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YouTube-Stars vs. Hollywood-Stars

 
© Variety
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YouTube-Stars sind beliebt. Beliebter, als sich das viele Menschen, die mit Radio, Fernsehen und Kino aufgewachsen sind, denken können. In Deutschland gab es dieser Tage unter dem beknackten Titel #fappygate eine kleine Aufregung, die mit der gesellschaftlichen Auffassung der Beliebtheit von YouTube-Stars begann, und sich anschließend in eine persönliche Auseinandersetzung entwickelte. Geschenkt.

Wer besser unterhalten werden möchte, sollte den Artikel von Sarah Kessler auf der Seite von Fast Company lesen: Inside YouTubes Fame Factory erklärt anhand eines Besuchs der diesjährigen Vidcon einmal mehr das Phänomen der YouTube-Stars: Wie ist das, wenn plötzlich tausende schreiende Teenies Menschen anhimmeln, die nie im Fernsehen auftreten? Ist YouTube immer noch nur eine Subkultur, oder nicht längst schon Mainstream?

Etwas ähnliches wollte auch das US-Magazin Variety herausfinden. Und hat dazu eine Umfrage in Auftrag gegeben. 1.500 Jugendliche im Alter zwischen 13 und 18 Jahren mussten Fragen zu Persönlichkeiten beantworten. Die eine Hälfte waren YouTube-Stars, die andere Hälfte beliebte US-Celebritys. In den Fragen ging es unter anderem um den Kontakt mit den Fans, um Authentizität und Auftreten. Die Antworten wurden anschließend mit Punkten versehen und auf einer Skala bis 100 angesetzt.

Das etwas überraschende Ergebnis: Unter den jungen Befragten schnitten die YouTube-Stars deutlich besser ab als die traditionellen Schauspieler und Sänger. YouTube-Stars haben für die Befragten mehr Persönlichkeit und nahbarer. Die ersten fünf Plätze gingen an YouTuber wie Smosh, PewDiePie und Ryan Higa. Erst auf Platz sechs und sieben folgen der inzwischen verstorbene Paul Walker und Jennifer Lawrence.

Was sagt uns das? Zum einen nicht, dass YouTube-Stars deshalb in der Altersgruppe beliebter sind als Hollywood-Stars, wie einige bereits schlussfolgern. Dazu taugt die Umfrage nicht. Doch sie bestätigt einmal mehr den Trend, den auch Kessler in ihrem Artikel herausarbeitet: Die Generation der YouTube-Stars bringt mit ihrer Authentizität offenbar etwas mit, dass die klassischen Celebritys hinter ihrem gepuderten Äußeren und der PR-Fassade vermissen lassen. Und das bei den Teens außerordentlich gut ankommt.