ihr Abitur im Westen gemacht? Was haben Sie über die DDR gelernt? Fühlen Sie sich über den 13.8.1961, Walter Ulbricht und den Mauerfall einigermaßen informiert?

Sie können Ihre Antworten hier im Blog hinterlassen oder mir eine Mail schicken. Bitte schreiben Sie unter dem Betreff „DDR in der Schule“ an leseraufruf@zeit.de.

Für die, die mehr über das Thema wissen wollen, empfehlen wir dieses Deutschlandfunk-Interview mit Klaus Schroeder aus dem Jahr 2007. Noch immer sehr informativ.

23 Kommentare

  1.   Yodarkus

    Ich habe mein Abitur vor 3 Jahren in Niedersachsen abgeschlossen.
    An meinem Gymnasium wurde die DDR im Geschichtsunterricht in der 10. Klasse innerhalb weniger Wochen behandelt. Lediglich die Stasi wurde genauer betrachtet, alles andere kam mir viel zu kurz. Gerade die Gründe des Mauerbaus und die Reaktionen wurden mehr oder weniger nur überflogen. Den Mauerfall und die Wiedervereinigung hätte man auch länger betrachten können.
    In der 12. Klasse wurde die DDR erneut behandelt, dieses mal sehr ausführlich über ein komplettes Halbjahr hinaus. Vom Ende des zweiten Weltkriegs bis hin zur Auflösung wurde das meiste ausführlich behandelt und auch die Defizite aus der zehnten Klasse ausgebessert. Auch das Leben der DDR-Bürger wurde gut gezeigt. Die Entwicklungen zum Zerfall der DDR und anderer Länder im Ostblock wurden sehr ausführlich behandelt.
    Das einzige, was mir gefehlt hat, war ein besserer Ausblick auf die Zeit nach dem Mauerfall. Es wurden zwar die politischen Verhandlungen beleuchtet, dies aber nur bis zur Wiedervereinigung. Alles was danach passiert wurde nahezu komplett ignoriert, genauso wie gesellschaftliche Entwicklung in beiden Teilen Deutschlands. Obwohl von 1990 bis zum Zeitpunkt meines Abiturs noch einiges in der Weltgeschichte passiert ist, hört die in der Schule behandelte Geschichte dort auf.
    Noch eine zusätzliche Anmerkung und Frage von mir:
    Wie wurde bei anderen die Geschichte der BRD nach 1949 behandelt? An meinem Gymnasium wurde darüber lediglich wenn es um außenpolitische Themen (Ost-West-Konflikt) ging gesprochen. Natürlich nicht so spannend wie andere Ereignisse in der Zeit, aber für deutsche Schüler meiner Meinung nach nicht unwichtig.

  2.   Rebekka Warnecke

    Ich habe 2008 Abitur gemacht. Wir haben nichts über die DDR gelernt. Genauer gesagt haben wir nichts über die Zeit nach 1960 gelernt und auch alles zur Nachkriegszeit bezog sich nur auf die BRD.

  3.   Katja Zaich

    Ich habe zwar 89 Abitur gemacht (in Bayern), aber auch da haben wir recht wenig über die Geschichte der deutschen Teilung gelernt. Das lag allerdings daran, dass die deutsche Geschichte nach 1949 insgesamt ziemlich unterbelichtet war. Über den Ost-West-Konflikt und Sicherheitspolitik habe ich im letzten Schuljahr ziemlich viel im Sozialkundeunterricht gelernt. Aber diese Kenntnisse waren ja dann nach dem Mauerfall Makulatur …

 

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