{"id":6238,"date":"2012-11-13T10:28:18","date_gmt":"2012-11-13T09:28:18","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.zeit.de\/netzfilmblog\/?p=6238"},"modified":"2012-11-13T13:55:35","modified_gmt":"2012-11-13T12:55:35","slug":"popcorn-maker-webvideo-mozilla-remix","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zeit.de\/netzfilmblog\/2012\/11\/13\/popcorn-maker-webvideo-mozilla-remix\/","title":{"rendered":"Popcorn gegen lahme Webvideos"},"content":{"rendered":"<p>Was hat sich bei Webvideo in den vergangenen zehn Jahren technisch ver\u00e4ndert? &#8222;Kaum mehr als die Gr\u00f6\u00dfe des Players und die Wiedergabequalit\u00e4t&#8220;, findet <a href=\"https:\/\/twitter.com\/ryanmerkley\">Ryan Merkley<\/a>. Der operative Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer von Mozilla sprach vor einigen Wochen <a href=\"http:\/\/www.ted.com\/talks\/ryan_merkley_online_video_annotated_remixed_and_popped.html?embed=true\">in einem TED-Talk<\/a> \u00fcber den Stand von Webvideo &#8211; und wie man es besser machen k\u00f6nnte. Denn so schnell sich Webvideos im Netz auch entwickeln, sie sind in den meisten F\u00e4llen immer noch eine passive Angelegenheit. \u00dcber das blo\u00dfe Anschauen hinaus geht wenig. Auf dem Mozilla Festival am Wochenende stellten Merkley und seine Kollegen <a href=\"https:\/\/hacks.mozilla.org\/2012\/11\/popcorn-maker-1-0-released-how-it-works\/\">deshalb eine neue Entwicklung vor<\/a>, die Videos im Netz interaktiver machen soll: Den <a href=\"https:\/\/popcorn.webmaker.org\/\">Popcorn Maker<\/a>.<\/p>\n<p>Das Tool ist im Rahmen von Mozillas <a href=\"http:\/\/webmaker.org\/\">Webmaker Projekt<\/a> entstanden und basiert auf <a href=\"http:\/\/popcornjs.org\/\">popcorn.js<\/a>, einem HTML5-Framework f\u00fcr &#8222;Filmemacher, Journalisten und Webentwickler&#8220;, das Mozilla im vergangenen Jahr vorgestellt hat, und das bereits in Filmprojekten wie <em><a href=\"http:\/\/highrise.nfb.ca\/onemillionthtower\/\">One Millionth Tower<\/a><\/em> oder in <a href=\"http:\/\/www.bbc.co.uk\/news\/uk-18798942\">Nachrichten der BBC<\/a> zum Zuge kam.<\/p>\n<p><figure id=\"attachment_6286\" aria-describedby=\"caption-attachment-6286\" style=\"width: 540px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/blog.zeit.de\/netzfilmblog\/files\/2012\/11\/TED-Talk-Popcorn-Maker.jpg\" alt=\"\" title=\"TED-Talk-Popcorn-Maker\" width=\"540\" height=\"359\" class=\"size-full wp-image-6286\" srcset=\"https:\/\/blog.zeit.de\/netzfilmblog\/files\/2012\/11\/TED-Talk-Popcorn-Maker.jpg 540w, https:\/\/blog.zeit.de\/netzfilmblog\/files\/2012\/11\/TED-Talk-Popcorn-Maker-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 540px) 100vw, 540px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-6286\" class=\"wp-caption-text\">Die Bedienoberfl\u00e4che des Popcorn Makers (Bild: Mozilla)<\/figcaption><\/figure><\/p>\n<p>Der Popcorn Maker ist auf den ersten Blick ein Online-Videoeditor, wie es ihn bereits in zahlreichen kostenlosen und kostenpflichtigen Varianten gibt, unter anderem <a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/editor\">auch von YouTube selbst<\/a>. Der Unterschied liegt darin, dass die Original-Dateien weder angefasst werden, noch \u00fcberhaupt dem Nutzer geh\u00f6ren m\u00fcssen: Der Popcorn Maker bedient sich stattdessen der Inhalte von YouTube, Vimeo oder Soundcloud, und der Nutzer legt anschlie\u00dfend zus\u00e4tzliche Inhalte, Events genannt, dar\u00fcber. Zu diesen Events geh\u00f6ren nun nicht nur Texte und Bilder, sondern auch interaktive Elemente wie etwa Google Maps, Twitterprofile und Wikipedia-Eintr\u00e4ge, die wiederum direkt klickbar sind. Die Idee ist nicht neu: Sogenannte Hypervideos <a href=\"http:\/\/www.journalism.co.uk\/news\/mozilla-releases-popcorn-maker-1-0-a-web-native-video-tool\/s2\/a551159\/\">oder &#8222;kontextuelle Videos&#8220;<\/a>, die mit aktuellen Informationen angereichert sind, gibt es schon l\u00e4nger.