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„Lebensmittelmüllhalde Deutschland“

 

Die deutschen Verbraucher seien bei der Ernährung dermaßen knickrig, dass man ihnen, wie nirgendwo sonst in Europa, „Lebensmittelmüll“ andrehen könne.
Das sagte Otto Geisel, der Vorsitzende von Slow Food.
Geisel sitzt noch in anderen Gremien, so auch in der IHK Heilbronn. Dort sind jetzt breite Kreise, bis hin zur Landesregierung in Stuttgart, mit den Nerven runter.
„Lebensmittelmüllhalde Deutschland“, das darf man schon sagen, aber nicht in Heilbronn. Dort hat nämlich der Lebensmittelkonzern Lidl seinen Sitz und die Nahrungsmittelfirma Knorr beschäftigt dort eine kleine Armee von Chemikern.

Kurzum, Unmut, Kopfschütteln und große Aufregung wegen des Pauschalurteils. Die Presse ist natürlich auch etwas verstört, denn die „Lebensmittelmüllhändler“ Deutschlands schalten in den Medien große Anzeigen. Wie wir alle wissen, bestimmt ja deshalb mittlerweile der Anzeigenchef, was gedruckt wird.

So ist’s halt: Deutliche Worte sind nicht mehr gern gelitten, denn unsere hochsensible Zivilisation verträgt die Wahrheit längst nicht mehr. Kompromisslosigkeit würde unser ganzes Weichspülerdasein durcheinander bringen. Taktvolle Schmeichelei ist der Schmierstoff unserer Gesellschaft, die, um jetzt auch mal pauschal zu werden, von Lügen zusammengehalten wird.

18 Kommentare

  1.   Klaus

    Ja, es ist eigentlich ganz einfach. Ich haue mir mit Haferkeksen (mit Zucker) den Bauch voll. Damit nehme ich massig Kohlehydrate auf. Damit ist es dann irgendwann aber auch gut.

    Esse ich nur „Gurken“ (die werden noch berühmt), die neben ein wenig Zucker auch Süssstoffe enthalten, werde ich durch die Süssstoffe angeregt, mehr (Kohlehydrate) zu mir zu nehmen. Ich will ja aber vielleicht nur noch schnell eine Gurke essen und nichts weiter. Allerdings werde ich dann noch zu irgendwelchen KH stimuliert und das ist es. Das macht fett. Eine Gurke vor dem Zubettgehen ist okay. Aber noch zwei Scheiben Brot dazu?

  2.   StS

    Ich versteh in gewisser weise dein Problem Klaus was die E Nummern betrifft, nur muss ich da auch sagen ich lebe in einem mehrsprachrigen Land, die Inhaltsangaben müssen Laut Gesetz in der Landessprache drauf stehen (das finde ich sinnvoll) – sprich hier sind das schon mal 3 Niederländisch, Französisch und Deutsch. Bei Dingen die man nur in kleinen Mengen braucht wird dann die Verpackung schon eng, so man will das es noch irgendwie lesbar bleibt. Die E’s haben den Vorteil das sie klein und International entschlüsselbar sind. Ich hab einfach ein Problem mit Schwarzweissmalerei und man muss sich die Verpackung schon genau anschauen ob es wirklich eine Option gewesen wäre die dinge auszuschreiben.

  3.   Naja

    Nochmals zum Zucker: Also ich ziehe mir ja auch mal gerne ne Packung Kartoffelchips rein (jaja ich weiß, Geschmacksverstärker usw und sowieso, kann trotzdem nicht immer drauf verzichten). Allerdings schmecken mir die Dinger von manchen Marken nicht mehr, und zwar weil ich finde, dass sie zu süß sind. Ja, richtig gelesen: zu süß. Ich habe den Eindruck, dass die Hersteller in den letzten Jahren nicht nur immer mehr Geschmacksverstärker in die Chipswürze reinmachen sondern auch immer mehr Zucker. Zucker agiert ja auch als Geschmacksverstärker – mir werden die Chips dann aber zu intensiv. Man hat nachher nur noch einen Glutamat-Würze-Brei im Mund. Ist das noch jemand aufgefallen, dass Kartoffelchips immer „süßer“ geworden sind?

  4.   Klaus

    Zum Zucker in Kartoffelchips kann ich nichts sagen.

    Allerdings habe ich eine selbstgemachte, leckere Alternative:

    Kartoffeln in Ecken oder Scheiben schneiden. Mit Olivenöl beträufeln und ein paar Sesamkörner drauf. Geraspelter Käse und Gewürze gehen auch. Dann das ganze in den Backofen. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.


  5. […] offenen und direkten Worten von Vincent Klink aus Zeit Online ist meines Erachtens nicht viel hinzuzufügen – auch nicht dem Hinweis auf die Beeinflussung der […]

  6.   bruddler

    Lieber Stefan,

    nochmal meine Frage, falls Du sie übersehen hast: Warst Du Gastronom in Burgau und kennst Ilse, Klaus und Ulrich? (Nicht den Klaus aus diesem Blog hier…)

  7.   Herbert

    @StS: Aber für Sprüche wie „Jetzt mit noch mehr Erdbeergeschmack!“ ist Platz auf der Verpackung, was? Sorry, aber dass auf einer Verpackung kein Platz für eine ausführliche Auflistung aller Inhaltsstoffe ist, halte ich für eine Lüge. Der Verbraucher hat sich leider schon allzu sehr daran gewöhnt, dass die Inhaltsstoffliste winzig klein und unauffällig auf einer Verpackung abgedruckt ist.


  8. Die Deutschen haben eben für die Zukunft schon vorgesorgt,
    wenn die Weltbevölkerung sich weiterhin vervielfacht, was zu erwarten ist und es nur noch den Reichen möglich sein wird sich natürlich zu ernähren, dann fällt die Umstellung nicht mehr so schwer, sich von einem Gemansche von chemisch auf genusstauglichkeit aufgepeppter Biomasse zu ernähren.
    Nix, von wegen Bio Bauer, es sei denn, der siedelt demnächst auf dem Mars oder lässt Gewächshäuser oder Kühe im Raumanzug um die Erde kreisen.
    Als besonders natürlich und sehr gesund dürfte dann schon sein: „Waldfrucht Marmelade aus Steinkohle“.

 

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