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Netzfilm der Woche: „Inseparable“

 

Joe und Charlie sind Zwillinge, doch ihr Leben könnte kaum unterschiedlicher sein. Joe hat Frau und Kind, er steht mitten im Leben. Charlie verbringt seine Zeit mit Trinken und Wetten, die er meist verliert. Das Schicksal bringt die Brüder wieder zusammen: Als bei Joe ein unheilbarer Hirntumor festgestellt wird, bekommt Charlie plötzlich eine zweite Chance im Leben.

Bis der Zuschauer durchschaut, dass es sich bei Joe und Charlie tatsächlich um zwei Personen handelt, braucht es einige Minuten. Langsam entfaltet sich die Story von Inseparable. Und spitzt sie zu auf ihren großartigen Hauptdarsteller: Benedict Cumberbatch, bekannt als Sherlock Holmes in der gleichnamigen TV-Serie, spielt die Doppelrolle der Zwillinge.

Wie allen guten Kurzfilmen gelingt es Inseparable, eine Geschichte, die problemlos auch einen Spielfilm füllen könnte, auf den Punkt genau zu erzählen. Erstaunlich ist, wie wenig Dialog und Schauplätze der Regisseur Nick White dafür benötigt. Keine Szene des Films, produziert britischen Studios Area 17 wirkt gezwungen oder überhastet. Alles ist fokussiert auf den Protagonisten in seiner Doppelrolle, dessen Regungen und Gesichtsausdrücke die Story fast alleine tragen. Einzig das Ende bleibt fast schon standesgemäß offen – und damit auch die Antwort auf die Frage, ob eine zweite Chance wirklich immer wünschenswert ist.

17 Kommentare

  1.   Adriano Borsutzki

    Wirklich guter Kurzfilm, danke für den Tipp.

    Obwohl die im Artikel angesprochenen Pferde der Pferdewetten ziemlich klein und extrem hundeähnlich waren. Muss eine neue Züchtung sein….


  2. So testen wir die Aufmerksamkeit unserer Leser :)

  3.   Journalistische Meisterleistung

    Es wirkt ein wenig, als hätte der Autor sich nicht einmal die Mühe gemacht sich den Film anzusehen. Charlie wettet auf Hunderennen, und dass man einige Minuten braucht, um festzustellen, dass Charlie und Joe zwei unterschiedliche Personen sind, liegt an den einigen Minuten die vergehen, bis Charlie überhaupt auftritt. Wie man darauf kommt, die beiden für eine Person zu halten ist mir schleierhaft.
    Ganz davon abgesehen finde auch den Film eher schwach. Joe geht sterben ohne es seiner Familie mitzuteilen und lässt sich von seinem Alkoholkranken und spielsüchtigen Bruder doublen? Wer soll den Rollentausch bitte nicht bemerken? Die Frau, die Joes nicht alkoholkranken Körper in- und auswendig kennt oder die Arbeitskollegen die Joe plötzlich neu einlernen müssen? Da helfen auch die sehr melodramatisch gefilmten Bilder nicht mehr viel.

  4.   Hans Wurst

    „Bis der Zuschauer durchschaut, dass es sich bei Joe und Charlie tatsächlich um zwei Personen handelt, braucht es einige Minuten.“

    Zeit-Online Lesern bleibt diese Mühe nun erspart. Herzlichen Dank für den Spoiler!

  5.   Karin Meyer

    Spoiler Alert! Sehr schade.

    Ansonsten schönes Fundstück. Aber wäre es nicht denkbar, eine Anordnung von Text und Video zu finden, die die Pointen nicht vorwegnimmt, wenn LeserIn das nicht möchte?

  6.   Foley

    Handwerklich ein sehr schöner Kurzfilm: angefangen von den Bildern über den Soundtrack bis hin natürlich zu Benedict Cumberbatch, jemand der sein schauspielerisches Handwerk perfekt beherrscht und überall wo er mitspielt, ob Fernsehen (Sherlock Holmes, Parade’s End), Kommerz-Film (Star Trek Into Darkness) oder dem vorliegenden Kurzfilm seinen unverwechselbaren Stempel aufdrückt.

    Spoiler-Warnung!

    Zu Kommentar Nr. 3: Ich bin mir ziemlich sicher (oder so interpretiere ich es zumindest), dass die Ehefrau schon sofort erkennt, dass es sich hierbei nicht um ihren Ehemann handelt. Anders kann ich mir ihren Mini-Zusammenbruch bzw. die wissenden Blicke der beiden zum Schluss nicht erklären. Was den Arbeitsplatz angeht mögen Sie vielleicht recht haben und könnte vielleicht als Prämisse für eine Fortsetzung in der Form einer Rollentausch-Komödie bieten.

  7.   Honey

    Fantastic her Film. Cumberbatch ist eh Gott, und der Fakt, das hier einige den Film und seine Subtilität und sein Geheimnis nicht kapieren (die Autorin übrigens auch nicht), zeigen mir, dass es wohl vorbei ist mit der Zeit als Organ der Intellektuellen…


  8. @Honey: Wollen Sie uns unwissende Leser/innen und Autoren (nicht Autorinnen, aber das nur am Rande) dann nicht aufklären, anstatt passiv-aggressiv zu nörgeln?

  9.   Proesterchen

    Das Geheimnis ist natürlich, dass der smarte Anzugträger Joey, trotz Frau und Kind einen zweitürigen Renault Clio aus der zweiten Serie fährt, was entweder extrem vernünftig ist, oder die Frage aufwirft, ob sein Gesundheitszustand nicht das einzige ist, dass er vor seiner Frau zu verbergen versucht.

 

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