<\/p>\n<p>Neu ist allenfalls die einfache Bedienung, worin auch der gr\u00f6\u00dfte Unterschied zwischen popcorn.js und dem Popcorn Maker liegt: Der Maker verlangt keine Programmierkenntnisse. Die Bedienung l\u00e4uft direkt im Browser \u00fcber Drag &#038; Drop, wobei sich einzelne Events auf die gew\u00fcnschte Stelle ziehen und anschlie\u00dfend bearbeiten lassen, etwa die Schriftgr\u00f6\u00dfe, die Hintergr\u00fcnde oder Animationseffekte. Noch ist die Auswahl der Events auf Twitter, Wikipedia und Google Maps beschr\u00e4nkt, doch wie Merkley in seiner TED-Pr\u00e4sention zeigt, gibt es offenbar auch Pl\u00e4ne, Bilder von Flickr oder Wetterdaten in das Tool zu integrieren. <\/p>\n<p>Gerade diese dynamischen Inhalte sind spannend. Ein Video aus einem Krisen- oder Katastrophengebiet beispielsweise k\u00f6nnte problemlos mit einer Karte verkn\u00fcpft werden, die den genauen Ort der jetzigen Aufnahme anzeigt. Eine Twittersuche per Hashtag oder Ort oder die Einbindung aktueller Bilder und Nachrichten bietet dar\u00fcberhinaus Zusatzinformationen. Aus einem klassischen Video (<a href=\"https:\/\/webmaker.org\/en-US\/projects\/make-interactive-radio\/\">oder Audio<\/a>) k\u00f6nnte damit eine fortlaufende, kontextuelle Erz\u00e4hlung werden, die f\u00fcr jeden Zuschauer anders ist \u2013 und dennoch stets aktuell, sofern das Video selbst zeitlos ist.<\/p>\n<p>Und doch soll der Popcorn Maker nicht blo\u00df Profis aus der Medienbranche ansprechen, sondern ganz allgemein die Entwicklung von webeigenen Videoformaten unterst\u00fctzen. Ein nachtr\u00e4gliches Hinzuf\u00fcgen von Untertiteln, Links oder Kommentaren etwa erlaubt eine schnelle &#8222;Popcornifizierung&#8220; von individuellen Videos, woraus <a href=\"https:\/\/webmaker.org\/en-US\/projects\/?tool=popcorn#filter\">sich zahlreiche M\u00f6glichkeiten<\/a> f\u00fcr Lehrer, Hobbyfilmer oder kreative Mashup-Freunde ergeben &#8211; und man unweigerlich bei der Frage nach den Nutzungs- und Urheberrechten landet. Eine Antwort darauf hat Mozilla nicht, vermutlich verl\u00e4sst man sich auf die Tatsache, dass die Originalinhalte nicht angefasst werden und im eigentlichen Sinne keine Kopie entsteht. <\/p>\n<p>Ungeachtet dessen habe ich selbst ein kleines Video mit dem Popcorn Maker erstellt. Und es geht, wie k\u00f6nnte es auch anders sein, um die Essenz des Internets: Katzen. Und <a href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Maru_%28cat%29\">eine ganz ber\u00fchmte obendrein<\/a>.<\/p>\n<p><iframe src='http:\/\/popcorn.webmadecontent.org\/22n_' width='540' height='345' frameborder='0' mozallowfullscreen webkitallowfullscreen allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p style=\"font-size:12px\">Hinweis f\u00fcr Safari-Nutzer: Schriften werden evtl. im Video nicht angezeigt<\/p>\n<p>Die Nutzung des Popcorn Makers ist kostenlos und ohne Anmeldung m\u00f6glich. Zum Speichern von eigenen Projekten muss man sich mit einer E-Mail-Adresse registrieren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was hat sich bei Webvideo in den vergangenen zehn Jahren technisch ver\u00e4ndert? &#8222;Kaum mehr als die Gr\u00f6\u00dfe des Players und die Wiedergabequalit\u00e4t&#8220;, findet Ryan Merkley. Der operative Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer von Mozilla sprach vor einigen Wochen in einem TED-Talk \u00fcber den Stand von Webvideo &#8211; und wie man es besser machen k\u00f6nnte. 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