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„Tunnel Vision“: Die Geschichte des Atlantic Avenue Tunnels

 

Wer noch einen Beweis benötigt, wieso The Verge trotz des noch zarten Alters von drei Jahren nicht nur eine der besten Adressen für Technik- und Computernachrichten ist, sondern regelmäßig auch tollen Human-Interest-Journalismus liefert, sollte die Geschichte über Bob Diamond lesen.

Diamond entdeckte den ältesten Eisenbahntunnel der Welt, der unter der Atlantic Avenue in Brooklyn verlief. 1861 erbaut, geriet der Tunnel um die Jahrhundertwende in Vergessenheit, sodass selbst die Experten und Historiker jahrzehntelang glaubten, der Tunnel sei zerstört. Doch als der Ingenieursstudent Bob Diamond zufällig auf die Geschichte stieß, machte er sich auf die Suche – und er fand ihn im Jahr 1980 tatsächlich wieder, den Atlantic Avenue Tunnel.

Seitdem waren Diamond und der Tunnel unzertrennlich: Diamond brach sein Studium ab und restaurierte den Tunnel. Er gab Führungen und bekam von der Stadt New York die Erlaubnis, ein Museum zu bauen. Es wird vermutet, dass in einer Kammer noch eine frühe Lokomotive verschüttet ist. Doch sie wird es vermutlich bleiben. Denn immer wieder gerieten Diamond und die Behörden aneinander. Im Jahr 2010 wurde der Vertrag vonseiten der Stadt aufgelöst und seitdem kämpft Diamond um sein Erbe.

Die Geschichte ist faszinierend, und ganz im Stile einer multimedialen Reportage gibt es eine zehnminütige Kurzdoku über Bob Diamond, die sich allein schon wegen der großartig kuriosen Szene lohnt, in der Diamond eine Karte des Tunnels ausfalten möchte und sein Pudel ihn davon abhält.