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Zur Geschichte des Fair Housings: „Seven Days“

 

Branded Content, also die Verbindung aus Werbung und Unterhaltung oder Information, ist immer schwierig. Zwar entstehen in diesem Bereich tolle Arbeiten, doch stets gilt es, den Auftraggeber und dessen Agenda im Hinterkopf zu behalten. So auch bei Seven Days: Zum einen handelt es sich bei der neunminütigen Dokumentation um die Auftragsarbeit einer großen US-Versicherung. Doch zum anderen ist der Film so gut gemacht und informativ, dass es lohnt, ihn dennoch vorzustellen.

In Seven Days geht es um die Tage nach der Ermordung von Martin Luther King im April 1968. Um den zahlreichen Aufständen schwarzer Bürger in den Großstädten entgegenzuwirken, hat sich die US-Regierung um Präsident Johnson dazu entschieden, den sogenannten Fair Housing Act auf den Weg zu bringen: Er sollte rechtlich garantieren, dass Mieter nicht mehr auf Basis ihrer Hautfarbe, Religion, Herkunft oder sozialen Status diskriminiert werden konnten. Nur eine Woche nach der Ermordung Kings wurde das Gesetz verabschiedet – doch bis heute bleibt seine Durchsetzung schwierig.

Mit Seven Days hat das Effekt- und Animationsstudio Animal eine grandiose Arbeit geleistet. Wie ein Thriller aufgebaut, erzählt der Film die Tage nach dem Attentat. Unaufhörlich tickt die Uhr von Tag zu Tag bis hin zur Entscheidung. O-Töne aus den Archiven werden mit der einfachen Animation eines gelben Fadens gegengeschnitten, der natürlich für die Segregation schwarzer und weißer Bürger steht. Die Arbeit ist ein schönes Beispiel dafür, wie sich mit einfachen Effekten packende Storys erzählen lassen. Und glücklicherweise taucht der Sponsor des Films erst ganz am Schluss auf.

(via)