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Wok´n´Roll

 

24kW, abgegeben von einem einzigen gigantischen Brenner. Diese Ansage hat mich neugierig gemacht. Der Roaring Dragon imponiert damit, dass er mehr Hitze erzeugt als notwendig wäre, um ein komplettes Einfamilienhaus zu beheizen. Mit dieser eindrucksvollen Flamme wird die Wok-Pfanne beheizt.
Ich mag keine schwachbrüstigen Herde und oft genug hab ich mich schon darüber geärgert, dass ich mangels ordentlicher Beheizungsleistung eines Grills oder eines Ofens Kompromisse beim Kochen eingehen musste oder mir unnötig viel Arbeit gemacht habe.
Kurzentschlossen habe ich den Wok bestellt und gleich dazu einen Kochkurs mitsamt dem Meister ausgeschrieben.
Nach einer theoretischen Einführung und Erläuterung der Grundlagen wurden gemeinsam die Wok-Pfannen zuerst eingebrannt, danach mit Knoblauch und Ingwer aromatisiert. In der Fachsprache nennt sich das „seasoning a wok“ . Jeder Teilnehmer durfte sich mit der gewaltigen Leistung vertraut machen, indem zuerst robustes Gemüse gekocht wurde, das nicht ganz so schnell anbrennt. Diese ersten Versuche klappten mal besser und mal schlechter, denn es ist doch einige Übung notwendig um einerseits den einzigartigen Geschmack durch die heiße Wok-Pfanne zu erzeugen und andererseits den Inhalt nicht verkokeln zu lassen.
Wok ausbrennen (1 von 1)
Wok ausprobieren (1 von 1)
Sobald wir den Bogen raus hatten, konnten wir bei hohen Temperaturen das unverwechselbare Aroma der Wok-Küche, das sog. „Wok-hei“ erzeugen. Nachdem bei extremer Hitze die Garung fast abgeschlossen war, haben wir Marinaden mit Stärke verrührt und abgelöscht, sodass die einzelnen Stücke mit einer glänzenden, wohlschmeckenden Schicht überzogen waren.
wok hei II (1 von 1)
Es wurde reihum fritiert und geschwenkt, gerührt und abgeschmeckt. Es hat gezischt und geraucht und es hat wunderbar gut gerochen und geschmeckt. Zutaten wie sie aus China kommen könnten haben sich abgewechselt mit thailändischen und indischen Produkten, von Hühnchen über Rind und Fisch bis hin zu komplett vegetarischen Zusammenstellungen.
kokos curry (1 von 1)
wok probieren (1 von 1)
Für eine Weinbergswanderung werde ich nun zwei oder drei Rezepturen aus regionalen Produkten erstellen um zu sehen, ob sich der chinesische Wok die fränkische Küche beibringen lässt und was dabei herauskommt.
Zur Steuerung der Gaszufuhr werde ich noch ein Fußpedal einbauen. Mit einer Hand rühren, mit der anderen schwenken und mit dem Fuß die Hitzezufuhr steuern. Meine Koordination der Gliedmaßen wird wohl niemals die Perfektion von Mike Mangini erreichen, doch üben werde ich weiter!

8 Kommentare

  1.   6bb6

    Ich komme schon mit meinen 8kW kaum hinterher. 24kW erscheinen mir nur einen «Will haben!»-Effekt erzeugen zu wollen.

    Und nebenbei z.B.: http://aje.oxfordjournals.org/content/151/2/140

    Bei einer Mahlzeit täglich mit dieser Methode steigt das Lungenkrebsrisiko um das Dreifache.


  2. Hallo 6bb6,

    8kW sind auch schon ein Wort. Damit kann man richtig was anfangen. Zu dem 24kW-Brenner gibt es recht große Pfannen und wenn es mal ein paar Portionen mehr sind,
    dann machen die auch Sinn. Im Juni werde ich in Iphofen bei einer Weinbergswanderung ein Gericht aus heimischen Zutaten im Wok zubereiten. An der Raststelle gibt es
    keinen Strom, da kommt mir der Wok gerade recht. 150 PS sind für ein Auto auch ganz schön viel, aber 300 PS machen dann halt noch ein bisserl mehr Spaß.
    In diesem Sinn möchte ich das „will haben“ gar nicht bestreiten 😉

  3.   schneckenschleim

    Sehr geehrter cm
    Darf ich Ihnen an dieser Stelle für Ihren nächsten Paris-Aufenthalt die Einkehr im yam’Tcha empfehlen?

  4.   KeinSchleim

    „… dass er mehr Hitze erzeugt als notwendig wäre, um ein komplettes Einfamilienhaus zu beheizen. Mit dieser eindrucksvollen Flamme wird die Wok-Pfanne beheizt.“

    Und bei nächste Mal wird wieder was von Nachhaltigkeit, Vernunft und Verantwortung erzählt.
    Ich will ja keinem seinen Spass verderben, aber merken sollte man den Widerspruch im eigenen Tun schon.
    Aber auch Köche wollen eben den …. haben, klar.


  5. Werter Kein Schleim,
    ob Sie es nun glauben oder lassen: bereits beim Verfassen des Beitrags war mir klar, dass irgend jemand auf genau dieses Thema einsteigen wird.
    Vielleicht sollten Sie, um eine vernünftige Grundlage für Ihre Behauptung zu haben, folgende Sachverhalte klären:
    – verkürzt sich durch die hohe Leistung eventuell die Zubereitungszeit?
    – wieviel Energie wird beim Woken ungenutzt tatsächlich verschwendet?
    – sollte man vielleicht nicht grundsätzlich das Grillen im Freien ganz verbieten, um Energie zu sparen? Von Lagerfeuern und ihrer verheerenden Energie-Bilanz ganz zu schweigen?
    Es wird mir wohl unbegreiflich bleiben, warum sich gerade im Ressort „Lebensart“ ständig Kommentare finden, bei denen es um das Haar in der Suppe geht. Und um Korinthen.
    Meinen Beruf habe ich gewählt, weil Genuss und Lebensfreude gerade in der Küche eine so große Rolle spielen. Schneiden Sie sich doch lieber davon eine Scheibe ab!

  6.   zorra von 1x umrühren bitte aka kochtopf

    Das Teil ist toll, ich durfte es im Weinberg live im Einsatz sehen. Ich muss jedoch gestehen, ein bisschen Respekt hat mir die Höllen-Flamme schon eingeflösst. 😉


  7. Genuß und Lebensfreude durch stetes Vorzeigen a la „Ich hab das größte, teuerste sonstwasste gimmick“ und nebenher immer mal wieder den öko regio slow-foodie geben, weil das doch so schön zeitgeistig kommt?
    Klar, da muss man das Publikum schon deutlich auffordern, sich doch lieber / gefälligst eine Scheibe dieser „Lebensart“ abzuschneiden und kann schon mal grantig werden, wenn nicht jeder dieses gespaltene Getue kauft.
    Kopf hoch, es gibt schon noch genug dankbareres Publikum.


  8. @ #7 – simulator: Danke!

 

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