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Schwäbische Hochküche – leider selten

 

Mit dem Bib von Michelin hat es noch etwas auf sich. Er wird verliehen, wenn bürgerliche Küche sehr gut gekocht und obendrein – das ist das Problem – preiswert angeboten wird.
Den Bib bekommt man für Selbstausbeutung. Immerhin.

Traditionelle Küche sehr gut gekocht dürfte die personalintensivste Variante der Kochkunst sein. Spätzle machen, Knödel, Rouladen wickeln, endlos schmoren etc., dagegen ist das braten einer Jakobsmuschel, und ein Salattürmchen dazu zu bauen, ein Kinderspiel.

Wer mir das nicht glaubt, der suche diese Küche. Im Großraum Stuttgart gibt es allerhöchstens vier bis fünf Gaststätten, die eine handwerklich gute Maultasche anbieten. Warum? Weil es eine Heidenarbeit ist, und mehr Kochkenntnisse voraussetzt, als einen Hummer zu köcheln.

Ravioli beim mittelprächtigen Italiener kosten das doppelte wie Maultaschen, und deshalb ist die Schwäbische Hochküche so selten geworden, und deshalb feiert die industriell gefertigte Stanzmaultasche solche Massenerfolge.

Jetzt aber die Empfehlung eines Lokals, wo man genau das Essen kriegt, das ich liebe. Dort kostet eine Maultaschensuppe lächerliche 4,50 Euro. Der Gasthof Adler in Baach.

1 Kommentar


  1. […] gar nicht annehmen. So viel zur Wirtschaftslage der Nation. Da ziehe ich Parallelen zum “Maultaschen-Beitrag” von Vincent Klink. Handwerkliches, das nicht von der Stange ist, macht eben nur Arbeit und […]

 

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