‹ Alle Einträge

„abwegige Glüschder“

 

colorado1.jpg
Foto: Clara Ott 

auf Anregung von „MarionS“ und „Ulrike H. aus V.“ habe ich mir einmal meine, Zitat Marion:“Leichen im Keller“ (oder Kühlschrank), oder die „Glüschder“ – Zitat von Ulrike –  vorgenommen…

Ich bin sicher nicht der einzige Koch, der nach dem Abendservice gerne ein Gläsli Wein (vorher noch ein Feierabendbier mit den Köchen) trinkt. Nach der Arbeit bekomme ich Lust auf ein kleines Vesperli, mit Hirschsalami, einem guten Käse von einem Freund, einem Stück luftgetrockneter „ahle Wurst“, Blätterteigstängle, Roland Brezele aus der Schweiz usw. usw…

Und leider ist dies ja nicht so gesund, das wissen wir alle, aber man tut es halt doch, erstens schmeckt’s, (die Nutella-Kratzete schmeckte ja auch, sonst hätte sie keiner gegessen!!), und zweitens kann ich nicht hungrig ins Bett, weil wir ja schon um18.00 Uhr, vor dem Service, essen. Jetzt höre ich schon die Spezialisten sagen, „der ist zu schwach oder hat sich nicht im Griff usw.“, aber damit muss und kann ich leben.

Und die größte Lust bekomme ich, wenn ich weiß, dass im Kühlschrank ein Stück Schokolade mit fleur de sel und gerösteten Mandelblättern steht, da ruft’s regelrecht aus dem Kühlschrank raus.

….und büßen tut’s der radelnde Koch, wenn er das Münstertal hinauf fährt…..

13 Kommentare

  1.   MarionS

    Och – jetzt enttäuschen sie mich aber, Herr Fuchs! Das sind ja „Gourmet-Glüschder“, die Sie da haben, so weit entfernt von Currywurst und Dosenravioli…
    Ich gucke jetzt (fast) neidisch auf Ihre Hirschwurst und wie der Käse schmeckt, weiß ich ja auch. Und dann noch „Schokolade mit fleur de sel und gerösteten Mandelblättern „…

  2.   Karl-Josef Fuchs

    oh je! also Currywurst mag ich wirklich nicht, aber dafür eine „rote“ Bratwurst vom Freiburger Münsterplatz, mit Dosenrviolis kann man mich auch nicht hinter dem Ofen vorlocken, schon eher mit einem Pudding von Dr. Oetker, den meine Töchter fabriziert haben, oder mit guten Pommes und dazu Sc. Béarnaise, ist jetzt die erste Enttäuschung verflogen?

  3.   Ulrike H. aus V.

    Ich seh schon, hier bekennt sich keiner zu richtigen Fehltritten (um in Klaus‘ Bild zu bleiben). Eine Currywurst aus Wildschwein mit selbstgemachtem Ketchup und Feine-Leute-Curry von Ingo Holland gilt ja nicht.
    Bin ich die einzige, die in der Tankstelle schon mal ein Päckle Hanuta kauft?
    Man kann’s ja auch nostalgisch verbrämen und nach den kulinarischen Sünden aus Kindheit und Jugend fragen … unser Bäcker hatte seinerzeit einen beneidenswerten Umsatz durch Laugendatsch: ein aufgeschnittenes Laugenweckle, darin ein Negerkuss, der dann vor dem Verzehr zerdrückt wurde. Zerdatscht eben.

  4.   MarionS

    Also ich haue mir so 1-2 x im Jahr eine ordentliche Portion Pommes rot-weiß rein. Meistens am Stadtfest und je nach „Glüschde“ gibts noch ein Buresteak oder eine Bratwurst dazu, oder Ochsenmaulsalat.
    Die Ravioli habe übrigens noch nicht gekauft. Mir war noch nicht wirklich danach…

