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Feine Küche 1839

 

Man liest sehr viel über die regionale Küche. Schaue ich mich in meinen Büchern um, die hundert Jahre vor der sogenannten Globalisierung geschrieben wurden, so waren die deutschen Regionalküchen alles andere als langweilig.

Heute denken wir über unsere Küche genauso begrenzt wie das Ausland: Sauerkraut, Schweinshaxen, Spätzle, deftig, deftig… wieder Kraut u.s.w.. Schaut man sich das Berliner Kochbuch von 1839 an, so findet man dort ein Fricassee von Tauben, Hecht mit Sardellen, Rouletten mit Farce gefüllt, oder grüne Birnen mit Schwemmklößen. Ich könnte jetzt noch eine Stunde lang Beispiele über die “karge preußische Küche” anführen, ganz zu schweigen von der Küche Süddeutschlands, die schon immer, bis zurück zu den Römern, von den Einflüssen Italiens und Frankreichs profitierte.

Was ich damit sagen will? Wir sollten uns vorsehen, die Regionalität genauso eng und doof zu sehen, wie sie im “1000 jährigen Reich” zum Eintopf zusammen gestampft wurde.
 

3 Kommentare

  1.   lupuslazuli

    Hallo,

    wie wäre es mit ein paar Rezepten aus der „guten alten Zeit“?


  2. An Lapislazuli, in den nächsten drei Tagen werde ich mir etwas überlegt haben. Momentan ist im Restaurant die Hölle los und die Gäste wollen gut versorgt sein. Trotzdem ich kriege das hin. Herzlichen Gruß, Vincent Klink

  3.   Marie Lu

    Ich kann dem nur beipflichten Herr Klink. Generell ist es mal so – der Prophet gilt nichts im eigenen Land – Die deutsche Küche wird, gerade von der Jugend als uncool und doof empfunden. Hausmannskost ist „Arme Leute Küche“ und s.w. Hingegen alles was international hereinkommt ist toll. Nur – das was aus dem Ausland herüber kommt ist auch nur Hausmannskost und meist Arme Leute Essen. Kein Bürger dieser Länder isst die profanen Speisen. Was ist Pizza und Pasta? Was ist die bei uns bekannte mex. Küche usw?

    Die Preußische Küche, die Berliner Küche hatte viel zu bieten und man verstand zu schlemmen. Abgesehen davon, niemand kennt die Berliner Küche wirklich und doch isst man sie täglich.

    Preußen war zur Zeit des Deutschen Reiches die territorial größte Monarchie, sie zog sich bis nach Pommern. Die Küche war und ist also auch nicht langweilig.

    Das Problem ist meiner Meinung nach die Tatsache, dass kochen zwar schick ist, es nur viele nicht können und aus Mangel an Kreativität nie etwas anderes im Topf haben als Goulasch.
    Auch in der Gourmetküche gibt der Ochse nur Rindfleisch.

    Viele Grüße

 

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