  5.   Klaus

    Ich finde diesen Austausch hochinteressant. Da wird doch einiges offenbar. Jedenfalls sind die „Glüschde“ differenzierbar. Es gibt auf der einen Seite Ketchup rot-weiss, Hanuta, die Laugenweck mit Negerkuss (ich hatte eine Kommilitonin, liebe Ulrike, die hat dazu noch Wurstsalat gegessen), die Dosenravioli und auf der anderen Seite den, ich sage mal „exzessiveren Genuss“ von nicht industriell hergestellten Produkten, wie z.B. Marions Ochsenmaulsalat oder Karl-Josefs Hirschsalami.
    Bei mir sind es meist grössere Mengen selbstgemachten Wurstsalats, Katenschinken, das Essen von Rouladen pur – also ohne Beilagen – oder aber Salamiarten (Fenchel, Wildschwein, „pur porc“), frisch gebackenes Brot mit richtiger Vollmilch. Also insgesamt keine Fertigprodukte, wobei ich gestehen muss, dass ich in letzter Zeit vermehrt auf den Genuss belgischer Schokolade „abfahre“, nämlich auf die „Meeresfrüchte“ – Schokolade mit Haselnusscreme-Füllung in Form von Muscheln, Fischen und Seepferdchen.
    Wie diese Geschmacksaspirationen entstehen, kann ich nicht sagen. Ein Freund kriegt so zweimal im Jahr Brathähnchen-Paroxysmen. Die werden dann auch auf eine hier nicht beschreibbare Art verzehrt, dass man archaische Nahrungsaufnahme unterstellen muss. Ansonsten ist er ganz normal. Die Knochen bleiben übrig.

    Das Ganze liegt wohl in einer gewissen Unterscheidung nach gewollter und angeeigneter/anerzogener Esshaltung, die wir uns intellektuell erarbeiten müssen – was ja nicht zuletzt dieser Blog zeigt – im Gegensatz zu dem tief in uns genetisch verwurzelten Code von „Fressen sichert Überleben“, das sind die „Gelüschde“, die aus Urinstinkten und regionaler Aufzucht entstehen (es macht schon was aus, wo man aufgewachsen ist) und andererseits dem Beweis von Intellektualität, Wohlerzogenheit, kritischer Auseinandersetzung, wahrscheinlich auch ein wenig Angeberei und Eitelkeit, die uns immer wieder dokumentieren lassen, wie wir doch in der Lage waren, das Primitive soweit zu überwinden, dass wir heute zwischen mehreren Sorten Kaviar zu unterscheiden im Stande sind!?? Eine gewisse Ähnlichkeit scheint wohl zum Verhältnis des zentral/peripheren zum vegetativen Nervensystem zu bestehen.

    Es unterscheidet uns im übrigen auch von anderen Primaten, die durchaus Feinschmecker sind.

    P.S.: Soeben, liebe Marion, wird mir mitgeteilt, dass es Ochsenmaulsalat auch „fertig“ im Laden gibt.

  6.   Klaus

    Soeben werde ich darauf hingewiesen, dass der Gebrauch des Begriffes „Negerkuss“, wie im übrigen auch „Mohrenkopf“, nicht mehr statthaft sei, weil diskriminierend und „politically not correct“.
    Ich erkläre dazu:
    Es war nicht meine Absicht, mit dem Wort „Negerkuss“ irgend jemanden, besonders nicht Mitbürger mit dunkler Hautfarbe zu diskriminieren. Sollte jemand sich dadurch beleidigt fühlen, entschuldige ich mich in aller Form dafür.
    Wie ich gehört habe, ist jetzt das Wort „Schokokuss“ gebräuchlich.

  7.   Karl-Josef Fuchs

    so liebe Blogger, ist ja wirklich interessant, jeder interpretiert seine „Taten“ eben anders, „daneben oder nicht daneben“ Hanuta, oder eine Packung Colorado, das ist für mich recht normal, zu einer längeren Autofahrt gehört es dazu, und wenn meine Frau nebendran schläft, ist das Päckle Colorado nach 1-2 Stunden eben eingehaucht…..je nach Seelenzustand….
    Der Vergleich mit dem Nervensystem, lieber Klaus, ist Klasse!
    P.S. Ochsenmaulsalat ist für mich das normalste auf der Welt!

  8.   Klaus

    Was, lieber Karl-Josef, ist „Colorado“?

  9.   Karl-Josef Fuchs

    lieber Klaus, beim nächsten Tankstopp, in der Gasse zur Kasse, rechts oder links hängt zwischen den Goldbären und den Lakritzschnecken ein rotes Päckle mit der Aufschrift „COLORADO“….mehr dazu sag ich nicht…..

  10.   Klaus

    alles klar, danke

 

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren.

Anmelden Registrieren